Coronavirus-Ticker 25. Juni: Fast alle weiteren Tests in Gütersloh negativ

Bei Massentests in der Region Gütersloh sind kaum weitere Coronavirus-Ansteckungen festgestellt worden. Jedoch gibt es im Tönnies-Werk Weißenfels einen Fall. In Salzwedel ist eine Hortnerin infiziert, die Schule wurde geschlossen. Die EU-Arzneibehörde hat einer Zulassung des Medikaments Remdesivir zur Covid-19-Therapie zugestimmt. Indes sorgt die Anhebung der Mathe-Abinoten in Sachsen für Kritik. Die Entwicklungen im Ticker:

Corona-Massentest Tönnies Weißenfels
Corona-Massentest beim Großschlachter Tönnies, hier im Werk Weißenfels. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Unser Ticker vom Donnerstag endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse! Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie in unserem Ticker am Freitag.

00:35 Uhr | Kinder weniger von Corona betroffen

Kinder sind einer ersten europaweiten Untersuchung zufolge in geringerem Ausmaß von dem neuartigen Coronavirus betroffen. Eine in der Fachzeitschrift "The Lancet Child & Adolescent Health" veröffentlichte Studie bestätige, dass die durch das Coronavirus verursachte Lungenkrankheit vorwiegend leichte Erkrankungen bei Kindern verursacht und Todesfälle sehr selten sind.

Die Studie ist laut Autoren die bisher umfassendste Untersuchung dieser Art, an der 582 Kindern und Jugendliche mit Covid-19 teilnahmen. Zwar hätten fast zwei Drittel von ihnen ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen, jedoch sei weniger als jeder zehnte Patient auf der Intensivstation behandelt worden. "Es war beruhigend zu sehen, dass die Sterblichkeitsrate in unserer Studiengruppe sehr niedrig war und wahrscheinlich noch wesentlich niedriger ist, da viele Kinder mit leichten Erkrankungen nicht zur medizinischen Behandlung gebracht und daher nicht in diese Untersuchung aufgenommen wurden", erklärte Marc Tebruegge vom Londoner UCL Institut für Kindergesundheit.

21:35 Uhr | Texas setzt neue Lockerungen aus

Angesichts hoher Infektionszahlen verzichtet der US-Bundesstaat Texas vorerst auf weitere Lockerungen beim Infektionsschutz. Der republikanische Gouverneur Greg Abbott rief die Bevölkerung auf, Schutzmasken zu tragen, Abstand zu halten und die Hygieneregeln einzuhalten. Texas und weitere Bundesstaaten erleben derzeit die höchste Zahl an Neuansteckungen seit Beginn der Krise. Texas war auch Anfang Juni trotz Warnung von Experten bei der Lockerung der Corona-Beschränkungen vorgeprescht. Die USA sind mit landesweit etwa 2,4 Millionen bestätigten Infektionen und mehr als 122.000 Toten weltweit am stärksten von der Pandemie betroffen.

20:55 Uhr | Täglich 10.000 Tests in Gütersloh

Mit einer massiven Testausweitung wollen die Behörden im Kreis Gütersloh herausfinden, ob Corona-Infektionen von Tönnies-Mitarbeitern auf andere Bürger übergesprungen sind. Geplant sind 10.000 Tests täglich in fünf neuen Testzentren. Darunter ist auch eine Drive-In-Station, wo die Bürger beim Rachenabstrich im Auto sitzen bleiben können. Bereits am Mittwoch hatten sich an Teststationen lange Schlangen gebildet. Viele Bürger wollen sich zum Ferienstart eine Nichtansteckung bescheinigen lassen. Morgen ist in NRW der letzte Schultag. Eine Auswertung erster Tests zeigte eine sehr geringe Infektionsrate außerhalb der Tönnies-Betriebe.

