Coronavirus-Ticker 2. April: Immer mehr Ärzte und Pflegekräfte infiziert

In Deutschland haben sich mindestens 2.300 Krankenhaus-Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Das RKI geht sogar von viel mehr Fällen aus, weil nur Kliniken erfasst werden. Bei stornierten Reisen, Konzerten und anderen Events sollen die Kunden nach dem Willen der Bundesregierung Gutscheine statt ihr Geld zurück erhalten. Die Einreisebeschränkungen für Erntehelfer aus Osteuropa werden gelockert. Lesen Sie die aktuellen Entwicklungen in der Corona-Pandemie im Ticker.

Krankenschwester Cornelia Möller prüft ein Beatmungsgeräte in einem Zimmer der Intensivstation in der Helios-Klinik.
In Deutschland sind mindestens 2.300 medizinische Mitarbeiter in den Krankenhäusern mit dem Coronavirus infiziert. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Donnerstag endet hiermit. Wir danken für Ihr Interesse. Aktuelle Informationen zur Pandemie finden Sie ab Freitagnacht wieder auf der Seite von MDR AKTUELL.

23:19 Uhr | Kreuzfahrtschiff "Zaandam" legt in Florida an

Die wochenlange Irrfahrt des Kreuzfahrtschiffes "Zaandam" ist beendet. Es lief am Donnerstagabend in den Hafen der Stadt Fort Lauderdale in den USA ein. Zuvor waren mehrere Passagiere des Schiffs positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Angaben der Reederei starben vier Passagiere, andere seien ins Lebensgefahr. Gestartet war die "Zaandam" am 7. März in Buenos Aires in Argentinien. Mehrere lateinamerikanische Länder hatten dem Schiff daraufhin verweigert, in ihre Häfen einzulaufen.

Einige Erkrankte sollen nun vor Ort medizinisch versorgt werden oder zur Quarantäne an Bord bleiben. Andere Passagiere sollen in ihre Heimatländer ausgeflogen werden. Auf der "Zaandam" waren ursprünglich auch 79 Deutsche. Die meisten von ihnen wurden auf das Schiff "Rotterdam" derselben Reederei verlegt. Auch dieses Kreuzfahrtschiff konnte in Fort Lauderdale anlegen.

22:27 Uhr | Pariser Großmarkt wird Leichenhalle

Wegen der Corona-Krise muss der größte Lebensmittelmarkt Europas Särge aufnehmen. Wie die Paris Polizeipräfektur mitteilte, wurde eine Halle des Pariser Großmarkts Rungis dafür beschlagnahmt. Ab Freitag sollen dort die ersten Särge mit Menschen eintreffen, die am neuartigen Coronavirus gestorben sind. Polizeipräfekt Didier Lallement begründete die Maßnahme mit dem Druck auf die Bestatter. Mit mehr als 4.000 Toten ist Frankreich eines der am meisten vom Coronavirus betroffenen EU-Länder.

Ab Montag sollen die Angehörigen in der Großmarkt-Halle unter strengen Hygiene-Auflagen Abschied von den Verstorbenen nehmen können. Von der Markthalle aus sollen die Särge auf Friedhöfe oder zu Krematorien in Frankreich oder im Ausland gebracht werden. Der Marktbetrieb soll weitergehen. Die neue Leichenhalle liege am Rande des Großmarkts und sei "von den anderen Pavillons isoliert", betonte der Polizeipräfekt.

22:11 Uhr | Corona-Sprechstunde von Hauptsache Gesund

21:55 Uhr | Kekulé zu Fallzahlen: "Wer viel sucht, findet auch viel"

Der Virologe Alexander Kekulé lässt sich von den aktuell gestiegenen Corona-Zahlen nicht beunruhigen. Er warnt im Podcast von MDR AKTUELL davor, in die gestiegene Zahl der Neuinfektionen zu viel hinein zu interpretieren. Das sei nur ein Blick in die Vergangenheit, da manche Gesundheitsämter die Zahlen dem Robert-Koch-Institut mit einiger Verzögerung meldeten. Wichtiger sei zu wissen, wie viele Menschen bereits negativ getestet worden seien, erklärt der Virologe.

21:47 Uhr | Weltweit eine Million Corona-Infizierte

Rund eine Million Menschen weltweit haben sich bislang mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Das geht aus Daten der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstag hervor. Nach Angaben der US-Experten wurden in den USA bislang die meisten Infektionen gemeldet, gefolgt von Italien, Spanien, China und Deutschland.

Weltweit sind demnach bereits mehr als 50.000 Menschen am Coronavirus gestorben. Mehr als 5.300 Menschen starben bislang in den Vereinigten Staaten. In Italien waren es rund 14.000, in Spanien mehr als 10.000 und in China rund 3.300, in Deutschland mehr als 1.000.

21:23 Uhr | Amazon misst Fieber bei Mitarbeitern

Bei Amazon müssen ab kommender Woche alle Mitarbeiter in Europa und den USA Gesichtsmasken tragen. Außerdem müssen sie sich Fiebermessungen unterziehen. Der Versandhändler erklärte, er werde jeden Tag Hunderttausende Beschäftigte mit einem kontaktlosen Thermometer scannen. Jeder, der eine Temperatur von mehr als 38 Grad Celsius habe, werde nach Hause geschickt. Darüber hinaus würden Kameras in den Gebäuden genutzt, um zu überwachen, ob die Angestellten während ihrer Schichten zu eng zusammen stünden.

21:10 Uhr | Sachsens Regierung will Milliarden-Kredit zur Krisen-Bewältigung aufnehmen

Die sächsische Landesregierung will wegen der Corona-Krise rund sechs Milliarden Euro an Krediten aufnehmen. Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte, die Regierung werde das dem Landtag vorgeschlagen. Die besondere Situation erfordere Handlungsfähigkeit, betonte er. Es müssten Menschenleben gerettet werden und dafür müsse unter anderem in Krankenhäuser investiert werden. Laut Kretschmer geht es aber auch darum, Firmen und Jobs zu retten.

Sachsen hat seit 2014 ein Neuverschuldungsverbot in der Verfassung stehen. Ausnahmen sind beispielsweise bei einer Naturkatastrophe möglich. Einer Änderung der Verfassung muss der Landtag mit Zwei-Drittel-Mehrheit zustimmen.

Die Landesregierung will zudem dem Mittelstand im Freistaat helfen. Wirtschaftminister Martin Dulig kündigte nach einem Treffen mit Wirtschaftsvertretern entsprechende Maßnahmen an. Man nehme den Mittelstand mit zehn bis 250 Beschäftigten in den Blick. Das bisherige landeseigene Darlehensprogramm "Sachsen hilft sofort" gilt nur für Einzelunternehmer und Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten und einem Jahresumsatz von bis zu einer Million Euro.

20:57 Uhr | Immer mehr Ärzte und Pflegekräfte infiziert

In Deutschland haben sich mindestens 2.300 Krankenhaus-Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte das Robert Koch-Institut auf Anfrage von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" mit. Erfasst seien in der Zählung nur die Beschäftigten von Kliniken, nicht aber die von Arztpraxen, Laboren, Senioren- und Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten. Deshalb müsse insgesamt von höheren Zahlen ausgegangen werden.

