Coronavirus-Ticker 29. Mai: Zahlreiche Neuinfektionen in Thüringen

Im Thüringer Kreis Sonneberg gibt es zahlreiche Neuinfektionen in einem Pflegeheim, der Kreis überschritt damit den Grenzwert. Auch eine Kita meldet einen Fall. Dennoch sollen im Juni im Freistaat Kitas und Schulen wieder für alle Kinder öffnen. Derweil öffnen sich Dänemark und Griechenland für deutsche Touristen. Österreich will die Maskenpflicht lockern. Die USA brechen endgültig mit der WHO. Die Entwicklungen im Ticker.

Eine Pflegerin schiebt einen Mann in einem Rollstuhl. Beide tragen einen Mundschutz.
Pflegerin mit einem alten Mann im Rollstuhl (Symbolbild) Bildrechte: imago images / localpic

Unser Ticker am Freitag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie in unserem Ticker am Samstag.

22:15 Uhr | Einigung mit Brüssel über Lufthansa-Rettung

Bundesregierung und EU-Kommission haben sich bei Verhandlungen über ein Rettungspaket für die Lufthansa auf Eckpunkte geeinigt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur muss die deutsche Airline Start- und Landerechte in Frankfurt und München abgeben. Das "Handelsblatt" berichtet, die Lufthansa solle acht Flugzeuge mit den dazugehörigen 24 Start- und Landerechten abgeben. Die Bundesregierung will die durch die Corona-Krise schwer angeschlagene Fluggesellschaft mit einem Hilfspaket von neun Milliarden Euro stützen und im Gegenzug 20 Prozent der Anteile übernehmen.

21:45 Uhr | Das Infektionsgeschehen in Mitteldeutschland

21:00 Uhr | Trump bricht endgültig mit WHO

Die USA brechen ihre Beziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) ab. US-Präsident Donald Trump sagte, die WHO habe es versäumt, die geforderten Reformen umzusetzen. Die von den USA bisher zur Verfügung gestellten Mittel würden an andere globale Gesundheitszwecke gehen. Trump warf der WHO erneut vor, unter der Kontrolle Chinas zu stehen. Zuvor hatte Washington bereits die Zahlungen an die WHO eingestellt. Damit drohen der Organisation Probleme, die USA waren der größte Geldgeber.

20:30 Uhr | Verfassungsschutz: Wenig Rechtsextreme bei Demos gegen Corona-Beschränkungen

An den Demonstrationen gegen Corona-Beschränkungen haben zahlenmäßig relativ wenige Rechtsextreme mitgewirkt. Der Präsident des Bundesverfassungsschutzes, Thomas Haldenwang, sagte, auf dem Höhepunkt der Proteste vor drei Wochen seien bundesweit bis zu 15.000 Menschen auf die Straße gegangen. Davon seien weniger als zehn Prozent als verfassungsfeindlich einzuschätzen. Die große Mehrheit der Demonstranten stehe auf dem Boden der demokratischen Grundordnung. Haldenwang räumte ein, dass es Versuche von Rechtsextremen gab, die Proteste zu instrumentalisieren. Das sei ein Anlass zur Sorge.

19:50 Uhr | Drosten: Vereinzelte Infektionsherde beherrschbar

Das Coronavirus breitet sich nach Ansicht des Virologen Christian Drosten nicht wie anfangs angenommen gleichförmig aus. Der Chefvirologe der Berliner Charité sagte dem "Spiegel": "Wir haben wenige Leute, die viele andere Menschen infizieren." Ein solches Infektionsgeschehen könne man besser kontrollieren. Das Robert Koch-Institut verzeichnet seit vielen Tagen einen Rückgang der Neuinfektionen, am Freitag wurden bundesweit 560 Corona-Ansteckungen erfasst. Die Nachverfolgung der Infektionen ist für die Gesundheitsämter nach eigenen Angaben derzeit beherrschbar.

18:40 Uhr | Kreis Sonneberg wieder über dem Grenzwert

Der Kreis Sonneberg in Thüringen hat den kritischen Wert an Neuinfektionen wieder deutlich überschritten. Nach Angaben des Landratsamts lag die Rate in den vergangenen sieben Tagen im Schnitt bei 65 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner, die kritische Marke liegt bei 50. Grund sind zahlreiche neue Fälle in den letzten 24 Stunden, unter anderem in einem Pflegeheim. Thüringenweit sind bisher 3.010 Corona-Infektionen bestätigt. 478 sind noch aktiv. Im Unstrut-Hainich-Kreis gab es einen neuen Todesfall. Damit starben insgesamt 162 Thüringer nach einer Coronavirus-Ansteckung.

