Coronavirus-Pandemie Ticker: Mehr als 30.000 Neuinfektionen in Frankreich

Während in Deutschland über Beherbergungsverbote gestritten wird, droht die Pandemie in anderen EU-Ländern aus dem Ruder zu laufen. Frankreich und Briten melden Zehntausende Neuansteckungen. RKI-Präsident Wieler hält es für vorstellbar, Risikogebiete in Deutschland notfalls abzuriegeln. In mehreren Bundesländern wird das umstrittene Beherbergungsverbot außer Kraft gesetzt. Deutschlandweit gab es seit gestern mehr als 6.000 neue Coronafälle. Die aktuellen Entwicklungen in unserem Ticker.

Unser Ticker am Donnerstag, den 15. Oktober 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zur Pandemie und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:25 Uhr | Jodelwettbewerb sorgt für Ausbruch in der Schweiz

In der Schweiz hat offenbar ein Jodel-Konzert zu einem massiven Anstieg von Corona-Neuinfektionen geführt. An der Traditionsveranstaltung Ende September im Kanton Schwyz nahmen laut Behörden rund 600 Menschen teil. Diese waren aufgerufen, Abstand zu halten, doch Schutzmasken waren nicht vorgeschrieben. Der Kanton gehört mit mehr als 1.230 Coronavirus-Fällen mittlerweile zu einem der Hotspots in Europa.

21:45 Uhr | Weitere Infektionen im Vatikan

Ein Mitglied der Schweizergarde des Vatikans trägt eine Schutzmaske im Hof von San Damaso vor der Generalaudienz von Papst Franziskus.
Die Schweizergarde soll den Papst schützen, könnte ihm aber durch Corona-Fälle gefährlich werden. Bildrechte: dpa

Im Vatikan sind sieben weitere Mitglieder der päpstlichen Schweizergarde positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit stieg die Zahl der nachweislich infizierten Gardisten auf elf, alle wurden isoliert. Die bunt uniformierten Wachen schützen Papst Franziskus und seine Residenz. Ein größerer Corona-Ausbruch unter den 135 Gardisten könnte für Franziskus gefährlich werden, der mit seinen 83 Jahren und wegen eines früheren Lungenleidens zur Risikogruppe gehört.

20:15 Uhr | 30.000 Neuinfektionen in Frankreich

In Frankreich haben die Gesundheitsbehörden 30.621Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Seit Beginn der Pandemie sind damit landesweit insgesamt knapp 810.000 Ansteckungen erfasst. Die Zahl der Todesfälle stieg um 88 auf 33.125. Die französische Regierung kündigte nächtliche Ausgangssperren an. In Großbritannien meldeten die Gesundheitsbehörden binnen 24 Stunden 18.980 neue Infektionen sowie 138 weitere Todesfälle von Infizierten. Die Gesamtzahlen stiegen laut Zählung der Johns Hopkins Universität auf etwa 676.000 erfasste Infektionen sowie knapp 43.400 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

19:50 Uhr | Corona-Ampelkarte der EU online

Bürger können sich ab sofort auf einer Ampel-Karte im Internet über die Corona-Lage in Europa informieren. Die EU-Gesundheitsagentur ECDC veröffentlichte erstmals eine Europa-Karte, auf denen Regionen je nach Infektionslage grün, orange oder rot markiert sind. Hauptkriterium ist die Zahl neu gemeldeter Infektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. Dazu kommen die Quote positiver Tests sowie die Anzahl durchgeführter Tests pro 100.000 Einwohner. Deutschland ist auf mehreren Karten wegen fehlender Daten bislang noch grau. Gemeinsame Reiseregelungen in Europa oder verbindliche Quarantäne- und Testpflichten gibt es nicht. 

Europa Ampelkarte
Bildrechte: ecdc.europa.eu

19:35 Uhr | Motorrad-Star Rossi infiziert

Valentino Rossi bei der Qualifying Pressekonferenz.
Valentino Rossi 2018 auf dem Sachsenring. Bildrechte: imago/Eibner

Der neunmalige Motorrad-Weltmeister Valentino Rossi ist positiv auf Covid-19 getestet worden. Das gab der 41-jährige Italiener selbst bekannt.

