Coronavirus-Pandemie Ticker: Novemberhilfe für Firmen zunächst als Abschlag

Vom Teil-Lockdown betroffene Firmen erhalten ab Ende des Monats zunächst nur einen Teil der Novemberhilfen. Der von der Tübinger Firma Curevac entwickelte Impfstoff ist deutlich einfacher zu lagern als der von Konkurrent Biontech entwickelte Impfstoff. In Bayern hat das Oberverwaltungsgericht die Schließung von Fitnessstudios für unrechtmäßig erklärt. Die Corona-Verordnung verstoße in diesem Punkt gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Ticker.

Zusammengestellte Tische, Stühle und Sonnenschirme stehen auf dem Alexanderplatz vor einem Restaurant.
Die von der Bundesregierung zugesagten Zuschüsse etwa für Gastronomiebetriebe, die seit Anfang November von den behördlich angeordneten Schließungen betroffen sind, erhalten die ersten Hilfe Ende November als Abschlagszahlung. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Donnerstag, 12. November 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:20 Uhr | Bayern verbietet Indoor-Sport

In Bayern müssen ab Freitag so gut wie alle Indoor-Sportstätten geschlossen bleiben. In Innenräumen ist dann nur noch der Schul- und Profisport erlaubt. Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek sagte, die Staatsregierung ziehe damit eine Entscheidung vor, die Bayern bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am kommenden Montag ohnehin vorgeschlagen hätte.

Hintergrund für die Neuregelung ist eine Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs. Dieser hatte unter Verweis auf das Gleichheitsprinzip die bisherige Schließung von Fitnessstudios aufgehoben, weil Sportstätten für Individualsport geöffnet bleiben durften.

21:50 Uhr | Sachsens Ärzte fordern Wiedereinführung von Notmaßnahmen

Die Sächsische Landesärztekammer hat die Wiedereinfühnrung der Notfallmaßnahmen für die stationäre Behandlung von Corona-Patienten gefordert. Präsident Erik Bodendiek sagte auf der diesjährigen Kammerversammlung, alle Notfallmaßnahmen aus der ersten Pandemie-Welle seien mit dem 30. September ausgelaufen. Die bisher ausgebliebene Reaktivierung sei indiskutabel. Bodendiek forderte unter anderem die Erlaubnis zu Zwölf-Stunden-Schichten, insbesondere im Intensivbereich oder die Freigabe von Reha-Einrichtungen zur Akutbehandlung von Corona-Erkrankten.

21:37 Uhr | Jeder vierte Todesfall in Frankreich mit Covid-19 in Verbindung

In Frankreich wird derzeit einer von vier Todesfällen mit Covid-19 in Verbindung gebracht. Premierminister Jean Castex sagte, der Druck in den Krankenhäusern sei extrem hoch. Der Spitzenwert bei den Krankenhauseinweisungen habe sogar die Zahlen vom April übertroffen. Castex sagte, deshalb wäre es unverantwortlich, die Regeln jetzt zu lockern oder aufzuheben. Vorerst bis Ende November dürfen die Franzosen nur aus triftigem Grund auf die Straße - das wird polizeilich kontrolliert. Der Einzelhandel und Restaurants sind geschlossen. Anders als im Frühjahr sind Schulen aber geöffnet.

20:54 Uhr | Bremen schränkt Tests für Kontakt-Personen ein

Bremen hat die Tests für enge Kontaktpersonen von Corona-Infizierten eingeschränkt. Grund ist die Überlastung der Labore. Die Gesundheitsbehörden der Hansestadt teilten mit, regelmäßige Tests für Kontaktpersonen der Kategorie I, die keine Symptome aufwiesen, könnten nicht mehr angeboten werden. Kontaktpersonen der Kategorie I sind beispielsweise Menschen, die mit einer infizierten Person einen mindestens 15-minütigen Gesichts-Kontakt mit einem Abstand unter 1,5 Metern hatten. Für sie gilt eine Quarantäne-Pflicht. Lehrer und Erzieher ohne Symptome, die nicht zu einer besonders gefährdeten Gruppe gehörten, werden in Bremen nicht mehr vorsorglich getestet.

