Coronavirus-Pandemie Ticker: Tschechien verlängert Notstand

Tschechien verlängert den Corona-Notstand. Kanzleramtsminister Helge Braun hat Corona-Kontrollen in Wohnungen eine Absage erteilt. Studenten sollen ab November wieder eine Nothilfe bekommen. Das Bundesbildungsministerium kündigte eine Wiederauflage der Überbrückungshilfe an. Und die Pandemie nimmt weiter Fahrt in Deutschland auf. Alle aktuellen Entwicklungen im Ticker.

Polizeistreife auf der Karlsbrücke in Prag
In Tschechien wurde der Corona-Notstand verlängert. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Freitag, 30. Oktober 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:25 Uhr | Steigende Corona-Zahlen in vielen EU-Ländern

In Italien hat die Anzahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages erstmals die Marke von 30.000 übersprungen. Wie die Behörden in Rom mitteilten, wurden mehr als 31.000 neue Fälle registriert. Zudem seien seit gestern fast 200 Covid-19-Patienten gestorben.

In Frankreich stieg die Tageszahl der Neuinfektionen auf über 49.000, hinzu kamen 256 Todesfälle. Dramatisch ist die Lage auch in Belgien, wo die Infektionsrate neun Mal so hoch ist wie in Deutschland. Viele belgische Kliniken sind bereits überlastet. 

22:02 Uhr | Guterres: Corona-Krise verschärft globale Unterschiede

UN-Generalsekretär António Guterres hat angesichts der steigenden Corona-Infektionen vor einer weiteren Vertiefung der globalen Unterschiede gewarnt. Die Pandemie habe viele seit langem bestehende Ungleichheiten verschärft und globale Verletzlichkeit offengelegt, sagte Guterres auf einer internationalen Online-Konferenz laut einer Mitteilung der Bertelsmann Stiftung vom Freitag. "Wir müssen einen neuen Gesellschaftsvertrag innerhalb der jeweiligen Länder schmieden, mit größerer Widerstandsfähigkeit, sozialem Zusammenhalt und sozialem Schutz", sagte Guterres auf der Konferenz.

21:46 Uhr | Mehr als 1.000 Tote in den USA

Die US-Seuchenzentren CDC haben am Freitag 1.055 weitere Todesfälle und 90.155 bekannte Neuinfektionen gemeldet. Damit sind in den USA insgesamt 8,9 Millionen Infektionen und 228.100 Tote verzeichnet. Bereits am Donnerstag waren mehr als 1.000 Tote gemeldet worden. In der kommenden Woche findet in den USA die Präsidentschaftswahl statt, bei der auch die Corona-Pandemie eine wichtige Rolle spielt.

21:09 Uhr | Keine Fahrten auf den Brocken

Die Harzer Schmalspurbahnen streichen von diesem Montag an coronabedingt die Fahrten zum Brocken. Voraussichtlich bis zum 30. November werde der Zugbetrieb von Schierke (Sachsen-Anhalt) bis zum höchsten Harzgipfel eingestellt, teilte das Unternehmen mit. Zwischen Wernigerode und Schierke seien täglich nur zwei Triebwagenverbindungen geplant. Auf der Selketalbahn und auf der Harzquerbahn sollen ebenfalls keine Züge mehr fahren, dort waren schon seit längerem Instandhaltungsarbeiten an den Gleisen geplant.

Ein Zug der Harzer Schmalspurbahnen
Auch die Harzer Schmalspurbahnen fahren vorübergehend nicht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

20:01 Uhr | Infektionen in Thüringer Staatskanzlei

In der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt haben sich drei Mitarbeiter mit Corona infiziert. Ministerpräsident Bodo Ramelow schrieb bei Twitter, dass er sich selbst habe testen lassen, nachdem es in der Staatskanzlei einige Infektionen gab. Der Ministerpräsident setzte ein Bild seines eigenen negativen Testergebnis unter seinen Tweet. Der Staatskanzlei zufolge wurden neben dem Ministerpräsidenten auch alle Mitarbeiter getestet, die mit den Infizierten direkt zusammengearbeitet hätten. Ihre Ergebnisse waren demnach alle negativ.

