Coronavirus Ticker: Krisenstab beschließt weitere Regeln für Reisende

Das neue Coronavirus breitet sich weiter in Europa aus. Die WHO sieht das Risiko einer weltweiten Verbreitung als "sehr hoch". Die Reisemesse ITB wurde unterdessen abgesagt. Der Krisenstab der Bundesrgierung beschließt weitere Maßnahmen.

Der Krisenstab der Bundesregierung zum Coronavirus kommt zu einer Sitzung zusammen
Der Krisenstab der Bundesregierung überwacht die Lage zum Coronavirus. Bildrechte: dpa

22:31 Uhr | Wall Street mit schlimmster Woche seit Finanzkrise 2008

Die Wall Street hat wegen des Coronavirus ihre schlimmste Woche seit der Finanzkrise 2008 erlebt. Der Leitindex Dow Jones schloss am Freitag an der New Yorker Börse mit knapp 1,4 Prozent im Minus. Über die gesamte Woche verlor der Dow Jones damit mehr als 3.500 Punkte – das waren die größten Kursverluste seit Oktober 2008 zum Höhepunkt der Finanzkrise. Auch der deutsche Leitindex Dax hatte in dieser Woche den größten Kursrutsch seit 2011 erlebt.

22:01 Uhr | Merkel: "Ich gebe heute Abend niemandem die Hand"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat beim Umgang mit dem Coronavirus für "Maß und Mitte" plädiert. Es sollten nicht alle Veranstaltungen deshalb abgesagt werden, sagte sie auf dem Jahresempfang in ihrem vorpommerschen Bundestagswahlkreis in Stralsund. Deutschland gehöre zu den Ländern, die die besten Voraussetzungen hätten, um mit dem Virus klarzukommen.

Zudem könne jeder einzelne etwas dazu beitragen. Merkel selber ging bei der Veranstaltung mit gutem Beispiel voran: "Ich gebe heute Abend niemandem die Hand", sagte sie.

Angela Merkel
"Ich gebe heute Abend niemandem die Hand", sagte Merkel beim Jahresempfang in Stralsund. Bildrechte: dpa

21:26 Uhr | Hausarzt in Görlitz fühlt sich im Stich gelassen

Nach einem Coronavirus-Vedacht im sächsischen Görlitz fühlt sich ein Hausarzt im Stich gelassen.

21:26 Uhr | Neue Fälle in Hessen und Baden-Württemberg

In Hessen haben die Behörden eine zweite Coronavirus-Infektion gemeldet. Der Fall stehe in Zusammenhang mit dem ersten hessischen Coronavirus-Infizierten aus dem Lahn-Dill-Kreis. Der 29-Jährige zeige milde Krankheitszeichen und sei häuslich isoliert.

In Baden-Württemberg ist ein 32 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Heilbronn infiziert. Er habe sich bis zum 21. Februar in Mailand aufgehalten und sei nach Atemwegsbeschwerden im Krankenhaus aufgenommen worden, teilte das Sozialministerium in Stuttgart mit.

21:14 Uhr | Krisenstab beschließt weitere Maßnahmen

Der Krisenstab der Bundesregierung hat sich auf weitere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus geeinigt. Folgendes ist geplant:

  • Im Luft- und Schiffsverkehr muss künftig auch für Reisende aus Südkorea, Japan, Italien und dem Iran der Gesundheitsstatus der Passagiere vor der Einreise gemeldet werden – bisher galt dies lediglich für China.
  • Bahnunternehmen werden verpflichtet, Fahrgäste mit Symptomen einer Coronavirus-Erkrankung den Behörden zu melden.
  • Maßnahmen zur Versorgung mit Schutzausrüstung: "Hierzu gehört insbesondere auch eine geplante zentrale Beschaffung und Bevorratung durch den Bund", heißt es.
  • Bei der Risikobewertung von Großveranstaltungen soll den Prinzipien des Robert-Koch-Instituts gefolgt werden. "Der Krisenstab ist der Auffassung, dass bei Anwendung dieser Prinzipien unmittelbar bevorstehende internationale Großveranstaltungen wie die ITB abgesagt werden sollten", teilte der Krisenstab mit.

