Coronavirus-Ticker 1. Mai: Friseure erwarten Ansturm

Friseur-Salons dürfen ab Montag wieder öffnen. Einige erwarten einen regelrechten Kundenansturm. Etwa ein Viertel aller Arztpraxen in Deutschland bieten inzwischen eine Sprechstunde per Videochat an. Enorm gestiegen ist seit Beginn der Pandemie auch der Krankenstand. Mehr im Ticker.

Die Coiffeuse eines Salons schneidet einem Kunden die Haare. Beide tragen einen Mundschutz
Ab Montag dürfen Friseure wieder öffnen: Kunden und Friseur müssen aber Mundschutz tragen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Freitag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie im Ticker am Samstag.

22:40 Uhr | USA erlauben Einsatz von Corona-Wirkstoff Remdesivir

Das antivirale Mittel Remdesivir hat in den USA eine Sonderzulassung für die Behandlung von Coronavirus-Patienten in Krankenhäusern erhalten. Wie Präsident Donald Trump sagte, stellte die Arzneimittelbehörde FDA eine Genehmigung für den Einsatz des Wirkstoffs gegen die Lungenkrankheit Covid-19 aus. Zuvor hatte eine klinische Studie laut vorläufigen Ergebnissen gezeigt, dass Remdesivir die Genesungsdauer von Corona-Patienten verkürzt.

21:55 Uhr | Spanier dürfen wieder Häuser verlassen

In Spanien dürfen alle Menschen erstmals nach sieben Wochen wieder ihre Häuser verlassen. Ab Samstag sind Sport im Freien und Spaziergänge von Mitgliedern eines Haushaltes wieder erlaubt. Die Lockerung ist Teil eines langfristigen Plans, nach Wochen des Stillstandes wieder etwas Alltag zuzulassen. Spanien ist eines der am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder. Deshalb galt in dem Königreich seit dem 14. März die europaweit schärfste Ausgangssperre.

20:22 Uhr | Hunderte Demonstranten trotz Verbot in Berlin-Kreuzberg

18:36 Uhr | US-Airlines führen Maskenpflicht ein

Mehrere US-Airlines führen eine Maskenpflicht für ihre Passagiere ein. United Airlines, Delta Air Lines und American Airlines gehören zu den großen Konzernen, die die Bedeckung von Mund und Nase von Mai an vorschreiben. Mehrere Linien kündigen an, Masken für Passagiere, die keine haben, bereit zu halten.

18:13 Uhr | USA: Bewaffnete dringen in Parlament von Michigan ein

Bei Protesten gegen Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie sind im US-Bundesstaat Michigan bewaffnete Demonstranten in das Parlament in der Hauptstadt Lansing eingedrungen. US-Medienberichten zufolge versammelten sich hunderte Menschen im Eingangsbereich des Gebäudes, das auch Amtssitz der demokratischen Gouverneurin Gretchen Whitmer ist.

Demonstranten protestieren während der "American Patriot Rally on Capitol Lawn" im Kapitol
Bewaffnete Demonstranten protestieren im Kapitol von Lansing. Bildrechte: dpa

Die Demonstranten forderten ein Ende des Notstandes in Michigan. Der Bundesstaat hatte im Kampf gegen Corona weitreichende Ausgangsbeschränkungen verhängt. Gegen den Widerstand der republikanischen Mehrheit hatte Gouverneurin Whitmer am Donnerstag den Notstand bis Ende Mai verlängert. US-Präsident Donald Trump sprach den Demonstranten seine Unterstützung aus und forderte Whitmer auf, eine Einigung mit den Leuten zu suchen.

17:24 Uhr | Ansteckungsrate laut RKI weiter unter eins

Die Ansteckungsrate in Deutschland ist laut Robert-Koch-Institut (RKI) weiter unter eins. Das Institut beziffert sie mit 0,79. Ein Infizierter steckt so im Schnitt weniger als einen weiteren Menschen an. In ähnlicher Größenordnung lag die Rate auch in den vergangenen beiden Tagen. Ein Wert unter eins bedeutet, dass die Zahl der Neuinfektionen zurückgeht.

