Coronavirus-Pandemie Ticker: Einigung auf Steuerpauschale fürs Homeoffice

Arbeit im Homeoffice soll mit einer Steuerpauschale von bis zu 600 Euro im Jahr entlastet werden. RKI-Chef Lothar Wieler erwartet in den nächsten Wochen viele Todesfälle, insbesondere von älteren Menschen. Sachsens Ministerpräsident hat die Verlängerung des Teil-Lockdowns verteidigt. Der Blick in die Krankenhäuser zeige, warum die Maßnahmen nötig seien. Mitarbeiter von Bundestagsabgeordneten sollen einen Corona-Bonus erhalten. Alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Eine Frau arbeitet am heimischen Schreibtisch.
Union und SPD haben sich auf die Details einer Steuerpauschale für Arbeitnehmer im Homeoffice geeinigt. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Donnerstag, 3. Dezember 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:43 Uhr | Schweiz lässt Skigebiete über Feiertage offen

Die Schweiz wird ihre Skigebiete über Weihnachten nicht schließen. Die Eidgenossenschaft widersetzt sich damit Forderungen aus den Nachbarländern darunter Deutschland. Innenminister Alain Berset sagte, die Schweiz reagiere nicht auf den Druck anderer Länder. Deutschland, Frankreich und Österreich haben den Winter-Tourismus untersagt oder massiv eingeschränkt. In Österreich werden die Skipisten ab 24. Dezember wieder geöffnet, Hotels bleiben aber bis 7. Januar geschlossen. Diese Länder hoffen, so die Ausbreitung des Coronavirus einzuschränken.

22:30 Uhr | Ex-US-Präsidenten wollen sich öffentlich impfen lassen

Anthony Fauci
Corona-Experte Anthony Fauci Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Die früheren US-Präsidenten Barack Obama, George W. Bush und Bill Clinton sind bereit, sich vor laufender Kamera gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Sie wollen damit in der Bevölkerung um Vertrauen in Impfungen werben. Obama sagte dem Radiosender SiriusXM, er würde den Menschen damit zeigen, dass er der Wissenschaft vertraue. Er würde sich absolut impfen lassen, wenn der renommierte Corona-Experte Anthony Fauci einen Impfstoff für sicher und wirksam erkläre. Ähnlich äußerten sich der republikanische Ex-Präsident Bush und der demokratische Ex-Präsident Clinton.

22:01 Uhr | Frankreich plant kostenlose Corona-Impfungen

Die französische Regierung will den Corona-Impfstoff allen Bürgern kostenlos zur Verfügung stellen.

Jean Castex
Jean Castex Bildrechte: dpa

Premierminister Jean Castex sagte, dafür seien von der Regierung 1,5 Milliarden Euro im Sozialversicherungshaushalt für 2021 eingeplant. Der Impfplan der Regierung sieht vor, dass bereits ab Januar eine Million Ältere in Pflegeheimen geimpft werden. Ab Februar sollen dann fast 14 Millionen Franzosen geimpft werden, die zur Risikogruppe für eine Corona-Infektion zählen. Im Frühjahr soll dann die Impfung für die gesamte Bevölkerung beginnen. Eine Impfpflicht soll es nicht geben.

21:45 Uhr | Italien meldet neuen Höchststand bei Todesopfern

Ein Patient wird auf der Intensivstation des Krankenhauses San Filippo Neri behandelt.
Intensivstation im Krankenhaus San Filippo Neri Bildrechte: dpa

Italien hat die höchste Zahl an Corona-Toten innerhalb eines Tages registriert. Die Gesundheitsbehörden des Landes verzeichneten heute 993 Tote. Das sind 24 mehr als am 27. März, dem Tag mit dem bisherigen Rekord während der Pandemie. Gleichzeitig gibt es in Italien einen leichten Rückgang der Neuinfektionen. Diese liegen mit rund 23.000 Fällen etwa halb so hoch wie Mitte November. Die Regierung versucht mit weiteren Einschränkungen, eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Bis 6. Januar bleiben alle Skigebiete geschlossen. Zwischen dem 21. Dezember und dem 6. Januar müssen Touristen und Italiener , die aus dem Ausland nach Italien einreisen, in Quarantäne. Die nächtliche Ausgangssperre bleibt landesweit bestehen. Nur in der Silvesternacht gilt sie nicht. Schüler der höheren Klassen werden bis 7. Januar zu Hause digital unterrichtet.

