Coronavirus-Ticker 24. April: Kretschmer hält Öffnung von Gaststätten für möglich

Sachsens Ministerpräsident fasst eine Öffnung von Gastsstätten ins Auge. Die Bundeswehr hat in der Corona-Krise bisher in knapp 200 Fällen Amtshilfe geleistet. Die KMK fordert mehr Unterstützung für den Kulturbereich. In den USA steigt indes die Zahl der Corona-Toten auf über 50.000. News zur Corona-Pandemie im Ticker:

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, sitzt in einem Büro in der Staatskanzlei vor einem Computerbildschirm während einer Schaltkonferenz per Video mit der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten der Länder.
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Unser Ticker am Freitag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie im Ticker am Samstag:

22:02 Uhr | Kretschmer: Öffnung von Gaststätten Ende Mai denkbar

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hält eine Wiedereröffnung von Gaststätten Ende Mai für denkbar. Der CDU-Politiker sagte in der Sendung "ARD Extra", die Gastronomie brauche Perspektiven. Bedingung für eine Öffnung sei aber immer, dass die Infektionszahlen beherrschbar seien.

Mit Blick auf die Kritik von Kanzlerin Angela Merkel an einer teils zu forschen Umsetzung von Lockerungen sagte Kretschmer, man habe Maß und Mitte gewahrt. Alle seien sehr diszipliniert miteinander. Nun müsse man eine "Normalität bekommen mit dem Virus", solange es keinen Impfstoff gebe. Wenn die Infektionen wieder stark ansteigen, werde man die Beschränkungen wieder verstärken.

20:53 Uhr | Mehr Bundeshilfen für Kulturbereich gefordert

Die Kultusministerkonferenz bittet den Bund um weitere Unterstützung für den Kulturbereich. Der KMK-Vorsitzende, Bayerns Kunstminister Bernd Sibler, sagte, die Bundesregierung solle in Abstimmung mit den Ländern ein Programm dafür auf den Weg bringen. Lücken bei den bisherigen Hilfen müssten geschlossen werden.

Sibler betonte, Kunst und Kultur könnten den Menschen nach der Corona-Krise eine Brücke zurück in die Normalität bauen. Deshalb müsse die reichhaltige deutsche Kulturlandschaft auch in der jetzigen Notlage erhalten werden.

20:35 Uhr | Bundeswehr leistete in 200 Fällen Amtshilfe

Die Bundeswehr hat während der Corona-Krise bisher in knapp 200 Fällen Amtshilfe geleistet. Das sagte Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer dem SWR. Insgesamt habe es mehr als 450 Anfragen gegeben. Anfangs seien es Bitten um Schutzausrüstung und Unterstützung durch Sanitätspersonal gewesen. Inzwischen sei die Bundeswehr in Pflegeheimen und Erstaufnahmestellen tätig. Zudem helfe sie bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. ABC-Abwehreinheiten produzierten Desinfektionsmittel. Insgesamt hat die Bundeswehr für die Unterstützung in der Corona-Krise mehr als 32.000 Soldaten im Einsatz.

20:21 Uhr | Pro-Chemnitz-Versammlungen trotz Demoverbot

Die Polizei hat am Abend Grüppchen von Protestierenden der Vereinigung Pro Chemnitz aufgelöst. Laut einem Polizeisprecher kamen die Menschen trotz des Demonstrationsverbots des sächsischen Oberverwaltungsgerichts zusammen.

Pro Chemnitz hatte zunächst 500 Teilnehmer für die geplante Versammlung angemeldet. Die Stadt Chemnitz hatte dies abgelehnt. Vor dem Verwaltungsgericht erzielte die Vereinigung noch einen Teilerfolg: Demnach sollte eine einstündige Versammlung mit höchstens 15 räumlich getrennten Teilnehmern zulässig sein. Das Oberverwaltungsgericht kippte die Entscheidung jedoch mit Verweis auf den Infektionsschutz. Dabei verwiesen die Richter auf eine Kundgebung von Pro Chemnitz am Montag, in deren Umfeld sich trotz strikter Auflagen mehrere Hundert Menschen aufgehalten hatten.

