Coronavirus-Pandemie Ticker: Bundespolizei kontrolliert am Wochenende in Berlin

In Berlin ist am Wochenende ein Großeinsatz geplant, um die Befolgung der Corona-Regeln zu kontrollieren. Dänemark schließt seine Grenze für deutsche Urlauber. In Sachsen gelten ab Samstag neue Regeln. Die Entwicklungen im Überblick.

Unser Ticker am Donnerstag, 22. Oktober 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:19 Uhr | Weitgehende Ausgangssperre in der Slowakei

In der Slowakei gelten von Samstag bis inklusive 1. November wieder strenge Ausgangsbeschränkungen. Das gab die Regierung am Donnerstagabend nach einer mehr als elfstündigen Sitzung des nationalen Corona-Krisenstabs bekannt. Im ganzen Land dürften die Menschen mehr als eine Woche lang die eigene Wohnung nur für dringende Zwecke verlassen. Dazu gehörten der Weg zur Arbeit, zu einem Corona-Test und zur Deckung von Grundbedürfnissen, aber auch für kleine Spaziergänge in der Natur.

22:10 Uhr | Coronavirus breitet sich rasant in Europa aus

Aus zahlreichen europäischen Ländern wurden heute erneut Höchststände bei der Zahl der Neuinfizierten gemeldet. Ein Überblick:

21:16 Uhr | Klagen gegen Schutzmaßnahmen im Berchtesgadener Land

Die strengen Corona-Maßnahmen im stark betroffenen Berchtesgadener Land werden gerichtlich überprüft. Beim Verwaltungsgericht München gingen mehrere Klagen und Eilanträge ein, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstagabend mitteilte.

Unterdessen steigen die Corona-Zahlen in dem oberbayerischen Landkreis weiter. Laut Landratsamt erhöhte sich die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz auf 292,65. Als kritischer Wert gilt 50.

21:12 Uhr | Söder sieht Deutschland vor Weichenstellung

Nach dem Rekordwert bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zu Vorsicht und Disziplin gemahnt. "Ich glaube, das wird jetzt eine spannende Zeit für uns alle werden. Es wird schon eine wichtige Weichenstellung sein", sagte der CSU-Chef am Donnerstagabend im ZDF. "Es muss uns gelingen, diese Welle zu brechen. ( ... ) Und wenn wir jetzt ein bisschen mehr tun, dann werden wir hinterher weniger Folgen haben."

20:00 Uhr | US-Forscher sehen drei Treiber der Pandemie

Die Kontakte innerhalb eines Haushalts, Superspreading-Events sowie der Reiseverkehr sind laut US-Forschern die drei wichtigsten Faktoren bei der Verbreitung des Coronavirus. In einem Überblicksartikel in der Zeitschrift "Science" betont das Team um die Epidemiologin Elizabeth Lee von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore, dass ein Großteil der Sars-CoV-2-Infektionen vermutlich auf Haushalte entfällt. Die Autoren verweisen auf mehrere Studien, denen zufolge 46 bis 66 Prozent der Ansteckungen innerhalb eines Haushalts passieren.

Von zentraler Bedeutung für die Übertragung von Haushalt zu Haushalt sind demnach wiederum sogenannte Superspreading-Events. Die Forscher verweisen auf Studien, denen zufolge zehn Prozent der Fälle 80 Prozent der Infektionen verursachten. Anders ausgedrückt: Wenige besonders ansteckende Infizierte übertragen das Virus auf viele andere Menschen.

Eine Animation. Zwei Menschen sitzen eng nebeneinander. Eine Person spricht. Dabei fliegen Tropfen in verschiedenen Farben umher. 1 min
Japanischer Supercomputer Fugaku simuliert Ausbreitung von neuartigen Coronaviren in Innenräumen Bildrechte: Reuters

Dritter Treiber ist den Wissenschaftlern zufolge der nationale und internationale Reiseverkehr. Schon wenige Fernverbindungen könnten dafür sorgen, dass das Virus sich ausbreiten könne. "Das ist ein Grund, warum frühe Reiseverbote die globale Ausbreitung von Sars-CoV-2 nicht stoppen konnten, obwohl sie die Pandemie möglicherweise verlangsamt haben", schreiben die Wissenschaftler.

