Coronavirus-Pandemie Ticker: Merkel glaubt an Impfstoff "sehr schnell nach Jahresende"

Nach Einschätzung von Kanzlerin Merkel wird ein Impfstoff gegen Sars-Cov-2 bald einsatzbereit sein. In Tschechien gilt bis mindestens 12. Dezember weiter der Notstand. Bundestagsabgeordnete ignorieren offenbar die Quarantäne-Regeln. Der Städte- und Gemeindebund lehnt ein Böllerverbot zu Silvester ab. Leipzig will bei weiteren Demos die Hygiene-Auflagen durchsetzen. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Angela Merkel
Nach Angaben von Bundeskanzlerin Merkel wird ein Coronavirus-Impfstoff bald nach dem Jahreswechsel zugelassen werden – vielleicht sogar früher. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Donnerstag, 19. November 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:34 Uhr | Katalonien: Kneipen und Restaurant dürfen wieder öffnen

In Katalonien können die Menschen ab Montag nach wieder in Bars, Restaurants, Kinos und Theater gehen. Die Regionalregierung in Barcelona erklärte, die Infektionslage habe sich gebessert. Allerdings gelte für die Gastronomie ab 21.30 Uhr eine Sperrstunde. Auch müsse die Auslastung auf 30 Prozent beschränkt werden. Mit der Öffnung startet die Region einen zweimonatigen Plan. Dabei soll es alle zwei Wochen neue Lockerungen geben – wenn es die Entwicklung der Pandemie zulässt. In Katalonien war die Gastronomie seit Mitte Oktober geschlossen.

22:10 Uhr | Merkel: Impfstoff "sehr schnell nach Jahresende"

Bundeskanzlerin Angela Merkel rechnet schon im Dezember oder "sehr schnell nach der Jahreswende" mit der Zulassung eines Corona-Impfstoffes in Europa. "Und dann wird das Impfen natürlich beginnen", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstagabend nach dem EU-Videogipfel.

Man muss ja sagen, dass die Nachrichten der letzten Tage bezüglich der Entwicklung eines Impfstoffes sehr zuversichtlich stimmen.

Angela Merkel, CDU Bundeskanzlerin

Am Donnerstag hatte sich bereits der Mitgründer des Impfstoffentwicklers Biontech, Ugur Sahin, zuversichtlich gezeigt. Auch er sagte, dass ein Impfstoff eventuell noch dieses Jahr zugelassen werden könnte.

21:47 Uhr | Serie A braucht Geld vom Kapitalmarkt

Italiens erste Fußball-Liga sucht in der Corona-Krise Hilfe bei Investoren. Dafür stimmten die Vereine der Serie A am Donnerstag in Rom. Noch ist nach Angaben von Liga-Präsident Paolo Dal Pino nichts unterschrieben. Allerdings bedankte sich Dal Pino bei den potenziellen Geldgebern. Private Kapitalfonds wollen demnach rund 1,7 Milliarden Euro investieren. Im Gegenzug erhielten sie zehn Prozent der Gesellschaft, die die Verkaufsrechte der Liga vertreibt.

20:42 Uhr | Tausende Schülerinnen und Schüler in Sachsen in Quarantäne

Schulen, Kitas und andere Gemeinschaftseinrichtungen in Sachsen sind zunehmend von Quarantäne-Anordnungen betroffen. Das haben Anfragen von MDR SACHSEN ergeben. Allein in Dresden gibt es demnach aktuell 74 Schulen, an denen Quarantäne. Mehr dazu erfahren Sie hier:

20:24 Uhr | Neuer Corona-Newsletter

Die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes hat auch die Gemüter in Mitteldeutschland erhitzt. Im neuen Corona-Newsletter lesen Sie einige Zuschriften, die den MDR erreicht haben. Außerdem finden Sie im Newsletter die aktuellen Infektionszahlen kompakt zusammengefasst:

20:12 Uhr | "Immense" Gewalt bei Berliner Corona-Protesten

Bei der Demonstration gegen die Corona-Politik am Mittwoch in Berlin ist es nach Angaben der Polizei zu extremer Gewalt gekommen. 77 Einsatzkräfte seien verletzt worden, teilte die Polizei am Donnerstagabend mit. Der vorläufigen Bilanz zufolge gab es 365 Festnahmen. Die Polizei leitete 257 Ermittlungsverfahren ein, unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs.