19:30 Uhr | Schulpflicht für Viertklässler in Hessen gekippt

In Hessen müssen Viertklässler kommende Woche doch nicht in die Schule gehen. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof argumentiert in einem Urteil mit dem Grundrecht der Kinder auf Gleichbehandlung. In Hessen seien alle Schüler, die keine Abschlussprüfung hätten, weiterhin von der Schulpflicht befreit. Die Viertklässler würden ohne hinreichenden Grund anders behandelt und einer erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt.

Verschiedene Bundesländer planen, nach Abschlussjahrgängen auch Viertklässler wegen des bevorstehenden Wechsels an eine weiterführende Schule wieder an die Schulen zu holen. In Sachsen-Anhalt ist das derzeit für den 4. Mai geplant.

18:40 Uhr | Antragsteller geben Soforthilfe-Geld zurück

Einige Antragsteller haben erhaltene Corona-Soforthilfe aus den Zuschuss-Programmen bereits wieder zurückgezahlt. Wie die drei Förderbanken in Mitteldeutschland dem MDR-Magazin "Umschau" mitteilten, verzeichneten sie 213 Rücküberweisungen in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro. Im Vergleich zu beispielsweise Berlin sind die Zahlen aber eher gering.

Nach Auskunft der Förderbanken in Mitteldeutschland sind diese Rückzahlungen im Wesentlichen freiwillig. Ein Teil der Antragsteller habe die Zuwendungsvoraussetzungen anfangs fehlinterpretiert und erst später festgestellt, dass er nicht berechtigt sei, heißt es. Viele Empfänger hätten auch nur einen Anteil zurückgezahlt, da der Schaden doch nicht so hoch ausgefallen sei wie angenommen, teilte die Sprecherin der Aufbaubank Thüringen mit.

18:25 Uhr | Bundesamt: UV-Strahlung hilft nicht gegen Covid-19

Das Bundesamt für Strahlenschutz hat davor gewarnt, sich zur Selbsttherapie von Covid-19 der prallen Sonne auszusetzen. Eine Sprecherin sagte, UV-Strahlung könne unter anderem dazu führen, dass die körpereigene Immunabwehr unterdrückt werde.

US-Präsident Trump hatte am Donnerstag Ideen für mögliche Therapieansätze gegen das Coronavirus vorgebracht. So sprach er davon, sich starkem Licht auszusetzen, um Corona-Infektionen zu behandeln. Zudem sollten Ärzte die Möglichkeit prüfen, Menschen direkt Desinfektionsmittel zu spritzen. Die Katastrophenschutzbehörde im US-Bundesstaat Washington warnte daraufhin vor der Einnahme von Desinfektions- oder Reinigungsmitteln. Nach weltweiter Kritik warf Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany am Freitag Journalisten vor, die Aussagen des Präsidenten aus dem Kontext gerissen zu haben.

17:40 Uhr | Mehr als 50.000 Corona-Tote in den USA

In den USA hat die Zahl der Corona-Toten die Schwelle von 50.000 überschritten. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität starben inzwischen mehr als 50.030 Menschen an den Folgen einer Infektion. Die USA sind mit großem Abstand das Land mit den meisten bestätigten Corona-Toten sowie Infektionsfällen weltweit.

17:35 Uhr | Kekulé ordnet Angabe der Mortalität ein

Deutschland hat im Vergleich eine niedrige Corona-Sterblichkeit. Alexander Kekulé erklärt, warum diese Mortalität im Moment gar nichts aussagt. Außerdem: Heftiger Dämpfer für Remdesivir – und hilft am Ende Nikotin gegen das Virus?