19:47 Uhr | Daten und News zum Coronavirus

Seit Mittwoch steht fest: Es wird wieder zu einem Lockdown in Deutschland kommen – zumindest zu einem teilweisen. Gastronomie, Kinos oder Hallenbäder müssen wieder schließen. Denn die Infektionszahlen waren zuletzt sehr stark gestiegen, auch in Mitteldeutschland. Die wichtigsten Daten und News zu den aktuellen Entwicklungen in der Pandemie:

19:30 Uhr | Tschechien verlängert Notstand

In Tschechien hat das Parlament den Corona-Notstand bis zum 20. November verlängert. Die Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Andrej Babis wollte eine Verlängerung bis zum 3. Dezember durchsetzen, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Babis mahnte, man müsse einen Kollaps des Gesundheitssystems verhindern und verletzliche Gruppen wie Senioren schützen.

Während des Ausnahmezustands gelten weitgehende Ausgangsbeschränkungen. Restaurants und Schulen sowie die meisten Geschäfte sind geschlossen. Die Behörden meldeten am Freitag 13.051 neue Infektionen innerhalb von 24 Stunden.

 Polizisten patrouillieren nach Beginn der nächtlichen Ausgangssperre in der Prager U-Bahn-Haltestelle «Muzeum».
In Tschechien gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Bildrechte: dpa

19:24 Uhr | Belgien schließt die meisten Geschäfte wieder

Im schwer vom Coronavirus getroffenen Belgien müssen die meisten Geschäfte wieder schließen. Ausnahmen gebe es etwa für Supermärkte, sagte Regierungschef Alexander De Croo am Freitag nach einer Krisensitzung in Brüssel. Zudem werden die Kontaktbeschränkungen verschärft. Künftig dürfen Belgier nur einen Besucher pro Woche zu Hause empfangen, bei Alleinstehenden sind es zwei. Die neuen Regelungen sollen ab Montag für anderthalb Monate gelten. Gemessen an der Einwohnerzahl hat Belgien nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur derzeit die meisten Corona-Infektionen in der Europäischen Union.

18:56 Uhr | Viele Kreise Risikogebiete

Die meisten Kreise in Deutschland gelten wegen der hohen Zahl an Neuinfektionen inzwischen als Risikogebiete. Vor allem in Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es allerdings noch Ausnahmen. In Sachsen verzeichnet weiter lediglich die Stadt Leipzig weniger als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner.

18:51 Uhr | Neuer Bußgeldkatalog in Sachsen-Anhalt

Auch Sachsen-Anhalt gelten ab Montag strenge Kontaktbeschränkungen – die bei Verstößen auch mit Bußgeld belegt sind. MDR SACHSEN-ANHALT hat eine Auswahl zusammengestellt, was im Einzelnen für Bußgelder verhängt werden.

18:44 Uhr | Millionen Schnelltests für Pflegeheime

Die privaten Pflege-Anbieter wollen fünf Millionen Corona-Schnelltests an Heime und Pflegedienste ausliefern. Der Präsident des Bundesverbandes, Bernd Meurer, sagte, dabei handele es sich um ein erstes Kontingent. Geplant seien regelmäßige Tests der Mitarbeiter, der Bewohner und auch der Besucher.

Meurer verwies zugleich darauf, dass die Tests zu einer höheren Belastung der Pflegekräfte führten. Pro Person seien etwa 20 Minuten nötig. Er forderte deshalb unter anderem, die Zahl der täglichen Heim-Besucher entsprechend der Testkapazität zu begrenzen.

18:25 Uhr | Bereits mehr als 17.000 Infizierte in Sachsen

In Sachsen haben sich seit Beginn der Pandemie bereits rund 17.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Diese Zahl nannte Gesundheitsministerin Petra Köpping bei einer Pressenkonferenz des Kabinetts. Das seien 1.132 mehr als am Vortag. Rund 7.000 Menschen sind – Stand Freitagnachmittag – derzeit noch mit dem Coronavirus infiziert.

Seit Donnerstag seien 16 Menschen, die mit Sars-CoV-2 infiziert waren, gestorben, sagte Köpping. 749 Menschen liegen Köpping zufolge mit Covid-19 im Krankenhaus, 156 von ihnen auf der Intensivstation.

18:22 Uhr | Massentests in der Slowakei

Die Slowakei scheut einen Lockdown auch deshalb, weil die Staatskasse die Folgen nicht abfedern kann. Deshalb sollen nun alle Einwohner zweimal getestet werden.