20:55 Uhr | Wechselunterricht im Burgenlandkreis

Der Burgenlandkreis führt wegen hoher Infektionszahlen Wechselunterricht an den Schulen ab der 7. Klasse ein. Der teilte der Landkreis dem MDR mit. Die Klassen und Kurse würden dann auf 15 Schüler begrenzt. Eine Hälfte der Klasse werde in der Schule, die andere im Home-Schooling unterrichtet. Ein Grund für die Änderung seien die steigenden Infektionszahlen an Schulen. Derzeit seien 46 Schüler und 20 Lehrer positiv auf Corona getestet worden. Rund 760 Schüler und 40 Pädagogen seien in Quarantäne.

20:22 Uhr | Dresdner Klinikum stoppt Aufnahme von Covid-19-Patienten

Das Städtische Klinikum Dresden nimmt keine Corona-Patienten mehr auf. Eine Sprecherin erklärte, die Kapazitäten seien erschöpft. Derzeit würden 119 Covid-19-Patienten behandelt, 30 davon auf den Intensivstationen. Die Klinik habe sich bei der Corona-Leitstelle der Dresdner Uniklinik vorübergehend abgemeldet. Dort wird die Verteilung der Corona-Patienten in Dresden und Ostsachsen koordiniert.

In der Collm-Klinik Oschatz müssen positiv auf das Coronavirus getestete Mitarbeiter ab sofort die Betreuung von Covid-19-Patienten übernehmen. Das Landratsamt Nordsachsen teilte mit, nur so könne der Krankenhausbetrieb aufrechterhalten werden. In der Klinik wurde ein Aufnahme-, Verlegungs- und Besucherstopp verhängt. Nur lebensbedrohliche Fälle werden zur Notfallbehandlung angenommen.

20:05 Uhr | Maskenpflicht im Landkreis Schmalkalden-Meiningen ausgeweitet

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen verschärft die Anti-Corona-Maßnahmen. Der Kreis weitet ab Freitag unter anderem die Masken-Pflicht aus. Eine Mund-Nase-Bedeckung muss dann etwa auf Wochenmärkten und allen öffentlichen Orten, an denen sich Menschen versammeln, getragen werden. Auch dürfen bestimmte Einrichtungen zur Freizeitgestaltung, etwa Vereinsheime und Jugendhäuser, nicht mehr genutzt werden. Landrätin Peggy Greiser verwies auf die hohen Infektionszahlen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag heute bei 196 Neuerkrankungen je 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage.

19:40 Uhr | KV Sachsen: Impfen in Impfzentren muss schneller gehen

Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Klaus Heckemann, hat schnellere Abläufe in den geplanten Impfzentren gefordert.

Er sagte MDR AKTUELL, bisher seien inklusive Vorgespräch bis zu 15 Minuten pro Patient veranschlagt. Das sei deutlich zu lang. Auf ein ärztliches Vorgespräch könne zwar nicht verzichtet werden. Ausgefüllte Fragebögen zu Vorerkrankungen und Information zur Impfung könnten den Vorgang aber beschleunigen. Nach Angaben des sächsischen Sozialministeriums sind die Impfzentren voraussichtlich Mitte des Monats betriebsbereit. Impfungen starteten frühestens im Januar.

19:05 Uhr | Corona-Fallzahlen in Mitteldeutschland steigen entgegen dem Trend

Der sogenannte "Teil-Lockdown" zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurde bis in den Januar verlängert. Warum das gerade mit Blick auf die Fallzahlen in den Regionen hierzulande nachvollziehbar ist, lesen Sie im aktuellen Corona-Daten-Update.

18:10 Uhr | Österreich setzt auf Massentest

Nach der Slowakei will nun auch Österreich mit freiwilligen Corona-Massentests beginnen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober sagte, nach anfänglichen technischen Problemen bei der Online-Registrierung gebe es bisher fast 100.000 Anmeldungen. Ziel sei es, rechtzeitig vor Familientreffen zu Weihnachten möglichst viele unentdeckte Infizierte unter den rund 8,9 Millionen Einwohnern Österreichs zu finden. Die Tests sollen morgen in der Hauptstadt Wien sowie in Tirol und Vorarlberg beginnen. In Österreich wurden zuletzt innerhalb von 24 Stunden erneut fast 4.000 neue Positiv-Tests registriert. Das Land liegt damit bei den Neuinfektionen pro Kopf im europäischen Spitzenfeld.

