Coronavirus-Pandemie Ticker: Kein Karneval in Wasungen

Der Karneval in der Thüringer Hochburg Wasungen ist abgesagt worden. Bundespolizisten haben innerhalb von gut einer Woche rund 15.000 Bahnreisende ohne Mund-Nasen-Schutz ermahnt. Österreich schränkt private Kontakte wieder ein. In deutschen Laboren gibt es einen Bearbeitungsstau von Tests. Bundesweit gibt es gut 10.000 Verfahren wegen Betrugs mit Soforthilfen. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Unser Ticker am Donnerstag, 17. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:40 Uhr | Entlastungen für Kommunen beschlossen

Der Bundestag hat eine milliardenschwere Entlastung der Kommunen beschlossen. Zum einen kompensiert der Bund in diesem Jahr einmalig die Einnahmeausfälle bei der Gewerbesteuer, die maßgeblich auf die Corona-Krise zurückzuführen sind. Dafür zahlt der Bund zunächst an die Länder 6,1 Milliarden Euro. Zum anderen beteiligt er sich dauerhaft stärker an den Kosten für Unterkunft und Heizung bei Hartz-IV-Empfängern. Für beide Maßnahmen wurde eine Änderung des Grundgesetzes beschlossen. Der Bundesrat muss noch zustimmen, geplant ist dies an diesem Freitag.

22:01 Uhr | Landrat des Burgenlandkreises mit Corona infiziert

Götz Ulrich
Götz Ulrich Bildrechte: dpa

Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der Kommunalpolitiker auf Twitter mit. Ulrich erklärte, er fühle sich wie bei einer Grippe - mit leichtem Fieber, Husten und Kopfschmerzen. Den Corona-Test habe er machen lassen, weil er am Dienstag Fieber und Husten gehabt habe. Die kommenden Tage werde er in häuslicher Quarantäne bleiben. Derzeit wird geprüft, wie viele Mitarbeiter des Landratsamtes aus dem Umfeld Ulrichs ebenfalls in Quarantäne gehen müssen.

21:45 Uhr | Wasunger Karneval abgesagt

Der 486. Karneval in der Thüringer Hochburg Wasungen ist abgesagt worden. Das gaben Bürgermeister Thomas Kästner und der Wasunger Carneval Club bekannt. Sie erklärten, die finanziellen und gesundheitlichen Risiken seien angesichts der Corona-Lage zu groß. Wasungen gehört zu den ältesten Karnevalsorten in Deutschland. Höhepunkt jeder Karnevalssaison ist der große historische Festumzug mit 80 Gruppen und zehn Musikkapellen, der jeweils am Samstag vor Aschermittwoch stattfindet. Laut Verein ist der Wasunger Karneval zuletzt vor 30 Jahren während des Golfkriegs ausgefallen.

21:12 Uhr | Wehrbeauftragte Högl in Quarantäne

Eva Högl (SPD), Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, blickt in ihrem Büro in die Kamera des Fotografen.
Eva Högl Bildrechte: dpa

Die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl, hat sich vorsorglich in Corona-Quarantäne begeben. Ihr Büro sprach von einer Vorsichtsmaßnahme. Högl habe bei einem Truppenbesuch Kontakt zu einer infizierten Soldatin gehabt. Entsprechend der geltenden Vorsichtsmaßnahmen bleibe die Wehrbeauftragte bis Dienstag in häuslicher Quarantäne. Ein Test sei erfolgt, ein Ergebnis liege noch nicht vor.

