Coronavirus-Pandemie Ticker: Söder fordert Obergrenze für Corona-Schulden

CSU-Chef Söder fordert, dass der Staat höchstens 100 Milliarden Euro an neuen Schulden macht, um die Corona-Krise zu bewältigen. In Thüringen dürfen Fitnessstudios nach einem Gerichtsurteil unter Auflagen ab sofort wieder öffnen. Nach einem "Spiegel"-Bericht plant der Bundesfinanzminister für Eltern einen Kaufkraftzuschuss von 300 Euro pro Kind. Mitarbeiter von Krankenhäusern und Pflegeheimen sollen regelmäßiger auf das Coronavirus getestet werden.

Ein Journalist beobachtet den Livestream vom CSU-Parteitag, bei dem Markus Söder (CSU), CSU-Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern spricht.
CSU-Chef Söder hat eine Obergrenze von 100 Milliarden Euro an neuen Schulden gefordert, die der Bund zur Bewältigung der Corona-Krise aufnehmen darf. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Freitag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie im Ticker am Sonnabend.

23:35 Uhr | Corona gefährdet Impfprogramme gegen Kinderkrankheiten

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef haben wegen der pandemiebedingten Aussetzung von Impfkampagnen gegen Kinderkrankheiten wie Polio vor lebensbedrohlichen Folgen für Millionen Kinder gewarnt. "Erste Analysen deuten darauf hin, dass die Bereitstellung von Routine-Impfungen in mindestens 68 Ländern erheblich beeinträchtigt ist und dies wahrscheinlich Auswirkungen auf rund 80 Millionen Kinder im Alter von unter einem Jahr haben wird", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die Pandemie drohe, lebensrettende Impfprogramme weltweit zu untergraben. "Dadurch besteht die Gefahr, dass dutzende Millionen Kinder - in reichen und armen Ländern - dem Risiko tödlicher Krankheiten wie Diphtherie, Masern und Lungenentzündung ausgesetzt werden", sagte Tedros.

Nach Angaben von Unicef wurden im Zuge der Pandemie bereits in 27 Ländern Masern-Impfkampagnen sowie in 38 Ländern Polio-Impfprogramme ausgesetzt. Grund seien unter anderem die wegen der Corona-Krise vorgeschriebenen Abstandsregeln, hieß es. Zudem sei medizinisches Personal von Impfkampagnen abgezogen und stattdessen für Covid-19-Behandlungen eingesetzt worden. Auch hätten viele Eltern ihre Kinder aufgrund von Reisebeschränkungen nicht zu Impfstellen bringen können.

22:19 Uhr | Nach Restaurantbesuch offenbar Corona-Ausbruch

In Niedersachsen haben sich bei einem Restaurantbesuch offenbar sieben Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der Landkreis Leer mit. Wegen der neuen Fälle sei für mindestens 50 Menschen vorsorglich häusliche Quarantäne angeordnet worden. Weitere Testergebnisse stünden noch aus. Laut Gesundheitsamt handelt es sich um einen Ausbruch mit mehreren Infizierten und vielen Kontakten. Daher sei die Nachverfolgung aufwendig. Die sieben positiven Befunde, die miteinander zusammenhingen, seien von Dienstag bis Freitag gemeldet worden. Im Landkreis Leer war zuvor mehr als eine Woche lang keine bestätigte Neuinfektion gemeldet worden.

21:38 Uhr | Flixbus will wieder fahren

Nach zwei Monaten Corona-Zwangspause will Flixbus seine Fernbusse wieder fahren lassen. Wie das Unternehmen ankündigte, sollen ab kommendem Donnerstag zunächst 50 Halte angesteuert werden – darunter Leipzig und Weimar. Vor der Krise waren es zehn mal so viele gewesen. Für den Neustart gilt nach Angaben von Flixbus ein Hygienekonzept. Unter anderem müssen Passagiere während der gesamten Fahrt einen Mundschutz tragen. Die Busse sollen nach jeder Fahrt desinfiziert werden. Toiletten würden nicht geöffnet, damit sich Fahrgäste im Bus nicht begegnen. Die Busse führen aber regelmäßig auf Rastplätze. Teurer sollen die Fahrten trotz des höheren Aufwands nicht werden, versicherte Flixbus.