17:22 Uhr | Restaurants in Tschechien wieder geöffnet

Tschechien hat seine Corona-Maßnahmen nach sechs Wochen wieder gelockert. Nach Regierungsangaben dürfen seit heute wieder alle Einzelhandelsgeschäfte und Restaurants öffnen. Die nächtliche Ausgangssperre entfällt. Tschechien hatte zeitweise eine der höchsten Corona-Infektionsraten in Europa.

16:55 Uhr | Kekulé hält längeren Teil-Lockdowns für nicht sinnvoll

Der Virologe Alexander Kekulé hält die Verlängerung des Teil-Lockdowns für nicht sinnvoll. Kekulé sagte im MDR-AKTUELL-Podcast, durch Aufrechterhalten der gleichen Maßnahmen werde man keine stärkere Bremsung hinkriegen. Der Effekt der Maßnahmen sei immer dann am stärksten, wenn sie gerade eingeführt würden. Die Entscheidung für die Verlängerung bis zum 10. Januar nannte Kekulé überraschend. Seiner Ansicht nach hätte es zwei Optionen gegeben: Eine Beibehaltung der Maßnahmen bis kurz nach Silvester oder eine Verschärfung.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hält die Verlängerung des Teil-Lockdowns für richtig. Ramelow sagte, es sei schon bei der jetzigen Verordnung klar gewesen, dass die Einschränkungen nicht am 20. Dezember enden würden. Es gebe weiter keinen Grund für eine Entwarnung. Thüringen befinde sich mitten im schärfsten Geschehen. Vor zwei Monaten habe er das nicht für möglich gehalten. Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten hatten sich gestern auf die Verlängerung bis zum 10. Januar verständigt. Damit müssen Restaurants, Museen und Theater weiter geschlossen bleiben.

16:32 Uhr | Corona-Ausbruch bei Tönnies in Weißenfels

Im Tönnies-Schlachtbetrieb in Weißenfels sind mehr als 170 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Burgenlandkreis erklärte, es habe einen großangelegten Reihentest im Unternehmen gegeben. Das Unternehmen wolle die Betroffenen in einer gesonderten Quarantäne-Einrichtung unterbringen. Das Werk bleibe geöffnet. Ende der Woche solle es erneute Tests geben.

16:15 Uhr | Einigung auf Steuerpauschale fürs Homeoffice

Arbeitnehmer im Homeoffice sollen mit einer Steuerpauschale von bis zu 600 Euro pro Jahr entlastet werden. Union und SPD haben sich abschließend auf die konkrete Ausgestaltung der geplanten Homeoffice-Pauschale geeinigt.

Einkommensteuererklärung mit Taschenrechner
Die Steuerpauschale für s Homeoffice beträgt maximal 600 Euro im Jahr. Bildrechte: imago/Christian Ohde

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt und SPD-Fraktionsvize Achim Post teilten mit, wer von Zuhause aus arbeite, könne fünf Euro täglich für bis zu 120 Tage bei der Steuererklärung geltend machen. Mit der Pauschale sollen die Homeoffice-Kosten etwa für Strom, Telefon und Internet gefördert werden. Ein separates Arbeitszimmer muss nicht nachgewiesen werden.

Die Steuerpauschale für das Homeoffice wird in die sogenannte Werbungskostenpauschale eingerechnet und nicht zusätzlich gewährt. Damit bringt die Homeoffice-Pauschale nur dann Steuervorteile, wenn Beschäftigte die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro zusammen mit anderen Werbungskosten wie Fahrtkosten zur Arbeit, Arbeitskleidung oder Weiterbildungen überschreiten.

15:30 Uhr | GDL kritisiert fehlende Reservierungspflicht bei der Bahn

Die Gewerkschaft der Lokomotivführer hat die Deutsche Bahn dafür kritisiert, dass es keine Reservierungspflicht in Zügen gibt. GDL-Chef Claus Weselsky sagte MDR AKTUELL, eine solche Pflicht sei in der Corona-Pandemie das einzig Sinnvolle.

