Coronavirus-Ticker 4. Juni: Lufthansa fliegt aus dem Dax

Nach schweren Kursverlusten fällt Deutschlands größte Airline aus dem Leitindex heraus. Laut ARD-Deutschlandtrend unterstützt die Mehrheit der Menschen in Deutschland den Kurs der Bundesregierung in der Corona-Krise. Dazu passt das Lob für das Konjunkturprogramm der GroKo, Kritik gibt es wenig. Tschechien plant, die Grenze zu Nachbarländern bereits am Wochenende zu öffnen. Die Entwicklungen im Ticker.

Lufthansa
Nach heftigem Wertverlust infolge der Corona-Krise steigt die Lufthansa aus dem Leitindex Dax in den MDax ab. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Unser Ticker am Donnerstag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie ab dem Morgen in unserem Ticker vom Freitag.

22:15 Uhr | Lufthansa steigt in den MDax ab

Nach schweren Kursverlusten in der Corona-Krise verliert die Lufthansa ihren Platz im Deutschen Leitindex Dax. Deutschlands größte Fluggesellschaft steigt zum 22. Juni in den MDax der mittelgroßen Werte ab, wie die Deutsche Börse am Donnerstagabend mitteilte. Die Lufthansa war seit Gründung 1988 im Dax dabei. Infolge der Corona-Pandemie brach das Geschäft komplett weg und der Aktienkurs binnen weniger Wochen um mehr als 40 Prozent ein. Der Staat will mit neun Milliarden Euro bei der Fluggesellschaft einsteigen, um eine Pleite zu verhindern. Anstelle der Lufthansa rückt der Berliner Immobilienkonzern Deutsche Wohnen in den Kreis der 30 größten deutschen Aktienunternehmen auf.

21:30 Uhr | Merkel und Scholz: Mehrwertsteuernachlass nur dieses Jahr

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Olaf Scholz lehnen eine mögliche Verlängerung der geplanten Mehrwertsteuersenkung über den 31. Dezember 2020 ab. "Das ist für mich ein Stichtag", sagte Merkel im ZDF. In der ARD erläuterte sie, Deutschland könne sich die Finanzausfälle auf Dauer gar nicht leisten. Dann müsste man Schulden machen, die nicht vertretbar seien. Auch Vizekanzler Scholz pocht auf die verabredete Befristung bis Jahresende. Er sagte dem "Handelsblatt": "Sonst hat das keinen ökonomischen Effekt." Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hatte eine Verlängerung der Steuersenkung vorgeschlagen, falls die Coronakrise länger andauern sollte.

20:45 Uhr | Schweden weitet Coronatests aus

In Schweden können sich künftig Menschen mit Covid-19-Symptomen kostenlos auf eine Coronavirus-Infektion und Antikörper testen lassen. Finanzminister Per Bolund kündigte an, der Staat trage die Kosten und übernehme im Falle einer Infektion die Rückverfolgung von Kontaktpersonen. Die Regierung stelle dafür umgerechnet 564 Millionen Euro bereit. Ab Mitte Juni sollen zudem Inlandsreisen wieder erlaubt sein, bei Einhaltung der Distanzregeln. In Schweden wurden bislang fast 42.000 Corona-Infektionen registriert, mehr als 4.500 Menschen starben.

20:05 Uhr | Zwei neue Todesopfer in Thüringen

Im Thüringer Landkreis Sonneberg und in der Stadt Gera sind zwei weitere Covid-19-Patienten gestorben. Nach Angaben der Behörden starb im Sonneberger Klinikum ein 84-Jähriger. Zum Fall in Gera gibt es keine weiteren Angaben. Landesweit stieg die Zahl der Todesopfer nach einer Coronavirusinfektion auf 172. Am Donnerstag wurden insgesamt neun neue Infektionen registriert. Im Kreis Sonneberg sank die Zahl der Neuinfizierten innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner auf 48 und damit unter die kritische Marke von 50 .