20:25 Uhr | Erhöhter Infektionsschutz für Schulen im Weimarer Land

Das Thüringer Bildungsministerium hat für die Schulen im Landkreis Weimarer Land besondere Infektionsschutzregeln angeordnet. Damit können Lehrer und Schüler, die zur Risikogruppe gehörten, zu Hause bleiben. Grund ist ein sprunghafter Anstieg von Corona-Neuinfektionen im Kreis. Die Zahlen waren vor allem nach der Rückkehr einer Senioren-Reisegruppe aus einem tschechischen Kurbad. Eine der Reisenden hat offenbar einen Angehörigen in einem Apoldaer Pflegeheim angesteckt. Der 84 Jahre alte Mann wurde ebenfalls positiv getestet. Wegen des Corona-Falls wurden am Donnerstag etwa 220 Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung auf das Coronavirus getestet. Wie das Landratsamt mitteilte, werden die Ergebnisse für das Wochenende erwartet.

19:10 Uhr | Niederländische Provinzen zu Risikogebieten erklärt

Die Bundesregierung hat die niederländischen Provinzen Nordholland und Südholland zu Risikogebieten erklärt und eine Reisewarnung ausgesprochen. Beide Provinzen liegen im Westen des Landes und bilden die am dichtesten besiedelte Region des Landes. In den beiden Provinzen liegen sowohl die größten niederländischen Städte Amsterdam, Rotterdam und Den Haag als auch beliebte Badeorte wie Scheveningen, Zandvoort und Bergen aan Zee. Rückkehrer aus Risikogebieten müssen sich für 14 Tage in Quarantäne begeben, oder einen negativen Coronatest vorweisen. Die Reisewarnung ermöglicht es Urlaubern, Buchungen für Pauschalreisen kostenlos zu stornieren.

18:14 Uhr | Freizeitverhalten während Pandemie verändert

Während der Corona-Pandemie hat sich das Freizeitverhalten der Deutschen stark verändert. Zu diesem Ergebnis kommt die jährliche Studie "Freizeit-Monitor" in der Ausgabe 2020. Die Nutzung des Internets hat das Fernsehen als Lieblingsfreizeitbeschäftigung der Deutschen demnach abgelöst. 96 Prozent der Befragten nutzten mindestens einmal in der Woche das Internet. 86 Prozent sähen mindestens einmal wöchentlich fern. Die Umfrage habe außerdem ergeben, dass sich im Zuge der Pandemie das soziale Miteinander und die Aktivitäten innerhalb der Familie verstärkt hätten. Zudem habe die Hälfte der Befragten angegeben, lange aufgeschobene Dinge erledigt zu haben. Dazu gehörten die Steuererklärung oder das Durchsehen der Versicherungsunterlagen.

17:50 Uhr | Datenpanne bei Coronatests im Unterallgäu

Im Unterallgäu sind die Coronatest-Ergebnisse und Daten von mehr als 2.000 Menschen an falsche Adressen gemailt worden. Das teilte das Landratsamt mit. Die Betroffenen seien zwischen dem 13. März und dem 6. April am Drive-In, in der Infektpraxis oder über den Fahrdienst des Gesundheitsamts getestet worden. Ihre Daten seien als Tabelle an etwa 180 externe Empfänger gegangen. Auf der Liste hätten Name, Geburtsdatum und Testergebnis gestanden. Kontaktdaten und Adressen seien nicht dabei gewesen. Das Landratsamt erklärte, die Daten seien zwar verschlüsselt gewesen, wer aber technisch versiert sei, habe dies unter Umständen umgehen können.

17:35 Uhr | Corona-Sonderregeln für Praxisbesuche künftig regional möglich

Ärztin in einer Praxis, kommuniziert mit dem Patienten über eine Webcam, Patientendaten und Befunde auf dem Monitor
Krankschreibung per Telefon soll regional möglich sein. Bildrechte: IMAGO

Bei stark steigenden Corona-Infektionszahlen in einzelnen Gegenden sollen Sonderregeln für Patienten künftig auch regional ermöglicht werden. Dazu gehören etwa Krankschreibungen per Telefon ohne Praxisbesuch. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen festgelegt. Die Ausnahmeregeln müssen räumlich und zeitlich begrenzt sein. Der Gemeinsame Bundesausschuss muss diesen gesondert zustimmen. Im Frühjahr hatte es solche Sonderregelungen jeweils bundesweit gegeben.