20:30 Uhr | Massiver Betrugsverdacht bei Corona-Hilfen in Berlin

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt in mindestens 660 Verfahren wegen Betrugsverdachts bei Corona-Soforthilfen. Nach einem Bericht des ARD-Magazins "Kontraste" prüft die Polizei knapp weitere 880 Fälle. Der Berliner Investitionsbank zufolge wurden in der Hauptstadt knapp 1,2 Milliarden Euro ausgezahlt, bei mehr als 200.000 Anträgen. Dabei flossen Hilfsgelder im Unterschied zu anderen Bundesländern weitgehend ohne Prüfung. Das Programm wurde Ende Mai geschlossen.

20:10 Uhr | WHO lobt EU

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat die Rolle der EU im weltweiten Kampf gegen die Corona-Pandemie gelobt. Tedros sagte vor dem Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments, die WHO zähle weiter auf Europa als wichtigen Partner. Kritik einiger Abgeordneter an der Haltung der WHO zu China wies er zurück. EU-Abgeordnete betonten mehrheitlich die Bedeutung der WHO im Kampf gegen das neuartige Coronavirus.

19:50 Uhr | Briten stürmen die Strände

Die britische Polizei ist im südenglischen Badeort Bournemouth wegen überfüllter Strände eingeschritten. Die Regionalregierung zeigte sich "schockiert" über das "unverantwortliche Verhalten so vieler Menschen".  Um zusätzliche Kräfte anfordern zu können, wurde eine Art Notstand ausgerufen. In Großbritannien war am Mittwoch der heißeste Tag des Jahres, das sorgte für einen massiven Ansturm der Menschen ans Meer. Die Regierung in London hatte erst am Mittwoch die Corona-Einschränkungen gelockert. Jedoch sind die Menschen weiterhin zum Abstandhalten aufgerufen. Restaurants, Bars und Hotels dürfen ab 4. Juli öffnen.

19:05 Uhr | Urlauber aus NRW: Ruf nach einheitlicher Regelung

Vertreter mehrerer Bundesländer haben sich für eine einheitliche Regelung im Umgang mit Touristen aus Corona-Risikoregionen ausgesprochen. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping zufolge beraten die Länder gerade über "mehrere Varianten". Köpping sagte dazu: "Jeder soll nach Sachsen kommen können, wenn er einen negativen Test vorweist." Dieser sollte nicht älter als 48 Stunden sein und von den Beherbergungsbetrieben kontrolliert werden. Ohne Tests favorisiert Köpping ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Regionen mit mehr als 50 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.   

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans sprach sich für ein bundesweites Verbot von Reisen für Menschen aus Landkreisen mit hohen Infektionszahlen aus: "Damit lokal begrenzte Lockdowns funktionieren, sollten Reisen aus Landkreisen mit hohem Infektionsgeschehen nicht möglich sein." Mehrere Bundesländer sind mit eigenen Einschränkungen und Beherbergungsverboten vorgeprescht.

18:40 Uhr | Länder wollen längeres Kurzarbeitergeld

Die Wirtschaftsminister der Länder haben sich wegen der Corona-Krise für eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes auf 24 Monate ausgesprochen. Sie forderten Bundesminister Peter Altmaier auf, sich in der Bundesregierung für eine längere Bezugsdauer einzusetzen. Grundsätzlich ist das staatliche Kurzarbeitergeld auf maximal ein Jahr befristet, kann aber bereits jetzt in bestimmten Fällen auf bis zu 21 Monate ausgedehnt werden.

18:15 Uhr | Lufthansa fliegt mit Staatshilfe weiter

Die Lufthansa-Aktionäre haben für einen Einstieg des Bundes beim Konzern gestimmt. Das teilte der Aufsichtsrat des MDax-Unternehmens mit. Der Staat wird demnach mit rund 300 Millionen Euro Anteilseigner der Fluggesellschaft. Damit verbunden ist ein neun Milliarden Euro schweres Rettungspaket. Zuvor hatte die EU-Kommission dem Rettungsplan unter Auflagen zugestimmt.

