Coronavirus-Pandemie Ticker: WHO-Chef sieht Pandemie an kritischem Punkt

WHO-Chef Tedros sieht die Corona-Pandemie in der nördlicher Hemisphäre an einem "kritischem Punkt". Die EU-Kommission stellt 100 Millionen Euro für Antigen-Schnelltests bereit. Die Gesundheitsämter stoßen bei der Nachverfolgung von Infektionsketten zunehmend an Grenzen, trotz Unterstützung der Bundeswehr. Kliniken verhängen wieder Besuchsverbote. Die Entwicklungen im Überblick.

Unser Ticker am Freitag, 23. Oktober 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:13 Uhr | Krankenhäuser sehen sich gut gerüstet

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, bezeichnet die aktuelle Corona-Situation trotz steigender Infektionszahlen als beherrschbar.

Die Krankenhäuser sind hoch alarmiert, ohne hektisch zu sein.

Georg Baum Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft

Zurzeit gebe es mehr als 8.000 freie Intensivbetten, wobei durch Verschieben von nicht notwendigen Behandlungen weitere 10.000 Betten frei gemacht werden könnten. Außerdem müssten nicht alle Patienten, die mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kommen, intensivmedizinisch behandelt werden. Damit die Lage in den nächsten Wochen und Monaten aber nicht außer Kontrolle gerate, sei insgesamt sehr viel Vorsicht und Einsatzbereitschaft gefordert, sagte Baum.

20:14 Uhr | Dänemark verschärft die Regeln

Die dänische Regierung hat weitere Maßnahmen angekündigt, die den Anstieg der Corona-Neuinfektionen bremsen sollen.

Mette Frederiksen
Ministerpräsidentin Mette Frederiksen Bildrechte: dpa

Von Montag an dürfen sich nicht mehr als zehn Personen an einem Ort versammeln (zuvor 50). Außerdem dürfen Kioske und Supermärkte nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen forderte die Dänen auf, ihre persönlichen Kontakte auf zehn Menschen zu beschränken. Für den Zeitraum vom 29. Oktober bis zum 2. Januar 2021 wird außerdem die Mundschutzpflicht ausgeweitet. Sie gilt dann nicht nur für öffentliche Verkehrsmittel, sondern für alle Räume, die öffentlich zugänglich sind.

19:01 Uhr | Pandemie laut WHO an "kritischem Punkt"

Die WHO sieht die Corona-Pandemie in der nördlichen Hemisphäre an einem "kritischen Punkt". "Die nächsten Monate werden sehr hart und manche Länder befinden sich auf einem gefährlichen Weg", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. In zu vielen Ländern gebe es derzeit eine exponentielle Zunahme an neuen Corona-Fällen. Der Anstieg der Fallzahlen führe zur Überlastung von Krankenhäusern und Intensivstationen und man befinde sich erst im Oktober.

18:14 Uhr | Neue Coronafälle in der Schweizergarde

Schweizer Garde, 2016
Die Schweizergarde des Vatikans Bildrechte: dpa

In der päpstlichen Schweizergarde sind mittlerweile 13 von 113 Angehörigen an Covid-19 erkrankt. Das gab das Kommando der Truppe bekannt. In den vergangenen Tagen seien sämtliche Gardisten auf das Coronavirus getestet worden. Von den Infizierten wiesen nicht alle die typischen Krankheitssymptome auf, hieß es. Keiner sei in klinischer Behandlung. Die Schweizergarde ist neben Wach- und Ehrendiensten in historischen Uniformen auch für den Personenschutz des Papstes zuständig.

17:49 Uhr | Beherbergungsverbot in Schleswig-Holstein gekippt

Schleswig-Holsteins Oberverwaltungsgericht hat das Beherbergungsverbot von Touristen aus Corona-Hotspots gekippt. Das per Landesverordnung erlassene Beherbergungsverbot sei rechtswidrig und werde bis zu einer Entscheidung über den in der Hauptsache gestellten Normenkontrollantrag außer Vollzug gesetzt, teilte das OVG mit. Das Gericht in Schleswig gab damit Eilanträgen von zwei Hotelbetrieben statt.

Nach der Beherbergungsregel dürfen Touristen aus Gebieten mit hohen Corona-Zahlen im Norden nur dann in Hotels oder Ferienwohnungen übernachten, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Test vorlegen.