20:35 Uhr | Ski-Weltcup in Lillehammer abgesagt

Nordische Kombination: Vinzenz Geiger (GER) and Eric Frenzel (GER)
Der Weltcup sollte vom 4.
bis 6. Dezember in Lillehammer stattfinden.
Bildrechte: IMAGO

Der Anfang Dezember geplante nordische Ski-Weltcup im norwegischen Lillehammer findet nicht statt. Der Weltverband FIS sagte den Wettbewerb wegen der Corona-Pandemie ab. Damit fällt auch die Weltcup-Premiere in der Nordischen Kombination der Frauen aus. Die FIS prüft einen möglichen Nachholtermin.

19:53 Uhr | Tiefes Zerwürfnis in Sachsen-Koalition nach Leipziger Chaos-Demo

Sachsens Regierungskoalition ist wenige Tage nach der "Querdenken"-Demonstration in Leipzig weiter tief zerstritten. Nach einer sechsstündigen Sondersitzung zweier Landtagsausschüsse griffen auch Vertreter der Koalitionsparteien SPD und Grüne Innenminister Roland Wöller von der CDU an. SPD-Innenpolitiker Albrecht Pallas kritisierte Wöllers Schuldzuweisungen an die Stadt. Wenn Wöller so die Verantwortung von sich weise, müsse er sich fragen lassen, ob er diese Verantwortung noch wolle.

Roland Wöller (CDU), Innenminister von Sachsen sitzt vor der Sondersitzung des Innenausschusses und des Verfassungsausschusses des sächsischen Landtages zur "Querdenken"-Demo am 7. November 2020 im Plenarsaal.
Sachsens Innenminister Roland Wöller steht unter Druck. Bildrechte: dpa

Der Grünen-Politiker Valentin Lippmann sprach von einer schweren Vertrauenskrise in der Koalition aus CDU, SPD und Grünen. Jetzt liegt es an der CDU, dem Innenminister und dem Ministerpräsidenten, dieses verloren gegangene Vertrauen innerhalb der Koalition, aber vor allem gegenüber dem Rechtsstaat durch wirksame Maßnahmen wieder herzustellen.

CDU-Innenexperte Anton Rico dagegen erklärte, die Rücktrittsforderungen gegenüber Wöller auch aus den Reihen der Koalition seien vom Tisch. Die Sondersitzung der Parlamentsausschüsse habe klar gezeigt, dass die Polizei nicht anders handeln konnte als sie gehandelt habe.

Wöller hatte vor allem der Stadt Leipzig als Versammlungsbehörde den Schwarzen Peter zugeschoben. Er sagte, die Demonstration hätte gar nicht beginnen dürfen, weil ein Großteil der Teilnehmer weder eine Schutzmaske trug noch die Abstandsregel einhielt. Er warf der Stadt vor, die Versammlung erst nach zweieinhalb Stunden aufgelöst zu haben.

19:47 Uhr | Chorfest wird 2022 in Leipzig nachgeholt

Das ausgefallene Deutsche Chorfest soll im Mai 2022 in Leipzig nachgeholt werden. Das teilte die Stadt mit. Das Fest hätte eigentlich im Mai stattfinden sollen, wurde aber wegen der Corona-Pandemie abgesagt. 15.000 Sängerinnen und Sänger hatten sich angemeldet, mehr als 700 Konzerte waren geplant. Anmeldungen für das Chorfest vom 26. bis 29. Mai 2022 sollen in der ersten Jahreshälfte 2021 möglich sein.

18:50 Uhr | Spahn: Notfalls müssen auch infizierte Ärzte und Pfleger arbeiten

Nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn müssen in der grassierenden Corona-Pandemie notfalls mit dem Coronavirus infizierte Mitarbeiter von Kliniken und Pflegeheimen arbeiten. Spahn sagte auf dem Deutschen Pflegetag, der beste Weg sei, dass ein Infizierter und die Menschen, die mit ihm in Kontakt standen, in Quarantäne bleiben. Wenn aber wegen Isolation und Quarantäne von Mitarbeitern die Versorgung in Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen zusammenbreche, müsse man schauen, was die zweitbeste Lösung sei. Dann könne es nötig werden, dass Kontaktpersonen mit täglichen Tests und FFP2-Masken weiter arbeiten.

