Coronavirus-Pandemie Ticker: Tschechien öffnet Skigebiete in zwei Wochen

Der Lockdown in Tschechien ist beendet und in zwei Wochen geht es unter strengen Hygiene-Auflagen auf die Pisten. Das britische Impfprogramm startet ab Dienstag. Der kleine Grenzverkehr nach Tschechien bleibt auch nach dem Ende des Lockdowns im Nachbarland untersagt. Eine geplante "Querdenken"-Demo in Bremen bleibt verboten. Die Coronavirus-Infektionen in Kindertagesstätten gehen nach Angaben des Familienministeriums zurück. Aktuelle Informationen zur Pandemie im Live-Ticker.

Snowboarder bei der Abfahrt
In Tschechien kann am 18. Dezember die Wintersportsaison beginnen. Bildrechte: Colourbox.com

Unser Ticker am Freitag, 4. Dezember 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:50 Uhr | Gesetzliche Krankenkassen machen 1,7 Milliarden Euro Minus

Die Corona-Pandemie hat bei den gesetzlichen Krankenkassen zu einem Milliardendefizit geführt. Wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte, haben die Kassen bis zum Herbst insgesamt 1,7 Milliarden Euro Verlust gemacht. Der Bund werde deshalb in diesem und auch im nächsten Jahr mit einem zusätzlichen Zuschuss helfen. Gesundheitsminister Jens Spahn sagte, das sei in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein gutes und richtiges Signal an Beitragszahler und Arbeitgeber. Trotz des Defizits hatten die Krankenkassen laut der Mitteilung Ende September Reserven in Höhe von 17,8 Milliarden Euro.

21:08 Uhr | Pietsch plädiert für stärkere Maßnahmen in Sachsen

Wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen wird über weitere Schutzmaßnahmen diskutiert, vor allem in Sachsen. Was wäre angebracht? Virologin Corinna Pietsch von der Uniklinik Leipzig, sagt, weil die Zahlen in Sachsen weiter sehr schnell stiegen, komme man dort nicht umhin, mehr zu tun, um die Pandemie einzudämmen. Die Lockerungen über Weihnachten werden ihrer Einschätzung nach zu mehr Fällen im Januar führen.

20:59 Uhr | Türkei: landesweite Ausgangssperre am Wochenende

In der Türkei ist eine neue landesweite Ausgangssperre in Kraft getreten. Nach einer Verfügung des Innenministeriums dürfen Wohnungen und Häuser am Wochenende nur zwischen 10 und 17 Uhr verlassen werden, um im nächstgelegenen Laden einzukaufen. Restaurants und Imbisse könnten zwischen 10.00 und 20.00 Uhr Lieferdienste anbieten. Die Ausgangssperre ende Montagfrüh. Ausgenommen von den Regeln sind Touristen. Die Corona-Situation ist laut der türkischen Ärztevereinigung besorgniserregend. Intensivstationen in staatlichen Krankenhäusern seien überfüllt.

18:21 Uhr | Tschechien öffnet Skigebiete am 18. Dezember

In Tschechien dürfen die Skigebiete am 18. Dezember wieder öffnen. Das gab Gesundheitsminister Jan Blatny bekannt. Einzelheiten des Hygienekonzeptes und zum Warteschlangen-Management würden Anfang nächster Woche beraten. Mit einem Zustrom ausländischer Gäste werde derzeit nicht gerechnet. Einreisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz müssen sich derzeit in Tschechien online anmelden und einen negativen Corona-PCR-Test vorlegen. Die Bundesregierung hat Tschechien zum Risikogebiet erklärt und eine Reisewarnung ausgesprochen.

17:46 Uhr | Hilfen für Startups werden verlängert

Die Bundesregierung hat die Hilfen für Startups und kleine Mittelständler verlängert. Das Wirtschaftsministerium teilte mit, das Paket laufe nun bis Ende Juni 2021. Insgesamt stünden zwei Milliarden Euro für Finanzierungen bereit. Staatssekretär Nußbaum sagte, Ziel der Verlängerung sei es, dass junge Unternehmen nach der Krise wieder durchstarten könnten. Bislang waren die Mittel nur bis Jahresende zugesagt.