18:17 Uhr | Kekulé Corona-Kompass – Spezialausgabe

Brauchen ältere Menschen eigene Öffnungszeiten im Supermarkt? Hilft eine Maske auch gegen Influenza? Und wieso werden schon Impfstoffe produziert, obwohl es noch keine Zulassung gibt? Diese Fragen beantwortet der Virologe Alexander Kekulé in einer Spezial-Ausgabe seines Podcasts.

18:14 Uhr | Kulturschaffende formulieren Forderungen an Politik

Kulturschaffende aus Thüringen und Sachsen-Anhalt haben die von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Schutzmaßnahmen kritisiert. In offenen Briefen formulierten sie konkrete Forderungen an die Politik, um die Folgen des Teil-Lockdowns für ihre Branche abzuschwächen.

18:10 Uhr | Generelle Maskenpflicht für ältere Schüler

Sachsens Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen sollen nach den Ferien ab Montag wieder im Normalbetrieb öffnen. Allerdings gibt es im Vergleich zur bisherigen Praxis einige Anpassungen. Wie das Kultusministerium am Freitagabend mitteilte, müssen Gymnasiasten der Klassen 11 und 12 sowie Berufsschüler auch im Unterricht eine Maske tragen, wenn die Abstände in den Klassenräumen nicht eingehalten werden können.

17:41 Uhr | Sachsen einigt sich auf neue Corona-Verordnung

Die sächsische Landesregierung hat die ab Montag geltenden, neuen Corona-Beschränkungen für den Freistaat vorgestellt. Diese decken sich weitestgehend mit denen von der Bundesregierung und den Ländern geschlossenen Vereinbarungen zum Teil-Lockdown.

Unter anderem Freibäder, Hallenbäder, Saunen, Dampfbäder, Fitnesstudios, Spielhallen, die meisten Freizeitsport-Anlagen, Freizeitparks, Museen und Theater müssen schließen. Auch Weihnachtsmärkte dürfen im November nicht öffnen.

Sozialministerin Petra Köpping sagte, Gastronomiebetriebe dürften nur noch Speisen zum Mitnehmen anbieten. Im Einzel- und Großhandelhandel sei nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter zugelassen.

Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte, dass touristische Übernachtungsangebote ab Montag untersagt seien. Urlauber müssten bis dahin aus Sachsen abreisen.

Kretschmer sagte, keine dieser Maßnahmen sei ein Vorwurf an irgendeine Branche. es sei aber eine Notwendigkeit, jetzt so zu handeln, weil das Infektionsgeschehen zunehmend diffus sei.

17:22 Uhr | Bundespolizei zu mehr Corona-Kontrollen bereit

Die Bundespolizei in Mitteldeutschland ist grundsätzlich bereit, Reiserückkehrer stärker zu kontrollieren. Der Sprecher der Bundespolizeidirektion Pirna, Christian Meinold, sagte MDR AKTUELL, man wolle alles tun, um bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie zu helfen. Schon jetzt würden Gesundheitsämter informiert, wenn bei Kontrollen Symptome einer Infektion festgestellt würden. Zudem würden Reisende aus Risikogebieten auf Quarantänevorschriften hingewiesen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte angekündigt, dass Reise-Rückkehrer an den Grenzen künftig auch verdachtsunabhängig kontrolliert werden sollen.

16:42 Uhr | Touristen müssen Brandenburg und Schleswig-Holstein verlassen

Die ersten Bundesländer haben angesichts des am Montag beginnenden teilweisen Lockdowns Touristen zur Abreise aufgefordert. In Brandenburg müssen Touristen, die sich in Hotels aufhalten, bis kommenden Mittwoch abreisen. Das teilte Ministerpräsident Dietmar Woidke nach einer Sondersitzung des Kabinetts mit. Es werde bis Ende November untersagt, Gäste zu touristischen Zwecken zu beherbergen.

In Schleswig-Holstein müssen bis Montag alle Touristen abreisen. Für Urlauber auf den Nordsee-Inseln und Halligen gilt nach Angaben der Landesregierung eine Frist bis 5. November, um den Fährverkehr nicht zu überlasten. Erlaubt bleiben lediglich Übernachtungen aus beruflichen Gründen und zu medizinischen Zwecken.