Das Potenzial und die Brutalität der Gewalt am Mittwoch waren immens.

Barbara Slowik, Berliner Polizeipräsidentin im Interview mit dem "Tagesspiegel"

Einzelne Gruppen griffen laut Polizei Einsatzkräfte an. Demonstranten versuchten demnach, ihnen die Helme vom Kopf zu zerren. Bei einigen Einsatzkräften seien die Visiere hochgerissen und Reizgas ins Gesicht gesprüht worden. Flaschen, Steine und Pyrotechnik seien geflogen. Zudem hätten etwa 40 Hooligans versucht, Absperrlinien zu durchbrechen, um in Richtung des Reichstagsgebäudes zu gelangen.

19:53 Uhr | Impfstoff noch im Dezember?

Der Mitgründer des Impfstoffentwicklers Biontech, Ugur Sahin, hält eine Auslieferung des Corona-Impfstoffs noch in diesem Jahr für möglich. Es sei "im Bereich des Möglichen, dass wir noch im Dezember vielleicht den Impfstoff ausliefern können", sagte Sahin am Donnerstag. "Aber da müssen wirklich alle sehr, sehr eng und intensiv zusammenarbeiten."

Der von Biontech und der US-Firma Pfizer entwickelte Impfstoff ist einer der Hoffnungsträger im Kampf gegen die Pandemie. Sahin hält es für möglich, dass der Impfstoff noch in diesem Jahr in den USA oder in Europa "oder in beiden Regionen" zugelassen wird. Nach Angaben des Biontech-Gründers könnten im Falle einer Zulassung bis zu 70 Prozent der Bevölkerung vor Herbst kommenden Jahres geimpft werden.

18:56 Uhr | Tschechien verlängert Notstand

Das tschechische Parlament hat einer Verlängerung des Notstands aufgrund der Corona-Pandemie bis zum 12. Dezember zugestimmt. 54 der 103 anwesenden Abgeordneten waren am Donnerstag dafür. Die Minderheitsregierung aus populistischer ANO und Sozialdemokraten hatte sich für eine Dauer bis kurz vor Weihnachten ausgesprochen. Sie konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Regierungschef Andrej Babis mahnte, es gebe gewisse Erfolge, aber die entscheidende Wende im Kampf gegen die Pandemie stehe noch aus.

Der Notstand gilt in Tschechien bereits seit dem 5. Oktober. Er ermöglicht es der Regierung, die Bürgerrechte einzuschränken und Krisenmaßnahmen ohne Zustimmung des Parlaments zu treffen.

18:41 Uhr | US-Behörden warnen vor Thanksgiving-Besuchen

Die US-Seuchenkontrollbehörde CDC rät von Reisen während des verlängerten Thanksgiving-Wochenendes ab. Sie betont, dass es sich zwar um keine verpflichtende Anordnung handle, wohl aber um eine "starke Empfehlung". Grund sei die Besorgnis, dass sich das Coronavirus an Reiseknotenpunkten wie Busbahnhöfen und Flughäfen ausbreiten könnte. Thanksgiving ist für viele Amerikaner der wichtigste Feiertag und Anlass für Familienbesuche und Feiern. Dieses Jahr fällt der Tag auf den 26. November.

Die USA sind nach wie vor das am stärksten von der Pandemie betroffene Land mit ingesamt über 11,5 Millionen Infektionen und über 250.000 Todesfällen im Zusammenhang mit Sars-Cov-2.

18:20 Uhr | Bundestagsabgeordnete ignorieren Quarantäne-Vorschriften

Mehrere Abgeordnete des Bundestags missachten offenbar die seit Monaten geltenden Corona-Regeln. In einem Rundschreiben beklagte Vizepräsidentin Claudia Roth, dass sich einige Parlamentarier "trotz positiv getesteter Kontaktpersonen in ihrem unmittelbaren Umfeld nicht in häusliche Quarantäne begeben haben".