17:20 Uhr | Corona-Ausgangsbeschränkungen in Österreich ausgelaufen

In Österreich sind nach anderthalb Monaten "Shutdown" die wegen der Corona-Pandemie verhängten Ausgangsbeschränkungen ausgelaufen. Seit heute dürfen die Österreicher wieder ohne besonderen Grund auf die Straße. Ab Samstag dürfen alle Geschäfte über 400 Quadratmeter Verkaufsfläche sowie Friseure wieder aufmachen. Ab Montag sollen wieder die Schulen öffnen. Ab Mitte Mai sollen Museen und Ausstellungshäuser schrittweise öffnen. Gastronomische Einrichtungen dürfen ab dem 15. Mai, Hotels und Pensionen ab dem 29. Mai wieder öffnen. In der Öffentlichkeit gilt weiter ein Mindestabstand von einem Meter. Für alle öffentlichen geschlossenen Räume sowie beim Einkaufen gilt weiter eine Maskenpflicht. Zu öffentlichen Veranstaltungen sind vorerst maximal zehn Menschen zugelassen. Für Demonstrationen soll es Ausnahmeregeln geben.

16:56 Uhr | Corona-Flugstreichungen gefährden Unicef-Impfprogramme

Die Corona-Pandemie gefährdet lebenswichtige Routine-Impfungen von Kindern in der Dritten Welt. Wie das Kinderhilfswerk Unicef mitteilte, sind wegen der derzeitigen Flugstreichungen die Impfstoff-Lieferungen weltweit um bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Am schwersten betroffen sind 26 Länder in Afrika und Asien. Laut einer Unicef-Sprecherin gehen die Notreserven in diesen Ländern in drei Monaten zur Neige. Die Gefahr, dass danach verheerende Epidemien wie Masern ausbrechen, sei groß. Fünf der betroffenen Länder hatten bereits im vergangenen Jahr mit Masern-Epidemien zu kämpfen gehabt.

16:37 Uhr | Demonstration gegen Corona-Verordnungen in Berlin

Ein Demonstrant wird von Polizisten mit Mundschutz am Rande einer Demonstration am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin abgeführt
Berliner Polizisten tragen einen Demonstranten vom Rosa-Luxemburg-Platz. Bildrechte: dpa

In Berlin haben zum 1. Mai erneut zahlreiche Menschen gegen die Corona-Eindämmungsverordnungen protestiert. Dutzende Gegner der Maßnahmen kamen auf dem Rosa-Luxemburg-Platz im Stadtteil Mitte zusammen. Die Versammlung war nicht genehmigt. Der Platz vor der Volksbühne war von der Polizei mit Gittern abgesperrt worden. Die Demonstranten wurden über Lautsprecher zum Gehen aufgefordert und vereinzelt hinter die Absperrungen geführt.

16:00 Uhr | Bundesregierung plant Direkteinstieg bei Lufthansa

Die Bundesregierung plant angeblich einen Direkteinstieg bei der angeschlagenen Lufthansa. Laut dem Magazin "Spiegel" geht es um Hilfen im Gesamtvolumen von rund zehn Milliarden Euro. Etwa die Hälfte davon solle als stille Beteiligung des Bundes an die Lufthansa fließen. Im Gegenzug verlangt die Bundesregierung dafür demnach eine Garantiedividende von neun Prozent. Außerdem wolle der Staat mit 25,1 Prozent direkt bei der Lufthansa einsteigen, was knapp eine Milliarde kosten dürfte. Weitere 3,5 Milliarden Euro solle die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau beisteuern. Hierfür wolle die Regierung eine Bürgschaft übernehmen. Die Lufthansa ist wegen der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten.

15:06 Uhr | Händel-Haus in Halle öffnet am 7. Mai

Das Händel-Haus in Halle soll am 7. Mai wieder für Besucher öffnen. Das kündigte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) an. Die Hygiene- und Abstandsregeln müssten eingehalten werden. Desinfektionsmittel würden bereitgestellt, es bestehe im gesamten Museum Maskenpflicht. Zudem sollten mit einem angepassten Besucherleitsystem sowie Höchstgrenzen je Ausstellungsraum Personenansammlungen vermieden werden. Ein solches Vorgehen und ein solches Verhalten seien beispielgebend für andere Eröffnungen von Museen und Ähnlichem in der Stadt, sagte der Oberbürgermeister.