18:33 Uhr | Bundeswehr hilft im Landkreis Görlitz

Auf einer Straße in Görlitz steht ein Schild mit dem Hinweis Maskenpflicht
In Görlitz gilt tagsüber einen Maskenpflicht. Bildrechte: Lausitznews

Im Landkreis Görlitz helfen ab sofort Sanitätssoldaten in den Kliniken. Wie der Landkreis mitteilte, trafen zunächst 100 Soldaten unterschiedlicher medizinischer Ausbildung ein. Eine Sprecherin sagte, die Situation sei wegen steigender Zahlen von Covid-19-Patienten schwierig. Die Sanitätskräfte würden je nach Bedarf in den beiden Krankenhäusern in Görlitz sowie in Niesky, Zittau und Ebersbach in der Akutpflege eingesetzt. Bisher waren Bundeswehrsoldaten bereits in Senioreneinrichtungen tätig.

18:18 Uhr | Gerichte bestätigen Schließung von Restaurants in Thüringen und Sachsen-Anhalt

In Thüringen und Sachsen-Anhalt bleiben Restaurants weiter geschlossen. Die Oberverwaltungsgerichte beider Länder bestätigten die Schließung von Gaststätten während des befristeten Teil-Lockdowns im November. Beide Gerichte lehnten Eilanträge gegen die Schließung ab. Beide Gerichte sehen in der Schließung eine geeignete Maßnahme, um die rasche Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Außerdem würden die Folgen für Betreiber und Angestellte durch die angekündigten Hilfen gemildert, die Betroffene für den erzwungenen Ausstand im November bekommen sollen.

18:07 Uhr | Thüringen unterstützt Kommunen mit mehr Geld

Georg Maier (SPD), Innenminister von Thüringen, spricht während der Pressekonferenz
Georg Maier Bildrechte: dpa

Die Thüringer Kommunen werden in der Corona-Pandemie mit weiteren 82 Millionen Euro unterstützt. Das hat der Landtag beschlossen. Zum größten Teil werden dabei Bundesmittel weitergeleitet. Das Land gibt rund 17 Millionen Euro dazu. Innenminister Georg Maier sagte, das Geld könne als Ausgleich für Gewerbesteuer-Ausfälle verwendet werden. Die Kommunen könnten es aber auch zur Eindämmung der Pandemie einsetzen. Der CDU-Abgeordnete Raymond Walk forderte, Städte und Gemeinden müssten auch im kommenden Jahr ausreichend finanziert werden. Bereits im Frühsommer hatte das Land für die Kommunen ein Hilfspaket in Höhe von 200 Millionen Euro aufgelegt.

17:40 Uhr | Update: Erste Novemberhilfen ab Ende des Monats

Vom Teil-Lockdown betroffene Firmen sollen erste Novemberhilfen ab Ende des Monats erhalten. Wie die Bundesregierung mitteilte, werden zunächst Abschlagszahlungen erfolgen. Solo-Selbstständige sollen dabei bis zu 5.000 Euro erhalten, Unternehmen bis zu 10.000 Euro.

Das Geld könne elektronisch über die Plattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de ab der letzten Novemberwoche beantragt werden. Anträge sollen einfach und unbürokratisch gestellt werden können. Die reguläre Auszahlung der Novemberhilfen soll nach Angaben der Bundesregierung im Anschluss an die Abschlagszahlungen erfolgen.

Die Bundesregierung hatte Zuschüsse etwa für Gastronomiebetriebe sowie Solo-Selbstständige und Künstler zugesagt, die seit Anfang November von den behördlich angeordneten Schließungen betroffen sind. Es sollen Zuschüsse von 75 Prozent des Umsatzes im November 2019 oder des durchschnittlichen Monatsumsatzes im Jahr 2019 gewährt werden.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz rechnet damit, dass er die bislang eingeplanten Gelder für die Novemberhilfen aufstocken muss. Scholz sagte, es könnten ein paar Milliarden Euro mehr als die zehn Milliarden Euro sein, die bisher diskutiert worden seien. Die Höhe sei abhängig davon, in welchem Umfang die Hilfen in Anspruch genommen werden.