17:50 Uhr | Kekulés Corona-Kompass

Der Virologe Alexander Kekulé plädiert für bundesweit einheitliche Regelungen im Umgang mit Corona-Hotspots. Außerdem geht es um eine neue Studie zu "Ischgl" und um ein Antidepressivum, das gegen Coronaviren wirken soll. Professor Kekulé beantwortet wieder Fragen von Bürgern und informiert über die Entwicklungen rund um die Pandemie.

17:20 Uhr | Kaum neue Infektionen in Gütersloh

Nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies in der Region Gütersloh sind bisher fast alle weiteren Tests negativ ausgefallen. Wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann mitteilte, wurde unter 2.000 Getesteten nur ein Infizierter gefunden. Allerdings sei der Massentest noch nicht abgeschlossen. Erst am Wochenende werde man beurteilen können, ob die Corona-Infektionen bei Tönnies auf andere Bereiche der Gesellschaft übergesprungen seien. Am Abend wurde die Zahl der Neuinfektionen auf drei korrigiert. Nach dem Ausbruch im Schlachthof Rheda-Wiedenbrück mit mehr als 1.400 infizierten Beschäftigten gelten in den Kreisen Gütersloh und Warendorf wieder strenge Schutzmaßnahmen. Mehrere Bundesländer haben ein Beherbergungs-Verbot für Touristen aus Risiko-Gebieten erlassen.

17:10 Uhr | Schule in Salzwedel geschlossen

In Salzwedel in Sachsen-Anhalt ist die Grundschule "Perver" mitsamt Hort geschlossen worden. Grund ist der positive Test einer Hortnerin. Wie der Landkreis dem MDR bestätigte, wurden alle 180 Kinder, sämtliche Lehrer, Horterzieher und das technische Personal in Quarantäne geschickt. Auch engste Familienangehörige seien betroffen. In den nächsten Tagen sollen alle möglichen Kontaktpersonen auf das Coronavirus getestet werden.

16:55 Uhr | Dutzende Infektionen bei Dönerfleischerei

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeiter einer Dönerfleisch-Firma in Moers bei Duisburg hat sich auf 79 erhöht. Wie der Kreis Wesel mitteilte, sind bei Tests weitere 62 Infektionen festgestellt worden. Insgesamt wurden am Mittwoch nach Bekanntwerden der ersten 17 Fälle von rund 200 Mitarbeitenden Abstriche genommen. Davon stehen den Angaben zufolge noch 120 Ergebnisse aus.

16:30 Uhr | SPD weiterhin gegen Immunitätsausweis

Die SPD lehnt einen Corona-Immunitätsausweis weiter ab. Das stellte Fraktionsvize Bärbel Bas klar. Zuvor hatten mehrere Nachrichtenagenturen einen Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zitiert, wonach die Sozialdemokraten von ihrem Nein abrücken könnten. Bas teilte auf Twitter mit, ihre Aussage sei verfälscht worden. Eine Immunität sei nach wie vor nicht nachweisbar, sie könne und dürfe daher auch nicht dokumentiert werden. Gesundheitsminister Jens Spahn plant für Menschen nach überstandener Infektion einen Immunitätspass. Er rief dazu den Ethikrat an.

16:05 Uhr | Arbeitslosenquote in USA bei 13,4 Prozent

In den USA haben wegen der Coronavirus-Krise binnen einer Woche weitere rund 1,5 Millionen Menschen ihren Job verloren. Laut Arbeitsministerium waren das zwar 60.000 weniger Neuanmeldungen als in der Vorwoche, aber mehr als von Experten erwartet. Seit Beginn der Pandemie haben landesweit damit insgesamt mehr als 47 Millionen Menschen ihren Job verloren. Inzwischen stellen einige Branchen wieder Beschäftigte ein. Die Arbeitslosenquote sank leicht auf 13,4 Prozent.