19:27 Uhr | Griechenland kündigt nächtliche Ausgangssperren an

Die griechische Regierung hat Ausgangssperren für die Städte Athen, Thessaloniki und weitere Corona-Brennpunkte angekündigt. "Wir wollen den Verkehr und nächtliche Treffen, die eine Verbreitung des Virus begünstigen, einschränken", sagte der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Donnerstagabend bei einer Fernsehansprache. Ab Samstag dürfen Einwohner in den betroffenen Städten ihre Häuser zwischen 0.30 Uhr und 5 Uhr nicht mehr verlassen. Sowohl in Innenräumen als auch im Freien soll dort eine Maskenpflicht gelten, teilte Mitsotakis mit.

Die Maske ist der Impfstoff, bevor es einen Impfstoff gibt

Kyriakos Mitsotaki Ministerpräsident Griechenland

19:01 Uhr | Jena verschärft Corona-Regeln

Auch in Jena gelten wegen der steigenden Infektionszahlen ab Freitag neue Schutzmaßnahmen. Unter anderem sind nun Masken am Arbeitsplatz vorgeschrieben, falls der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann:

18:51 Uhr | Magdeburg plant keine weiteren Eindämmungsmaßnahmen

Die Stadt Magdeburg will – anders als Halle – keine eigene Allgemeinverfügung zur Eindämmung der Pandemie aufstellen. Am Donnerstag wurde in der Landeshauptstadt zar der erste kritische Inzidenzwert von 35 Infektionen pro 100.000 Einwohern innnerhalb von 7 Tagen überschritten. Auf weitere Einschränkungen einstellen müssen sich aber vorerst nur Fußballfans: Der Ticketverkauf für das Spiel des FC Magdeburg gegen Wehen Wiesbaden am Samstag wurde gestoppt.

18:31 Uhr | Junge Dresdner entwickeln digitale Lösung für Corona-Gästelisten

Zwei junge Dresdner haben eine Internet-Plattform entwickelt, die bei der Erfassung von Kontaktdaten helfen soll. Ihr Online-Angebot namens "Guestident“ soll die bislang oft per Hand ausgefüllten Gästelisten ersetzen und Zeit und Papier sparen:

18:24 Uhr | Überblick zur Lage in Deutschland

Die Neuinfektionen auf einem Höchststand, immer mehr Risikogebiete und verschärfte lokale Eindämmungsmaßnahmen – ein kurzer Überblick zur Lage in Deutschland im Video:

18:13 Uhr | Frankreich erlässt nächtliche Ausgangssperre für weitere Gebiete

In Frankreich hat die Regierung die nächtliche Ausgangssperre auf große Teile des Landes ausgeweitet. In 54 Départements und dem Überseegebiet Polynesien dürften die Menschen ab Samstag ihre Häuser und Wohnungen zwischen 21 Uhr und 6 Uhr nicht verlassen, sagte Premierminister Jean Castex am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Paris. Damit sind insgesamt 46 Millionen Menschen von der Beschränkung betroffen – zwei Drittel aller Franzosen.

Paris: Polizisten patrouillieren während einer nächtlichen Ausgangssperre in einer Straße
Nächtliche Ausgangssperre in Paris. Bildrechte: dpa

17:23 Uhr | Großeinsatz in Berlin am Wochenende

In Berlin soll die Einhaltung der Corona-Regeln am Wochenende in großem Stil kontrolliert werden. Die Berliner Polizei werde bei dem Großeinsatz von der Bundespolizei unterstützt, teilte die Senatsinnenverwaltung am Donnerstag mit. Ingesamt 1.000 Polizistinnen und Polizisten seien am Samstag und Sonntag täglich im Einsatz um die Einhaltung der Infektionsschutzverordnung zu kontrollieren, hieß es. Vor allem werde auf das Tragen von Schutzmasken und das Halten des Mindestabstandes geachtet.

Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte dazu am Donnerstag: "Es geht um eine sehr dynamische Entwicklung, um ein äußerst gefährliches Virus, potenziell tödlich oder mit Langzeitschäden für die Betroffenen verbunden. Deshalb haben wir die Pflicht als Politiker, alles zu tun, was für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung erforderlich ist."

17:09 Uhr | Burgenlandkreis jetzt Risikogebiet

Nach dem Landkreis Jerichower Land hat auch der Burgenlandkreis die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 überschritten und gilt somit als Risikogebiet. Der Wert der Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner habe am Donnerstag 52,6 erreicht, teilte der Kreis mit. Demnach registrierte der Kreis im Süden Sachsen-Anhalts am Donnerstag 19 neue Fälle des Coronavirus.

Insgesamt breitet sich das Coronavirus in Sachsen-Anhalt aus. Am Donerstag kamen nach Angaben des Sozialministeriums 149 Fälle hinzu.

16:56 Uhr | Schweden hebt Einschränkungen für Senioren auf

Ältere Menschen in Schweden sind nicht mehr aufgefordert, sich zu isolieren. Sozialministerin Lena Hallengren sagte am Donnerstag, es gäbe keinen Grund mehr, warum für Ältere schärfere Maßnahmen gelten sollten als für den Rest der Bevölkerung. "Heute wissen wir mehr über das Coronavirus und über die Situationen, in denen das Infektionsrisiko am größten ist", erklärte Hallengren. "Deshalb müssen wir alle in Schweden jetzt die gleiche Verantwortung übernehmen, um uns und andere zu schützen."

Personen, die älter als 70 Jahre sind, waren bisher aufgefordert, öffentliche Verkehrsmittel und physischen Kontakt zu anderen zu meiden. Außerdem sollten sie sich etwa von Geschäften fernhalten.

Die Maßnahmen hätten einen großen Effekt gehabt, hieß es von offizieller Seite. Doch habe sich auch gezeigt, dass die Isolation bei vielen Älteren negativ auf die psychische Gesundheit wirke.

Die Zahl der Infektionsfälle hat in Schweden in den vergangenen Wochen stetig zugenommen, ist aber im Verhältnis zur Bevölkerung immer noch niedriger als in anderen Ländern.

16:47 Uhr | Dänemark schließt Grenze für deutsche Urlauber

Menschen aus Deutschland dürfen wegen der steigenden Infektionszahlen ohne triftigen Einreisegrund nicht mehr nach Dänemark einreisen. Das teilte der dänische Außenminister Jeppe Kofod am Donnerstag mit. Die Maßnahme bedeute unter anderem, dass deutsche Touristen nicht mehr ins Land kommen dürften. Für den Großteil der weiteren Staaten in Europa gelten diese Einreisebeschränkungen bereits seit Längerem. Für Einwohner Schleswig-Holsteins sollen Ausnahmen geregelt werden.

16:33 Uhr | Tschechien im Ausnahmezustand

In Tschechien steht das öffentliche Leben weitgehend still. In der sonst so lebendigen Hauptstadt Prag sind die Straßen viel leerer als sonst. Nur wenige Menschen sind trotz des sonnigen Wetters unterwegs. Fast alle tragen wie vorgeschrieben eine Maske. Auf der Einkaufsstraße im Stadtteil Vrsovice haben die meisten Geschäfte geschlossen. In den Straßenbahnen der Hauptstadt, wo die Menschen normalerweise dicht an dicht stehen, findet jeder einen Sitzplatz.

