Coronavirus 7. August: Bisher elf positive Corona-Tests am Flughafen Leipzig/Halle

An den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden haben sich bisher gut 2.800 Menschen auf das Corona-Virus testen lassen. Elf Reisende seien positiv gewesen – alle in Leipzig/Halle. Die Münchner Virologin Protzer empfiehlt in diesem Jahr jedem eine Grippe-Schutzimpfung. Wenn der Arzt wisse, dass der Patient gegen die Grippe geimpft sei, könne er diese bei der Diagnose schneller ausschließen. Nicht nur beim Fußball soll es mit Fans weitergehen, auch Konzerte sollen wieder größer werden.

Unser Ticker am Freitag, 7. August 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:40 Uhr | Rund 40 Millionen Zwangsräumungen in den USA befürchtet

In den USA droht wegen der Corona-Krise bis zu 40 Millionen Mietern eine Zwangsräumung. Das geht aus einer Studie hervor, an der Einrichtungen wie die Universität Princeton beteiligt waren. Bedroht seien demnach über 40 Prozent aller Haushalte, die zur Miete wohnen. Die Wissenschaftler befürchten nach eigener Aussage die schwerwiegendste Unterkunftskrise in der Geschichte des Landes.

Grundlage für die Studie waren Befragungen von Mietern. Ein vorübergehendes Verbot von Zwangsräumungen bestimmter Immobilien lief Ende Juli aus.

21:20 Uhr | Russland erhöht Zahl der Toten im Juni nachträglich

Die russische Statistikbehörde Rosstat hat im Juni knapp 1.000 Corona-Todesfälle mehr gezählt, als nach bisherigen offiziellen Angaben verzeichnet wurden. Mindestens 5.448 Menschen seien zwischen dem 2. Juni und dem 1. Juli an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte die Moskauer Behörde mit. Bislang wurden lediglich 4.499 Corona-Tote für diesen Zeitraum gemeldet.

Kritik an den offiziellen Zahlen Russlands gibt es seit Monaten. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl fallen sie deutlich weniger dramatisch aus als in anderen Ländern Europas. Die Behörden weisen Manipulationsvorwürfe zurück und argumentieren, es werde intensiv getestet und gebe effektive Schutzmaßnahmen. Zu den 5.448 Corona-Toten von Rosstat zählen allerdings nur solche, bei denen das Virus als "Haupttodesursache" festgestellt wurde. Die Statistiker bringen weitere 4.880 tote Corona-Infizierte mit anderen Todesursachen in Verbindung. Auch zählt Russland lediglich autopsierte Corona-Tote. Viele andere Länder hingegen klassifizieren alle positiv getesteten Toten als Opfer der Pandemie.

21:14 Uhr | Flugzeug von indischer Rückholaktion verunglückt

Ein Flugzeugunglück bei starkem Monsunregen auf nasser Piste in Indien hat mindestens 15 Menschen das Leben gekostet. Mindestens 123 Menschen seien verletzt worden, teilte die Polizei am Flughafen Calicut in der Stadt Kozhikode mit. Die Maschine aus Dubai mit 191 Menschen an Bord sei bei der Landung in dem südindischen Bundesstaat Kerala über die Landebahn hinaus geschossen, schrieb der Minister für zivile Luftfahrt auf Twitter. Anschließend sei sie in zwei Stücke gebrochen. In der Region hatte es am Freitagabend stark geregnet. Der Flieger war Teil eines Rückholprogramms von indischen Bürgen, die wegen des Coronavirus im Ausland gestrandet waren. Indiens Premierminister Narendra Modi twitterte: "Meine Gedanken sind mit denen, die ihre Liebsten verloren haben. Mögen die Verletzten so schnell wie möglich genesen."

