Coronavirus-Pandemie Ticker: Dresden fürchtet um Striezelmarkt

Dresden fürchtet angesichts der neuen Corona-Beschränkungen um seine Weihnachtsmärkte. Die Regionalliga Nordost wird bis Ende November pausieren. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat die geplanten Pandemie-Schutzmaßnahmen als alternativlos bezeichnet. In Bayern sollen sie allerdings noch schärfer formuliert werden und die Kontaktbeschränkung auch für Privaträume gelten. Alle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auch heute hier im Ticker.

Abendstimmung über dem Altmarkt, wo am 27.11.2019 der Striezelmarkt offiziell eröffnet wurde. Jetzt können die Besuchermassen bis zum 24.12.2019 strömen
Ob der Striezelmarkt in diesem Jahr überhaupt öffnet, ist bisher unklar. Bildrechte: Christian Essler

Unser Ticker am Donnerstag, 29. Oktober 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:16 Uhr | Merkel warnt vor Schließung von Grenzen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vor der Schließung von Grenzen in der EU während der zweiten Welle der Corona-Pandemie gewarnt. Merkel habe bei einer Video-Konferenz der EU-Staats- und Regierungschefs erklärt, dass es für Deutschland "als Land in der Mitte Europas" wichtig sei, "dass die Grenzen offen bleiben", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert. Es müsse "einen funktionierenden Wirtschaftskreislauf" geben und die EU koordiniert die Pandemie bekämpfen. Die Staats- und Regierungschefs hatten am Donnerstagabend vor dem

21:14 Uhr | US-Wirtschaft ist im dritten Quartal stark gewachsen

Nach dem Konjunktureinbruch wegen der Corona-Krise im zweiten Quartal ist die US-Wirtschaft im dritten Vierteljahr stark gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von Juli bis September aufs Jahr hochgerechnet um 33,1 Prozent, wie die US-Regierung am Donnerstag in ihrer ersten Schätzung mitteilte. Umgerechnet in die in Europa übliche Betrachtungsweise entspräche das einem Plus von etwa 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Davor war die Wirtschaft allerdings massiv eingebrochen.

20:55 Uhr | Ausbrüche in sächsischen Pflegeheimen

Im Landkreis Meißen ist ein Pflegeheim von einem Corona-Ausbruch betroffen. Wie das Landratsamt mitteilte, wurden in Nossen 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 22 Bewohnerinnen und Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet. Im Landkreis Bautzen sind nach Angaben des zuständigen Landratsamtes ein Pflegeheim in Bautzen und eines im Raum Königswartha von einem Corona-Ausbruch "stark betroffen."

20:19 Uhr | Drei Corona-Fälle im Deutschland-Achter

Im Deutschland-Achter sind drei Ruderer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Dortmunder Stützpunkt am Donnerstag mitteilte, geht es den namentlich nicht genannten Crew-Mitgliedern gut. Sie befinden sich in häuslicher Isolation. Mittlerweile wurden alle weiteren Sportler, Trainer und Betreuer getestet. Nach negativem Ergebnis kehrten sie zurück ins Ruderleistungszentrum.

20:03 Uhr | Frankreich macht Homeoffice zur Pflicht

Frankreich macht als Teil des neuen Lockdowns die Arbeit von zu Hause zur Pflicht. Ausnahmen seien nur dann zulässig, wenn es technisch nicht anderes gehe, erklärt Arbeitsministerin Elisabeth Borne. Die Regierung stellt auch andere Einzelheiten der bereits am Mittwoch verkündeten Verschärfungen vor. Unter anderem gilt die Maskenpflicht jetzt für Kinder ab sechs Jahre statt wie bislang ab elf.

In Frankreich wurden am Donnerstag 47.636 neue Positiv-Tests gemeldet.

19:18 Uhr | Über 26.000 Neuinfektionen in Italien

Italien meldet einen Rekord bei der Zahl der neuen Positiv-Tests. In den vergangenen 24 Stunden seien 26.831 verzeichnet worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der neuen Todesfälle sei mit 217 auch höher als die 205 am Mittwoch. Insgesamt sind damit in Italien 616.595 Infektionen und 38.122 Todesfälle bekannt.