20:15 Uhr | Söder fordert Obergrenze für Corona-Schulden

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine Obergrenze für neue Staatsschulden zur Bewältigung der Corona-Krise gefordert. Söder sagte auf dem ersten virtuellen Parteitag der CSU, der Bund solle maximal 100 Milliarden Euro zusätzliche Schulden in diesem Jahr aufnehmen dürfen. Konzepte darüber hinaus seien nicht finanzierbar. Der CSU-Chef sagte weiter, man dürfe den Staat nicht ruinieren. Sonst fehle die zweite Luft, falls sich die Lage verschlechtere.

Söder forderte zugleich ein Konjunkturprogramm. Das müsse die Binnennachfrage anregen, da der Export durch die Corona-Krise zusammengebrochen sei. Im Leitantrag des CSU-Parteivorstandes werden etwa Kaufprämien für emissionsarme Autos, Reisegutscheine für den Urlaub in Deutschland, Steuersenkungen für Unternehmen und Bürger sowie Investitionen in den Straßenbau und das schnelle Mobilfunknetz 5G vorgeschlagen.

Bislang sieht der Nachtragshaushalt des Bundes eine geplante Neuverschuldung von 156 Milliarden Euro vor. Es zeichnet sich aber bereits ab, dass das nicht ausreichen wird. Ein großes Konjukturpaket ist in Planung, auch die Kommunen erwarten Hilfe.

18:53 Uhr | Zweitliga-Spieltag startet mit Schweigeminute für Corona-Opfer

Die Fußball-Zweitligisten haben den 27. Spieltag am Freitagabend mit einer Gedenkminute für die Opfer der derzeitigen Coronavirus-Pandemie begonnen. Sowohl beim Spiel 1. FC Nürnberg gegen Erzgebirge Aue als auch beim Duell 1. FC Heidenheim gegen den SV Wehen Wiesbaden riefen die Stadionsprecher die wenigen Anwesenden auf, ruhig zu sein. Am kompletten Bundesliga-Wochenende und in der folgenden Englischen Woche soll es Gedenkminuten geben. Zudem tragen die Profis Trauerflor.

18:07 Uhr | Malaria-Mittel wirken nicht gegen Covid-19

Die Malaria-Mittel Chloroquin und Hydroxychloroquin sind wahrscheinlich nicht zur Behandlung der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 geeignet. Nach einer umfassenden Datenanalyse berichten Forscher aus den USA und der Schweiz berichten im Journal "The Lancet", dass die Wirkstoffe möglicherweise sogar die Todesrate erhöhen und zu mehr Herzrhythmusstörungen führen. Sie hatten Daten von gut 96.000 Patienten ausgewertet, von denen fast 15.000 eines der Mittel allein oder in Kombination mit einem Antibiotikum bekommen hatten. Die Daten stammen aus rund 670 Krankenhäusern von sechs Kontinenten. Vor allem Hydroxychloroquin zusammen mit einem Antibiotikum erwies sich als schlecht: Einer von vier der so behandelten Patienten starb. In der Kontrollgruppe war es nur einer von elf Patienten. Zu ähnlichen Ergebnissen waren zuvor schon kleinere Studien gekommen.

17:12 Uhr | Der Lockdown: Zu spät, zu kurz oder gar nicht notwendig?

Der Virologe Alexander Kekulé spricht im Podcast von MDR AKTUELL mit der Göttinger Physikerin Viola Prieseman, deren Team die Wirksamkeit von Maßnahmen gegen die Corona-Ausbreitung untersucht hat.

