Coronavirus 13. August: Söder bittet nach Corona-Testpanne um Entschuldigung

Trotz der schweren Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern hält Ministerpräsident Söder an seiner Gesundheitsministerin Huml fest. Bahnreisende aus Risikoregionen sollen online ihre Daten hinterlegen. Das Formular erfasst unter anderem Zugdaten, Adresse, mögliche Krankheitssymptome sowie Aufenthaltsorte in Deutschland. Bayerns Behörden informieren derzeit die 900 positiv getesteten Reiserückkehrer. Alle Entwicklungen im Ticker.

Melanie Huml (l, CSU), Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, und Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern
Nach der schweren Panne bei den Corona-Tests an bayerischen Autobahnen hatte Gesundheitsministerin Melanie Huml ihren Rücktritt angeboten. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Donnerstag, 13. August 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:20 Uhr | Zunehmende Gewalt gegen Einsatzkräfte

Experten befürchten, dass die Corona-Krise zu mehr Gewalt gegen Polizei, Feuerwehr und andere Einsatzkräfte führen kann.

22:00 Uhr | Bund und Länder wollen Schulschließungen vermeiden

Bund und Länder wollen im Falle neuer Corona-Verschärfungen den Schulunterricht sichern. "Das hohe Gut der Bildung soll auch in Zeiten der Pandemie politische und gesellschaftliche Priorität genießen", teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstagabend nach einem Gespräch von Kanzlerin Angela Merkel, SPD-Chefin Saskia Esken mit Ländervertretern mit. Neue Formen des digitalen Lernens müssten dringend entwickelt werden. Die Digitalisierung sei eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern. "Es war der gemeinsame Wille, schnellstmöglich alle Schulen in der erforderlichen Weise an das schnelle Internet anzuschließen, Schülern zu Hause einen bezahlbaren Zugang zum Internet zu ermöglichen und Lehrer mit Endgeräten auszustatten", sagte der Regierungssprecher.

21:20 Uhr | Mehr als 1.300 positiv getestete Reiserückkehrer in Bayern

Von insgesamt 107.376 Corona-Tests an bayerischen Teststationen für Reiserückkehrer sind laut Bayerischem Rundfunk 1.389 positiv. Das berichtete der BR am Donnerstagabend und beruft sich auf das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Datenstand sei der gestrige Mittwoch. Demnach haben sich an Autobahnraststätten an der A3, der A8 und der A93 insgesamt 72.104 Menschen auf Corona testen lassen.

20:45 Uhr | Virologen in Polen und Tschechien warnen vor steigenden Zahlen

Auch in den Nachbarländern Polen und Tschechien steigen die Corona-Infektionszahlen wieder deutlich an. In Polen haben sich sogar mehr deutsche Urlaubsrückkehrer angesteckt als in Spanien.

20:25 Uhr | TU Ilmenau will wieder Präsenzunterricht anbieten

Die TU Ilmenau will zu Beginn des Wintersemesters wieder mehr Präsenzunterricht anbieten. Der vorläufige Leiter, Kai-Uwe Sattler, sagte MDR AKTUELL, Seminare und Lehrveranstaltungen mit kleineren Gruppen sollen wieder vor Ort stattfinden. Dafür seien entsprechende Konzepte entwickelt worden. Ziel sei es, den Studierenden die Möglichkeit zu geben, wieder praktisch zu arbeiten. Experimente und Laborversuche seien für technische Studiengänge essentiell. Vorlesungen mit 600 Studierenden würden weiterhin digital stattfinden.

19:30 Uhr | EU beendet Vorgespräche mit Pharmaunternehmen

Die Europäische Kommission meldet den Abschluss von Vorgesprächen mit dem US-Pharmaunternehmen Johnson & Johnson über den Kauf von 200 Millionen Dosen eines potenziellen Impfstoffs. Das könnte nach Angaben der EU-Kommission den Weg für die Unterzeichnung eines Vertrags ebnen. Bereits im Juli wurden entsprechende Vorgespräche mit Sanofi und GlaxoSmithKline abgeschlossen.

18:50 Uhr | Starker Anstieg der Infektionszahlen in Frankreich und Spanien

Frankreich meldet mit 2.669 bestätigten Neuinfektionen die größte tägliche Zunahme seit dem Ende des Lockdowns. Der Durchschnittswert der vergangenen sieben Tage liegt demnach inzwischen bei 1.962, der höchste Wert seit dem 24. April, als die Epidemie in Frankreich voll ausgeprägt war. Insgesamt sind damit 209.365 Fälle verzeichnet.