Jetzt hieß es, die nur für Touristen geltende Regelung verstoße gegen das Gebot der Gleichbehandlung des Grundgesetzes. Angesichts der neuesten Erkenntnisse des RKI nehme die Ausbreitung des Coronavirus gerade in privaten Haushalten und bei privaten Begegnungen zu, während Ansteckungen in Hotels eher selten seien.

17:27 Uhr | 100 Millionen Euro für Antigen-Schnelltests

Im Kampf gegen das Coronavirus stellt die EU-Kommission 100 Millionen Euro für Antigen-Schnelltests bereit. Kommissionschefin Ursula von der Leyen sagte: "Mit diesem Geld können wir jetzt zwischen 15 und 22 Millionen Schnelltests für die Europäische Union kaufen". Mit dem Geld solle der unmittelbare Bedarf gedeckt werden.

Bei Antigen-Tests werden in Abstrichproben charakteristische Viren-Proteine erkannt. Die Methode gilt zwar als weniger zuverlässig als viele der bislang üblichen PCR-Tests auf Viren-Erbgut, dafür aber oft als schneller und günstiger. Die Auswertung dauert nur wenige Minuten.

16:56 Uhr | Kekulé - Haben Sonderrolle verloren

Nach Ansicht des Virologen Alexander Kekulé hat Deutschland seine Sonderrolle in der Corona-Pandemie verloren. Kekulé sagte MDR AKTUELL, mit dem derzeitigen Anstieg der Infektionszahlen sehe man, dass es Deutschland wie allen anderen gehe. International habe man sich ja "schon gewundert, wie das so gespenstisch sein könne, dass es immer diese German Exception gebe. Deutschland sei nun ganz normal Opfer für das Virus, wie alle anderen auch.

Kekulé zog Parallelen zu Ländern wie Tschechien, die am Anfang ganz gut dagestanden hätten, jetzt aber ein Riesenproblem hätten. Das gelte auch für die neuen Bundesländer. Eine Bevölkerung, die glaube, dass es das bei ihr nicht gebe, sei besonders verletzlich. Ein oder zwei Superspreading-Ereignisse könnten hier zu hunderten Fällen führen. Der Hallesche Virologe sieht Deutschland bereits wieder bei den Infektionen in einer exponentiellen Wachstumsphase, in der man keine Möglichkeit mehr habe, die Pandemie durch Nachverfolgung einzufangen. Man solle aber nicht mit weiten Pupillen auf die Zahlen starren, sondern die Ruhe bewahren.

15:47 Uhr | Auch Dresden jetzt Risikogebiet

Der historische Schaufelraddampfer «Dresden» und die Salonschiffe der Sächsischen Dampfschifffahrt haben am Abend am Terrassenufer vor der Kunstakademie (l-r), den Brühlschen Terrassen und der Frauenkirche angelegt.
Die Kulisse von Dresden Bildrechte: dpa

Dresden hat einen kritischen Schwellenwert bei der Zahl der Neuinfektionen überschritten und gilt nun als Risikogebiet. Der Inzidenzwert lag nach Angaben der Stadtverwaltung zuletzt bei 57. Binnen eines Tages kamen 12 Neuinfektionen dazu. Die Stadt erlässt daher zum 27. Oktober eine Allgemeinverfügung, die mehr Beschränkungen vorsieht.

Zu den Auflagen gehören die Erhebung von personenbezogenen Daten beim Besuch von Veranstaltungen und in der Gastronomie, eine Sperrstunde ab 22 Uhr, eine Ausweitung der Maskenpflicht unter anderem auf Bahnhöfe, Wochenmärkte, Haltestellen und belebte Innenstadtlagen. Bei Feiern zu Hause oder in angemieteten Räumen sind höchstens zehn Personen erlaubt, bei Sport- und Großveranstaltungen maximal 100.

13:54 Uhr | Thüringer Finanzämter schließen für Besucher

Die Thüringer Finanzämter schließen ab Montag wieder für Besucher. Das Finanzministerium reagiert damit auf die steigenden Zahlen der Corona-Neuinfektionen. Die Ämter würden normal weiterarbeiten. Ministerin Heike Taubert betonte, durch den Schritt solle sowohl das Publikum als auch das Personal in den zwölf Finanzämtern geschützt werden. Steuerpflichtige könnten ihre Anliegen per Telefon, Post oder E-Mail klären.

