Coronavirus-Ticker 26. Juni: Zurückgeholte Urlauber müssen zwischen 200 und 1.000 Euro zahlen

Das Auswärtige Amt verschickt erste Kostenbescheide an Reisende, die aus dem Ausland zurückgeholt wurden. Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland hat sich im Vergleich zur Vorwoche auf einem niedrigeren Niveau eingependelt. Die Sorge vor einer Ansteckung mit dem Virus ist laut einer ARD-Umfrage nicht allzu groß. Unterdessen steigen die gemeldeten Fallzahlen bei Coronavirus-Infektionen in Ländern wie Brasilien und den USA schnell weiter.

Passagiere eines Rückholfluges aus Hurghada (Ägypten) stehen mit ihrem Gepäck im Flughafen.
Mehr als 240.000 Menschen sind im Rahmen der Rückholaktion zurück nach Deutschland geflogen worden. Bildrechte: dpa

Unser Ticker vom Freitag endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse! Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie in unserem Ticker am Samstag.

20:30 Uhr | Das Corona-Daten-Update

Neue Daten zeigen die Auslastung der Notaufnahmen während der Corona-Epidemie. Alle Hintergründe und der Blick in die drei mitteldeutschen Bundesländern im neuen Corona-Daten-Update:

20:55 Uhr | Sächsische Landesausstellung wird verlängert

Die sächsische Landesausstellung zur Industriekultur wird wegen der coronabedingten Verschiebung verlängert. Wie das Kultusministerium in Dresden mitteilte, läuft die Ausstellung von 11. Juli bis Ende des Jahres. Ursprünglich sollte die Schau von Ende April bis Anfang November dauern. Die Landesausstellung in Zwickau und sechs weiteren Standorten in Sachsen soll die 500-jährige Industriegeschichte im Freistaat veranschaulichen.

20:45 Uhr | US-Virologe sieht ernste Gefahr

Der US-Virologe und Präsidentenberater Anthony Fauci hat höchst besorgt auf den rapiden Anstieg von Corona-Infektionen in vielen Bundesstaaten reagiert. "Wir haben in bestimmten Gebieten ein ernstes Problem", sagte Fauci am Freitag bei einer Pressekonferenz der Coronavirus-Taskforce der US-Regierung. Eine Reihe von Bundesstaaten verzeichnet derzeit die höchsten Ansteckungsraten seit Beginn der Corona-Krise. Besonders betroffen sind Staaten im Süden des Landes wie Florida, Texas und Arizona, aber auch Kalifornien im Westen. Wegen des rasanten Anstiegs der Infektionen ordnete Texas am Freitag eine Schließung von Bars an. Florida verbot den Ausschank von Alkohol in Bars.

19:00 Uhr | Fleischindustrie berät über Corona-Folgen

Am Freitag haben sich Vertreter der Fleischindustrie mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner getroffen, um über die Folgen der Corona-Ausbrüche zu beraten. Kurz vor dem Gipfel erhöhte der Zoll den Druck auf die Gespräche: Die Behörde untersucht derzeit erhebliche Verstöße gegen das Arbeitsrecht in der Branche. Die Details im Artikel:

18:55 Uhr | Erneuter Lockdown in Baikonur

Die kasachische Stadt Baikonur hat einen erneut Corona-Lockdown verhängt. Die Stadtverwaltung teilte mit, Ein- und Ausreisen seien nur noch in Ausnahmefällen erlaubt. Behörden und Geschäfte blieben geschlossen, die Einwohner müssten zu Hause bleiben. Die Maßnahmen wurden mit einer erneuten Zunahme der Corona-Neuinfektionen begründet. Es gebe nicht genügend Ärzte und medizinisches Personal, um allen Erkrankten schnell zu helfen, so die Stadtverwaltung. In Baikonur leben rund 40.000 Menschen, hauptsächlich Mitarbeiter des russischen Weltraumbahnhofs vor den Toren der Stadt. Der Betrieb dort läuft nach Angaben der Raumfahrtbehörde Roskosmos normal weiter.