19:45 Uhr | Bremerhaven über Grenzwert von 50 Neuinfektionen

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Mitglieder einer freikirchlichen evangelischen Pfingstgemeinde in Bremerhaven steigt weiter. Der Magistrat der Stadt meldete mindestens 96 Infektionen, davon 59 in Bremerhaven. Zusammen mit weiteren positiven Tests in der Stadt wurde damit der Schwellenwert von mehr als 50 Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner erreicht.

19:30 Uhr | Göttingen startet Massentest

Nach dem Corona-Ausbruch in Göttingen will die Stadt am Freitag einen Massentest starten. Alle Bewohner des hauptbetroffenen Hochhauskomplexes sollen auf das Coronavirus untersucht werden. In der Anlage hatten mehrere Großfamilien, die aus dem früheren Jugoslawien stammen, bei Feiern zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan gegen die Hygiene- und Abstandsregeln verstoßen. Die Zahl der in dem Zusammenhang Infizierten stieg bis zum Donnerstag auf 120.

18:55 Uhr | Merkel so beliebt wie zuletzt 2015

Die Politik der Bundesregierung in der Corona-Krise trifft weiter auf breite Zustimmung in der Bevölkerung. Im neuen ARD-"Deutschlandtrend" gaben 62 Prozent der Teilnehmer an, sie seien mit der Regierungsarbeit zufrieden oder sehr zufrieden. Das waren zwei Punkte weniger als im Mai. Auch die Beliebtheitswerte der Kabinettsmitglieder sind hoch. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt mit ihrer Arbeit auf einen Zufriedenheitswert von 71 Prozent, die höchste Zustimmung seit Januar 2015. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) liegt bei 60 Prozent, auch Gesundheitsminister Jens Spahn und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (beide CDU) kommen auf über 50 Prozent.

18:40 Uhr | Wenig Interesse an Corona-App

Deutlich weniger als die Hälfte der Deutschen wollen laut dem ARD-"Deutschlandtrend" die geplante Corona-Warn-App nutzen. Nur 42 Prozent der Teilnehme würden eine solche Anwendung auf ihrem Handy installieren. 39 Prozent würden dies nicht tun, vor allem aus Datenschutzgründen. 16 Prozent gaben an, kein Smartphone zu besitzen. Die deutsche Corona-Warn-App soll im Juni starten, eine Teilnahme ist freiwillig. Nutzer können damit melden, wenn sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Kontaktpersonen werden dann informiert. Die Daten sollen anonymisiert und dezentral verarbeitet werden.

17:55 Uhr | Viel Lob für Konjunkturprogramm und etwas Kritik

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hat das Konjunkturprogramm der Großen Koalition als wirtschaftliches Kraftpaket gelobt. Dabei habe die Regierung auch der Versuchung widerstanden, Einzelinteressen nach vorn zu stellen. Der ifo-Ökonom Joachim Ragnitz sieht in der Absenkung der Mehrwertsteuer ebenfalls ein geeignetes Mittel, um den Konsum anzukurbeln. Man müsse jedoch abwarten, ob Unternehmen die Preise senkten und die erhoffte Wirkung eintrete. Auch der Kinderbonus sei gut für die Kaufkraft.

Der Vizepräsident des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle, Oliver Holtemöller, sprach hingegen bei MDR AKTUELL von einer Hilfe nach dem Gießkannenprinzip. Profitieren würden auch Menschen, die in der Krise keine Einbußen erlitten hätten. Die Große Koalition hat beschlossen, die Mehrwertsteuer vorübergehend auf 16 Prozent zu reduzieren. Zudem soll die EEG-Umlage sinken, um den Strompreis zu stabilisieren. Für jedes Kind soll es einen Bonus von 300 Euro geben.  

