Coronavirus-Pandemie Ticker: OVG Bautzen bestätigt Verbot von Demo-Umzügen

Sachsens Oberverwaltungsgericht hat mehrere Klagen gegen Corona-Verordnungen abgewiesen. Biontech und Pfizer haben die Zulassung ihres Impfstoffs beantragt. Der Dresdner Striezelmarkt fällt in diesem Jahr aus. In Deutschland wurden gestern 23.676 neue Corona-Ansteckungen registriert. Eine Corona-Party in Magdeburg wird zum Fall für die Justiz. Sachsens Kommunen sehen sich außerstande, die ausgeweitete Maskenpflicht zu kontrollieren. Die Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Unser Ticker am Freitag, 20. November 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:38 Uhr | Trump wirft Pfizer Verzögerung bei Impfstoff vor

Donald Trump
Donald Trump Bildrechte: dpa

US-Präsident Donald Trump hat dem Pharmakonzern Pfizer vorgeworfen, die Veröffentlichung von Daten zu seinem künftigen Corona-Impfstoff bewusst verzögert zu haben, um ihm bei der Wahl zu schaden. Trump sagte am Freitag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus: "Sie haben gewartet und gewartet und gewartet." Hätten die Pharmakonzerne schon vor der Präsidentschaftswahl vom 3. November ihre guten Ergebnisse zur Wirksamkeit ihrer Impfstoff-Kandidaten bekanntgegeben, hätte das "wahrscheinlich einen Einfluss" auf die Wahl gehabt. Trump nannte als weiteren Grund seine Pläne für eine Absenkung der Arzneimittelkosten. Damit habe er die Pharmabranche gegen sich aufgebracht.

21:39 Uhr | Biontech und Pfizer beantragen Impfstoff-Zulassung

Das Mainzer Unternehmen Biontech und der amerikanische Pharmakonzern Pfizer haben eigenen Angaben zufolge bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für ihren Corona-Impfstoff beantragt. Das bestätigte Pfizer am Freitag bei Twitter. Falls der Wirkstoff zugelassen wird, könnten besonders gefährdete Menschen in den USA bereits Mitte bis Ende Dezember geimpft werden.

19:32 Uhr | Ermittlungsverfahren gegen AfD-Abgeordneten Hilse

Karsten Hilse (AfD) nimmt in der Plenarsitzung im Deutschen Bundestag das Ergebnis über seine Wahl zum stellvertretenden Bundestagspräsidenten entgegen.
Karsten Hilse (AfD) Bildrechte: dpa

Gegen den Bautzener AfD-Bundestagsabgeordneten Karsten Hilse ist ein Ermittlungsverfahren wegen des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet worden. Das teilte die Berliner Polizei mit. Hilse war am Mittwoch in Berlin kurzzeitig festgenommen worden. Die Polizei hatte dazu mitgeteilt, sie habe ihn in der Straße Unter den Linden auf seine fehlende Maske angesprochen. Der Mann habe sich unkooperativ gezeigt. Er habe seinen Begleiter zum Filmen aufgefordert und dann gegenüber der Polizei Widerstand geleistet. Hilse erklärte dazu, er habe ein Attest für eine Maskenbefreiung gehabt, das die Polizei nicht anerkannt habe.

18:50 Uhr | Tschechien beschließt erste Lockerungen

Tschechien senkt seine Corona-Warnstufe ab Montag von der höchsten auf die zweithöchste der fünf Stufen. Das teilte Gesundheitsminister Jan Blatny mit.

Tschechischer Gesundheitsminister Jan Blatny
Tschechiens Gesundheitsminister Jan Blatny Bildrechte: imago images / CTK Photo

Damit beginnt die nächtliche Ausgangssperre künftig zwei Stunden später um 23.00 Uhr. Die Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte dürfen abends länger öffnen. Bis zu sechs Menschen dürfen sich wieder versammeln. Derzeit sind es zwei.