15:20 Uhr | Tönnies-Mitarbeiter in Weißenfels infiziert

Tönnies-Produktionsstätten-Karte
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Unter den am Mittwoch ermittelten Neuinfektionen im Burgenlandkreis befindet sich ein Mitarbeiter des Großschlachters Tönnies. Nach Unternehmensangaben erfolgte der Test vor Arbeitsantritt. Die infizierte Person habe die Arbeit noch nicht aufgenommen gehabt. Sie und ihre Kontaktpersonen wurden demnach in Quarantäne versetzt. Nach dem Coronavirus-Ausbruch in Tönnies-Werken in NRW werden auch Mitarbeiter an anderen Standorten verstärkt getestet darunter in Sachsen-Anhalt.

15:05 Uhr | Grünes Licht für Remdesivir

Die Europäische Arzneimittel-Agentur empfiehlt das Medikament Remdesivir zur Corona-Therapie. Die Behörde erklärte in Den Haag, das gelte für erwachsene Covid-19-Patienten und Jugendliche ab zwölf Jahren mit Lungenentzündung. Das Medikament soll in Europa den Namen Veklury erhalten. Die EU-Kommission muss dem noch zustimmen, was als Formsache gilt. Studien hatten gezeigt, dass das Ebola-Medikament auch gegen das Virus Sars-CoV-2 hilft. In den USA und Japan darf Remdesivir bereits eingesetzt werden.

14:45 Uhr | Corona-Verdacht im Mainzer Landtag

Der Landtag in Rheinland-Pfalz hat seine für heute geplante Plenarsitzung kurzfristig wegen eines Corona-Verdachts abgesagt. Wie die SPD-Fraktion mitteilte, hatte eine Abgeordnete Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall. Die Parlamentarierin wurde demnach am Donnerstag auf das Coronavirus getestet, ein Ergebnis steht noch aus. Laut SPD-Fraktion hatte die Abgeordnete Astrid Schmitt bereits am Mittwoch in Mainz an einer Landtagssitzung teilgenommen. Am Donnerstagmorgen war bekannt geworden, dass eine ihrer Kontaktpersonen infiziert ist. Laut Fraktion begab sich Schmitt sofort in häusliche Quarantäne und informierte das Landtagspräsidium.

14:02 Uhr | Deutschland erhöht Zahlungen an WHO

In der Corona-Krise erhöht Deutschland seine Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation. Wie Gesundheitsminister Jens Spahn bei einem Besuch in Genf mitteilte, wird der diesjährige Beitrag auf die Rekordsumme von über 500 Millionen Euro aufgestockt. Die WHO braucht Geld, weil die USA die Zusammenarbeit eingestellt haben.

13:25 Uhr | Massentest an Tönnies-Standort Weißenfels gefordert

Angesichts des Corona-Ausbruchs am Stammsitz des Fleischproduzenten Tönnies ist die Sorge vor einer Ausbreitung auch an anderen Standorten groß. Mehrere Politiker fordern daher Massentests am Tönnies-Standort Weißenfels. Mit 2.200 Beschäftigten ist dies das zweitgrößte Werk des Unternehmens.

Götz Ulrich, Landrat im Burgenlandkreis, spricht sich für regelmäßige Stichproben aus. Bei einem vorsorglichen Massentest Mitte Mai hatte an dem Standort nur die Hälfte der Beschäftigten an den freiwilligen Tests teilgenommen. Viele Beschäftigte sollen von der Möglichkeit der kostenlosen Tests nichts gewusst haben.

13:03 Uhr | Frauen häufiger ins Homeoffice gewechselt

Im Zuge der Corona-Krise sind Frauen häufiger ins Homeoffice gewechselt als Männer. Das ergab eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Demnach arbeiteten insgesamt rund 20 Prozent derjenigen, die zuvor ausschließlich im Betrieb tätig gewesen waren, nun von zu Hause aus. Bei den Frauen lag der Anteil bei 28 Prozent, bei den Männern waren es 17 Prozent.