MotoGP-Pilot Rossi fällt mindestens für den Großen Preis von Aragon am Wochenende im spanischen Alcaniz aus.

19:05 Uhr | Kuba lässt wieder Touristen ins Land

Der Großteil Kubas ist nach fast sieben Monaten wieder für ausländische Besucher offen. Internationale Flüge sind seit Donnerstag an den Flughäfen des Karibikstaats wieder zugelassen, mit Ausnahme der Hauptstadt Havanna. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden Besucher bei der Ankunft auf das Coronavirus getestet. In jedem Hotel stehe ein Ärzteteam bereit, alles werde bargeldlos bezahlt. Der deutsche Ferienflieger Condor will ab 31. Oktober je drei Flüge pro Woche aus Frankfurt und Düsseldorf zum Touristenziel Varadero anbieten. Kuba hatte im März wegen der Pandemie seine Grenzen geschlossen. Nach Daten der Johns Hopkins Universität sind landesweit nur etwa 6.000 Infektionen bestätigt sowie 123 Todesfälle.

18:55 Uhr | Israel lockert Lockdown

Angesichts sinkender Infektionszahlen will Israel die seit fast einem Monat geltenden strengen Beschränkungen wieder lockern. Das sogenannte Corona-Kabinett beschloss eine Reihe von Erleichterungen, die ab Sonntag gelten sollen. Bedingung sei, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen unter 2.000 bleibt. Seit dem 18. September galt ein zweiter landesweiter Lockdown.

18:37 Uhr | Auch Saarland kippt Beherbergungsverbot

Auch das Saarland streicht das Beherbergungsverbot. Damit entfällt ab Freitag für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten die Pflicht, bei der Übernachtung im Saarland einen negativen Corona-Test vorzulegen. Zuvor hatte bereits Sachsen auf die umstrittene Regelung verzichtet, in mehreren Bundesländern kippten Gerichte die Länderverordnungen. Bayern hingegen hält noch daran fest.

18:15 Uhr | Trump: Lage ist gut

US-Präsident Donald Trump lehnt neue Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Pandemie ab. "Wir werden keine neuen Lockdowns mehr machen", sagte Trump dem TV-Sender Fox Business. Die Lage in den USA sei gut. Indes stieg die Zahl der Neuinfektionen landesweit auf fast 60.000 an einem Tag und damit auf den höchsten Stand seit August. Nach Daten der Johns Hopkins Universität in Baltimore wurden in den USA seit Beginn der Pandemie 7,9 Millionen Ansteckungen registriert, etwa 217.000 Menschen starben.

17:50 Uhr | Niederlande und Frankreich Risikogebiete

Die Bundesregierung weitet die Liste der europäischen Corona-Risikogebiete erheblich aus. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, gilt die Einstufung ab Samstag für die gesamten Niederlande, ganz Kontinental-Frankreich, Malta und die Slowakei. Erstmals werden auch wieder Regionen in Italien, Polen, Schweden und Finnland auf die Liste gesetzt. Hinzu kommen weitere Gebiete in der Schweiz, Irland, Kroatien und Portugal. Entsprechend gelten auch Reisewarnungen des Auswärtigen Amts.

17:36 Uhr | Corona-Ausbruch in Bibelzentrum

Nach einem Corona-Ausbruch im Glaubenszentrum Bad Gandersheim sind 125 Personen positiv getestet worden, etwa die Hälfte aller getesten Verdachtsfälle. Es wird vermutet, dass das Virus beim gemeinsamen Singen übertragen wurde. Der Landkreis Northeim verschärfte in Bad Gandersheim die Kontaktregeln. Freizeit- und Vereinssport wurde verboten. Im öffentlichen Raum dürfen sich maximal sechs Personen versammeln.

17:15 Uhr | Wieler: Abriegelung von Hotspots eine Option

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, kann sich eine Abriegelung von Risikogebieten vorstellen, um das Infektionsgeschehen in Deutschland in den Griff zu bekommen. Vor neun Monaten habe er das noch für undenkbar gehalten, sagte Wieler dem TV-Sender Phoenix, doch inzwischen halte er das für eine mögliche Maßnahme.

