Coronavirus Ticker: Fast 200 Tote in Italien

In Italien sind bislang 4.636 Menschen am Coronavirus erkrankt. Am Donnerstag waren noch rund 3.600 Erkrankte gemeldet worden. Die Zahl der Toten stieg auf 197. Italien ist damit europaweit das Land mit den meisten bestätigten Infektionen mit Covid-19.

Im Medizinischen Zentrallabor vom Klinikum St. Georg in Leipzig bereitet eine Medizinisch-technische Assistentin in einer Sicherheitswerkbank Patientenproben zur Abklärung des Coronavirus vor.
Das Medizinische Zentrallabor des Klinikums St. Georg in Leipzig testet auf das Coronavirus. Bildrechte: dpa

Neuer Ticker

In diesem Ticker haben wir Sie am Freitag, den 6. März, über die Entwicklungen beim Coronavirus informiert. Den aktuellen Ticker vom 7. März finden Sie hier.

22:15 Uhr | Österreich führt Gesundheitschecks ein

Österreich führt ab kommender Woche "punktuelle Gesundheitschecks" an der Grenze zu Italien ein. Die Maßnahme sei zunächst für zwei Wochen geplant, sagt Bundeskanzler Sebastian Kurz. Außerdem soll es ab Montag vorerst keine Direktflüge mehr nach Mailand und Bologna sowie in den Iran und nach Südkorea geben.

21:25 Uhr | Apple bittet Mitarbeiter um Homeoffice

Apple bittet seine Mitarbeiter am US-Firmensitz im Silicon Valley, nach Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten. Die Behörden des Landkreises Santa Clara, wo der von 12.000 Menschen genutzte Campus Apple Park liegt, hat ansässige Unternehmen um entsprechende Vorkehrungen gebeten. In dem Gebiet wurden 20 Coronavirus-Fälle bestätigt.

21:14 Uhr | Schüler sollen nach Reise in Quarantäne

Mehrere Schülergruppen, die aktuell aus dem Risikogebiet für das Coronavirus im Norden Italiens nach Sachsen-Anhalts zurückkehren, sollen vorsichtshalber zwei Wochen lang zu Hause bleiben. Sozialministerin Petra Grimm-Benne sprach von einer Vorsichtsmaßnahme, die auch dann gelte, wenn die Schüler und ihre Begleitpersonen keine Krankheitsanzeichen hätten. Bislang sind ewa 80 Schüler zurückgekehrt.

20:45 Uhr | Ebay geht gegen Corona-Wucher vor

Die Online-Handelsplattform Ebay hat den Verkauf von Atemschutzmasken, Hand-Desinfizierern und anderen antibakteriellen Reinigungsprodukten auf seiner US-Website verboten. Das Unternehmen begründete den Schritt mit rechtlichen Bedenken und unfairen Preisen in Verbindung mit dem Coronavirus.

19:45 Uhr | Mehr als 600 Infizierte in Deutschland

In Deutschland sind bislang 639 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Das berichtete das Robert-Koch-Institut am Abend. Am Mittag war das RKI noch von mehr als 500 Infizierten ausgegangen. Außer in Sachsen-Anhalt ist der Erreger bislang in allen Bundesländern nachgewiesen worden. Die meisten registrierten Fälle gibt es in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg.

19:11 Uhr | Sonntagsfahrverbot vorübergehend gelockert

Das Bundesverkehrsministerium hebt das Sonntagsfahrverbot für Lkw bis zum 5. April auf. Damit solle möglichen Engpässen aufgrund von Hamsterkäufen begegnet werden, geht aus einer Stellungnahme des Ministeriums hervor. Laut Straßenverkehrsordnung dürfen an Sonn- und Feiertagen zwischen 0 und 22 Uhr keine Lkw über 7,5 Tonnen fahren. Ausgenommen sind Transporte frischer Lebensmittel.

18:45 Uhr | Alpine Weltcupfinals abgesagt

Die alpinen Weltcupfinals in Cortina d'Ampezzo werden wegen der Coronavirus-Epidemie abgesagt. Diese Entscheidung bestätigte der italienische Skiverband. Ursprünglich sollten die Wettkämpfe in der vom Virus besonders stark betroffenen Region Venetien zwischen dem 18. und 22. März ausgetragen werden.