17:40 Uhr | Heil - Kinderbonus nicht für Spitzenverdiener

Der einmalige Familienbonus von 300 Euro je Kind kommt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zufolge jenen zugute, "die keine dicke Brieftasche haben". Demnach wird der Bonus nicht auf die Grundsicherung angerechnet, aber mit dem Kinderfreibetrag verrechnet. Nach Regierungsangaben profitieren Familien mit einem Jahreseinkommen von bis zu rund 86.000 Euro. Ab einem gemeinsamen Einkommen der Eltern von 67.800 Euro werde der Bonus durch die Verrechnung bereits nicht mehr in voller Höhe gezahlt.

17:15 Uhr | Deutschland gibt 700 Millionen Euro für Impfprogramme

Bei einer Geberkonferenz für das internationale Impfbündnis Gavi sind 7,8 Milliarden Euro zusammengekommen, mehr als vom Ausrichter Großbritannien erhofft. Deutschland will 700 Millionen Euro beisteuern. Die Hilfen sollen vor allem in Impfprogramme in ärmere Ländern fließen, die wegen der Corona-Pandemie ins Stocken geraten sind, sowie in einen Fonds für künftige Corona-Impfstoffe. Insgesamt nahmen an der Online-Konferenz mehr als 50 Länder sowie Einzelpersonen teil. Allein die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates sagte Gavi 1,6 Milliarden Dollar zu, ebenso viel wie die US-Regierung.

16:50 Uhr | Moskau plant monatelange Maskenpflicht

In der russischen Hauptstadt Moskau zeichnet sich eine langanhaltende Maskenpflicht ab. Nach dem Kauf eines Schutzmaskenherstellers durch die Stadtverwaltung kündigte Bürgermeister Sergej Sobjanin jetzt an, die Maskenpflicht gelte solange, bis es für die breite Masse einen Impfstoff gebe. Verschiedenen Prognosen zufolge werde das frühestens im Oktober der Fall sein. In Moskau müssen Masken unter Androhung von hohen Geldstrafen auch auf der Straße getragen werden. Russland hat mit aktuell mehr als 441.000 Fällen die meisten Infektionen in Europa, knapp die Hälfte davon in Moskau. Am Donnerstag meldeten die Behörden landesweit mehr als 8.800 Neuansteckungen. Die offizielle Zahl der Todesopfer ist mit 5.384 in Relation zur Infiziertenzahl relativ gering.

16:10 Uhr | Kekulés Corona-Kompass

Der Virologe Alexander Kekulé informiert über den Forschungsstand im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie und beantwortet im Podcast von MDR AKTUELL ganz alltägliche Fragen der Bürger.

16:00 Uhr | 99-Jähriger aus Duisburg geheilt

Ein 99 Jahre alter Mann aus Duisburg hat eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden. Wie die Helios Marien Klinik in Duisburg-Hochfeld mitteilte, wurde der Senior nach gut vier Wochen entlassen. Er war mit Atemwegsbeschwerden ins Krankenhaus gekommen und positiv getestet worden. Der 99-Jährige entwickelte demnach nur eine leichte Lungenentzündung und vergleichsweise milde Symptome. Jetzt sei er geheilt.

15:15 Uhr | Tschechien will Grenze eher öffnen

Die Regierung in Tschechien plant, die Reisebeschränkungen zu Nachbarländern bereits eher aufzuheben. Neben Österreich soll das auch für Deutschland und Ungarn gelten. Das berichtet die tschechische Nachrichtenagentur CTK unter Berufung auf Ministerpräsident Andrej Babis. Die tschechische Regierung wolle das am Freitag beschließen. Damit könnten Deutsche bereits zehn Tage eher wieder nach Tschechien reisen – ohne negativen Coronatest und zwei Wochen Quarantäne. Die EU-Staaten hatten vereinbart, ab Mitte Juni europaweit die Corona-Reisebeschränkungen weitgehend aufzuheben.