17:33 Uhr | WGT hält an Planungen fest

Die Gesichter des WGT 2019
Archivbild vom WGT 2019 Bildrechte: MDR/Jeannine Völkel

Die Veranstalter des Wave-Gotik-Treffens in Leipzig wollen das WGT auch weiterhin zu Pfingsten stattfinden lassen. Auf ihrer Internetseite heißt es, man wolle nichts unversucht lassen, um dies zu ermöglichen. Zugleich verweisen die Veranstalter darauf, dass die Rechtslage "eher diffus" erscheine. Das Treffen könne nur bedingt als Großveranstaltung betrachtet werden. Durch die dezentrale Organisation gebe es verschiedene Möglichkeiten, das WGT umzusetzen.

Zum WGT kommen jährlich mehr als 20.000 Besucher aus aller Welt. Großveranstaltungen sind in Deutschland bis mindestens 31. August untersagt. Allerdings ist nicht in jedem Bundesland eindeutig geregelt, was als Großveranstaltung gilt.

16:46 Uhr | Kunstaktion als Protest gegen Klimakrise

Wegen der Corona-Beschränkungen hat die Bewegung "Fridays for Future" in vielen deutschen Städten ihre Protestaktionen erneut ins Internet verlegt. In Berlin machten Aktivisten mit einer Kunstaktion auf die Klimakrise aufmerksam. Auf der Wiese vor dem Reichstagsgebäude wurden tausende Schilder und Plakate aus ganz Deutschland aufgestellt. Die Aktion stand unter dem Motto: "Bekämpft jede Krise". Eine Sprecherin sagte, man wolle der Bundesregierung klar machen, dass die Klimakrise nicht in Vergessenheit geraten dürfe.

16:32 Uhr | Sorge um bildungsschwache Schüler

Pläne, wonach Schüler wegen der Corona-Maßnahmen nicht sitzen bleiben sollen, stoßen auf Kritik. Der Vorsitzende des Bundeselternrates, Stephan Wassmuth, sprach bei MDR AKTUELL von einem schlimmen Signal. Man werde nach der Corona-Krise viele Bildungsschwache bekommen, die den Anschluss verloren hätten. Die Schere bei der Bildungsgerechtigkeit werde immer weiter auseinandergehen.

Mehrere Bundesländer hatten beschlossen, dass es in diesem Jahr wegen der schwierigen Unterrichtssituation keine Sitzenbleiber geben soll.

16:13 Uhr | Zoo Leipzig erhält 500.000 Euro Spenden

Der Zoo Leipzig hat in der Corona-Krise mehr als eine halbe Million Euro an Spenden erhalten. Zoodirektor Jörg Junhold sprach von einem überwältigenden Zeichen der Besucher. Die privaten Spenden fingen aber die Einnahmeverluste nicht auf. Pro Woche ohne Besucher fehle dem Zoo ungefähr eine Million Euro. Die Anlage sei nun seit mehr als Fünf Wochen geschlossen. Er hoffe, dass Sachsen seine Zoos mit diesen Einbußen nicht alleine lasse.

15:57 Uhr | Erntehelfer reisen teils nicht regelkonform ein

In der Landwirtschaft werden die Regeln für die Einreise ausländischer Erntehelfer offenbar umgangen. Nach MDR-Recherchen reisen polnische Saisonarbeiter weiter über den Landweg ein. In mindestens einem Fall seien die Personen an der Grenze zwar kontrolliert worden, hätten aber dennoch passieren dürfen.

Das Bundesinnenministerium teilte auf Anfrage mit, man nehme die Problematik sehr ernst. Ausländische Erntehelfer müssten sich grundsätzlich voranmelden und dürften nur mit dem Flugzeug einreisen.

15:24 Uhr | RKI fordert Corona-Tests bei allen Atemwegserkrankungen

Das Robert Koch-Institut empfieht, generell alle Menschen mit Atemwegserkrankungen auf eine Coronavirus-Infektion zu testen. RKI-Vizepräsident Lars Schaade sagte in Berlin, die Tests seien nicht mehr an die Bedingung geknüpft, dass es ausreichend Kapazitäten gebe. Die seien jetzt vorhanden. Zum anderen sei die Erkältungssaison vorbei. Damit erwarte man auch mehr Treffer zu Covid-19-Erkrankungen. Nach der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen sei es besonders wichtig, Corona-Erkrankungen schon bei schwachen Symptomen zu erkennen.