Lockdown in Tschechien
Bildrechte: dpa

Auf dem Messegelände in Prag errichtete die Armee derweil innerhalb kürzester Zeit ein Feldlazarett, um auf weiter steigende Infektionszahlen vorbereitet zu sein:

16:11 Uhr | Neue Warnstufe in Bayern erst ab Freitag

In bayerischen Corona-Brennpunkten mit Infektionszahlen jenseits der bisherigen Warnstufen gelten erst ab Freitag zusätzliche Beschränkungen. Ursprünglich hätten die neuen Auflagen ab Donnerstag in Kraft sein sollen. Ministerpräsident Markus Söder hatte die neue "dunkelrote" Warnstufe am Mittwoch im Landtag angekündigt. In Regionen, in denen die Zahl von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wird, dürfen Veranstaltungen nur noch mit maximal 50 Teilnehmern stattfinden. Außerdem gilt eine Sperrstunde ab 21 Uhr.

15:56 Uhr | Bulgarien: Maskenpflicht im Freien

In Bulgarien ist wegen schnell steigender Corona-Zahlen ab sofort das Tragen von Schutzmasken auch im Freien wieder obligatorisch, wenn Abstandhalten nicht möglich ist. "Wir kommen in eine recht ernsthafte Phase", erklärte Gesundheitsminister Kostadin Angelow am Donnerstag. In dem EU-Land mit seinen 6,9 Millionen Einwohnern wurde am Donnerstag mit 1.472 Corona-Neuansteckungen ein neuer Höchststand registriert. Insgesamt seien derzeit 14.689 Menschen infiziert.

Protestler, die seit gut drei Monaten den Rücktritt der Regierung wegen Korruption verlangen, verbrannten vor dem Gesundheitsministerium demonstrativ Corona-Schutzmasken. Aktivisten beklagten, Masken würden ihnen die "Luft zum Atmen nehmen". Zudem seien die Orte im Freien, wo Schutzmasken Pflicht sind, nicht genau definiert.

15:35 Uhr | Belgische Außenministerin auf Intensivstation

Die belgische Außenministerin Sophie Wilmès muss nach einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus auf der Intensivstation behandelt werden. Sie habe sich am Mittwoch in ein Brüsseler Krankenhaus begeben und sei später auf die Intensivstation verlegt worden, sagte eine Sprecherin der ehemaligen Regierungschefin am Donnerstag.

Sophie Wilmès
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Der 45-Jährigen geht es nach den Worten der Sprecherin "relativ gut". Ihr Zustand sei nicht beunruhigend, Wilmès sei bei Bewusstsein.

15:20 Uhr | Altmaier stellt weitere Hilfen für Selbstständige in Aussicht

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier macht Freiberuflern und Selbstständigen Hoffnung auf weitere Hilfen. Der CDU-Politiker sprach am Donnerstag nach einer Videokonferenz mit Wirtschaftsverbänden in Berlin von einem sogenannten "Unternehmerlohn". Dazu müsse zwischen den Regierungkoalitionen aber noch eine Einigung erzielt werden.

Wirtschaftsvertreter kritisieren seit langem, dass die bisherigen Hilfen an vielen Unternehmern vorbeigingen, weil diese ausschließlich zur Überbrückung fixer Betriebskosten gedacht seien. Die eigentlichen Kosten fielen aber für Lebenshaltung oder für die Wohnungsmiete an.

15:12 Uhr | Maskenpflicht im Unterricht auch an Berliner Schulen

An bestimmten Berliner Schulen gilt nach den Herbstferien ebenfalls eine Maskenpflicht im Unterricht. Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sowie aller Berufsschulen und Oberstufenzentren müssten ab Montag einen Mund-Nasen-Schutz tragen, teilte die Bildungsverwaltung am Donnerstag mit. Am Mittwoch hatte Nordrhein-Westfalen ähnliche Vorschriften angekündigt.