17:03 Uhr | Kekulé: Wert von 50 Neuinfektionen gehört nicht ins Gesetz

Der Hallesche Virologe Alexander Kekulé ist dagegen, den Sieben-Tage-Wert von 50 Neuinfektionen bezogen auf 100.000 Einwohner gesetzlich festzuschreiben. Kekulé sagte im Podcast von MDR AKTUELL, bei der Zahl 50 handle es sich um einen improvisierten Wert, der zu Beginn der Corona-Pandemie politisch ausverhandelt worden sei. Es sei eine reine Arbeitsmarke. Diesen Wert für künftige Pandemien in Stein zu meißeln, sei wenig sinnvoll. Stattdessen sollte man das Geschehen flexibler bewerten und dann solche Faktoren benennen. Nach Plänen der Bundesregierung soll der Grenzwert von 50 im Infektionsschutzgesetz verankert werden. Beim Überschreiten könnte der Bund schwerwiegende Schutzmaßnahmen ergreifen.

16:47 Uhr | Update: Kein verkaufsoffener Sonntag in Thüringen ohne Weihnachtsmarkt

Bodo Ramelow
Bodo Ramelow Bildrechte: dpa

Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte MDR THÜRINGEN, die Landesregierung habe in den vergangenen Tagen mit dem Einzelhandel und den Industrie- und Handelskammern intensiv über das Thema beraten. Es gebe aber keine rechtlich sichere Grundlage, verkaufsoffene Sonntage zuzulassen. Der Schutz des Sonntags habe einen zu hohen Wert, sagte Ramelow.

Der Linken-Politiker verwies hier auf das Saarland. Dort hatte die Landesregierung verkaufsoffene Sonntage ohne besonderen Anlass per Gesetz zugelassen. Das Gesetz wurde vom Verfassungsgericht gekippt - wegen der rechtlich geschützten Sonntagsruhe.

In Thüringen dürfen Geschäfte in den Städten an Sonntagen öffnen, wenn es dafür einen besonderen Anlass wie etwa einen Weihnachtsmarkt gibt. Da die Kommunen aber reihenweise die Weihnachtsmärkte abgesagt haben, fehlt die Grundlage für verkaufsoffene Sonntage. Händler und Wirtschaftsverbände hatten auf eine Ausnahmegenehmigung gedrängt.

16:40 Uhr | Verfassungsgericht bestätigt Schließung von Restaurants

Das Bundesverfassungsgericht hat die seit November geltende Schließung von Restaurants bestätigt. Das Gericht lehnte den Eilantrag der Betreiberin eines Kinos mit Restaurant gegen die bayerischen Corona-Regeln ab. Das Gericht erklärte, der Schutz von Leben und Gesundheit sei wichtiger als die Berufsfreiheit. Es verwies auf möglicherweise schwerwiegende Folgen. Die Gefahren der Pandemie seien weiterhin sehr ernst zu nehmen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Restaurants zum Infektionsgeschehen beitrügen. Außerdem sei wegen der Befristung der Maßnahmen sei nicht klar, dass die Betreiberin in ihrer Existenz bedroht sei.

16:00 Uhr | Curevac-Impfstoff lässt sich einfacher lagern

Der von der Tübinger Firma Curevac entwickelte Impfstoff-Kandidat lässt sich leichter lagern.

Florian von der Mülbe, Chief Production Officer und Mitgründer des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac.
Florian von der Mülbe Bildrechte: dpa

Wie das biopharmazeutische Unternehmen mitteilte, ist er auch bei einer Temperatur von plus fünf Grad mindestens drei Monate lang haltbar. Zudem bleibe CVnCoV, wie die Flüssigkeit genannt werde, bei Raumtemperatur bis zu 24 Stunden als gebrauchsfertiger Impfstoff stabil. Curevac-Vorstand Florian von der Mülbe sagte, das dürfte eine dezentrale Aufbewahrung des Impfstoffs erleichtern.