19:05 Uhr | Thüringen: Corona-Sondersitzung erst am Dienstag

Die Thüringer Landtags-Sondersitzung zu Corona findet wie ursprünglich geplant am kommenden Dienstag statt. Die Landesregierung konnte sich mit dem Wunsch nach einem früheren Termin nicht gegen die Haltung der Landtagsopposition durchsetzen. Das teilte ein Sprecher des Landtages MDR THÜRINGEN mit.

18:59 Uhr | Regierung will Überbrückungshilfen bis Mitte 2021 verlängern

Die Bundesregierung will die bislang nur spärlich abfließenden Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen überarbeiten und auch verlängern. Grund dafür sind auch die neuerlichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in der Coronavirus-Krise, die für den November gerade beschlossen wurden. In einer gemeinsamen Mitteilung von Finanz- und Wirtschaftsministerium hieß es am Donnerstag, die Überbrückungshilfen sollten um sechs Monate verlängert werden – also bis Ende Juni 2021. Dabei sollen für Antragsteller bessere Konditionen gelten. Details sind noch nicht bekannt.

18:53 Uhr | Dresden fürchtet um seinen Striezelmarkt

Abendstimmung über dem Altmarkt, wo am 27.11.2019 der Striezelmarkt offiziell eröffnet wurde. Jetzt können die Besuchermassen bis zum 24.12.2019 strömen
So sah es 2019 auf dem Striezelmarkt aus – in diesem Jahr ist noch unklar, ob er in irgendeiner Form stattfindet. Bildrechte: Christian Essler

Dresden fürchtet angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen und damit einhergehender Beschränkungen um seine Weihnachtsmärkte. "Der Striezelmarkt kann im November in seiner neu geplanten Form nicht stattfinden", sagte Oberbürgermeister Dirk Hilbert. Nach den Festlegungen der Bundesregierung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie seien ab Montag Veranstaltungen bis Ende November untersagt. Das betreffe auch die thematischen Weihnachtsmärkte.

Dennoch wolle man "den Gedanken der Weihnachtsstadt Dresden" weiter verfolgen und prüfen, welches weihnachtliche Geschehen nach den Beschlüssen von Bund und Ländern im Dezember denkbar wäre. Die Striezelmarkt-Fichte soll auf jeden Fall an diesem Samstag auf dem Altmarkt errichtet werden.

18:41 Uhr | Wie Senioren die Pandemie erleben

Ältere Menschen in Senioren- und Altenheimen werden bezüglich der Pandemie als Risikogruppe bezeichnet. Wie die Senioren mit der Gefahr umgehen, können Sie im MDR AKTUELL-Beitrag sehen.

18:35 Uhr | Blinkender Schlüsselanhänger zeigt Infektionsrisiko

Die Corona-Warnapp ist für die Eindämmung der Ansteckungen von großer Bedeutung. Doch die App läuft nur auf neueren Smartphone-Modellen. Weil die nicht jeder hat, entwickeln vier sächsische Firmen nun eine Alternative.

18:13 Uhr | Neuer Höchststand in Schweden

Den zweiten Tag in Folge hat Schweden einen Höchststand bei Corona-Neuansteckungen gemeldet. In den vergangenen 24 Stunden seien 3.254 Neuinfektionen registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Sie empfehlen nun den Einwohnern Stockholms sowie zweier Regionen im Süden des Landes, Kontakte einzuschränken und geschlossene Räume zu meiden.

Das Land geht in der Corona-Krise einen Sonderweg: Die Regierung verzichtet auf das Verhängen von Regeln und Einschränkungen und spricht stattdessen Empfehlungen für die Bürger aus. Kritiker werfen den schwedischen Behörden allerdings vor, mit dieser Strategie Menschenleben zu gefährden. Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Pandemie liegt in Schweden deutlich höher als in den Nachbarländern, aber niedriger als in großen europäischen Ländern wie Spanien und Großbritannien.