Tchechien mit seinen gut zehn Millionen Einwohnern war in Europa mit am heftigsten von der zweiten Corona-Welle betroffen. Ende Oktober und Anfang November wurden täglich bis zu 15.000 Neuinfektionen nachgewiesen. Das Land ging in den Lockdown. Inzwischen sind es weniger als 7.000 Ansteckungen. Blatny appellierte an die Bevölkerung, sich weiter verantwortungsvoll zu verhalten.

18:32 Uhr | Studie: Immunität hält mindestens sechs Monate

Einer Studie der Universität Oxford ist die Wahrscheinlichkeit, sich nach einer Coronavirus-Infektion binnen sechs Monaten erneut zu infizieren, gering. Für die Untersuchung wurden wiederholte Corona-Tests von 12.180 Beschäftigten des Gesundheitswesens über einen Zeitraum von 30 Wochen ausgewertet. 1.246 Mitarbeiter wiesen demnach  Coronavirus-Antikörper auf. Nur drei von ihnen wurden später erneut positiv auf das Virus getestet. Dabei zeigten sie keinerlei Symptome. 89 Mitarbeiter ohne Antikörper infizierten sich hingegen mit dem Coronavirus und erkrankten auch.

Die Studie wurde noch nicht durch mehrere Fachexperten unabhängig voneinander begutachtet.

17:58 Uhr | Corona-Hilfe für Studierende auch im Winter

Studierende bekommen auch im Wintersemester Corona-Hilfen von bis zu 500 Euro im Monat. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sagte: "Wir werden die bereits aus dem Sommer bekannten Zuschüsse als Teil der Überbrückungshilfe für Studierende in pandemiebedingter Notlage erneut anbieten." Anträge könnten ab sofort wieder gestellt werden.

Karliczek sagte, man habe die Nothilfe zunächst ausgesetzt, weil im Sommer deutlich weniger Anträge mit dem Nachweis einer pandemiebedingte Notlage eingegangen seien. Durch den Teil-Lockdown würden aber  vermutlich wieder Einkünfte für Studierende wegfallen.

17:40 Uhr | Gericht kippt in NRW Quarantänepflicht für Auslandsrückkehrer

Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat für Nordrhein-Westfalen die Quarantänepflicht für Auslandsrückkehrer aus Risikogebieten gekippt. Das Gericht erklärte, die Quarantäne nach Auslandsaufenthalten sei aktuell kein geeignetes Mittel zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland. Reisende sind nach Ansicht des Gerichts an ihren Heimatorten mitunter einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt als in Risikogebieten im Ausland. Das Robert Koch-Institut weist ein anderes Land oder eine Region im Ausland als Risikogebiet aus, wenn es dort mehr als 50 Neuansteckungen pro Woche und 100.000 Einwohner gibt. In Deutschland liegt der Inzidenzwert im Durchschnitt bei 139.

17:11 Uhr | WHO rät von Remdesivir ab

Die Weltgesundheitsorganisation WHO rät vom Einsatz des Medikaments Remdesivir bei Covid-19-Erkrankungen ab. Die WHO erklärte, man sei nach eingehender Prüfung zu dem Schluss gekommen, dass das Mittel weder einen bedeutenden Einfluss auf die Sterblichkeit habe noch auf andere Faktoren wie künstliche Beatmung und die Zeit bis zu einer Gesnesung.

Das ursprünglich gegen Ebola entwickelte Remdesivir galt nach  Ausbruch der Corona-Pandemie eine Zeit lang als Hoffnungsträger. Im Juli wurde es in der EU zugelassen. Zuletzt hatte eine Studie der WHO nahegelegt, dass der Nutzen des Präparats bestenfalls gering ist.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, es sei nun an europäischen Wissenschaftlern, sich die Begründung der WHO anzuschauen und dann die notwendigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums teilte mit, bis dahin werde das Mittel vorerst weiter eingesetzt. Es werde aber ohnehin nur in ganz spezifischen Fällen verwendet.