14:50 Uhr | Millionen-Betrug bei Corona-Hilfen

In Sachsen-Anhalt ist bislang knapp eine Million Euro an Corona-Soforthilfen zu Unrecht geflossen. Das geht aus Daten der Investitionsbank hervor. Insgesamt gab es demnach rund 41.000 Anträge. Nach Angaben der Bank erhärtete oder bestätigte sich in gut 200 Fällen ein Betrugsverdacht. Rund 100 Verdachtsfälle würden noch geprüft. Die Betrugsmaschen seien unterschiedlich. So seien manche Antragsteller Arbeitnehmer und nicht Unternehmer. Teils sei Hilfe beantragt worden, obwohl ein Gewerbe schon zuvor abgemeldet war oder nie existiert hat.

14:20 Uhr | Experte sieht "Strohfeuereffekt"

Der "Wirtschaftsweise" Volker Wieland kritisiert die geplante vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer. "Das ist eine klassische Konjunkturmaßnahme, die jedoch erfahrungsgemäß hauptsächlich einen Verschiebungseffekt auslöst", sagte das Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung. Dauerhaft stärkere Investitionen und Beschäftigung bringe das nicht: "Der Strohfeuereffekt ist relativ hoch."

13:59 Uhr | Zweiter Nachtragshaushalt des Bundes

Zur Finanzierung des Konjunkturpakets wird nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Olaf Scholz ein zweiter Nachtragsetat von etwa 25 Milliarden Euro nötig. Diese ungefähre Größenordnung ergibt sich aus Äußerungen des SPD-Politikers heute: "Für den Bundeshaushalt sind das insgesamt 90 Milliarden Euro", sagte Scholz vor Journalisten. Aus dem ersten Nachtragsetat sei aber noch Spielraum von über 60 Milliarden Euro. Das ganze habe "eine überschaubare Dimension".

13:48 Uhr | EZB weitet Anleihekäufe aus

Im Kampf gegen die von der Pandemie ausgelöste Rezession weitet die Europäische Zentralbank ihr Notprogramm aus. Sie erhöhte das Volumen ihrer dafür eingesetzten Anleihenkäufe von 750 Milliarden um 600 Milliarden auf 1,35 Billionen Euro. Der Leitzins für den Euro-Raum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent.

13:23 Uhr | Kritik von Patientenschützern

Kritik am Konjunkturprogramm der Bundesregierung hat die Deutsche Stiftung Patientenschutz geübt. Pflegebedürftige seien komplett vergessen worden, sagte Vorstand Eugen Brysch: "Das Konjunkturpaket lässt die 3,4 Millionen Pflegebedürftigen mit ihren finanziellen Nöten allein." Brysch forderte ein einmaliges Pflegegeld von 1.000 Euro. Das brächte Konsum und könne "ein Zeichen setzen für die Menschen, die in der Corona-Krise am meisten leiden".

13:10 Uhr | Keine Aufstockung in Nordrhein-Westfalen

Entgegen früherer Ankündigungen will die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen den angekündigten Familienbonus nicht auf 600 Euro pro Kind aufstocken. Durch den beschlossenen Kinderbonus und die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer sei die Forderung, Familien besonders zu unterstützen, hinreichend abgedeckt, sagte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) heute.

13:00 Uhr | Milliarden für Impfungen geplant

Die EU-Kommission sagt der Impfallianz Gavi auf einer internationalen Geberkonferenz heute Nachmittag 300 Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre zu. Das teilte ein Sprecher der Kommission mit. Bei dem Gipfel sollen rund 6,6 Milliarden Euro für Impfprogramme eingesammelt werden, um bis 2025 rund 300 Millionen Kinder in den ärmsten Ländern gegen Krankheiten impfen zu können. Es geht aber auch darum, wie ein Coronavirus-Impfstoff für alle zugänglich werden kann. Die Gesundheitsbehörde Africa CDC hat dazu mit Industriepartnern und staatlichen Institutionen eine Initiative Partnership to Accelerate Covid-19 Testing (PACT) gegründet, um die Anstrengungen afrikanischer Länder auszubauen.