18:12 Uhr | Polen: Fußball wieder vor Zuschauern

In der polnischen Fußball-Liga dürfen ab 19. Juni wieder Fans ins Stadion. Nach Regierungsangaben kann ein Viertel der Stadionkapazität genutzt werden. In Spanien soll die Saison ab 11. Juni fortgesetzt werden, in England am 17. Juni und in Italien ab 20. Juni – vorerst jeweils ohne Zuschauer.

17:50 Uhr | Niederländische Kommunen an Deutsche: Bitte kommt nicht

Die Bürgermeister niederländischer Grenzorte haben ihre deutschen Nachbarn aufgerufen, an Pfingsten daheim zu bleiben. In einem Offenen Brief von 15 Kommunen heißt es, die Sorge vor neuen Corona-Infektionen durch Menschenansammlungen sei groß.

17:35 Uhr | Säugling an Covid-19 gestorben

In der Schweiz ist erstmals ein Baby an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit hatte sich das Kind im Ausland angesteckt. Der Fall werde untersucht. Es wurden keine Angaben gemacht, ob der Säugling Vorerkrankungen hatte. In der Schweiz gibt es mehr als 30.000 Menschen bestätigte Infektionen und 1.650 Todesfälle.

17:10 Uhr | Fördermittel für Schutzmaskenhersteller

Das Bundeswirtschaftsministerium weitet die Förderung zur Produktion von Atemschutzmasken aus. Konkret werden Investitionen in Anlagen zur Herstellung hochwertiger Schutzmasken mit bis zu 50 Prozent gefördert.

16:55 Uhr | Hohes Ansteckungsrisiko in Flüchtlingsunterkünften

Sammelunterkünfte für Asylbewerber sind besonders anfällig für Corona-Infektionen. Einer Untersuchung der Uni Bielefeld zufolge stecken sich nach einem positiven Fall rein statistisch 17 Prozent der anderen Bewohner an.

16:45 Uhr | Thüringen will Kitas und Grundschulen komplett öffnen

Thüringen will Kindertagesstätten und Grundschulen zum 15. Juni wieder für alle Kinder öffnen. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN hat Bildungsminister Helmut Holter dazu Kommunen und Kita-Träger informiert. Sie sollen von Mitte Juni an eine Betreuung von mindestens acht Stunden täglich für jedes Kind in Kindergärten und Grundschulen sicherstellen. Festgehalten werden soll demnach an der Vorgabe für feste Gruppen, um den Kontakt zwischen Kindern und damit die Ansteckungsgefahr zu reduzieren.

Der Thüringer Lehrerverband zeigte sich "ehrlich entsetzt über diesen scheinbar plötzlichen Sinneswandel der Landesregierung." Verbandschef Rolf Busch zufolge war zuletzt noch von einem Vollbetrieb der Schulen erst mit dem neuen Schuljahr die Rede. Jetzt sollten Kindergärten und Grundschulen de facto für alle wieder geöffnet werden. Busch sprach von einem gefährlichen Glücksspiel mit der Gesundheit von Kindern, Lehrkräften und Kitabeschäftigten. Dagegen erklärte die CDU-Landtagsfraktion, die Pläne des Bildungsministeriums seien "längst überfällig".

16:35 Uhr | WHO: Impfstoff frühestens in elf Monaten

Ein "sicherer und effektiver" Impfstoff gegen Sars-Cov-2 wird nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO in elf bis 17 Monaten gefunden sein. WHO-Direktorin Maria NeiraSchon erwartet aber schon früher ein Medikament zur Behandlung von Covid-19, um "die hohe Sterblichkeitsrate reduzieren zu können".

16:20 Uhr | Filmfestival im Netz

Als Reaktion auf die Corona-Pandemie präsentieren 21 internationale Filmfestspiele auf YouTube kostenlos Filme. Zehn Tage lang bietet das virtuelle Festival "We Are One" Spielfilme, Kurz- und Dokfilme, Musik sowie virtuelle Runde Tische. Initiator ist das Tribeca Filmfestival in New York. Dabei sind unter anderem die Berlinale sowie die Festspiele von Cannes, Venedig und Toronto.