16:55 | Urteil: Fitnessstudios in Thüringen dürfen öffnen

In Thüringen dürfen Fitnessstudios unter Auflagen öffnen. Das hat das Thüringer Oberverwaltungsgericht entschieden und damit eine Passage der Corona-Verordnung des Freistaats gekippt. Die Regelung dort sieht eigentlich vor, dass die Studios erst ab dem 1. Juni öffnen dürfen. Das Gericht entschied nun, Voraussetzung für eine Öffnung der Studios sei, dass ein Infektionsschutzkonzept für das Studios erstellt und nachgewiesen werde. Die Richter verwiesen darauf, dass Vereins- oder Reha-Sport unter strengen Auflagen bereits erlaubt sei. Deshalb sei es ungerecht, die Fitnesseinrichtungen bis zum 1. Juni geschlossen zu halten. Die Entscheidung sei unanfechtbar und gelte für ganz Thüringen. Sollte sich die Corona-Lage in einzelnen Regionen aber verschärfen, könnten die Öffnungen wieder mit Anordnungen eingeschränkt werden.

In Brandenburg dagegen dürfen Fitnessstudios vorerst nicht öffnen. Dort bestätigte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eine entsprechende Regelung in der SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung des Landes. Es urteilte, dass das Verbot im Hinblick auf die überragende Bedeutung des Schutzes von Leben und Gesundheit derzeit noch verhältnismäßig ist. Daran änderten auch die von den Antragstellern erarbeiteten Hygiene- und Sicherheitskonzepte nichts.

16:38 Uhr | Sachsen: Fast alle Grundschüler zurückgekehrt

In Sachsen lernen fast alle Grundschüler wieder in der Schule. Das hat das Kultusministerium mitgeteilt. Demnach sind etwa 95 Prozent der Grundschüler nach der Corona-Zwangspause zurückgekehrt. Nach einem Gerichtsentscheid ist der Besuch einer Grundschule in Sachsen zunächst bis zum 5. Juni freiwillig. Am Montag hatte Sachsen als erstes Bundesland Schulen und Kitas im eingeschränkten Regelbetrieb wieder geöffnet.

15:53 Uhr | Bistum Magdeburg ermöglicht Gottesdienste

Als letztes katholisches Bistum ermöglicht nun auch die Diözese Magdeburg wieder öffentliche Gottesdienste. Wie Bischof Gerhard Feige mitteilte, können Gottesdienste ab kommenden Montag unter Beachtung der Hygiene-Vorschriften wieder stattfinden. Er forderte dazu auf, in jedem Fall die verbindlichen Mindeststandards einzuhalten. Außerdem müssten die unterschiedlichen Verhältnisse der Gemeinden und Gebäude berücksichtigt werden. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter müssten sich abstimmen.

15:32 Uhr | Kassenärzte sind gut mit Masken versorgt

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärtzlichen Vereinigung Sachsen, Klaus Heckemann, sieht die Ärzte inzwischen gut mit Masken versorgt. Er sagte MDR AKTUELL, es gebe eine gewisse Entspannung. Ärgerlich sei allerdings gewesen, dass man Masken bekommen und ausgeliefert habe, die nicht TÜV-zertifiziert gewesen seien. Auch die Versorgung mit Desinfektionsmitteln und Handschuhen sei kein Thema mehr. Das Problem sei eher, dass bislang noch überhaupt keine Schutzkittel angekommen seien.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte zuvor Berichte zurückgewiesen, für Verzögerungen bei der Auslieferung von Schutzausrüstung verantwortlich zu sein. Ein Ministeriumssprecher sagte, falls Ärzte über Ausrüstungsmängel klagten, liege das nicht an fehlenden Lieferungen des Ministeriums. Für die Auslieferung an Praxen und Krankenhäuser seien Länder und Kassenärztliche Vereinigungen verantwortlich.