15:52 Uhr | Sachsens OVG bestätigt Verbot von Demo-Märschen

Das sächsische Oberverwaltungsgericht hat das derzeit geltende Verbot von Aufzügen bestätigt. Das OVG erklärte, durch die Regelung werde zwar die Versammlungsfreiheit beeinträchtigt, aber angesichts des hohen Infektionsgeschehens habe der Schutz von Leben und Gesundheit der Menschen ein höheres Gewicht (Az.: 3 B 399/20).

Teilnehmer einer Demonstration der Initiative „Querdenken“ gehen den Innenstadtring entlang.
Demos wie diese (Leipzig, 07.11.2020) sind derzeit in Sachsen verboten. Bildrechte: dpa

Die Corona-Schutzverordnung untersagt derzeit Aufzüge. Versammlungen an einem festen Ort sind mit maximal 1000 Teilnehmern gestattet. Für größere Kundgebungen sind weitere Maßnahmen zur Senkung des Infektionsrisikos nötig.

Zudem bestätigte das Gericht in weiteren Eilverfahren die Betriebsverbote für Gastronomie, touristisch genutzte Beherbergung und Fitnessstudios. Nach Angaben eines Sprechers gibt es am OVG 38 Verfahren im Zusammenhang mit der aktuellen Corona-Schutzverordnung.

15:30 Uhr | AfD-Politiker provoziert mit Löcher-Maske

Thomas Seitz mit löcheriger Maske
Thomas Seitz (AfD) Bildrechte: imago images / Political-Moments

Ein AfD-Politiker hat mit einem löchrigen Mund-Nasen-Schutz im Bundestag für Aufregung gesorgt. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth untersagte dem Abgeordneten Thomas Seitz am Freitag, mit dieser Maske vom Rednerpult zurück zu seinem Platz zu gehen. Die Maske habe Löcher und sei daher nicht geeignet, sagte Roth, und reichte ihm eine FFP2-Maske aus einer sterilen Verpackung. Als Seitz sich über den "Maulkorb" beschwerte, drohte Roth ihm mit einem Ordnungsgeld. Im Bundestag gilt seit dem 6. Oktober eine Maskenpflicht. Abgeordnete können die Maske abnehmen, wenn sie im Plenarsaal und in Sitzungsräumen Platz genommen haben oder am Rednerpult stehen.

14:58 Uhr | Münchner "Querdenker"-Demo bleibt vorerst verboten

Das Verwaltungsgericht München hat das Verbot einer "Querdenker"-Demonstration gegen die Corona-Politik von Bund und Ländern bestätigt. Das Gericht erklärte, von der geplanten Versammlung gingen voraussichtlich unzumutbare Infektionsgefahren aus. Das zeigten die Erfahrung mit vergangenen "Querdenker"-Versammlungen, die hohe Teilnehmerzahl, das Fehlen eines Hygienekonzepts und die vom Antragsteller offen zum Ausdruck gebrachte Ablehnung staatlicher Maßnahmen. Die Veranstalter hatten für Sonnabend eine Kundgebung mit bis zu 30.000 Teilnehmern auf der Münchner Theresienwiese angemeldet. Gegen den Beschluss kann noch Beschwerde am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingelegt werden.

14:45 Uhr | Schweden meldet neuen Höchststand

In Schweden hat es den Daten des nationalen Gesundheitsamts zufolge 7.240 Neuinfektionen binnen eines Tages gegeben. Die bis dato höchste Zahl von neuen Infektionen wurde Anfang des Monats mit 5.990 verzeichnet. Die Zahl der Todesfälle stieg um 66 auf insgesamt 6.406. Schweden hatte vor allem zu Beginn der Pandemie im Frühjahr eine lockerere Strategie verfolgt als andere Länder.