Wieler bemängelte die Bund-Länder-Vereinbarungen zum Infektionsschutz als zu unverbindlich. Einige Maßnahmen seien nur Empfehlungen, er würde sich aber wünschen, dass etwa das Tragen von Masken in Innenräumen verpflichtend wäre. Zum Streit um Beherbergungsverbote sagte Wieler, die Mobilität sei "einer der Treiber dieser Pandemie".

17:05 Uhr | Queen erstmals seit März wieder in der Öffentlichkeit

Erstmals seit sieben Monaten hat die britische Königin Elizabeth II. einen öffentlichen Auftritt außerhalb ihrer Residenzen absolviert. Begleitet von ihrem Enkelsohn Prinz William besuchte die 94-Jährige das Militär-Forschungslabor von Porton Down. Dort traf sie mit Wissenschaftlern zusammen, die zum neuartigen Coronavirus forschen, sowie mit Experten, die den beim Anschlag auf den Doppelagenten Sergej Skripal eingesetzten Nervenkampfstoff Nowitschok identifiziert hatten.

Prinz William (l) schaut zu, als Königin Elisabeth II. von Großbritannien eine Gedenktafel enthüllt.
Königin Elisabeth II. und Prinz William enthüllen beim  Besuch im Rüstungstechnologiezentrum in der Nähe der südenglischen Stadt Salisbury eine Gedenktafel. Bildrechte: dpa

16:35 Uhr | Uni Oxford entwickelt 5-Minuten-Schnelltest

Wissenschaftler der britischen Universität Oxford haben nach eigenen Angaben einen Viren-Schnelltest entwickelt, der in weniger als fünf Minuten Sars-CoV-2-Erreger erkennt. Er soll die Coronaviren mit hoher Genauigkeit von anderen häufigen Krankheitserregern der Atemwege unterscheiden können. Oxford-Wissenschaftler Nicolas Shiaelis hofft nun, dass Massentests bald zur Realität werden. Der Schnelltest soll Anfang 2021 in Produktion gehen.

16:10 Uhr | Kritischer Wert in Gera

Im thüringischen Gera ist die Zahl der Neuansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 über den Warnwert von 35 geklettert. Im Schnitt der letzten sieben Tage gab es 35,4 Neuerkrankungen je 100.000 Einwohner. Damit ist Gera neben dem Eichsfeld und dem Landkreis Sömmerda dritter Hotspot in Thüringen mit einer 7-Tage-Inzidenz über 35. Trotz der gestiegenen Fallzahlen will die Stadt ihr geplantes Herbstvolksfest durchführen. Dabei muss auf dem gesamten Festgelände am Hofwiesenpark eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden und es wird kein Alkohol verkauft. Zudem soll die Zahl der Besucher beschränkt werden.

15:32 Uhr | Weiteres Gericht kippt Beherbergungsverbot

Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat das Beherbergungsverbot des Landes für Reisende aus deutschen Corona-Hotspots in einem Eilverfahren für rechtswidrig erklärt. Der Beschluss sei unanfechtbar, teilte das Gericht in Lüneburg mit. Geklagt hatte der Betreiber eines Ferienparks. Zu einem ähnlichen Urteil war zuvor das Verwaltungsgericht in Baden-Württemberg gelangt.

15:13 Uhr | London verschärft Schutzmaßnahmen

Wegen rasant steigender Corona-Infektionszahlen gelten in London und acht weiteren Gebieten Englands ab Samstag strengere Auflagen. Betroffen sind insgesamt elf Millionen Menschen. Gesundheitsminister Matt Hancock zufolge verdoppelt sich in London die Zahl der Neuinfektionen derzeit alle zehn Tage. Der Durchschnittswert liege bei 97 je 100.000 Einwohner. Die Regierung müsse jetzt handeln, um einen Lockdown zu verhindern. Nach der Neuregelung sind zum Beispiel Treffen zwischen Mitgliedern verschiedener Haushalte in geschlossenen Räumen verboten.