Claudia Roth
Claudia Roth, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags Bildrechte: dpa

Das gefährde "Leben und Gesundheit" der Mitarbeiter in den betroffenen Abgeordnetenbüros, heißt es in dem Brief, über den zuerst das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" berichtet hatte. Nach Angaben der Grünen-Politikerin sind "Fälle bekannt, bei denen die Betroffenen mehrere Tage in ihren voll besetzten Büros verweilt haben, obwohl sie das Testergebnis hätten abwarten müssen".

Zur Frage, um wie viele Fälle es sich handelt und welcher Partei die jeweiligen Abgeordneten angehören, liegen keine Informationen vor. Das Rundschreiben ging den Angaben zufolge an alle 709 Parlamentarier.

17:41 Uhr | Maskenverweigerer sprüht Reizstoff in Schnellrestaurant

Zwei Gäste und zwei Angestellte sind bei einer Attacke in einem Schnellrestaurant in Berlin-Friedrichsfelde leicht verletzt worden. Ein Mann mit Sturmhaube habe in der Nacht zu Donnerstag in dem Lokal ein Reizmittel versprüht, teilte die Polizei mit. Einem Sprecher zufolge soll der Mann das Lokal zunächst ohne Mund-Nasen-Schutz betreten haben. Er gab demnach an, ein Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht zu haben, habe dieses jedoch nicht vorweisen können. Daraufhin habe der Filialleiter ihn des Hauses verwiesen. Eine Viertelstunde später sei der Mann mit Sturmhaube zurückgekehrt und habe angegriffen. Er entkam unerkannt.

17:28 Uhr | Neue Demos: Leipzig will bei Corona-Regelverstößen durchgreifen

Die Stadt Leipzig und die Polizei wollen bei erneuten Demonstrationen am Samstag die Hygiene-Auflagen entschlossen durchsetzen. "Sämtliche Verstöße" würden geahndet, teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag mit. Es seien inzwischen sieben Versammlungen für Samstag angemeldet worden, darunter auch erneut eine aus dem Umfeld von "Querdenken". Jeder Versammlung solle ein Platz zugewiesen werden, der mit Gittern abgegrenzt werde, teilte die Verwaltung mit. Der Zugang werde kontrolliert.

Die Kollegen von MDR SACHSEN informieren fortlaufend über alle Entwicklungen der Corona-Pandemie im Freistaat:

16:23 Uhr | Neue Ausgabe von Kekulés Corona-Kompass

Wie kann ein normales Leben unter Pandemiebedingungen aussehen? Warum gibt es weiter so viele Neuinfektionen? Unter anderem um diese Fragen geht es in der neuen Folge von Kekulés Corona-Kompass.

16:12 Uhr | Neue Teststrategie des RKI zeigt Ergebnisse

Um die Testlabore zu entlasten, sollen sich seit Anfang November in Deutschland lediglich Menschen mit Symptomen auf das Coronavirus testen lassen. So hat es das RKI empfohlen. Diese neue Teststrategie zeigt sich nun auch in den Statistiken. So konnte durch weniger neue Tests der Rückstau in den Laboren abgebaut werden. Zugleich stieg die Quote an positiven Tests.

16:00 Uhr | Bundestag erwägt rechtliche Schritte gegen AfD

Nach den Provokationen durch Gäste von AfD-Abgeordneten im Bundestag werden rechtliche Schritte gegen die Beteiligten geprüft. Das sagte Linken-Parlamentsgeschäftsführer Jan Korte nach Beratungen des Ältestenrats. Man habe über eine mögliche Anwendung von Paragraf 106 des Strafgesetzbuchs gesprochen. Er sieht bei Nötigung von Mitgliedern eines Verfassungsorgans oder dem Versuch dazu Freiheitsstrafen vor. Zudem soll Korte zufolge über Konsequenzen für den Parlamentsbetrieb gesprochen werden. Nach den Vorfällen werde es so nicht weitergehen. Die Störungen ereigneten sich gestern während der Parlamentsdebatte zur Reform des Infektionsschutzgesetzes.