20:21 Uhr | Italien will mehr Normalität

Trotz neuer Erkrankungen mit dem Coronavirus will Italien angesichts großer Einbrüche im Tourismus und in anderen Bereichen der Wirtschaft wieder mehr zur Normalität zurückkehren. Das forderte etwa der Präsident der norditalienischen Region Venetien, Luca Zaia. Er warnte, wenn die Wirtschaft in seiner wichtigen Region zusammenbreche, "bricht auch Italien weg". Venetien gehört zu den am stärksten betroffenen Regionen.

Bald könnten auch Schulen, die vorübergehend geschlossen wurden, wieder den Unterricht starten. Mehrere Millionen Schüler seien zuletzt zu Hause geblieben, schrieb die Zeitung "La Repubblica". Nun habe ein Teil der betroffenen Regionen signalisiert, dass ab Montag oder ab Mitte nächster Woche wieder regulärer Unterricht stattfinden könnte, unter anderem in Venetien.

Zudem soll der Mailänder Dom ab dem 2. März wieder für Touristen zugänglich sein.

20:13 Uhr | Keine Engpässe bei Supermärkten

Aldi-Süd und Lidl hatten zuletzt von einer verstärkten Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikeln berichtet. Beide Unternehmen erhöhen deshalb nach eigenen Angaben die Lagerbestände. Die Rewe Gruppe, zu der auch Penny-Märkte gehören, hat dagegen bisher keine auffällig starke Nachfrage verzeichnet. Laut dem Handelsverband Deutschland kam es bislang auch nicht zu Engpässen.

19:49 Uhr | UN-Generalsekretär: Zeitfenster für Eindämmung schließt sich

UN-Generalsekretär António Guterres hat die Regierungen zu einem entschlossenen Kampf gegen das Coronavirus aufgerufen. Guterres sagte in New York: "Wir wissen, dass eine Eindämmung möglich ist, aber das Zeitfenster schließt sich." Es sei für alle Regierungen die Zeit gekommen, den Erreger mit allen Mitteln zu bekämpfen - "und dies ohne Stigmatisierung und unter Achtung der Menschenrechte", betonte Guterres. Es gelte, bestmöglich vorbereitet zu sein.

19:40 Uhr | Berliner Reisemesse ITB abgesagt

Die Reisemesse ITB in Berlin wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Die Messe werde wegen des Coronavirus abgesagt, sagte ein Messesprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die Messe sollte vom 4. bis 8. März in der Hauptstadt stattfinden. In den Tagen und Wochen zuvor hatten sich immer mehr Aussteller abgemeldet, nicht nur aus China.

Offiziell hatten die Behörden die Messe nicht verboten, nach Angaben der Messegesellschaft hat das zuständige Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf die Auflagen aber stark erhöht. Jeder Messeteilnehmer hätte der Messe Berlin nach eigenen Angaben belegen müssen, nicht aus den definierten Risikogebieten zu stammen oder Kontakt zu einer Person aus den Risikogebieten gehabt zu haben. Die Auflagen insgesamt seien von der Messe Berlin nicht umsetzbar gewesen.

19:22 Uhr | Lufthansa will Angebot kürzen

Das Coronavirus trifft einige Branchen besonders hart – darunter die Luftfahrt. Die Lufthansa hat wegen der Epedemie nun angekündigt, das Flugangebot in den nächsten Wochen deutlich zu verringern. Das Angebot von Kurz- und Mittelstreckenflügen solle in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung bei der Verbreitung des Coronavirus in den kommenden Wochen um bis zu ein Viertel reduziert werden. Auch bei den Langstreckenverbindungen würden die Airlines der Lufthansa Group ihr Programm weiter verringern, heißt es vom Unternehmen. Genaueres wurde nicht mitgeteilt.

18:25 Uhr | Italienische Forscher: Erreger "wochenlang unbemerkt" zirkuliert

Italienische Forscher gehen davon aus, dass das Coronavirus bereits "wochenlang unbemerkt" in dem Land zirkuliert. Der Leiter des Biomedizinischen Forschungsinstituts am Sacco-Krankenhaus in Mailand, Massimo Galli, sagte der Nachrichtenagentur AFP, möglicherweise sei der Erreger schon seit Mitte Januar im Land. Dem Team des Mediziners war es zuvor gelungen, den italienischen Erregerstamm zu isolieren.