16:47 Uhr | Sachsen gleicht Verluste im ÖPNV aus

Sächsische Verkehrsunternehmen können ihre corona-bedingten Verluste vom Land ausgleichen lassen. Darauf einigten sich Wirtschafts- und Verkehrsministerium in Dresden. Vorgesehen ist, die Einnahme-Ausfälle bei Bus und Bahn zu 100 Prozent auszugleichen. Die Zahlungsbescheide sollen noch vor Weihnachten versandt werden.

15:20 Uhr | Bundeswehr in ganz Sachsen im Corona-Einsatz

Die Bundeswehr ist mittlerweile in allen sächsischen Kreisen und kreisfreien Städten im Kampf gegen die Corona-Pandemie im Einsatz. Nach Angaben des Landeskommandos helfen seit dieser Woche auch Bundeswehrsoldaten im Vogtlandkreis aus. Sie übernähmen Hilfstätigkeiten in einem Pflegeheim und einer Wohnstätte.

14:51 | Niedergelassene Ärzte warnen vor Corona-Schnelltests

Die niedergelassenen Ärzte wenden sich gegen den Gebrauch von Corona-Schnelltests durch medizinische Laien. Die Ärzte-Organisation "Virchowbund" erklärte, dadurch steige das Risiko fehlerhafter Negativ-Ergebnisse. Infizierte wägen sich dann in trügerischer Sicherheit. Nur geschultes Personal könne sicherstellen, dass die hohe Genauigkeit der Schnelltests auch erreicht werde. Die Ärzte sehen zudem die Gefahr, dass Selbsttests die Kontaktbegrenzungen unterlaufen könnten. Menschen mit negativen Tests fühlten sich nicht mehr an die Regeln gebunden.

Das Gesundheitsministerium von Sachsen-Anhalt hat für Lehrer und Hortner 25.000 Tests beschafft. Die Beschäftigten sollen zunächst geschult werden, bevor sie sich Anfang Januar den Abstrich selbst nehmen dürfen.

14:08 Uhr | "Fahrstuhlgate" ist Foto des Jahres in Hessen und Thüringen

Die Aufnahme einer Fahrstuhlfahrt mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier in Pandemie-Zeiten hat den Preis "Foto des Jahres 2020" gewonnen, den der Deutsche Journalistenverband von Hessen und Thüringen vergibt.

Bei einem Besuch der Uniklinik Gieߟen drängen sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU, l), und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU, M) mit Begleitern in einem Fahrstuhl.
Dieses Foto sogte für Furore. Bildrechte: dpa

Das Foto zeigt die beiden CDU-Poltiker, wie sie sich trotz Kontaktbeschränkungen im Frühjahr mit weiteren Menschen in einen Fahrstuhl drängen.

13:23 Uhr | Britisches Impfprogramm startet Dienstag

Der britische Gesundheitsdienst NHS will am kommenden Dienstag mit dem Impfen gegen Covid-19 beginnen. Das sagte NHS-Providers-Geschäftsführer Chris Hopson am Freitag im BBC-Fernsehen.

Als erstes geimpft werden sollen Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen sowie über 80-Jährige und besonders gefährdetes medizinisches Personal. Wegen der komplizierten Lagerung bei minus 70 Grad soll der Impfstoff aber zunächst nur in 50 Kliniken im Land verabreicht werden. Später sollen weitere Zentren hinzukommen.

Premierminister Boris Johnson sprach von der größten Massenimpfung in der Geschichte Großbritanniens. Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hatte am Mittwoch dem Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer eine Notfallzulassung für deren Impfstoff erteilt. Großbritannien ist damit das erste Land überhaupt, das den Impfstoff zur breiteren Anwendung freigegeben hat.