14:00 Uhr | Österreich testet Lehrer, Erzieher und Polizisten

In Österreich sollen alle 200.000 Lehrerinnen und Lehrer sowie Betreuungskräfte in Kindergärten auf das Virus Sars-CoV-2-getestet werden. Die Regierung kündigte an, zum geplanten Ende des Corona-Lockdowns am 5./6. Dezember zunächst die Lehrkräfte und Kita-Beschäftigten zu testen. Am 7./8. Dezember sollen dann alle etwa 40.000 Polizeibeamten getestet werden. Dazu werden landesweit mehr als 100 Testzentren eingerichtet.

13:25 Uhr | Viele Schulen in Thüringen auf Warnstufe Gelb

Das Thüringer Bildungsministerium hat die Corona-Ampel an zahlreichen Schulen auf die Stufe Gelb gestellt. Damit wechseln in den Städten Arnstadt und Ilmenau, im gesamten Landkreis Sonneberg sowie in der Gemeinde Großbreitenbach die allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in den eingeschränkten Regelbetrieb mit erhöhtem Infektionsschutz. Grund ist der Anstieg von Corona-Infektionen in den Regionen. Die Regelung tritt am Montag, 23. November, in Kraft und gilt bis zum 6. Deze.mber

Das bedeutet in den Klassenstufen 1 bis 6 feste und voneinander getrennte Lerngruppen. In den Klassenstufen 7 bis 12 werden ebenfalls getrennte Lerngruppen gebildet oder es müssen 1,5 Meter Abstand gewährleistet sein. Dadurch kann es zum Wechsel von Präsenzunterricht und Homeschooling kommen. Die höchste Corona-Stufe Rot bedeutet in der Regel die Schließung betroffener Einrichtungen.

12:58 Uhr | Biontech und Pfizer beantragen Impfstoff-Zulassung in den USA

Die Mainzer Firma Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer wollen heute bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für ihren Corona-Impfstoff beantragen. Das teilten beide Unternehmen mit. Schon zuvor hatten Biontech und Pfizer erklärt, dass die Impfung einen 95-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 biete. Zunächst waren die Firmen von einer 90-prozentigen Wirksamkeit ausgegangen.

12:25 Uhr | Dresdner Striezelmarkt abgesagt

Jetzt ist es amtlich: Der traditionelle Dresdner Striezelmarkt fällt in diesem Jahr aus. Die aktuelle Pandemie-Situation lasse keine andere Entscheidung zu, erklärte Oberbürgermeister Dirk Hilbert. Da keine Lockerungen der Corona-Verordnungen in Sicht seien und die Infektionslage sich dynamisch entwickle, sei es unrealistisch, an der Ausrichtung festzuhalten. Die Stadt hatte lange gezögert, den 586. Striezelmarkt abzusagen, was für Kritik gesorgt hatte. Die meisten anderen Weihnachtsmärkte in Mitteldeutschland fallen ebenfalls aus.

12:15 Uhr | China: eine Million Menschen geimpft

Der Pharmakonzern Sinopharm hat in China nach eigenen Angaben bereits fast eine Million Menschen gegen Covid-19 geimpft. Wie der chinesische Konzern mitteilte, wurde der Impfstoff über ein so genanntes Notfallprogramm genutzt. Es gebe keine Hinweise auf schwerwiegende Nebenwirkungen. In China berichten Staatsmedien seit Wochen über Impfungen bestimmter Bevölkerungsgruppen wie Militär und Klinikpersonal. Ihnen werden demnach Impfstoff-Kandidaten ohne abschließende klinische Studie verabreicht.

12:10 Uhr | Bundestag verlängert Kurzarbeiterregelung

Auch im nächsten Jahr bekommen Beschäftigte ab dem vierten Monat Kurzarbeit ein erhöhtes Kurzarbeitergeld. Der Bundestag verlängerte die entsprechende Sonderregelung in der Corona-Krise bis Ende nächsten Jahres. Demnach steigt das Kurzarbeitergeld dem vierten Monat steigt die Ersatzleistung von 60 Prozent des letzten Lohns (67 Prozent für Berufstätige mit Kindern) auf 70 Prozent (77 Prozent) und ab dem siebten Monat zahlt die Bundesagentur 80 beziehungsweise 87 Prozent. Die Zustimmung des Bundesrats gilt als ausgemacht.  