13:43 Uhr | Polen macht alle Restaurants dicht

Polen verschärft seine Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus deutlich. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki kündigte in Warschau an, dass ab Samstag alle Restaurants schließen müssen. Zudem werden Versammlungen mit mehr als fünf Personen verboten. Schülerinnen und Schüler ab der vierten Klasse müssen von zu Hause aus lernen. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren dürfen ihr Zuhause zwischen 8 und 16 Uhr nur noch in Begleitung eines Erwachsenen verlassen.

Morawiecki rief alle Senioren über 70 Jahre auf, möglichst zu Hause zu bleiben. Zugleich betonte er, sollten die beschlossenen Verschärfungen nicht wirken, sei ein weitgehender Lockdown möglich. Es sei vorrangig, die Stabilität des Gesundheitssystems zu gewährleisten. Wegen der rasant steigenden Infektionszahlen hat die Regierung bereits veranlasst, Lazarette in Stadien und Konferenzzentren einzurichten.

13:31 Uhr | Kontakt-Nachverfolgung zunehmend schwierig

Gesundheitsämter stoßen bei der Nachverfolgung von Infektionsketten zunehmend an Grenzen. Aus Sicht des Bundesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes stellt es sich nun als Fehler heraus, dass die Gesundheitsämter über Jahre schlecht ausgestattet worden seien. Verbandsvorsitzende Ute Teichert sagte in den ARD-"Tagesthemen", wenn von einem Tag auf den anderen Hunderte neue Fälle und deren Kontakte auf ein Gesundheitsamt zukämen, könnten nicht so viele Menschen beschäftigt werden, wie dafür eigentlich gebraucht würden.

Unter anderem betrifft das die Stadt Frankfurt am Main. Der Leiter des dortigen Gesundheitsamtes, René Gottschalk, sagte im ZDF-"Morgenmagazin", es gelinge nicht mehr, jedem Fall genau nachzugehen. Täglich kämen zwischen 100 und 200 neuen Fällen hinzu. Die Bundeswehr unterstützt das Frankfurter Gesundheitsamt bereits mit 60 Soldaten bei der Nachverfolgung. Gottschalk zufolge reicht das aber nicht aus. Es würden nun gezielt die Fälle rausgesucht, bei denen besondere Dinge zu beachten sind – etwa bei Infizierten mit engem Kontakt zu Risikogruppen. In Frankfurt lag die Inzidenz am Donnerstag bei 153,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

12:59 Uhr | Tschechien: Rücktrittsaufforderung an Gesundheitsminister

Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babiš hat Gesundheitsminister Roman Prymula zum Rücktritt aufgefordert. Babiš sagte in Prag, wenn der Minister nicht selbst gehe, werde er ihn entlassen. Prymula hatte zuvor offenbar gegen seine eigenen strengen Corona-Vorschriften verstoßen. Die Zeitung "Blesk" fotografierte den Minister, wie er kurz vor Mitternacht ein Restaurant verlässt und dabei keine Maske trägt. In Tschechien gelten seit gestern erneut Ausgangssperren. Gaststätten müssen geschlossen bleiben.

12:23 Uhr | Berliner Gericht erlaubt weiteren Gastwirten längere Öffnung

In Berlin hat das Verwaltungsgericht die Sperrstunde für weitere Gastwirte aufgehoben. Wie schon vor einer Woche gab das Gericht erneut mehreren Eilanträgen gegen die vom Senat beschlossene Regelung statt. Nach den elf Gastronomen aus der Vorwoche können nun ein Dutzend weiterer Berliner Wirte ihre Betriebe auch in der Nacht wieder öffnen. Für alle anderen gilt zunächst weiter die Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr. Es wird aber erwartet, dass das Oberverwaltungsgericht eine Grundsatzentscheidung trifft.

12:07 Uhr | Kliniken verhängen wieder Besuchsverbote

In Sachsen-Anhalt haben erste Krankenhäuser wieder Besuchsverbote verhängt. Heute untersagte die Universitätsmedizin Magdeburg Patientenbesuche. Ausnahmen gebe es bei Kindern und Schwerstkranken. Schwangere dürften zur Entbindung eine Bezugsperson mitbringen.