15:07 Uhr | Altenburger Land jetzt auch Risikogebiet

In Thüringen gehört nun auch das Altenburger Land zu den Risikogebieten. Laut Landratsamt überschritt der Kreis den Schwellenwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. In einer neuen Allgemeinverfügung wird unter anderem die Gästezahl bei Familienfeiern und von öffentlichen Veranstaltungen beschränkt. Auch der Kreis Sömmerda und der Saale-Holzland-Kreis erließen lokale Verordnungen:

14:05 Uhr | Corona-Ausbruch in Kloster

In einem Kloster in Mönchengladbach sind 22 von 30 Schwestern positiv auf Corona getestet worden. Zwei Schwestern, beide schon weit über 80, wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Die anderen hätten teilweise Symptome, wie der Orden der Salvatorianerinnen mitteilte.

13:30 Uhr | Gesundheitsminister Spahn hat leichte Symptome

Der an Covid-19 erkrankte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist weiter arbeitsfähig. Nach Angaben eines Sprechers geht es ihm "den Umständen entsprechend gut". Spahn habe kein Fieber, aber Erkältungssymptome. Er arbeite von zu Hause aus. Alle Personen aus dem engeren Umfeld des Ministers wurden demnach inzwischen ebenfalls untersucht, aber negativ getestet. Spahns Ansteckung war am Mittwoch bekannt geworden.

12:00 Uhr | Sachsen verschärft Infektionsschutz

Sachsen verschärft im Kampf gegen die Corona-Pandemie die Maskenpflicht. In Regionen mit mehr als 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche muss nach Angaben von Gesundheitsministerin Petra Köpping ab Sonnabend überall im öffentlichen Raum eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, wo kein Mindestabstand von 1,5 Metern möglich ist. Familienfeiern werden ab dieser erhöhten Infektionsrate auf 25 Teilnehmer begrenzt, Veranstaltungen im Freien auf 250 Menschen, in Innenräumen auf bis zu 100. Nach der neuen Corona-Schutzverordnung müssen Gaststätten die Kontaktdaten ihrer Gäste erfassen. Nachts gilt ein Sperrstunde. Ab einer Inzidenz von 50 Neuansteckungen werden die Regelungen dann weiter verschärft. Lokal gibt es in Mitteldeutschland bereits ähnliche Regelungen, so in Halle in Sachsen-Anhalt.

11:40 Uhr | Werder Bremen in Quarantäne

Ein Fußballer von Werder Bremen ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Bundesligist mitteilte, wurden alle Spieler und das Trainerteam getestet und befinden sich bis zu einem zweiten Test am Freitag freiwillig in Quarantäne. Dem betroffenen Profi gehe es gut, sein Name wurde nicht genannt. Zudem ordnete das Gesundheitsamt für zwei enge Kontaktpersonen des Infizierten 14 Tage Quarantäne an, obwohl diese negativ getestet wurden. Werders nächstes Punktspiel ist am Sonntag gegen Hoffenheim. Zuletzt hatte es auch Corona-Infektionen bei RB Leipzig und Bayern München gegeben.

11:12 Uhr | Reisewarnung für mehrere Nachbarländer

Die Bundesregierung hat die Nachbarländer Polen und Schweiz, fast ganz Österreich und große Teile Italiens mit Wirkung ab Samstag zu Corona-Risikogebieten erklärt. Damit ist auch eine Reisewarnung verbunden. Die Kanarischen Inseln werden dagegen von der Risikoliste gestrichen.

10:52 Uhr | US-Studie: Herdenimmunität unrealistisch

Eine schnelle Durchseuchung und Immunisierung der Bevölkerung im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie ist nicht realistisch. US-Forscher haben ausgerechnet, dass eine sogenannte Herdenimmunität hohe Impfraten verlange. Das sei vorerst nicht erreichbar. Der individuelle Schutz habe deshalb oberste Priorität.

10:20 Uhr | RKI: AHA+L-Regeln im Privatbereich besser beachten

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat die Menschen in Deutschland aufgerufen, vor allem im Privatbereich besser den Infektionsschutz zu beachten. Nach seinen Worten betrifft der aktuell starke Anstieg der Infektionszahlen vor allem jüngere Menschen. Diese zeigten zwar oft einen milden Krankheitsverlauf. Doch Wieler mahnte, auch die Fallzahlen bei älteren Menschen stiegen, der Intensivpatienten und auch der Todesfälle.