20:23 Uhr | Quarantäne in Heim für Geflüchtete beendet

In der Magdeburger Landesaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge ist die Quarantäne aufgehoben worden. Knapp 260 Bewohnerinnen und Bewohner waren davon betroffen. Vor zwei Wochen war bei einem neu angekommenen Mann eine Coronavirus-Infektion festgestellt worden. Nach Angaben des Gesundheitsamtes war am Freitag auch der letzte Test in der Magdeburger Einrichtung ohne Befund. Der positiv getestete Mann und seine Ehefrau waren nach Quedlinburg gebracht worden. Die Einrichtung dort ist speziell für Quarantänefälle vorbehalten.

16:32 Uhr | Kostenlose Corona-Tests für Erzieher gefordert

Die Volkssolidarität Sachsen fordert eine Ausweitung der kostenlosen Corona-Tests auch für Erzieher. Landesgeschäftsführer Lemme sagte, die Kosten sollten vom Land oder der Krankenkasse übernommen werden. Auch der Städte und Gemeindetag befürwortet eine derartige Regelung. Er schätzt den finanziellen Aufwand für eine Testreihe im Freistaat auf rund 3 Millionen Euro. Kultusminister Christian Piwarz sieht hingegen Kommunen und Träger in der Pflicht, die Kosten zu übernehmen. Dort seien die Erzieher angestellt, sagte Piwarz. Bislang können sich in Sachsen nur Lehrer freiwillig einmal pro Woche auf das Corona-Virus testen lassen.

16:00 Uhr | Mitteldeutsche Flughäfen: Bisher elf positive Corona-Tests

An den mitteldeutschen Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden haben sich bisher gut 2.800 Menschen auf das Corona-Virus testen lassen. Das teilte die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen mit. Elf Reisende seien positiv gewesen – alle in Leipzig/Halle. Dort können sich Bürger aus Halle bereits seit Montag vergangener Woche kostenlos testen lassen, seit Sonnabend vergangener Woche auch alle übrigen Reisenden.

15:29 Uhr | Münchner Virologin plädiert für Grippe-Impfung für alle

Die Münchner Virologin Ulrike Protzer empfiehlt in diesem Jahr eine Grippe-Impfung für alle. Die Direktorin des Instituts für Virologie an der TU sagte, auch junge Menschen sollten sich impfen lassen. Im Herbst stünden Ärzte vor der Herausforderung, Grippe, Covid-19 und banale Erkältungen schnell voneinander unterscheiden zu müssen. Je mehr Menschen sagen könnten, sie seien gegen Grippe geimpft, umso besser könne man entscheiden. - Das Robert Koch-Institut hatte sich in der vergangenen Woche dafür ausgesprochen, weiterhin vor allem Risiko-Gruppen wie Ältere und chronisch Kranke zu impfen.

14:30 Uhr | Mehr Grenzkontrollen in Europa

Die EU-Kommission beklagt eine zunehmende Zahl von nationalen Alleingängen bei Einreisebeschränkungen und Grenzkontrollen. Ein Sprecher rief die Mitgliedstaaten auf, eine neue Runde unkoordinierter Maßnahmen zu vermeiden. Er verwies auf einen gemeinsamen Katalog für pandemiebedingte Einschränkungen des freien Reiseverkehrs. Wegen steigender Corona-Zahlen hatten zuletzt Länder wie Finnland und Dänemark neue Beschränkungen für andere EU-Länder eingeführt, etwa für Belgien, Spanien, Rumänien, Bulgarien und Luxemburg.

13:25 Uhr | Dutzende Infektionen bei Blohm+Voss

Bei der Hamburger Werft Blohm+Voss sind 19 weitere Beschäftigte positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit erhöhte sich die Zahl der insgesamt Infizierten auf 78. Wie die Sozialbehörde mitteilte, wurden die neuen Fälle in Werft-Bereichen festgestellt, die nach dem Hygienekonzept getrennt waren vom ersten betroffenen Bereich. Nun werden mögliche Infektionswege untersucht, etwa in Pausenräumen und Sanitäranlagen. Auch die Wohnsituation der Arbeiter wird geprüft. Nach IG-Metall-Angaben ist nicht die Stammbelegschaft betroffen, sondern Beschäftigte mit Werkverträgen.