So meldete etwa das Gesundheitsamt im Landkreis Zwickau 60 infizierte Ärzte und Pflegekräfte. Bundesweit gibt es derzeit aber keine zentrale Erfassung der Infiziertenzahlen im Gesundheitswesen. Viele Gesundheitsämter erklärten, sie seien durch die Corona-Krise überlastet und könnten derzeit keine Zusatzstatistiken führen.

20:37 Uhr | Corona-Sprechstunde bei Hauptsache gesund

Zum Experten-Chat um 20:45 Uhr werden Pflegeexpertin Prof. Kathrin Engel und der Apotheker Friedemann Schmidt erwartet. Direkt im Studio sind der Virologe Prof. Uwe Gerd Liebert und Altenhilfe-Experte Martin Gebhardt dabei. Die große Corona-Sprechstunde können Sie auch ab 21 Uhr im MDR-Fernsehen sehen.

20:32 Uhr | Belgische Fußball-Liga bricht Saison ab

Die belgische Pro League hat als erste große Fußball-Liga die Saison angesichts der anhaltenden Corona-Krise vorzeitig beendet. Die Liga erklärte, es bestehe die Gefahr, dass mögliche Infektionen eines Spielers oder des Spielerkerns den sportlichen Verlauf des restlichen Wettbewerbs in inakzeptabler Weise beeinflussten. Auch Geisterspiele seien deshalb keine Option. Mit dem Abbruch steht Tabellenführer Club Brügge als belgischer Meister 2019/20 fest. Unklar ist, wie Ab- und Aufstieg geregelt werden. In der regulären Saison hätte noch ein Spieltag ausgetragen werden müssen, danach waren Play-offs vorgesehen gewesen.

20:23 Uhr | Corona - der Tag in Mitteldeutschland, um 21:45 Uhr im MDR Fernsehen

Über die Auswirkungen der Corona-Krise in Mitteldeutschland informieren wir Sie auch ausführlich im MDR-Fernsehen um 21:45 Uhr sowie in unseren Podcasts.

20:18 Uhr | Putin gibt Russland einen Monat bezahlten Urlaub

In Russland wird die arbeitsfreie Zeit wegen der Coronona-Pandemie bis Ende April verlängert. Präsident Wladimir Putin erklärte in einer Fernsehansprache den April zum bezahlten Urlaubsmonat. Ursprünglich galt die Regelung nur für eine Woche.

Putin bezeichnete die Lage als ernst. In Russland gibt es offiziell bisher rund 3.500 nachgewiesene Coronavirus-Fälle, die meisten davon in Moskau. 30 Menschen starben bisher an der Lungenkrankheit Covid-19. Es gelten scharfe Ausgangsbeschränkungen für Bürger und Strafen bei Verstößen.

Putin entließ zudem den Gouverneur der russischen Republik Komi nach einem Coronavirus-Ausbruch in der entlegenen Region. In Komi waren 56 Infektionen gemeldet worden, mehr als in jeder anderen Region Russlands. Ein Arzt hatte im örtlichen Krankenhaus 55 Menschen angesteckt.

20:05 Uhr | Sachsens Arbeitgeberpräsident für Hilfen nur für Firmen in Not

Sachsens Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner hat sich dafür ausgesprochen, dass das Land nur Unternehmen hilft, die über keine eigenen Rücklagen verfügen. Brückner sagte MDR AKTUELL, es gebe Unternehmen, die eine hohe Eigenkapital-Quote und Rücklagen hätten, um über diese Zeiten zu kommen. Für Firmen in Not forderte Brückner unternehmensspezifische Lösungen. Es gebe Betriebe, die nicht nur mit Einmal-Zuschüssen ihr Geschäft aufrecht erhalten könnten, sondern die Darlehen oder Bürgschaften benötigten.

19:53 Uhr | Jenaer Wissenschaftler entwickeln Corona-Test

Jenaer Wissenschaftler haben in einem internationalen Forscherteam einen Antikörper-Schnelltest auf das Coronavirus entwickelt. Wie das Jenaer Leibniz-Institut für Photonische Technologien mitteilte, zeigt der Test anhand einer Blutprobe innerhalb von zehn Minuten an, ob jemand mit dem Virus infiziert oder immun ist. Der Test werde von einer Firma in Weimar hergestellt und sei bereits auf dem Markt.

Der Jenaer Biochemiker Ralf Ehricht sagte, es sei unklar, wie viele Menschen bereits mit dem Coronavirus infiziert waren, ohne es zu bemerken und nun immun seien. Es sei jedoch wichtig, die Zahl der bereits Immunisierten zu kennen, um zu wissen, welchen Punkt die Krise erreicht habe.

19:23 Uhr | Deutsche bei Corona-Tracking-App gespalten

Die Deutschen sind bei der Frage gespalten, ob Infektionsketten beim Coronavirus mit einer Handy-App zurückverfolgt werden sollten. Wie aus dem ARD-DeutschlandTrend hervorgeht, wären 47 Prozent der Wahlberechtigten bereit, ein solches Programm auf ihrem Smartphone zu installieren und zu nutzen. Etwa 45 Prozent lehnen das ab. Als Hauptgründe führen sie unter anderem Datenschutz und Angst vor Überwachung an. Andere halten eine solche Maßnahme für unnütz oder technisch schwierig.

In Österreich haben sich mehr als 100.000 Menschen eine "Stopp-Corona"-App des Roten Kreuzes aufs Handy geladen. Die App soll schnell über Verdachtsfälle oder positive Corona-Tests bei Personen informieren, mit denen der Nutzer in den vergangenen 48 Stunden in Kontakt stand.

18:25 Uhr | Gutscheine statt Rückzahlung bei abgesagten Reisen und Konzerten

Für Reisen, Konzerte, Fußballspiele oder andere Veranstaltungen in den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Sport, die wegen der Corona-Krise abgesagt werden, sollen Verbraucher Gutscheine von den Veranstaltern bekommen. Das hat das "Corona-Kabinett" der Bundesregierung beschlossen.

Es forderte das Justizministerium auf, einen Gesetzentwurf zu erarbeiten, um Event-Veranstalter bei den wirtschaftlichen Folgeschäden der Pandemie zu entlasten. Geplant ist, dass Event-Veranstalter bei einer pandemiebedingten Absage einen Gutschein ausstellen dürfen. Wird dieser bis Ende nächsten Jahres nicht eingelöst, sollen die Verbraucher ihr Geld zurückbekommen.

Bei abgesagten Pauschalreisen und Flugtickets fordert die Bundesregierung ähnliche Regelungen. Dafür ist die EU zuständig. Die Bundesregierung rief die EU-Kommission auf, hier für ein einheitliches europäisches Vorgehen zu sorgen.

Der Deutsche Reiseverband und der Deutsche Kulturrat begrüßten den "Gutschein-Konsens" der Bundesregierung. Kritik kommt dagegen von Verbraucherschützern. Die Verbraucherzentrale Bundesverband mahnte, auch die Kunden seien in der Krise auf das Geld angewiesen. Die Corona-Pandemie dürfe nicht dazu führen, dass Verbraucherrechte ausgehöhlt würden.

