Coronavirus-Pandemie Ticker: Tirol und ganz Tschechien jetzt Risikogebiete

Die Bundesregierung hat weitere EU-Regionen zu Risikogebieten erklärt, darunter ganz Tschechien. Zum Monatsende läuft die Corona-Hilfe für Studierende aus. Bielefeld und eine Kirchengemeinde bei Bremen drohen neue Hotspots zu werden. In Sachsen gibt es mehr als 100 Neuinfektionen. Die Entwicklungen im Überblick.

Blick auf Ischgl
Die Tiroler Alpen sind eine beliebte Urlaubsregion - hier St. Anton. Bildrechte: imago images / Eibner Europa

Unser Ticker am Freitag, den 25. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zur Pandemie und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:10 Uhr | USA mit mehr als sieben Millionen Infektionen

In den USA sind inzwischen mehr als sieben Millionen Corona-Fälle bestätigt worden. Die Marke wurde nach Angaben der Johns Hopkins Universität am Freitag überschritten. Es handelt sich um die mit Abstand höchste Zahl nachgewiesener Corona-Infektionen weltweit. Dahinter folgen Indien mit bislang 5,8 Millionen bestätigten Infektionen und Brasilien mit knapp 4,7 Millionen. Weltweit wurden demnach bereits 32,4 Millionen Fälle verzeichnet.

20:05 Uhr | WHO-Direktor befürchtet zwei Millionen Tote

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet ohne bessere internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen drastischen Anstieg der Todeszahlen. Notfall-Direktor Michael Ryan nannte zwei Millionen Tote oder gar mehr "sehr wahrscheinlich", wenn die Weltgemeinschaft Sars-CoV-2 nicht besser eindämme. Aktuell gibt es weltweit knapp eine Million Covid-19-Todesopfer.

19:10 Uhr | Tschechien und Tirol als Risikogebiete eingestuft

Die Bundesregierung hat ganz Tschechien, Luxemburg und das österreichische Bundesland Tirol wegen rasant steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Die Risikoliste des Robert Koch-Instituts wurde am Freitag entsprechend aktualisiert. Damit sind nun 15 von 27 EU-Ländern zumindest teilweise Risikogebiete, Spanien, Tschechien und Luxemburg sogar komplett. Davon betroffen sind auch viele Pendler zwischen Deutschland und Tschechien, hier Infos zu den Regelungen. Polen ist das einzige der neun Nachbarländer Deutschlands, das noch nicht betroffen ist.

18:25 Uhr | Neue Corona-Fälle in der Bundesliga

Bei den Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 ist jeweils ein Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Gladbach teilte mit, es handle sich um den Abwehrspieler Jordan Beyer. Er sei in Quarantäne. Schalke nannte den Namen des betroffenen Profis nicht. Die Punktspiele Schalke gegen Bremen und Mönchengladbach gegen Union Berlin sollen am Wochenende planmäßig stattfinden.

18:00 Uhr | Antikörpertest für Zuhause

Viele Coronavirus-Infektionen verlaufen symptomfrei und unbemerkt. Wer unbedingt wissen will, ob er vielleicht schon infiziert war, kann bei einer Leipziger Firma einen Antikörpertest kaufen. Doch der Test ist umstritten.

17:35 Uhr | Neue Fälle in Pflegeheim im Vogtland

Die Corona-Situation in einigen Regionen Sachsens bleibt angespannt. Ein Pflegeheim in Markneukirchen im Vogtland meldete zwölf Neuansteckungen bei Bewohnern und Mitarbeitern. Die Gesamtzahl der Infizierten im Heim kletterte damit auf 44. Es wurde ein Aufnahmestopp angeordnet. Auch im Erzgebirgskreis gibt es neue Corona-Fälle. Das Gesundheitsamt registrierte jeweils mindestens eine Neuansteckung in den Oberschulen in Zschopau und Auerbach sowie in Gymnasien in Zschopau und Schwarzenberg. Landesweit wurden am Freitag 104 Neuinfektionen und vier Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind damit mehr als 7.000 Ansteckungen erfasst und 233 Todesopfer.