14:00 Uhr | Ansturm bei Friseuren erwartet

Die Friseure in Deutschland stellen sich für die Wiederöffnung ihrer Salons kommende Woche auf einen Ansturm ein. Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Jörg Müller, sagte, es gebe eine "überwältigende Nachfrage". Einige Salons seien bereits für drei Wochen ausgebucht. Müller zufolge wird die hohe Nachfrage ab der kommenden Woche die Umsatzeinbußen im Gesamtjahr aber nicht ausgleichen können: "Sie können nicht doppelt so viele Haare schneiden oder färben." Seit der bundesweiten Schließung der Friseure am 23. März habe die Branche deutschlandweit Umsatzverluste in Höhe von fast einer halben Milliarde Euro verbucht. Zudem sei nahezu jeder Betrieb von Kurzarbeit betroffen. Voraussetzung für die Öffnung der Friseurbetriebe sind umfangreiche Corona-Schutzmaßnahmen, u.a. Mund-Nasen-Schutz für Beschäftigte und Kunden.

13:00 Uhr | Rockband veröffentlicht Single für Corona-Helfer

Die britische Rockband Queen hat ihren Songklassiker "We Are The Champions" für einen guten Zweck mit leicht verändertem Text aufgenommen. Die Einnahmen der Single sollen der Covid-19-Stiftung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugute kommen. Den Song produzierten Gitarrist Brian May, Schlagzeuger Roger Taylor und US-Sänger Adam Lambert jeder für sich in der Isolation zuhause. Dazu veröffentlichte die Band ein Musikvideo, das Aufnahmen aus Krankenhäusern und leeren Innenstädten zeigt.

12:30 Uhr | Pflegeanbieter warnen vor Lockerung

Private Pflegeanbieter warnen davor, die strengen Besuchsregelungen in Altenheimen zu lockern. Der Arbeitgeberverband Pflege erklärte, die meist betagten und vielfach vorerkrankten Bewohner gehörten zur Hochrisikogruppe. Altenpflegenheime dürften nicht zum Spiel auf Leben und Tod werden. Nach Angaben von Vize-Verbandschef Friedhelm Fiedler ist der Verlauf der Pandemie nicht so positiv, dass Schutz und Sicherheit gelockert oder beiseite geschoben werden dürfen. Dies wäre verantwortungslos. Solche Pläne gibt es unter anderem in Bayern, Hessen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

12:20 Uhr | Sachsen erlässt weiterhin Kita-Gebühr

Eltern, die ihre Kinder nicht in den Kindergarten geben können, müssen in Sachsen in der Corona-Krise weiter keine Elternbeiträge zahlen. Darauf habe sich der Freistaat mit dem Städte- und Gemeindetag und dem Landkreistag verständigt, sagte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer. Die Vereinbarung gelte bis 25. Mai. Bis dahin wollten Bund und Länder Regelungen für einen Normalbetrieb schaffen.

12:00 Uhr | Enormer Zuwachs bei Telemedizin

Die Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder stellen seit Beginn der Corona-Pandemie einen enormen Zuwachs an Videosprechstunden fest. Das hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) auf Anfrage des MDR Magazins "Hauptsache gesund" mitgeteilt. Schätzungen der KBV zufolge nutzen derzeit rund 25.000 Arztpraxen die Videosprechstunde. Das sei etwa ein Viertel aller Praxen. Noch bis Ende Februar dieses Jahres hätten lediglich 1.700 Praxen Videosprechstunden angeboten. Das sei ein Anstieg von rund 1.370 Prozent.

11:55 Uhr | Vize-Kapitän von 1. FCM mit emotionalen Post

Der Vize-Kapitän vom 1. FC Magdeburg, Timo Perthel, hat Pläne über die Saisonfortsetzung in der Bundesliga kritisiert. Aus seiner Sicht gehe die Debatte derzeit in eine falsche Richtung. Man solle sich mehr Gedanken darüber machen, wann der normale Bürger wieder arbeiten gehen könne. "Fußball ist nicht wichtig in dieser Zeit", schrieb er auf Instagram. Perthels Verein gehört zu den Drittligisten, die die Saison vorzeitig beenden möchten. Die Politik will am 6. Mai eine Entscheidung verkünden, ob die Bundesliga mit Geisterspielen wieder beginnen darf. Das würde dann auch für die 3. Liga gelten.