18:03 Uhr | Sachsen-Anhalt nimmt Patienten aus Frankreich und Italien auf

In Sachsen-Anhalt sind sechs Corona-Patienten aus Frankreich gelandet. Sie wurden nach Angaben der Staatskanzlei in die Uniklinik Magdeburg gebracht. In Halle werden vier Corona-Patienten aus Italien erwartet.

17:48 Uhr | Warnung vor Cyberkriminellen

Cyberkriminelle nutzen die Corona-Krise verstärkt für Tricks und Angriffe aus. Wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik mitteilte, gelten diese Angriffe sowohl Unternehmen als auch Bürgern. Die Cyberkriminellen würden sich per E-Mail als vermeintliche Institutionen zur Beantragung von Soforthilfegeldern ausgeben. Sie forderten dazu auf, Daten auf gefälschten Internetseiten einzugeben. Die Daten würden dann missbraucht.

Die Bundesagentur für Arbeit warnt vor gefälschten E-Mails in ihrem Namen. Die Nachrichten würden unter der E-Mail-Adresse kurzarbeitergeld@arbeitsagentur-service.de vor allem an Firmen versandt. Sie enthielten die Aufforderung, persönliche Angaben preiszugeben. Auf die E-Mails sollte keinesfalls geantwortet werden.

17:29 Uhr | Sachsen-Anhalt beschließt Bußgeldkatalog

Wer in Sachsen-Anhalt gegen die Kontaktbeschränkungen verstößt, muss nun mit Strafen rechnen. Die Landesregierung hat einen Katalog beschlossen, der Bußgelder sowie Geld- und Haftstrafen vorsieht. So ist es verboten, ohne Erlaubnis an Versammlungen teilzunehmen oder dazu aufzurufen. Auch Touristen dürfen nicht beherbergt, Gaststätten oder Läden nicht geöffnet werden. Wer dagegen verstößt, dem drohen bis zu zwei Jahre Haft oder eine Geldstrafe bis 1.000 Euro. Feiern, grillen oder picknicken im öffentlichen Raum wird pro Person mit 250 Euro Bußgeld geahndet. Wer derzeit eine Urlaubsreise nach Sachsen-Anhalt macht, muss mit 400 Euro Strafe rechnen. Zuvor hatte die Landesregierung formal zugestimmt, dass die Ausgangsbeschränkungen bis nach den Osterferien verlängert werden.

17:08 Uhr | Zahlungsaufschub bei Strom, Gas und Wasser möglich

Wer wegen der Corona-Krise große Einkommensverluste hat, kann die Zahlungen für Strom, Gas und Wasser unter Umständen aufschieben. Wie die Thüringer Verbraucherzentrale mitteilte, haben Verbraucher ein zeitlich befristetes Leistungsverweigerungsrecht bis zum 30. Juni 2020. Darauf müssten sie sich berufen und ihrem Versorger begründet darlegen, warum sie in der derzeitigen Situation die Kosten nicht bezahlen könnten. Die Zahlung dürfe nicht einfach eingestellt werden. Die Verbraucherzentrale bietet im Internet einen Musterbrief an die Versorger an. Sie weist daraufhin, dass die Zahlung nur aufgeschoben werde. Die Pflicht zur Zahlung bestehe weiterhin.

16:48 Uhr | RKI ändert Empfehlung zu Mundschutz

Das Robert Koch-Institut hat seine Einschätzung für das Tragen von Mundschutzmasken geändert. Auf der Internetseite der Behörde heißt es jetzt, wenn Menschen - auch ohne Symptome - vorsorglich eine Maske tragen, könnte das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern. Wissenschaftlich belegt sei das aber nicht. Außerdem gebe es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein Mund-Nasen-Schutz oder eine selbstgenähte Maske einen selbst vor einer Ansteckung schützt. Zuvor hatte das RKI den Mundschutz nur Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen empfohlen.

Auf der RKI-Seite hieß es weiter, nicht jeder, der mit Sars-CoV-2 infiziert sei, bemerke das auch. Manche Infizierte erkrankten gar nicht, könnten den Erreger aber trotzdem weitergeben. Das RKI rät außerdem, Regeln zum Husten und Niesen, zur Händehygiene und zum Mindestabstand sollten auch mit Masken weiterhin eingehalten werden.

Das RKI bezieht sich in seiner neuen Einschätzung auf den sogenannten Mund-Nasen-Schutz und auf Behelfsmasken aus Stoff.

16:41 Uhr | Kurzarbeiter dürfen dazuverdienen

Arbeitnehmer in Kurzarbeit können Geld dazuverdienen, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen. Darauf hat die Bundesagentur für Arbeit hingewiesen. Wer in einem systemrelevanten Bereich eine Beschäftigung aufnehme, müsse sich den Lohn nicht auf das Kurzarbeitergeld anrechnen lassen. Die Grenze sei das vorherige Nettoeinkommen. Die Regelung gelte bis Ende Oktober. Sie soll dafür sorgen, dass in der Corona-Krise Unternehmen Helfer aus anderen Berufen bekommen. Zu den systemrelevanten Wirtschaftszweigen zählen laut Bundesagentur unter anderen das Gesundheitswesen, Apotheken, der Lebensmittelhandel und Lieferdienste.

16:25 Uhr | Erntehelfer dürfen unter Auflagen doch einreisen

Um Ernteausfälle zu verhindern, sollen nun doch Tausende Erntehelfer nach Deutschland einreisen dürfen. Darauf haben sich Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Innenminister Horst Seehofer geeinigt. Ihr Plan sieht vor, dass in diesem und im kommenden Monat jeweils 40.000 Saisonkräfte aus Osteuropa kommen dürfen. Sie müssten aber ausschließlich in Gruppen und mit dem Flugzeug einreisen. Vorgesehen sei auch eine Gesundheitsprüfung. Die neuen Helfer müssten außerdem in den ersten zwei Wochen nach ihrer Ankunft getrennt von anderen Beschäftigten arbeiten und dürften den Betrieb nicht verlassen. 

Das Innenministerium hatte, um eine rasche Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland zu verhindern, weitgehende Einreisebeschränkungen für Saisonarbeiter verhängt. Davon waren vor allem Erntehelfer aus Rumänien betroffen. Landwirtschaftsministerin Klöckner und die Bauernverbände hatte deshalb vor Ernteausfällen vor allem bei Obst und Gemüse gewarnt.

16:13 Uhr | Antrag auf Quarantäne-Entschädigung wird erleichtert

Arbeitgeber sollen die Entschädigung für Mitarbeiter in Quarantäne künftig leichter beantragen können. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, sollen sie ab Ende April die Entschädigung online beantragen können. Sie müssten ihn dann nicht mehr per Post schicken. Die Entschädigung bekommt, wer zum Beispiel nach der Reise in ein Risikogebiet, nach Kontakt mit einem Erkrankten oder weil er selbst infiziert ist in Quarantäne muss und nicht arbeiten kann. Die Betriebe müssen die Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz für bis zu sechs Wochen vorstrecken. Sie können sich das Geld aber von den Behörden erstatten lassen.