13:15 Uhr | Rekord an Neuinfektionen in den USA

Nach dem von vielen Familienfeiern und Reisen geprägten Thanksgiving-Wochenende ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA auf einen neuen Höchststand gesprungen. Binnen 24 Stunden wurden landesweit mehr als 210.000 neue Fälle und damit so viele wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie registriert, teilte die Johns-Hopkins-Universität mit.

13:07 Uhr | Covid-19-Todesfälle erhöhen Sterbestatistik

In der ersten Novemberwoche sind in Deutschland fünf Prozent mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der vergangenen vier Jahre. Das geht aus vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts vom Freitag hervor. Demnach starben vom 2. bis 8. November mindestens 18.483 Menschen. Der Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 liegt bei 17.654.

Parallel dazu stieg auch die Zahl der Todesfälle von Patienten, die laborbestätigt an Covid-19 erkrankt waren. In der entsprechenden Woche gab es insgesamt 1.067 beim Robert Koch-Institut gemeldete Covid-19-Todesfälle. Die Zahlen belegen, dass das Coronavirus zusätzliche Todesfälle verursacht.

12:37 Uhr | DRK Sachsen sucht Mitarbeiter

Für die geplanten Impfzentren in Sachsen sucht das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bis zu 300 Mitarbeiter. Gearbeitet werde könne in Vollzeit, Teilzeit oder auch auf Minijob-Basis, teilte der Landesverband am Freitag mit. Zu den Aufgaben gehörten vor allem organisatorische und logistische Tätigkeiten – etwa Unterstützung im Check-in Bereich oder Hilfe für die impfenden Ärzte. Bewerbungen könnten über die Internetseite des DRK erfolgen. Geplant ist der Einsatz zunächst für bis zu drei Monate. Die konkreten Orte für die Impfzentren könnten erst nach und nach genannt werden, hieß es.

12:24 Uhr | Bremer OVG bestätigt Verbot von "Querdenken"-Demo

Das Bremer Oberverwaltungsgericht (OVG) hat das Verbot einer für das Wochenende geplanten Großdemonstration der "Querdenken"-Bewegung bestätigt. Das Gericht wies am Freitag eine Beschwerde gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts der Hansestadt zurück. Das Ordnungsamt habe sein Versammlungsverbot "zu Recht auf die Prognose gestützt, dass die Durchführung der geplanten Versammlung mit einer erheblichen Infektionsgefahr für die Versammlungsteilnehmer, Polizeibeamten und Passanten verbunden sein werde, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Schäden an Leib und Leben führen könne", hieß es zur Begründung.

11:58 Uhr | Sächsischer Bürgermeister schreibt sich Frust von der Seele

Der Bürgermeister von Augustusburg in Mittelsachsen, Dirk Neubauer, hat mit einem Beitrag bei Facebook für Aufsehen gesorgt. In dem Text wendet sich Neubauer gegen alle, die an der Gefährlichkeit der aktuellen Lage zweifeln, Verschwörungstheorien anhängen und sich nicht an die Regeln zum Infektionsschutz halten.

Porträt Dirk Neubauer
Dirk Neubauer, Bürgermeister von Augustusburg. Bildrechte: MDR / Hoferichter & Jacobs

Unter anderem schreibt der SPD-Kommunalpolitiker in dem am Donnerstagnachmittag veröffentlichten Beitrag: "Ihr schließt Euch heimlich zu zehnt in euren Garagen ein, um gemeinsam im Qualm auf den Widerstand anzustoßen? Meckert dort, dass eure Kneiperfreunde 'vom Staat' kaputt gemacht werden. Und denkt, weil ihr um die Ecke parkt, merkt es keiner? Labert gegen Impfstoffe, mutiert zu Virologen und stellt alle ins geistige Abseits, die versuchen, dem Drama schnellstmöglich ein Ende zu setzen. Ihr bezeichnet die Maske als Maulkorb und verstopft zugleich die Netzwerke mit Verschwörungsunsinn, Anschuldigungen und Widerstandsgelaber." Die so Angesprochenen sollten es stattdessen "mal mit Verantwortung" versuchen.