In Spanien meldet das Gesundheitsministerium 2.935 Neuinfektionen. Am Vortag waren es noch 1.690. Damit steigt die Gesamtzahl der festgestellten Ansteckungen auf 337.334.

18:25 Uhr | Österreich verstärkt Gesundheitskontrollen am Brenner

Österreich verstärkt seit heute die Gesundheitskontrollen am Grenzpass Brenner. Grund sind nach Angaben der Regierung steigende Corona-Infektionen, die zu einem nicht geringen Teil auf Reise-Rückkehrer vom Balkan zurückgingen. Auf der Brenner-Bundesstraße und dem dortigen Autobahn-Übergang zwischen Italien und Österreich werde stichprobenartig kontrolliert.

Tourist mit Rucksack geht auf Steinmole entlang, im Hintergrund ein kleines Segelboot.
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Auch in Italien müssen sich Einreisende und Urlaubs-Rückkehrer aus Kroatien sowie Griechenland, Malta und Spanien künftig verpflichtend auf das Coronavirus testen lassen. Die Regelung gilt demnach in allen Regionen vorerst bis zum 7. September.

In Kroatien steigt derzeit die Zahl der Corona-Infizierten. Auch in Deutschland werden zunehmend Urlaubsrückkehrer registriert, die sich in Kroatien mit dem Coronavirus angesteckt haben. Darunter sind viele junge Menschen, die an Strandpartys teilgenommen hatten.

17:50 Uhr | Kekulé erklärt das Rätsel um asymptomatische Virusträger

Warum macht das Corona-Virus die einen krank und die anderen nicht? Virologe Alexander Kekulé erläutert den aktuellen Erkenntnisstand. Außerdem im Podcast: Wieso widerspricht Ministerin Franziska Giffey bei "Rotznasen" dem RKI und was bringt der Gurgeltest?

17: 35 Uhr | Reederei Tui Cruises verlangt negativen Corona-Test

Passagiere der Kreuzfahrtreederei Tui Cruises dürfen ab September nur noch mit einem negativen Corona-Test an Bord. Wie das Unternehmen mitteilte, betrifft die Regelung alle Abfahrten der "Mein-Schiff"-Flotte. Die Kosten für den Test seien bereits im Reisepreis inbegriffen. Über weitere Einzelheiten würden die Gäste rechtzeitig und automatisch informiert.

Tui Cruises bietet seit Juli bietet wieder Kreuzfahrten von deutschen Häfen an. Zunächst gab es dreitägige Kreuzfahrten auf der Nordsee ohne Landgang. Ab September will die Reederei siebentägige Kreuzfahrten mit der „Mein Schiff 6“ ab und bis zur griechischen Insel Kreta anbieten. Dabei sollen auch Landausflüge möglich sein.

16:50 Uhr | Neue Corona-Arbeitsschutzmaßnahmen

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat ein verbindliches Regelwerk für den Infektionsschutz während der Corona-Pandemie erarbeitet. Fachbereichsleiter Thomas Alexander sagte MDR AKTUELL, Ziel sei es, mehr Rechtssicherheit zu schaffen. Das Regelwerk zeige, was Unternehmen tun könnten, wenn sie bestimmte Empfehlungen nicht ausreichend umsetzen könnten – wie etwa das Abstandsgebot. An den Regeln hätten Arbeitgeber, Gewerkschaften, Wissenschaftler und die gesetzliche Unfallversicherung mitgewirkt. Die Vorschriften sollen in Kürze bundesweit in Kraft treten.

16:15 Uhr | Söder bittet nach Corona-Testpanne um Entschuldigung

Nach der schweren Panne bei den Corona-Tests an bayerischen Autobahnen hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml zweimal ihren Rücktritt angeboten. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder heute in München und fügte hinzu, er habe weiterhin Vertrauen in ihre Arbeit. Jeder Mensch mache Fehler, sie dürften sich jedoch nicht wiederholen. Söder gestand die Panne ein und bedauerte den Fehler: "Wir können uns dafür auch nur entschuldigen letztlich.",

Die Staatsregierung hatte gestern mitgeteilt, dass es bei der Übermittlung der Ergebnisse von Corona-Tests an bayerischen Autobahnen erhebliche Probleme gibt. Stand Mittwoch warteten 44.000 Reiserückkehrer, die im Ausland im Urlaub waren, noch auf eine Information. Besonders brisant ist, dass darunter – auch Stand Mittwoch – mehr als 900 nachweislich positiv Getestete waren.