16:05 Uhr | Seniorenheim in Sachsen unter Quarantäne

In einem Seniorenheim im sächsischen Hohnstein sind zehn Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie das Landratsamt in Pirna mitteilte, wurden auch sechs Mitarbeiter positiv getestet. Das gesamte Heim mit seinen 48 Bewohnern wurde demnach unter Quarantäne gestellt. Nur medizinisches und therapeutisches Personal sowie Feuerwehr und Rettungsdienst dürften hinein. Darüber hinaus haben nur noch nahe Angehörige im Rahmen der Sterbebegleitung Zutritt.

15:51 Uhr | Kirchen läuten Glocken zu Ostern und bieten "Hör-Weg"

Kirchen in ganz Deutschland sollen zu Ostern als Zeichen der Zuversicht gemeinsam die Glocken läuten. Dazu haben die Evangelischen Kirchen und die katholische Bischofskonferenz aufgerufen. Schon am kommenden Sonntagabend, dem Palmsonntag, sollen die Glocken erstmals zusammen erklingen. Am Ostersonntag könnten sie dann überall um 12 Uhr zu hören sein. Damit solle am höchsten Fest der Christen Hoffnung vermittelt werden.

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland bietet einen "Hör-Weg" durch die Karwoche bis zum Osterfest an. Wie die EKM ankündigte, soll es auf der Homepage der Landeskirche für den 5. bis 13. April täglich Hördateien mit Musik aus Kirchen in Mitteldeutschland, Bibeltexten, Gebeten und einem Segen geben. Die Dateien könnten kostenfrei heruntergeladen werden. Ziel sei, die Dateien weiter zu verbreiten, etwa als CD für Menschen ohne Internetzugang.

Wegen der Corona-Pandemie müssen alle kirchlichen Veranstaltungen und auch die Ostergottesdienste ausfallen.

15:40 Uhr | Griechenland: Flüchtlingslager unter Quarantäne

Griechenland hat ein Flüchtlingslager unter Quarantäne gestellt. Wie das Migrationsministerium mitteilte, waren zuvor 20 Asylsuchende positiv auf das Coronavirus getestet worden. Kein Betroffener weise derzeit Symptome auf. Die Bewegungsfreiheit der bis zu 2.500 Menschen im Lager werde nun für 14 Tage stark eingeschränkt.

15:30 Uhr | US-Arbeitsmarkt: Zahl der Arbeitslosenhilfe-Anträge verdoppelt

In den USA steigt die Zahl der Arbeitslosen wegen der Corona-Krise dramatisch an. Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, hat sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe binnen einer Woche von 3,3 Millionen auf jetzt 6,65 Millionen etwa verdoppelt. Die Zahl der Erstanträge gilt als Anzeichen dafür, wie sich die größte Volkswirtschaft der Welt entwickelt. Sie deutet inzwischen auf einen dramatischen Einbruch der Konjunktur hin. Bis vor wenigen Wochen hatte die Zahl der Erstanträge noch regelmäßig unter 100.000 pro Woche gelegen.

15:13 Uhr | Sachsens Tafeln versorgen auch Kurzarbeiter

In Sachsen versorgen die Tafeln ab sofort auch Menschen, die wegen der Corona-Pandemie in Kurzarbeit sind. Wie der Vizechef des Tafel-Landesverbandes Dietmar Haase mitteilte, wird die Bedürftigkeit nicht extra geprüft. Haase forderte Schüler und Studenten auf, beim Ausladen oder Portionieren der Lebensmittel zu helfen. Freiwillige könnten sich dazu bei den örtlichen Tafeln telefonisch oder per Internet melden. Trotz der Corona-Krise sind in Sachsen 32 Tafeln geöffnet, zwölf sind geschlossen.

14:39 Uhr | KfW zahlt ab Montag Corona-Hilfskredite aus

Die staatliche Förderbank KfW will ab kommendem Montag die beantragten Corona-Hilfskredite auszahlen. Bankchef Bräunig sagte, bei maximal drei Millionen Euro sollten nicht mehr als drei Tage zwischen Antrag und Auszahlung liegen. Im Idealfall könne das Geld sogar noch am gleichen Tag fließen. Bei größeren Millionenbeträgen werde es etwas länger dauern. Die Förderbank stellt sich laut Bräunig auf eine deutlich steigende Nachfrage ein. Schon jetzt hätten die Anträge ein Volumen von zehn Milliarden Euro erreicht. Man rechne damit, dass sie auf insgesamt 50 Milliarden Euro klettern könnten. Das Sonderprogramm der KfW ist vorerst bis zum Jahresende angelegt.

14:31 Uhr | Auch sächsische Landwirtschaft fordert Pauschale für Grenzpendler 

Der sächsische Landesbauernverband fordert von der Landesregierung eine Unterkunftspauschale für Berufspendler aus Tschechien und Polen, wie es sie bereits für die sächsische Medizin- und Pflegebranche gibt. Hauptgeschäftsführer Manfred Uhlemann sagte MDR AKTUELL, es gebe es in der sächsischen Landwirtschaft allein 700 Grenzpendler aus Polen, Tschechien und anderen Ländern. Die meisten der 439 Pendler kämen aus Polen. Auch für sie benötige man eine Soforthilfe des Landes, damit sie sich vorübergehend eine Unterkunft im Freistaat nehmen könnten.

Eine solche Pauschale zahlt der Freistaat seit Ende voriger Woche für Grenzpendler aus Tschechien und Polen, die in der Medizin- und Pflegebranche arbeiten. So können Arbeitgeber seit vorigen Freitag bei der Landesdirektion Sachsen 40 Euro pro Tag als Unterkunftspauschale für ihre Arbeitnehmer beantragen, für deren Angehörige sind es 20 Euro pro Tag. Voraussetzung ist, dass die Beschäftigten aufgrund der neuen Einreisebeschränkungen der Nachbarländer nicht mehr täglich nach Sachsen pendeln können.

Uhlemann sagte MDR AKTUELL, das Nachbarland Brandenburg zahle bereits eine solche Pauschale für Grenzpendler, die in der Landwirtschaft arbeiteten. Dort liege sie sogar bei 65 Euro pro Tag für die Arbeitnehmer. Der deutliche Unterschied führe zu Wettbewerbsnachteilen, die sich gravierend auf die Stabilität der Landwirtschaftsbetriebe in Sachsen auswirkten, sagte Uhlemann. Man wolle sich in der Sache an Ministerpräsident Michael Kretschmer wenden und das sächsische Kabinett um ein "adäquates Angebot" bitten.

14:05 Uhr | Scholz verspricht Konjunkturpaket

Finanzminister Olaf Scholz will die Wirtschaft nach der Corona-Krise mit einem Konjunkturpaket wieder ankurbeln - sieht aber auch die Firmen selbst in der Pflicht. Die Unternehmen, die jetzt vom Staat unterstützt würden, dürften diese Solidarität dann nicht vergessen, mahnte er.

"Wir wollen sicherstellen, dass - wenn wir die Gesundheitskrise bewältigt haben, wenn wir die Arbeitsplätze, die Unternehmen gesichert haben, wenn es wieder aufwärts geht - das auch unterstützt wird mit konjunkturellen Maßnahmen", sagte der Vizekanzler in Berlin. Ziel müsse eine Politik sein, "in der hohe Investitionen eine Rolle spielen und in der der Sozialstaat ausgebaut und nicht zurückgebaut" werde.