Unterdessen wollen Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande laut "Handelsblatt" bei der Suche nach einem Impfstoff gemeinsam vorgehen. Sie hätten auf Initiative der Bundesregierung eine Allianz gebildet, schreibt das Blatt unter Berufung auf ein Schreiben der vier Gesundheitsminister an die EU-Kommission. Es gehe um "das schnellste und bestmöglichste Ergebnis in den Verhandlungen mit Schlüsselakteuren der Pharmaindustrie". Von der Pharmabranche hieß es, einer oder mehrere Impfstoffe gegen das neuartige Virus könnten bis Ende des Jahres einsatzbereit sein.

12:38 Uhr | Mehr neue Fälle in Thüringen

Die Zahl der registrierten Fälle von Sars-CoV-2-Infektionen ist in Thüringen wieder etwas stärker gestiegen. Am Donnerstag berichtete das Gesundheitsministerium von 19 neuen Fällen in 24 Stunden. Allein aus dem Landkreis Hildburghausen seien neun Infektionen gemeldet worden. In Hildburghausen waren einige Mitarbeiter und Patienten des Krankenhauses positiv getestet worden.

12:27 Uhr | Corona-Teststrategie in Berlin

Für das Personal von jeweils 24 Schulen und Kitas in Berlin sollen kommende Woche stichprobenartige Corona-Tests beginnen. Das teilten die Senatskanzlei und die Charité heute mit. Es gehe um eine "breit angelegte Corona-Teststrategie". Auch eine Schulstudie über einen Zeitraum von einem Jahr sei dabei geplant, wie die Charité erklärte: Ab Mitte Juni sollen demnach an 24 zufällig ausgewählten Schulen jeweils 20 Schüler und fünf Erwachsene regelmäßig getestet werden. Zudem soll es Tests in Kliniken und Pflegeheimen geben.

12:09 Uhr | Wenige neue Infektionen in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt schwächt sich die Pandemie weiter ab. Von Mittwoch auf Donnerstag nahm die Gesamtzahl neu gemeldeter Infektionen laut Sozialministerium um einen auf 1.712 Fälle zu. Zwei neue gab es demnach in Halle. Im Salzlandkreis wurde die Zahl vom Vortag aber korrigiert und um einen Fall reduziert. In Deutschland insgesamt lag die Zahl zuletzt fünf Tage unter 500 Fällen.

Institutionen wie "Risklayer" oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert veröffentlicht.

11:35 Uhr | Giffey verteidigt Kinderbonus

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat den von ihr mitgeplanten Kinderbonus von einmalig 300 Euro verteidigt. Er könne die Konjunktur ankurbeln und die Mehrheit der Familien ihn auch gut gebrauchen. Natürlich sei das kein Ersatz für gute Kinderbetreuung.

Franziska Giffey
Franziska Giffey - hier im Bild mit der Shell-Jugendstudie Bildrechte: dpa

Kritik kam etwa vom Sozialverband VdK. Dessen Präsidentin Verena Bentele sagte, das Geld werde "verbrennen wie ein Strohfeuer". Zielgenauer wäre es, nur arme und bedürftige Familien zu unterstützen.

Der Kinderbonus ist Teil des geplanten Konjunkturpakets. Er soll mit dem Kindergeld ausgezahlt und steuerlich mit dem Kinderfreibetrag verrechnet werden, um eher unteren Einkommensgruppen zu nützen. Er kommt vermutlich in drei Raten als 100-Euro-Aufschlag zum monatlichen Kindergeld, wann war noch unklar. Zunächst muss der Bundestag das Paket beschließen.

11:26 Uhr | Bundesregierung arbeitet an Türkei-Urlaub

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, sieht Chancen für deutsche Urlauber auf Sommerurlaub in der Türkei. "Wir setzen uns dafür ein, Reisewarnungen auch für Drittstaaten in den nächsten Wochen Schritt für Schritt zurücknehmen zu können", sagte der CDU-Politiker, wenn die Infektionszahlen niedrig seien, die Sicherheits- und Schutzvorkehrungen aber hoch. Weitere Bedingung sei, dass es Flugverbindungen gebe. Für die EU- und vier Länder des Schengen-Raums, wozu die Türkei nicht gehört, ist das Ende von Reisehindernissen für den 15. Juni geplant.