Der Mediziner sagte, offenbar sei der Virus inzischen mutiert. Das sei aber keine "unglaubliche Entdeckung". Das Virus verändere sich von Person zu Person. Dass inzwischen so viele Fälle gemeldet wurden, bedeute nicht, dass sich das Virus unkontrolliert ausbreite, sagte Galli. Bei den meisten Fällen handle es sich um Menschen, die sich schon vorher angesteckt hätten, aber bisher noch nicht getestet worden seien.

In Italien gibt es inzwischen 888 bestätigte Coronavirus-Infektionen, melden die dortigen Behörden. Darin enthalten sind 21 Menschen, die an der Krankheit starben sowie 46 Menschen, die wieder gesund sind.

17:58 Uhr | Dax mit schwärzester Woche seit 2011

Weltweit sind die Börsen wegen der Coronavirus-Krise abgesackt - auch der deutsche Leitindex Dax ist betroffen. Seit vergangenem Freitag rutschte der Dax um 12,4 Prozent ab – alleine an diesem Freitag sanken die Kurse durchschnittlich um knapp vier Prozent.

Das Minus innerhalb einer Woche ist damit das stärkste seit August 2011, der Crash damals stand im Zusammenhang mit der weltweiten Finanzkrise. Allerdings: Zuletzt hatte der Dax mit 13.765 Punkten auch ein Allzeit-Rekordhoch erreicht.

17:54 Uhr | Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt auf Virus vorbereitet

17:35 Uhr | Konzertveranstalter: Einbruch bei Kartenverkäufen

Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft fürchtet wegen des Coronavirus um die wirtschaftliche Existenz vieler Unternehmen der Branche. "Wir beobachten bereits seit einigen Tagen einen erheblichen Einbruch bei den Kartenverkäufen", sagte Verbandspräsident Jens Milchow. Sofern zukünftig Veranstaltungen aufgrund behördlicher Anordnungen ausfallen müssten, drohe zahlreichen Veranstaltungsunternehmen der wirtschaftliche Kollaps. Der Verband appellierte deshalb an die Behörden, Absagen nur nach Einzelfallprüfung und bei konkreter Gefährdungslage anzuordnen.

17:21 Uhr | Auch Island meldet ersten Fall

Auch die Nordatlantik-Insel Island wird nicht vom Coronavirus verschont: Dort wurde ein Mann positiv auf die Krankheit getestet, der kürzlich in Norditalien gewesen sei, teilten die Behörden des Landes mit. Er sei nicht schwer krank, zeige aber typische Symptome der Covid-19-Erkrankung und befinde sich nun im nationalen Universitätsklinikum in der Hauptstadt Reykjavik in Isolation.

17:10 Uhr | WHO: Risiko einer weltweiten Verbreitung "sehr hoch"

Weltweit wächst die Zahl der Coronavirus-Infizierten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat deshalb das Risiko einer weltweiten Verbreitung von "hoch" auf "sehr hoch" gestuft. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte aber auch, das der Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus Sars-CoV-2 noch nicht verloren sei. "Die Eindämmung beginnt mit jedem Einzelnen", sagte Ghebreyesus weiter. "Zusammen sind wir stark. Unser größter Feind ist nicht das Virus. Unsere größten Feinde sind Angst, Gerüchte und Stigma. Was wir brauchen, sind Fakten, Vernunft und Solidarität."

Die meisten Coronavirus-Fälle seien bislang zu anderen Infizierten oder Regionen mit vielen Fällen zurückzuverfolgen. "Wir haben noch keine Hinweise, dass sich das Virus frei in der Bevölkerung überträgt", sagte der WHO-Chef.

Nach seinen Angaben sind etwa 20 Impfstoffe in der Entwicklung, zudem würden einige Medikamente getestet. Erste Ergebnisse gebe es in den kommenden Wochen.