Zuvor hatte das Harzklinikum angekündigt, Besuche an den Standorten Quedlinburg und Wernigerode ab heute zu verbieten. Auch dort soll es Ausnahmen geben, besonders in den Geburtsstationen und der Kinderklinik. In Thüringen hat das Klinikum Altenburger Land wieder ein Besuchsverbot erlassen, mit ähnlichen Ausnahmen wie in Sachsen-Anhalt.

Mit Verboten sollen Patienten und Mitarbeiter so gut es geht vor dem Coronavirus geschützt werden.

11:50 Uhr | Verzögerung bei Antigentests in Thüringer Altenheimen

Die neue Teststrategie für Altenheime funktioniert in Thüringen noch nicht. Das haben Recherchen von MDR THÜRINGEN ergeben. Demnach verfügen aktuell weder die rund 50 Heime der Arbeiterwohlfahrt noch die 32 Pflegeheime des Deutschen Roten Kreuzes über sogenannte Antigentests. Auch Schulungen in der Anwendung der Schnelltests haben demnach noch nicht stattgefunden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte vor gut einer Woche eine neue Testverordnung erlassen. Sie sieht vor, Krankenhäuser und Pflegeheime mit Antigentests auszustatten. Die Heime sollen jeweils ein Testkonzept mit ihrem Gesundheitsamt abstimmen. Dem Thüringer Gesundheitsministerium zufolge ist aber noch unklar, wie das laufen soll.

Antigentests bringen deutlich schnellere Ergebnisse als PCR-Tests, bei letzteren sind dagegen die Ergebnisse zuverlässiger. In der Nationalen Teststrategie werden Antigentests insbesondere dort empfohlen, wo zur frühzeitigen Erkennung möglicher Ausbrüche regelmäßig getestet werden soll, etwa in Kliniken und Pflegeeinrichtungen.

11:12 Uhr | Auch Spahns Ehemann positiv getestet

Nach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist auch dessen Ehemann, der Journalist Daniel Funke, positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Funke hatte sich demnach bereits am Mittwoch nach Spahns positivem Testergebnis mit diesem zusammen in häusliche Isolation begeben. Spahn zeige weiterhin Erkältungssymptome, hieß es. Sein Ehemann sei aktuell symptomfrei.

Spahn ist das erste Mitglied der Bundesregierung, das positiv auf Corona getestet wurde. In Quarantäne wegen eines Risikokontaktes waren dagegen schon mehrere Kabinettsmitglieder, darunter Kanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Peter Altmaier.

10:45 Uhr | Wieder mehr als 1.000 Intensivbetten belegt

In Deutschland werden erstmals seit Frühjahr wieder mehr als 1.000 Patientinnen und Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung intensivmedizinisch behandelt. Nach Daten des DIVI-Intensivregisters waren es am Donnerstag bundesweit 1.030 Personen, 459 von ihnen wurden invasiv beatmet.

Neben den Infektionszahlen steigen auch die Zahlen der schwer und schwerst Erkrankten seit Wochen wieder deutlich. So waren am 15. Oktober noch 655 Covid-19-Erkrankte in intensivmedizinischer Behandlung, Anfang Oktober waren es noch unter 400. Eine invasive Beatmung benötigen relativ konstant etwa 50 Prozent der Intensivpatienten.

Die bisher höchste Belegung von Intensivbetten mit Covid-19-Erkrankten gab es am 18. April mit 2.922. Damals mussten mit 2.180 sogar 75 Prozent der Behandelten invasiv beatmet werden, der Altersschnitt war jedoch auch höher als heute. Da sich aktuell aber zunehmend wieder ältere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken, erwarten Fachleute einen weiteren deutlichen Anstieg bei der Belegung von Intensivbetten.

10:21 Uhr | Mehrere Infizierte in Klinik nach Laborpanne

Durch eine Laborpanne am Sächsischen Krankenhaus in Rodewisch sind offenbar zehn Patienten und sieben Beschäftigte mit Sars-CoV-2 infiziert worden. Wie eine Krankenhaus-Sprecherin mitteilte, wurde ein Patient nach einem als negativ übermittelten Testergebnis vorzeitig aus einem Isolierzimmer entlassen. Das zuständige Labor habe das Ergebnis wenige Stunden später revidiert. Der betreffende Patient sei daraufhin umgehend verlegt und die gesamte Station unter Quarantäne gestellt worden.