18:01 Uhr | Regionalliga Nordost stellt Spielbetrieb ein

Der 12. Spieltag in der Regionalliga Nordost wird der vorerst letzte sein. Danach pausiert die Regionalliga Nordost – die laut Statuten zum Amateurbereich gehört – bis mindestens Ende November. Das erfuhr der MDR aus NOFV-Kreisen.

17:06 Uhr | UNO: Pandemien werden in Zukunft häufiger auftreten

Bei einer Fortsetzung der gegenwärtigen Lebensweise müssen sich die Menschen nach Einschätzung des Biodiversitätsrats der Vereinten Nationen darauf einstellen, dass Pandemien in Zukunft häufiger auftreten und höhere Totenzahlen verursachen. "Dieselben menschlichen Aktivitäten, die den Klimawandel und die Verluste bei der Artenvielfalt verursachen, erhöhen auch das Pandemie-Risiko", sagte der IBPES-Experte Peter Daszak bei der Vorstellung eines entsprechenden Berichts.

Es gebe bei Tieren bis zu 850.000 Viren, die wie das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 auf Menschen überspringen könnten, sagte Daszak. Der Weltbiodiversitätsrat wies darauf hin, dass es Zusammenhänge zwischen den Pandemien und der Abholzung der Wälder, der extensiven Landnutzung und dem Handel mit Wildtieren gebe. Um den bisherigen Entwicklungen entgegenzuwirken, empfehlen die Experten Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität und Sonderabgaben auf den Fleischverzehr, die Viehzucht und andere Aktivitäten, die "ein hohes Pandemie-Risiko" in sich tragen.

17:06 Uhr | Betreuungsgarantie in NRW

Der stellvertretende nordrhein-westfälische Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) gibt Familien trotz steigender Corona-Infektionszahlen eine Bildungs- und Betreuungsgarantie: "Schulen und Kindertagesbetreuung werden in Nordrhein-Westfalen nicht noch einmal flächendeckend schließen", sagte der Familienminister. Dies gelte trotz der ernsten Lage unverändert.

Aus Folien geschnittene Kinderhände hängen mit den jeweiligen Namen an der Eingangstür einer Kindergruppe
Während des Lockdowns im Frühling wurden Kitas und Schulen geschlossen – das soll diesmal anders sein. Bildrechte: dpa

16:55 Uhr | Sachsen-Anhalt lässt Bibliotheken und Zoos offen

Sachsen-Anhalt will neben Schulen und Kitas auch andere Bildungsangebote offen halten. Bibliotheken und Archive sollten geöffnet bleiben, ebenso Volkshochschulen, sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) nach einer Kabinettssitzung in Magdeburg. Auch Tierparks, Zoos und Botanische Gärten sollten im November weiter besucht werden können.

16:35 Uhr | Kassenärztliche Vereinigung gegen neue Corona-Verbote

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hält die neuen Corona-Beschlüsse für ungeeignet, um langfristig mit dem Virus umzugehen. Vize-Vorstandschef Stephan Hofmeister sagte MDR AKTUELL, es sei kein Konzept, immer etwas zu schließen. Verbote seien ungeeignet, um die Menschen zu überzeugen. Heftige Kritik an den jüngsten Corona-Beschlüssen kam auch von der Opposition im Bundestag. 

16:11 Uhr | Spanien: Corona-Notstand bis Mai 2021 verlängert

In Spanien ist der Corona-Notstand bis zum 9. Mai 2021 verlängert worden. Das Parlament in Madrid nahm am Donnerstag den Antrag der linken Regierung mit deutlicher Mehrheit an.

Wegen der rapide steigenden Infektionszahlen hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez erst am Sonntag den sogenannten Alarmzustand – die dritthöchste Notstandsstufe – ausgerufen und fast im ganzen Land eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Nur die im Kampf gegen Corona zuletzt erfolgreichen Kanaren sind davon ausgenommen. Dieses Notstands-Dekret galt nur für zwei Wochen. Die von der Regierung angestrebte lange Verlängerung musste deshalb gemäß Verfassung vom Parlament gebilligt werden.