17:15 Uhr | Ausbruch in freikirchlicher Gemeinde

In der freikirchlichen Christengemeinde in Westertimke bei Bremen gibt es einen größeren Corona-Ausbruch. Der Landkreis Rotenburg meldete am Freitag mindestens 43 Neuinfektionen, am Vortag waren es noch 26. Die Behörden rechnen mit einem weiteren Anstieg, da noch über 200 Testergebnisse fehlten.

16:30 Uhr | Rentenkasse mit höheren Einnahmen

Die Deutsche Rentenversicherung kommt finanziell bisher gut durch die Corona-Krise. Einem Sprecher zufolge sind die Beitragseinnahmen in den ersten acht Monaten dieses Jahres um 0,7 Prozent gestiegen. Im Gesamtjahr werden Einnahmen von 223 Milliarden Euro erwartet, etwa eine Milliarde mehr als 2019.

15:50 Uhr | Corona-Hilfe für Studenten läuft aus

Die Bundesregierung will die Corona-Hilfen für Studierende vorerst beenden. Das Bundesbildungsministerium teilte mit, die Wirtschaftslage habe sich entspannt und die Beschäftigungslage für Studierende verbessert. Deshalb könnten nur noch bis Ende des Monats Anträge auf Überbrückungshilfe gestellt werden. Das Programm könne aber bei Bedarf reaktiviert werden. Nach Angaben des Ministeriums wurden seit dem Start im Juni 135.000 Anträge von Studierenden auf Corona-Hilfen gebilligt. Zwei Drittel der Betroffenen seien mit der Höchstsumme von 5.000 Euro unterstützt worden.

15:30 Uhr | Finnland schickt Besucher aus Deutschland in Quarantäne

Finnland schränkt die Einreise für deutsche Urlauber ein. Wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte, sind ab Montag nicht notwendige, touristische Reisen untersagt. Grund seien die steigenden Fallzahlen in Deutschland. Finnland erlaubt nur Einreisen aus Ländern mit weniger als 25 Neuinfektionen pro 100.000 Personen innerhalb von 14 Tagen. Deutschland liegt derzeit darüber. Bei dringenden Reisen droht Besuchern aus Deutschland eine zweiwöchige  Quarantäne, die Zeit kann durch negative Corona-Tests verkürzt werden kann.

15:20 Uhr | Viele Stadtteile in Madrid abgeriegelt

In Madrid werden acht weitere Wohngebiete mit besonders vielen Corona-Fällen weitgehend abgeriegelt. Das teilte die Regionalbehörde  der spanischen Hauptstadt mit. Betroffen sind Stadtteile mit mehr als ein Prozent Neuinfektionen binnen 14 Tagen. Von den Sperrungen sind nun mehr als eine Million Menschen betroffen.

15:10 Uhr | Rekordandrang auf Campingplätzen

Als Effekt der Corona-Krise gab es auf Campingplätzen in Deutschland im Juli so viele Gäste wie noch nie. Laut dem Bundesverband gab es im Juli 8,57 Millionen Übernachtungen. Das Plus von etwa 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat resultierte vor allem aus dem Trend zum Urlaub im Inland. Ausländische Touristen kamen deutlich weniger.

14:01 Uhr | Corona-Ausbruch nach Feier in Bielefeld

Nach einer größeren Familienfeier in Bielefeld sind mittlerweile 20 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die Stadt in Nordrhein-Westfalen heute mit. Unter den Betroffenen seien auch neun Schülerinnen und Schüler von fünf verschiedenen Schulen. Wegen der hohen Zahl an Kontakten, könne es dauern, bis alle diese Menschen gefunden seien. Ab Montag seien Tests etwa für Schüler und Lehrer geplant. Nach Angaben der Stadt geht der Ausbruch auf eine private Feier vergangene Woche zurück. Da die Nachverfolgung noch laufe, könne die Zahl der Infektionen bald weiter steigen.