Der vom Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und seines US-Partners Pfizer entwickelte Impfstoff dagegen kann nur fünf Tage bei Kühlschranktemperatur gelagert werden, wenn er stabil bleiben sein soll. Für längere Zeiträume muss er bei minus 70 Grad Celsius gelagert werden. Das erschwert die Logistik.

Der Impfstoff von Curevac befindet sich noch in einer frühen Phase der klinischen Prüfungen. Bis Ende des Jahres will das Unternehmen die für die Zulassung relevante klinische Studie einleiten. Biontech und Pfizer hatten angekündigt, für ihren Impfstoff noch im November die Zulassung in den USA beantragen zu wollen.

15:25 Uhr | Steuerschätzer etwas optimistischer

Die Corona-Krise lässt die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen nicht so sehr schrumpfen wie bislang gedacht. Die Steuerschätzer gehen inzwischen davon aus, dass 2020 rund 10,6 Milliarden Euro mehr in die Kassen fließen als sie noch im September erwartet hatten. Im kommenden Jahr sind es 3,4 Milliarden Euro mehr. Allerdings summieren sich die Steuerausfälle in diesem Jahr wegen der Corona-Krise auf rund 71 Milliarden Euro. Das ist ein Minus von fast neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

15:05 Uhr | Merkel macht Gastronomie kaum Hoffnung

Hinweis auf einen Lieferservice
Bis vorerst Ende November dürfen Restaurants nur Lieferservice anbieten. Bildrechte: Ilka Nozon

Die anhaltend hohen Zahlen an Corona-Neuinfektionen in Deutschland gefährden ein Ende der Auflagen für die Gastronomie. Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte sich am Donnerstag nicht festlegen, ob Kneipen und Restaurants Anfang Dezember wieder öffnen können. In einem Bürgerdialog sagte sie, oberstes Ziel sei, die Zahl der Neuinfektionen wieder auf einen Wert von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen zu drücken. Im aktuellen RKI-Lagebericht wird diese sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz für ganz Deutschland mit 138,1 Fällen angegeben.

14:45 Uhr | Arbeitgeber fordern schnellere Quarantäne-Bescheide

Die Arbeitgeber in Sachsen-Anhalt haben die Gesundheitsämter aufgefordert, Quarantäne-Bescheide für infizierte Beschäftigte schneller herauszugeben. MDR-Recherchen zufolge werden die Schreiben oft erst Tage nach der Quarantäne-Anordnung zugestellt. Damit können Unternehmen nach Angaben des Arbeitgeberverbandes nur schlecht planen.

13:39 Uhr | Bayern: Gericht kippt Schließung von Fitnessstudios

Der bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die vollständige Schließung von Fitnessstudios im Zuge des Teil-Lockdowns gekippt. Die Richter in München entschieden, die vollständige Schließung verstoße gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. Die Regelung dazu in der bayerischen Landesverordnung sei außer Vollzug gesetzt.

Die Richter erklärten, wenn Individualsport nach der Verordnung zulässig sei, müsse das auch für Studios gelten. Die vollständige Schließung sei deshalb nicht verhältnismäßig. Das Gericht gab damit dem Eilantrag eines Studio-Betreibers statt.

13:20 Uhr | Keine Besuche beim Weihnachtsmann

Der Weihnachtsmann in Himmelpfort beantwortet Briefe in diesem Jahr im Stillen und ohne Publikum. Seine Weihnachtspost-Filiale öffnete heute, Kinder durften ihm aber nicht nahe kommen. 8.000 Wunschzettel sind schon da. Den weitesten Weg hatte ein Schreiben aus Australien. Im vergangenen Jahr waren es 294.000 Briefe aus 65 Ländern.

Wunschzettel sollten spätestens bis zum dritten Advent in Himmelpfort eintreffen, dann kann es noch rechtzeitig zum Fest eine Antwort geben. Die Deutsche Post hat dafür 20 Helfer engagiert.