Der Krisenstab der Bundesregierung kommt zu seiner Sitzung zusammen, um über weitere Vorkehrungen gegen das neue Coronavirus Sars-CoV-2 zu beraten.
Der Krisenstab der Bundesregierung zum Coronavirus. Bildrechte: dpa

16:19 Uhr | Unternehmensberater schickt Mitarbeiter nach Hause

1.500 Mitarbeiter der Unternehmensberatung EY müssen zu Hause bleiben. Betroffen seien 1.400 Mitarbeiter in Düsseldorf und 110 in Essen, bestätigt ein EY-Sprecher einen Bericht der "Bild". Zuvor hatte sich einer der Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert.

14:59 Uhr | Aixtron-Mitarbeiter infiziert

Ein Mitarbeiter des Chipanlagenbauers Aixtron in Herzogenrath ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Angaben eines Aixtron-Sprechers steht der Fall im Zusammenhang mit den Erkrankungen im Kreis Heinsberg. Der Mitarbeiter habe nur mit wenigen Kollegen Kontakt gehabt. Diese würden jetzt zu Haus bleiben. Der Geschäftsbetrieb von Aixtron gehe ohne Einschränkung weiter.

14:50 Uhr | Neuer Verdachtsfall in Thüringen

In Ichtershausen im Ilm-Kreis gibt es einen Coronavirus-Verdachtsfall. Ein naher Verwandter einer Verwaltungsmitarbeiterin sei betroffen. Die Familie sei unlängst in Italien gewesen. Die Gemeindeverwaltung ebenso die Grund- und Regelschule blieben daher am Freitag geschlossen.

14:08 Uhr | Krisenstab in Berlin berät - Absage der ITB offen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mit den Ministern für Gesundheit und Inneres, Jens Spahn (CDU) und Horst Seehofer (CSU), über die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland beraten. Dabei sei es auch um staatliche Maßnahmen gegangen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Der neue Krisenstab der beiden Ministerien berät am Nachmittag. Eine Sprecherin von Spahn sagte, es gehe unter anderem darum, Kriterien zu entwickeln, um örtlichen Behörden bei der Entscheidung über Großveranstaltungen zu helfen. Eine Empfehlung etwa zur Internationalen Tourismus Börse in Berlin solle es nicht geben. Die Messe will am Freitagabend erklären, ob die ITB stattfinden kann.

13:44 Uhr | Ein Verdachtsfall in Thüringen ausgeräumt

Der Verdacht auf eine Infektion bei einem Grundschüler im Weimarer Land hat sich nicht bestätigt. Testergebnisse seien negativ ausgefallen, teilte das Landratsamt mit. Wie das Schulamt mitgeteilt hatte, war der acht Jahre alte Junge mit seinen Eltern im Urlaub auf Teneriffa, wo es Infektionsfälle gab. Nachdem das bekannt geworden war, wurden zwei Gebäude der Schule in Kromsdorf-Oßmannstedt wie auch die Turnhalle vorsichtshalber desinfiziert. Der Schulbetrieb lief aber weiter.

13:32Uhr | Bundesbank gegen geldpolitische Schritte

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hält Maßnahmen der Europäischen Zentralbank zur Stützung der Wirtschaft derzeit nicht für nötig: "Das ist geldpolitisch eine sehr komplexe Frage, die aus meiner Sicht kein akutes geldpolitisches Handeln erfordert", sagte er am Freitag. Es müsse aber aufmerksam verfolgt werden. Zudem hieß es, das Virus werde nach derzeitigem Stand nicht über Geldscheine verbreitet.

13:30 Uhr | Köln: Erste Entlassungen aus der Quarantäne

Nach Ablauf der Quarantänezeit sind die ersten Kontaktpersonen des schwer erkrankten Coronavirus-Patienten aus Gangelt an der Uni-Klinik in Köln aus der Isolation entlassen worden. Lau Stadt handelt es um vier Krankenhaus-Mitarbeiter und zwei Patienten. Demnach waren zuletzt noch sechs Mitarbeiter und 29 Patienten isoliert. Bislang sind alle negativ getestet. Wegen der Inkubationszeit sind sie aber noch in Isolation.