11:45 Uhr | Verlauf der Neuinfektionen im Überblick

Von den Gesundheitsämtern neu gemeldete, laborbestätigte Coronavirus-Fälle in Deutschland. Die Graphik gibt einen Überblick für die Zeit seit dem 10. März.

11:15 Uhr | Jena: Ausnahmen für Maskenpflicht an Schulen möglich

In Jena können Schulen mit einem Hygienekonzept von der strikten Maskenpflicht im Unterricht abweichen. Damit reagiert die Stadt auf die Kritik von Lehrern, Eltern sowie Schülern. Voraussetzung ist, dass die Schulen ein striktes Hygienekonzept vorlegen, das vom Gesundheitsamt geprüft ist. Damit soll die Verbreitung möglicher Coronaviren abgeschwächt werden. Dies sei beispielsweise durch strenges Lüften zu erreichen, hieß es von der Stadt. Die Schüler müssten dann auch in Prüfungen, Klausuren und in kurzen Verpflegungspausen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Ab Montag gilt in Jena auch die Maskenpflicht an allen Schulen. Thüringens Bildungsminister Helmut Holter kritisierte den Alleingang der Stadt.

10:45 Uhr | Gastronomen im Erzgebirge wollen SOS senden

In Oberwiesenthal wollen Gastronomen und Hoteliers aus dem Erzgebirge am Freitag auf ihre prekäre Situation aufmerksam machen. Geplant ist, an der Freilichtbühne 1.000 leere Stühle so aufzustellen, dass sie den Notruf SOS bilden. Initiator der Aktion ist Skisprungweltmeister und Olympiasieger Jens Weißflog. Er führt seit 1996 ein Hotel in Oberwiesenthal. Der Landestourismusverband Sachsen fordert angesichts der Corona-Krise einen Stabilitätspaket zum Wiederaufbau der Branche für die kommenden drei Jahre. Allein in Sachsen verzeichnet die Branche laut Verband derzeit wöchentlich einen Umsatzverlust von 140 Millionen Euro.

10:35 Uhr | MDR-Umfrage: Arbeitsplatz vielen wichtig

Die Corona-Krise hat die Bedeutung eines Arbeitsplatzes wieder mehr in den Blickpunkt gerückt. Laut einer aktuellen Befragung des MDR-Meinungsbarometers "mdrFRAGT" schätzt jeder Vierte den Kontakt zu seinen Kollegen wieder mehr als vor der Krise. Mehr als ein Viertel der Befragten gibt zudem an, die Bedeutung von Arbeit wieder mehr zu schätzen. Der Arbeit im Homeoffice können lediglich zehn Prozent mehr abgewinnen. An der Befragung beteiligten sich mehr als 12.000 Einwohner aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

10:30 Uhr | Ryanair will Tausende Stellen streichen

Die irische Fluggesellschaft Ryanair plant wegen der Corona-Krise, bis zu 3.000 Stellen zu streichen. Betroffen sind dem Unternehmen zufolge vor allem Piloten und Flugbegleiter. Auch Mitarbeiter in der Führungsebene und der Verwaltung müssten mit Jobverlust und Gehaltskürzungen rechnen. Zu erwarten seien ab Juli auch unbezahlter Zwangsurlaub und Standortschließungen in Europa. Derzeit ruht der Flugverkehr fast vollständig. Ryanair geht davon aus, dass es mindestens zwei Jahre dauern wird, bis das Vor-Krisen-Niveau wieder erreicht wird.