14:52 Uhr | Steinmeier dankt Muslimen für verantwortliches Verhalten

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Muslimen für ihr umsichtiges Verhalten zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie gedacht. In einer Grußbotschaft zum Ende des Fastenmonats Ramadan schrieb er, die Einschränkungen im religiösen Leben würden viele Muslime sicher als bedrückende Erfahrung erleben – eine Erfahrung, die auch Christen und Juden teilten. Zusammenkünfte vorübergehend einzuschränken, sei aber erforderlich gewesen, um Menschenleben zu retten. Der islamische Fastenmonat Ramadan endet mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens. Es beginnt am Sonntag und ist neben dem Opferfest das wichtigste Fest im Islam.

14:35 Uhr | Keine Corona-Verdachtsfälle im Schlachthof Weißenfels

Die Corona-Tests im Schlachthof Weißenfels sind alle negativ ausgefallen. Das teilte der Burgenlandkreis mit. Insgesamt seien fast 1.200 Abstriche von Beschäftigten ausgewertet worden. Weil es keine Hinweise auf Infektionen gebe, würden vorerst keine weiteren Tests in dem Betrieb gemacht. Der Burgenlandkreis hatte die freiwilligen Tests durchführen lassen, nachdem es in anderen deutschen Schlachtbetrieben massive Corona-Ausbrüche gegeben hatte.

14:10 Uhr | Laschet für noch höheren Kinderzuschlag

Die Regierung von Nordrhein-Westfalen dringt auf die baldige Vorlage eines Konjunkturprogramms des Bundes, um ein ergänzendes eigenes nachzulegen. Ministerpräsident Armin Laschet, der auch einer der Kandidaten für den CDU-Vorsitz ist, sagte dazu, dass Familien besondere Lasten getragen hätten: "Daher schlagen wir zu ihrer Entlastung und zur Förderung des privaten Konsums in Deutschland einen Familienbonus in Höhe von einmalig 600 Euro pro Kind vor." Zuvor meldete "Der Spiegel", dass Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) mit 300 Euro pro Kind plane (siehe Tickereintrag 12:03 Uhr).

13:29 Uhr | Bund will 20 Prozent der Lufthansa-Anteile

Der Bund will im Rahmen eines Rettungsplans 20 Prozent der Lufthansa-Anteile übernehmen. Über eine Wandelanleihe solle er im Notfall eine Sperr-Minorität erreichen können. Wie viele andere Fluggesellschaften würde die Lufthansa den schon seit Wochen andauernden fast kompletten Ausfall der Passagierflüge ohne staatliche Hilfe vermutlich nicht überleben.

12:30 Uhr | Entwarnung im Krankenhaus in Schleiz

Nach der Covid-19-Erkrankung einer Ärztin des Krankenhauses in Schleiz hat der Saale-Orla-Kreis jetzt Entwarnung gegeben. Alle 111 Coronavirus-Tests bei Personal und Patienten seien negativ gewesen, berichtete das Landratsamt am Freitag. Auch im privaten Umfeld der Frau habe es keine bestätigte Infektion gegeben. Sie hatte sich auf der Station für Covid-19-Erkrankte angesteckt, was zu Wochenbeginn bekannt wurde. Einige Menschen, die mit ihr kurz vor Bekanntwerden der Erkrankung in Kontakt standen, sollen kommenden Dienstag noch einmal getestet werden. Das Krankenhaus in Schleiz ist nach den Angaben des Landratsamts jetzt auch wieder voll einsetzbar.

12:03 Uhr | "Spiegel": 300 Euro pro Kind für Eltern

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) setzt laut einem "Spiegel"-Bericht bei dem geplanten Konjunkturpaket der Regierung auch auf Maßnahmen zur Stärkung der Kaufkraft. So sollen Eltern für jedes Kind einmalig 300 Euro erhalten, berichtete das Magazin vorab. Erwogen würden auch Konsumgutscheine für alle. Daneben sollen Gastwirte und Kulturschaffende einen Ausgleich für entgangene Einkommen erhalten. Auch Hilfen für Unternehmen seien geplant, etwa günstigere Abschreibungskonditionen und Investitionszulagen. Das Konjunkturpaket solle rund 150 Milliarden Euro umfassen.