Weitere Lockerungen hält das RKI laut Schaade derzeit nicht für möglich. Darüber könne man allenfalls nachdenken, wenn die täglichen Neuinfektionen auf wenige hundert gesunken seien. Nur dann könne man die Fälle und Kontakte nachverfolgen.

14:12 Uhr | Bundesregierung verhandelt mit Apple über Corona-App

Die Bundesregierung verhandelt mit dem US-Konzern Apple über Voraussetzungen für eine Corona-Tracing App. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer erklärte, es gehe darum, dass Apple eine Schnittstelle öffne, um die Nutzung einer App zu ermöglichen. Apple und Google wollen nach eigenen Angaben ihre Betriebssysteme für Handys kompatibel machen, um den Erfolg der Corona-Apps zu ermöglichen. Allerdings hatte es laut Bundesregierung bei Apple Probleme in diesem Punkt gegeben.

Die App soll Smartphone-Nutzern anzeigen, ob sie mit Corona-Infizierten in Kontakt gekommen sind. Die Bundesregierung präferiert die vom Robert Koch-Institut und dem Heinrich-Hertz-Institut entwickelte App. Noch stehe eine Prüfung der App durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik aus. Die Federführung für die App liege aber beim Gesundheitsministerium.

13:51 Uhr | Macron dankt Bundesländern für Aufnahme von Corona-Patienten

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat den deutschen Ministerpräsidenten für die Aufnahme französischer Corona-Patienten in ihren Bundesländern gedankt. Laut den Staatskanzleien von Schleswig-Holstein, Thüringen und Sachsen-Anhalt erhielten die Ministerpräsidenten persönliche Schreiben von Macron.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow nannte die Aufnahme von französischen Patienten in einem Antwortschreiben an Macron "ein wichtiges und selbstverständliches Zeichen gelebter europäischer Solidarität". Das Virus kenne "keine staatlichen oder geografischen Grenzen, keine Herkunft oder Religion". Umso entscheidender sei es, "dass wir gemeinsam alles dafür tun, denjenigen, die unserer Hilfe bedürfen, die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten".

13:32 Uhr | Familienbesuche über Grenzen möglich

Trotz der Reisebeschränkungen in der Corona-Krise sollen Familienbesuche auch über Grenzen hinweg möglich bleiben. Das erklärte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. In den vergangenen Woche habe es schwierige Einzelfälle gegeben, die sich stark auf das Familienleben ausgewirkt hätten. Etwa wenn Ehegatten sich besuchen wollten oder Eltern ihr Kind.

Demnach handele es sich bei einer Reise zu Familienmitgliedern um einen triftigen Einreisegrund. Das gelte auch für eingetragene Lebenspartnerschaften. Dies sei aber keine Lockerung, sondern eine Klärung bestimmter Einzelfälle.

13:11 Uhr | Mehr als 100 Millionen neue Schutzmasken

Der Bund hat angesichts der Pandemie weiteren Nachschub an Schutzausrüstung für das medizinische Personal organisiert. Insgesamt seien inzwischen 108 Millionen Schutzmasken nach Deutschland gekommen und zum großen Teil verteilt worden, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Berlin mit.

Da solches Material weltweit knapp ist, war die Bundesregierung im März in eine ergänzende zentrale Beschaffung eingestiegen. Dafür wurden auch regelmäßige Luftfrachtkapazitäten ins wichtige Herstellerland China reserviert. Gleichzeitig will das Bundeswirtschaftsministerium Firmen bei der Produktion von Corona-Schutzausrüstung in Deutschland finanziell unterstützen.

11:49 Uhr | Jeder fünfte New Yorker mit Coronavirus angesteckt

Laut einer großangelegten Studie ist die Zahl der Corona-Infizierten viel höher als bislang angenommen. Wie Gouverneur Andrew Cuomo mitteilte wurden bei 21 Prozent der New Yorker Antikörper gegen den Erreger nachgewiesen. Im gesamten Bundesstaat seien es 14 Prozent.