Eine Restaurantarbeiterin protestiert gegen die jüngsten Corona-Maßnahmen in Barcelona.
Eine Restaurantarbeiterin protestiert gegen die jüngsten Corona-Maßnahmen in Barcelona. Bildrechte: ddp

16:11 Uhr | MDR-Umfrage zum Lockdown light

Bund und Länder haben für den November einen teilweisen Lockdown angekündigt. Was sagen Sie zu den Maßnahmen? Sind sie angemessen oder zu hart? Werden Sie auf Besuche von Verwandten verzichten? Stimmen Sie ab bei MDRfragt – dem Meinungsbarometer für Mitteldeutschland.

15:44 Uhr | Polen: Erstmals über 20.000 Neuinfektionen

In Polen melden die Behörden mit 20.156 Neuinfektionen binnen eines Tages einen neuen Rekord. Damit hat sich die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle in weniger als einem Monat auf mehr als 300.000 verdreifacht. 301 weitere Menschen sind binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

15:33 Uhr | 5.000 Soldaten im Einsatz

Die Bundeswehr hat inzwischen etwa 5.000 Soldaten zur Unterstützung von Ländern und Kommunen in der Corona-Pandemie im Einsatz. In den vergangenen beiden Wochen sei die Nachfrage rapide gestiegen, sagte Generalleutnant Martin Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis und Nationaler Territorialer Befehlshaber. Die Streitkräfte sind demnach für weitere Aufgaben gerüstet. "Wir haben ein Kräftekontingent von 15.000 Soldatinnen und Soldaten seit Frühjahr in Bereitschaft", sagte Schelleis.

Generalleutnant Martin Schelleis (l) spricht bei seinem Besuch vor dem Seniorenheim «Jochhöh» mit Soldaten der Bundeswehr.
Die Bundeswehr unterstützt mit Soldaten die Bekämpfung der Corona-Pandemie. Bildrechte: dpa

15:00 Uhr | Sperrstunde und Alkoholverkaufsverbot in Niedersachsen gekippt

Das niedersächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) hat vorläufig die nächtliche Sperrstunde für Gastronomen und das Verbot für einen Außerhausverkauf von Alkohol gekippt. Das bestätigte das Gericht in Lüneburg. Es gab mit seinem allgemein gültigen und nicht mehr anfechtbaren Beschluss der Klage einer Gastwirtin aus Delmenhorst statt.

Die konkrete Ausgestaltung der Regelungen zur Sperrstunde und zum Verbot des Außerhausverkaufs von Alkohol durch gastronomische Betriebe in der zuletzt am 22. Oktober veränderten Fassung der landeseigenen Corona-Verordnung stellten "keine notwendigen infektionsrechtlichen Schutzmaßnahmen" dar, teilte das Gericht mit. Derartige Maßnahmen könnten aber durchaus einen Beitrag zur Eindämmung des Infektionsgeschehens leisten, merkte es weiter an.

14:05 Uhr | Zehn Milliarden Euro für Lockdown

Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, nimmt seine Mund-Nasen-Bedeckung ab.
Finanzminister Scholz hat Hilfe für Bertriebe in Aussicht gestellt. Bildrechte: dpa

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat als Hilfen für Betriebe im Lockdown bis zu zehn Milliarden Euro angekündigt. Das könne dazu beitragen, "dass die wirtschaftlichen Folgen so gut wie möglich abgefedert werden", sagte Scholz. Gemeinsam mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) stellt der SPD-Politiker in Berlin die Hilfen für die Betriebe vor, die im November schließen sollen.