12:39 Uhr | Schon 34 Tote im Iran

Im Iran ist die Zahl der Todesopfer durch die Epidemie nach offiziellen Angaben auf 34 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium in Teheran mitteilte, wurden in den vergangenen 24 Stunden acht neue Todesfälle gemeldet. Mindestens 388 Menschen seien infiziert. Sollten die Zahlen zutreffen, wäre die Sterblichkeit im Iran mit 8,8 Prozent extrem hoch. Es wird daher mit einer hohen Dunkelziffer an Erkrankungen gerechnet. Die Sterblichkeitsrate weltweit liegt nur bei ein bis zwei Prozent.

12:16 Uhr | RB Leipzig verhängt Reisesperre

Fußball-Bundesligist RB Leipzig hat eine Reisesperre für Spieler und andere Mitarbeiter verhängt. Das sagte Trainer Julian Nagelsmann am Freitag auf einer Pressekonferenz. Zu Beginn der Woche hatte er seinen Spielern zwei Tage frei gegeben, was einige für Kurztrips nutzten. So war Kapitän Marcel Sabitzer in Wien, einige Franzosen reisten nach Paris.

11:41 Uhr | Untersuchungen im "Tropical Island"

Mehr als 90 Mitarbeiter des Brandenburger Erlebnisbads "Tropical Islands" sollen am Freitag auf das Coronavirus getestet werden. Zuvor war bekannt geworden, dass am Wochenende ein Infizierter aus Nordrhein-Westfalen in dem Badepark in Krausnick-Groß Wasserburg war. Der Betrieb laufe aber normal weiter, hieß es vom Betreiber. Die zu testenden Mitarbeiter seien freigestellt, bis Ergebnisse vorliegen - das sei wohl Ende kommender Woche. Obwohl keine Gefahr bestehe, könnten derzeit Buchungen auch kurzfristig kostenlos storniert werden.

11:08 Uhr | Zwei weitere Fälle in Baden-Württemberg

Es gibt zwei neue bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. Nach Angaben der Behörden wurde ein Mann bei der Grippe-Überwachung "herausgefischt", bei der alle negativ ausgefallenen Proben auf Grippe automatisch auch auf Sars-CoV-2 untersucht würden. Das sei der erste Fall gewesen, den man auf diese Art ermittelt habe. Der zweite jetzt infizierte Mann sei zuvor im Ski-Urlaub in Südtirol gewesen.

11:00 Uhr | Bundesbank sieht Risiko

Die Deutsche Bundesbank sieht in der Coronavirus-Ausbreitung ein zusätzliches kurzfristiges Risiko für die deutsche Wirtschaft. Präsident Jens Weidmann sagte am Freitag aber auch, es lasse sich derzeit noch "kaum seriös abschätzen", wie stark der Effekt sein könnte.

10:55 Uhr | Deutsche Bank befürchtet Rezession

Die Volkswirte der Deutschen Bank fürchten bei einer zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus eine Rezession - also einen wirtschaftlichen Abschwung - auch in Deutschland. Die Bank geht davon aus, dass es in der ganzen EU und global eine leichte Rezession geben werde. Das sagte Chefvolkswirt David Folkerts-Landau vor Journalisten.

10:38 Uhr | ZEW sieht "Lehrbuchfall" für Konjunkturpaket

Ein Wirtschaftsforscher am Mannheimer Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) verlangt wegen der Epidemie ein europäisches Konjunkturpaket. ZEW-Experte Friedrich Heinemann sagte, ökonomisch sei die Situation gefährlich, weil das Angebot und die Nachfrage gleichzeitig gestört seien. Das sei kein vorgeschobener Grund, um neue Schulden zu machen, sondern ein "Lehrbuchfall" wie die weltweite Finanzkrise 2008 und 2009 mit der Lehman-Pleite.

10:24 Uhr | Experten halten Atemschutz für unnötig

Das Robert-Koch-Institut rät von Atemschutzmasken ab und hält auch Desinfektionsmittel im Alltag für unnötig: "Wasser und Seife reichen", sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade in Berlin bei der jetzt täglichen Pressekonferenz. Auch Gesichtsschutz hält er für ungeeignet: "Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz, dass das irgendeinen Sinn hat."