14:40 Uhr | Bayern setzt auf schärfere Regeln

Bayern hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie strikte Maßnahmen beschlossen, die über die Bund-Länder-Schlüsse vom Mittwoch hinausgehen. Schon bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in einer Region dürfen sich nur noch zwei Hausstände oder maximal 10 Personen treffen, ab einer Sieben-Tages-Inzidenz von 50 nur maximal fünf Personen. Bereits ab einer Inzidenz von 35 müssen zudem überall in öffentlichen Bereichen Masken getragen werden, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen, etwa in Fußgängerzonen oder öffentlichen Gebäuden.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, trägt eine Mund-Nasen-Bedeckung, während er das neue Dokumentationszentrum, "Dokumentation Oktoberfest-Attentat" anlässlich der Gedenkfeier zum 40. Jahrestag des rechtsterroristischen Attentats auf das Oktoberfest an der Theresienwiese besucht
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Bildrechte: dpa

Zudem gilt dann eine Maskenpflicht für Zuschauer bei Sportveranstaltungen sowie durchgängig auf Tagungen, Kongressen, Messen und in Kulturstätten. Und: Die Maskenpflicht gilt nach Worten von Ministerpräsident Markus Söder beim Überschreiten des 35er-Werts nicht nur für Schulen, sondern auch am Arbeitsplatz – dort, wo kein Abstandhalten möglich ist, etwa in Fahrstühlen, Fluren und Kantinen". Auch treten bei hohen Corona-Zahlen regional nächtliche Sperrstunden in der Gastronomie in Kraft. Das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots bleibt in Bayern in Kraft.

Am Donnerstag lagen landesweit 13 Städte und Landkreise über dem Warnwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen, Spitzenreiter ist der Kreis Regen mit 90.

13:34 Uhr | Leopoldina kritisiert Bund-Länder-Beschlüsse

Aus Sicht der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina reichen die gestern vereinbarten Corona-Maßnahmen nicht aus. Leopoldina-Präsident Gerald Haug sagte, die Eindämmung der Pandemie könne nur noch gelingen, wenn die Bundesländer einheitlich vorgingen. Die Maßnahmen müssten auch verpflichtend gelten und nicht nur Empfehlung sein. Nur so werde das Vertrauen in die Politik und die Einsicht in die Notwendigkeit der Maßnahmen gestärkt.

13:27 Uhr | Infektionen an drei Schulen in Jena und im Altenburger Land

Wegen nachgewiesener Corona-Infektionen bleiben in Jena und im Altenburger Land Schüler und Lehrer von drei Schulen vorsorglich Zuhause. Nach Angaben des Landratsamts sind im Altenburger Land die Regelschule Treben und die Johann-Friedrich-Pierer-Schule in Altenburg von aktiven Corona-Fällen betroffen. In Jena ist die Rautalschule geschlossen.

13:16 Uhr | Sachsen hebt Beherbergungsverbot auf

In Sachsen dürfen künftig wieder Reisende aus deutschen Corona-Risikogebieten übernachten. Der Freistaat hebe das entsprechende Beherbergungsverbot ab Samstag auf, kündigte die Landesregierung wie erwartet nach einem Gespräch mit Landräten und Bürgermeistern ankündigte.

13:10 Uhr | Diskos in Sachsen-Anhalt dürfen doch nicht öffnen

Diskotheken und Clubs in Sachsen-Anhalt dürfen doch nicht wie geplant ab 1. November öffnen. Das berichtet eine Reporterin von MDR SACHSEN-ANHALT aus dem Landtag. Laut Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) ist die Entscheidung auch ein Ergebnis des Gesprächs am Mittwoch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. 