Mit dem Beitrag traf Neubauer offenbar einen Nerv. Der Text wurde bislang mehr als 230 Mal geteilt.

11:25 Uhr | Rechtsextreme mobilisieren für "Querdenken"-Demo in Dresden

Rechtsextremisten machen auf ihren Kanälen offenbar massiv Werbung für eine Teilnahme an der geplanten "Querdenken"-Demo am 12. Dezember in Dresden. Das berichtet die "Tagesschau" und zitiert den Sächsischen Verfassungsschutz: "Der Aufruf wird innerhalb der rechtsextremistischen Szene regional und überregional lebhaft diskutiert. Die Veranstaltung wird dort stark beworben."

Die Stadt Dresden sagte zu einem möglichen Verbot der Demo, dass es derzeit "noch keine Entscheidung der Versammlungsbehörde" gebe. Das Verfahren dazu laufe und werde "auch das aktuelle Inzidenzgeschehen berücksichtigen".

10:21 Uhr | Weiter kein "kleiner Grenzverkehr" nach Tschechien

Der kleine Grenzverkehr zwischen Sachsen und Tschechien bleibt auch nach dem Ende des Lockdowns im Nachbarland untersagt. Das hat das Sozialministerium in Dresden betont und auf die aktuelle sächsische Quarantäne-Verordnung verwiesen. Demnach müssen alle Personen bei einer Rückkehr aus Tschechien in häusliche Isolation, wenn sie ohne triftigen Grund oder länger als zwölf Stunden dort waren. Einkaufen und Tanken zählen nicht als triftige Gründe. In Tschechien dürfen seit Donnerstag wieder alle Einzelhandelsgeschäfte und Gaststätten öffnen.

09:59 Uhr | Werbung mit wärmenden Worten

Die Mehrheit der Konsumentinnen und Konsumenten wünscht sich laut Umfragen in der Werbung eine Flucht aus der Corona-Realität – und die Marketing-Abteilungen liefern:

09:40 Uhr | Mützenich nennt Söder "theatralisch und selbstverliebt"

Der Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, Rolf Mützenich, hat dem bayerischen Regierungschef Markus Söder unangemessene Selbstinszenierung in der Corona-Krise vorgeworfen.

Rolf Mützenich, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, aufgenommen vor Beginn der Fraktionssitzung der SPD im Bundestag.
Rolf Mützenich Bildrechte: dpa

"Ich bin überrascht, wie theatralisch und selbstverliebt der bayerische Ministerpräsident nach der Ministerpräsidentenkonferenz schon wieder aufgetreten ist", sagte Mützenich der "Rheinischen Post". Mützenich verwies darauf, dass Bayern mit die höchsten Infektionszahlen in Deutschland habe. "Ich rate ihm sehr, sich mehr um die Dinge in seinem Bundesland zu kümmern, anstatt die gemeinsamen Beschlüsse zu konterkarieren und von bundesweit unausgegorenen Maßnahmen zu fabulieren", sagte der SPD-Politiker.

09:14 Uhr | Massentest im Kreis Hildburghausen geht in Verlängerung

Der Corona-Massentest im Thüringer Kreis Hildburghausen wird verlängert. Nach Angaben von Landrat Thomas Müller steigt die Testbereitschaft. Deshalb würden am Freitag und möglicherweise noch am Montag Abstriche genommen. 9.000 Kindergarten- und Schulkinder sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind aufgerufen, sich testen zu lassen.

Die Kitas und Schulen in Hildburghausen sind seit zehn Tagen geschlossen. Die Tests sollen eine Wiedereröffnung ermöglichen.