47 Prozent der Menschen im Homeoffice gaben an, so bald wie möglich an ihren Arbeitsplatz zurückkehren zu wollen. Bei Männern war dieser Wunsch deutlich häufiger als bei Frauen. Insgesamt 15 Prozent wollen dagegen dauerhaft von zu Hause aus arbeiten können.

12:24 Uhr | Weil verteidigt Einreisebeschränkungen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat die Beschränkungen seines Landes für Einreisende aus zwei nordrhein-westfälischen Landkreisen gegen Kritik verteidigt.

Auch andere Bundesländer wollen Reisende aus dem Corona-Risikogebiet nicht mehr bei sich übernachten lassen. So plant unter anderem Baden-Württemberg ein entsprechendes Beherbergungsverbot, auch Sachsen-Anhalt erwägt diesen Schritt.

12:10 Uhr | Rentenerhöhung 2021 voraussichtlich nur im Osten

Wegen der Corona-Krise wird die Rentenerhöhung im Osten im kommenden Jahr voraussichtlich deutlich geringer ausfallen als in den vergangenen Jahren. Die Deutsche Rentenversicherung rechnet mit einem Anstieg von 0,7 Prozent. Zum Vergleich: In diesem Jahr werden es im Osten 4,2 Prozent sein.

Vorstandsvorsitzender Alexander Gunkel geht zudem davon aus, dass die Erhöhung im Westen ganz ausfällt. Außerdem müssten die Beschäftigten auch mit höheren Beiträgen rechnen. Grundlage für die Rentenanpassung ist die Lohnentwicklung. Derzeit wird wegen der Corona-Krise von sinkenden Durchschnittslöhnen und weniger Beitragszahlern ausgegangen. - Eine Nullrunde bei den Renten hatte es zuletzt 2010 gegeben - im Jahr nach der Finanzkrise.

11:32 Uhr | Ischgl mit bisher höchster Antikörper-Quote

Im österreichischen Ischgl ist die bisher höchste Quote weltweit an Menschen mit Corona-Antikörpern gemessen worden. Nach einer Studie der Medizinischen Universität Innsbruck haben dort 42,4 Prozent der Getesteten Antikörper auf das Coronavirus entwickelt. Lediglich bei 15 Prozent davon sei vor dem Anti-Körpertest bereits eine Corona-Diagnose gestellt worden. Laut zuständiger Institutsdirektorin Dorothee von Laer haben demnach 85 Prozent die Infektion unbemerkt durchgemacht. Eine Herdenimmunität hat damit aber auch Ischgl noch nicht erreicht - dazu müssten mindestens zwei Drittel der Bevölkerung das Virus überstanden haben.

An der Studie nahmen rund 80 Prozent der Bevölkerung von Ischgl teil. Die Gemeinde mit ihren Après-Skibars gilt als Ausgangspunkt für die Ausbreitung des Coronavirus in Österreich und Teilen Europas.

11:09 Uhr | Thüringer AfD scheitert mit Eilantrag gegen Corona-Beschränkungen

Der Thüringer Verfassungsgerichtshof hat den Eilantrag der AfD-Fraktion gegen die Corona-Maßnahmen abgewiesen. Wie das Gericht in Weimar mitteilte, bleibt die Infektionsschutz-Verordnung des Freistaates bis zu einem späteren Hauptsacheverfahren in Kraft. Die Richter erklärten, zum Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit sei der Staat verfassungsrechtlich verpflichtet, zu handeln. Die von der AfD gerügten Verletzungen der Grundrechte seien mit Blick auf einen effektiven Infektionsschutz von eher geringem Gewicht und deshalb vorübergehend hinzunehmen.