15:50 Uhr | Brexit-Gespräche wegen Corona-Fall ausgesetzt

Die Chefunterhändler Michel Barnier und David Frost haben ihre persönlichen Gespräche über ein Brexit-Handelsabkommen der EU mit Großbritannien vorerst ausgesetzt. Zuvor war ein Mitglied des EU-Teams positiv auf Corona getestet worden. Das teilten Barnier und Frost auf Twitter mit. Die Teams verhandelten aber in Einklang mit den Richtlinien weiter, schrieb Barnier.

15:15 Uhr | Forderungen nach weniger Patentschutz

Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" ist dafür, den Patentschutz bei Corona-Medikamenten zu lockern. Die Mediziner appellierten an die Industrieländer, eine entsprechende Initiative Indiens und Südafrikas zu unterstützen. Dahinter stünden schon fast 100 Länder, aber nicht die USA, die EU-Staaten und Japan. Ziel sei es, armen Ländern zu günstigen Medikamenten, Impfstoffen und Diagnosemitteln zu verhelfen. Ähnlich sei auch vor 20 Jahren bei der Bekämpfung von Aids verfahren worden, als das Patentschutzabkommen Trips gelockert worden sei. Am Freitag will die WHO über das Thema beraten.

Eine Hand hält einen mRNA Impfstoff 5 min
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Im Gespräch mit Klaus Cichutek vom Paul-Ehrlich-Institut

MDR AKTUELL Do 19.11.2020 13:18Uhr 04:51 min

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15:06 Uhr | AfD-Fraktion entschuldigt sich für Störer im Bundestag

Die Vorsitzenden der AfD-Fraktion haben ihr Bedauern über das unangemessene Auftreten einiger Gäste von AfD-Abgeordneten im Reichstagsgebäude ausgedrückt. "Wir bedauern das inakzeptable Verhalten", erklärten Alice Weidel und Alexander Gauland am Donnerstag. Die AfD-Fraktion habe aber zu keinem Zeitpunkt "Gäste mit dem Ziel in den Bundestag eingeladen, den parlamentarischen Ablauf zu stören oder Abgeordnete an der Ausübung ihres Mandates zu behindern", hieß es weiter.

Der Sicherheitsdienst des Bundestags nannte am Donnerstag drei AfD-Abgeordnete, auf deren Einladungen hin die Störungen zurückgehen sollen. Die eingeladenen Personen hatten gestern auf den Fluren des Reichstagsgebäudes Abgeordnete bedrängt, gefilmt und beleidigt. Der Bundestag beschloss an diesem Tag die Reform des Infektionsschutzgesetzes. Politiker der anderen Fraktionen forderten Konsequenzen.

14:33 Uhr | Deutsche Eishockey Liga (DEL) kehrt zurück

Nach mehr als neunmonatiger Zwangspause startet die DEL eine Woche vor Heiligabend doch noch in eine neue Spielzeit. Darauf einigten sich die 14 Clubs am Donnerstag, nachdem sie den Saisonstart wegen der Pandemie zuvor bereits zweimal verschoben hatten. Als Starttermin legte die Liga den 17. Dezember fest. Alle 14 Erstligisten werden teilnehmen. Die Liga wird ihren Meister 2021 in einem ungewohnten Modus mit einer Gruppeneinteilung in Nord und Süd küren. Anstatt 52 Hauptrundenspiele gibt es in diesem Winter nur 38, gespielt werden soll an mehreren Wochentagen.

14:10 Uhr | Sachsen-Anhalt beschließt Pandemie-Regelungen

Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat wegen anhaltend hoher Infektionszahlen eine landesweite Pandemie-Lage ausgerufen. Damit ist es unter anderem möglich, dass Kreistage sowie Städte- und Gemeinderäte Beschlüsse auch per Videokonferenz fassen können. Außerdem werden die strengen Vorgaben für kommunale Haushalte gelockert. Die Landesregierung wird auch verpflichtet, den Innenausschuss des Landtags regelmäßig über die Situation zu informieren. Die Pandemie-Lage gilt zunächst für drei Monate.