12:45 Uhr | Ausschüsse befassen sich mit "Querdenken"-Demo

Nach der "Querdenken"-Demo in Leipzig befassen sich der Innen- und der Rechtsausschuss des Landtags mit den Vorfällen. Zu der Sondersitzung sind Innenminister Roland Wöller und Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar geladen. Die Polizei steht in der Kritik, weil sie die Corona-Auflagen nicht durchgesetzt hatte. Die meisten der mindestens 20.000 Demonstranten hatten keine Alltagsmasken getragen und die Abstandsregeln missachtet. Nachdem die Versammlungsbehörde die Kundgebung aufgelöst hatte, kam es in der Stadt zu Ausschreitungen.

12:27 Uhr | Ifo warnt vor bleibenden Schäden für Wirtschaft

Das Ifo-Institut hat vor bleibenden Schäden für die Wirtschaft durch die Corona-Krise gewarnt. Der stellvertretende Leiter der Ifo-Niederlassung Dresden, Joachim Ragnitz, sagte, das Problem sei die Zurückhaltung bei den Investitionen. Firmen hätten wegen der pandemiebedingten Umsatz- und Gewinnausfälle wenig Spielraum, notwendige Investitionen vorzunehmen. Von den Banken gebe es in dieser Situation ebenfalls wenig Unterstützung. Wenn aber weniger investiert werde, bremse das die Modernisierung, die Produktivität und die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

11:59 Uhr | Bislang höchster Tageswert in den USA

Die USA haben den zweiten Tag in Folge einen Höchststand an täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Für Mittwoch wurden 144.133 Fälle positiv Getesteter verzeichnet. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Das ist der höchste Wert für Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 binnen 24 Stunden seit Beginn der Pandemie. Zugleich korrigierte die Universität die Zahl vom Dienstag – den bis dahin höchsten Tageswert – von 136.325 auf 140.290 nach oben.

In den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern haben sich seit Beginn der Pandemie mehr als 10,4 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 240.000 positiv Getestete starben.

11:44 Uhr | OVG Bautzen bestätigt Schließung von Tattoo- und Piercing-Studios

Das Oberverwaltungsgericht Bautzen hat die vorübergehende Schließung von Tattoo- und Piercingstudios in Sachsen im Kampf gegen die Corona-Pandemie bestätigt. Der Eingriff sei für die betroffenen Gewerbetreibenden zwar gravierend, dem stehe aber das durch die Pandemie bedrohte Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit der Bevölkerung entgegen. Zudem sei das Betriebsverbot auf vier Wochen befristet und den Betrieben seien erhebliche Entschädigung in Aussicht gestellt worden.

Während des im November geltenden Teil-Lockdowns müssen Anbieter "körpernaher Dienstleistungen" schließen. Ausgenommen sind medizinisch notwendige Behandlungen, zum Beispiel beim Physiotherapeuten, sowie Friseure. Die Ausnahme für Friseure erklärte das Gericht für gerechtfertigt, da sie einen Beitrag zur Grundversorgung in Sachen Körperhygiene leisteten.

10:38 Uhr | RKI warnt vor Engpässen in Kliniken

Das Robert Koch-Institut warnt vor Engpässen bei der Versorgung von Covid-19-Patienten. RKI-Präsident Lother Wieler sagte heute auf einer Pressekonferenz in Berlin, fast die Hälfte der Kliniken meldeten eingeschränkte Verfügbarkeit. Es gebe aktuell mehr Intensiv-Fälle als im April. Die Kliniken stießen vor allem beim Personal an ihre Grenzen, weil Mediziner selbst infiziert oder in Quarantäne seien. Wieler warnte, es sei möglich, dass Patienten nicht mehr überall optimal versorgt werden könnten.

Es ist möglich, dass Patienten nicht mehr überall optimal versorgt werden können.

Lothar Wieler RKI-Präsident

Wieler betonte, die Zahl der Intensivpatienten habe sich in den vergangenen zwei Wochen verdoppelt. Er rechne mit einem weiteren Anstieg, da es einen zeitlichen Verzug von zwei Woche gebe. Auch die Zahl der Todesfälle werde weiter steigen.