13:48 Uhr | Bayern verschärft den Lockdown noch

Im Kampf gegen das Coronavirus werden in Bayern ab Montag noch strengere Kontaktbeschränkungen gelten als von Bund und Ländern vereinbart. Wie die bayerische Landesregierung beschloss, sollen die Kontaktbeschränkungen auch in Privaträumen gelten. Zudem werden bis Ende November alle Veranstaltungen verboten, nicht nur solche zur Unterhaltung. Ausnahmen soll es davon nur für Gottesdienste und Demonstrationen geben.

Bei der Kontrolle von Verstößen gegen die Kontaktbeschränkung in Privatwohnungen setzt Bayern auf Hinweise und Anzeigen von Nachbarn. Es handle sich um ein ähnliches Vorgehen wie bei Ruhestörungen, sagte Söder. Auch bei Ruhestörungen fordere die Polizei die Betreffenden zunächst auf, sich anders zu verhalten.

13:22 Uhr | Maier erwartet Radikalisierung

Thüringens Innenminister Georg Maier rechnet wegen der jetzt geplanten Verschärfung der Pandemie-Schutzbestimmungen mit einer Radikalisierung von Teilen der Gesellschaft. Bei der Vorstellung des Thüringer Verfassungsschutzberichts für 2019 sagte der SPD-Politiker, dass dabei Grenzen zwischen sogenannten Reichsbürgern, Corona-Leugnern und Rechtsextremistischen weiter verschwimmen. Er erwarte auch ein Aufflammen von Verschwörungstheorien.

12:54 Uhr | Sachsen baut Reservelager auf

Das sächsische Kabinett hat beschlossen, ein zentrales Reservelager für Schutzausrüstung aufzubauen. Die Ausrüstung soll für Rettungsdienste, den Brand- und Katastrophenschutz sowie Krankenhäuser, Gesundheitsämter und Alten- und Pflegeheime genutzt werden und den Bedarf für vier Wochen abdecken.

Vorgesehen sei unter anderem, 800.000 Atemschutzmasken, fünf Millionen OP-Masken und 450.000 Schutzanzüge bereitzuhalten. Nach Angaben der Landesregierung soll das Lager zum Jahreswechsel arbeitsfähig sein.

12:50 Uhr | Thüringer Krankenhäuser verschärfen Maßnahmen

Wegen der Corona-Pandemie verschärfen Thüringer Krankenhäuser ihre Schutzmaßnahmen. Kliniken in Erfurt, Sonneberg, Neuhaus und Hildburghausen verhängen ein Besuchsverbot, um Infektionen vorzubeugen.

12:27 Uhr | Ergebnis nach Leipzig-Experiment: Veranstaltungen in Hallen möglich

Ein Experiment der Uni Halle hat gezeigt, dass Großveranstaltungen während der Corona-Pandemie unter Auflagen möglich sind. Wie die Forschenden mitteilten, ist vor allem eine gute Belüftung der Räume wichtig. Außerdem müssten Masken getragen und Abstände eingehalten werden. Während eines Konzertes müssten die Gäste auf ihren Plätzen sitzen bleiben.

In der Arena Leipzig hatten Ende August 1.400 Menschen an einem Konzert des Popsängers Tim Bendzko teilgenommen, bei dem mehrere Szenarien in Hallen durchgespielt worden waren. Die Zuschauer waren jeweils mit Kontakt-Messgeräten ausgestattet worden, die Daten erfasst hatten. 90 Prozent der Teilnehmenden gaben zudem an, dass sie es nicht schlimm finden, eine Maske zu tragen.

10:55 Uhr | Grüne tragen Maßnahmen "schweren Herzens" mit

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat vor mangelnder Akzeptanz der Corona-Maßnahmen gewarnt. Göring-Eckardt sagte MDR AKTUELL: "Wir sind jetzt in so einer Phase, wo man das Gefühl hat, aus der Viruskrise ist eine Akzeptanzkrise geworden." Man brauche daher "vernünftige Maßnahmen". Diese müssten gut begründet werden, dann seien sie auch gerichtsfest. Göring-Eckardt erklärte, die Grünen trügen die Maßnahmen derzeit "schweren Herzens" mit. Man habe keine Wahl, wenn man nicht in eine Situation geraten wolle, in der das Gesundheitssystem überfordert sei.