Flugzeuge von Ryanair stehen auf dem Flughafen.
Flugzeuge von Ryanair am Boden. Bildrechte: dpa

10:21 Uhr | Virologe beantwortet Hörerfragen

Virologe Alexander Kekulé aus Halle widmet sich wieder den Fragen von MDR AKTUELL-Hörern. Das Audio können Sie hier hören:

Nachrichten

Kekulés Corona-Kompass 23 min
Bildrechte: MDR/dpa

9:10 Uhr | Thüringen plant Zuschüsse für Kulturschaffende

Thüringen will freischaffenden Künstlern in der Coronavirus-Krise auch den Lebensunterhalt finanzieren. Das sieht ein Vorschlag von Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff vor. Ein entsprechendes Soforthilfeprogramm soll gut 2,5 Millionen Euro umfassen und aus dem Corona-Landesfonds finanziert werden. Eine Sprecherin der Staatskanzlei sagte MDR THÜRINGEN, über die Hilfe müsse der Landtag entscheiden. Das angedachte Thüringer Corona-Hilfsprogramm soll Kulturschaffenden nach dem Vorbild Baden-Württembergs vorübergehend 1.190 Euro monatlich für den Lebensunterhalt gewähren.

08:54 Uhr | Keine Maifeuer im Harz

Im Harz wird das Verbot von Feiern zur Walpurgisnacht offenbar eingehalten. Die Polizei Goslar teilte mit, die Bürger seien sehr diszipliniert. Ähnliche Meldungen gab es aus Halberstadt und Braunlage. Die Polizei hatte die Lage nach eigenen Angaben verstärkt mit dem Streifendienst kontrolliert. Normalerweise wird die Walpurgisnacht in der Nacht zum 1. Mai mit Tänzen um Lagerfeuer gefeiert. Dabei vertreiben Hexen und Teufel symbolisch den Winter.

08:15 Uhr | Auch Sachsen öffnet mehr Bereiche

Auch in Sachsen hat die Landesregierung eine neue Rechtsverordnung beschlossen. Demnach sollen ab Montag Vereine Sportplätze im Freien wieder für kontaktlosen Sport nutzen können. Öffnen dürfen außerdem Möbelhäuser, Zoos, Botanische Gärten, Museen und Bibliotheken. Auch Friseure, Kosmetik- und Fußpflegestudios dürfen wieder Kunden empfangen. Für den Einzelhandel ist lediglich eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern erlaubt, sie kann auch durch Absperrungen geschaffen werden. In Sachsen-Anhalt will die Landesregierung am Samstag über Einzelheiten entscheiden.

08:00 Uhr | Weitere Lockerungen in Thüringen

Nach der Bund-Länder-Video-Konferenz zur Corona-Lage hat Thüringen am Donnerstagabend weitere Lockerungen verfügt. Die Thüringer Staatskanzlei teilte mit, ab Montag könnten Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche öffnen. Voraussetzung sei, dass Abstands- und Hygiene-Regeln eingehalten würden. Fahrschulen sei wieder der Theorie-Unterricht erlaubt sowie Praxis-Stunden für Motorradfahrer. Öffnen dürften auch Musikschulen. Ministerpräsident Bodo Ramelow kündigte zudem an, dass individueller Sport wieder möglich sei, etwa Reiten oder Rudern.

07:00 Uhr | Tourismus-Beauftragter fordert Hilfen für Branche

Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hat schnelle Hilfe für die Reisebranche gefordert. Bareiß sagte der Deutschen Presseagentur, der Druck wachse von Tag zu Tag. Sollte es in der EU-Kommission und der Bundesregierung keine Einigung über eine Gutscheinlösung geben, brauche man einen Rettungsfonds. Damit könnte den Reiseveranstaltern und Reisebüros über die Durststrecke geholfen werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Donnerstag die Hoffnungen gedämpft, im Sommerurlaub wieder innerhalb Europas reisen zu können.

06:30 Uhr | Städtetag begrüßt Regelung für Spielplätze

Der Städtetag hat die Bund-Länder-Vereinbarung begrüßt, die Spielplätze wieder zu öffnen. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte, das sei eine große Erleichterung für Familien mit Kindern. Allerdings würden auch für das Spielen im Freien die gleichen Verhaltensregeln wie überall gelten. Eltern und Betreuungspersonen sollten hier ihre Verantwortung wahrnehmen. Dedy appellierte an die Länder, keine zusätzlichen Auflagen festzulegen wie etwa Zugangskontrollen. Inzwischen nannten einige Bundesländer konkrete Termine für die Öffnung der Spielplätze. In Sachsen, Thüringen und Schleswig-Holstein ist die Nutzung grundsätzlich bereits ab kommenden Montag möglich, in Niedersachsen ab Donnerstag.

