Coronavirus-Pandemie Ticker: Kassenärzte für weitere Lockerungen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung plädiert für eine weitere Lockerung der Corona-Regeln in Deutschland. Es gebe derzeit keine Hotspots und ausreichend Intensivbetten. Außerdem wird Deutschland Berechnungen der EU-Kommission zufolge besonders stark von EU-Corona-Hilfen profitieren. Im Raum stehen mehr als 20 Milliarden Euro.

Andreas Gassen, 2018
Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, glaubt, man könne den "Panikmodus" ausschalten. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Freitag, 11. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:10 Uhr | Garmisch-Partenkirchen erhöht Sicherheitsmaßnahmen

Weil die Zahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Garmisch-Partenkirchen eine kritische Marke überstiegen hat, sind die Sicherheitsmaßnahmen für die Gemeinde für sieben Tage erhöht worden. Wie das Landratsamt am Freitag weiter mitteilte, werden Menschen, die am Dienstagabend bestimmte Bars besucht haben, aufgerufen, sich zu melden und testen zu lassen. An jenem Abend hätten bisherigen Erkenntnissen zufolge hochinfizierte Personen die Lokale besucht, aber nicht alle Kontaktpersonen ließen sich nachvollziehen.

19:55 Uhr | Maskenpflicht in Sachsen-Anhalt bleibt

In Sachsen-Anhalt bleibt die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Einkaufsmärkten bestehen. Einen Antrag der AfD, die Pflicht in ein freiwilliges Tragen umzuwandeln, hat der Landtag abgelehnt. Der Sprecher der AfD-Fraktion, Ulrich Siegmund, sagte, es gebe keine Studien, die zeigten, dass ein Tragen von Masken vor dem Coronavirus schütze. Sozialministerin Petra Grimm-Benne entgegnete, dass neue wissenschaftlichen Studien der Leopoldina belegten, dass durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ein geringeres Ansteckungsrisiko bestehe.

19:40 Uhr | Spanien meldet Rekordwert

In Spanien ist die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen am Freitag auf den Rekordwert von 12.183 geklettert – so viele wie noch nie binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie, schrieb die Zeitung "El País". Das Gesundheitsministerium in Madrid teilte mit, es handele sich um 4.708 positive Testergebnisse der vergangenen 24 Stunden sowie nachgemeldete Fälle.

19:10 Uhr | Bundespolizei ermahnt täglich mehrere Tausend Bahnreisende ohne Maske

Beamte der Bundespolizei ermahnen pro Tag bundesweit zwischen 3.000 und 4.000 Reisende zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes. Wie der Bundespolizei-Präsident Dieter Romann am Freitag sagte, stoßen die Beamten in den meisten Fällen bei den Reisenden auf Verständnis. Die Deutsche Bahn kann Maskenverweigerer zum Verlassen ihrer Züge auffordern. Um ihr Hausrecht durchzusetzen, kann die Bundespolizei hinzugezogen werden.

18:15 Uhr | Litauen und Estland lockern Einreise-Beschränkungen

Litauen wird die coronabedingten Beschränkungen bei der Einreise lockern. Die Quarantänepflicht soll von Montag an nur noch für Einreisende aus Ländern mit einer Infektionsrate von mehr als 25 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen zwei Wochen gelten. Damit können auch Reisende aus Deutschland wieder nach Litauen reisen, ohne sich in Quarantäne begeben zu müssen. Bislang lag die Grenze bei 16 Fällen.

Auch Estland erhöht zum Montag für die Nachbarländer Finnland, Lettland und Litauen die Grenze von 16 auf 25 Fälle pro 100.000 Einwohner. Wer aus anderen Ländern mit einer Rate von mehr als 16 Fällen in den Baltenstaat einreist, muss sich weiter in 14-tägige Quarantäne begeben oder einen Corona-Test durchführen lassen.

16:05 Uhr | Uniklinik Magdeburg sucht genesene Corona-Patienten

Das Universitätsklinikum Magdeburg sucht genesene Corona-Patienten für eine Plasmaspende. Es gebe nur wenige Medikamente, die wirksam seien, sagte der Ärztliche Direktor der Uniklinik, Hans-Jochen Heinze, am Freitag. Er hoffe daher, Patientinnen und Patienten mit dem Blutplasma Genesener behandeln zu können. Es enthält die Abwehrstoffe, die im Verlauf der Coronavirus-Infektion gebildet werden.

15:55 Uhr | Schüler scheitern mit Klage gegen Maskenpflicht

Zwei Schüler aus Eisenach sind mit einem Eilantrag gegen die Maskenpflicht in den Fluren ihrer Schule vor dem Verwaltungsgericht in Meiningen gescheitert. Die Gymnasiasten wollten erreichen, dass sie sich nicht an die im Hygieneplan ihrer Schule vorgeschriebene Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung halten müssen.