12:38 Uhr | Gericht kippt Beherbergungsverbot in Baden-Württemberg

Der Verwaltungsgerichtshof in Baden-Württemberg hat mit Beschluss vom Donnerstag einem Eilantrag gegen das Beherbergungsverbot in dem Bundesland stattgegeben. Das Gericht urteilte, dass das Verbot "in unverhältnismäßiger Weise" in das Grundrecht auf Freizügigkeit eingreife und daher "voraussichtlich verfassungswidrig" sei (Az. 1 S 3156/20). Die Landesregierung habe nicht darstellen können, dass die Beherbergung von Touristen Treiber der Pandemie sei. Die Regierung müsse jedoch fortlaufend und differenziert prüfen, "ob konkrete Grundrechtseingriffe auch weiterhin zumutbar seien und ob das Gesamtkonzept von Beschränkungen und Lockerungen noch in sich stimmig und tragbar sei".

Das Verbot in Baden-Württemberg galt bislang – wie vielerorts – für Gäste aus deutschen Regionen, in denen 50 neue Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen registriert wurden. Der Antrag am Gericht kam von einem Mann aus Nordrhein-Westfalen, der Urlaub im Kreis Ravensburg gebucht hatte.

11:37 Uhr | Cottbus jetzt auch Risikogebiet

Als erste Region in Brandenburg zählt die Stadt Cottbus zu den bundesweiten Corona-Risikogebieten mit mehr als 50 neuen Infektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche. Der Wert liege bei 57,2, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Potsdam mit.

Cottbus hat seit vergangenem Samstag den Grenzwert von 35 neuen Ansteckungen je 100.000 Einwohner in einer Woche übertroffen. Damit sind dort bereits schärfere Corona-Regeln für private Feiern und eine Maskenpflicht in Büros und Gaststätten in Kraft getreten, wenn man nicht am Platz ist.

11:20 Uhr | Umweltbundesamt: Klassenräume alle 20 Minuten lüften

Das Umweltbundesamt hat Empfehlungen zum Lüften in Schulen vorgelegt. Um eine Übertragung des Virus möglichst zu verhindern, schlägt das Amt vor, die Fenster alle 20 Minuten für drei bis fünf Minuten weit zu öffnen. Außerdem sollte während der gesamten Pause gelüftet werden. Die Raumtemperatur sinke dabei nur um wenige Grad ab und erwärme sich anschließend wieder schnell. Abgeraten wird davon, nur die Türen zu öffnen. So könnten Aerosole von einem Raum über den Flur in andere Klassenräume verbreitet werden.

Das Umweltbundesamt schlägt außerdem vor, das Lüftungsverhalten mit CO2-Messgeräten zu überprüfen. Sie zeigten an, wann die Luft verbraucht sei.

10:45 Uhr | AfD kritisiert Willkür

Die AfD hat die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Eindämmung der Pandemie als willkürlich und schädlich für die Wirtschaft kritisiert. "Die Ergebnisse dieses Gipfels bedeuten einen neuerlichen Lockdown auf Raten. Die ohnehin am Boden liegende Wirtschaft wird weiter stranguliert", sagte Fraktionschefin Alice Weidel in Berlin.

Der Nutzen der Maßnahmen sei nicht nachweisbar. Einschränkungen wie das Beherbergungsverbot oder die Sperrstunde seien willkürlich und unverhältnismäßig. "Beschränkungen der Personenzahl bei Feiern und sonstigen Zusammenkünften sind nur schwer zu kontrollieren und greifen in Grundrechte ein", erklärte Weidel.

10:35 Uhr | Stress und Frust in Kitas

Die Pandemie hat die Personalnot in Kindertagesstätten nach Angaben von Experten verschärft. "Im Schnitt sind es zehn Prozent der Mitarbeitenden, die einer Risikogruppe angehören und nicht arbeiten können", sagt Frank Jansen, Bundesgeschäftsführer des Kita-Fachverbands der katholischen Caritas.

Die Verdi-Bildungsexpertin Elke Alsago bezeichnet die Lage als "desolat". Es sei in vielen Kitas keine Zeit mehr, die Kinder individuell zu begleiten. Die Fachkräfte seien oft froh, wenn sie den Tag überstehen, ohne dass den Kindern etwas passiere. Auch hätten die Konflikte mit den Eltern zugenommen. Die Arbeitsbedingungen müssten schnell verbessert werden.