18:35 Uhr | Bund und Länder einigen sich auf Einreise-Restriktionen

Reisende aus Landkreisen mit hohem Corona-Infektionsgeschehen dürfen nur dann in einem Hotel untergebracht werden, wenn ihnen ein ärztliches Zeugnis bestätigt, dass sie keine Infektion haben. Dieses Vorhaben geht aus einem Beschluss des Chefs des Bundeskanzleramtes und der Leiter der Staats- und Senatskanzleien der Länder vom Freitag hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Thüringen fällt aus der Reihe und hat in einer Protokollnotiz festgehalten, dass die örtlichen Gesundheitsämter selbst über das Vorgehen entscheiden.

Das ärztliche Zeugnis dürfe höchstens 48 Stunden alt sein. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet lobte die gemeinsamen Regelungen zwischen Bund und Ländern. Nach dem Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh beim Fleischproduzenten Tönnies hatten die meisten Bundesländer Reise-Einschränkungen für Menschen aus Corona-Hotspots beschlossen.

Die Unsicherheit und Stigmatisierung bei Reisenden aus Gütersloh in den letzten Tagen dürfen sich nicht wiederholen. Corona besiegen wir nur miteinander, nicht gegeneinander.

Armin Laschet, Ministerpräsident NRW

18:25 Uhr | Kaum Anzeichen von Übertragung auf die Bevölkerung im Kreis Gütersloh

Im Kreis Gütersloh gibt es nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies kaum Anzeichen für eine Übertragung des Virus auf die Bevölkerung. Das teilte der Kreis am Freitagabend mit. Vom 19. bis 25. Juni seien 55 Fälle ohne Bezug zum Tönnies-Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück bekannt geworden. An Freitag seien 14 Fälle hinzugekommen, hieß es in einer Presse-Mitteilung. Bei Tests in einem Berufskolleg, einem von insgesamt sechs Testzentren, seien 2.937 Menschen auf Corona untersucht worden. Neun Personen seien positiv getestet worden.

16:50 Uhr | Zurückgeholte Urlauber müssen zwischen 200 und 1.000 Euro zahlen

Das Auswärtige Amt hat die ersten Kostenbescheide an Urlauber verschickt, die wegen der Corona-Krise aus dem Ausland zurückgeholt werden mussten. Für die Reisenden gelte eine vierteilige Preisstaffel je nach Reiseland zwischen 200 und 1.000 Euro, hieß es am Freitag aus dem Außenministerium. Ausschlaggebend für die Berechnung seien die ungefähren Durchschnittskosten für ein Economy-Ticket sowie die Kosten vergleichbarer Rückholaktionen anderer EU-Staaten.

Die Kostenbeteiligungen der Reisenden sollen etwa 40 Prozent der Kosten von rund 93,8 Millionen Euro abdecken. Den Rest trägt teilweise der Bund, ein weiterer Teil wird aus EU-Zuschüssen abgedeckt. Insgesamt waren mehr als 240.000 Menschen zurück nach Deutschland geflogen worden, weil sie wegen gestrichener Rückflüge oder geschlossener Grenzen und Flughäfen im Ausland festsaßen.

16:40 Uhr | Umfrage: Jeder vierte Deutsche will Corona-Warn-App auch im Urlaub nutzen

Wie aus einer am Freitag veröffentlichten Umfrage im Auftrag der E-Mail-Anbieter GMX und web.de hervorgeht, will fast jeder vierte Bundesbürger (24 Prozent der Befragten) die Corona-Warn-App in den Ferien nutzen. Die App des Auswärtigen Amts, um Reisewarnungen zu erhalten, würde jeder Sechste herunterladen. Die Urlaubslust ist wegen der Pandemie allerdings gedämpft. 39 Prozent der Befragten der Studie des Instituts Yougov planen, im Sommer zu verreisen. Dabei wolle jeder Vierte in Deutschland bleiben. Nur 13 Prozent geben laut der Umfrage an, ins Ausland reisen zu wollen.