Die Bahn könne nicht suggerieren, dass Züge nur bis zu 60 Prozent ausgelastet seien. Denn ohne verpflichtende Reservierung wisse man nicht, wie viele Reisende tatsächlich in den einzelnen Bahnen unterwegs seien. An einer Stelle seien zu viele Leute im Zug, während andere Züge leer oder nur mit zehn Prozent Auslastung unterwegs seien. Der Bahn-Vorstand hatte erklärt, Züge ohne Reservierungspflicht seien das kleinere Übel. Sonst würden massenhaft Passagiere auf Fernstrecken in den Nahverkehr umsteigen, wo sie näher beieinander säßen.

15:16 Uhr | 19 Todesfälle mit Corona-Bezug in Thüringen

In Thüringen sind heute 19 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet worden. Dies ist der bisher höchste Wert in Thüringen seit Beginn der Corona-Pandemie. Gemeldet wurden die Todesfälle unter anderem aus dem Altenburger Land und aus dem Kreis Sömmerda. In den Thüringer Krankenhäusern spitzt sich die Situation zu. Immer mehr Krankenhäuser reagieren auf die steigenden Coronazahlen. In Meiningen werden Intensivbetten und Personal knapp. In einigen Kliniken wurden Operationen abgesagt.

15:05 Uhr | Sachsen-Anhalts Ministerien überrascht wegen Schnelltests für Lehrer

Die Ankündigung zu Corona-Schnelltests in Kitas und Schulen sorgt in Sachsen-Anhalt für Überraschung. Weder das Bildungs- noch das Sozialministerium in Magdeburg konnten auf MDR-Anfrage sagen, woher diese Tests kommen sollen. Unklar ist nach ihren Angaben auch, wer die Schnelltests bezahlt und wie sie verteilt werden. Die Lehrergewerkschaft GEW fordert seit langem solche Tests für Lehrer und Erzieher. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte heute erklärt, dass sich ab morgen auch Lehrer und Erzieher selbst testen dürften.

14:50 Uhr | Appell des Marburger Bundes: Corona-Regeln einhalten

Der Ärzteverband Marburger Bund in Sachsen fordert die konsequente Umsetzung der neuen Corona-Maßnahmen. Der Verband hat dazu einen "dringenden Appell" veröffentlicht. Darin heißt es, die Zahl der stationären Covid-19-Patienten habe ein Niveau erreicht, das die Kliniken an die Grenze des Machbaren bringt. Dabei handele es sich, anders als von den ignoranten Leugnern der Pandemie behauptet, um erkrankte Menschen und nicht bloß um positive Testergebnisse. Der Marburger Bund kritisierte auch die Landkreise. Sie setzten die bestehenden Infektionsschutzregeln nur zögerlich um und provozierten damit eine weitere Verschärfung der Maßnahmen.

14:14 Uhr | Deutschen wollen trotzdem reisen

Passgiere mit Mundschutz in einem Flugzeug
Viele Deutsche wollen über den Jahreswechsel in den Süden fliegen. Bildrechte: imago images/Sven Simon

Viele Deutsche wollen Weihnachten trotz der Corona-Pandemie ins Ausland fliegen. Wie die Lufthansa mitteilte, sind die Buchungen von Flügen rund um den Jahreswechsel deutlich gestiegen. In der vergangenen Woche hätten sie sich teilweise verfünffacht. Besonders gefragt seien Südafrika, Namibia, Ziele auf den Kanarischen Inseln, aber auch schneesichere Gebiete in Nordfinnland.

13:59 Uhr | Nächtliche Ausgangssperre in Mannheim

Im baden-württembergischen Mannheim gilt ab dem Wochenende eine nächtliche Ausgangsbeschränkung. Das kündigte Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) am Donnerstag an. Die Ausgangsbeschränkungen sollen am Freitagabend in Kraft treten und für acht Tage zwischen 21 und 5 Uhr gelten. Zum Verlassen des Hauses benötige man dann "triftige Gründe", diese müsse man bei einer Kontrolle glaubhaft machen können. Dazu zählen laut Kurz etwa berufliche Tätigkeiten.

13:00 Uhr | Regel für Krankschreibung per Telefon verlängert

Patienten mit leichten Erkältungsbeschwerden können sich bis ins neue Jahr hinein auch ohne Praxisbesuch telefonisch krankschreiben lassen. Die Sonderregelung wird bis 31. März 2021 verlängert, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken am Donnerstag beschloss.

Ärzte und Ärztinnen müssten sich aber "durch eine eingehende telefonische Befragung" persönlich vom gesundheitlichen Zustand überzeugen. Die telefonischen Krankschreibungen sind bis zu sieben Tage möglich und können für weitere sieben Kalendertage verlängert werden. Die Regelung war bisher bis Jahresende befristet gewesen.