11:06 Uhr | Optimistische Impfstoff-Entwickler in Dessau

Im September soll ein Impfstoff aus Dessau in die klinische Prüfung gehen. Die Herstellung läuft schon, obwohl noch nicht sicher ist, ob er am Ende zugelassen wird.

10:56 Uhr | Grüne sieht "Lernkurve" der Koalition

Grünen-Chefin Annalena Baerbock findet das Konjunkturpaket der schwarz-roten Koalition "besser als befürchtet". So habe sie von einer Kaufprämie auch für Autos mit Diesel- und Benzinmotoren wieder Abstand genommen: "Diese Lernkurve ist anzuerkennen." Baerbock forderte aber weitere Hilfen etwa für Hartz-IV-Empfänger. Wichtig sei auch, ob aus vielen Prüfaufträgen in dem Kompromiss von Union und SPD das Richtige gemacht werde, um die ökologische Modernisierung voranzutreiben. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte das Konjunkturpaket als "bestenfalls blassgrün" bezeichnet.

10:18 Uhr | AfD findet Konjunkturpaket "langweilig"

Die AfD hat das Konjunkturpaket als "unausgegoren und langweilig" kritisiert. AfD-Vize Stephan Brandner meinte, es werde "wirkungslos verpuffen und hohe Schulden hinterlassen". Aus Sicht der AfD müsse die Mehrwertsteuer "dauerhaft um sieben Prozent" sinken und die EEG-Umlage ganz abgeschafft werden. So sei es "ein stümperhafter Versuch, die Bürger in Deutschland irgendwie zu beruhigen".

10:08 Uhr | FDP: "Wildes Sammelsurium" an Vorschlägen

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer findet, dass das nun konkreter geplante Konjunkturprogramm "einige gute, wichtige Aspekte" enthält, etwa die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer. Insgesamt jedoch habe sich die im Bund regierende Koalition aus Union und SPD "mit diesem wilden Sammelsurium an unausgegorenen, sehr teuren, aber ineffizienten Vorschlägen mächtig verstolpert".

09:50 Uhr | Konjunkturpaket: Kritik von der Linken

Die Linke im Bundestag hat das Konjunkturpaket der Bundesregierung kritisiert. Bundestags-Fraktionschef Dietmar Bartsch sagte: "Teure Gießkanne" habe sich als Prinzip durchgesetzt. Zwar gebe es sinnvolle Entscheidungen für Kommunen und Familien. CDU, CSU und SPD seien aber mehr mit Kompromissen als mit Problemen der Menschen beschäftigt. Die Mehrwertsteuer-Senkung sei "ökonomisch widersinnig" und unklar, wer bezahle. Es brauche eine Abgabe für Multimillionäre und eine große Steuerreform.

09:30 Uhr | Lob von Bank-Ökonomen und von Forscher

Bei Bank-Ökonomen kommt das Konjunkturpaket gut weg. So sagte der Deutschland-Chefvolkswirt der Bank ING, Carsten Brzeski: "Das setzt alles an den richtigen Stellen an." Dass es sich auf knapp zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts summiere, "hätte man vor ein paar Monaten nicht träumen können". Auch Commerzbank-Kollege Jörg Krämer hält es "für besser als gedacht". Die überraschende Senkung der Mehrwertsteuer führe zu Konsum und helfe "allen und nicht nur einzelnen Branchen." Hilfreich sei auch die Begrenzung der Sozialversicherungs-Beiträge für Unternehmen auf 40 Prozent. "Das wird die Konjunktur stützen", meinte auch Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding. Die Regierung sei handlungsfähig.

Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, sagte im Deutschlandfunk: "Das Konjunkturpaket ist sicherlich in der Lage, die Rezession zu dämpfen, abschaffen kann man sie natürlich nicht." Die Krise selbst sei zu massiv. Fuest: "Sehr viel wird davon abhängen, ob wir eine zweite Welle der Infektionen bekommen."