Dies würde bedeuten, dass sich bislang 2,6 Millionen Menschen angesteckt haben. Das wären zehn Mal mehr als die Zahl der positiv ausgefallenen Corona-Tests. New York ist das Epizentrum der Coronavirus-Krise in den USA. In dem Bundesstaat mit der gleichnamigen Großstadt starben offiziellen Angaben zufolge bereits rund 20.000 Menschen an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19.

11:34 Uhr | Karliczek für Maskenpflicht an Schulen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek ist für eine Maskenpflicht an Schulen. "Aus meiner Sicht spricht viel dafür, dass überall dort, wo Schülerinnen und Schüler den Abstand nicht einhalten können, Masken getragen werden müssen", sagte sie dem "Spiegel". Das sei etwa im Schulbus, auf dem Weg ins Schulgebäude und auf den Fluren der Fall. In Klassenzimmern könnten die Schüler die Masken eventuell abnehmen, wenn sie dort weit genug auseinander sitzen.

Um den bisherigen Stundenausfall zu kompensieren, zeigte sich Karliczek zudem offen für Samstagsunterricht. Wenn es besser sei, dass Kinder abwechselnd zur Schule gehen, also nur jeden zweiten Tag, werde man womöglich den Samstag brauchen, um alle dreimal pro Woche zu unterrichten, erläuterte Karliczek.

11:10 Uhr | Stimmung in Wirtschaft so schlecht wie nie

In der deutschen Wirtschaft ist die Stimmung wegen der Corona-Krise so schlecht wie noch nie. Das geht aus der monatlichen Umfrage des ifo-Wirtschaftsinstitutes hervor. Ifo-Präsident Clemens Fuest sagte, die Krise treffe die deutsche Wirtschaft mit voller Wucht. Die Stimmung sei katastrophal. Zudem blickten die Unternehmen so pessimistisch wie noch nie auf die kommenden Monate.

Das Forschungs-Institut der Bundesagentur für Arbeit IAB rechnet in den nächsten Monaten mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl um etwa 30 Prozent auf über drei Millionen.

10:50 Uhr | RKI: „Jetzt nicht nachlässig werden!“

Das Robert Koch-Institut hat in seinem Pressebriefing in Berlin davor gewarnt, bei der Umsetzung der Coronavirus-Schutzmaßnahmen jetzt nachzulassen. Dass Deutschland bislang im Vergleich zu anderen Ländern verhältnismäßig wenige Infektionsfälle hatte, liege an den frühzeitig getroffenen Maßnahmen und deren Einhaltung. Sollte es jetzt aber wieder mehr Kontakte geben, gebe es mehr Ansteckungen und es drohe wieder eine Dynamik, die das Gesundheitssystem an seine Grenzen bringen könne.

Der Vizepräsident des Robert Koch-Instituts, Lars Schaade, sprach von einer paradoxen Situation in Deutschland. In der Pandemie stehe Deutschland gut da, man habe viel erreicht. Dies führe aber dazu, dass viele Menschen die verhängten Auflagen in Frage stellten. Über Lockerungen könne man allenfalls nachdenken, wenn die täglichen Fallzahlen auf wenige hundert gesunken seien. Nur bei wenigen hundert Neuinfektionen sei man in der Lage, die Fälle und Kontakte nachzuverfolgen. Das RKI hatte heute erneut mehr als 2.300 Neuinfektionen gemeldet.

09:31 Uhr | Chef der Wirtschaftsweisen mahnt bei Corona-Hilfen zum Maßhalten

Lars Feld
Wirtschaftsweiser, Lars Feld, sieht die Maßnahmen der Bundesregierung im Kampf gegen die Corona-Krise kritisch. Bildrechte: dpa

Der Chef der sogenannten Wirtschaftsweisen, Lars Feld, hat an die Politik appelliert, im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise Maß zu halten. Man habe den Eindruck, jede Branche wolle spezifisch unterstützt werden, sagte Feld dem "Handelsblatt". Gehe man diesen Weg, werde man das hinterher finanzpolitisch kaum mehr einfangen können. Dies gelte auch für sozialpolitische Maßnahmen wie die Anhebung des Kurzarbeitergeldes. Er mache sich eher Sorgen, ob es gelinge, zur wirtschaftspolitischen Normalität zurückzukehren.