13:13 Uhr | Sieben-Tage-Wert in Hamm fast auf 100

In der nach einer großen Hochzeit von vielen Infektionen betroffenen Stadt Hamm ist die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmittag nach Zählung der Kommune auf 99,9 gestiegen. Das teilte ein Sprecher mit. Der Wert gibt an, wie viele Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner registriert wurden. Derzeit gebe es 207 akute Infektionen, davon 150 Fälle im Zusammenhang mit der Hochzeit. Seit Donnerstag werden den Angaben zufolge 13 Menschen stationär behandelt, darunter eine Frau intensivmedizinisch.

12:31 Uhr | Italien will Fans in Stadien lassen

Bereits ab Oktober könnten wieder deutlich mehr Fußballfans in italienischen Stadien sein. Vize-Gesundheitsminister Pierpaolo Sileri bestätigte am Freitag, dass aktuelle Pläne vorsehen, die Kapazitäten der Arenen zu einem Drittel zu nutzen. Strenge Hygienekonzepte sollten die Sicherheit der Zuschauer garantiert. Das Olympiastadion von Rom etwa dürften demnach dann bis zu 24.000 Fans besuchen.

12:15 Uhr | Kreml will keinen Lockdown in Russland

Trotz der stärker steigenden Infektionszahlen plant die russische Regierung keine strengen Lockdown-Maßnahmen. Das teilte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow mit. Es gebe allerdings Grund, viel vorsichtiger zu sein. Moskau verhängte Ausgangssperre für Senioren. Bürgermeister Sergej Sobjanin sagte, ab Montag sollten Einwohner über 65 Jahren zu Hause bleiben und so selten wie möglich einkaufen gehen. Spaziergänge blieben jedoch erlaubt. Arbeitgeber rief er auf, Homeoffice anzubieten.

12:00 Uhr | Zuletzt 2.140 neue Fälle in Deutschland

Die Zunahme der Corona-Infektionen in Deutschland liegt weiter über der Schwelle von 2.000 täglich neuen Fällen. Das geht aus den Daten des Projekts Risklayer am Institut für Technologie in Karlsruhe hervor.

11:45 Uhr | Aktien werden verkauft

Steigende Infektionszahlen und die Furcht vor neuen wirtschaftlichen Problemen machen Börsen-Anleger nervös. Der deutsche Leitindex Dax sank nach Verlusten seit einigen Tagen nun heute kurz vor dem Mittag auf 12.455 und damit unter die Marke von 12.500 Punkten.

11:02 Uhr | Rekordwerte auch in Polen

Auch Polen meldet heute mit 1.587 neuen Infektionen am tag einen neue Rekordwert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hat das östliche Nachbarland mit seinen insgesamt 38 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie nun insgesamt 84.396 Infektionen und 2.392 damit zusammenhängende Todesfälle gezählt.

10:30 Uhr | IAB: Erholung ohne Shutdown möglich

Arbeitsmarkt und Konjunktur in Deutschland werden sich laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im kommenden Jahr erholen – jedoch nur dann, wenn eine Insolvenzwelle ausbleibt und es nicht zu einem zweiten Shutdown kommt. Das bei der Bundesarbeitsagentur angesiedelte IAB kam in seiner Prognose für das laufende Jahr auf einen Wirtschaftsrückgang von 5,2 Prozent und eine Zunahme der Arbeitslosenzahl um 440.000 im Jahresdurchschnitt.

10:07 Uhr | Slowakei: Schnelle Zunahme der Fallzahlen

Die Slowakei hat mit 419 neuen Infektionen einen neuen Rekord bei neuen Fällen pro Tag registriert. Das teilte der Ministerpräsident Igor Matovič heute mit. Das Land hat rund 5,5 Millionen Einwohner.

09:45 Uhr | Auch mehr Infektionen in Russland

Russische Behörden melden 7.212 Neuinfektionen und damit den höchsten Tagesanstieg seit 23. Juni. Die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle liegt damit jetzt bei über 1,136 Millionen und 20.056 Todesfällen im Zusammenhang damit. Russland hat etwa 144,5 Millionen Einwohner.

08:40 Uhr | Tschechien meldet 2.913 Neuinfektionen

Tschechien meldet heute 2.913 Neuinfektionen und damit den zweithöchsten Anstieg in 24 Stunden bisher in dem Land. Bis auf eine an der Grenze zu Sachsen und eine weitere gelten inzwischen sämtliche Regionen in Tschechien als Coronavirus-Risikogebiete.