16:03 Uhr | Sachsen - Kinderbetreuung normalisiert sich

Der Anteil der regelmäßig betreuten Kinder in Sachsens Kindertagesstätten ist in der letzten Maiwoche auf 78 Prozent gestiegen. Wie der Städte- und Gemeindetag mitteilte, ist der eingeschränkte Regelbetrieb schrittweise angelaufen.

16:00 Uhr | Griechenland lässt wieder Touristen ins Land

Griechenland öffnet ab dem 15. Juni die Flughäfen Athen und Thessaloniki für Touristen aus dem Ausland. Reisende aus insgesamt 29 Ländern, darunter aus Deutschland, dürfen damit wieder per Flugzeug anreisen.

15:47 Uhr | Virologe Kekulé beantwortet ihre Fragen

Wie sollte demnächst eine Hochzeit ablaufen? Wie schützen sich Seniorengruppen beim Wandern? Der Hallenser Virologe Alexander Kekulé informiert über neue Erkenntnisse zu Covid-19 und beantwortet Fragen der Bürger.

15:20 Uhr | Neuinfektionen in Thüringer Pflegeheimen

In zwei Pflegeheimen in Altenburg und im Kreis Sonneberg sind mehrere Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Außerdem wurde im Raum Sonneberg eine Erzieherin in einem Kindergarten positiv auf das Virus getestet.

15:15 Uhr | Österreich lockert Maskenpflicht

Österreich lockert angesichts niedriger Corona-Infektionszahlen die Maskenpflicht. Wie Bundeskanzler Sebastian Kurz mitteilte, ist ab dem 15. Juni ein Mund-Nasen-Schutz nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln vorgeschrieben. Auch in Apotheken und medizinischen Einrichtungen gilt demnach weiterhin eine Maskenpflicht, sowie dort, wo ein Mindestabstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann. Die Sperrstunde in der Gastronomie werde um zwei Stunden auf 1 Uhr nachts verlegt.

14:55 Uhr | Italien plant jährlichen Corona-Trauertag

Italien will einen jährlichen Gedenktag für die Opfer der Corona-Pandemie einführen. Dazu verabschiedete der Sozialausschuss im Parlament fraktionsübergreifend einen Gesetzentwurf. Als Datum ist der 18. März vorgesehen, der Tag, an dem das Militär Dutzende Särge aus der Stadt Bergamo abtransportierte.

14:30 Uhr | Dänemark öffnet Grenzen für Deutsche

Dänemark lässt ab 15. Juni wieder Urlauber aus Deutschland, Norwegen und Island ins Land. Wie Ministerpräsidentin Mette Frederiksen mitteilte, müssen Reisende dafür ein Hotel außerhalb Kopenhagens für mindestens sechs Nächte buchen. Die Grenzen zu den anderen EU- und Schengen-Staaten sollen demnach erst nach dem Sommer geöffnet werden. Mit Schweden gibt es gesonderte Verhandlungen. Schwedens Außenministerium hatte es als politische Entscheidung kritisiert, wenn die Grenze geschlossen bliebe.

14:00 Uhr | Mehr Todesfälle im April als üblich

In Deutschland sind im April 2020 mehr Menschen gestorben als üblich. Laut Statistischem Bundesamt starben 82.246 Menschen, acht Prozent mehr als im Durchschnitt der vier Vorjahre und so viel wie seit 1977 nicht mehr. Der Zusammenhang mit der Pandemie liege nahe, hieß es. Die Grippewelle gelte seit Mitte März als beendet.

13:21 Uhr | Dutzende Infektionen nach Gottesdienst

Nach dem Gottesdienst einer freikirchlichen Pfingstgemeinde in Bremerhaven sind nach Angaben der Behörden vom Freitagnachmittag bisher 44 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. An dem Gottesdienst hatten demnach etwa 150 Besucher teilgenommen.

13:11 Uhr | Niederlande: Weiterer Schlachthof geschlossen

In den Niederlanden ist noch ein Schlachthof geschlossen worden. Wie die Behörden in Helmond nahe der deutsche Grenze mitteilten, wurden 21 aus einer Stichprobe von 130 der 1.700 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Vom Unternehmen Van Rooi Meat hieß es, in der Fabrik seien alle Sicherheitsvorkehrung eingehalten worden. Viele Mitarbeiter sind jedoch aus Osteuropa, die wie in Deutschland oft in Sammelunterkünften leben.