16:38 Uhr | Virologe Liebert: Anstieg der Corona-Zahlen nicht überraschend

Der Virologe Uwe Gerd Liebert von der Universität Leipzig hält den Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Deutschland nicht für überraschend. Liebert sagte MDR AKTUELL, man sehe ja auch in den Nachbarländern, dass die Zahlen stiegen. Man habe in Deutschland aber mehr einen linearen Anstieg. Das sei nicht schön, aber zur Zeit in keiner Weise bedrohlich. Beunruhigend wäre es, wenn die Zahlen exponentiell stiegen.

Liebert beklagte, dass sich vielerorts eine gewisse Sorglosigkeit breitgemacht habe. Viele hielten die Zahlen für sehr gering und glaubten, dass es sie schon nicht treffen werde. Das sei das Gefährliche. Zudem sei es ein großer Fehler der Politiker, einen Wettbewerb zu machen, wer am schnellsten und am weitesten die Schutzmaßnahmen öffne. Das sollte man auf keinen Fall tun.

16:10 Uhr | Leipziger Lichtfest nur im kleinen Rahmen

Das Leipziger Lichtfest findet wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nur im kleinen Rahmen statt. Wie die Veranstalter mitteilten, sind am 9. Oktober insgesamt nur 250 geladene Teilnehmer zugelassen. Für die Hälfte der Plätze können sich interessierte Personen bewerben. Das Friedensgebet in der Nikolaikirche wird der Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, Roland Löffler, halten. Das anschließende Lichtfest wird auf den Platz vor der Kirche verlegt. Alle Veranstaltungen werden live im Internet übertragen. Das Lichtfest erinnert an den 9. Oktober 1989, als in Leipzig zehntausende Menschen gegen die DDR-Regierung protestierten.

15:50 Uhr | Sachsens Wirtschaftsminister Dulig in Quarantäne

Martin Dulig
Martin Dulig Bildrechte: SMWA Götz Schleser

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig muss nach einer Wien-Reise in häusliche Quarantäne. Ein Ministeriumssprecher sagte, Dulig und die Mitglieder einer Wirtschaftsdelegation hätten sich nach der Rückkehr am Abend noch am Dresdner Flughafen auf das Coronavirus testen lassen. Bis das Ergebnis vorliege, würden sich alle 27 Mitreisenden in Quarantäne begeben. Darunter ist auch der CDU-Landtagsabgeordnete Lars Rohwer. Dulig und die Delegation waren seit Sonntag in Österreich darunter in Wien unterwegs. Am Mittwoch hatte das Robert Koch-Institut die österreichische Hauptstadt zum Corona-Risikogebiet erklärt. Die sächsische Corona-Schutzverordnung sieht vor, dass alle, die in den vergangenen 14 Tagen ein Risikogebiet besucht haben, in Quarantäne müssen. Diese kann auch durch einen negativen Test abgekürzt werden.

15:35 Uhr | 15.000 Bahnreisende ohne Maske in einer Woche

Die Bundespolizei hat innerhalb von fünf Tagen 15.000 Reisende an Bahnhöfen oder in Zügen ermahnt, weil sie keinen Mund-Nasen-Schutz getragen haben. Wie die Bundespolizei mitteilte, zeigte sich der überwiegende Teil der Reisenden einsichtig. In 221 Fällen sei das zuständige Gesundheitsamt informiert, um Bußgelder zu verhängen. Bundespolizisten selbst dürfen keine Bußgelder verhängen, wenn jemand ohne Gesichtsmaske unterwegs ist. Dafür sind die Länder zuständig. Die Verkehrsunternehmen können Reisende ohne Mund-Nasen-Schutz von der Weiterreise per Zug ausschließen. Dabei helfen Bundespolizisten.