Auch in Sachsen müssen Touristen am Montag abreisen. Das sagte Regierungschef Michael Kretschmer am Freitag nach einer Kabinettssitzung.

In Mecklenburg-Vorpommern hingegen dürfen Gäste ihren Urlaub beenden. Tourismusminister Harry Glawe sagte im Norddeutschen Rundfunk, das gelte für alle Personen, die sich bereits im Bundesland aufhielten.

Ähnlich ist die Regelung in Niedersachsen: Auch dort müssen Touristen ihren Urlaub nicht abbrechen, wenn sie vor Beginn des neuen Teil-Lockdowns anreisen. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten neuen Verordnung des Landes hervor.

In Nordrhein-Westfalen dürfen Urlauber ihren Aufenthalt fortsetzen, wenn sie vor Freitag in einem Hotel oder einer Pension angekommen sind. Das sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Wer dagegen erst an diesem Freitag, Samstag oder Sonntag komme, müsse spätestens am Montag wieder abreisen.

Fähre
Touristen müssen Schleswig-Holstein verlassen. Bildrechte: dpa

15:41 Uhr | Braun: Keine Kontrollen in Wohnungen

Kanzleramtsminister Helge Braun hat Corona-Kontrollen in Wohnungen eine Absage erteilt.

Helge Braun
Helge Braun ist gegen Corona-Kontrollen in Wohnungen. Bildrechte: dpa

Braun sagte im Bayerischen Rundfunk, es werde keine proaktiven Kontrollen im Privatbereich geben, aber sehr deutliche im öffentlichen Bereich.

Es müssten sich alle konsequent an die Regeln halten. Braun appellierte gleichzeitig an die Bevölkerung, im November möglichst auf private Besuche zu verzichten.

15:33 Uhr | Thüringer Grüne sagen Parteitag ab

Thüringens Grüne haben ihren Parteitag Ende November abgesagt, bei der die Spitzenkandidatin für die Landtagswahl im kommenden Jahr gewählt werden sollte. Der Vorstand habe einstimmig beschlossen, dass der Parteitag am 28. November in Meiningen wegen der hohen Zahl an Corona-Infektionen nicht stattfinden werde, teilten die Grünen mit. In der kommenden Woche werde der Vorstand über alternative Formate sowie über Online-Beteiligungsmöglichkeiten der Mitglieder beraten.

15:21 Uhr | Spahn: Ab November digitale Einreiseanmeldungen

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus sollen in Deutschland im November digitale Einreise-Anmeldungen eingeführt werden. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an: "Wir werden jetzt in Deutschland im November endlich beginnen mit der digitalen Einreiseanmeldung", sagte Spahn nach einer Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister. Bisher habe es für Reisende aus Risikogebieten Papieraussteigekarten im Flugverkehr gegeben.

15:13 Uhr | Thüringer Corona-Sonderverordnung am Sonntag

Die neue Corona-Sonderverordnung für Thüringen soll am Sonntag veröffentlicht werden. Das kündigte das Sozialministerium an. Die neuen Regeln würden dann, wie zwischen Bund und Ländern vereinbart, von Montag an gelten. Thüringen werde sich grundsätzlich an die Vereinbarungen mit der Schließung der Gastronomie, vieler Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie strenger Kontaktbeschränkungen halten, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Derzeit werde unter anderem noch geprüft, ob Zoos und Tierparks weiterhin öffnen, der Schwimmunterricht in öffentlichen Hallenbädern weitergehen oder Museen weiter Besucher empfangen könnten.

Neu sei in der Verordnung ein Parlamentsvorbehalt, sagte der Sprecher. Erstmals bestehe damit bei einer Thüringer Corona-Verordnung die Möglichkeit, dass der Landtag Änderungen vornehmen könne.

13:35 Uhr | NRW-Landtag ermächtigt Landesregierung

In einer Sondersitzung hat der nordrhein-westfälische Landtag am Freitag erneut eine "epidemische Lage von landesweiter Bedeutung" festgestellt. Damit hat die Regierung zunächst für weitere vier Wochen eine rechtliche Grundlage für außerordentliche staatliche Eingriffe zur Pandemiebekämpfung. Dafür stimmten die Regierungsfraktionen von CDU und FDP wie auch die oppositionellen von SPD und Grünen, bei Enthaltung der AfD. Die Feststellung ist diesmal auf nur einen Monat befristet. Grundsätzlich sieht das Infektionsschutzgesetz eine Frist von jeweils zwei Monaten vor. Zudem muss die Regierung den Landtag fortlaufend über Entwicklungen und Maßnahmen informieren.