10:15 Uhr | Schweiz sagt alles ab - auch den Genfer Autosalon

In der Schweiz sind ab sofort alle Großveranstaltungen verboten. Die Regierung in Bern erklärte, angesichts der Ausbreitung des Coronavirus werde die Situation in der Schweiz als "besondere Lage" gemäß dem Epidemiengesetz eingestuft. Öffentliche und private Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen seien damit untersagt. Dies gelte zunächst bis 15. März. Auch der Genfer Autosalon wurde am Freitag abgesagt.

Der Eingang zum Autosalon Genf.
Der Genfer Autosalon ist abgesagt. Er hätte am 5. März beginnen sollen. Bildrechte: dpa

10:02 Uhr | RKI: Mäßiges Infektionsrisiko in Deutschland

Das Risiko, in Deutschland mit dem neuen Coronavirus infiziert zu werden, ist nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) weiter "gering bis mäßig". Die Infektions-Fälle konzentrierten sich auf drei regionale Schwerpunkte. Seit Donnerstag habe es 27 neue gegeben, insgesamt seien es in Deutschland seit Jahresbeginn 53, sagte RKI-Experte Lars Schaade. Nur ein Patient sei schwer erkrankt.

09:35 Uhr | Nach zweiter Infektion – Risiko geringer

Sars-CoV-2-Patienten, die nach ihrer Genesung wieder positiv getestet wurden, haben sich nach Angaben aus China als "nicht mehr infektiös" erwiesen. Das würde bedeuten, sie könnten andere Menschen nicht anstecken. Ein Vertreter der Gesundheitskommission betonte auf der täglichen Pressekonferenz in Peking aber, man müsse noch mehr über das Virus lernen und solche Fälle auch darum weiter beobachten.

09:08 | Börsenkurse fallen

Ein Mann geht an einer Anzeigentafel der Hongkonger Börse vorbei. Asiatische Aktien rutschten nach einem weiteren starken Rückgang an der Wall Street stark ab, da sich die Befürchtung ausbreitete, dass die Ausbreitung des Coronavirus die Weltwirtschaft bremsen könnte
Nach den Börsen in Asien gehen momentan auch die in Europa und den USA immer weiter zurück. Bildrechte: dpa

Weltweit belastet die Angst vor den Folgen der Viruskrise die Börsenkurse weiter. Nachdem der US-Leitindex Dow Jones am Vortag 4,42 Prozent im Minus schloss, eröffnete der deutsche Dax am Freitag fast vier Prozent tiefer als am Donnerstag.

Das Dax-Minus von rund zwölf Prozent seit Freitag vergangener Woche erinnert an die ersten Tage der Griechenland-Schuldenkrise im Sommer 2011 und der Verlust im Februar an den Februar 2009 - die Zeit der globalen Finanzkrise nach der Lehman-Pleite.

08:51 Uhr | Warnung vor Fake News im Netz

Experten warnen vor sich häufenden Falschmeldungen zum Coronavirus. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sprach am Donnerstag von einer "massiven Infodemie".

Ähnlich äußerte sich jetzt auch der Biologie-Professor der Universität Washington, Carl Bergstrom, der sich mit Desinformation im Internet beschäftigt. Nach seinen Worten werden Gerüchte aus diversen Motiven gestreut. Fake News wie die, dass ein Labor in Wuhan oder die USA den Erreger entwickelt hätten, sind laut Bergstrom politischer Natur. Wenn es dagegen heiße, Sesamöl oder Cannabis schützten gegen die Infektion, sei die Absicht oft, vermeintliche Wundermittel zu verkaufen.

Ein Social-Media-Unternehmen, das behauptet, sich aktiv am Kampf gegen Fehlinformationen zu beteiligen, ist der Tabakhersteller Philip Morris, der sagt, er sei aktiv am Kampf gegen Lungenkrebs beteiligt.