Beamte der Bundespolizei und Mitarbeiter der DB Sicherheit stehen in einem IC kurz vor dem Berliner Hauptbahnhof und kontrollieren, ob die coronabedingte Maskenpflicht eingehalten wird
Bundespolizisten helfen der Bahn, die Maskenpflicht in Zügen durchzusetzen. Bildrechte: dpa

15:05 Uhr | Pauschales Attest zu wenig für Befreiung von Maskenpflicht

Ein pauschales Attest reicht nicht für eine Befreiung von der Maskenpflicht in Schulen. Das hat das Verwaltungsgericht Würzburg entschieden. Danach reicht es nicht aus, Schülern ohne jede Begründung zu bescheinigen, aus gesundheitlichen Gründen keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen zu können. Die Richter erklärten, es fehle eine konkrete Diagnose eines Krankheitsbildes. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Gefälligkeitsatteste die Maskenpflicht und deren Wirksamkeit unterliefen.

Aktenzeichen: Amtsgericht Würzburg W 8 E 20.1301

14:50 Uhr | Österreich schränkt soziale Kontakte ein

Die österreichische Regierung hat die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus wieder verschärft. Grund sind steigende Infektionszahlen. Kanzler Sebastian Kurz sagte, da die Ansteckungen vor allem im privaten Bereich erfolgten, müssten künftig soziale Kontakte reduziert werden. Sämtliche private Feiern und Zusammenkünfte sollen ab kommendem Montag auf zehn Personen beschränkt werden. In Lokalen und Restaurants dürfen maximal zehn Personen an einem Tisch sitzen. Auf Märkten, in Kirchen und beim Betreten und Verlassen von Restaurants muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

14:00 Uhr | FC Bayern spielt vor leeren Rängen

Das Eröffnungsspiel der Fußball-Bundesliga am Freitagabend zwischen dem FC Bayern und Schalke steigt ohne Zuschauer. Das entschied die Stadt München mit Verweis auf die steigenden Corona-Infektionszahlen in der Landeshauptstadt. Zu anderen Partien werden hingegen Zuschauer ins Stadion gelassen. So tritt RB Leipzig am Samstag vor 8.500 Fans gegen Mainz an.

13:10 Uhr | WHO: Fallzahlen in Europa höher als im März

Die Weltgesundheitsorganisation WHO ruft die Europäer angesichts steigender Fallzahlen zu besserem Infektionsschutz auf. Die wöchentlichen Daten überstiegen die während der ersten Hochphase der Epidemie im März. Der Direktor des WHO-Europa-Büros, Hans Kluge, nannte die Übertragungsraten alarmierend, auch wenn jetzt mehr getestet werde. Kluge sprach von einem Weckruf, die Hygieneregeln, das Abstandhalten und den Mund-Nasen-Schutz weiter ernst zu nehmen. Größere Versammlungen sollten vermieden werden. Zugleich müsse man auf die Sorgen der Bürger eingehen und auch auf eine gewisse Corona-Müdigkeit.

12:35 Uhr | Hunderte Menschen bei Ausbruch in Hamburg betroffen

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Bar im Hamburger Schanzenviertel gehen die Behörden von etwa 600 Betroffenen aus. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde sind bereits 500 Besucher aus nahezu allen Stadtteilen erfasst. Viele seien schon in Quarantäne. Bislang seien sechs Corona-Tests positiv ausgefallen, darunter bei mehreren Beschäftigten des betroffenen Lokals. Nach etwa 100 Gästen werde noch gesucht. Viele hätten falsche Kontaktdaten angegeben.