13:51 Uhr | Altmaier rechnet mit schwerer Rezession

Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet wegen der Corona-Krise mit einer schweren Rezession in Deutschland. Das Bruttoinlandsprodukt könnte in diesem Jahr stärker schrumpfen als während der Finanzkrise 2009, sagt Wirtschaftsminister Peter Altmaier in Berlin. Damals war die Wirtschaft um 5,7 Prozent eingebrochen.

Altmaier sagte, das Wirtschaftsministerium gehe davon aus, dass die Wirtschaft in einzelnen Monaten im Frühjahr mehr als 8 Prozent einbrechen könne. Der Höhepunkt der Krise werde voraussichtlich im April und Mai sein. Zu Jahresbeginn - also vor Beginn der Pandemie - war noch ein Wachstum von 1,1 Prozent erwartet worden.

13:30 Uhr | Steinmeier zeigt sich beeindruckt von Solidarität

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist beeindruckt vom Ideenreichtum und der Solidarität vieler Menschen in der Corona-Krise. Steinmeier sagte in einer Videobotschaft, er wolle allen von ganzem Herzen Danke sagen. "Ihre Geschichten machen Mut."

Als Beispiel nannte Steinmeier einen Medizinstudenten, der mit einer Online-Plattform andere angehende Mediziner an Kliniken und Praxen vermittelt. Steinmeier betonte, man sei vielleicht zur Isolation verdammt, aber nicht zur Untätigkeit. Jeder könne helfen, indem er in einem lokalen Laden Gutscheine abkaufe oder in seinem Lieblingsrestaurant Essen zum Mitnehmen bestelle.

12:50 | MdrFRAGT: Corona – Abstand und Abschied

Keine Treffen unter Freunden, Paare in Fernbeziehungen oder Altenheime ohne Besucher: Die verhängten Kontaktbeschränkungen bringen für viele einen Abschied auf unbestimmte Zeit. Viele kommen trotz der drastischen Maßnamen im Kampf gegen das Virus gut zurecht, zeigt die jüngste Befragung des MDR-Meinungsbarometers "mdrFRAGT". Andere haben zu kämpfen. Hier erzählen Menschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen:

12:40 Uhr | Arbeitgeberpräsident: Nicht alle Unternehmen bezuschussen

Sachsens Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner hat sich dafür ausgesprochen, dass das Land nur Unternehmen hilft, die über keine eigenen Rücklagen verfügen. Brückner sagte MDR AKTUELL, es gebe Unternehmen, die eine hohe Eigenkapitalquote und Rücklagen hätten, um über diese Zeiten zu kommen. Für Firmen in Not forderte Brückner unternehmensspezifische Lösungen. Es gebe Betriebe, die nicht nur mit Einmalzuschüssen ihr Geschäft aufrecht erhalten könnten, sondern die Darlehen oder Bürgschaften benötigten.

12:15 Uhr | Spanien meldet Rekordzahl an Corona-Toten

Spanien hat eine neue Rekordzahl an Todesopfern durch das Coronavirus verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden seien 950 Menschen gestorben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Zuvor hatte das Land bereits fünf Tage hintereinander mehr als 800 Tote zu beklagen, mehr als 900 Opfer an einem Tag gab jedoch noch nie. Damit sind in Spanien insgesamt bereits rund 10.000 mit dem Coronavirus infizierte Mensche gestorben.

Gleichzeitig kletterte aber auch die Zahl der geheilten Patienten auf eine Höchstmarke: Innerhalb eines Tages wurden fast 4.100 Menschen als gesund entlassen.

Die aktuellen Corona-Infektionszahlen aus den deutschen Bundesländern:

12:02 Uhr | EU: 100 Milliarden Euro für eigenes Kurzarbeitmodell

Die EU-Kommission will für ihr Kurzarbeitmodell in der Corona-Krise einem internen Papier zufolge 100 Milliarden Euro am Kreditmarkt aufnehmen. Als Absicherung sollen Garantien von 25 Milliarden Euro aus den Mitgliedsstaaten dienen. Einen entsprechenden Entwurf veröffentlichte das Portal "Politico". Kommissionschefin Ursula von der Leyen will am Mittag in Brüssel Details zu dem Programm vorstellen.

Die Summe von 100 Milliarden Euro hat sie bereits öffentlicht bestätigt. Dem Entwurf zufolge soll das neue Instrument befristet sein. Die EU-Staaten sollen kein Geld einzahlen müssen, sondern "glaubhafte, unwiderrufliche und verbindliche Garantien" in Höhe von 25 Prozent der Kreditsumme abgeben

11:50 Uhr | Diakonie bittet Handwerker um Atemschutzmasken

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie appelliert an Handwerker, nicht benötigte Atemschutzmasken an Pflegeeinrichtungen weiterzugeben. Der Pflegebevollmächtigte Andreas Westerfellhaus klagt, das Besuchsverbot in Heimen könne nicht gelockert werden, wenn Schutzausrüstungen fehlen. Zuletzt hat Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder zugesichert, es werde intensiv daran gearbeitet, für Pflegeeinrichtungen medizinische Masken zu besorgen. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) hat hochgerechnet, dass bei fünf Prozent Covid-19-Verdachtsfällen und einem Prozent infizierter Menschen in der Altenpflege pro Tag bundesweit gut eine halbe Million einfache Masken und ebenso viele Schutzkittel gebraucht würden, dazu 70.000 Atemfiltermasken, die Ansteckungen verhindern, fast 2,5 Millionen Einmalhandschuhe und 50.000 Schutzbrillen.

11:25 Uhr | Sachsen-Anhalt genehmigt Nachtragshaushalt

Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat einstimmig einen 500 Millionen Euro schweren Nachtragshaushalt zur Bewältigung der Corona-Krise gebilligt. Das Parlament nahm den entsprechenden Regierungsentwurf der Kenia-Koalition an.

Der größte Posten im Nachtragshaushalt ist das bereits angelaufene Soforthilfe-Programm für die Wirtschaft mit 150 Millionen Euro. Außerdem sind zusätzliche Millionen für die Sozialleistungen der Kommunen, Erstattungen von Kita-Gebühren und die Unterstützung von Krankenhäusern eingeplant.

11:14 Uhr | Stillstand an deutschen Flughäfen

An den größeren deutschen Flughäfen gibt es wegen der Corona-Krise kaum noch Starts und Landungen. Nach Angaben des Flughafenverbandes ADV sank die Zahl der abgefertigten Passagiere in der letzten Märzwoche auf knapp 206.000. Damit lag das Passagieraufkommen rund 95 Prozent unter dem Wert aus dem Vorjahr. Bei den Frachtflügen fiel der Rückgang deutlich geringer aus. Dort wurde laut ADV ein Minus von gut 20 Prozent registriert. Verbandsgeschäftsführer Ralph Beisel sagte, die Flughäfen würden in Betrieb gehalten. Dringende Krankentransporte sowie Fracht- und Rückholflüge könnten weiterhin problemlos abgewickelt werden.