10:03 Uhr | Slowakei und Slowenien verschärfen Corona-Maßnahmen

Wegen steigender Infektionszahlen haben die Slowakei und Slowenien ihre Corona-Regeln drastisch verschärft. In der Slowakei treten morgen landesweite Ausgangssperren in Kraft. Menschen dürfen ihre Wohnungen nur noch verlassen, um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen. Auch Spaziergänge in der Natur sind erlaubt.

In Slowenien müssen ab morgen alle Hotels, Kindergärten, Studentenheime, Friseurläden und Schönheitssalons schließen. Auch ein Großteil der Geschäfte darf nicht mehr öffnen. Ausgenommen sind Lebensmittelläden, Tierfutterhandlungen und Baumärkte. Restaurants dürfen nur noch Speisen zur Auslieferung oder Abholung anbieten.

09:37 Uhr | Streit um Personal für Thüringer Gesundheitsämter

Der Landkreistag in Thüringen wirft der Landesregierung vor, die Einstellung von neuem Personal in Gesundheitsämtern zu behindern. Präsidentin Martina Schweinsburg verwies bei MDR AKTUELL auf einen Beschluss von Bund und Ländern, in den Gesundheitsämtern 1.500 neue Stellen zu schaffen.

Die Landrätin des Landkreises Greiz sagte, sie brauche eine rechtliche Grundlage, bevor sie neue Stellen ausschreibe. Je später man anfange, desto schwieriger werde es, Fachpersonal zu bekommen.

Das Gesundheitsministerium in Erfurt erklärte dagegen, in den Gesundheitsämtern seien mehr als 40 vorhandene Stellen unbesetzt. Zunächst könne diese Lücke geschlossen werden.

09:12 Uhr | Fast 2.000 Soldaten im Corona-Einsatz

Die Bundeswehr ist derzeit mit fast 2.000 Soldaten im Corona-Einsatz. Das sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der "Rheinischen Post". Mehr als drei Viertel von ihnen würden in den Gesundheitsämtern bei der Nachverfolgung von Kontakten aushelfen. Dem Sprecher zufolge wird die Unterstützung der Bundeswehr weiter zunehmen. Derzeit liegen mehr als 1.000 Anfragen vor.

08:43 Uhr | Sachsen-Anhalt plant doch Bußgeld für Maskenverweigerer

In Sachsen-Anhalt sollen künftig wohl doch Bußgelder gegen Maskenverweigerer verhängt werden können. Nach einem Bericht der "Magdeburger Volksstimme" sollen am kommendem Mittwoch die Landkreise und kreisfreien Städte je nach Lage selbst entscheiden dürfen, ob sie Geldstrafen verhängen. Die Landesregierung plane dazu am Dienstag in ihrer Kabinettssitzung einen entsprechenden Beschluss.

Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte der Zeitung, man wolle einen Instrumentenkoffer vorhalten und zugleich die großen Unterschiede im Land berücksichtigen. Geklärt werde noch, ob die Verschärfung bereits ab 30 oder ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche greife. Bislang ist Sachsen-Anhalt das einzige Bundesland, das keine Bußgelder für Maskenverweigerer erhebt.

08:06 Uhr | Vier Senioren aus Freitaler Pflegeheimen gestorben

In Freital sind vier an Covid-19 erkrankte Bewohner von Pflegeheimen gestorben. Das teilte der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit. Demnach handelt es sich um eine Frau und drei Männer im Alter zwischen 77 und 80 Jahren. Sie seien zuvor zur stationären Behandlung in eine Klinik gebracht worden.

Mit 85,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen hat der Landkreis eine der höchsten Inzidenzen in Sachsen. Wegen der angespannten Lage unterstützt die Bundeswehr seit Tagen die Beschäftigten in den Pflegeeinrichtungen. Inzwischen haben fast alle Landkreise und kreisfreien Städte im Freistaat die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche überschritten. Allein Leipzig ist mit einer Inzidenz von 22,8 noch vergleichsweise weit davon entfernt.

07:50 Uhr | Mehr als 12.000 Neuinfektionen am Donnerstag

Der Anstieg der täglichen Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 nimmt weiter an Fahrt auf. Am Donnerstag wurden deutschlandweit 12.519 neue Fälle registriert. Das geht aus Zahlen des Projekts "Risklayer" am Karlsruher Institut für Technologie hervor. Erst am Mittwoch war die Marke von 10.000 täglichen Neuinfektionen erstmals überschritten worden.