Mit Blick auf die besonders betroffene Kultur- und Veranstaltungsbranche sowie den Hotel- und Gaststättenbereich kritisierte Göring-Eckardt, dass es keine Klarheit gebe, wie genau Hilfen aussehen sollten. Das sei Ignoranz. Zudem müsse die Zeit genutzt werden, um zu klären, wie man wieder einsteigen könne.

10:25 Uhr | Zahl der Arbeitslosen zurückgegangen

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober noch einmal zurückgegangen. Die Bundesagentur für Arbeit registrierte 2,76 Millionen Menschen ohne Job. Das seien 87.000 weniger als im September. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 6,0 Prozent. Auch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen melden niedrigere Arbeitslosenzahlen. In Sachsen sank die Arbeitslosenquote auf 6,1 Prozent. In Thüringen ging sie auf 5,9 Prozent und in Sachsen-Anhalt auf 7,5 Prozent zurück. Bundesagentur-Chef Detlef Scheele sagte mit Blick auf den nächsten Monat, die neuen Corona-Maßnahmen würden zu einem Einbruch am Arbeitsmarkt führen, aber zu keinem Zusammenbruch.

09:54 Uhr | Merkel ruft erneut zu Kontaktverzicht auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die beschlossenen Einschränkungen in der Corona-Krise als geeignet, erforderlich und verhältnismäßig bezeichnet. In einer Regierungserklärung im Bundestag sagte sie, Deutschland befinde sich zu Beginn der kalten Jahreszeit in einer dramatischen Lage. Nur mit Kontaktbeschränkungen könne die Pandemie auf ein beherrschbares Niveau gebracht werden. Mit Blick auf die Schließung von Kultureinrichtungen sowie und in der Gastronomie sagte Merkel, sie verstehe die Frustration und die Verzweiflung gerade in diesen Bereichen. Aber die Hygienekonzepte seien nicht sinnlos. Sie würden bald wieder gebraucht.

09:43 Uhr | Haseloff: Müssen jetzt die Kurve kriegen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff sieht keine Alternative zu den neuen Corona-Auflagen. Haseloff sagte MDR AKTUELL, damit die Infektionszahlen nicht weiter stiegen, müssten die Kontakte um 75 Prozent reduziert werden. Nur wenn man das vier Wochen durchhalte, habe man die Chance, den Winter einigermaßen zu überstehen. Wenn man jetzt die Kurve nicht kriege, werde es kein Weihnachten geben, wie man sich das wünsche.

09:35 Uhr | Dehoga Sachsen: Branche wird stigmatisiert

Der Hotel- und Gaststättenverband prüft dagegen rechtliche Schritte gegen die neuen Auflagen. Sachsens Dehoga-Hauptgeschäftsführer Axel Klein kritisierte die Maßnahmen bei MDR AKTUELL als nicht notwendig und nicht zielführend. Eine ganze Branche werde stigmatisiert. Viele Reserven seien aufgebraucht. Man werde schauen, wie man den Gastronomen über die vier Wochen helfen könne und wie die Hilfen für die Branche ankommen.

08:00 Uhr | Mehr als 16.000 neue Infektionen

Die Zahl der täglich neu gemeldeten Coronavirus-Infektionen hat am Mittwoch bei 16.202 gelegen. Das geht aus Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie hervor. Diese Zahl ist ein neuer Höchststand seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland, nachdem schon in den vergangenen Tagen immer neue Rekorde erreicht wurden. Der Sieben-Tage-Durchschnitt lag jetzt bei 12.609 täglich neu bekannten Fällen. Aus Sachsen meldeten die Gesundheitsämter gestern 885 neue Fälle, aus Thüringen 273 und aus Sachsen-Anhalt 257 neue Fälle.