05:10 Uhr | IG-Metall: Unternehmen mit staatlicher Hilfe dürfen nicht entlassen

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hat die Arbeitgeber zum Tag der Arbeit aufgerufen, in der Corona-Krise Beschäftigung zu sichern. "Unternehmen, die mit öffentlichen Mitteln gestützt werden, dürfen nicht entlassen", sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. "Die Krise lässt sich nur zusammen mit den Beschäftigten überwinden und mit Investitionen in die Zukunft." Jetzt müsse sich die Sozialpartnerschaft bewähren, sagte Hofmann. Die Arbeitgeber müssten verantwortungsvoll handeln.

04:50 Uhr | Krankenstand stark erhöht

Das Corona-Virus treibt einem Medienbericht zufolge den Krankenstand in Deutschland auf den höchsten Wert seit Jahren. Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) verzeichnete im April 43 Prozent mehr Krankschreibungen von Arbeitnehmern als im März, wie die "Augsburger Allgemeine" unter Berufung auf ihr vorliegende Daten berichtete. Absolut sei die Zahl der wegen Krankheit arbeitsunfähigen, krankengeldberechtigten Mitglieder von 1,49 Millionen im März um über 640.000 auf 2,13 Millionen im April gestiegen, zitierte die Zeitung einen ihr vorliegenden Bericht des GKV-Spitzenverbandes. Wegen der Corona-Pandemie können sich derzeit Arbeitnehmer mit Erkältungsbeschwerden per Telefon vom Arzt krankschreiben lassen. Die Sonderregelung gilt bis 18. Mai.

02:20 Uhr | Verdi-Chef gegen Prämien für Autokauf

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Werneke, hat sich gegen eine staatliche Autoprämie in der Corona-Krise ausgesprochen. "Auch unter den Bedingungen von Corona macht der Kapitalismus keine Pause. Das sehen wir besonders, wenn bestimmte Unternehmen Extra-Vorteile herausholen wollen. Stichwort: Abwrackprämien und Steuersenkungen für einzelne Branchen", sagte er dem ZDF. Werneke forderte erneut Konsum-Schecks für jeden Bürger. Diese könnten einen Gegenwert von 500 Euro haben. "Die Menschen sollen dann selbst entscheiden, welche Dienstleister, Produkte und Projekte sie damit unterstützen wollen."

00:50 Uhr | Trump: Hinweise auf Coronavirus-Ursprung in Labor in China

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben Hinweise darauf, dass die Corona-Pandemie ihren Ursprung in einem chinesischen Forschungslabor genommen haben könnte. Auf die Frage eines Journalisten, ob er Informationen gesehen habe, die ihm ein "hohes Maß an Zuversicht" in dieser Hinsicht gäben, sagte Trump : "Ja, habe ich." Er könne dazu aber keine näheren Angaben machen.

Der US-Präsident bezog sich auf das Institut für Virologie in der chinesischen Stadt Wuhan, in der Ende vergangenen Jahres die ersten Fälle bekannt geworden waren. Der Leiter des Labors hatte entsprechende Vorwürfe bereits vor mehreren Tagen kategorisch zurückgewiesen. Trump wollte nicht bestätigen, dass US-Geheimdienste wie die meisten Wissenschaftler davon ausgingen, dass es sich bei dem neuartigen Coronavirus um einen natürlichen und nicht vom Menschen gemachten oder manipulierten Erreger handele.

00:10 Uhr | Betrugsfälle nehmen zu

Das Bundesinnenministerium registriert einem Bericht zufolge eine deutliche Zunahme von Betrugsfällen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Die Angst vor dem Virus werde "auf vielfältige Weise ausgenutzt", berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf einen vertraulichen Lagebericht des Krisenstabs des Ministeriums. So würden sich Täter als Beamte ausgeben und "für angebliche Amtshandlungen hohe Geldsummen" verlangen. Zugleich würden im Internet gefälschte Medikamente und Medizinprodukte wie Schutzmasken oder Desinfektionsmittel angeboten.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Mai 2020 | 12:00 Uhr