Zuvor waren zwei Schlachthöfe der niederländischen Vion-Gruppe geschlossen worden, ebenfalls wegen infizierter Mitarbeiter, wobei viele in Deutschland in der Grenzregion leben. Auch in Bad Bramstedt wurde ein Vion-Schlachthof deswegen geschlossen.

13:00 Uhr | "Spiegel": Ungleichheit möglicher Risiko-Faktor

Nach Recherchen des Magazins "Der Spiegel" sind Staaten von der Coronavirus-Pandemie stärker betroffen, in denen die Kluft zwischen Arm und Reich größer ist. So sei etwa Brasilien, das in Lateinamerika am stärksten betroffene Land, auch das mit der größten Ungleicheit der Einkommen. Dasselbe treffe für die USA und Südafrika zu. Auch in Westeuropa seien die "ungleichsten Länder" Großbritannien, Italien und Spanien die am härtesten heimgesuchten. Es liege daher nahe, ökonomische Ungleichheit als möglichen Risikofaktor zu sehen.

12:36 Uhr | Museumsöffnungen in Dresden

Nach gut elf Wochen öffnen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit dem Residenzschloss ihren größten Museumskomplex wieder. Auch das Historische Grüne Gewölbe ist nach Angaben des Museumsverbunds ab Samstag wieder für Besucher offen – ein halbes Jahr nach dem spektakulären Juwelenraub. Auch das Neue Grüne Gewölbe, die Türckische Cammer, der Riesensaal sowie das Porzellankabinett und die rekonstruierten Paraderäume öffnen.

11:46 Uhr | Polen will Fußball-Stadien wieder öffnen

In Polen können Fußballfans ab 19. Juni wieder ins Stadion. Zur Eindämmung des Coronavirus dürfen jedoch nur 25 Prozent der Kapazitäten der Stadien genutzt werden, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. Der Fußball-Verband und die 1. Liga hätten sich auf diesen Termin verständigt, sagte der Regierungschef heute. Das sei genug Zeit für die Vorbereitungen.

11:29 Uhr | Krankenhäuser: Pauschalen reichen nicht

Viele Krankenhäuser bekommen nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft wirtschaftliche Probleme. Eine Befragung unter mehr als 600 Kliniken habe ergeben, dass die staatlichen Hilfen nicht ausreichten. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Lage für viele Kliniken verschlechtert, hieß es von ihrem Verband.

Wegen der Coronavirus-Pandemie mussten Kliniken geplante Behandlungen und Operationen vertagen, zugleich aber neue Kapazitäten im Intensivbereich aufbauen. Nach dem "Krankenhaus-Entlastungsgesetz" bekommen sie für frei gehaltene Betten 560 Euro pro Tag. In drei Vierteln der Häuser habe das im April nicht gereicht, um die Erlösausfälle zu kompensieren, heißt es in der Studie. Gerade bei größeren Häusern ab 600 Betten sei das ein Problem.

Auch decke eine Pauschale von 50 Euro für die persönliche Schutzausrüstung bei 90 Prozent der Häuser nicht die Kosten. Das Material sei teurer geworden und der Verbrauch hoch.

10:43 Uhr | Gesundheitsämter: Lage beherrschbar

Die Nachverfolgung von Coronavirus-Infektionen ist für die Gesundheitsämter nach eigenen Angaben derzeit beherrschbar. Das teilte der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (BVÖGD) mit: "Die Gesundheitsämter ermitteln zuverlässig und zeitnah und veranlassen die erforderlichen Maßnahmen", sagte Verbandschefin Ute Teichert. Der Deutsche Landkreistag hat allerdings keine Daten, in wie vielen Fällen die Ämter die Kontaktpersonen von Infizierten ermitteln oder nicht. Anfang Mai hatten MDR-Recherchen ergeben, dass noch nicht alle auf eine mögliche zweite Infektionswelle vorbereitet waren.