08:32 Uhr | Spahn rät von Auslandsreisen ab

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rät wegen steigender Infektionszahlen, Reisepläne zu überdenken. Man könne auch Urlaub im Inland machen, sagte er heute Morgen im ZDF über die Herbst- und Weihnachtsferien. Eine Reisewarnung der Bundesregierung bedeute, dass sie von nicht notwendigen Reisen dringend abrate. Urlaub im Ausland sei in der Regel nicht notwendig. Sicher sei das hart für Reiseveranstalter, Reisebüros und die Bürger. Mit Urlaubsheimkehrern sei das Coronavirus nun allerdings schon zweimal wieder stärker nach Deutschland gekommen. Daraus sollten Lehren gezogen werden.

Gestern hatte sich der Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD) recht ähnlich über das Reisen geäußert. Heute kritisierte die Reisebranche die Politik jedoch wegen pauschaler Warnungen (siehe - 06:15 Uhr).

08:03 Uhr | Missbrauch von Kurzarbeitergeld

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat geringfügen Missbrauch bei dem in der Corona-Krise verlängerten Kurzarbeitergeld verurteilt. Im Bayerischen Rundfunk sagte er, auch das sei unsolidarisch. Nach den Angaben der Bundesregierung ist durch solchen Missbrauch in diesem Jahr bereits ein Schaden von rund sechs Millionen Euro entstanden. Heil wies dabei aber auch darauf hin, dass bei aktuell insgesamt 6,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit die Quote so nur bei 0,3 Prozent liege.

06:30 Uhr | DIHK für "Augenmaß" bei Beschränkungen

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Eric Schweitzer, hat angesichts steigender Infektionszahlen die Politik zu "Beschränkungen mit Augenmaß" aufgerufen. Weitere Produktions- und Geschäftsausfälle könnten Unternehmen in ihrer Existenz gefährden, sagte Schweitzer der "Rheinischen Post". Das gelte für besonders betroffene Branchen wie Veranstalter oder Messebauer, aber auch für Betriebe im stationären Einzelhandel oder in der Industrie.

06:15 Uhr | Reisebranche beklagt große Verunsicherung

Die deutsche Reisebranche sieht bei zunehmenden Reisewarnungen ihr Überleben in Gefahr. Ein Sprecher des Deutschen Reiseverbands sagte MDR AKTUELL, Regionen würden kurzfristig zu Risikogebieten erklärt. Dadurch könnten weder Kunden noch die Reisewirtschaft planen. Diese habe in diesem Jahr schon 20 Milliarden Euro Verlust gemacht und verglichen mit 2019 fehlten zwei Drittel des Umsatzes. DRV-Präsident Norbert Fiebig warf der Bundesregierung vor, die Branche in einen zweiten Lockdown zu steuern. Er sagte den Zeitungen der Funke-Gruppe, in Spanien etwa gebe es Inseln wie Lanzarote ohne Coronavirus-Hotspot. Trotzdem würden sie zum Risikogebiet erklärt. Das sei absurd.

06:10 Uhr | Rund 75.000 Tote in Mexiko

In Mexiko sind mittlerweile mehr als 75.000 Menschen gestorben, die positiv auf das Coronavirus getestet waren. Nach den aktuellen Daten des Gesundheitsministeriums lag die Zahl der bestätigten Infektionen zuletzt bei 715.457 seit Beginn der Pandemie.

06:00 Uhr | USA: Sieben Millionen Infektionen

In den USA sind mittlerweile mehr als sieben Millionen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das ergaben Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Zahl entspricht mehr als 20 Prozent der weltweit bestätigten Fälle. Nach Daten der Johns-Hopkins-Universität liegen die USA, die rund 328 Millionen Einwohner haben, seit langem an der Spitze, vor Indien mit 5,7 Millionen und Brasilien mit 4,6 Millionen Fällen. Die Zahl der Gestorbenen in den USA, die positiv getestet waren, hatte schon vor einigen Tagen die 200.000er-Marke überschritten.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. September 2020 | 06:00 Uhr