07:45 Uhr | Intensivmediziner ist besorgt

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen ist nach Ansicht des Leiters der Intensiv-Stationen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Stefan Kluge, "absolut besorgniserregend". Er sagte zu neuen Beschränkungen: "Uns bleibt keine andere Wahl. Wir müssen diesen Trend stoppen." In Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen würden andere Erkrankte in Kliniken schon von Covid-19-Patienten verdrängt.

Ein Konvoi aus Feuerwehr- und Polizeifahrzeugen fährt am Haupteingang des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) vorbei.
Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) Bildrechte: dpa

Ein Blick auf die derzeit nur langsam steigende Zahl der Todesopfer tauge nicht zur Einschätzung der Lage: "Wir müssen auf die Zahl der Intensivpatienten gucken. Dann wissen wir, wohin die Reise geht", sagte Kluge.

Es dauere im Schnitt zehn Tage, bis Patienten mit Symptomen auf die Intensivstation verlegt werden. Die Aufenthaltsdauer beatmeter Patienten liege dann im Schnitt bei zwei bis drei Wochen. So wirke sich die Zahl der Neuinfektionen erst mit einer Verzögerung von bis zu einem Monat auf die Zahl der Todesfälle aus.

07:00 Uhr | Kanzleramtsminister Braun wirbt um Verständnis

Kanzleramtsminister Helge Braun hat um Verständnis für den teilweisen bundesweiten Lockdown geworben. Durch die zeitweise relativ niedrigen Infektionszahlen in Deutschland hätten sich viele in Sicherheit geglaubt, sagte er im ARD-"Morgenmagazin". Die zweite Welle der Pandemie drohe aber, "binnen sechs Wochen die Krankenhäuser zu füllen und das Gesundheitssystem zu überlasten".

6:40 Uhr | Gastgewerbe: Neue Auflagen existenzbedrohend

Das deutsche Gastgewerbe kritisiert die gestern verkündeten neuen Auflagen. Der Hotel- und Gaststättenverband fürchtet, dass etwa ein Drittel der Betriebe den Winter nicht überstehen werde. Dehoga-Chefin Ingrid Hartges sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, das Verbot touristischer Übernachtungen sei faktisch ein Berufsverbot für die Branche. Viele Unternehmen erwägten, dagegen zu klagen. Hartges begrüßte es aber, dass Betriebe bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes aus dem November 2019 erstattet bekommen sollen. Diese Hilfen müssten nun auch schnell und unbürokratisch fließen, forderte die Dehoga.

Der Städte- und Gemeindebund hingegen hat die neuen Beschlüsse begrüßt. Damit sei verhindert worden, das Land in eine Art "Halbkoma" zu versetzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel will heute Vormittag im Bundestag in einer Regierungserklärung ihre Politik erläutern.

06:15 Uhr | Tickets: Bundesamt geht gegen Airlines vor

Beim Luftfahrt-Bundesamt laufen fast 300 Verfahren gegen Fluggesellschaften, weil sie Ticketkosten nicht rechtzeitig erstattet haben. Laut "Handelsblatt" bearbeitet die Behörde zurzeit mehr als 2.000 Beschwerden, bei denen es um wegen der Coronavirus-Pandemie annullierte oder verspätete Flüge geht. Meist wurde demnach die vorgegebene Frist von sieben Tagen für die Ticket-Rückerstattung nicht eingehalten. Auch die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr registrierte deutlich mehr Beschwerden als sonst.

06:10 Uhr | Post erwartet Jahresrekord bei Paketen

Die Deutsche Post rechnet in diesem Jahr mit einen neuen Rekord bei der Zustellung von Paketen. Grund dafür ist der Online-Bestellboom in der Coronavirus-Pandemie. Post-Vorstand Tobias Meyer sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, das Unternehmen erwarte hier ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das wären 1,8 Milliarden Pakete. Um den Andrang in der Weihnachtszeit bewältigen zu können, sollen bis Jahresende 10.000 neue Mitarbeiter eingestellt werden.

06:00 Uhr | Der Ticker am 29. Oktober 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Oktober 2020 | 06:00 Uhr