12:50 Uhr | Dauerthema Pandemie

Die Corona-Krise hat in diesem Jahr die Fernsehnachrichten extrem dominiert. Die vier am stärksten genutzten deutschen TV-Sender ARD, ZDF, RTL und Sat.1 füllten während der ersten neun Monate dieses Jahres durchschnittlich mehr als die Hälfte der Sendezeit ihrer Nachrichtensendungen mit Beiträgen zur Pandemie. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Fernsehprogrammforschung von ARD und ZDF, die in der Fachzeitschrift "Media Perspektiven" erschienen ist.

12:35 Uhr | Corona-Brennpunkt Sachsen

Sachsen hat derzeit bundesweit die höchste Rate an Neuinfektionen. Mögliche Gründe und Ursachen lesen Sie hier:

12:24 Uhr | Notbetrieb am Klinikum Altenburger Land

Das Klinikum Altenburger Land befindet sich seit Mittwoch im Notbetrieb. Alle planbaren Operationen wurden abgesagt. Auch der ambulante Operationssaal werde geschlossen, sagte eine Kliniksprecherin. Hintergrund sind die hohen Corona-Fallzahlen in der Region und der Mangel an Pflegekräften.

Auch in vielen anderen Kliniken in Thüringen spitzt sich die Situation zu. Nach Angaben des DIVI-Intensivregister waren in Thüringen am Mittwoch 75,6 Prozent aller Intensivbetten belegt.

12:00 Uhr | Stegner kritisiert frühzeitige Lockdown-Entscheidung

Ralf Stegner
Ralf Stegner Bildrechte: dpa

Der Kieler SPD-Fraktionschef Ralf Stegner hat das Vorgehen von Bund und Ländern bei der Verlängerung des Teil-Lockdowns in der Corona-Pandemie moniert. "Auch wenn ich die Gründe für die Verlängerung in der Sache nachvollziehen kann, kann ich absolut keinen Grund erkennen, warum man eine Entscheidung, die ursprünglich für den 15. Dezember angekündigt war, überraschend und ohne jegliche Absprache mit den Parlamenten am 2. Dezember verkündet", erklärte Stegner am Donnerstag.

Aus gutem Grund sehe das Infektionsschutzgesetz vor, dass Maßnahmen frühestens alle vier Wochen verlängert werden können. Er sehe "keinerlei zeitliche Not für diese Überrumpelungstaktik", sagte Stegner.

11:51 Uhr | Drogerie darf Antikörpertest anbieten

Die Drogeriekette dm darf einen Coronavirus-Antikörpertest weiter verkaufen. Das teilte das Regierungspräsidium Tübingen mit und verwies auf die zuständige Marktüberwachungsbehörde. Man sehe keinen Hinweis auf einen unzulässigen Vertrieb.

Die Drogerie bietet den Antikörper-Test online an. Kunden entnehmen zu Hause eine Blutprobe und schicken diese ins Labor. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts lässt sich allerdings auch bei einem Nachweis von Antikörpern keine eindeutige Aussage darüber machen, ob man noch andere Menschen infizieren kann oder ob man immun ist.

11:47 Uhr | Kretschmer: Erneute Schul- und Kitaschließungen möglich

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer schließt einen erneuten Total-Lockdown mit geschlossenen Schulen, Kitas und Geschäften nicht aus. "Das wollen wir nicht. Davon sind wir, wie ich finde, noch weit entfernt. Aber es braucht jetzt wirklich ein gemeinsames Verständnis", sagte der CDU-Politiker am Morgen im Interview bei MDR SACHSEN. Außerdem sagte Kretschmer: "Wenn wir verschärfen müssen, werden wir über Schulen und Kitas sprechen müssen." Das Ziel bleibe allerdings der Regelbetrieb in den Bildungseinrichtungen.

Kretschmer verwies am Donnerstagmorgen außerdem auf die angespannte Lage in Sachsens Krankenhäusern. Er kritisierte, dass der Ernst der Lage offenbar noch nicht jedem im Freistaat bewusst sei. Man dürfte aktuell nicht danach fragen, wie weit man unter Einhaltung der Regeln gerade noch gehen dürfe oder ob man nicht etwas lockern könne.