10:17 Uhr | Kommunen wollen nicht nur Gebote

Der Städte- und Gemeindebund hat einmal mehr vor einem "Lockerungswettbewerb" der Bundesländer gewarnt. "Wenn wir weiterhin gut durch die Krise kommen wollen, muss es wenige verbindliche Mindestvorschriften in ganz Deutschland geben", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Funke-Mediengruppe. Dazu gehörten unter anderem Abstandsgebote und "gewisse Kontakteinschränkungen", eine Maskenpflicht im Nahverkehr und beim Einkaufen sowie ein Verbot großer Veranstaltungen. Allein auf Gebote zu setzen, sei allerdings der falsche Ansatz.

09:30 Uhr | Neue Infektionen - auf niedrigem Niveau

Die Zahl der täglich neu bestätigten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist diese Woche gleichmäßig gestiegen – ausgehend aber von einem sehr niedrigen Niveau am vergangenen Wochenende. Sie flachte laut Risklayer-Zahlen zuletzt sogar wieder etwas ab. Seit drei Wochen liegt sie deutlich unter der Marke von 1.000 Fällen.

Institutionen wie "Risklayer" oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert veröffentlicht.

09:19 Uhr | Drosten optimistisch: Forscher sind weiter

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin
Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité Bildrechte: dpa

Virologe Christian Drosten ist zuversichtlich, dass die Pandemie in Deutschland unter Kontrolle gehalten und eine zweite Infektionswelle verhindert werden kann. "Vielleicht entgehen wir einem zweiten Shutdown", sagt er dem "Spiegel". Die Wissenschaft habe inzwischen ein besseres Verständnis der Infektionen, wie sich das Virus verbreite, etwa über wenige "Superspreader", die es an viele weitergeben.

09:00 Uhr | Neue Informationen aus den Ländern

Nach wochenlanger Unterbrechung eröffnet in Magdeburg das Theater unter dem Motto "Wir spielen für Euch" heute Abend im Schauspielhaus mit "Die Pest" - nach dem Roman von Albert Camus. Mehr zur Coronavirus-Pandemie gibt es auch im Morgenticker aus Sachsen-Anhalt und wie gewohnt aus Sachsen und Thüringen:

08:12 Uhr | Indien: Jetzt mehr Tote als in China

In Indien sind mehr als 4.700 Menschen mit Coronavirus-Infektionen gestorben, mehr als in China, wo der Erreger nach offiziellen Angaben im Dezember zuerst bekannt geworden war. Wie heute Morgen das indische Gesundheitsministerium mitgeteilt hat, ist die Zahl der Toten innerhalb von 24 Stunden um 175 auf insgesamt 4.706 gestiegen.

07:20 Uhr | Nicht alle Freibäder in Thüringen öffnen

Viele Freibäder und Badeseen in Thüringen sind vorbereitet, um verspätet in die Saison zu starten. Doch längst nicht alle Bäder werden tatsächlich zum 1. Juni öffnen, was sie dann laut neuer Pandemie-Verordnung dürften. Während die Betreiber in Erfurt und Jena planen, einzelne Freibäder am Montag zu öffnen, will die Stadtwirtschaft Weimar erst kommende Woche ein Öffnungsdatum mitteilen. Auch in Schwarza im Kreis Schmalkalden-Meiningen und anderen Orten steht noch nicht fest, wann es weitergeht. Voraussetzung sind Hygiene-Konzepte für jede Einrichtung. Einen Leitfaden dazu bietet das Landesamt für Verbraucherschutz.

06:39 Uhr | "Soziale Schlagseite" unter Schülern verstärkt

Jugendforscher Klaus Hurrelmann befürchtet, dass Schüler aus weniger gut situierten Familien die Verlierer der Corona-Krise werden könnten. "Kinder, die über Raum zum Lernen und entsprechende Endgeräte verfügen, um den Schulstoff digital zu bearbeiten, können auch mal ein paar Monate nicht zur Schule gehen, das fällt nicht so stark ins Gewicht", sagte er dem Nachrichtenportal watson: "Bei Kindern aus schlechter situierten oder bildungsfernen Familien sieht das anders aus." Viele müssten zu Hause gefördert werden: "Den Gymnasien gelingt das in der Regel besser als anderen Schultypen, dadurch haben wir allerdings gleich eine soziale Schlagseite." Dabei beklagte Hurrelmann, dass es der Wirtschaft und dem Sport leichter gemacht werde, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen.