08:52 Uhr | Ramelow wirbt um Verständnis für unterschiedliche Lockerungen

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat Probleme der Länder eingeräumt, in der Corona-Krise gemeinsam zu handeln. Es laufe nicht so synchron, wie er sich das wünsche, sagte Ramelow MDR AKTUELL. Die Ministerpräsidenten arbeiteten unter Umständen, unter denen sie noch nie arbeiten mussten. Zwar hätten es die Länder beispielsweise beim Thema Mund-Nasen-Schutz geschafft, einen Gleichklang hinzukriegen. In der Außenwirkung sei dies aber nicht gelungen, da es bei der Konferenz am Mittwoch noch keine Einigkeit gegeben habe. Ramelow sagte, man müsse es schaffen, sich auch beim Wiedereintritt in den Alltag nicht an Geschwindigkeit zu überbieten.

Ramelow wandte sich zugleich gegen Privilegierungen, etwa für den Profi-Fußball. Wer das meiste Geld auf den Tisch lege, dürfe nicht eine höhere Lobby haben als diejenigen, die Kinder wieder auf den Spielplatz schicken wollten.

08:14 Uhr | Studie: Eltern durch Heimunterricht überlastet

Die Mehrheit der Eltern fühlt sich dem Heimunterricht ihrer Kinder auf Dauer nicht gewachsen. Das geht aus einer in Berlin veröffentlichten repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der gemeinnützigen Vodafone Stiftung hervor. 73 Prozent der befragten Eltern sehen es kritisch, über längere Zeit die Lernunterstützung zu Hause aufrechtzuerhalten. 43 Prozent haben Probleme, die nötige Zeit dafür aufzubringen.

Unzufrieden seien viele Eltern auch mit dem Ersatzangebot der Schulen. Zwar versorgten die meisten Lehrkräfte ihre Schüler per Mail. Bei der Bearbeitung seien diese aber mit ihren Eltern weitgehend auf sich allein gestellt. Nur sieben Prozent der Kinder nähmen täglich an digitalem Unterricht teil. Wann die Schulen generell wieder öffnen, ist derzeit nicht absehbar.

07:50 Uhr | Reiseverband fordert konkrete Perspektive

Der Deutsche Reiseverband hat von der Bundesregierung eine konkrete Perspektive für die Branche gefordert. Verbands-Sprecher Torsten Schäfer sagte MDR AKTUELL, die Menschen wollten Erholung haben. Dass das nicht in dem Maß wie in den vergangenen Jahren möglich sein werde, sei klar. Die aktuellen Reisebeschränkungen würden derzeit nur bis zum dritten Mai gelten. Für alle danach fehle Planungssicherheit. Schäfer forderte das Auswärtige Amt dazu auf, sich die Situation in den einzelnen Ländern anzuschauen, statt eine weltweite Reisewarnung auszusprechen. Dem Reiseverband zufolge haben die Unternehmen der Branche seit Mitte März 4,8 Milliarden Euro verloren.

07:27 Uhr | Islamverband: "Betet zu Hause"

Mit Beginn des Ramadan hat der "Zentralrat der Muslime in Deutschland" (ZMD) vorgeschlagen, den Muezzin-Ruf vorübergehend der Corona-Krise anzupassen. Der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek sagte der "Rheinischen Post": "Ich halte es für denkbar, dass in den öffentlichen Muezzin-Rufen die Zeile ,Kommt her zum Gebet' in ,Betet zu Hause' umgewandelt wird." So werde es derzeit auch in vielen Teilen der islamischen Welt praktiziert.

Viele Kommunen haben den Moscheegemeinden den öffentlichen Gebetsruf in der Corona-Krise gestattet. Der Fastenmonat Ramadan beginnt heute.