10:59 Uhr | RKI-Chef Wieler: Pandemie trifft zunehmend Ältere

Das Coronavirus breitet sich zunehmend in Pflege- und Altenheimen aus. Das zeigen die Zahlen der Robert Koch-Instituts (RKI), erklärte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag. Demnach funktionierten die Schutzmaßnahmen in Pflegeheimen nicht ausreichend.

Insbesondere Menschen über 80 Jahren sind nach Angaben des RKI zuletzt stark betroffen gewesen – mit einer bundesweiten Inzidenz von über 200. RKI-Chef Wieler rechnet vor diesem Hintergrund in den nächsten Wochen mit "vielen weiteren Toten". Die Zahl der schweren Verläufe und Todesfälle steige von Woche zu Woche. Wieler zufolge stirbt in Pflegeheimen jeder fünfte Infizierte.

10:43 Uhr | Keine Talkshow mit Corona-Kritikern

WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn hat eine von Kritikern der Corona-Berichterstattung geforderte Talkshow im Fernsehen ausgeschlossen. "Es wird nicht dazu kommen, dass wir eine Sendung machen, wie sie gefordert ist", sagte er am Mittwoch in München. "Unsere Botschaft ist klar: Wir sind eng in Fakten, aber breit in Meinungen und Perspektiven."

Vorausgegangen war eine Online-Petition, die eine Sondersendung mit Wissenschaftlern gefordert hatte, die abweichende Meinungen vertreten. Der Petition hatten sich mehr als 63.000 Menschen angeschlossen. Sie wurde der ARD Ende September übergeben.

Der Initiator, Bastian Barucker, teilte mit, er wolle, dass Kritiker mit dem Virologen Christian Drosten öffentlich diskutierten. Dadurch sollten die Menschen verstehen, dass die Einschätzungen Drostens oder des Robert Koch-Instituts "keineswegs wissenschaftlicher Konsens" seien.

Die Kritiker und ARD-Vertreter tauschten sich vergangene Woche in einer Videokonferenz aus. Der Austausch sei sachlich und ernsthaft gewesen, sagte eine ARD-Sprecherin.

10:25 Uhr | Kommunen verlangen Perspektive

Gerd Landsberg
Gerd Landsberg Bildrechte: IMAGO

Der Städte- und Gemeindebund dringt nach der Verlängerung des sogenannten Teil-Lockdowns auf eine längerfristige Perspektiven. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte: "Ein mehrmonatiger Lockdown, der auch zu Beginn des Jahres 2021 fortbesteht, ist nur schwer vorstellbar." Das gelte nicht nur aus der Perspektive der betroffenen Unternehmen und der Wirtschaft, sondern auch aus Sicht der Menschen, die sich zurecht "ein wenig Normalität" zurückwünschten.

10:16 Uhr | Bremer Verwaltungsgericht bestätigt Demo-Verbot

Das Bremer Verwaltungsgericht hat einen Eilantrag gegen das Verbot einer für Samstag geplanten Großdemonstration sogenannter Querdenker gegen die Corona-Politik abgelehnt. Das Verbot sei verhältnismäßig und erforderlich. Es sei kein milderes Mittel ersichtlich, welches genauso geeignet wäre, die vorliegenden Gefahren abzuwenden, hieß es in dem über 20 Seiten zählenden Beschluss des Gerichtes am Mittwochabend.

Nach Angaben von Donnerstag legten die Anmelder bereits Beschwerde gegen die Entscheidung ein. Nun muss das Bremer Oberverwaltungsgericht entscheiden.

09:51 Uhr | Italien verbietet Reisen über Weihnachten und Silvester

Die italienische Regierung schränkt im Anti-Corona-Kampf die Bewegungsfreiheit über Weihnachten bis ins neue Jahr stark ein. Das Kabinett beschloss in der Nacht zu Donnerstag, das Reisen zwischen den Regionen Italiens vom 21. Dezember bis 6. Januar zu verbieten. Ausnahmen sind für die Arbeit, aus gesundheitlichen Gründen und in anderen Notlagen möglich. Die Rückkehr an den Hauptwohnort bleibt erlaubt.

09:42 Uhr | Stiftung Patientenschutz fordert Unterstützung bei Schnelltests

Interessensvertreter von Patientinnen und Patienten fordern eine rasche personelle Unterstützung von Alten- und Pflegeheimen bei der Schnelltestung. Bundeswehr und Katastrophenschutz müssten sofort Kräfte schicken, um zu helfen, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Bemühungen von Bund und Ländern seien völlig ungenügend.