Schwerpunkt der Ausbrüche ist Wieler zufolge der private Bereich. Dort verteilten einige Superspreader im Freundeskreis, in den Familien, bei Feiern und privaten Festen das Virus. Eine Verbreitung im ÖPNV, am Arbeitsplatz oder in Hotels spiele eine untergeordnete Rolle. Er rief die Menschen auf, unbedingt die AHA+L-Regeln (Abstand+Hygiene+Alltagsmasken+Lüften) im Alltag zu befolgen. Auch die Corona-Warn-App helfe. Deutschland habe es weiter in der Hand, die Pandemie einzudämmen.

Derzeit gibt es nach Worten von Wieler bundesweit so viele Infizierte und kleinere Ausbrüche, dass es schwierig werde, alle Infektionsketten zu ermitteln. Er appellierte an die Gesundheitsämter, das trotzdem weiter zu versuchen. Es dürfe nicht passieren, wie in anderen Ländern, dass die Nachverfolgung eingestellt werde und das Virus sich unkontrolliert ausbreite.

09:35 Uhr | Lage in Tschechien dramatisch

Die Corona-Zahlen in Tschechien steigen weiter rasant. Das Gesundheitsministerium zählte seit gestern knapp 15.000 Neuinfektionen und damit einen neuen Höchstwert. Zudem gab es weitere 120 Todesfälle. Das Land mit 10,7 Millionen Einwohnern hat eine der höchsten Infektionsraten in Europa. Heute trat ein landesweiter Lockdown in Kraft.

09:10 Uhr | Pflegeschutzbund warnt vor erneuter Isolation in Heimen

Der Pflegeschutzbund Biva befürchtet überzogene Besuchsverbote in Alten- und Pflegeheimen. Vorstandschef Manfred Stegger sagte der Zeitung "Die Welt", viele Einrichtungen erließen aus Angst unverhältnismäßige Besuchs- und Ausgangsregeln, die in ihrem Bundesland gar nicht vorgesehen seien. Einzelne Heime etwa in Hessen und Bayern seien bereits wieder dicht. Auch im Risikogebiet Chemnitz gilt seit Dienstag ein Besuchsverbot in Kliniken und Pflegeheimen.

Der Pflegebevollmächtigte des Bundes, Andreas Westerfellhaus, betonte, er wolle eine Isolation Älterer unbedingt vermeiden. Derzeit sehe er keinen Grund für vollständige Besuchsverbote, sofern eine Einrichtung nicht akut von einem Ausbruch betroffen sei.

08:45 Uhr | Anzeichen für Hamsterkäufe

Angesichts steigender Corona-Fallzahlen steigt wieder die Nachfrage nach Hygieneartikeln und bestimmten Lebensmitteln. Einer Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes zufolge wurde in der vergangenen Woche fast doppelt so viel Toilettenpapier verkauft wie in den Vorkrisen-Monaten. Auch Desinfektionsmittel und Seifen wurden deutlich stärker nachgefragt. Bei Mehl zog der Absatz um 28 Prozent an, bei Hefe um gut ein Drittel. Auch die Apotheken profitieren von der Pandemie. Sie setzten von Januar bis August preisbereinigt drei Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum.

07:35 Uhr | Studie: Jugendliche befolgen AHA-Regeln

Junge Menschen in Deutschland halten sich mehrheitlich an die Corona-Maßnahmen. Das geht aus einer Studie hervor, die das Wissenschaftszentrum Berlin zusammen mit dem Reisekonzern Tui durchgeführt hat. Demnach gaben ein Drittel der Befragten an, sich an die AHA-Regeln zu halten, etwa die Hälfte befolgt sie "überwiegend". Nur zwei Prozent lehnen sie ab. Die Forscher sagten dem ZDF, Motive der Jugendlichen seien vor allem, die Gesundheit anderer ihre eigene zu schützen. Zudem wollten sie Bußgelder vermeiden.