10:35 Uhr | Eiffelturm wieder geöffnet

Der Pariser Eiffelturm.
Bildrechte: colourbox

Der Pariser Eiffelturm ist nach drei Monaten coronabedingter Schließung wieder für Besucher zugänglich. Der Aufstieg ist jedoch nur per Treppe und nur bis zur zweiten Etage des 324 Meter hohen Turms erlaubt. Für Besucher gilt Maskenpflicht und Tickets müssen vorab im Internet reserviert werden. Zudem erfolgen Auf- und Abstieg über verschiedene Treppen, um die Abstandsregeln sicherzustellen.

Nie zuvor in der Nachkriegszeit war das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt so lange geschlossen. Andere Touristenattraktionen des Landes wie Schloss Versailles und einige Schlösser an der Loire hatten bereits zuvor wieder geöffnet. Das Louvre-Museum soll am 6. Juli folgen.

09:47 Uhr | EU-Kommission genehmigt Rettungspaket für Lufthansa

Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission haben das Lufthansa-Rettungspaket der Bundesregierung genehmigt. Als Bedingung dafür nannte die Brüsseler Behörde aber, dass die Fluggesellschaft Verpflichtungen einhält, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

Das Rettungspaket umfasst insgesamt neun Milliarden Euro. Im einzelnen vorgesehen sind 5,7 Milliarden Euro Stille Einlagen des Staates, ein Aktienpaket für rund 300 Millionen Euro sowie bis zu drei Milliarden Euro Kredit von der staatlichen Förderbank KfW.

09:38 Uhr | Kanzleramtschef: Lokale Ausbrüche schnell beantworten

Ein Polizei steht vor einem Zaun
Ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen sollen regional wieder Einschränkungen verschärft werden. Für den Kreis Gütersloh beziffert das Robert Koch-Institut die Quote am Donnerstag auf 192,8. Am Dienstag lag der Wert sogar bei 270,2. Bildrechte: imago images/Noah Wedel

Nach den jüngsten Corona-Ausbrüchen hat Kanzleramtschef Helge Braun dazu aufgerufen, vorsichtig zu bleiben. Der CDU-Politiker sagte am Abend im ZDF, wo man dem Virus eine Chance gebe, schlage es auch wieder zu. Das hätten Fälle wie im Kreis Gütersloh gezeigt.

Es gebe aber nur dann eine Chance auf eine gute wirtschaftliche Erholung und auf eine soziale Entspannung, wenn die Infektionszahlen sehr niedrig seien. Deshalb müsse man jeden lokalen Ausbruch sehr genau und sehr schnell beantworten. Bis es einen effektiven Impfstoff oder ein Heilmittel gebe, bleibe das Virus gefährlich.

09:14 Uhr | Philologenverband fürchtet um Ruf von Sachsen-Abi

Sachsens Philologenverband hat mit Unverständnis auf die Entscheidung des Kultusministeriums reagiert, die Mathe-Abinoten anzuheben. Vorsitzender Thomas Langer sagte, er gönne Schülern bessere Noten, aber fürchte um den guten Ruf des sächsischen Abiturs. Der schlechtere Mathe-Durchschnitt in diesem Jahr habe nichts mit Corona zu tun. Die Schüler hätten im März ausreichend Zeit gehabt, sich auf die Prüfung vorzubereiten. Langer machte mangelnde Absprachen zwischen Kultusministerium und Schulen über geänderte Aufgabenformate verantwortlich. Außerdem stelle sich die Frage nach der Rechtssicherheit und was mit Schülern geschehe, die in anderen Fächer schlecht abgeschnitten hätten.

08:49 Uhr | Kauflaune kehrt allmählich zurück

Die Kauflaune der Verbraucher nimmt langsam wieder zu. Wie das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK mitteilte, legten sowohl Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungs-Neigung spürbar zu. Die Verbraucher erwachten zunehmend aus der Schockstarre. GfK-Konsum-Experte Rolf Bürkl sagte, man sei aber noch nicht über den Berg. Der aktuelle Wert für die Konsumfreude sei der drittniedrigste, der jemals gemessen worden sei.