10:00 Uhr | Weber in Quarantäne

Der Europa-Politiker Manfred Weber hat sich in Quarantäne begeben. Er sei darüber informiert worden, dass er mit einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person in Kontakt gewesen sei, schrieb der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im Europaparlament am Donnerstag auf Twitter. Er sei nun in Selbstisolation und warte auf ein erstes Testergebnis.

09:51 Uhr | Europaparlament tagt erneut nicht in Straßburg

Das Europaparlament wird wegen der Infektionslage erneut nicht im französischen Straßburg zusammenkommen. Das Plenum werde "aus der Ferne" abgehalten, schrieb der Präsident des Europäischen Parlaments, David Sassoli, auf Twitter. Die Situation in Frankreich und Belgien sei sehr ernst, Reisen stellten eine Gefahr dar.

Seit März finden die Sitzungen des Parlaments wegen der Pandemie in einem kleineren Format online und im Plenarsaal in Brüssel statt. Straßburg ist eigentlich der in den EU-Verträgen festgelegte Sitz des Parlaments.

09:35 Uhr | Tschechien bereitet sich auf katastrophale Lage vor

In Tschechien steigt die Zahl der Infizierten rapide. Am Mittwoch wurden weitere rund 9.500 Fälle verzeichnet – der höchste Wert an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Die Regierung kündigte an, rund 4.000 Krankenhausbetten zu kaufen, um unter anderem in Messehallen Behelfseinrichtungen für einen möglichen Ansturm aufzubauen. "Die Zahlen sind katastrophal, eilt wirklich sehr", sagte Ministerpräsident Andrej Babis. Er habe über mögliche Hilfen auch "mit der bayerischen Seite" gesprochen, man wolle die Situation aber möglichst allein meistern.

Seit Mittwoch sind in Tschechien alle Restaurants und Kneipen geschlossen. Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit ist verboten. Alle Schulen haben Fernunterricht eingeführt. Es dürfen sich sowohl drinnen als auch draußen maximal sechs Menschen treffen. Veranstaltungen sind untersagt.

09:26 Uhr | Französische Gastronomen empört

Bei Frankreichs Gastronomen herrscht Wut über die von Präsident Emmanuel Macron angekündigten nächtlichen Ausgangssperren. "Wir sind am Ende unserer Kräfte, wir können das nicht mehr", sagte Didier Chenet, Präsident des Hotel- und Gastroverbands GNI, dem Sender Franceinfo am Donnerstagmorgen. "Wir sind keine Bettler, wir wollen arbeiten, aber da wir an der Arbeit gehindert werden, sollten die Schuldigen die Verantwortung übernehmen." Die Schuld gab der Verbandssprecher der Regierung. Diese müsse weitere Hilfen zahlen.

Präsident Macron hatte am Mittwoch nächtliche Ausgangssperren zwischen 21 Uhr und 6 Uhr im Großraum Paris und acht weiteren Städten angekündigt.

09:14 Uhr | Spahn: Gewohntes Weihnachtsfest selbst in der Hand

Angesichts der Rekordzahl neuer Corona-Fälle hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Bevölkerung erneut zu Vorsicht, Disziplin und Verzicht auferufen. Im Deutschlandfunk sagte der CDU-Politiker: "Wir haben es selbst in der Hand, diese Entwicklung zu stoppen." Ziel sei es, die Pandemie in eine zu bewältigende Größenordnung zu bringen, damit Schule und Kita und Einzelhandel geöffnet bleiben könnten. Den Bürgern müsse klar sein, dass sie heute entscheiden, ob Weihnachten in gewohnter Form stattfinden könne oder ob wir eine Situation haben werden wie an Ostern, wo wir empfehlen mussten, nicht die Verwandtschaft zu besuchen.

09:00 Uhr | Ifo: Am wenigsten Kurzarbeit in Mitteldeutschland

In Mitteldeutschland ist aktuell ein vergleichsweise kleiner Anteil der Beschäftigten in Kurzarbeit. Das schätzt das Münchner Ifo-Institut auf Grundlage einer Umfrage. Demnach waren in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im September acht Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kurzarbeit. Betroffen sind hierzulande demnach rund 259.000 Menschen. Der Bundesdurchschnitt liegt den Angaben zufolge bei elf Prozent.