Der Sieben-Tage-Schnitt stieg am Donnerstag weiter auf 7.872 Neuinfektionen pro Tag. Das ist mehr als das Dreifache seit Beginn des Monats: am 1. Oktober lag der Wert noch bei 2.020 täglichen Neuinfektionen im Sieben-Tage-Schnitt.

In Sachsen wurden am Donnerstag insgesamt 599 neue Fälle gemeldet, in Sachsen-Anhalt 121 und in Thüringen 161.

07:12 Uhr | Polizei gegen Meldeportale für Corona-Verstöße

Die Gewerkschaft der Polizei lehnt Meldeportale für Verstöße gegen Corona-Schutzregeln ab. Ein solches Portal hat die Stadt Essen eingerichtet. Der sächsische Landesvorsitzende Hagen Husgen sagte MDR AKTUELL, generell seien Polizisten auf die Mithilfe der Bürger angewiesen. Er habe aber Zweifel, ob es Meldeportale brauche. Corona-Verstöße könnten gemeldet werden wie andere Ordnungswidrigkeiten auch - mit Name, Zeit und Ortsangabe, aber nicht anonym.

Der Thüringer Gewerkschaftschef Kai Christ sagte, er sei kein Fan von Meldeportalen. Man brauche keine Wild-West-Manieren und selbsternannte Sheriffs.

06:56 Uhr | Diskussion um juristische und medizinische Aspekte von Maskenpflicht

Der Leipziger Jura-Professor Jochen Rozek hat Zweifel, ob die Ausweitung der Maskenpflicht auf Orte unter freiem Himmel verhältnismäßig ist. Der Verwaltungsrechtler sagte MDR AKTUELL, ob eine solche Verordnung vor Gericht standhalte, bleibe abzuwarten. Von zentraler Bedeutung sei die Frage, ob der medizinische Nutzen den Eingriff in die Grundrechte rechtfertige. Aus Sicht der Leipziger Virologin und Epidemiologin Corinna Pietsch ist eine Maskenpflicht aber in jedem Fall sinnvoll. Die Masken schützten vor Aerosolen sowie vor größeren Tröpfchen.

In Sachsen muss ab Samstag in Regionen, in denen der Sieben-Tage-Schnitt bei den Neuinfektionen über 35 liegt, auch im Freien ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, wenn der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden kann. In Halle gilt bereits eine Maskenpflicht in der gesamten Innenstadt.

Bundesweit gab es bereits Dutzende Klagen gegen die Maskenpflicht etwa in Geschäften, Schulen und dem öffentlichen Personennahverkehr. In den meisten Fällen entschieden die Gerichte, dass die Maskenpflicht rechtskonform sei. Dabei verwiesen Richter auch auf wissenschaftliche Erkenntnisse zum Nutzen der Mund-Nase-Bedeckung und argumentierten mit dem Wohl der Allgemeinheit.

06:34 Uhr | Montgomery: Bei 20.000 Neuinfektionen täglich droht Kontrollverlust

Der Vorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, hält einen zweiten Lockdown in Deutschland für unausweichlich, sollten die Infektionszahlen weiter steigen. Montgomery sagte der "Rheinischen Post", bei 20.000 Neuinfektionen am Tag gerate die Lage außer Kontrolle. Den Gesundheitsämtern sei es dann nicht mehr möglich, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Nur durch einen Lockdown ließe sich das Virus dann noch bremsen.

06:27 Uhr | Vorbereitungen für Impfungen

Die Bundesregierung hat offenbar konkrete Vorbereitungen getroffen, um noch in diesem Jahr mit Impfungen gegen das Coronavirus zu beginnen. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, hat das Gesundheitsministerium die Landesregierungen aufgefordert, bis Mitte November Adressen von Impfzentren zu nennen. Bundesweit seien 60 Zentren geplant. Gesundheitsminister Jens Spahn – aktuell selbst mit Corona infiziert – hält es dem Bericht zufolge für möglich, dass bis Ende des Jahres ein Impfstoff in Deutschland zugelassen werde. In einer Videokonferenz soll er gesagt haben, die Mainzer Firma Biontech stehe kurz vor einer Zulassung.

06:00 Uhr | Der Ticker am 23. Oktober 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Oktober 2020 | 06:00 Uhr