13:39 Uhr | Coronahilfe auch für Bäckereien mit Café

Bäckereien und Konditoreien mit angeschlossenem Cafébetrieb werden von der Bundesregierung als Gastronomiebetrieb betrachtet. Sie können deshalb finanzielle Hilfen beantragen. Darauf hat der FDP-Bundestagsabgeordnete Christian Jung hingewiesen, der dazu bei der Bundesregierung angefragt hatte. Jung betonte: "Dadurch werden die Novemberhilfen auch für viele Bäcker und Konditoren möglich, die vom Lockdown ebenso betroffen sind wie konventionelle Gastronomiebetriebe.

13:28 Uhr | PEI hält Corona-Impfstoff für sicher

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat Behauptungen widersprochen, ein Corona-Impfstoff könne das Erbgut von Menschen schädigen. Präsident Klaus Cichutek sagte MDR AKTUELL, solche Warnungen seien falsch. Experimentelle Untersuchungen hätten keine Veränderungen oder Schädigungen an der menschlichen DNA gezeigt. Cichutek betonte, die Impfstoffentwickler hätten große klinische Tests mit zum Teil mehr als 60.000 Probanden gestartet. Dadurch gebe es eine breite Datenbasis, um Wirksamkeit und Sicherheit zu beurteilen. Das Paul-Ehrlich-Institut ist für die Zulassung von Impfstoffen in Deutschland verantwortlich.

13:05 Uhr | Städtebund gegen generelles Böllerverbot

Der Städte- und Gemeindebund lehnt das von einigen Politikern wegen der Coronakrise geforderte allgemeine Feuerwerksverbot ab. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte: "Die Leute haben doch Frust ohne Ende. Alles wird verboten, nirgends kann man hin." Natürlich werde es bei der aktuellen Infektionslage kein Silvester geben mit riesigen Partys und großen Feuerwerken. Für die einzelnen Haushalte sehe er aber keinen Anlass für ein pauschales Verbot.  

Einige Städte hatten schon vor Monaten Verbotszonen etwa in Innenstädten angekündigt. Wegen der Corona-Pandemie fordern nun einige Innenpolitiker und Polizei-Gewerkschafter ein generelles Böllerverbot an Silvester. Bundesinnenminister Horst Seehofer hat sich dagegen ausgesprochen. 

 Feuerwerk explodiert in der Silvesternacht über der historischen Altstadtkulisse an der Elbe mit der Frauenkirche 2 min
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Polizeigewerkschaft und Politiker fordern ein Böllerverbot

MDR AKTUELL Do 19.11.2020 09:18Uhr 01:33 min

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12:15 Uhr | Corona-Krise verschärft Einkommenskluft

Die Corona-Krise verschärft die Ungleichheit zwischen hohen und niedrigen Einkommen. Das belegt eine Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Wer schon vorher ein niedriges Einkommen hatte, sei durch die Pandemie fast doppelt so häufig von Verlusten betroffen wie Gutverdiener. Demnach erlitten insgesamt knapp ein Drittel der mehr als 6.300 befragten Erwerbstätigen und Arbeitssuchenden zwischen April und Juni dieses Jahres Einkommenseinbußen. In den Gruppen mit Haushaltseinkommen unter 1.500 Euro netto monatlich lag der Anteil deutlich über 40 Prozent, bei Befragten mit über 4.500 Euro netto lediglich bei 26 Prozent. Von den Verlusten sind neben Selbstständigen prekär Beschäftigte wie Leiharbeiter oder Minijobber besonders hart betroffen.

11:40 Uhr | Im Handwerk werden Mitarbeiter knapp

Drei von zehn Handwerksbetrieben beklagen Personalmangel wegen Quarantäne-Maßnahmen. Das ergab eine Befragung des Zentralverbands Deutsches Handwerk. ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer sagte dem Deutschlandfunk, in den betroffenen Betrieben fehle jeder fünfte Beschäftigte. Gründe seien Erkrankungen, Quarantäne oder weil Angehörige oder Kinder betreut werden müssten. Besonders betroffen seien persönliche Dienstleistungen wie etwa Friseursalons und vor allem weibliche Beschäftigte.