Carl Bergstrom, University of Washington (UW)

Nicht selten gehe es aber auch darum, etwa Schutzmasken oder Desinfektionsmittel zu verteuern oder Klicks zu generieren, um Werbe-Einnahmen zu steigern. Dass Google, Twitter, Facebook oder TikTok gegen Fake News vorgehen wollen, hält Bergstrom für "Heuchelei", da deren Geschäfte von angeblichen Sensationen profitierten.

08:35 Uhr | Erster Fall in Neuseeland

In Neuseeland ist ein erster Infektionsfall bestätigt. Das Gesundheitsministerium in Wellington erklärte, die betroffene Person sei im Iran gewesen und jetzt in einer Klinik in Auckland.

08:08 Uhr | Bundesagentur zahlt Kurzarbeitergeld

Die Bundesagentur für Arbeit hat darauf hingeweisen, dass für Beschäftigte, deren Betriebe von Infektionen oder Verdachtsfällen betroffen sind, Kurzarbeitergeld gezahlt werden könne. Der Anspruch bestehe, wenn ein unabwendbares Ereignis den Betrieb beeinträchtige, etwa wenn Lieferungen ausbleiben. Als unabwendbares Ereignis gelten demnnach auch staatlich angeordnete Schutzmaßnahmen. Einige Anfragen nach Kurzarbeitergeld seien bereits eingegangen.

07:10 Uhr | Merkblatt der Bundeszentrale

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet ein detailliertes Merkblatt auch als pdf-Datei im Internet an, das viele wichtige Fragen zum Coronavirus beantwortet.

06:36 Uhr | Zwei Verdachtsfälle in Thüringen

In Ichtershausen im Ilm-Kreis gibt es einen Verdachtsfall. Wie dort Bürgermeister Uwe Möller dem MDR sagte, wird ein naher Verwandter einer Mitarbeiterin der Verwaltung untersucht. Alle Mitarbeiter und auch die Kindergärten seien informiert. Die Gemeindeverwaltung bleibt am Freitag geschlossen. Auch ihr geplanter Flohmarkt wurde abgesagt.

Zuvor war auch ein Verdachtsfall an einer Schule im Weimarer Land gemeldet worden. Laut Landratsamt geht es hier um die Grundschule von Kromsdorf-Oßmannstedt. Bis Gewissheit herrsche, stehe es den Eltern frei, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Beide Gebäude in Kromsdorf und Oßmannstedt seien desinfiziert. Das Gesundheitsamt habe dem betroffenen Jungen eine 14-tägige Quarantäne verordnet. Er sei mit seinen Eltern im Urlaub auf Teneriffa gewesen und habe jetzt verdächtige Symptome gezeigt. Das Testergebnis stand noch aus.

06:26 Uhr | Weißrussland: Student aus dem Iran infiziert

Auch aus Weißrussland wird der erste Coronavirus-Fall gemeldet. Ein Student aus dem Iran sei positiv getestet worden, meldet die russische Agentur Tass unter Berufung auf die Behörden im Nachbarland.

05:35 Uhr | Weitere Fälle in Europa und Afrika

Auch in Litauen gibt es einen ersten Coronavirus-Fall. Das teilt die Regierung mit. Ebenfalls bestätigt ist eine weitere Infektion in Afrika. Das Gesundheitsministerium von Nigeria meldete eine Erkrankung.

04:16 Uhr | Mehr als 2.000 Fälle in Südkorea

Südkorea hat am Freitag 256 neue Sars-CoV-2-Infektionen gemeldet. Damit stieg die Zahl der nachweislich Infizierten auf 2.022 an. 13 Todesfälle werden mit dem Virus in Verbindung gebracht.

03:22 Uhr | Bürger sollen unnötige Arztbesuche vermeiden

Die Bundesärztekammer hat die Bürger aufgerufen, unnötige Arztbesuche zu vermeiden, um Kapazitäten für mögliche Coronavirus-Patienten freizuhalten. Vizechefin Heidrun Gitter sagte den Zeitungen der Funke-Gruppe, die Leute sollten jetzt besonnen bleiben. Wer Bagatellerkrankungen und nur leichte Beschwerden habe, sollte nicht die Notaufnahmen und Praxen verstopfen, sondern zuhause bleiben. Im Zweifel könne telefonischer Rat beim Arzt eingeholt werden.