16:10 Uhr | Hilfsorganisationen klagen über sinkende Spenden

Die Corona-Krise beeinträchtigt auch die Arbeit und Existenz entwicklungspolitischer und humanitärer Organisationen. In einer Umfrage berichtete ein Drittel der antwortenden kirchlichen und privaten Initiativen über sinkende Spenden und Fördermittel, wie der Verband Entwicklungspolitik (Venro) am Freitag mitteilte. Jede siebte Nichtregierungsorganisation (14 Prozent) sieht sich existenziell bedroht. 17 Prozent meldeten Kurzarbeit an, sechs Prozent befürchteten Entlassungen. An der Umfrage beteiligten sich 72 von 139 Venro-Mitgliedsorganisationen.

16:00 Uhr | Regierung verurteilt Übergriffe auf Menschen aus Corona-Gebieten

Die Bundesregierung hat die Stigmatisierung von Menschen aus Nordrhein-Westfalen wegen des dortigen Corona-Ausbruchs scharf kritisiert und zur Solidarität aufgerufen. "Dass Menschen aus Gütersloh und Warendorf zum Teil beleidigt werden, dass Autos zerkratzt werden, das ist natürlich völlig inakzeptables und widerwärtiges Verhalten", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag.

Wir müssen einander gerade in schwierigen Situationen mit Respekt und Sympathie behandeln.

Steffen Seibert, Regierungssprecher

15:30 Uhr | Auch Hamburg führt Beherbergungsverbot ein

Für Besucher aus Corona-Hotspots wie dem Kreis Gütersloh gilt ab kommender Woche auch in Hamburg ein Beherbergungsverbot. Eine entsprechende Änderung der Corona-Eindämmungsverordnung soll am Dienstag beschlossen werden. Die Regelung tritt einen Tag später in Kraft. Dann dürfen Menschen, die aus Kommunen, in denen die Höchstgrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten ist, nicht mehr in Hamburg beherbergt werden. Ausgenommen seien Personen mit negativem Corona-Test. Zugleich sollten sich Hamburger, die aus deutschen Corona-Hotspots heimkehren, in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne begeben, solange sie nicht nachweisen können, nicht infiziert zu sein.

15:00 Uhr | Merkel ruft bei Landrat des Kreises Gütersloh an

Angela Merkel hat sich am Freitag telefonisch beim Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer, gemeldet. Sie habe ihm Mut gemacht und sich bedankt, sagte der CDU-Politiker. Die Bürgerinnen und Bürger des Kreises seien unverschuldet in die aktuelle Situation gekommen, habe die Kanzlerin ihm am Telefon gesagt. Durch den Lockdown und die damit verbundenen Beschränkungen leisteten sie einen sehr wichtigen Beitrag, damit sich das Virus nicht über den Kreis Gütersloh hinaus auch in Deutschland ausbreiten könne.

13:30 Uhr | Corona-Maske mit Internet-Anschluss

Das japanische Startup-Unternehmen Donut Robotics hat nach eigenen Angaben eine vernetzte Maske entwickelt, die Nachrichten über das Internet senden und in acht Sprachen übersetzen kann. Die Maske passe über Standard-Atemschutzmasken und verbinde sich mit Smartphones oder Tablets. Sie wandle Sprache in Text um, könne Anrufe tätigen und die Stimme des Trägers verstärken. Die ersten 5.000 Masken solle es ab September in Japan geben, später auch in China, den USA und Europa - zu Preisen um 35 Euro.

13:01 Uhr | Beherbergung: Brandenburg zieht nach

Inzwischen soll auch Brandenburg ein Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Risikogebieten bekommen. Laut RBB-Bericht hat sich das Kabinett darüber verständigt, als Grenzwert sollen 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen gelten.

12:27 Uhr | Auch Hessen erlässt Beherbergungsverbot

Auch in Hessen gilt ab Samstag ein Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Risikogebieten. Das teilten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) heute mit. Als Risikogebiete gelten solche, die binnen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner melden. Das betrifft laut Robert Koch-Institut derzeit in Deutschland nur den Kreis Gütersloh (Stand heute 10:00 Uhr). Das Beherbergungsverbot gilt in Hessen nicht für Menschen mit negativem Coronatest, der nicht älter als zwei Tage sein darf. Ausnahmen gibt es, wenn Aufenthalte zwingend nötig, beruflich oder medizinisch veranlasst sind. Auch Besuche enger Familienangehöriger bleiben erlaubt.