18:30 Uhr | Fast 200 Tote in Italien

In Italien sind aktuell 4.636 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Wie der Zivilschutz mitteilte, starben bislang 197 Menschen. Das sei ein Anstieg von 50 Toten innerhalb eines Tages. Am stärksten betroffen sind die Regionen Lombardei und Emilia-Romagna. Italien ist das Land in Europa mit den meisten bestätigten Infektionen mit der Lungenkrankheit Covid-19.

18:15 Uhr | Sachsen verbietet Klassenfahrten in Coronavirus-Risikogebiete

Das sächsische Kultusministerium hat Klassenfahrten in Coronavirus-Risikogebiete verboten. Wie das Ministerium mitteilte, sind die Schulen angewiesen worden, alle bis Ende April geplanten Studien- und Klassenfahrten sowie Schüleraustausche in Risikogebiete abzusagen. Schulische Reisen in die Länder Italien, Südkorea und die Volksrepublik China seien bis Ende April grundsätzlich untersagt. Auch das NRW-Schulministerium wies landesweit alle Schulen an, Fahrten in vom Robert Koch-Institut benannte Corona-Risikogebiete abzusagen.

17:45 Uhr | Informationen in Gebärdensprache

Weltweit melden immer mehr Länder Infektionen. Antworten auf die wichtigsten Fragen gibt Christina Müller in Gebärdensprache.

17:28 Uhr | UN-Klimakonferenz verschoben

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wird die UN-Klimakonferenz in Uganda verschoben. Zu der Africa Climate Week in Kampala vom 20. bis zum 24. April wollten rund 2.000 Teilnehmer, Journalisten und Beobachter anreisen.

16:50 Uhr | 8,3 Mrd. Dollar für Kampf gegen Virus in den USA

US-Präsident Donald Trump gibt 8,3 Milliarden Dollar für Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie in den USA frei. Er setzt mit seiner Unterschrift ein entsprechendes Ausgabengesetz des Kongresses in Kraft.

16:41 Uhr | "Goldene Kamera" wird verschoben

Die für den 21. März geplante Fernseh-Gala "Goldene Kamera" in Berlin wird wegen des Coronavirus um mehrere Monate verschoben. Wie die Funke-Mediengruppe mitteilte, erfolgt die Entscheidung auf Grundlage der Risikobewertung von Großveranstaltungen des Robert-Koch-Instituts und der Empfehlungen des Krisenstabs der Bundesregierung.

16:31 Uhr | Lufthansa streicht noch mehr Flüge

Der Lufthansa-Konzern streicht seinen Flugplan weiter zusammen. In den nächsten Wochen solle die Kapazität um bis zu 50 Prozent reduziert werden, teilte das Unternehmen mit.

15:53 Uhr | Zwölf Menschen auf Nilschiff positiv getestet

Auf einem Kreuzfahrtschiff auf dem Nil sind nach offiziellen Angaben zwölf Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es handele sich um Ägypter, die auf dem Schiff arbeiteten. Die Behörden hatten die Tests angeordnet, nachdem das Virus bei einer Touristin aus Taiwan nach ihrer Rückkehr festgestellt wurde.

15:30 Uhr | EU kritisiert Exportverbot für Atemschutzmasken

Aus der EU kommt Kritik an den deutschen Exportbeschränkungen für Atemschutzmasken wegen des Coronavirus. Es hieß, diese Art einseitiger Maßnahmen berge das Risiko, den "kollektiven Ansatz" der EU zu untergraben. Gesundheitsminister Jens Spahn warb für Verständnis. Wie auch in Frankreich und Italien gebe es in Deutschland mittlerweile mehr Ansteckungen im Inland als über Auslandskontakte. Die tschechische Regierung verbot neben der Ausfuhr bestimmter Atemmasken am Donnerstagabend auch den Export von Desinfektionsmitteln.

13:43 Uhr | Hotels und Restaurants klagen über Umsatzeinbußen

Die Mehrheit der Hotels, Restaurants und Caterer klagt wegen der Coronavirus-Ausbreitung über geringere Einnahmen. 76,1 Prozent der Betriebe berichteten von Umsatzeinbußen aufgrund der Epidemie, teilte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband mit. Der Verband hatte am Mittwoch und Donnerstag eine Blitzumfrage unter fast 10.000 Mitgliedsbetrieben durchgeführt.

13:31 Uhr | Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Südtirol ab

Das Auswärtige Amt rät derzeit von nicht erforderlichen Reisen in die italienischen Regionen Südtirol, Emilia-Romagna und Lombardei sowie in die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien ab.