Der RKI-Chef äußerte sich zugleich "vorsichtig optimistisch", da die Kurve der Neuinfektionen jetzt weniger steil nach oben zeige. Das könne daran liegen, dass die ergriffenen Maßnahmen wirkten, könne aber auch damit zusammenhängen, dass die Labor-Kapazitäten ausgeschöpft seien.

Wieler hob die Bedeutung der Abstands- und Hygiene-Regeln sowie des Lüftens hervor. Auch sollten die Kontakte eingeschränkt werden. Je weniger Menschen sich träfen, desto weniger Möglichkeiten habe das Virus, sich auszubreiten. Wer Symptome von Atemwegserkrankungen zeige, sollte mindestens fünf Tage zu Hause bleiben.

10:23 Uhr | Spahn: Keine Feiern im Winter

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schließt schon jetzt größere Feiern und Zusammenkünfte im Winter aus. Spahn sagte dem RBB, Veranstaltungen mit mehr als 10 oder 15 Personen sehe er nicht. Selbst wenn die Infektionszahlen durch den Teil-Lockdown sinken sollten, könne es im Dezember oder Januar nicht wieder mit dem Feiern losgehen, als sei nichts gewesen. Es sei Geduld gefragt. Das Virus habe sehr lange Bremsspuren.

Der Minister sagte weiter, bei der Ausbreitung des Virus lasse die Dynamik nach, sie sei aber noch hoch. Das reiche noch nicht. Erste Auswirkungen erwarte er demnächst.

09:50 Uhr | Die Corona-Lage in den Ländern

Auch heute informieren Sie die Kollegen und Kolleginnen in den Landesfunkhäusern umfassend über die Corona-Lage in den mitteldeutschen Bundesländern. Die Live-Ticker finden Sie hier:

09:27 Uhr | Tullner: Keine Rede von Salami-Lockdown

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner warnt vor Alarmismus. Der CDU-Politiker sagte MDR AKTUELL, in seinem Land seien derzeit 2.900 Schüler in Quarantäne – das seien weniger als 1,5 Prozent. Da könne man nicht von einem Salami-Lockdown sprechen.

Eine Verlängerung der Weihnachtsferien lehnte Tullner ab. In Sachsen-Anhalt gingen die Ferien schon jetzt fast drei Wochen. Auch Sachsens Kultusminister Christian Piwarz ist gegen derartige Überlegungen, schließt aber einen um zwei Tage früheren Start nicht grundsätzlich aus.

09:10 Uhr | Lufthansa startet Probelauf mit Schnelltests

Die Lufthansa hat mit einem Probelauf für Corona-Schnelltests begonnen. Wie die Fluggesellschaft mitteilte, sollten am Morgen alle Passagiere des Fluges von München nach Hamburg kostenlos getestet werden.

Die Fluggäste hätten aber auch einen negativen PCR-Test vorlegen können, der nicht älter als 48 Stunden sei. Die Airline hofft, dank den Schnelltests wieder mehr Verbindungen anbieten zu können.

Die Antigen-Schnelltests zeigen bereits nach bis zu einer Stunde ein Ergebnis. Allerdings sind sie ungenauer als die üblichen PCR-Tests.

08:46 Uhr | 120 Schulen in Sachsen-Anhalt nicht mehr im Regelbetrieb

In Sachsen-Anhalt sind 120 Schulen von Quarantäne-Maßnahmen betroffen. Das hat das Bildungsminsterium dem MDR bestätigt. Drei Schulen hätten bereits wieder komplett auf Online-Unterricht umgestellt.

Wie die Funke-Mediengruppe berichtet, haben deutschlandweit inzwischen 3.000 Schulen den Regelbetrieb aufgegeben. In Sachsen seien es 170 Einrichtungen und in Thüringen 109. Die Funke-Medien berufen sich dabei auf Angaben der jeweiligen Landesregierung.

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz sagte MDR AKTUELL, im Freistaat hätten "über 99 Prozent der Schüler" regulären Unterricht. Es gebe "gerade eine einzige Schule, die in Gänze geschlossen ist".