11:25 Uhr | Testrückstau in den Laboren

Die zuletzt stark erhöhte Zahl von Corona-Testungen in Deutschland hat zu einem Bearbeitungsrückstau in den Laboren geführt. Dem Robert Koch-Institut zufolge meldeten zuletzt 70 Labore einen Rückstau von mehr als 32.000 Proben. Das RKI erwartet, dass durch die Nachmeldungen die Neuinfektionszahlen weiter steigen werden. Da es bei weltweit hoher Nachfrage Lieferengpässe in den Laboren gebe, könnte sich die Testkapazität in Deutschland sogar noch weiter verringern und die durchschnittliche Bearbeitungszeit verlängern. Bislang wurden in Deutschland insgesamt rund 14,6 Millionen Tests auf Sars-CoV-2 von insgesamt 252 Laboren geleistet. Dabei wurden knapp 300.000 Ansteckungen festgestellt.

11:05 Uhr | Opernstar Netrebko an Covid-19 erkrankt

Die Opernsängerin Anna Netrebko liegt wegen einer durch das Coronavirus ausgelösten Lungenentzündung im Krankenhaus. Wie die 48-Jährige mitteilte, wird sie seit fünf Tagen behandelt. Netrebko sollte in einer Inszenierung der Verdi-Oper "Don Carlos" am Moskauer Bolschoi-Theater singen. Die Aufführungen waren bereits wegen einer anderen Corona-Infektion im Ensemble abgesagt worden.

10:38 Uhr | Tschechien erstmals mit mehr als 2.000 Neuinfektionen

In Tschechien ist erstmals die Schwelle von 2.000 Corona-Ansteckungen binnen eines Tages überschritten worden. Das Gesundheitsministerium registrierte am Mittwoch 2.139 neue Fälle. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg damit auf rund 41.000. 482 Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19. Erst gestern hatte die Bundesregierung die Reisewarnung für das Nachbarland sowie in weitere europäische Regionen ausgeweitet.

10:05 Uhr | Oxfam-Kritik: Reiche Länder sichern sich Impfstoffe

Die westlichen Industrieländer haben sich nach einem Bericht der Hilfsorganisation Oxfam bereits mehr als die Hälfte der angekündigten Corona-Impfstoffmenge gesichert. Demnach schlossen die USA, die EU-Staaten, Großbritannien, die Schweiz und Australien mit den fünf großen Herstellern der fünf aussichtsreichsten Impfstoffkandidaten Verträge über etwa 2,7 Milliarden Euro Dosen ab. Das sei mehr als die Hälfte aller bisherigen vertraglichen Vorbestellungen von 5,3 Milliarden Dosen, obwohl in diesen reichen Staaten nur 13 Prozent der Weltbevölkerung lebten. Die anderen 2,6 Milliarden Dosen haben demnach Schwellenländer wie Brasilien, Indien, Mexiko und China bestellt. Oxfam verlangt, auch ärmeren Ländern ausreichend Impfstoff zur Verfügung zu stellen.

09:10 Uhr | Mehr Kinderarmut durch Pandemie

Durch die Corona-Pandemie sind einer Studie zufolge 150 Millionen Kinder in Armut geraten. Nach einem Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef und der Hilfsorganisation Save the Children ist das ein Anstieg von 15 Prozent. Insgesamt seien jetzt weltweit 1,2 Milliarden Kinder von Armut betroffen. Für die Studie wurden Daten aus mehr als 70 Staaten ausgewertet. Unicef-Chefin Henrietta Fore erwartet einen weiteren Anstieg, da die Pandemie noch nicht vorbei sei. Sie verlangte, dem Kampf gegen Kinderarmut Vorrang einzuräumen.