11:02 Uhr | Auch Nordhausen führt Mundschutzpflicht ein

Nach Jena führt nun auch der Landkreis Nordhausen schrittweise eine Mundschutzpflicht in Geschäften, Bussen und Taxis ein. Ab Montag gilt dies zunächst als Empfehlung, nach Ostern wird es laut neuer Allgemeinverfügung zur Pflicht. Ziel sei es, andere vor Infektionen zu schützen, betonte Landrat Matthias Jendricke. Da Mund und Nase auch per Tuch, Schal oder selbstgenähter Maske bedeckt werden könnten, brauche niemand medizinischen Mundschutz zu kaufen.

10:47 Uhr | KfW macht Minus wegen Corona-Hilfen

Die staatliche Förderbank KfW hat wegen der Corona-Krise im ersten Quartal voraussichtlich einen Verlust von fast einer Milliarde Euro erzielt. Allerdings kann die Bank auf gute Rücklagen bauen, nachdem sie trotz der Zinsflaute im vergangenen Jahr einen Milliardengewinn erwirtschaftete. Zwar fiel der Gewinn 2019 niedriger aus als im Jahr zuvor, entwickelte sich aber besser als erwartet, wie die KfW in Frankfurt mitteilte. Unter dem Strich verdiente das Institut 1,367 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor waren es 1,636 Milliarden Euro.

Der KfW kommt in der Bekämpfung der derzeitigen Krise eine besondere Bedeutung zu. Die Förderbank stellt milliardenschwere Kredite für Unternehmen zur Verfügung, die durch Corona ins Straucheln geraten sind. Laut KfW-Chef Günther Bräunig wurden bereits rund 2.500 Anträge im Volumen von 10,6 Milliarden Euro gestellt. Für den kommenden Montag werde ein weiterer "großer Ansturm" erwartet, da dann die IT-Umsetzung soweit sei, dass Antrag und Abruf von Geld sofort möglich seien.

10:37 | Bayer setzt auf Malaria-Medikament gegen Covid-19

Im Kampf gegen die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 setzt der Chemie- und Pharmakonzern Bayer auf sein Malariamittel Resochin und baut dessen Produktion aus. Bayer sehe das Medikament mit dem Wirkstoff Chloroquin als Hoffnungsträger, sagte Vorstandschef Werner Baumann dem "Handelsblatt".

"Es gibt Hinweise darauf, dass Resochin im Labor und in ersten klinischen Untersuchungen die Viruslast senkt." Das Medikament kann demnach die Vermehrung des Coronavirus bremsen und so zu einem milderen Krankheitsverlauf führen. Baumann kündigte an, auch Werke in Europa für die Resochin-Fertigung umrüsten zu lassen. Laut "Handelsblatt" produziert der Leverkusener Konzern das Medikament bislang nur in Pakistan. Baumann sagte der Zeitung, das Mittel solle Regierungen weltweit in der Krise gespendet werden.

10:26 Uhr | Tschechien verlängert Grenzkontrollen

Tschechien verlängert die Mitte März wegen der Coronavirus-Pandemie eingeführten Grenzkontrollen zu Deutschland und Österreich zunächst bis zum 24. April. Das hat das Kabinett in Prag beschlossen.

Das weitgehende Einreiseverbot für Ausländer und Ausreiseverbot für tschechische Staatsbürger war bereits zuvor bis Ostersonntag verlängert worden. Ausnahmen gelten für Lastwagen-Fahrer und zum Beispiel für Berufspendler, die im Gesundheitswesen arbeiten.

10:20 Uhr | Bahntickets bis Ende Juni gültig

Tickets für eine Fahrt mit der Deutschen Bahn, die vor dem 13. März gekauft wurden, behalten bis Ende Juni ihre Gültigkeit. Das gilt auch für zuggebundene Spartickets. "Die Zugbindung entfällt", teilte der Konzern mit.

Das Angebot gilt allerdings nur für Fahrten, die für die zweite Märzhälfte oder den April geplant waren. Wer die Reise überhaupt nicht mehr antreten möchte, kann das Ticket online in einen Gutschein umtauschen.

Alle Infos direkt im Newsblog der Deutschen Bahn.

10:15 Uhr | Sechs Monate Gefängnis wegen Anhustens

Er hustete absichtlich einen Polizisten an und gab vor, mit dem Coronavirus infiziert zu sein - jetzt muss ein Brite dafür sechs Monate ins Gefängnis. Es soll die erste Haftstrafe in Zusammenhang mit der Pandemie und einem Polizisten in London sein. Der Polizist hatte auf seiner Patrouille mit dem Fahrrad den 55-Jährigen gestellt, der offensichtlich ein Auto stehlen wollte. Der Verdächtige wehrte sich und rief dem Polizisten laut einer Mitteilung von Scotland Yard zu: "Ich habe Covid und ich werde dir ins Gesicht husten und du wirst es auch bekommen." Andere herbeieilende Sicherheitskräfte überwältigten den 55-Jährigen.

10:01 Uhr | Deutschland deckt sich mit Arzneimitteln ein

In der Corona-Krise deckt sich Deutschland kurzfristig in großem Stil mit einem Präparat ein, das hilfsweise gegen die Lungenerkrankung Covid-19 zum Einsatz kommen soll. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, geht es um die antivirale Grippetablette Avigan, die nach Erfahrungen in Asien Hoffnungen weckt sowie um andere Präparate. Verantwortlich sei das Bundesgesundheitsministerium.

Avigan verhindert laut dem Bericht normalerweise, dass sich ein Grippevirus im Körper repliziert. In Japan wird es demnach auch gegen das Coronavirus eingesetzt. Die Regierung in China teilte zuletzt mit, dass aus Wuhan, von wo aus sich das Virus ausgebreitet hatte, vielversprechende klinische Studien vorlägen.

09:30 Uhr | Söder will "europäischen Marshallplan"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat einen "Marshallplan für ganz Europa" gefordert, um nach einer Überwindung der Corona-Krise die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. "Wir müssen die Wirtschaft gemeinsam in allen europäischen Ländern wieder aufbauen", sagte Söder dem "Handelsblatt".

Gemeinsame europäische Anleihen, sogenannte Eurobonds, lehnte er aber erneut ab. "Natürlich braucht es europäische Solidarität", betonte der Ministerpräsident. Diese sei auch im deutschen Interesse, denn "wir können uns nicht abkoppeln". "Corona-Bonds im Sinne einer europäischen Schuldenvergemeinschaftung kann es nicht geben", sagte Söder aber weiter. Stattdessen sollten bestehende Hilfsinstrumente wie der Euro-Rettungsfonds ESM genutzt werden.

09:23 Uhr | Krisentreffen bei Sachsens Ministerpräsident Kretschmer

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat für heute Mittag zu einem Krisentreffen mit der sächsischen Wirtschaft eingeladen. Grund ist die sehr angespannte Lage der Unternehmen durch das Coronavirus. Die Wirtschaft fordert deswegen mehr Unterstützung vom Freistaat.

Der sächsische Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner sagte MDR AKTUELL, er sehe gesunde Unternehmen vor die Existenzfrage gestellt: "Die bisherigen staatlichen Maßnahmen reichen nicht aus." Fast 75 Prozent aller Arbeitsplätze in Sachsen seien in Firmen mit maximal 250 Mitarbeitern. Für deren Erhalt müssten die staatlichen Maßnahmen sehr zügig nachgeschärft werden.