Die Regierung geht demnach nicht von einer Entspnnung der Situation aus. Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hatten Betriebe im August für rund 2,6 Millionen Menschen Kurzarbeit angemeldet. Auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle im April waren es knapp sechs Millionen.

11:50 Uhr | Frankreich auf dem Weg der Besserung

Die Französische Gesundheitsbehörde sieht den Höhepunkt der zweiten Corona-Welle im Land überschritten. Die Daten zeigten einen leichten Rückgang der Fallzahlen. Die abendlichen Ausgangssperren in Großstädten seit Mitte Oktober und der vor drei Wochen verhängte landesweite Lockdown wirkten. Erstmals seit August ist demnach die Zahl der Covid-19-Todesfälle rückläufig im Vergleich zur Vorwoche. Insgesamt wurden in Frankreich mehr als 47.000 Todesopfer gezählt. Zum ersten Mal seit Beginn der zweiten Welle verringerte sich auch die Zahl der Krankenhaus-Einweisungen.

11:28 Uhr | Kreis Hildburghausen überschreitet Inzidenz 300

Im Thüringer Landkreis Hildburghausen ist der Inzidenzwert der Corona-Neuinfektionen auf 302 gestiegen. Binnen 24 Stunden meldete das Gesundheitsamt 46 Neuansteckungen. Die Inzidenz gibt an, wie viele Neuansteckungen es in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gab. In Mitteldeutschland überschreiten derzeit auch der Erzgebirgskreis und der LK Bautzen in Sachsen die Marke von 300. Bereits ab einer Inzidenz von 50 gilt eine Region als Risikogebiet.

11:00 Uhr | Bislang 19 Milliarden Euro Corona-Kurzarbeitergeld

Für Kurzarbeit in der Corona-Krise sind nach Angaben von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil bisher rund 19 Milliarden Euro geflossen. Der SPD-Politiker sprach in der Bundestagsdebatte zur Beschäftigungssicherung von einem "sehr, sehr teuren" Instrument. Doch "Massenarbeitslosigkeit wäre finanziell und sozial ungemein teurer". Auch 2021 sollen demnach Beschäftigte bei längerer Kurzarbeit einen Aufschlag bekommen.

10:22 Uhr | Gericht bestätigt Maskenpflicht im Bundestag

Die Maskenpflicht im Bundestag gilt auch für Mitarbeiter der AfD-Fraktion. Das Berliner Verwaltungsgericht wies eine Beschwerde von Mitarbeitern der AfD-Fraktion gegen die von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble angeordnete Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in den Parlamentsgebäuden ab. Zur Begründung wird auf das Hausrecht des Bundestagspräsidenten verwiesen, um die Funktionsfähigkeit des Parlaments zu gewährleisten. Die Maskenpflicht sei dazu geeignet und verhältnismäßig.

09:55 Uhr | Fußball-Regionalliga soll im Dezember spielen

Der Nordostdeutsche Fußball-Verband will den Ligabetrieb in der Regionalliga am 4. Dezember wieder aufnehmen. Der Spielausschuss setzte drei Spieltage bis Weihnachten an sowie Nachholspiele. Alle Partien sollen ohne Zuschauer stattfinden. Zuvor hatten sich mehrere Regionalliga-Vereine gegen Punktspiele im Dezember ausgesprochen. So forderte Lok Leipzig in einem offenen Brief an den Verband unter anderem eine vorgezogene Winterpause.

09:42 Uhr | Magdeburg will hart gegen Oktoberfest-Party vorgehen

Eine Party in Magdeburg, bei der sich Dutzende Gäste mit Corona infiziert hatten, wird zum Fall für die Justiz. Oberbürgermeister Lutz Trümper sagte, die Stadt werde die Sache nicht mit einem kleinen Ordnungsgeld abhaken. Er habe die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Der Partyveranstalter hatte ein Oktoberfest als Privatfeier deklariert, um das Veranstaltungsverbot zu umgehen. Nach der Feier wurden mehr als 80 Corona-Infektionen bei Gästen und Kontaktpersonen festgestellt.