09:15 Uhr | Neue Meldungen aus den Ländern

Auch die Kollegen in den MDR-Landesfunkhäusern berichten heute wieder über die Pandemie und ihre Auswirkungen, aus Magdeburg und in eigenen Tickern auch aus Dresden und Erfurt.

09:00 Uhr | Göttingen rudert zurück

Wegen des Coronaviren-Ausbruchs in Göttingen hat die Stadt jetzt Lockerungen zurückgenommen. Mannschafts- und Kontaktsport in Vereinen ist vorerst für zwei Wochen wieder verboten, weil viele der aktuell infizierten Menschen auch Mannschaftssport betrieben hatten. Außerdem wird ein Schwimmbad geschlossen. Bereits am Dienstag hatte die Verwaltung die Schließung aller Schulen verfügt, weil unter den Infizierten auch viele Kinder und Jugendliche sind.

08:50 Uhr | Rückschlag in Nordmadezonien

Nach einem starken Anstieg neuer Infektionen in Nordmazedonien gibt es dort neue Ausgangssperren. In der Hauptstadt Skopje und in neun weiteren Städten darf ab heute Abend bis kommenden Montag niemand seine Wohnung oder sein Haus verlassen. Überall in dem Balkan-Land gilt eine nächtliche Ausgangssperre.

07:15 Uhr | Städte begrüßen Konjunkturpaket

Der Deutsche Städtetag hat die im Konjunkturpaket der Großen Koalition geplanten Hilfen für Kommunen begrüßt, das Fehlen einer Altschuldenregelung aber bemängelt. Angesichts der Steuerausfälle der Kommunen durch die Corona-Krise "begrüßen wir die Pläne der Koalition sehr", sagte Städtetag-Präsident Burkhard Jung (SPD) den Zeitungen der Funke-Gruppe. Er sprach von einem "beeindruckenden Signal", um Kommunen handlungsfähig zu halten. Der Leipziger Oberbürgermeister bedauerte allerdings, dass keine Lösung für alte Schulden der Kommunen vereinbart wurde. Das Thema müssten nun die betroffenen Länder "anpacken". Diese sind ohnehin für die Finanzen ihrer Kommunen zuständig.

06:18 Uhr | China erlaubt wieder mehr Flüge

Im Streit mit den USA über Passagierflüge lockert China die Beschränkungen für ausländische Fluggesellschaften. Einen Tag nach dem Verbot der USA aller Passagierflüge aus China ab dem 16. Juni erlaubte die chinesische Luftverkehrsbehörde heute ausländischen Airlines mehr Flüge nach China. Sie sollen maximal zweimal pro Woche ein Ziel in China anfliegen könnten. Trotzdem gelten viele Beschränkungen, um eine Einschleppung des Virus zu verhindern. Unter anderem müssen Passagiere über drei Wochen in Folge einen negativen Test vorweisen.

05:45 Uhr | Zunächst keine Nachtclub-Öffnung auf Mallorca

Auf Mallorca und den anderen spanischen Balearen-Inseln soll die Wiedereröffnung von Nachtclubs, Diskotheken und Bars so lange wie möglich hinausgezögert werden. Das sagte Regionalpräsidentin Francina Armengol den Funke-Medien. An solchen Orten sei das Infektionsrisiko am schwierigsten zu kontrollieren. Sie erwarte zudem, dass es keine Party-Exzesse mehr geben werde. Das Eimer-Saufen sei Geschichte, sagte die Regionalpräsidentin.

05:15 Uhr | Einzelhandel: Kunden kaufen bedarfsorientiert

Der Handelsverbands Sachsen sieht erste Erholungsanzeichen im Einzelhandel. Hauptgeschäftsführer René Glaser sagte MDR AKTUELL, die sogenannte Anschaffungsneigung sei in den letzten Tagen wieder leicht angestiegen. Man beobachte, dass die Kunden sehr planvoll vorgingen und die Geschäft nach kurzer Zeit wieder verließen. Es fänden eher bedarfsorientierte Einkäufe statt. Davon profitierten im Non-Food-Bereich der Fahrradhandel, der Möbelhandel, aber auch die Bau- und Gartenmärkte. Sorgen bereiteten unter anderem der Textil-, Sport- und Schuhhandel und die Buchläden. Glaser forderte staatliche Direktzahlungen für Einzelhändler in Schwierigkeiten.