09:00 Uhr | Steigende Exporte von Desinfektionsmitteln

Die Produktion von Desinfektionsmitteln ist in Deutschland wegen der Corona-Pandemie zu Jahresbeginn deutlich angekurbelt worden. Im Januar stellten die einheimischen Unternehmen knapp zwölf Prozent mehr Desinfektionsmittel her als im gleichen Monat des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Auch der Export zog kräftig an. Mit 12.360 Tonnen lagen die Exporte von Desinfektionsmitteln im Januar knapp 20 Prozent über dem Durchschnitt der Januar-Monate in den Jahren 2015 bis 2019.

08:50 Uhr | Vergleichsweise viele Intensivbetten in Deutschland

Deutschland verfügt im internationalen Vergleich über eine hohe Versorgungsdichte mit Intensivbetten in Krankenhäusern. Auf 100.000 Einwohner kommen laut Statistischem Bundesamt 33,9 Intensivbetten. Auch Österreich (28,9) und die Vereinigten Staaten (25,8) weisen demnach eine vergleichsweise hohe Dichte auf.

Deutlich geringer sind die Kapazitäten in den besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen Staaten Spanien mit 9,7 und Italien mit 8,6 Intensivbetten je 100.000 Einwohner.

08:37 Uhr | Spahn warnt vor zu frühem Ende der Beschränkungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor einem zu frühen Ausstieg aus den Beschränkungen in der Corona-Krise gewarnt. Zwar sei ein Abflachen bei den Steigerungsraten derzeit zu erkennen, dies sei aber noch kein abschließender Trend, sagte der CDU-Politiker in einem Podcast mit dem Journalisten Gabor Steingart. Dabei könnte es sich auch um statistische Effekte, also Meldeeffekte handeln. Die stark einschränkenden Maßnahmen wie Schul- oder Geschäftsschließungen lägen noch nicht allzu lange zurück, betonte Spahn. Sie könnten sich teils in den Statistiken noch nicht bemerkbar machen.

08:10 Uhr | Einzelhändler können Ladenmiete nicht zahlen

Viele Thüringer Einzelhändler bitten in der Corona-Krise um Aufschub oder Aussetzen der Ladenmieten. Das ergab eine Umfrage von MDR THÜRINGEN in den Einkaufszentren aller Regionen. Man sei täglich mit den Mietern im Gespräch, hieß es von den Centermanagern. Es gebe Anfragen in alle Richtungen, die individuell geklärt würden. Demnach kämpfen sich allerdings auch etliche Ladenbesitzer durch die Krise und zahlen ihre Mieten trotz geschlossener Geschäfte regulär weiter.

07:50 Uhr | Bundeswehr bereitet sich auf Corona-Hilfe vor

Die Bundeswehr hat ein 15.000 Soldatinnen und Soldaten starkes Team zur zivilen Hilfe in der Coronavirus-Krise aufgestellt. Man bereite sich darauf vor, dann zu helfen, wenn zivile Kräfte erschöpft seien, sagt Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer im ARD-"Morgenmagazin". Das "Einsatzkontingent Corona" solle etwa im Sanitätsbereich und der Logistik eingesetzt werden.

07:40 Uhr | Seniorenheim in Sachsen unter Quarantäne

Die Behörden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge haben ein Seniorenheim in Hohnstein unter Quarantäne gestellt. Die Maßnahme gilt sowohl für Bewohner als auch das Personal der Einrichtung. Zuvor hatte es in der Einrichtung mehrere Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Zutritt zum Seniorenheim haben nur noch medizinisches Personal, Feuerwehr und Rettungsdienste.

07:25 Uhr | RKI meldet mehr als 6.000 Neuinfektionen

In Deutschland ist die Zahl der Infizierten und der Toten binnen 24 Stunden erneut deutlich gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 6.156 Neuinfektionen und kommt damit auf eine Gesamtzahl von 73.522 bestätigten Infektionsfällen. 872 Menschen seien im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben, das ist ein Anstieg um 140. In Mitteldeutschland sind insgesamt knapp 4.100 Menschen mit dem neuen Virus infiziert.

Die US-amerikanische Johns-Hopkins-Universität zählte für den gestrigen 1. April ebenfalls knapp über 6.100 Neuinfektionen. Sie kommt auf insgesamt 77.981 Infektionen in Deutschland und 931 Todesfälle. Warum sich die Zahlen unterscheiden, lesen Sie hier:

Die Kolleginnen und Kollegen in den Landesfunkhäusern des MDR berichten in eigenen Tickern über regionale Entwicklungen:

07:06 Uhr | Zahl Intensivbetten auf 40.000 erhöht

Die Kliniken in Deutschland haben wegen der Corona-Krise die Zahl der Intensivbetten von 28.000 auf 40.000 erhöht. "Ich gehe davon aus, dass wir durch die Aufstockung der vergangenen Wochen inzwischen knapp 40.000 Intensivbetten zur Verfügung haben, von denen etwa 15.000 bis 20.000 frei sind", sagte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, der "Rheinischen Post".

Auch die Zahl der Beatmungsplätze sei stark erhöht worden. "Zu Beginn der Pandemie hatten wir etwa 20.000 Betten mit Beatmungsgerät. Inzwischen dürften wir bei etwa 30.000 liegen", betonte Gaß, der die Interessen von rund 1.900 Krankenhäusern bundesweit vertritt. Zum Teil seien die Beatmungsgeräte aus anderen Bereichen geholt - beispielsweise aus Aufwachräumen -, zum Teil sei neu beschafft worden, zum Teil seien ausgemusterte Geräte reaktiviert worden.

Gaß zeigte sich "zuversichtlich", dass "wir in den kommenden zwei Wochen für alle Covid-19-Patienten, die beatmet werden müssen, ein Gerät zur Verfügung haben werden." Aktuell seien etwa 2.000 Betten mit Covid-19-Patienten belegt.

06:49 Uhr | Weniger als 100 Neuinfektionen in Südkorea

Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist wieder auf unter 100 gesunken. Am Mittwoch seien 89 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Die Gesamtzahl stieg auf 9.976. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus kletterte um vier auf 169.

Zuletzt hatte sich den Angaben der Behörden zufolge die Zahl der neu gemeldeten Infektionen bei etwa 100 stabilisiert. Ende Februar verzeichnete das südostasiatische Land noch mehr als 900 Neu-Infizierte am Tag.

06:41 Uhr | Neuseeland lässt Ausländer ausreisen

Tausende wegen der Coronavirus-Krise in Neuseeland festsitzende Ausländer, darunter viele Deutsche, werden von Freitag an den Pazifikstaat verlassen können. Die Regierung in Wellington, die Rückführungsflüge zunächst gestoppt hatte, kündigte einen entsprechenden Plan an. Dieser werde die "sichere und geordnete Ausreise von Zehntausenden" Gestrandeter ermöglichen, sagte der stellvertretende Premierminister Winston Peters. Der Plan erlaube anderen Regierungen, Rückholflüge zu organisieren. Dabei müssten aber die gesundheitlichen Vorgaben Neuseelands eingehalten werden.