09:28 Uhr | Berliner Polizei warnt vor Brutalität bei Corona-Demos

Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik sieht eine zunehmende Gewaltbereitschaft bei Teilnehmern von Corona-Demonstrationen. Sie sagte dem "Tagesspiegel": "Wir sind vom bunten Publikum weggekommen und haben es zunehmend mit einem Spektrum von Menschen zu tun, die unser System generell ablehnen und bereit sind, dafür extreme Gewalt anzuwenden." Die Brutalität bei den Protesten von Corona-Leugnern und -Skeptikern am Mittwoch in Berlin sei immens gewesen.

Bei Angriffen auf Polizisten sei teilweise versucht worden, Beamten den Helm vom Kopf zu zerren. Polizisten seien Visiere hochgerissen worden, um ihnen Reizgas ins Gesicht zu sprühen. Zudem seien Flaschen, Steine und Pyrotechnik geworfen worden. Laut einer Bilanz der Berliner Polizei wurden bei dem Einsatz 77 Einsatzkräfte verletzt. Es habe 365 Festnahmen gegeben. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Pfefferspray ein.

08:45 Uhr | Massentestung in Südtirol

Die italienische Provinz Südtirol will mit Massentests die zweite Corona-Welle eindämmen. Die etwa 500.000 Einwohner der Alpen-Provinz können sich seit heute freiwillig und kostenlos testen lassen. Die Landesregierung will mit der dreitägigen Aktion symptomfreie Virusträger aufspüren. Die Ampelkarte der EU zur Lage in Europa.

08:18 Uhr | Bahnhofsbuchhandlungen fehlen Kunden

Vielen Bahnhofsbuchhandlungen in Deutschland droht das Aus. Nach Verbandsangaben ist der Umsatz mit Presseerzeugnissen und Büchern mangels Kundschaft seit dem Frühjahr um bis zu 70 Prozent eingebrochen. Damit sei die Branche viel härter getroffen als der übrige stationäre Buchhandel.

07:55 Uhr | Bundeswehr hilft in Sachsen

Die Bundeswehr ist in zwei Drittel aller deutschen Gesundheitsämter im Corona-Einsatz. Schwerpunkte sind Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Wie der Sprecher für Sachsen, Oberstleutnant Eric Gusenburger, mitteilte, unterstützen derzeit 500 Soldatinnen und Soldaten die Gesundheitsämter, Kliniken und Pflegeheime. Hauptaufgaben seien die Kontaktverfolgung, Hilfe bei der Pflege sowie bei Coronatestungen. In fünf Krankenhäusern im Landkreis Görlitz leistet ein Sanitätsregiment Amtshilfe mit Kranken- und Intensivpflegern sowie Rettungssanitätern.

07:10 Uhr | Höchstwert bei Neuansteckungen

In Deutschland sind gestern 23.676 Neuinfektionen gemeldet worden, so viele wie noch nie an einem Tag. Damit sind nach Daten des Risklayer-Projekts an der Universität Karlsruhe bundesweit insgesamt bislang 878.209 Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 bestätigt. Knapp 236.000 Fälle sind aktiv.

In Mitteldeutschland sind bisher etwa 61.500 Infektionen erfasst, ein Drittel davon sind aktiv. In Sachsen gibt es knapp 40.000 bestätigte Ansteckungen (+1.188/14.700 aktiv), in Thüringen etwa 12.300 (+422/3.600) und in Sachsen-Anhalt mehr als 9.400 (+291/2.600). Regionale Corona-News: Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt.