05:54 Uhr | Hierzulande rund 44.000 Tests pro Woche

In Mitteldeutschland werden zehntausende Coronavirus-Tests pro Woche gemacht. Das haben Recherchen von MDR AKTUELL ergeben. Nach Angaben der zuständigen Ministerien wurden vergangene Woche rund 44.000 gezählt, jeweils etwa 15.000 in Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie 14.000 in Sachsen. Vorherige Zahlen wurden nicht zentral erfasst, weil die Gesundheitsämter nur die positiven Ergebnisse weitermelden mussten. Jetzt aber gebe es neue Regeln, sagte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Sachsen-Anhalt, Ute Albersmann. Die Ämter müssen demnach neben positiven nun auch negative Testergebnisse übermitteln.

05:10 Uhr | Weiter viele Online-Bestellungen

Trotz wieder geöffneter Geschäfte bearbeiten Paket-Zusteller weiter deutlich höhere Mengen als vor der Pandemie: "Wir liegen deutlich über Vor-Corona-Durchschnitt", sagte ein DHL-Sprecher. Die Werte von Ostern erreiche man zwar nicht mehr. Der prozentuale Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr sei aber nach wie vor zweistellig. Bei den Wettbewerbern ist es ähnlich: Hermes stellt immer noch 40 Prozent mehr Sendungen zu als üblich, seit rund zwei Monaten "konstant auf Vorweihnachtsniveau", wie eine Sprecherin sagte. Das liege vor allem an Online-Bestellungen. Auch der DPD äußerte sich so. Teils müsse man in der Zustellung zusätzliches Personal einstellen.

04:18 Uhr | Weitere Debatte um Schulen und Kitas

Eltern- und Lehrervertreter sehen Handlungsbedarf bei der Vorbereitung des Unterrichts nach den Sommerferien. Der Chef des Bundeselternrats, Stephan Wassmuth, schlägt Vereinshäuser oder Tagungszentren als zusätzliche Räume vor, um Abstandsregeln einzuhalten. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, mahnte besondere Förderung benachteiligter Kinder an. Die Debatten über das Tempo und die Art und Weise der Schul- und Kitaöffnungen hatte gestern weiter Fahrt aufgenommen.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig (SPD), sagte der "taz": In allen Bundesländern sei es dringender Wunsch, zu Normalität zurückzukehren: "Im Grunde ist unser Weg der gleiche: Wenn möglich, soll nach den Sommerferien ein Normalbetrieb in den Schulen stattfinden." Das ist laut Hubig auch möglich. Zu Beginn der kommenden Woche wollen sich die Minister demnach über ein Ende von Restriktionen in Schulen austauschen.

03:01 Uhr | Elternrat sieht "digitale Defizite"

Der Vorsitzende des Bundeselternrats fordert verpflichtende Schulungen für Lehrer mit "digitalen Defiziten". Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte Stephan Wassmuth: "Damit sämtliche Lehrer in der Lage sind, mit digitalen Systemen umzugehen (...), sollten die Sommerferien für Schulungen genutzt werden."

02:28 Uhr | Forderung nach Steuerbonus für Homeoffice

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) fordern einen Steuerbonus für Arbeit im Homeoffice während der Corona-Krise. Wer zu Hause Büroarbeit leiste, solle im Jahr einen Steuerfreibetrag von 50 Euro im Monat geltend machen können, wird laut "Bild"-Zeitung in einem Brief an Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) verlangt. Im Homeoffice gebe es extra Kosten für Energie und Telefon, die nicht einfach ersetzt würden. Arbeitgeber sollten daneben auch noch einen steuerfreien "Auslagenersatz" von 50 Euro pro Monat gewähren können.

01:03 Uhr | Forderung nach längerem Mieterschutz

Die SPD will den in der Corona-Krise geltenden Schutz von Mietern vor Kündigungen bis Ende September verlängern. Das sei sinnvoll, da sich Folgen der Corona-Krise "erst mit Zeitverzug voll zeigen", sagte SPD-Wohnungsbauexperte Bernhard Daldrup dem "Focus". Auch der Präsident des Deutschen Mieterbunds, Lukas Siebenkotten, sieht das so. Der rechtspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jan-Marco Luczak (CDU), warnte jedoch: Auch Vermieter müssten wieder mit Einnahmen rechnen können. Vom 1. April bis zum 30. Juni gilt, dass wegen nicht gezahlter Mieten aufgrund der Pandemie nicht gekündigt werden darf. Die Miete bleibt aber fällig, mit Verzugszinsen.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Mai 2020 | 01:00 Uhr