06:14 Uhr | Haseloff: "Wir brauchen noch Zeit"

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat in der Corona-Krise an das Durchhaltevermögen der Menschen appelliert. Haseloff sagte MDR AKTUELL, die Entscheidung, Kontaktbeschränkungen zu verlängern, habe man zusammen mit Fachleuten getroffen. Es sei wichtig, darauf zu vertrauen. Solange die Zahl der Infizierten steige, könne man nicht von Ausstiegsmöglichkeiten sprechen. Die Wahrscheinlichkeit, dass am 19. April wieder ein normales Leben beginnen könne, sei sehr gering.

06:00 Uhr | Verzicht auf Tariferhöhung: Verdi kritisiert Handelsverband

Die Gewerkschaft Verdi kritisiert den Handelsverband HDE für seinen Vorschlag, geplante Tariferhöhungen wegen der Corona-Krise zu verschieben. Verdi-Sprecher Jörg Lauenroth-Mago sagte MDR AKTUELL, die Unternehmen im Einzelhandel könnten auf Milliarden-Förderungen der Bundesregierung zurückgreifen. Dagegen seien die Beschäftigten in ihrer Existenz bedroht. Das Kurzarbeitergeld müsse aufgestockt werden. Dazu erklärte der Handelsverband, eine Aufstockung sei nicht für alle Unternehmen möglich. Hauptgeschäftsführer Genth sagte MDR AKTUELL, mit dem Vorschlag wolle man die kriselnden Firmen im Textil- oder Elektronikbereich unterstützen. Es sei nie so gedacht gewesen, dass auf Lohnerhöhungen verzichtet werden soll.

05:40 Uhr | Auch British Airways will Mitarbeiter beurlauben

Die Fluggesellschaft British Airways will einen Großteil ihres Personals beurlauben. Laut eines Berichts von BBC News will das Unternehmen die Suspendierung von 34.000 Mitarbeiterinnen und MItarbeitern ankündigen. Die Fluggesellschaft habe eine umfassende Vereinbarung mit der Gewerkschaft Unite getroffen, die die Aussetzung von 80 Prozent der Arbeitsplätze, umfasse, heißt es in dem Medienbericht. Betroffen seien vor allem Kabinen- und Bodenpersonal, sowie Ingenieure und Beschäftigte in der Zentrale. Nach Angaben des Senders sollen keine Entlassungen erfolgen. Die Gespräche mit der Gewerkschaft seien noch nicht abgeschlossen, erklärte British Airways in einer kurzen Stellungnahme.

05:27 Uhr | Schon mehr als eine Million Anträge auf Soforthilfen

Die Auszahlung von Corona-Soforthilfen für die Wirtschaft kommt langsam in Gang. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab, wurden allein in neun Bundesländern mehr als 370.000 Anträge bewilligt. Rund 1,3 Milliarden Euro seien bereits an Unternehmen in Existenznot geflossen. Vor allem Unternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitern, Freiberufler und Solo-Selbstständige nähmen die Hilfen in Anspruch. In Sachsen kommen den Angaben zufolge die meisten Anträge von Restaurants sowie Friseur- und Kosmetiksalons. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Dresden gibt es noch Probleme bei der Bewilligung auf dem Postweg. Die so übermittelten Anträge seien oft unvollständig und erforderten Nachfragen.

05:12 Uhr | Große Hilfsbereitschaft in Sachsen

In Sachsen gibt es in der Corona-Krise nach Angaben des Sozialministeriums viel Solidarität. Ein Sprecher sagte, es gebe "eine große Hilfsbereitschaft im Land". Auf einer Plattform von Ministerium und DRK hätten sich Hunderte Helfer registriert, die Mund-Nase-Masken nähen oder dabei hülfen eine Reserveambulanz aufbauen. Die Nachbarschaftshilfe im Kleinen funktioniert ebenfalls. Sozialministerin Petra Köpping sagte, in dieser Krise zeige sich, dass die meisten Menschen hifsbereit und solidarisch miteinander umgingen.

02:32 Uhr | Umweltministerin: Corona-Krise hilft dem Erdklima nicht

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat davor gewarnt, aus dem Klima-Effekt der Coronakrise falsche Schlüsse zu ziehen. Die SPD-Politikerin sagte den Funke-Medien, der CO2-Ausstoß gehe derzeit zwar zurück. Doch sei dieser Effekt nicht nachhaltig. Es handle sich um ein kurzfristiges Phänomen, das beim Schutz des Erdklimas nicht weiterhelfe. Auch die Weltorganisation für Meteorologie schätzt die positiven Auswirkungen auf das Klima als sehr gering ein. Es sei abzusehen, dass der CO2-Austoß wieder ansteige, sobald die Corona-Pandemie überstanden sei und die Weltwirtschaft wieder anlaufe.

01:45 Uhr | Kurzarbeit für 87.000 Lufthansa-Beschäftigte

Die Lufthansa und die Vereinigung Cockpit haben für Piloten eine Kurzarbeit-Vereinbarung getroffen. Sie gilt laut Cockpit ab sofort und bis Ende des Jahres. Betriebsbedingte Kündigungen seien bis Ende März 2021 ausgeschlossen. Das Kurzarbeitergeld werde auf etwa 85 Prozent des üblichen Nettoeinkommens aufgestockt. Die Lufthansa senke durch die Vereinbarung ihre Cockpitkosten um die Hälfte. Weltweit schickt der Konzern fast zwei Drittel seines Personals in Kurzarbeit. Etwa 700 der 760 Lufthansa-Maschinen sind derzeit am Boden. Die Airline erwägt deshalb, Staatshilfen zu beantragen.

00:53 Uhr | Ex-Verfassungsgerichtspräsident warnt vor Schaden für Grundrechte in Corona-Krise

Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hat vor schweren Schäden für die Grundrechte gewarnt, sollten die Restriktionen in der Corona-Krise lange andauern. Er halte die derzeitigen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit zwar für rechtmäßig, sagte Papier der "Süddeutschen Zeitung". Doch sehe er die Gefahr einer "Erosion des Rechtsstaats", sollten sich die "extremen Eingriffe in die Freiheit aller" noch lange hinziehen. Auf Dauer lasse sich eine solche flächendeckende Beschränkung nicht hinnehmen, mahnte Papier. Politik und Verwaltung müssten deshalb immer wieder prüfen, ob weniger einschneidende Maßnahmen möglich seien.

Der Professor für Staatsrecht warnte auch davor, auf überfüllten Intensivstationen jüngere und gesündere Patienten zu bevorzugen: "Leben darf nicht gegen Leben abgewogen werden." Papier kritisierte zudem jüngste Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften. Darin werde abgestuft, wer vorrangig behandelt werde, falls ein Mangel an Intensivbetten entstehe. Die Empfehlungen seien rechtlich problematisch, "weil sie die Menschenwürde und den Grundsatz der Gleichheit des Menschenwürdeschutzes in Frage stellen", führte Papier aus. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts sei aber jedes Leben gleichrangig und gleich wertvoll.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 02. April 2020 | 19:30 Uhr