Hintergrund der Aufhellungen sind laut Bürkl die Konjunkturhilfen, so die angekündigte Mehrwertsteuersenkung. Wenn Händler diese an die Verbraucher weitergäben, sei damit zu rechnen, dass Anschaffungen vorgezogen würden.

08:12 Uhr | USA verzeichnen Höchstwerte an Neuinfektionen

In den USA ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen binnen 24 Stunden um 35.900 Fälle gestiegen. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität sind das fast so viele wie zum bisherigen Höhepunkt der Krise im April.

Besonders deutlich ist der Anstieg im Süden des Landes. Texas und Florida verzeichnen die höchsten Infektionsraten seit Beginn der Krise. Fachleute führen das vor allem auf eine voreilige Lockerung der Beschränkungen zurück. Die Bundestaaten New York, New Jersey und Connecticut ordneten nun an, dass Reisende aus mehreren Staaten des Südens 14 Tage in Quarantäne müssen.

07:53 Uhr | Lauterbach: Wahrscheinlichkeit für zweite Welle steigt

Aus Sicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach wird die Wahrscheinlichkeit für eine zweite Welle an Coronavirus-Infektionen immer höher. Die Leute verhielten sich derzeit zunehmend unvorsichtig, sagte Lauterbach der Rhein-Neckar-Zeitung. Im Herbst wäre dann eine zweite Welle tatsächlich zu erwarten.

Karl Lauterbach (SPD) spricht im Deutschen Bundestag, während der Debatte um das Pflegepersonalstärkungsgesetz.
Karl Lauterbach Bildrechte: dpa

Eine Wiederholung der bundesweiten massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens hält er dagegen für ausgeschlossen. Beschränkungen werde es dann aber geben. Einen Regelbetrieb an Schulen etwa halte er auch nach den Sommerferien für unmöglich.

07:34 Uhr | Corona-Tests binnen 48 Stunden unrealistisch

In Mitteldeutschland ist es momentan schwierig, sich vor einem Urlaub freiwillig auf das Coronavirus testen zu lassen. Der Magdeburger Amtsarzt Eike Henning sagte MDR AKTUELL, kurzfristig einen Test zu bekommen, sei allenfalls theoretisch machbar. Ein Test in der Fieberambulanz sei nur möglich, wenn man Symptome habe. Urlauber müssten also mit ihrem Hausarzt eine Vereinbarung treffen und den Test dann selbst bezahlen. Auch der Landrat von Hildburghausen, Thomas Müller, hält einen Corona-Test 48 Stunden vor einem Urlaub für kaum durchführbar.

Mecklenburg-Vorpommern hatte am Montag mehrere Reisende aus dem Landkreis Gütersloh nach Hause geschickt, da sie keinen Nachweis erbringen konnten, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind.

06:47 Uhr | Einbußen auch für Hersteller von Toilettenpapier

Die Hersteller von Toilettenpapier sind von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise nicht verschont geblieben. Der Verband Deutscher Papierfabriken stellte klar, vom erhöhten Verbrauch in Privathaushalten habe man nicht generell profitiert. Ein Sprecher sagte MDR AKTUELL, der gewerbliche Absatz sei dagegen eingebrochen. Als Beispiel nannte er Hotels, Gaststätten und Flughäfen. Der Hersteller Ille musste Kurzarbeit beantragen. Eine konstant hohe Nachfrage gebe es aber bei sogenannten Hygienepapieren.

06:28 Uhr | Haseloff kündigt Einschränkungen für Urlauber an

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat Einschränkungen für Urlauber aus Risikogebieten angekündigt. Der CDU-Politiker sagte MDR AKTUELL, man erwäge ein Beherbergungsverbot. Das Kabinett werde nächsten Dienstag darüber entscheiden. Haseloff betonte zugleich, er wünsche sich eine einvernehmliche Regelung mit anderen Ländern, damit kein Flickenteppich entstehe.