15:05 Uhr | Deutschland soll 22,7 Milliarden aus EU-Fonds erhalten

Deutschland soll aus dem EU-Fonds gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise 22,7 Milliarden Euro erhalten. Das geht aus neuen Berechnungen der EU-Kommission vom Freitag hervor. Es handelt sich um Gelder, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Die höchsten Zuschüsse erhalten demnach die besonders hart von der Pandemie getroffenen Länder Italien (65,5 Milliarden Euro) und Spanien (59,2 Milliarden Euro).

14:50 Uhr | EU unterstützt Blutplasma-Forschung

Die EU will die Forschung zu Blutplasmatransfusionen zur Behandlung von Covid-19 vorantreiben. Wie die Kommission am Freitag mitteilte, wurden dafür vier Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Bei der Behandlung wird Blutplasma genesener Covid-19-Patienten an Erkrankte gegeben. Durch die Abwehrstoffe im Plasma, die im Verlauf der Erkrankung gebildet wurden, sollen akut Kranke schneller wieder gesund werden, beziehungsweise ihre Symptome abgemildert werden. In klinischen Studien wollen Forscher nun herausfinden, wie wirksam und sicher die Methode ist.

14:08 Uhr | Ausbildungsmarkt schrumpft durch Pandemie

Durch die Corona-Krise hat sich die Lage am Ausbildungsmarkt weiter verschlechtert. Bildungsministerin Anja Karliczek sagte im Bundestag, es gebe acht Prozent weniger Ausbildungsplätze, andererseits auch acht Prozent weniger Bewerberinnen und Bewerber. Das bedeute, es gebe in Zukunft auch weniger Fachkräfte.

12:45 Uhr | Zahl der Neuinfektionen so hoch wie seit April nicht mehr

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen ist am Donnerstag auf 1.760 gestiegen und damit so hoch wie seit Ende April nicht mehr. Auch in Mitteldeutschland hat die Zahl der Neuinfektionen um mehr als 150 Prozent im Vergleich zum Montag zugelegt – von 26 auf insgesamt 69 Fälle, die am Donnerstag durch die Kreise und Städte gemeldet wurden.

12:13 Uhr | Klagen gegen Auflagen bei Corona-Demo in München

Die Veranstalter einer für Samstag in München geplanten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen klagen gegen die von der Stadt verhängten Auflagen. Am Verwaltungsgericht München ging ein Eilantrag gegen das Verbot ein, mit einem Demonstrationszug durch die Stadt zu ziehen. Zudem sei ein weiterer Antrag angekündigt, der sich gegen die Beschränkung auf 1.000 Teilnehmer richtet, sagte ein Sprecher des Gerichts. Eine Entscheidung soll es noch im Laufe des Tages geben.

Die Vereinigung "Querdenken 089" hatte ursprünglich für Samstag eine Demonstration mit 5.000 Teilnehmern auf dem Münchner Odeonsplatz angemeldet unter dem Motto "Frieden, Freiheit und Gesundheit".

11:42 Uhr | Armut wächst durch Corona-Krise dramatisch

Im Zuge der Corona-Pandemie droht laut einem UN-Bericht ein historischer Anstieg der weltweiten Armut. In einem Bericht heißt es, die Pandemie habe den schwersten Wirtschaftseinbruch seit 1929 verursacht. 176 Millionen Menschen drohe dadurch der Fall in die Verarmung. Die schlimmsten Auswirkungen stünden noch bevor.

Die weltweiten Hilfsprogramme kämen bei vielen Menschen nicht an. Als besonders gefährdet sieht der UN-Bericht informell und prekär Beschäftigte. Dies seien insgesamt zwei Milliarden Menschen oder 61 Prozent der arbeitenden Bevölkerung weltweit. Auch Migranten seien durch die Pandemie wirtschaftlich bedroht.

09:30 Uhr | Fehler in iOS kann Risikobewertung der Corona-App verfälschen

Auf iPhone-Modellen mit der neusten Betriebssystem-Version iOS 13.7 kann die Corona-Warn-App unter Umständen ein höheres Risiko anzeigen, als eigentlich besteht. Darauf haben die Entwickler in einem Blogeintrag hingewiesen. Darin heißt es, dass es mit der neuen iOS-Version bei einer geringen Anzahl von Nutzern zu "irreführenden Risikoberechnungen" kommen kann.

08:45 Uhr | Rechte von Heimbewohnern weiter eingeschränkt

Die Leiterin der Rechtsberatung des Biva-Pflegeschutzbundes, Ulrike Kempchen, beklagt, dass die Rechte von Heimbewohnern trotz Lockerungen in der Corona-Krise weiter eingeschränkt seien. Beschwerden von Angehörigen zeigten, dass Besuche häufig nur begrenzt möglich seien und auch der Ausgang für Heimbewohner problematisch bleibe, sagte sie dem Evangelischen Pressedienst.