07:00 Uhr | Erstmals mehr als 10.000 Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind erstmals binnen 24 Stunden mehr als 10.000 neue Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 registriert worden. Das Risklayerprojekt der Uni Karlsruhe erfasste gestern 10.463 Neuinfektionen. Der bisherige Höchstwert vor einer Woche lag bei etwa 8.100. Damit stieg die Zahl der bundesweit aktiven Fälle auf mehr als 71.000. Auf den Intensivstationen werden nach Angaben des Robert Koch-Instituts derzeit 949 Corona-Patienten behandelt, mehr als 400 müssen beatmet werden. Bundesweit sind in Krankenhäusern aktuell die Hälfte von rund 42.000 Intensivbetten belegt.

06:55 Uhr | Giffey im Schnelltest negativ

Nach der Corona-Infektion von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich Familienministerin Franziska Giffey einem Schnelltest unterzogen.

 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD)
Bundesgesundheitsminister Spahn im Gespräch mit Familienministerin Giffey. Bildrechte: dpa

Wie eine Sprecherin mitteilte, fiel er negativ aus. Giffey hatte Spahn gestern im Kabinett getroffen und am vergangenen Freitag mit ihm eine lange Pressekonferenz absolviert. Der Gesundheitsminister war gestern positiv getestet worden. Die Bundesregierung muss nicht in Quarantäne. Ein Sprecher verwies auf die Hygiene- und Abstandsregeln bei Sitzungen.

06:40 Uhr | Noch keine flächendeckenden Schnelltests in Pflegeheimen

In sächsischen Alten- und Pflegeheimen werden bisher keine Corona-Schnelltests durchgeführt. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping sagte MDR AKTUELL, auf eine neue Testverordnung des Bundes sei man nicht ausreichend vorbereitet gewesen. Für die Schnelltests brauche man geschultes Personal. Das werde gerade koordiniert. Der größte private Betreiber von Seniorenpflegeheimen in Sachsen, Pro Seniore, erklärte, man verhandle mit verschiedenen Herstellern. Man kalkuliere mit 20 Antigen-Tests pro Heim-Bewohner und Monat. Die neue Testverordnung ist vor einer Woche in Kraft getreten. Danach werden die Kosten vom Bund auch dann übernommen, wenn Bewohner keine Symptome zeigen. Gleiches gilt für Mitarbeiter und Besucher. Schnelltests liefern schon nach rund 15 Minuten ein Ergebnis, sind aber etwas weniger zuverlässig.

06:20 Uhr | Tschechien und Irland im Lockdown

In Tschechien und Irland gelten ab heute wieder weitreichende Infektionsschutzregeln. Die tschechische Regierung hat angeordnet, dass landesweit alle Geschäfte geschlossen bleiben. Ausgenommen sind Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Apotheken. Außerdem gelten wieder Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. In Irland gilt die höchste Maßnahmen-Stufe. Schulen und Kitas bleiben aber geöffnet.

06:10 Uhr | SPD will Bundestag bei Corona-Regeln stärker einbeziehen

Die SPD-Bundestagsfraktion strebt Gesetzesänderungen an, um das Parlament stärker an den Corona-Entscheidungen zu beteiligen. Der rechtspolitische Sprecher Johannes Fechner sagte der Zeitung "Welt", man wolle sicherstellen, dass der Bundestag bei den wesentlichen Entscheidungen das letzte Wort habe. So wolle man Standardmaßnahmen wie die Maskenpflicht oder eine Sperrstunde im Infektionsschutzgesetz verankern. Dann gebe es für die Länder einen bundeseinheitlichen Rechtsrahmen.

06:00 Uhr | Der Ticker am 22. Oktober 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Oktober 2020 | 06:00 Uhr