Söder kündigte heute an, dass der Leiter des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, ins bayerische Innenministerium wechseln wird. Von dort solle künftig der Betrieb der kommunalen Testzentren gesteuert werden. Das Innenministerium sei näher dran an den Kommunen, erklärte der CSU-Ministerpräsident.

15:50 Uhr | Bahnfahrer aus Risikogebieten sollen Kontaktdaten angeben

Bahnreisende aus Corona-Risikoregionen sollen ihre Daten online hinterlegen. Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn mitteilte, gibt es dazu ab sofort Formulare auf der Internetseite des Konzerns. Darin seien Zugdaten, Adresse sowie Ziele und Aufenthaltsorte in Deutschland anzugeben – ebenso wie mögliche Covid-19-Krankheitssymptome. Die Informationen würden nach einem Monat gelöscht. Ob Bahnfahrer der Forderung nachkommen, wird dem Konzern zufolge aber nicht kontrolliert. Das einzige Risikogebiet mit einer direkten regionalen Zugverbindung nach Deutschland ist derzeit Luxemburg.

15:45 Uhr | Konzert in Düsseldorf noch nicht endgültig

Ob das umstrittene Großkonzert in Düsseldorf mit 13.000 Besuchern stattfinden darf, entscheidet sich erst vier Tage vorher, am 31. August. Auf diesen Kompromiss haben sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die Stadt Düsseldorf und die Landesregierung verständigt. Entscheidendes Kriterium soll dann das aktuelle Corona-Infektionsgeschehen sein. Bei dem Konzert sollen unter anderem Sarah Connor und Bryan Adams auftreten.

15:15 Uhr | Geringere Mehrwertsteuer und Energiepreise sorgen für "negative Inflation"

Die Senkung der Mehrwertsteuer hat im Juli erstmals seit Jahren zu einer negativen Inflationsrate in Deutschland geführt. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, sanken die Verbraucherpreise im Juli um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Vergleich zum Juni waren es 0,5 Prozent.

Zum letzten Mal war die Jahresinflation im April 2016 negativ gewesen (minus 0,1 Prozent). Wie die Statistiker mitteilten, "dämpfte die Mehrwertsteuersenkung zum 1. Juli 2020 als eine Maßnahme des Konjunkturpakets der Bundesregierung nun die Preisentwicklung".

14:55 Uhr | Tui: Rückerstattungen fast erledigt

Bei Tui haben die meisten Kunden, die wegen der Corona-Risiken ihre Reisen abgesagt haben, ihr Geld inzwischen erstattet bekommen. "Bis Ende Juli war weitgehend alles zurückgezahlt", sagte Konzernchef Fritz Joussen. Es sei aber erfreulich, dass sich viele Urlauber auch für eine Umbuchung statt einer Stornierung entschieden hätten.

Tui berichtete von 1,7 Millionen Neubuchungen im Juni, auch die Zahlen für den Sommer 2021 sähen vielversprechend aus. Joussen warnte jedoch, man müsse für einen weiteren Lockdown gewappnet sein.

13:59 Uhr | Umweltbundesamt: Stoßlüften gegen Corona

Das Umweltbundesamt rät zum regelmäßigen Lüften von Innenräumen, um das Risiko einer Sars-CoV-2-Infektion zu reduzieren. Schulen sollten in jeder Unterrichtspause intensiv bei weit geöffneten Fenstern lüften, und bei längerem Unterricht von mehr als 45 Minuten auch während des Unterrichts, empfiehlt die Behörde in Dessau-Roßlau.

Durch Stoß- und Querlüften oder über Lüftungstechnik in den Räumen, die Frischluft einlasse, könne das Risiko einer Infektion deutlich reduziert werden. Bei Sport in Innenräumen empfehlen die Experten wegen der erhöhten Atemfrequenz mindestens fünfmal pro Stunde eine Lüftung.