Je nach Bundesland gebe es Einschränkungen - wie etwa auf einen Besuch pro Woche, zeitliche Beschränkungen von Besuchen oder dass keine Besuche am Wochenende stattfinden könnten, weil nicht genug Personal da sei, um die Erfüllung der Corona-Auflagen zu garantieren. In den meisten Bundesländern seien die Kontakte zwischen Heimbewohnern und Außenwelt in den Infektionsschutzverordnungen nicht detailliert geregelt. Dadurch werde den Einrichtungen die Verantwortung übertragen.

7:52 Uhr | Vertrauen der Deutschen in Impfstoffe gewachsen

Das Vertrauen der Deutschen in Impfstoffe ist einer Studie zufolge gewachsen. Wie aus den Daten der britischen Wissenschaftler hervorgeht, hielten im vergangenen Jahr 69 Prozent der Deutschen Impfungen für wichtig, drei Prozent mehr, als noch vor fünf Jahren. Etwas mehr als die Hälfte habe angegeben, Impfungen für sicher zu halten. Vor fünf Jahren seien nur knapp 43 Prozent dieser Meinung gewesen.

Allerdings ist das Vertrauen in Impfungen in ganz Europa geringer als in anderen Teilen der Welt. Beeinflusst werde das Vertrauen etwa von der politischen Stabilität eines Landes und von Falschinformationen im Internet, erklärten die Wissenschaftler.

7:35 Uhr | Kassenärzte für weitere Lockerungen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) plädiert für eine weitere Lockerung der Corona-Regeln in Deutschland. KBV-Vorsitzender Andreas Gassen sagte dem Wirtschaftsmagazin "Business Insider", man könne den "Panikmodus" ausschalten. Bei genauerem Blick auf das Infektionsgeschehen gebe es derzeit keine explosionsartigen Corona-Hotspots. Auch gebe es auf den Intensivstationen erhebliche freie Kapazitäten. Die Zahl der Intensivpatienten und Sterbefälle sei weiterhin auf niedrigem Niveau. 

Seit September sind in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen weitere Lockerungen in Kraft getreten.

7:22 Uhr | Jugendarbeit drohen wegen Corona Kürzungen

In Sachsen befürchten Träger der Kinder- und Jugendarbeit eine massive Kürzungswelle. Grund dafür sind die erwarteten Steuereinbußen der Kommunen durch die Coronakrise. Allein in Dresden könnten nach den bisherigen Finanzplänen 40 Stellen wegfallen, hieß es aus dem zuständigen Stadtratsausschuss. 20 Jugendhäuser müssten dann geschlossen werden, sagte der Linken-Politiker Tilo Kießling dem MDR.

Mit Einschnitten rechnet auch die Sächsische Landjugend. Die Geschäftskoordinatorin Wiesner sagte, Jugendarbeit stehe natürlich nicht an erster Stelle. Der Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit befürchtet ähnliche Einschnitte wie nach der letzten Finanzkrise. Bildungsreferent Georg Grohmann sagte dem MDR, eine Kürzungswelle wäre fatal. Denn dann würden auch wieder die Hilfen zur Erziehung steigen

7:12 Uhr | Reiseunternehmen behält Geld für stornierte Reisen

Ein Reiseunternehmen mit Sitz in Leipzig lehnt es vielfach ab, Geld für stornierte Reisen in Corona-Risikogebiete an Kunden zurückzuzahlen. "LMX Touristik" argumentiert zwar, es handle sich um Einzelfälle, ein Blick ins Internet offenbart aber, dass das Vorgehen möglicherweise System hat.

6:10 Uhr | Deutschland profitiert von EU-Konjunkturhilfen

Deutschland wird nach einer Prognose der EU-Kommission ein Gewinner des neuen Verteilungssystems für die Milliardenbeträge aus dem europäischen Corona-Konjunkturprogramm sein. Zahlen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, zeigen, dass die Bundesrepublik 7,27 Prozent der Zuschüsse aus der sogenannten "Aufbau- und Resilienzfazilität" bekommen könnte. Dies entspricht rund 22,7 Milliarden der insgesamt 312,5 Milliarden Euro. Im ursprünglich geplanten Verteilschlüssel hätte Deutschland gut eine Milliarde Euro weniger bekommen.

Logo der Hörfunkwelle MDR AKTUELL 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Darüber beraten ab heute die EU-Finanzminister in Berlin

MDR AKTUELL Fr 11.09.2020 05:09Uhr 03:07 min

https://www.mdr.de/nachrichten/audio/audio-1523514.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

6:00 Uhr | Der Ticker vom Freitag

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. September 2020 | 06:00 Uhr