Die Schnelltests stellen die Pflegeheime vor Probleme wegen des erhöhten personellen Aufwandes.

09:29 Uhr | Thüringer Verfassungsschutz beobachtet Radikalisierung bei "Querdenken"

Der Thüringer Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer sieht inzwischen hinreichende Anhaltspunkte, um die bundesweite "Querdenken"-Bewegung als Verdachtsfall einzustufen. Dem RBB sagte Kramer, eine abschließende Bewertung soll in Kürze im Verbund mit den anderen Landesämtern für Verfassungsschutz erfolgen. "Rechtsextremisten, Reichsbürger, Impfgegner und Verschwörungsphantasten" würden in der "Querdenken"-Bewegung "das Regiment übernehmen", erläuterte Kramer.

Die Einstufung als Verdachtsfall würde es dem Verfassungsschutz ermöglichen, nachrichtendienstliche Mittel bei der Beobachtung und Informationsgewinnung einzusetzen.

09:07 Uhr | Lambrecht: Keine Impfpflicht durch die Hintertür

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat vor einer Impfpflicht "durch die Hintertür" gewarnt, falls Bürgerinnen und Bürgern ohne Corona-Impfschutz im gesellschaftlichen Leben Nachteile drohten. Der "Augsburger Allgemeinen" sagte die SPD-Politikerin, es handele es sich dabei um eine ethische Frage, die man gründlich abwägen müsse.

Davor müssten aber wissenschaftliche Fragen geklärt werden. Bisher gebe es nach ihrer Kenntnis "noch keine fundierten Erkenntnisse darüber, ob und in welchem Maße eine Impfung nicht nur die geimpfte Person vor einem Ausbruch der Krankheit schützt, sondern auch andere Personen vor einer Ansteckung", erklärte die Ministerin. Dies sei aber Voraussetzung für alle weiteren Überlegungen.

08:55 Uhr | Kretschmer verteidigt Verlängerung des Teil-Lockdowns

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die Verlängerung des Teil-Lockdowns mit den hohen Infektionszahlen begründet. Kretschmer sagte dem MDR, es sei nicht zu erwarten, dass der Inzidenzwert noch in diesem Monat auf 50 sinke. Der Blick in die Krankenhäuser zeige, warum die Maßnahmen nötig seien. Polizei und Ordnungsämter würden die Einhaltung kontrollieren.

Gestern Abend hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, den Teil-Lockdown bis zum 10. Januar zu verlängern.

08:30 Uhr | Flixbus nimmt Betrieb wieder auf

Der Fernbusanbieter Flixbus will den Betrieb zum 17. Dezember vorübergehend wieder aufnehmen. In Deutschland sollen dann 150 Ziele angefahren werden, teilte das Unternehmen mit. Das Angebot bleibe zunächst bis zum 11. Januar begrenzt. Neben Großstädten wie Berlin, München oder Köln sollen auch kleinere Städte angefahren werden. Auch Fahrten ins benachbarte Ausland würden angeboten werden, teilte das Unternehmen mit.

Flixbus hatte seinen Betrieb am 3. November wegen der neuen Corona-Kontaktbeschränkungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorübergehend eingestellt.

08:14 Uhr | Kein Begleitschutz für Impfstoff durch Bundespolizei

Die Deutsche Polizeigewerkschaft bezweifelt, dass für den Begleitschutz des Corona-Impfstoffs ausreichend Bundespolizisten zur Verfügung stehen. "Einige Politiker scheinen davon auszugehen, dass die Bundespolizei ungefähr die Mannschaftsstärke der chinesischen Volksbefreiungsarmee hat. Dem ist leider nicht so", sagt der Vize-Präsident der Gewerkschaft, Sven Hüber, der Düsseldorfer Zeitung "Rheinischen Post".

Hüber gab an, dass die Beamten derzeit durch die angespannte Grenzlage, vermehrte Fahndungskontrollen und durch Demonstrationen von Kritikern der Corona-Maßnahmen in Anspruch genommen seien. Deshalb sei es aus seiner Sicht nicht möglich, die Bundespolizei als Begleitschutz für den Impfstoff heranzuziehen.

07:40 Uhr | Magdeburg: Widerstand in Altenheimen gegen Schnelltests

In Magdeburg weigern sich Pflegeheime, Corona-Schnelltests einzusetzen. Nach Angaben von Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) bemängeln die Einrichtungen den damit verbundenen Aufwand.