13:20 Uhr | Lockdown in Weimar

Die Regenbogenfahne hängt anlässlich des CSD am Goethe-Schiller-Denkmal auf dem Theaterplatz.
Das Goethe- und Schiller-Denkmal in Weimar, beim CSD am 17. Oktober Bildrechte: dpa

Die Klassik-Stiftung in Weimar schließt von Montag an nahezu alle Einrichtungen, zunächst bis zum 30. November. Nur das Studienzentrum der Herzogin- Anna-Amalia-Bibliothek sowie das Goethe- und Schiller-Archiv bleiben für Nutzer geöffnet.

Wie die Stiftung am Freitag mitteilte, regiert sie damit auf die angekündigte neue Thüringer Landesverordnung zur Coronavirus-Eindämmung. Weiter angeboten werden digitale Online-Führungen und Ausstellungen. Die Klassik-Stiftung Weimar ist eine der größten Kulturstiftungen in Deutschland. Zu ihr gehören mehr als 20 Museen, Schlösser, Parks, Literatur- und Kunstsammlungen.

13:07 Uhr | AfD Sachsen will gegen Einschränkungen klagen

Sachsens AfD will die Einschränkungen wegen des Coronavirus vor das Landesverfassungsgericht bringen. Die Landtagsfraktion kündigte am Freitag in Dresden eine Normenkontrollklage an. Einzelheiten sollen am Montag vorgestellt werden. Es werde am Parlament vorbei regiert, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Frank Peschel: "Ohne einen wissenschaftlichen Beweis", dass Gastronomie-, Tourismus- oder Kulturbetriebe besonders zur Verbreitung des Virus beitragen, würden sie jetzt "abermals Opfer staatlicher Zwangsmaßnahmen".

12:20 Uhr | Neues Konzept für Magdeburger Weihnachtsmarkt

Wegen der neuen Corona-Beschränkungen hat die Stadt Magdeburg ihr Konzept für den Weihnachtsmarkt noch einmal verändert. Statt des Weihnachtsmarktes ab 19. November soll es nun ab Dezember eine "Magdeburger Weihnachtswelt" geben. Alkohol soll nicht ausgeschänkt werden. Größere Menschenansammlungen soll es nicht geben. Der Geschäftsführer der Magdeburger Weihnachtsmarkt GmbH, Paul-Gerhard Stieger, sagte, der Fokus liege klar auf der Familie. Gestern hatte bereits die Stadt Halle einen Weihnachtsmarkt "light" angekündigt, ohne große Attraktionen, wie das Riesenrad.

11:38 Uhr | Neue Überbrückungshilfen für Studenten

Die Bundesregierung wird Überbrückungshilfe für Studenten wieder aktivieren. Das kündigte das Bundesbildungsministerium an. Die Hilfen gegen Einkommensverluste wegen der Coronavirus-Pandemie sollen demnach "möglichst schnell" wieder fließen. Bereits im Frühjahr waren Nothilfeprogramme für Studierende aufgelegt worden.

11:36 Uhr | Kein Weihnachtsmarkt unter der Wartburg

Nach den neuen Lockdown-Plänen werden heute viele zuletzt noch geplante Weihnachtsmärkte abgesagt. Auch Eisenach in Thüringen strich den für den 13. November geplanten Beginn des Weihnachtsmarkts. Ob im Dezember doch noch ein kleiner Markt mit einzelnen Buden möglich sein wird, stand nach den Angaben der Stadt noch nicht fest.

11:34 Uhr | Buyx für weniger Datenschutz bei der Corona-App

Die Vorsitzende des Ethikrates, Alena Buyx, plädiert angesichts der zunehmenden Coronavirus-Infektionen für weniger Datenschutz bei der Corona-Warn-App. Dem ZDF sagte sie, es gebe inzwischen einige gute Argumente, den Datenschutz da ein wenig herunterzuregulieren.