11:45 Uhr | Corona-Infektion in Leipzig

In Leipzig ist ein Mann positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie das Gesundheitsamt der Stadt und das sächsische Sozialministerium informierten, liegt das Ergebnis seit dem späten Donnerstagabend vor. Die Behörden hätten unverzüglich Maßnahmen ergriffen. Der Mann sei umgehend isoliert worden, seine wichtigsten Kontaktpersonen seien bereits ermittelt, hieß es aus dem Gesundheitsamt. Der Gesundheitszustand des Infizierten sei stabil. Das Gesundheitsamt der Stadt hat eine Telefon-Hotline eingerichtet, um dringende Verdachtsfälle schneller identifizieren zu können. Die Nummer 0341-1236852 ist zwischen 7 und 19 Uhr erreichbar.

Die 10:50 Uhr | Twitter verschärft Richtlinien

Twitter hat ein schärferes Vorgehen gegen Hasskommentare seiner Nutzer zur Coronavirus-Epidemie angekündigt. Das US-Internetunternehmen teilte mit, dass die Richtlinien zu Hass schürendem Verhalten um Inhalte ergänzt worden seien, die sich auf schwere Krankheiten beziehen. Neben Diskriminierung aufgrund von Religion, Alter oder einer Behinderung, ist es nun auch untersagt eine Gruppe Menschen wegen schweren Erkrankung zu "entmenschlichen". Als Beispiel wurde etwa ein Tweet genannt, in dem Erkrankte als "Ratten" bezeichnet wurden, "die alle um sie herum kontaminieren". Tweets, die gegen die neue Richtlinie verstoßen, sollen nach Angaben von Twitter gelöscht werden.

09:37 Uhr | RKI erklärt Südtirol zum Risikogebiet

Das Robert Koch-Institut hat nun auch Südtirol zum Coronavirus-Risikogebiet erklärt. Die Experten gehen davon aus, dass es dort fortlaufend Fälle gibt, bei denen Infizierte andere anstecken. Die auch bei deutschen Skiurlaubern beliebte Region ist bereits die vierte italienische Region, die vom RKI zum Risikogebiet erklärt wurde. Dem Institut zufolge ist die Zahl der Corona-Fälle in Deutschland auf 534 gestiegen. Das sind 134 mehr als Donnerstagnachmittag. Mehr als die Hälfte der Erkrankungen wurde in Nordrhein-Westfalen registriert, auch in Baden-Württemberg und Bayern ist die Fallzahl hoch. In Sachsen-Anhalt gibt es weiter keinen bestätigten Infektionsfall.

8:49 Uhr | Japan sagt Gedenkfeier für Tsunami-Opfer ab

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat Japan die jährliche Gedenkfeier für die Opfer der Tsunami-Katastrophe vor neun Jahren abgesagt. Regierungschef Shinzo Abe erklärte, im Herzen sei er bei den trauernden Angehörigen der Opfer. Die Regierung werde am 11. März um 14.46 Uhr eine Schweigeminute einlegen. Genau zu dieser Uhrzeit hatte sich am 11. März 2011 das Beben der Stärke 9,0 ereignet, das den zerstörerischen Tsunami im Nordosten Japans auslöste. Etwa 18.500 Menschen starben oder gelten seitdem als vermisst.

07:00 Uhr | Bethlehem ist abgeriegelt

Israels Verteidigungsministerium hat angeordnet, die Stadt Bethlehem im Westjordanland abzuriegeln. Damit soll eine Ausbreitung des Coronavirus verhindert werden. Wie israelische Medien berichten, ist der Schritt mit palästinensischen Behörden abgesprochen. Weder Israelis noch Palästinenser dürfen demnach nach Bethlehem kommen oder die Stadt verlassen.

Bereits am Donnerstag hatten palästinensische Behörden die Einreise von Touristen untersagt. Zuvor war bei sieben Hotelangestellten im Raum Bethlehem das Coronavirus nachgewiesen worden. Sie sollen sich bei Touristen aus Griechenland angesteckt haben. Palästinenserpräsident Abbas ordnete inzwischen für alle Palästinensergebiete 30 Tage Ausnahmezustand an.