12:15 Uhr | Infektionszahlen in Polen steigen

Polen meldet so viele neue Corona-Fälle wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Behörden registrierten 809 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Tags zuvor waren 726 neue Ansteckungen erfasst worden. Landesweit haben sich nach offiziellen Angaben bislang 50.324 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1.787 Menschen seien gestorben.

11:50 Uhr | Thüringen weitet Testkapazitäten aus

Wegen der ab Samstag geltenden Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten werden die Testkapazitäten in Thüringen wieder ausgebaut. Das teilte die Kassenärztliche Vereinigung mit. Die zwischenzeitlich kaum noch genutzten Stützpunkte werden in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern je nach Bedarf wieder hochgefahren. Testtermine für die Rückkehrer in zentralen Abstrichstützpunkten, Gesundheitsämtern oder bei niedergelassenen Ärzten werden über die kostenlose Rufnummer 116 117 vermittelt.

11:00 Uhr | Zwei Schulen in MV nach Corona-Fällen geschlossen

Zwei Schulen in Mecklenburg-Vorpommern sind nach Corona-Infektionen geschlossen worden. Betroffen sind das Goethe-Gymnasium in Ludwigslust, wo eine Lehrerin positiv getestet wurde, und die Ostsee-Grundschule in Graal-Müritz, wo ein Schüler infiziert ist. In MV hatte das neue Schuljahr am Montag begonnen, in Hamburg am Donnerstag. Nächste Woche folgen weitere Bundesländer.

10:15 Uhr | Mehr als 50.000 Corona-Tote in Mexiko

Mexiko hat als drittes Land der Welt die Marke von 50.000 registrierten Covid-19-Todesfällen überschritten. Das Gesundheitsministerium meldete 819 neue Opfer und insgesamt nun 50.517 Tote. Nur die USA mit mehr als 160.000 und Brasilien mit knapp 100.000 Todesopfern haben höhere Zahlen. Die Zahl der bestätigten Infektionen in Mexiko kletterte auf knapp 463.000. Allerdings testet Mexiko im internationalen Vergleich sehr wenig auf den Erreger Sars-CoV-2, sodass die wirklichen Zahlen deutlich höher liegen dürften.

09:30 Uhr | Großkonzert mit 13.000 Zuschauern geplant

In Düsseldorf soll am 4. September ein Großkonzert mit 13.000 Zuschauern stattfinden. Angekündigt sind Stars wie Bryan Adams, Sarah Connor und "The Boss Hoss". Konzertveranstalter Marek Lieberberg will mit dem Event im Fußballstadion ein Zeichen setzen, "auf das Fans, Künstler und ( ... ) die gesamte Musikindustrie sehnsüchtigst gewartet haben". Es wäre das erste Großkonzert in Deutschland seit März.

Winke, winke! Sarah Connor hat einen guten Draht zu ihren Fans. Im Laufe des Konzerts durfte einer sogar auf die Bühne, um ein Selfie mit ihr zu machen.
Sarah Connor bei einem früheren Konzert in der Arena Leipzig. Bildrechte: MDR/Werner G. Lengenfelder

Das Konzert soll in enger Abstimmung mit den Behörden vorbereitet und der Infektionsschutz gewährleistet werden. So sollen die Fans Mund-Nase-Bedeckungen tragen, und zwischen den Sitzplätzen soll es einen Sicherheitsabstand geben. In die Merkur-Arena passen normalerweise 55.000 Zuschauer.

Am 20. Juni hatte es in der Kölner Lanxess-Arena ein erstes größeres Popmusik-Konzert mit 900 Fans gegeben. In Leipzig ist am 18. Juli in der Arena ein Test-Konzert mit Tim Bendzko vor 4.000 Zuschauern geplant. Dabei wollen Forscher der Uni Halle das Infektionsrisiko bei Großveranstaltungen untersuchen.