Auch die sächsische Sozialministerin Petra Köpping bedauerte, dass es bislang keine einheitliche Lösung gibt. Sachsen will heute über den Umgang mit Menschen aus Risikogebieten entscheiden. Ein generelles Berherbergungsverbot lehnte Köpping ab. Sie sprach sich für Tests aus. Menschen dürften nach Sachsen kommen, wenn sie einen negativen Test vorlegten. Zuvor hatte bereits Thüringen erklärt, nicht auf Quarantäneregeln oder ein Beherbergungsverbot zu setzen.

04:30 Uhr | SPD will Corona-Immunitätsausweis womöglich doch zustimmen

In der SPD gibt es nun doch Zustimmung für einen Corona-Immunitätsausweis unter bestimmten Umständen. Nach einem Vorschlag von Gesundheitsminister Spahn sollen sich damit künftig Menschen ausweisen können, die Covid-19 überstanden haben. Die stellvertretende SPD-Fraktionschefin und Gesundheitspolitikerin Bas sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", zurzeit sei eine Immunität noch nicht nachweisbar. Aber wenn eine wissenschaftlich gesicherte Aussage möglich sei, hätten getestete Menschen einen Anspruch. Entscheidend sei, dass der Ausweis nicht zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft führe.

02:30 Uhr | Unterkunft für Werkvertragsarbeiter unter Quarantäne gestellt

In Niedersachsen ist ein ehemaliges Kasernengelände, auf dem Werkvertragsarbeiter wohnen, vorsorglich unter Quarantäne gestellt worden. Eine Sprecherin des Landkreises Diepholz sagte, in den Gebäuden in Wagenfeld seien 200 Menschen untergebracht. Sie arbeiteten in einem vom Coronavirus-Ausbruch betroffenen Schlachtbetrieb in Wildeshausen. Es gebe aber noch keine Testergebnisse für diese Arbeiter. In dem Putenschlachthof von Wiesenhof wurden nach Unternehmensangaben bis Mittwoch 35 Arbeiter positiv auf das neuartige Coronavirus getestet.

01:15 Uhr | Kulturrat: Einkommen für Kulturschaffende zu niedrig

Die Arbeitsbedingungen für Künstler und Kreative sind nach einer Studie des Deutschen Kulturrats immer noch prekär. Geschäftsführer Zimmermann erklärte, das sei in der Corona-Zeit sichtbar geworden. Die ökonomischen Grundlagen von Künstlern und kleinen Kulturunternehmen seien innerhalb kürzester Zeit zusammengestürzt. Die Einkommen seien im Durchschnitt deutlich zu niedrig, besonders Frauen würden strukturell benachteiligt. Die in der Künstlersozialkasse Versicherten verdienten am meisten in Hamburg, am wenigsten in Thüringen.

00:50 Uhr | Lufthansa einigt sich mit Gewerkschaft Ufo auf Sparpaket

Die Lufthansa hat sich mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo auf Sparmaßnahmen in der Corona-Krise geeinigt. Das erklärten beide Seiten in der Nacht. Es gehe um Einsparungen von mehr als einer halben Milliarde Euro bis 2023. Die Lufthansa teilte mit, die Mitarbeiter bekämen weniger Flugstunden bei entsprechend weniger Lohn. Außerdem gebe es vorerst keine Tariferhöhung. Auch die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge würden reduziert. Laut der Gewerkschaft gibt es dafür einen vierjährigen Kündigungsschutz. Die Ufo-Mitglieder müssen den Vereinbarungen noch zustimmen. Betroffen sind 22.000 Kabinenmitarbeiter.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Juni 2020 | 05:00 Uhr