06:30 Uhr | Virologe Drosten: RKI muss Empfehlungen anpassen

Christian Drosten
Virologe Christian Drosten Bildrechte: MDR/Wiebke Peitz/ Charité Universitätsmedizin Berlin

Der Berliner Virologe Christian Drosten hat gefordert, die Quarantäne-Empfehlungen für Klinik-Personal zu lockern. Drosten sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", wenn man – wie vom Robert Koch-Institut empfohlen – alle, die mit Infizierten in Kontakt gewesen seien, in Quarantäne schicke, dann breche die medizinische Versorgung zusammen. Das betreffe dann nicht nur Corona-Patienten, sondern auch alle anderen Menschen. Drosten leitet die Virologie an der Berliner Charité. Er sagte, seine Klinik werde die RKI-Empfehlungen nicht mehr 1:1 umsetzen.

06:00 Uhr | Keine Pauschalregelungen für Italien-Rückkehrer

Für die Schulen in Sachsen-Anhalt gibt es bislang keine pauschale Regelung, wie mit Rückkehrern aus Italien umzugehen ist. Der Sprecher des Bildungsministeriums, Thurmann, sagte MDR AKTUELL, es gebe erst einmal keinen Grund, ganze Klassen in Quarantäne zu nehmen. Sollten bei Schülern oder Lehrern Symptome des neuartigen Coronavirus auftreten, werde das individuell betrachtet.

In Sachsen-Anhalt haben zahlreiche Schulen Klassen- und Unterrichtsfahrten in die Skigebiete nach Südtirol bereits durchgeführt oder geplant. Italien ist in Europa am stärksten vom Coronavirus betroffen. Südtirol gilt allerdings bisher nicht als Risikogebiet.

05:10 Uhr | Keine Beitragserhöhungen in der PKV erwartet

In den privaten Krankenversicherungen steht nach Einschätzung des Verbandes der Versicherungsmathematiker, der Deutschen Aktuarvereinigung ( DAV ), keine Prämienerhöhung wegen des Coronavirus an. "Eine Beitragsanpassung zum 1. Januar 2021 ausschließlich aufgrund des Virus halte ich für unwahrscheinlich", sagte DAV-Chef Guido Bader. "Die Leistungen in der PKV für Fälle der neuartigen Lungenkrankheit seien bislang noch vergleichbar mit denen einer stärkeren Grippewelle, erläuterte der Versicherungsmathematiker.

04:30 Uhr | 518 neue Infektionen in Südkorea

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Südkorea ist auf mehr als 6.000 gestiegen. Am Donnerstag seien 518 weitere Fälle erfasst worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Die Gesamtzahl erreichte damit 6.248. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem neuartigen Coronavirus in Verbindung gebracht werden, kletterte um sieben auf 42. In keinem anderen Land außerhalb Chinas wurden bisher mehr Infektionsfälle gemeldet.

02:50 Uhr | China meldet 143 neue Infektionen

In China sind nach offiziellen Angaben am Donnerstag 143 neue Infektionen nachgewiesen worden, nach 139 am Vortag. Zudem seien 30 weitere Todesfälle registriert worden, nach 31 am Mittwoch. Insgesamt sind bislang mehr als 3.000 Menschen in China an dem Erreger gestorben. 80.552 Patienten haben sich mit dem Virus infiziert, mehr als 53.000 von ihnen haben sich den offiziellen Angaben zufolge jedoch erholt und wurden aus den Krankenhäusern entlassen.

00:30 Uhr | Opec will Fördermenge reduzieren

Die Opec schlägt angesichts des Preisverfalls wegen der Coronavirus-Epidemie eine noch drastischere Förderkürzung vor als ohnehin schon anvisiert. Die Minister des Ölkartells brachten am Donnerstagabend nach einem informellen Treffen in Wien überraschend eine zusätzliche Drosselung um täglich 1,5 Millionen Barrel pro Tag bis Ende 2020 ins Spiel. Zuvor war nach dem offiziellen Ministertreffen zunächst nur von einer Senkung bis Ende Juni die Rede gewesen.

00:10 Uhr | Französischer Parlamentarier infiziert

Ein französischer Abgeordneter der Nationalversammlung ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab die Parlamentsverwaltung bekannt, ohne einen Namen zu nennen. Auch zwei Angestellte des Parlaments sind demnach infiziert. Bis Donnerstagabend waren in Frankreich 423 Fälle gemeldet worden, 138 mehr als am Vortag. Sieben Menschen sind gestorben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. März 2020 | 00:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. März 2020, 00:03 Uhr