07:00 Uhr | Sachsen: Erweiterte Maskenpflicht kaum kontrollierbar

Städte und Gemeinden in Sachsen sehen kaum Möglichkeiten, die neuen Regelungen zur Maskenpflicht in Sachsen zu kontrollieren. Vize-Verbandschef Chef Ralf Leimkühler sagte MDR AKTUELL, zuständig seien die Gesundheitsämter. Die arbeiteten aber bereits am Limit. Es sei niemandem geholfen, wenn die Ämter durch das Schreiben von Bußgeldbescheiden von wichtigeren Tätigkeiten abgehalten würden.

Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft erklärte, viele Kommunen seien außerstande, Kontrollen über kommunale Ordnungsdienste zu organisieren. Für private Sicherheitsfirmen ergebe sich daher ein neues Geschäftsfeld. Seit dieser Woche muss in Sachsen auch auf Supermarkt-Parkplätzen sowie vor Kitas und Schulen eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von 60 Euro.

06:45 Uhr | Arbeitgeber warnen vor Lockdown zu Weihnachten

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer warnt vor einer Vernachlässigung der Belange von Familien in der Corona-Krise. Aus der Politik heiße es, Weihnachten könne auch mal ohne Familie gefeiert werden, und auf private und familiäre Kontakte solle man besser ganz verzichten, sagte Kramer "Welt"-Online. Das gehe zu weit. Familien hielten weiter Kontakt, selbst wenn es verboten sei. Die Politik müsse in der Pandemie eine Balance zwischen drei Säulen halten: medizinische Versorgung, Erwerbstätigkeit und Familienzusammenhalt. Kramer mahnt: "Wenn eine schwächelt, fällt das Ganze mangels Akzeptanz zusammen."

06:30 Uhr | Indien mit mehr als neun Millionen Infektionen

Indien hat die Schwelle von mehr als neun Millionen nachgewiesenen Corona-Infektionen überschritten. Landesweit haben sich nach offiziellen Angaben seit Beginn der Pandemie mehr als 9,004 Millionen Menschen mit Sars-CoV-2  infiziert. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich auf 132.162. Indien verzeichnet nach den USA (11,7 Millionen) weltweit die meisten Ansteckungen.

06:20 Uhr | EU-Kommission erwartet Impfstoff in diesem Jahr

Die EU-Kommission rechnet damit, dass zwei Impfstoffe gegen das neuartige Corona-Virus noch in diesem Jahr zugelassen werden könnten. Präsidentin von der Leyen nannte nach dem Video-Gipfel der Staats- und Regierungschefs die zweite Dezemberhälfte als möglichen Zeitpunkt. Es gehe um eine Marktzulassung für die Kandidaten von Pfizer-Biontech und Moderna. Biontech-Mitgründer Ugur Sahin hält eine Auslieferung und Zulassung im Dezember ebenfalls für möglich. Die Hersteller hatten in dieser Woche vielversprechende Studien-Ergebnisse vorgestellt.

06:05 Uhr | Nächtliche Ausgangssperre in Kalifornien

Der US-Bundesstaat Kalifornien führt wegen steigender Corona-Zahlen erneut eine nächtliche Ausgangssperre ein. Nach Angaben von Gouverneur Gavin Newsom müssen die Menschen zwischen 22 und 5 Uhr zu Hause bleiben. Die Anordnung soll Samstag in Kraft treten und vorerst einen Monat gelten. Die Ausgangssperre gilt für alle Bezirke mit der höchsten Warnstufe, unter anderem für Los Angeles und San Diego. Ausgenommen ist San Francisco. Kürzlich hatte Kalifornien mit seinen 40 Millionen Einwohnern die Schwelle von einer Million Corona-Ansteckungen überschritten. Die USA verzeichneten am Donnerstag mit knapp 188.000 Neuinfektionen einen neuen Tagesrekord. Nach Daten der Johns Hopkins Universität in Baltimore sind seit Ausbruch der Pandemie landesweit mehr als 250.000 Patienten an oder mit der Infektion gestorben.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 20. November 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt unterhalb.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. November 2020 | 06:00 Uhr