Zuvor verhängten Bayern, Niedersachsen und das Saarland solche Verbote. Obwohl im Kreis Warendorf der Sieben-Tage-Wert unter 50 gefallen ist (siehe weiter unten), dürfen Menschen von dort in Niedersachsen noch nicht wieder übernachten. Im Nachbarland ist festgelegt, dass das Verbot bis 14 Tage nach Unterschreiten der Kennziffer gilt, vorerst also bis 5. Juli. Die Stadt Cuxhaven teilte heute mit, dass sie das Verbot auch auf ihren Strand anwendet. In Bayern gilt allein der Sieben-Tage-Wert am Tag der Anreise.

11:46 Uhr | Keine Daten über Infektionen in der Pflege

Die Bundesregierung hat keine Zahlen zum Infektionsgeschehen in Pflegeheimen. Die Linke-Bundestagsabgeordnete Pia Zimmermann habe Zahlen zu Infizierten, Verstorbenen und Genesenen abgefragt, berichten Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Keine der Fragen habe die Regierung beantworten können. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, reagierte empört. Er sagte dem Recherche-Netzwerk, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) müsse für eine solide Datengrundlage sorgen.

11:00 Uhr | Tests bei Tönnies in Chemnitz angekündigt

Bei der zur Tönnies-Gruppe gehörenden Lutz Fleischwaren GmbH in Chemnitz sollen Coronavirus-Tests durchgeführt werden. Wie die Stadtverwaltung dem MDR mitteilte, hat das die Leitung des Werks angekündigt. Laut Unternehmen gibt es bisher keinen Infektionsfall. An dem Standort in Sachsen arbeiten demnach rund 160 Menschen, 70 von ihnen seien ausländische Arbeiter mit Werkverträgen. Auch in Weißenfels in Sachsen-Anhalt betreibt Tönnies einen Schlachthof.

Die Tönnies-Gruppe ist in den Schlagzeilen, weil es im Hauptwerk in Rheda-Wiedenbrück einen massiven Ausbruch mit mehr als 1.550 Infektionen, gegeben hatte vor allem unter ausländischen Arbeitern. Für die nordrhein-westfälischen Kreise Gütersloh und Warendorf waren deshalb wieder restriktiver Schutzmaßnahmen angeordnet worden. Für Urlauber aus diesen Kreisen haben einige Bundesländer danach Beherbungsverbote verhängt oder sie verlangen Tests.

10:47 Uhr | Probleme an den Stränden in Südengland

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hat wegen Missachtung von Schutz-Vorschriften mit der Schließung von Stränden gedroht. Die Vorschriften müssten eingehalten, eine zweite Pandemie-Welle verhindert werden, sagte er. Gestern war es bei bestem Sommerwetter zu riesigen Ansammlungen von Menschen an der Südküste gekommen, vor allem im Badeort Bournemouth. Die Polizei und Anwohner klagten über aggressives Verhalten der Strandbesucher und Alkoholmissbrauch. Ordnungskräfte seien bespuckt worden. Auch Wales meldete überfüllte Strände und eine Massenschlägerei im Küstenort Ogmore-by-Sea.

10:30 Uhr | Auch an deutschen Stränden wird es voll

In Hamburg, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben jetzt die Sommerferien begonnen. Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen folgen nöchste Woche. Wegen der Coronavirus-Pandemie machen dieses Jahr mehr Deutsche als sonst Urlaub im eigenen Land. "Bei uns sind die Quartiere fast restlos ausgebucht", sagte die Pressesprecherin des Tourismus-Service Grömitz, Jaqueline Felsmann, für die Ostsee. An der Nordsee ist es ähnlich: "Wir hatten vermutlich den stärksten Juni der vergangenen Jahre, und in der kommenden Woche werden wir die 90 Prozent-Marke in Auslastung und Belegung hinter uns lassen", hieß es beim Büsumer Tourismus Marketing Service. Der ADAC rechnet am Wochenende mit Stau auf Autobahnen und Straßen im und in Richtung Norden.