Kritik kommt von der Landeselternvertretung. Eine Sprecherin sagte, die Tests seien als freiwillig angekündigt worden. Nicht getesteten Kindern sollte kein Nachteil entstehen. Nun müssten sie aber eine weitere Woche zu Hause bleiben.

08:47 Uhr | Industrieaufträge erreichen Vorkrisenniveau

Deutschlands Industrie hat im Oktober mehr Aufträge verzeichnet als vor der Corona-Krise. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte, lag der Auftragseingang im gesamten Verarbeitenden Gewerbe nach vorläufigen Angaben 2,9 Prozent höher als im Vormonat September. Im Vergleich zu Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Corona-Einschränkungen, war der Auftragseingang um 0,8 Prozent höher.

08:36 Uhr | Spahn hält weitere lokale Einschränkungen für notwendig

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit Maske
Jens Spahn Bildrechte: imago images/photothek

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plädiert für eine Verschärfung der Einschränkungen je nach örtlicher Lage. "Wir haben noch zu viele Landkreise und Regionen, wo es zusätzliche Maßnahmen noch braucht", sagt er im ZDF. Eine pauschale, bundesweite Verschärfung des derzeit geltenden Teil-Lockdowns lehnt der CDU-Politiker jedoch ab.

08:23 Uhr | Moderna rechnet mit bis zu 145 Millionen Impfdosen bis Ende März 2021

Das US-Pharmaunternehmen Moderna will im ersten Quartal des kommenden Jahres 100 bis 125 Millionen Dosen seines Impfstoffs produzieren. Der Großteil davon ist für die USA bestimmt, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Zwischen 85 und 100 Millionen Impfdosen sind demnach für US-Bürger vorgesehen. Bereits bis zum Ende dieses Jahres will Moderna nach eigenen Angaben 20 Millionen Dosen seines Impfstoffs herstellen.

08:13 Uhr | Wieder steigende Fallzahlen in Südkorea

In Südkorea gilt ab Samstag für die Hauptstadt Seoul eine Sperrstunde ab 21 Uhr. Der Bürgermeister begründete am Freitag die Maßnahme mit 295 neuen Fällen in der Metropole, in der rund zehn Millionen Menschen leben. Südkorea hat mit 629 Neuinfektionen die höchste Zahl an täglichen Ansteckungen seit neun Monaten registriert. Die Regierung rief die Bevölkerung auf, auf das Weihnachtsfest und die Neujahrsfeierlichkeiten zu verzichten.

07:50 Uhr | Fast 23.000 Neuinfektionen

Die Kreise und Städte haben am Donnerstag 22.898 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das geht aus den Zahlen des "Risklayer"-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie hervor. Allein in Sachsen gab es demnach 2.383 neue Fälle, in Thüringen wurden 780 Infektionen registriert, in Sachsen-Anhalt 479.

Deutschlandweit gibt es laut "Risklayer" momentan 240.752 akut Infizierte. Mit oder am Coronavirus starben am Donnerstag den Zahlen zufolge 441 Menschen.

07:31 Uhr | Notstand in Pflegeheim in Südharz

Im Pflegeheim Marienstift Roßla in Südharz herrscht Notstand. Von über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind nach Angaben der Heimleitung der Einrichtung 34 mit einer Corona-Infektion ausgefallen. Viele hätten Symptome, drei seien in stationärer Behandlung. Die Versorgung der 70 Bewohnerinnen und Bewohner des Heims kann kaum noch gewährleistet werden.

07:19 Uhr | Abwasser als Frühwarnsystem

Forscher und Behörden wollen im Berchtesgadener Land Coronaviren im Abwasser analysieren und so ein Frühwarnsystem für den Pandemieverlauf installieren. An zehn Messstellen im Landkreis sollen dazu bei dem Pilotprojekt Proben ausgewertet werden, teilte das Landratsamt mit. Ziel ist es, das Infektionsgeschehen früher zu erkennen – und früher darauf reagieren zu können. Beteiligt sind die TU München, das Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe und Epidemiologen der Bundeswehr.