Die Stadt hatte vor einer Woche in einem Schreiben an die Heime festgelegt, dass jeder Besucher und alle Mitarbeiter getestet werden sollen. In der Stadt sind mehrere Heime von schwereren Ausbrüchen betroffen.

07:21 Uhr | Biden warnt vor 250.000 Corona-Toten in den USA

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner vor dramatisch steigenden Todeszahlen in der Corona-Pandemie gewarnt und eindringlich zu Schutzmaßnahmen aufgerufen. "Ich will niemandem Angst einjagen, aber verstehen Sie die Fakten: Wir werden zwischen jetzt und Januar wahrscheinlich weitere 250.000 Menschen verlieren", sagte Biden. Die Menschen passten nicht auf, erklärte Biden weiter. Die Ausbreitung des Virus müsse eingedämmt werden. Biden machte keine Angaben dazu, worauf er seine Schätzung begründet.

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität starben in den USA bislang über 273.000 Menschen an oder mit dem Coronavirus.

07:02 Uhr | Lehrer und Erzieherinnen sollen sich selbst testen

Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher sollen sich in Zukunft nach einer Schulung selbst auf das Coronavirus testen dürfen. Kitas und Schulen könnten von morgen an eigenständig Schnelltests beziehen und nutzen, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Lehrerinnen und Lehrer werden sich regelmäßig selbst testen dürfen", sagte der CDU-Poltiker.

Die Antigen-Schnelltests könnten dabei helfen, die erwachsenen Pädagoginnen und Pädagogen zu schützen und damit auch Kinder vor einer Infektion zu bewahren. Bislang dürfen Antigen-Schnelltests nur von medizinisch geschultem Personal durchgeführt werden.

06:53 Uhr | Bayern für dauerhafte Steuersenkung in der Gastronomie

Bayern setzt sich im Bundesrat für eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer für Restaurants und Kneipen ein. Am Donnerstag will der Freistaat einen entsprechenden Antrag in den Finanzausschuss des Bundesrates einbringen. "Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz soll dabei nicht nur für Speisen, sondern auch für Getränke gelten, damit Festwirte in gleicher Weise von der Steuersenkung profitieren können", sagte Bayerns Finanzminister Albert Füracker in München.

Der Mehrwertsteuersatz für Speisen in Restaurants und Gaststätten wurde im Sommer gesenkt. Die Regelung ist Teil des zeitlich begrenzten Corona-Hilfspakets.

06:42 Uhr | Impfstoffe bislang ohne alarmierenden Nebenwirkungen

In groß angelegten Studien der Coronavirus-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sind bei den Probanden in den ersten zwei Monaten nach der Verabreichung der Wirkstoffe keine ernsthaften Nebenwirkungen aufgetreten. Das versichern die beiden Hersteller. Demnach gab keine lebensbedrohlichen Folgen, die eine Klinikbehandlung notwendig gemacht hätten oder andere dauerhafte Beeinträchtigungen, etwa neurologische Probleme.

Ein geringer Anteil der Probanden litt nach Angaben der Unternehmen unter Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Kopf- und Gelenkschmerzen und einer geröteten und schmerzenden Einstichstelle, besonders nach der zweiten Dosis.

Normalerweise schreibt etwa die US-Zulassungsbehörde FDA vor, dass die Auswirkungen eines Impfstoffs sechs Monate beobachtet werden müssen. Ein Beobachtungszeitraum von zwei Monaten decke aber tatsächlich die "überwältigende Mehrheit" unerwünschter Nebenwirkungen ab, sagt der Leiter des Instituts für Globale Gesundheit der US-Elite-Universität Yale,
Saad Omer.

06:35 Uhr | Prämie für Mitarbeiter im Bundestag

Tausende Mitarbeiter von Bundestagsabgeordneten sollen einen Corona-Bonus von bis zu 600 Euro bekommen. Wie die "Augsburger Allgemeine" berichtet, hat das der Ältestenrat des Bundestags beschlossen. Der steuerfreie Bonus solle noch im Dezember ausgezahlt werden und zusätzliche Belastungen durch die Pandemie mildern. Laut dem Bericht hat Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble die rund 4.500 Mitarbeiter der Abgeordneten bereits in einem Schreiben informiert.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 3. Dezember 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt unterhalb.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Dezember 2020 | 06:00 Uhr