Besonders hoch ist der Anteil der Kurzarbeit laut Ifo in Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils 14 Prozent. "In Ländern mit viel Metallverarbeitung, Maschinenbau, Autobauern und Zulieferern wird mehr Kurzarbeit gefahren als anderswo", erklärte ifo-Arbeitsmarkt-Experte Sebastian Link.

08:41 Uhr | Göring-Eckardt vermisst konsequentes Handeln

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, hat die Beschlüsse des Corona-Gipfels als zu wenig konsequent kritisiert.

Katrin Göring-Eckardt
Katrin Göring-Eckardt Bildrechte: dpa

Zwar sei es Bund und Ländern gelungen, bei Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen einige zentrale Maßnahmen zu beschließen. "Aber konsequent gemeinsames und konsequent vorausschauendes Handeln ist ausgeblieben", sagte die Thüringer Politikerin der "Funke Mediengruppe".

Insbesondere bemängelte Göring-Eckardt den Fortbestand der Beherbergungsverbote: "Dass ausgerechnet diese Entscheidung bis nach den Ferien verschoben wurde, muss vielen Betroffenen wie ein schlechter Witz vorkommen." Die Bürgerinnen und Bürger wollten mehr Verlässlichkeit.

08:30 Uhr | Kanzleramtsminister bezweifelt Erfolg durch neue Maßnahmen

Kanzleramtsminister Helge Braun hält die Bund-Länder-Verabredungen zur Eindämmung der Pandemie für unzureichend. Die Beschlüsse seien ein wichtiger Schritt, "aber sie werden vermutlich nicht ausreichen", sagte Braun am Donnerstag im ARD-Fernsehen mit Verweis auf die steigenden Infektionszahlen in Deutschland. Der CDU-Politiker sagte, jetzt komme es auf die Bevölkerung an. Man solle nicht nur schauen, was erlaubt ist:

Helge Braun
Helge Braun Bildrechte: dpa

Wir müssen im Grunde genommen mehr machen und vorsichtiger sein als das, was die Ministerpräsidenten gestern beschlossen haben.

Helge Braun, CDU Kanzleramtsminister

08:13 Uhr | Kommunen zufrieden mit Beschlüssen

Der Chef des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, hat sich erleichtert über die neuen Festlegungen für Corona-Hotspots gezeigt. Landsberg sagte MDR AKTUELL, es sei gut, dass Bund und Länder grundlegende Dinge nun einheitlich handhaben wollten. Ein Lockdown könne nur verhindert werden, wenn man sich gemeinsam gegen das Virus stemme. Zum Beherbergungsverbot sagte Landsberg, es sei kein gutes Signal, dass es dazu weiter unterschiedliche Regelungen gebe. Zumindest für Geschäftsreisen hätte man Festlegungen treffen müssen. Diese seien für die Wirtschaft wichtig.

08:00 Uhr | Personalreserve für Gesundheitsämter in Thüringen

Thüringen will eine Personalreserve für die Gesundheitsämter im Land prüfen. Das kündigte Ministerpräsident Bodo Ramelow an. Die Nachverfolgung werde das Schlüsselelement bei der Abwehr sein, erklärte der Linken-Politiker. Daher wolle man schauen, ob mit Medizinstudenten und Verwaltungspersonal eine Reserve aufgebaut werden könne.

Ramelow begrüßte am Donnerstagmorgen außerdem die von Bund und Ländern verabredeten Corona-Maßnahmen. Auch in Thüringen seien die Infektionszahlen schnell gestiegen, erklärte Ramelow MDR THÜRINGEN: "Wenn wir die Zahlen weiter so wachsen lassen, dann ist man schnell an einem Punkt, wo es aus dem Ruder läuft, und da wollen wir nicht hin!"

07:57 Uhr | Kommentar: Richtig, aber zu spät

Bund und Länder haben sich nach langen Verhandlungen auf neue Corona-Maßnahmen geeinigt. Die neuen Grenzwerte für Einschränkungen des öffentlichen Lebens sind theoretisch ein guter Anfang, kommen aber viel zu spät, kommentiert MDR AKTUELL-Hauptstadtkorrespondent Tim Herden die Beschlüsse.