13:49 Uhr | Teststation auch an Thüringens Flughafen

Am Flughafen Erfurt-Weimar soll am Samstag eine Corona-Teststelle eingerichtet werden. Das kündigte das Gesundheitsministerium in Erfurt an. Damit hätten alle ankommenden Passagiere die Möglichkeit, sich direkt bei der Einreise am Flughafen auf das Virus testen zu lassen, sagte eine Ministeriumssprecherin. Das gilt unabhängig davon, ob sie aus einem Risikogebiet ankommen oder nicht. Der Test ist für die Reisenden kostenlos.

Am Erfurter Flughafen finden aktuell an fünf Tagen die Woche ein- bis maximal zweimal täglich Flüge statt.

12:51 Uhr | Update: Neue Corona-App aus Dresden

Ein Dresdner Start-up hat eine App zur Nachverfolgung Corona-Infizierter auf Veranstaltungen entwickelt. Wie das Unternehmen mitteilte, befindet sich das Projekt "pass4all" in der abschließenden Testphase. Ab 1. September solle es kostenlos in den App-Stores als Download verfügbar sein.

Nutzer müssten sich einmalig registrieren, und könnten dann anonymisiert zum Beispiel Fußballspiele, Konzerte oder Gottesdienste besuchen. Damit würden keine personalisierten Eintrittskarten oder handgeschriebene Listen mehr benötigt. Es gebe einen sicheren Check-In.

Für eine Infektionsverfolgung könnten die Daten auf dem Handy dann gefiltert nach Zeit, Ort und Sitzplatz an das jeweilige Gesundheitsamt übermittelt werden.

Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch sieht mit der neuen App eine Chance, größere Veranstaltungen wieder zulassen zu können.

12:25 | Keine weiteren Corona-Fälle beim 1. FC Magdeburg

Nach einem Corona-Fall beim 1. FC Magdeburg sind keine weiteren Spieler, Trainer oder Betreuer positiv auf das Virus getestet worden. Das teilte der Fußball-Drittligist heute nach einer ersten Testreihe mit. Derzeit können die Spieler ihren Quarantäne-Ort in Absprache mit dem Gesundheitsamt ausschließlich für 1.000-Meter-Läufe verlassen; Kontakt zu Dritten dürfen sie nicht haben.

Morgen soll es eine zweite Testreihe geben. Je nachdem, was dabei herauskommt, entscheidet sich, ob die Spieler in kleinen Gruppen trainieren oder sogar  ins Mannschaftstraining nach Hygieneregeln zurückkehren können. Der positiv getestete Spieler ist dem Verein zufolge weiter in Quarantäne. Er zeige keine Symptome.

11:15 Uhr | Bayern informiert 900 positiv Getestete

Nach der Test-Panne an bayerischen Autobahnen hat das bayerische Gesundheitsministerium versichert, die 900 positiv Getesteten bis zum Mittag über die Ergebnisse zu informieren. Ein Ministeriumssprecher sagte, es werde alles dafür getan, das umzusetzen. Noch nicht bekannt gegeben wurde, woher genau die Infizierten kommen, die sich bei der Einreise in den Freistaat an Bahnhöfen und Autobahnen hatten testen lassen.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass 44.000 Reiserückkehrer nach einer Woche noch immer kein Testergebnis bekommen haben. Unter ihnen sind die 900 positiv Getesteten.

Sachsen will ab Freitag Urlauber an den Autobahn-Grenzübergängen zu Polen und Tschechien auf eine Corona-Infektion testen lassen.

10:54 Uhr | Sofort-Bußgeld für Maskenverweigerer in Hessen

Hessen verschärft die Bußgeldregeln für Maskenverweigerer in Bussen und Bahnen. Wer keine Abdeckung für Mund und Nase trägt, müsse künftig sofort 50 Euro Bußgeld bezahlen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) in Wiesbaden. Bislang galt die Regel, dass vorher einmal ermahnt wird, bevor ein Bußgeld fällig wird.

09:42 Uhr | Ifo-Umfrage: Noch fast ein Jahr bis zur Normalisierung

Die deutschen Unternehmen rechnen wegen der Corona-Krise laut einer Umfrage erst im Sommer 2021 mit einer Normalisierung ihrer Geschäftslage. Wie aus einer Konjunkturumfrage des Münchner Ifo-Instituts hervorgeht, wird die Normalisierung im Durchschnitt in elf Monaten erwartet.

Künstlerische und unterhaltende Tätigkeiten sind der Umfrage zufolge besonders von der Corona-Pandemie betroffen. Die Firmen hier erwarten erst nach 17,5 Monaten eine normale Geschäftslage. Hersteller, Verleiher und Vertreiber von Filmen sowie Kinos in 16,7 Monaten, Hotels in 16 Monaten, Reisebüros in 14,6 Monaten.