07:08 Uhr | Ärztepräsident fordert Planung für Verteilung von Corona-Impfstoff

Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert mit Blick auf erste klinische Tests für einen Corona-Impfstoff eine frühzeitige Planung für die Verteilung. Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte er, es sei wichtig, zuerst die Beschäftigten im Gesundheitswesen zu schützen. Danach müssten die Menschen zum Zuge kommen, die einer Risikogruppe angehören.

Reinhardt dämpfte gleichzeitig die Erwartungen auf einen baldigen Impfstoff. Es sei noch ein langer Weg bis dahin. Und "ganz sicher werden wir nicht auf einen Schlag ausreichend Impfdosen für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung haben", erklärte Reinhardt.

06:26 Uhr | EU will Rezession mit Wiederaufbau-Fonds bekämpfen

Mit einem Wiederaufbau-Fonds wollen die EU-Staaten die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise bekämpfen. Die Staats- und Regierungschefs beauftragten die EU-Kommission in einem Video-Gipfel, im Mai einen entsprechenden Vorschlag vorzulegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte, die Höhe des Fonds sei noch nicht festgelegt worden. Italien verlangte, den Fonds mit 1,5 Billionen Euro auszustatten. Die Gelder sollen als Subvention ausgezahlt werden.

05:54 Uhr | Umfrage: Zahl säumiger Mieter steigt deutlich

Wegen der Corona-Krise können offenbar immer weniger Menschen ihre Wohnungsmiete bezahlen. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag des Eigentümerverbands Haus und Grund hervor, über die das Magazin "Focus" berichtet. Demzufolge kamen im April 6,9 Prozent der Mieter ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nach. Das entspreche bundesweit etwa 1,6 Millionen Haushalten. Normalerweise liege der Anteil säumiger Mieter bei 2 bis 2,5 Prozent.

05:07 Uhr | Sozialverband VdK kritisiert Förderung als unzureichend

Der Sozialverband VdK hat den geplanten Zuschuss für Schüler zur Anschaffung von Computern, Notebooks oder Tablets als unzureichend kritisiert. VdK-Präsidentin Bentele sagte der "Rheinischen Post", für 150 Euro gebe es kein solches Gerät. Daher werde auf diesem Weg nicht sichergestellt, dass alle bedürftigen Kinder am Digitalunterricht während der Corona-Krise teilnehmen könnten. Bentele fordert, stattdessen Geräte leihweise bereitzustellen. Die Bundesregierung hatte in ihrem jüngsten Hilfspaket beschlossen, zusätzlich 500 Millionen Euro für den Unterricht zu Hause bereitzustellen.

04:12 Uhr | Neue Regeln in Thüringen treten in Kraft

In Thüringen sind die Menschen von heute an landesweit dazu verpflichtet, einen Mund- und Nasenschutz beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen zu benutzen. Ausgenommen von der Pflicht sind nach der Verordnung der Landesregierung nur Menschen, die nachweislich aus gesundheitlichen Gründen keine Masken tragen können, sowie Kinder bis zum Alter von sechs Jahren.

Zudem öffnen zahlreiche Geschäfte wieder. So können Läden bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern wieder Kunden empfangen. Sofern die Auflagen eingehalten werden, können auch Geschäfte in großen Einkaufszentren wieder Waren verkaufen.

03:27 Uhr | Weiteres US-Konjunkturpaket verabschiedet

Auߟenansicht des Kapitols in Washington.
Der Sitz des US-Kongresses: das Kapitol in Washington. Bildrechte: dpa

In den USA ist der Weg frei für ein weiteres Konjunkturpaket in Höhe von 484 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 446 Milliarden Euro). Nach dem Senat stimmte auch das Repräsentantenhaus mit großer Mehrheit für das Hilfsprogramm. Zuvor hatten sich Republikaner und Demokraten nach schwierigen Verhandlungen auf das Paket geeinigt.