11:13 Uhr | Greizer Bürgermeister in Quarantäne

Das Gesundheitsamt hat den Greizer Bürgermeister Alexander Schulze und zahlreiche weitere Beschäftigte der Stadtverwaltung in Quarantäne geschickt. Schulze sagte dem MDR, an einer größeren Bauberatung habe ein infizierter Mitarbeiter teilgenommen. Alle Betroffenen arbeiten damit nun im Homeoffice. Schulze zufolge ist die Arbeit der Verwaltung nicht gefährdet. Für heute geplante Ausschuss-Gespräche wurden abgesagt.

10:45 Uhr | Russland mit Rekordzahlen

In Russland ist die Gesamtzahl der Corona-Infektionen auf über zwei Millionen gestiegen. Die Gesundheitsbehörden melden 23.610 neue Ansteckungen und 463 Todesfälle binnen eines Tages – beides neue Höchstwerte.

10:20 Uhr | RKI-Chef Wieler: Hohe Dunkelziffer bei Infektionen

Das Robert Koch-Institut sieht in Deutschland eine Stabilisierung der Corona-Neuinfektionen auf hohem Niveau. Dabei liegen einzelne Regionen wie Sachsen über dem Bundesdurchschnitt. Auch Thüringen verzeichnet demnach derzeit einen der stärksten Anstiege in Deutschland. Nach RKI-Angaben wirken die verschärften Infektionsmaßnahmen, jedoch langsam.

RKI-Chef Lothar Wieler mahnte, Deutschland sei "noch lange nicht über den Berg". Die Infektionszahlen müssten stärker gesenkt werden. Die Kapazitäten vieler Gesundheitsämter seien erschöpft, viele Kontaktpersonen würden zu spät informiert. Da nicht mehr alle Fälle verfolgt werden könnten, steige die Dunkelziffer an Infizierten. Das RKI schätze, dass es etwa vier bis fünf Mal mehr Ansteckungen gebe als bekannt.

Für diese Woche erwartet das RKI bundesweit mehr als 1.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Die Experten warnen zugleich, es gebe viele junge Infizierte. Auch bei mildem Verlauf drohten teils ernsthafte Spätfolgen.

10:02 Uhr | Österreich: Viele Todesopfer in Heimen

Die zweite Corona-Welle trifft in Österreich besonders Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren zuletzt in mehreren Bundesländern gut 80 Prozent der Covid-19-Todesopfer Heimbewohner, ein doppelt so hoher Anteil wie im Gesamtverlauf der Pandemie. Von den insgesamt bislang etwa 1.800 Toten in Österreich waren 1.150 über 75 Jahre alt.

09:35 Uhr | Ruf nach Silvester ohne Feuerwerk

Angesichts der angespannten Infektionslage fordern Innenpolitiker und Polizei ein Böller-Verbot an Silvester. Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sagte der "Bild"-Zeitung, zum Feuerwerk gesellten sich rasch Alkohol, Personengruppen und Partystimmung –  und das sei nicht angesagt. Auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Michael Kuffer plädierte dafür, Böllerei und Feuerwerk dieses Jahr zu verbieten. In Berlin rufen die Grünen dazu auf, an Silvester neben großen Partys auch das Feuerwerk zu untersagen. NRW-Innenminister Herbert Reul unterstützte das, entscheiden müssten jedoch die Kommunen.

09:00 Uhr | Psychologe: Telefonieren hilft gegen Einsamkeit

Um soziale Isolation und Corona-Ängste besser bewältigen zu können, empfiehlt der Stressforscher Mazda Adli von der Berliner Charité Telefonieren. Der Psychologe sagte im ZDF, gerade in Zeiten der physischen Distanz sei Kommunikation über das Telefon oder soziale Medien besonders wichtig. Er erlebe eine wachsende Zahl von Menschen, die von Ängsten betroffen seien.