09:25 Uhr | Ärztepräsident warnt vor Panikmache

Angesichts der steigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen hat der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, vor Panikmache gewarnt. Reinhardt sagte im Bayerischen Rundfunk, mit rund 1.200 Neuinfektionen am Tag könne das Gesundheitswesen "natürlich umgehen". Es sei in dieser Lage jedoch richtig, vorsichtig zu sein.

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen hat laut der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts "Risklayer" erstmals seit Ende April wieder die Marke von 1.300 am Tag überschritten. In Mitteldeutschland steigen die Zahlen weiterhin nur leicht an, die meisten Neuinfektionen gab es hier in Thüringen.

08:54 Uhr | Berlin: Erste Schule schließt wegen Corona-Verdacht

Nur vier Tage nach dem Ferienende hat in Berlin die erste Schule wegen eines möglichen Corona-Falls wieder geschlossen. Wie die zuständige Behörde im Stadtbezirk Treptow-Köpenick mitteilte, hatte eine Lehrkraft angegeben, positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden zu sein. Die Bestätigung des Gesundheitsamts steht noch aus. Betroffen ist ein Gymnasium. Dort wurde zunächst nur der Unterricht am heutigen Donnerstag abgesagt.

08:34 Uhr | Mehr als 120.000 Zeitarbeiter entlassen

Die Zahl der Zeitarbeiter in Deutschland ist laut einem Zeitungsbericht in der Corona-Krise deutlich gesunken. Wie die "Rheinische Post" meldet, waren im Mai in der Branche knapp 625.000 Menschen beschäftigt, rund 124.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die Zeitung beruft sich auf die Bundesagentur für Arbeit, die ihre Zahlen allerdings erst Anfang September veröffentlichen will. Zur Erklärung hieß es, da viele Unternehmen in der Krise ihre Priorität darauf legten, ihre Stammbelegschaft zu halten, würden die Stellen von Zeitarbeitern oft als erste gestrichen.

06:58 Uhr | Söder wegen Test-Panne unter Druck

Die Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern bringt die Staatsregierung von Ministerpräsident Markus Söder in Bedrängnis. Die Opposition kritisierte den CSU-Chef heftig und sprach von Regierungsversagen und Schlamperei. Söder sagte eine für heute geplante Reise an die Nordsee ab.

Am Mittwochnachmittag hatte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml bekanntgegeben, dass 44.000 Reiserückkehrer nach Tests in Bayern nach einer Woche noch kein Ergebnis bekommen haben, darunter 900 nachweislich Infizierte. Letztere sollten bis heute Mittag Informationen über ihren Befund bekommen. Wie viele der Infizierten im Freistaat leben oder aus einem anderen Bundesland kommen, war zunächst nicht klar.

Die Übertragungsprobleme betreffen nach Angaben der Ministerin fast ausschließlich die Tests an Raststätten und Bahnhöfen. Seit Ende Juli hatte Bayern Teststationen an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg sowie an den Autobahnraststätten Hochfelln-Nord (A8), Inntal-Ost (A93) und Donautal-Ost (A3) einrichten lassen.

06:33 Uhr | Kritik an Wiederaufnahme von Ersatzfreiheitsstrafen

In Sachsen gibt es Kritik daran, dass Ersatzfreiheitsstrafen wieder vollstreckt werden. Ersatzfreiheitsstrafen verhängen Gerichte, wenn jemand eine Geldstrafe nicht zahlen kann oder will. Sie waren wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt worden. Der Sprecher der Gefangenengewerkschaft GGBO, Manuel Matzke, sagte MDR AKTUELL, mit Blick auf eine zweite Corona-Welle sei es nicht sinnvoll, die Betroffenen ins Gefängnis zu stecken. Er plädierte für eine Amnestie.

Ähnlich äußerte sich die Linken-Landtagsabgeordnete Juliane Nagel. Corona habe die sächsischen Gefängnisse zwar im Wesentlichen verschont, man könne sich aber nicht in Sicherheit wiegen. Nagel schlägt eine Umwandlung von Ersatzfreiheitsstrafen in gemeinnützige Arbeit vor. Betroffen sind rund 3.000 Menschen.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. August 2020 | 06:00 Uhr