Mit dem Geld sollen die Kredite für kleine und mittlere Unternehmen aufgestockt werden. Zudem sollen Hilfen für das Gesundheitswesen und Coronavirus-Tests finanziert werden. Bereits im März hatte der Kongress versucht, mit 2,2 Billionen Dollar die Wirtschaft anzukurbeln. Dennoch verloren infolge der Pandemie Millionen Menschen ihre Arbeit.

02:34 Uhr | Städtetag will klare Perspektive für Lockerungen

Der Deutsche Städtetag hat eine weitere Lockerung der Corona-Beschränkungen ins Spiel gebracht. Städtetagspräsident und Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, man spüre in den Städten, dass sich die Mehrheit "nach einer stufenweisen Rückkehr zur Normalität sehnt". Für jeden Schritt einer Lockerung müsse es eine Güterabwägung zwischen gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen Gründen geben. Mit Blick auf die Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Merkel am Donnerstag sagte Jung: "Es stimmt, dass wir nicht zu forsch sein dürfen." Es brauche aber auch eine klare Perspektive.

02:08 Uhr | Wirkstoff "Remdesivir" bei Studie offenbar durchgefallen

Bei der Suche nach einem wirksamen Medikament gegen das neue Corona-Virus gibt es offenbar einen Rückschlag. Einem Bericht der "Financial Times" zufolge ist der Wirkstoff Remdesivir bei einer klinischen Studie in China durchgefallen. Wie das Blatt berichtet, sei es nicht gelungen, den Gesundheitszustand von Covid-19-Patienten durch die Anwendung von Remdesivir zu verbessern. Der Hersteller des Wirkstoffs wies die Darstellung zurück. Die Studie sei wegen geringer Beteiligung vorzeitig beendet worden. Derzeit finden in mehreren Ländern klinische Studien mit Remdesivir statt.

01:35 Uhr | Rückholflug aus Südafrika in Deutschland erwartet

Das vorerst letzte Flugzeug mit gestrandeten Urlaubern wird am Freitag in Deutschland erwartet. An Bord sind rund 300 Menschen. Die vom Auswärtigen Amt gechartete Maschine war am Donnerstagabend in Kapstadt in Südafrika gestartet.

Mit dem Flug geht nach fünf Wochen die Rückholaktion der Bundesregierung zu Ende. Insgesamt wurden rund 240.000 Deutsche in die Heimat ausgflogen, nachdem viele Länder kurzfristig ihre Grenzen geschlossen und Fluggesellschaften ihre Flüge gestrichen hatten. In einer zweiten Phase kümmern sich die deutschen Botschaften nun noch um verbliebene Einzelfälle.

01:02 Uhr | Zahl der Infektionen in Afrika steigt deutlich

In Afrika breitet sich das Coronavirus immer schneller aus. Wie die zuständige Behörde der Afrikanischen Union mitteilte, stieg die Zahl der bestätigten Infektionen binnen einer Woche um 43 Prozent. Offiziell betroffen seien derzeit 26.000 Menschen. Da jedoch in vielen Staaten selten getestet werde, sei der Anstieg in Wirklichkeit wahrscheinlich viel höher, hieß es. Prognosen der Weltgesundheitsorganisation zufolge könnten mehr als 300.000 Afrikaner an den Folgen des Coronavirus sterben.

00:21 Uhr | WTO warnt vor Handelseinschränkungen

Die Welthandelsorganisation (WTO) hat angesichts zahlreicher Einschränkungen beim Handel von Medizinprodukten vor Gefahren für Lieferketten gewarnt. Derzeit hätten 80 Staaten und Zollgebiete die Ausfuhr von Masken und anderer Schutzausrüstung eingeschränkt oder ganz gestoppt. Die fehlende Zusammenarbeit könne letztlich dazu führen, dass einige Staaten von dringend benötigten Lieferungen abgeschnitten würden, erklärte die WTO. Stattdessen sei eine internationale Zusammenarbeit wichtig, weil die Krankheit an verschiedenen Orten zu unterschiedlichen Zeiten ihren Höhepunkt erreichen werde.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 24. April 2020 | 00:00 Uhr