08:26 Uhr | Impfstoff-Test: Socratec nimmt neuen Anlauf

Das Erfurter Forschungsinstitut Socratec unternimmt nach einem gescheiterten Versuch einen neuen Anlauf für einen Impfstofftest. Wie die "Thüringer Allgemeine" schreibt, werden explizit Menschen gesucht, die älter als 65 Jahre sind. Gebraucht würden 200 bis 400 Probanden. Das Institut soll herausfinden, ob ein bereits existierender Wirkstoff gegen Tuberkulose und virale Atemwegsinfektionen auch im Kampf gegen Covid-19 eingesetzt werden kann.

Für einen Testlauf im Sommer hatten sich 30 Probanden gemeldet. Viele sprangen aber wieder ab. Nach Institutsangaben sind die Bedingungen nun deutlich besser. Der Aufwand für die Test-Teilnehmer sei geringer und das Honorar höher.

08:15 Uhr | Maskenhersteller verklagen Bund

Zahlreiche Maskenhersteller haben den Bund verklagt, weil Rechnungen nicht beglichen wurden. Nach Angaben des Landgerichts Bonn sind 75 Klagen anhängig. Der Streitwert liege zwischen 5.000 und 38 Millionen Euro. Der Bund nennt unter anderem Qualitätsmängel als Grund für die Nichtzahlung.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte im April Aufträge im großen Stil vergeben. Damals suchte der Staat händeringend FFP2-Schutzmasken für Klinken und andere Einrichtungen. Beim sogenannten Open-House-Verfahren setzten sich nicht die besten Bieter durch, sondern alle, die sich beteiligt und zur Lieferung von Schutzausrüstung verpflichtet hatten – insgesamt mehr ls 700 Firmen.

07:55 Uhr | Sachsens Theater wollen im Dezember wieder spielen

Viele Theater in Sachsen fühlen sich vom November-Lockdown überrumpelt. Im Gegensatz zum Frühjahr setzen sie dieses Mal weniger auf Online-Angebote, sondern hoffen auf ein Lockdown-Ende im Dezember. Dann könnten sie in vier Wochen wieder spielen.

07:47 Uhr | Gera kontrolliert verstärkt Corona-Auflagen

In Gera kontrollieren Polizei und Ordnungsamt ab Donnerstag verstärkt die Einhaltung der Maskenpflicht in Bussen und Straßenbahnen. Das kündigte die Stadtverwaltung an. Grund sind zahlreiche Verstöße. Bürgermeister Kurt Dannenberg sagte, es habe vermehr Hinweise gegeben, dass Fahrgäste ohne Maske Bus und Bahn nutzten. Wer gegen die Maskenpflicht verstößt, soll angezeigt werden.

07:14 Uhr | Wieder mehr als 20.000 Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben binnen 24 Stunden wieder mehr als 20.000 neue Corona-Infektionen gemeldet. Nach Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie sind es deutschlandweit 20.532 neue Fälle. In Sachsen wurden 1.387 neue Fälle registriert, in Sachsen-Anhalt 280 und in Thüringen 368. Der 7-Tage-Schnitt liegt damit bei 18.403 neuen Fällen pro Tag.

06:34 Uhr | Auch Sachsen denkt über vorgezogene Weihnachtsferien nach

Sachsen schließt einen früheren Beginn der Weihnachtsferien nicht grundsätzlich aus. Kultusminister Christian Piwarz sagte MDR AKTUELL, man könne darüber nachdenken, die Ferien zwei Tage früher – also bereits am 21. Dezember – beginnen zu lassen. Allerdings könne das Familien vor Betreuungsprobleme stellen, deshalb sei er skeptisch. Eine Verlängerung der Ferien um mehrere Wochen lehnte Piwarz kategorisch ab. Dann könnte weniger Lernstoff vermittelt werden, das würde zu Lasten der Kinder gehen.

Nordrhein-Westfalen hatte gestern bekannt gegeben, dass die Weihnachtsferien in dem Bundesland wegen der Corona-Pandemie zwei Tage früher beginnen werden als geplant.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 12. November 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. November 2020 | 06:00 Uhr