Alena Buyx
Alena Buyx: Datenschutz versus Infektionsschutz - eine ethische Frage Bildrechte: imago images/Reiner Zensen

Im Kampf gegen das Virus würden derzeit Grundrechte eingeschränkt. Allein beim Datenschutz sei man jedoch "bis auf Punkt und Komma" präzise, sagte Buyx. Das führe dazu, dass die App eine Infektion nicht einmal Gesundheitsämtern melden könne.

Die Nachverfolgung von Kontakten infizierter Bürger gilt als ein Mittel gegen weitere Infektionen. Die deutsche Corona-Warn-App wurde inzwischen rund 20 Millionen Mal auf Smartphones installiert.

11:20 Uhr | Infektionen in der Thüringer Staatskanzlei

Wie heute die MDR-Kollegen aus Erfurt melden, hat es Coronavirus-Infektionen in der Staatskanzlei gegeben. Regierungschef Bodo Ramelow habe sich vorsorglich testen lassen. Das Ergebnis sei negativ.

11:00 Uhr | Sachsen setzt neue Regeln im Land um

Das sächsische Kabinett will heute die neuen Beschlüsse der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin in Landesrecht umsetzen und eine neue Allgemeinverfügung erlassen. Gegen 17 Uhr wollen Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) darüber informieren. Mehr dazu und zur Absage weiterer Weihnachtsmärkte in Sachsen im Ticker aus Dresden:

10:35 Uhr | Polen meldet mehr als 21.000 neue Infektionen

Die Behörden in Polen melden heute 21.629 nachgewiesene Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Das ist abermals ein Rekordwert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gab das Gesundheitsministerium mit 202 in 24 Stunden an. Um die wachsende Zahl der Patienten aufnehmen zu können, hatte die Regierung zuletzt auch Feldlazarette einrichten lassen.

10:15 Uhr | Spahn berät über EU-Reisebeschränkungen

Die Gesundheitsminister der EU beraten nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter heute auch über die Beschränkung nicht notwendiger Reisen in Europa.

10:00 Uhr | Bundesregierung erwartet bald wieder Wachstum

Die Bundesregierung geht für 2021 von einer Erholung der deutschen Wirtschaft von der Corona-Krise aus. Sie rechne mit einem Wachstum von 4,4 Prozent, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Trotz des neuen Teil-Shutdowns im November bleibt diese Prognose unverändert. Für dieses Jahr wird jetzt ein Rückgang um 5,5 Prozent erwartet – eine der schwersten Rezessionen, wenn auch weniger schlimm als die 2009.

Noch im Sommer war die deutsche Wirtschaft nach dem Einbruch im Frühjahr im Rekordtempo gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen Juli und September um 8,2 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal, in dem die Wirtschaft mit 9,8 Prozent eingebrochen war.

09:30 Uhr | Flixbus fährt vorerst nicht mehr

Der Fernbus- und Zugbetreiber Flixmobility stellt seinen Betrieb vorübergehend ein. Flixbus und Flixtrain fahren ab dem 3. November zunächst nicht mehr, kündigte das Unternehmen an. Das gelte für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Demnach wird der Betrieb im November komplett gestoppt, in der Hoffnung, ihn vielleicht vor Weihnachten dann wieder aufnehmen zu können.

09:10 Uhr | Mehr Infektionen – mehr Intensivpatienten

Deutschlandweit sind am Donnerstag 18.732 neue Sars-CoV-2-Infektionen gemeldet worden – ein neuer Höchstwert. Das geht aus Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie hervor. Der Sieben-Tage-Durchschnitt lag damit bei 13.497 täglich neu bekannt werdenen Fällen. Aus Sachsen wurden demnach 937 neue gemeldet, aus Thüringen 233 und 206 aus Sachsen-Anhalt.

Auch die Intensivstationen füllen sich mit Covid-19-Kranken. Nach aktuellen Daten des DIVI-Intensivregisters wurden gestern 1.696 Patienten intensiv behandelt, 127 mehr als am Mittwoch. Vor zwei Wochen waren 655 Covid-19-Intensivpatienten gezählt worden.

09:00 Uhr | Thüringer Landtag stimmt im Nachgang ab

Die Fraktionschefin der Linken im Thüringer Landtag, Hennig-Wellsow, hält eine Abstimmung über die neue Pandemie-Verordnung auch nach deren Inkrafttreten für sinnvoll. Die schärferen Pandemie-Maßnahmen gelten ab Montag. Der Landtag in Erfurt kommt aber erst am Dienstag zu seiner Sondersitzung zusammen. Hennig-Wellsow sagte MDR AKTUELL, sie hätte die Landtagsberatung gern vorher gehabt. Ergebnisse hätte man dann noch in die Verordnung aufnehmen können. Allerdings soll es nach ihren Angaben darin einen Parlamentsvorbehalt geben, durch den der Landtag auch im Nachhinein noch mitreden könne.