08:30 Uhr | Mehr als 2.000 Neuinfektionen

In Deutschland sind erstmals seit Mitte April wieder mehr als 2.000 Neuansteckungen mit Sars-Cov-2 registriert worden. Laut dem Risklayer-Datenprojekt der Uni Karlsruhe gab es am Mittwoch bundesweit 2.023 Neuinfektionen. Mehrere Landkreise und Städte in Bayern melden mehr als 50 Infektionen je 100.000 Einwohner, was als kritische Marke gilt. Das Weimarer Land als aktuell einziger Hotspot in Mitteldeutschland verzeichnet aktuell einen Wert von 44. Laut dem Situationsbericht des Robert Koch-Instituts liegt der sogenannte R-Wert bundesweit weiter um 1. Das heißt, ein Infizierter steckt im Schnitt etwa eine weitere Person an. Auffällig ist dem Bericht zufolge, dass sich in den letzten Wochen vermehrt jüngere Personen angesteckt haben. Deutschlandweit werden aktuell 233 Covid-19-Patienen intensivmedizinisch behandelt, 128 von ihnen werden beatmet.

07:40 Uhr | Virologe Streeck: Debatte um Impfstoff-Termin "unseriös"

Der Bonner Virologie-Professor Hendrik Streeck mahnt, man könne kaum vorhersagen, wann ein wirksamer Impfstoff gegen Covid-19 marktreif sei. Er sagte dem "Handelsblatt": "Schon die Debatten darum halte ich für teils recht unseriös." Zwar lasse sich ein Wirkstoff schnell kreieren, doch die Wirksamkeit und Verträglichkeit müsse man erst in den Tests nachweisen. Diese Testphase sei "immer voller Überraschungen".

07:00 Uhr | In Sachsen-Anhalt  gelten gelockerte Auflagen

In Sachsen-Anhalt werden die Corona-Maßnahmen ab heute weiter gelockert. Mit der neuen Eindämmungsverordnung darf etwa in Gaststätten der Mindestabstand von 1,50 Meter unterschritten werden, wenn Plexiglaswände die Plätze trennen. In geschlossenen Räumen sind Veranstaltungen mit bis zu 500 Personen möglich, ab dem 1. November sogar mit bis zu 1.000. Auch Diskotheken dürfen dann wieder öffnen. Dazu müssen sie ein Hygienekonzept vorlegen und dürfen nur zu 60 Prozent ausgelastet sein.

06:45 Uhr | Tausendfacher Betrug mit Corona-Hilfen

Bundesweit ermitteln Staatsanwaltschaften in mehr als 10.000 Fällen wegen erschlichener Corona-Soforthilfen. Das geht aus einer bundesweiten Umfrage der Deutschen Richterzeitung hervor, über die das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet. Demnach geht es dabei in der Regel um Fälle von Subventionsbetrug, die vertiefte einzelfallbezogene Ermittlungen erfordern und sich nicht standardisiert als Massenverfahren erledigen lassen.

06:30 Uhr | Kinobranche will Abstandsregeln lockern

Die Kinobranche fordert gelockerte Abstandsregelungen beim Kinobesuch. In einer Erklärung zur 20. Filmkunstmesse in Leipzig heißt es, bundesweit sollte der Abstand auf einen Sitzplatz zwischen Besuchergruppen reduziert werden, ohne Maskenpflicht während des Films. Die AG Kino-Gilde Deutscher Filmkunsttheater nennt als Vorbild Sachsen und Nordrhein-Westfalen, wo das schon gelte. In den meisten Bundesländern gelte jedoch noch 1,50 Meter Abstand zwischen Besuchergruppen. Damit sei die  Auslastung auf bis zu 30 Prozent beschränkt – das komme einem Berufsverbot gleich.

06:10 Uhr | Neues Insolvenzrecht geplant

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht will im Herbst einen Gesetzentwurf zur Reform des Insolvenzrechts vorlegen. Lambrecht kündigte in der "Augsburger Allgemeinen" an, das neue Sanierungs- und Insolvenzrecht solle "über die gegenwärtigen Krisenerscheinungen" hinaus gelten. Wenn alle mitzögen, könne die Reform Anfang kommenden Jahres in Kraft treten.

06:00 Uhr | Der Ticker vom Donnerstag

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über alle aktuellen Entwicklungen zur Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. September 2020 | 06:00 Uhr