08:50 Uhr | Grüne: Gesundheitsämter überlastet

Trotz monatelanger Corona-Krise sind die Gesundheitsämter nach Einschätzung der Grünen noch immer nicht gut aufgestellt. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Kirsten Kappert-Gonther, sagte MDR AKTUELL, bislang sei es von Bundesgesundheitsminister Spahn und den Ländern meist bei Lippenbekenntnissen geblieben. Nach einer Abfrage des Städtetags hätten zwar rund zwei Drittel der Gesundheitsämter zusätzliches Personal zur Verfolgung von Corona-Kontakten eingestellt, ein Drittel aber nicht. Zugesagte Gelder für die technische Aufrüstung seien noch gar nicht geflossen. Die Grünen-Politikerin betonte, die Corona-Krise binde in den Gesundheitsämtern viel Personal. Dadurch würden andere Aufgaben wie etwa Schuleingangs-Untersuchungen vernachlässigt.

07:55 Uhr | Mehr als 1.100 Neuinfektionen in Deutschland

Die Kommunen in Deutschland haben für Donnerstag 1.106 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet. Das ist der höchste Tageswert seit drei Monaten. Zum dritten Mal wurde in den letzten Tagen die Marke von 1.000 Neuansteckungen pro Tag überschritten. Der Sieben-Tage-Schnitt erhöhte sich auf 794. Laut Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts "Risklayer" sind damit deutschlandweit seit Beginn der Pandemie 215.224 Infektionen erfasst, davon 11.091 in Mitteldeutschland.  

07:20 Uhr | Indien mit mehr als zwei Millionen Infektionen

Indien meldet einen Rekordanstieg von 62.538 Coronavirus-Neuinfektionen binnen eines Tages. Die Gesamtzahl der erfassten Fälle stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums damit auf 2,03 Millionen. Indien ist nach den USA und Brasilien das dritte Land, das die Schwelle von zwei Millionen Infektionen überschritten hat. Knapp 42.000 Menschen starben nach einer Infektion.

06:45 Uhr | CDU-Wirtschaftsrat für Reiseverbote

Der CDU-Wirtschaftsrat hat ein generelles Reiseverbot in Corona-Risikogebiete gefordert. Der Generalsekretär des Verbands, Wolfgang Steiger, sagte der "Bild"-Zeitung, das Recht auf Reisen könne nicht höher bewertet werden als die Rechte von Millionen Deutschen, denen ein erneuter Lockdown drohen könnte. Komme es wieder zu Betriebs- und Schulschließungen, würde das Deutschland in "erheblichste Schwierigkeiten" bringen.  

06:30 Uhr | Montgomery für Pflicht-Quarantäne nach Risiko-Urlaub

Der Vorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, forderte nach Risikoreisen eine generelle Quarantäne. Tests seien nur eine Momentaufnahme. Daher sollten alle Reiserückkehrer eine Woche bis zehn Tage isoliert werden.

06:20 Uhr | Spahn: Lage derzeit beherrschbar

Die aktuellen Coronavirus-Fälle haben aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch keine kritische Schwelle überschritten. Der CDU-Politiker sagte am Abend im ZDF, im Moment habe man eine Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen umgehen könne. Zuletzt waren wieder häufiger mehr als 1.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert worden.

06:10 Uhr | Wirtschaft beklagt Reisebeschränkungen

Die deutsche Exportwirtschaft klagt über die weltweiten Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie. "Geschäftsreisen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Folgen der Reiseeinschränkungen sind daher erheblich", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Martin Wansleben. Viele Unternehmen könnten ihre Manager, Techniker oder Vertriebsmitarbeiter nicht zu Kunden oder Lieferanten in andere Länder schicken. Das gilt insbesondere für wichtige Handelspartner wie die USA und China.

06:00 Uhr | China steigert Exporte

Die chinesischen Exporte sind im Juli überraschend deutlich gestiegen. Sie kletterten zum Vorjahresmonat um 7,2 Prozent. Das ging aus am Freitag veröffentlichten Zolldaten hervor. Ökonomen hatten mit einem leichten Minus gerechnet.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. August 2020 | 06:00 Uhr