11:39 Uhr | Streit um die Finanzierung der Tests

Der Deutsche Städtetag hat Krankenkassen und Kassenärzten vorgeworfen, eine Ausweitung von Coronavirus-Tests zu bremsen. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, in einigen Fällen seien die Finanzierungen von Tests in Pflegeheimen, bei Pflegekräften oder im Rettungsdienst kurzfristig aufgekündigt worden. Das behindere umfangreiche Testreihen, die beim Ausstieg aus den Beschränkungen nötig seien.

Der Bundestag hatte zuletzt ein Gesetz beschlossen, mit dem das Bundesgesundheitsministerium die gesetzlichen Kassen verpflichten kann, die Tests zu bezahlen, auch wenn keine Symptome vorliegen. Dedy forderte nun, das "lupenrein" umzusetzen. Er rechnete damit, dass die Rechtsverordnung im Juni kommt. Gesundheitsminister Jens Spahn will sie aber schon im Mai vorlegen (siehe - 06:31 Uhr).

11:17 Uhr | Großbritannien: 14 Tage Quarantäne bei Einreise

Großbritannien will Einreisende aus dem Ausland künftig für 14 Tage unter Quarantäne stellen. Das kündigte der für Nordirland zuständige Minister Brandon Lewis im TV-Sender Sky News an. Aus dem Ausland einreisende Briten könnten zu Hause bleiben, Ausländer müssten eigene Vorkehrungen für ihre Isolierung treffen. Die Maßnahme solle die schrittweise Lockerung anderer Beschränkungen ab dem 1. Juni begleiten. Ausnahmen für Bürger aus Ländern mit wenig Infektionen seien derzeit noch nicht geplant. Für Lastwagenfahrer, medizinisches Personal und Bürger der Republik Irland soll es sie aber geben.

10:30 Uhr | Bisher wenige Anträge auf Lohnersatz

In Mitteldeutschland hat es bisher nur rund 1.300 Anträge von Eltern auf Lohnersatz wegen geschlossener Kitas und Schulen gegeben. Das ergab eine Umfrage von MDR AKTUELL bei zuständigen Behörden. Die meisten, rund 1.140 Anträge gab es demnach in Sachsen. Nur 35 waren es in Sachsen-Anhalt und rund 100 Anträge in Thüringen.

Die Stellen rechneten aber damit, dass die Zahlen noch deutlich steigen. Den Lohnersatz bekommen Eltern, die wegen geschlossener Kitas und Schulen ihrer Kinder nicht zur Arbeit können. Der Staat zahlt zwei Drittel des Nettolohns. Die Bezugsdauer je Elternteil soll demnächst von sechs auf zehn Wochen verlängert werden. Bei allein erziehenden Eltern sollen es dann bis zu 20 Wochen sein.

10:14 Uhr | Weiter Probleme in der Tagespflege

Patientenschützer haben auf anhaltende Probleme für Pflegebedürftige hingewiesen. Viele der bisherigen 93.000 Tagespflegeplätze und 220.000 Kurzzeit-Pflegeplätze seien noch nicht wieder verfügbar, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Einige Einrichtungen öffneten zwar wieder. Für die meisten Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen ändere sich aber vorerst nichts. Für sie komme erschwerend hinzu, dass es keine Übersichten über verfügbare Angebote gebe.

10:00 Uhr | Sachsen-Anhalts Hotels öffnen wieder

Nach rund zwei Monaten in der Zwangspause dürfen Hotels in Sachsen-Anhalt seit heute wieder Gäste beherbergen - vorerst aber nur Bürger mit Hauptwohnsitz im Land. Neben Hotels dürfen auch Restaurants wieder öffnen, ohne es beantragen zu müssen.