Erste Urlauber sitzen in Stradkörben und genießen das Sonnenwetter am Ostseestrand
Auch an den Stränden an Nord- und Ostsee soll Abstand gehalten werden - wie das klappt, wird sich zeigen. Bildrechte: dpa

10:12 Uhr | Infektion an Grundschule in Leipzig

In einer Grundschule in Leipzig-Holzhausen ist jetzt ein Viertklässler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Gesundheitsamt habe entschieden, die Mitschüler und die Lehrkräfte dieser Klasse bis 7. Juli in Quarantäne zu schicken. Das teilte die Schule mit. Eltern von Schülern anderer Klassen können ihre Kinder demnach zu Hause lernen lassen. Das infizierte Kind war demnach zuletzt am Montag in der Schule. Vergangene Woche hatte es eine bestätigte Infektion an einer Grundschule in Penig im Landkreis Mittelsachsen geben.

10:08 Uhr | Zahl der Neuinfektionen stabilisiert

Bis gestern haben die Kreise und Städte in Deutschland 496 neue Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet. Das Niveau der Neuinfektionen hat sich nach einem Anstieg Ende der vergangenen Woche also wieder bei geringeren Zahlen stabilisiert. Das geht aus der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts "Risklayer" hervor. Die Hälfte der neugemeldeten Fälle wurde gestern in Nordrhein-Westfalen registriert (249). Dort ist das Infektionsgeschehen nach dem Ausbruch im Schlachtbetrieb von Tönnies nach wie vor deutschlandweit am dynamischsten. In Mitteldeutschland wurden gestern elf Fälle neu gemeldet (Sachsen: 2, Sachsen-Anhalt: 5, Thüringen: 4).

Die Reproduktionszahl, (R-Wert), schätzt das Robert Koch-Institut aktuell auf 0,59 (berücksichtigt der Datenstand vom 25. Juni, 00:00 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weit weniger als eine weitere Person ansteckt. Nach lokalen Ausbrüchen der vergangenen Woche ist der Wert also wieder deutlich gesunken. Seit Mitte Mai gibt das RKI auch ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf eine längere Zeit und unterliegt weniger tagesaktuellen Schwankungen. Auch dieser Wert ist gesunken – auf 1,11. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, muss er länger unter 1,00 bleiben.

09:00 Uhr | Vertrauen in Warn-App gering

Die neue Corona-Warn-App ist millionenfach heruntergeladen, das Vertrauen in ihre Wirksamkeit laut einer Umfrage aber gering. Laut ZDF-Politbarometer erwarten nur 38 Prozent der Befragten einen großen Beitrag zur Begrenzung der Pandemie in Deutschland. Eine Mehrheit von 56 Prozent bezweifelt das.

08:58 Uhr | Ende der Quarantäne in Göttingen

Die Quarantäne für die rund 700 Bewohner des Wohnkomplexes in Göttingen ist beendet. Sie sei planmäßig um Mitternacht ausgelaufen, sagte ein Stadtsprecher heute morgen. Nur einzelne Bewohner, für die noch eine Quarantäne gelte, dürften das Gelände nicht verlassen. Die Abriegelung war am 18. Juni nach rund 120 nachgewiesenen Ansteckungen eingerichtet worden. Insgesamt 600 zweite Tests hatten laut Stadt nur vier weitere positive Ergebnisse geliefert, alle bei Kontaktpersonen von Infizierten im familiären Umfeld.

08:28 Uhr | Auch Saarland verhängt Beherbergungsverbot

Auch das Saarland hat jetzt ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Risikogebieten beschlossen. Ab Montag dürften landesweit keine Gäste mehr untergebracht werden, die aus einem Landkreis mit mehr als 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner kommen. Das teilte ein Regierungssprecher in der Nacht zum Freitag mit. Der Beschluss sei bei einer Sondersitzung des Ministerrats gestern Abend gefallen. Ähnliche Beschränkungen hatte andere Bundesländer schon in den vergangenen Tagen verhängt. Derzeit laufen Bestrebungen für eine bundesweit einheitliche Verfahrensweise.