07:37 Uhr | Bundespolizei spricht 70.000 Ermahnungen in einem Monat aus

Die Bundespolizei hat von Mitte September bis Mitte Oktober bei Maskenkontrollen in Bahnhöfen und Zügen in mehr als 71.000 Fällen Ermahnungen gegen Reisende ohne Mund-Nase-Schutz ausgesprochen. Das geht aus Zahlen der Gewerkschaft der Polizei hervor, die den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" vorliegen.

Der weit überwiegende Teil der Reisenden habe sich bei den Ermahnungen einsichtig gezeigt. In gut 1.100 Fällen informierte die Polizei demnach aber das zuständige Gesundheitsamt, um Bußgelder zu verhängen. In 200 Fällen seien uneinsichtige Reisende durch die Bundespolizei von der Weiterfahrt ausgeschlossen beziehungsweise des Bahnhofs verwiesen worden.

07:22 Uhr | Kretschmer will Beherbergungsverbot aussetzen

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer hat sich nach dem Corona-Gipfel in Berlin enttäuscht darüber gezeigt, dass eine Einigung über Beherbergungsverbote für Urlauber vertagt wurde: "Das Beherbergungsverbot in der jetzigen Form ist nicht verhältnismäßig. Es trifft so viele Menschen, die nichts mit dieser Krankheit zu tun haben, und deswegen wäre es besser gewesen, wenn es hier eine Verständigung gegeben hätte", sagte der CDU-Politiker. Das Thema sei am Donnerstag Thema eines Spitzengesprächs in Dresden, kündigte Kretschmer an. Im Freistaat solle das Beherbergungsverbot ausgesetzt werden.

Michael Kretschmer
Michael Kretschmer Bildrechte: dpa

Wir sind ein Land und deswegen muss es auch möglich sein, dass die Menschen sich bewegen können.

Michael Kretschmer, CDU Ministerpräsident Sachsen

07:02 Uhr | Haseloff fordert knallharte Umsetzung

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat seine Länder-Kollegen aufgerufen, die Beschlüsse des Corona-Gipfels "knallhart und stringent" durchzusetzen. Die vereinbarten Schritte seien positiv.

Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, im Landtag.
Reiner Haseloff Bildrechte: dpa

Wenn wir jetzt nicht handeln, breiten sich die Hotspots so schnell und breit aus, dass wir die Dämme irgendwann nicht mehr halten können.

Reiner Haseloff, CDU Ministerpräsident Sachsen-Anhalt

06:45 Uhr | Mehr als 6.000 Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der Sars-Cov-2-Neuinfektionen in Deutschland ist auf Rekordniveau gestiegen. Nach Daten des Risklayer-Projekts der Uni Karlsruhe wurden bis Donnerstagmorgen 6.063 neue Fälle gemeldet. In Sachsen wurden bis Donnerstagmorgen 267 neue Ansteckungen registriert, in Sachsen-Anhalt 48 und in Thüringen 71.

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete Donnerstagfrüh sogar 6.638 neue Fälle innerhalb eines Tages – so viele wie noch nie. Der Unterschied bei den Daten kommt zustande, weil beim RKI noch Nachmeldungen berücksichtigt wurden. Sowohl das RKI als auch das Risklayer-Projekt gehen derzeit von insgesamt rund 341.000 Fällen in Deutschland seit Beginn der Pandemie aus.

06:24 Uhr | Neue bundesweite Eindämmungsmaßnahmen

Bund und Länder haben sich am späten Mittwochabend auf neue gemeinsame Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus geeinigt. In Regionen mit besonders vielen Infizierten soll die Maskenpflicht verschärft und Kontakte eingeschränkt werden. Den Streit um Beherbergungsverbote vertagten die Spitzenpolitiker um Kanzlerin Angela Merkel.

06:00 Uhr | Der Ticker am 15. Oktober 2020

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Oktober 2020 | 06:00 Uhr