Angestellte müssen Mundschutz tragen, und es gibt viele weitere Hygieneregeln. Restaurants etwa müssen Namen und Kontaktdaten ihrer Gäste notieren. Ab 28. Mai dürfen auch Touristen aus anderen Bundesländern kommen. Kritisiert wird, dass etwa in Niedersachsen andere Fristen und Regeln gelten. Das führt vor allem im Harz zu Problemen. Die Regierungen in Magdeburg und Hannover konnten sich bisher jedoch nicht auf einen Fahrplan verständigen.

09:28 Uhr | Zahl neuer Fälle in Deutschland weiter gering

Die Zahl täglich neu bestätiger Coronavirus-Infektionen liegt in Deutschland seit fast zwei Wochen stabil unter der Marke von 1.000 Fällen - zuletzt waren es weniger als 500 neue an einem Tag:

Institutionen wie Risklayer oder die vielfach zitierte Johns-Hopkins-Universität stützen sich direkt auf die offiziell durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert veröffentlicht.

08:29 Uhr | Starker Anstieg der Infektionszahlen in Indien

Aus Indien ist mit rund 6.000 bestätigten Neuinfektionen jetzt der größten Anstieg dieser Zahl innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern hat nach dieser Zunahme der nachgewiesenen Fälle um etwa fünf Prozent nun 118.000 Infektionen bestätigt. Ministerpräsident Narendra Modi hatte zuletzt eine Ausgangssperre bis Ende dieses Monats verlängert, die Auflagen in einigen Regionen mit weniger Infektionen aber gelockert.

07:46 Uhr | McDonalds unterstützt seine Betreiber

McDonald's hat Restaurantbetreibern in Deutschland für März und April die Pacht- und Franchisegebühren gestundet und einen Teil der Miete erlassen. Wie die "Wirtschaftswoche" berichtet, verzichtet das US-Unternehmen damit vorübergehend auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Über weitere Hilfen solle im Einzelfall entschieden werden. Zudem sei eine Werbeoffensive zu der ab Montag möglichen Wiedereröffnung der Restaurant-Innenräume in allen Bundesländern geplant. Die meisten der 1.480 deutschen McDonald's-Restaurants werden von rund 200 Franchise-Unternehmen betrieben.

07:10 Uhr | Selbstmedikatation fragwürdig

US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich erklärt, er nehme ein Malaria-Medikament zur Vorbeugung gegen Covid-19 ein. Experten halten so etwas für fragwürdig und für vermutlich nicht sinnvoll:

06:39 Uhr | Amtsenthebung von Bolsonaro beantragt

Oppositionsparteien in Brasilien haben gemeinsam die Amtsenthebung von Präsident Jair Bolsonaro beantragt. Sie werfen ihm unter anderem vor, die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie gefördert zu haben. Die Zeitung "Estado de São Paulo" zitierte Arbeiterpartei-Chefin Gleisi Hoffmann: "Bolsonaro hat keine politischen, administrativen und menschlichen Fähigkeiten, Brasilien zu regieren." Sein Verhalten sei eine Gefahr für das Volk.

Bolsonaro hatte die Pandemie als "kleine Grippe" und Inszenierung der Medien bezeichnet und sich den von Gouverneuren verhängten Quarantäne-Maßnahmen widersetzt. Innerhalb eines Monats gaben zwei Gesundheitsminister auf. Laut nationaler Statistik hat es bislang 290.000 Infizierte gegeben, knapp 20.000 starben. Dabei gilt Brasilien als eines der Länder mit den weltweit wenigsten Tests. Dem Bericht zufolge ist dieser schon der 33. Antrag auf Amtsenthebung in den 17 Monaten der Regierungszeit von Bolsonaro. Keiner kam bisher zur Beratung. Die Verfassung setzt hohe Hürden dafür.