08:21 Uhr | Warendorf unter 50 Neuinfektionen pro 100.000

Im Kreis Warendorf ist die Kennziffer für Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen unter die Marke von 50 gefallen. Das teilte das Robert Koch-Institut heute mit. Demnach lag der sogenannte R-Wert dort nun bei 47,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Am Vortag hatte der Schätzwert noch bei 50,4 gelegen. Auch im Kreis Gütersloh, für den ebenfalls nach dem Coronavirus-Ausbruch bei Tönnies ein regionaler Lockdown gilt, sank die Sieben-Tage-Kennziffer nach extrem hohen Werten weiter. Sie lag mit 177,7 aber noch sehr deutlich über der angestrebten Marke.

07:30 Uhr | Altmaier: Lufthansa zahlt für abgesagte Flüge

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) geht davon aus, dass die Lufthansa das Geld an Kunden für abgesagte Flüge zurückzahlt. Er sagte im ZDF, die Mittel stünden jetzt zur Verfügung, da die Aktionäre einer Staatsbeteiligung zugestimmt hätten. Das Unternehmen sei zur Rückzahlung verpflichtet. Nach eigenen Angaben hat die Lufthansa bereits rund eine Milliarde Euro zurückgezahlt. Eine weitere Milliarde stehe noch aus. Altmaier sagte auch, dass sich die Politik nicht in die Entscheidungen des Unternehmens einmischen werde.

07:00 Uhr | Rund 200 Menschen in Salzwedel in Quarantäne

In Salzwedel im Norden von Sachsen-Anhalt müssen rund 200 Menschen in Quarantäne. Grund ist die Coronavirus-Infektion der Mitarbeiterin eines Schulhorts im Stadtteil Perver. Behörden zufolge müssen nun alle Grundschüler und Mitarbeiter zu Hause bleiben. Erwachsene würden heute getestet, Schüler wohl am Montag.

05:00 Uhr | Laschet lässt Tönnies-Haftung prüfen

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) lässt die Haftbarkeit des Fleischproduzenten Tönnies für Folgen des Coronavirus-Ausbruchs im Kreis Gütersloh prüfen. Zur Frage, ob das Unternehmen haftbar sei, sagte Laschet dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Es wird derzeit sehr genau geprüft, ob und gegen welche Regeln das Unternehmen verstoßen hat und wo es in Haftung genommen werden kann." Laschet betonte, er sehe Tönnies in der Verantwortung. Vor einigen Tagen hatte der Politiker erklärt, er wolle das Unternehmen haftbar machen.

04:15 Uhr | Schneller Anstieg der Fallzahlen in den USA

Die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen in den USA hat laut Nachrichtenagentur Reuters zuletzt einen neuen Rekordwert erreicht. Demnach gab es gestern mindestens 39.818 neue Fälle, während der bisherige Höchstwert am 24. April bei 36.426 gelegen habe.

01:15 Uhr | Weiter hohe Ansteckungsrate in Brasilien

In Brasilien wurden laut Gesundheitsministerium bis gestern in 24 Stunden 39.483 neue Infektionen und 1.141 weitere Tote gemeldet. Insgesamt habe es damit mehr als 1,2 Millionen bekannte Fälle in dem südamerikanischen Land und 54.971 Todesopfer gegeben.

00.00 Uhr | Deutschland: Wenig Angst vor Infektionen

Trotz jüngster Meldungen über lokale Ausbrüche scheinen etwa 75 Prozent der Deutschen nach wie vor nicht zu fürchten, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Das geht aus dimap-Umfragen zum ARD-DeutschlandTrend hervor. Befragt am 23. und 24. Juni, lag der Anteil der Teilnehmer, die sich große oder sehr große Sorgen machten, bei 24 Prozent. Mitte März hatte diese Zahl mit 55 Prozent ihren bisher höchsten Stand erreicht. Anfang Mai sank sie, auf seither stabil ein Viertel. Am 23. Juni waren nach dem Ausbruch im Fleischwerk von Tönnies in Nordrhein-Westfalen wieder härtere Schutzmaßnahmen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf verhängt worden.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Juni 2020 | 06:00 Uhr