02:18 Uhr | WHO sieht "pandemisches Potenzial"

Die Weltgesundheitsorganisation hat am Donnerstagabend davor gewarnt, der neue Erreger habe "pandemisches Potenzial" und könnte ohne die richtigen Maßnahmen "außer Kontrolle geraten".

01:16 Uhr | Zahl der Neuinfektionen in China rückläufig

China hat für Donnerstag 327 neue Infektionen gemeldet. Einen Tag zuvor waren es noch 433, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Damit waren aktuell auf dem chinesischen Festland insgesamt 78.824 Menschen infiziert. Die Zahl der Toten ist nach offiziellen Angaben um 44 auf insgesamt 2.788 gestiegen.

00:45 Uhr | Erste Infektion in Hessen

In Hessen ist ein erster Fall des neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Wie der Lahn-Dill-Kreis am Abend bestätigte, wurde der Erreger Sars-CoV-2 bei einer Person nachgewiesen. Hessens Sozialminister Kai Klose und Landrat Wolfgang Schuster wollen am Freitagvormittag dazu informieren. Damit gibt es bundesweit aktuell 32 Infektionen.

00:05 Uhr | Spahn: Notfalls Schutzmasken beschlagnahmen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus Mund-Nase-Masken notfalls beschlagnahmen lassen. Er sagte am Donnerstagabend im ZDF: "Wir müssen uns auf eine Knappheit in dem Bereich einstellen." Man werde im Krisenstab beraten, was Deutschland an Lagerbeständen habe und was vorgehalten werden müsse - "notfalls auch durch Beschlagnahmung oder Exportverbote".

00:04 Uhr | Erster Fall in Hamburg

In Hamburg ist erstmals ein Patient nachweislich an dem neuartigen Coronavirus erkrankt. Wie das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf mitteilte, handelt es sich um einen Mitarbeiter der Kinder- und Jugendmedizin. Der Mann war den Angaben zufolge am Sonntag von einem Italien-Urlaub zurückgekehrt. Dort gibt es inzwischen 650 bestätigte Infektionen und 17 Todesopfer.

00:03 Uhr | US-Aktien auf Talfahrt

Die Wall Street hat angesichts der Rezessionsängste infolge des neuartigen Coronavirus einen weiteren schwarzen Tag erlebt. Der US-Leitindex Dow Jones verlor am Donnerstag 1.200 Punkte oder 4,4 Prozent und rutschte unter die Marke von 26.000 Punkten. Das war der größte Wertverlust seit mehr als zwei Jahren. Der Technologie-Index Nasdaq büßte gar 4,6 Prozent ein. Setzt sich der Wertverlust am Freitag fort, droht die schlimmste Woche seit der Finanzkrise im Jahr 2008.

00:02 Uhr | Serie-A-Spiele ohne Zuschauer

Das Fußball-Topspiel in Italien zwischen Juventus Turin und Inter Mailand am Sonntagabend wird wegen der Coronavirus-Pandemie ohne Zuschauer stattfinden. Wie die Liga am Donnerstagabend bekanntgab, werden das Spitzenspiel sowie vier weitere Partien der Serie A ohne Fans in den Stadien ausgetragen.

00:01 Uhr | Mehr als 1.000 Menschen in NRW unter häuslicher Quarantäne

In Nordrhein-Westfalen sind inzwischen 20 Menschen nachweislich infiziert. Nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums vom Donnerstagabend wurden alle positiv Getesteten in Isolation nach Hause entlassen. Eine stationäre Behandlung sei nicht notwendig. Die meisten Infektionsfälle gibt es im Kreis Heinsberg in Verbindung mit einer Karnevalsveranstaltung. Der Kreis geht von schätzungsweise 1.000 Menschen in vorsorglicher häuslicher Quarantäne aus. Am Donnerstag gab es damit akut 30 Infektionen in Deutschland. 14 Patienten in Bayern von Anfang Februar sind inzwischen wieder virusfrei.

Rückblick auf die vergangenen Tage

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Februar 2020 | 00:00 Uhr