06:31 Uhr | Reihen-Tests für Kliniken und Heime

Der Bundesgesundheitsminister arbeitet an einer Ausweitung der Coronavirus-Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Wie Ressortchef Jens Spahn (CDU) der Zeitung "Die Welt" sagte, will er noch im Mai eine Verordnung vorlegen, die präventive Reihen-Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen ermöglicht. Unter anderem die Finanzierung der Tests durch die Krankenkassen war zuletzt noch umstritten, eine Lösung nicht abzusehen.

05:52 Uhr | Kein Lehrer-Notstand durch Corona-Atteste

In Mitteldeutschland haben sich aus Sorge vor Coronavirus-Infektionen bisher nur wenige Lehrer von der Präsenzpflicht im Unterricht befreien lassen. Das ergaben Nachfragen von MDR AKTUELL in den Ministerien. In Sachsen-Anhalt arbeiten aktuell demnach zehn Prozent der 13.000 Lehrer aus solchen Gründen von Zuhause aus. Die Ministerien in Sachsen und Thüringen konnten hierzu zwar keine Zahlen nennen, erklärten aber, dass es keinen Lehrer-Notstand durch Corona-Atteste gebe.

05:00 Uhr | SAP verteidigt geplante Corona-App

Mitentwickler SAP hat Datenschutz-Bedenken gegen die geplante Coronavirus-Tracking-App des Bundes zurückgewiesen. SAP-Sprecher Schepp sagte MDR AKTUELL, das Handy-Programm erfasse im Grunde gar keine persönlichen Daten der Nutzer. Aufenthaltsorte würden zudem nicht in Echtzeit verfolgt. Eine Benachrichtigung erfolge nur, wenn später festgestellt werde, dass sich ein Nutzer in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten habe. Auch diese bleibe aber anonym. Schepp betonte, die App ersetze nicht Mindestabstand und Atemschutzpflicht. SAP entwickelt sie mit der Telekom im Auftrag der Bundesregierung. Sie soll ab Mitte Juni verfügbar sein.

02:12 Uhr | Volkskongress in China

Unter strengen Vorsichtsmaßnahmen hat in Peking der diesjährige Volkskongress begonnen. Er war im März wegen des Coronavirus verschoben worden. Im Mittelpunkt stehen nun unter anderem die Hilfen zur Ankurbelung der Konjunktur in China, die durch die Pandemie-Krise schwer eingebrochen ist. Die Sitzung begann mit einer Schweigeminute für die Opfer. Die Tagung wurde von den sonst üblichen zehn bis zwölf Tagen auf eine Woche verkürzt.

00:38 Uhr | Sachsen will reguläre Schule nach den Ferien

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will an den Schulen seines Landes nach den Sommerferien wieder regulären Schulunterricht. "Wir wollen, dass nach den Sommerferien der Unterricht auch an allen weiterführenden Schulen wieder normal läuft", sagt er dem "Focus". Derzeit arbeite die Landesregierung an einer Lösung, damit es ab dem neuen Schuljahr keinen Notbetrieb mehr gebe. Kindertagesstätten und Schulen seien entscheidend dafür, dass die Wirtschaft im Land wieder anlaufen könne.

00:01 Uhr | Trump gegen einen zweiten Lockdown

US-Präsident Donald Trump will die USA im Fall einer zweiten Welle von Coronavirus-Infektionen nicht wieder strengen Maßnahmen zur Eindämmung unterwerfen. In diesem Fall "werden wir die Feuer löschen, aber wir werden das Land nicht schließen", sagte er bei einem Besuch in einer Fabrik des Auto-Herstellers Ford. "Um die Gesundheit unserer Bevölkerung zu schützen, brauchen wir eine funktionierende Wirtschaft", wobei Trump einzelne Gouverneure wegen zögerlicher Lockerungen kritisierte. In dem Ford-Werk, das er besuchte, weden derzeit auch Beatmungsgeräte hergestellt.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Mai 2020 | 06:00 Uhr