05:00 Uhr | Linke: Sachsen soll Test-Kosten übernehmen

Die Linke in Sachsen hat gefordert, dass das Land die Kosten für Coronavirus-Tests von Beschäftigten im Gesundheits- und Bildungsbereich übernimmt. Landtags-Fraktionschef Rico Gebhardt sagte MDR AKTUELL, es solle keine Diskussion darüber geben, wenn eine berechtigte Person sich testen lassen wolle. Gerade im Pflegebereich und in der Schule solle man den Menschen einfach mal entgegenkommen. Die neu angekündigten Lockerungen im Land sah Gehardt kritisch. Er kenne alle Wünsche nach dem sogenannten normalen Leben. Man müsse sich aber ehrlich eingestehen, dass es dieses "normale" Leben nicht mehr geben werde.

03:30 Uhr | Spanien verlängert den Notstand

In Spanien ist der umstrittene Notstand nun zum sechsten Mal um weitere zwei Wochen bis 20. Juni verlängert worden. Im Parlament stimmte eine Mehrheit für den Antrag von Regierungschef Pedro Sánchez. Dies wurde möglich, weil er seine Minderheitsregierung dank Absprachen mit den liberalen Ciudadanos und auch regionalen Parteien zusätzliche Stimmen auf ihre Seite bringen konnte.

02:42 Uhr | EU-China-Gipfel in Leipzig verschoben

Der für Mitte September in Leipzig geplante EU-China-Gipfel wird wegen der Pandemie verschoben. Das teilte die Bundesregierung mit. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. China ist einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands und der EU. Der Gipfel war für den 14. September geplant und sollte einer der wichtigsten Termine der deutschen EU-Ratspräsidentschaft werden, die am 1. Juli beginnt. Für die Leipziger Messe dürfte die Nachricht ein herber Rückschlag sein. Sie hatte nach den Absagen vieler Messen und Kongresse auf eine wirtschaftliche Erholung auch durch den EU-China-Gipfel gesetzt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

01:06 Uhr | Deutschland bekommt Notfallreserve

Deutschland wird eine Notfallreserve für wichtige medizinische Schutzausrüstungen und Medikamente anlegen. Das beschloss der Koalitionsausschuss von Union und SPD als Konsequenz aus den Erfahrungen in der Corona-Krise. Demnach sollen Vorräte in medizinischen Einrichtungen und beim Katastrophenschutz der Länder angelegt werden. Medikamente und Schutzgüter sollen wieder verstärkt hier produziert werden. Zudem sollen Krankenhäuser Notfallkapazitäten aufbauen und die Gesundheitsämter personell aufgestockt werden.

00:01 Uhr | Bundesregierung stellt Konjunkturprogramm vor

Union und SPD haben sich auf ein 130-Milliarden-Euro schweres Konjunkturprogramm verständigt, um die Folgen der Corona-Krise zu bekämpfen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellte am Abend die Einzelheiten vor: Demnach wird die Mehrwertsteuer ab Juli für sechs Monate gesenkt. Der normale Satz beträgt dann 16, der ermäßigte fünf Prozent. Familien bekommen einen Zuschuss von 300 Euro pro Kind. Die Koalition entschied sich gegen eine Kaufprämie für Autos mit Verbrennungsmotoren. Stattdessen verdoppelt der Bund seinen Zuschuss für rein Elektro-Autos. Die EEG-Umlage zur Förderung von Ökostrom soll ab 2021 sinken, um die die Stromkosten zu drücken. Die Kommunen bekommen ebenfalls Milliarden-Hilfen, um Ausfälle bei den Gewerbesteuern auszugleichen.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Juni 2020 | 01:00 Uhr