Virusnachweise im Abwasser gab es schon früher. Forscher aus Aachen und Frankfurt hatten im Sommer eine Methode zur Überwachung von Corona-Infektionen über das Abwasser entwickelt. Die gemessene "Virenfracht" einer Anlage erlaube Rückschlüsse auf die Anzahl der mit Covid-19 infizierten Menschen im Einzugsgebiet, teilte die RWTH Aachen damals mit. Auch am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig laufen entsprechende Experimente.

06:42 Uhr | Weniger Infektionen in Kitas

Die Infektionszahlen in den Kindertagesstätten gehen nach Angaben von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey zurück. In der Altersgruppe von null bis fünf Jahren liege die Zahl der Neuinfektionen "im bundesweiten Durchschnitt bei 59 pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen", sagt die SPD-Politikerin den Zeitungen der "Funke Mediengruppe".

Franziska Giffey gibt eine Pressekonferenz
Franziska Giffey Bildrechte: dpa

Die Tendenz sei rückläufig. In mehr als 90 Prozent der Kitas laufe der Betrieb. Nach den aktuellsten Zahlen seien lediglich 5,8 Prozent der Kitas aufgrund von Infektionen ganz oder teilweise geschlossen gewesen. "Es war richtig, dass wir darauf gesetzt haben, Kitas offenzuhalten", sagt Giffey.

Kitas sind keine Infektionstreiber.

Franziska Giffey, SPD Bundesfamilienministerin

Giffey sprach sich dafür aus, dass Fachkräfte in der Kindertagesbetreuung als eine der ersten Gruppen die Möglichkeit zur Impfung bekommen sollten.

06:40 Uhr | Flughafen Leipzig/Halle macht sich bereit

Der Flughafen Leipzig/Halle sieht sich für den Umschlag und Transport von Corona-Impfstoffen gerüstet. Dafür brauche es gewisse Standards, sagte Flughafensprecher Uwe Schuhart auf Anfrage. Dazu gehörten etwa kurze Wege, zudem müsse die Sicherheit der Kühlkette ununterbrochen gewährleistet sein. Seit Anfang des Jahres ist der Airport als Europas fünftgrößtes Luftfrachtdrehkreuz dafür zertifiziert, rund um die Uhr kritische und temperaturempfindliche Pharmagüter abzufertigen. "Wir stehen bereit, sobald es einen Impfstoff gibt", sagte Schuhart.

06:36 Uhr | Schnelltests in sächsischen Gemeinden

Um den hohen Infektionszahlen entgegenzuwirken, beginnen heute Schnelltests in mehreren sächsischen Gemeinden. So sind die Bewohner von Räckelwitz im Landkreis Bautzen aufgerufen, sich kostenlos und freiwillig untersuchen zu lassen. Auch in Rathmannsdorf in der Sächsischen Schweiz sollen die knapp 1.000 Einwohner möglichst an den Antigen-Schnelltests teilnehmen. Laut Gesundheitsministerium soll dadurch die hohe Dunkelziffer an Infektionen aufgedeckt werden. Sachsen gilt zurzeit als Hotspot in Deutschland.

06:30 Uhr | Massenhafte Schnelltests an Schulen in Sachsen-Anhalt

Das Land Sachsen-Anhalt plant einen Massentest für Beschäftigte an den Schulen. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte MDR AKTUELL, man habe bereits 25.000 Schnelltests beschafft. Sie würden nun auf die Landkreise verteilt. Der Test sei für den 7. und 8. Januar geplant. Lehrer und Hortner könnten nach einer Schulung selbst einen Abstrich nehmen. Diese Möglichkeit hatte gestern Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigt.

In Sachsen und Thüringen gibt es bisher keine Pläne, dass sich das Schulpersonal selbst testen soll. Behördenvertreter erklärten, dazu fehlten bisher Informationen vom Bund.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 4. Dezember 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt unterhalb.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Dezember 2020 | 06:00 Uhr