08:46 Uhr | Afrika überschreitet Zwei-Millionen-Marke

Afrika hat die Marke von zwei Millionen nachgewiesenen Corona-Ansteckungen überschritten. Der Afrikanischen Gesundheitsorganisation zufolge sind bislang mehr als 2.013.000 Fälle dokumentiert. Mehr als 48.000 Menschen auf dem Kontinent seien im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben. Etwa ein Drittel der Infektionen wurde in Südafrika erfasst. Weitere Schwerpunktländer sind Marokko, Ägypten, Algerien und Nigeria.

08:20 Uhr | Erneut mehr als 20.000 Neuinfektionen

Die Zahl der Neuansteckungen in Deutschland verharrt auf hohem Niveau. Am Mittwoch registrierte das Risklayer-Datenprojekt der Uni Karlsruhe bundesweit 20.801 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2. Das lag etwa auf dem Niveau von vor einer Woche, jedoch waren es im Vergleich zum Vortag 4.000 Neuinfektionen mehr. In Sachsen wurden 1.471 neue Ansteckungen erfasst, in Thüringen 420 und in Sachsen-Anhalt 331.

07:45 Uhr | Verdachtsfall in Samoa

Die Corona-Pandemie hat offenbar auch den Inselstaat Samoa im Pazifik erreicht. Nach Regierungsangaben wurde ein Seemann positiv auf das Virus getestet. Allerdings sei ein zweiter Test negativ ausgefallen. Der Mann wurde isoliert. Premierminister Tuilaepa Sailele Malielegaoi rief in einer Rede an die Nation die Bevölkerung zur Ruhe auf.

07:00 Uhr | Ärzte gegen Kontaktverbot für Kinder

Kinderärzte in Deutschland sind dagegen, dass sich Kinder nur mit einem einzigen Freund oder einer Freundin treffen sollen. Verbandspräsident Thomas Fischbach sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", erwiesenermaßen verbreiteten Kinder im Alter bis zehn Jahre das Coronavirus deutlich seltener. Für Jugendliche sei eine solch strenge Kontaktbeschränkung überflüssig und sogar schädlich. Bund und Länder hatten am Montag in einem Beschluss empfohlen, dass sich Familien nur noch mit einem weiteren festen Hausstand treffen sollten. Das schließe auch Kinder und Jugendliche ein.

06:25 Uhr | Rekord bei Neuansteckungen in Japan

Japan meldet mit etwa 2.000 Infektionen einen Höchstwert bei täglichen Neuansteckungen mit dem Coronavirus. Regierungschef Yoshihide Suga rief die "höchste Alarmstufe" aus. Er forderte die Bevölkerung zum Maskentragen auf und appellierte, dass sich in Restaurants maximal vier Leute treffen sollten. Zudem kündigte er in besonders betroffenen Regionen strengere Schutzmaßnahmen an. Japan ist bislang relativ schwach von der Pandemie betroffen, mit bislang knapp 121.000 registrierten Infektionen und 1.900 Todesfällen.

06:15 Uhr | Hunderte Festnahmen in Berlin

Nach Protesten am Mittwoch in Berlin  gegen das neue Infektionsschutzgesetz ist es in der Nacht ruhig geblieben. Wie die Polizei mitteilte, hielten sich am Abend noch Hunderte Menschen unerlaubt am Schloss Bellevue auf. Einige seien weggetragen worden. Bei den Demos gestern wurden nach einer ersten Bilanz 365 Menschen vorübergehend in Gewahrsam genommen. Wie die Polizei mitteilte, hatten sie zumeist gegen die Corona-Regeln verstoßen. Zudem seien Polizisten mit Flaschen, Steinen und Böllern beworfen worden. Mindestens zehn Beamte seien verletzt worden.  

06:10 Uhr | Mehr als 250.000 Tote in den USA

In den USA sind seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als eine Viertelmilion Menschen mit einer Infektion gestorben. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. So viele Tote hat kein anderes Land zu verzeichnen. Die USA befinden sich nach Angaben der Corona-Arbeitsgruppe im Weißen Haus an einem gefährlichen Punkt in der Pandemie. Das sei kein falscher Alarmismus. New York verschärfte erneut seine Maßnahmen. So wurden alle städtischen Schulen geschlossen.  

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 19. November 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt unterhalb.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. November 2020 | 06:00 Uhr