08:12 Uhr | Keine neuen Schulden für November-Hilfen

Nach Angaben des Haushaltsexperten der Union im Bundestag, Eckhardt Rehberg, sind für die Überbrückungshilfen für Unternehmen während des Teil-Lockdowns im November keine neuen Schulden nötig. Im ARD-"Morgenmagazin" sagte der CDU-Politiker, die geplanten zehn Milliarden Euro seien nicht zusätzlich. Im zweiten Nachtragshaushalt seien für Überbrückungsprogramme 25 Milliarden Euro vorgesehen worden: "Davon sind noch gute 20 Milliarden vorhanden."

07:35 Uhr | Blutspenden auch im November möglich

Blutspendetermine sind auch im November möglich, auch wenn viele Bereiche des öffentlichen Lebens heruntergefahren werden. Darauf haben die großen Blutspende-Dienste hingewiesen. Demnach genügen die bisherigen Hygienekonzepte auch den neuen Anforderungen.

07:00 Uhr | DIW erwartet Pleitewelle Anfang nächsten Jahres

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung rechnet für Anfang des kommenden Jahres mit einer Pleitewelle bei Unternehmen. Präsident Marcel Fratzscher sagte MDR AKTUELL, dass viele Unternehmen den neuen Lockdown nicht mehr verkraften werden.

Wenn die bisherige Aussetzung der Antragspflicht für Insolvenzen auslaufe, werde deren Welle kommen, sagte Fratzscher. Er verteidigte die härteren Maßnahmen dennoch. Die zweite Infektionswelle müsse schnell begrenzt werden. Die Wirtschaftsauskunft Creditreform erwartet im Frühjahr 2021 mindestens 24.000 Firmen-Insolvenzen und für das gesamte laufende Jahr bis zu 18.000, also weniger als im Vorjahr.

06:45 Uhr | Seehofer plant stärkere Schleierfahndung

Bundesinnenminister Horst Seehofer will Einreisende aus Coronavirus-Risikogebieten mit verdachtsunabhängigen Kontrollen finden lassen. Das hat das Ministerium dem ARD-Hauptstadtbüro bestätigt. Im Grenzraum, an Flughäfen und Bahnhöfen sollen demnach jetzt mehr Beamte bei der sogenannten Schleierfahndung zum Einsatz kommen.

06:15 Uhr | Sachsen-Anhalt: Elternrat für einheitliche Regeln

Der Landeselternrat in Sachsen-Anhalt fordert für die Schulen im Land einheitliche und strikte Regeln. Der Vorsitzende Matthias Rose sagte MDR AKTUELL, die Schulleitungen hätten große Entscheidungsfreiheit. So bestehe für die eine Schule auf dem Hof Maskenpflicht. In einer anderen, ein paar Straßen weiter, dürfe im Klassenraum im Unterricht wieder gesungen werden. Das sei nur schwer erklärbar. Das Bildungsministerium verteidigte die unterschiedlichen Regelungen. Bei mehr als 800 Schulen mit unterschiedlichsten Gegebenheiten sei eine einheitliche Lösung nicht sinnvoll.

06:10 Uhr | Heil will vereinfachten Hartz-IV-Zugang verlängern

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will den vereinfachten Zugang zu den Hartz-IV-Leistungen weiter verlängern. Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte der SPD-Politiker, bis jetzt sei das bis Ende des Jahres befristet, was aber nicht reichen werde. Es müsse bis Ende kommenden Jahres gelten. Das richte sich besonders an Selbstständige, deren Verdienst komplett weggebrochen sei, aber auch an Menschen, die schon vor der Coronavirus-Pandemie nicht viel verdient hätten. Sie sollten laut Heil nicht ab Januar mit einer Vermögensprüfung behelligt werden oder mit der Frage, ob ihre Wohnung zu groß sei.

06:00 Uhr | Der Ticker am 30. Oktober 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Oktober 2020 | 06:00 Uhr