Coronavirus-Pandemie Coronavirus-Ticker: WHO warnt vor "Politisierung des Virus"

Mit einem dramatischen Appell für globale Zusammenarbeit hat der Chef der WHO auf Kritik von US-Präsident Trump reagiert. In New York starben an einem Tag 779 Infizierte. Sachsen und Thüringen weiten ihre Hilfen aus. Aktuelle Informationen zur Corona-Krise im Ticker:

Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), spricht während einer Pressekonferenz.
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, mahnt internationale Solidarität und Kooperation an. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie im Ticker am Donnerstag.

22:42 Uhr | Waffenruhe im Jemen

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hat wegen der Corona-Pandemie eine zweiwöchige Waffenruhe im Jemen ausgerufen. "Wir erwarten, dass die Huthi-Rebellen dies akzeptieren", sagte ein hochrangiger saudiarabischer Beamter am Mittwoch. Die Waffenruhe solle am Donnerstag um 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit beginnen. "Wir bereiten den Boden für den Kampf gegen Covid-19", erklärte der Vertreter der Militärkoalition. Die Huthi-Rebellen äußerten sich zunächst nicht zu dem Vorstoß.

Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht.

22:02 Uhr | Frankreich verlängert Beschränkungen

Frankreich wird die Beschränkungen des öffentlichen Lebens über den 15. April hinaus verlängern. Das kündigte das Präsidialamt am Mittwoch an. Ein konkretes Datum wurde noch nicht genannt. Präsident Emmanuel Macron will am Montagabend in einer Ansprache an die Nation über die Situation in der Corona-Krise unterrichten. Es handelt sich bereits um die zweite Verlängerung der Maßnahmen.

21:50 Uhr | Göttinger Forscherteam: Lockerung der Einschränkungen in zehn Tagen möglich

Modell-Berechnungen von Forschern geben Hoffnung auf ein baldiges Ende der Kontaktbeschränkungen in Deutschland. Die Wissenschaftler des Göttinger Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation ermittelten, dass die Anzahl an Neuerkrankungen mit Covid-19 in den kommenden zwei Wochen weiter absinken werde. Die strengen Einschränkungen des öffentlichen Lebens zeigten Wirkung.

Viola Priesemann, Leiterin der Forschungsgruppe, sagte: "Ich finde es sehr ermutigend, dass wir mit einer starken Einschränkung, die in den kommenden zehn Tagen noch anhält, die Neuinfektionen soweit zurückdrängen könnten, dass wir danach mit Vorsicht, aber hoffentlich mit deutlich weniger Einschränkungen weitermachen können."

21:39 Uhr | Lufthansa verliert eine Million Euro pro Stunde

Der Einbruch der Fluggastzahlen führt bei der Lufthansa zu extremen Verlusten. Konzernchef Carsten Spohr bezifferte die Verluste in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter auf eine Million Euro - pro Stunde:

In Summe verlieren wir daher jede Stunde eine Million Euro unserer Liquiditätsreserve - Tag und Nacht, Woche für Woche und wohl auch noch Monat für Monat.

Carsten Spohr Vorstandvorsitzender der Lufthansa

Die Lufthansa verhandelt derzeit über Staatshilfen. Die Airline befördert normalerweise täglich etwa 350.000 Fluggäste, derzeit sind es weniger als 3.000.

21:33 Uhr | Interview mit Wirtschaftsforscher Oliver Holtemöller

Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle sagt für den Osten einen abgeschwächten Verlauf der befürchteten wirtschaftlichen Rezession voraus. Prof. Oliver Holtemöller erklärt im Interview, wie das Institut zu dieser Einschätzung kommt.

21:10 Uhr | Momentaufnahme aus Leipziger Klinik

Wie ist die Lage in den Krankenhäusern in Mitteldeutschland? Reporter von MDR AKTUELL haben das Klinikum Sankt Georg in Leipzig besucht und mit Ärzten und Pflegepersonal gesprochen:

21:00 Uhr | Mundschutzpflicht auf Dresdens größtem Wochenmarkt

Auf dem Dresdner Wochenmarkt an der Lignerallee gelten am Gründonnerstag verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Unter anderem müssen Besucher einen Munschutz tragen und es kommen nur begrenzt Menschen auf das abgezäunte Areal. Vergangene Woche war der Mindestabstand kaum eingehalten worden. Der MDR SACHSENSPIEGEL berichtet:

20:56 Uhr | Bund stützt BAföG-Empfänger und Wissenschaftler

Die Bundesregierung will die Folgen der Corona-Pandemie für Stundenten und Wissenschaftler mildern. Das Kabinett beschloss ein entsprechendes Vorhaben von Forschungsministerin Anja Karliczek. Demnach soll weiter der volle BAföG-Satz gezahlt werden, wenn sich jemand in sogenannten systemrelevanten Berufen engagiert. Beispielhaft genannt wurden Medizinstudenten in Krankenhäusern, Pflege-Azubis in Alten- und Pflegeheimen sowie angehende Ingenieure beim Bau provisorischer Krankenhäuser. Auch Tätigkeiten in der Lebensmittelbranche sollen mit einbezogen werden oder in Kindergärten, wenn diese wieder öffnen. Für Wissenschaftler sollen Fristen gelockert werden, damit sie Promotionen weiterführen können.

20:47 Uhr | Ermittlungen wegen Betrugsverdacht bei Corona-Hilfen

Die Soforthilfen der Bundesregierung locken offenbar auch Kriminelle an. Nach Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung sind täuschend echt aussehende Internetseiten aufgetaucht, wo Unternehmer und Freiberufler staatliche Fördergelder beantragen können. Unternehmer könnten unfreiwillig ihre Daten an Kriminelle geliefert haben, die damit die Soforthilfen abgegriffen haben könnten.

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt bereits. Den Angaben zufolge hat das Landeskriminalamt eine Ermittlergruppe für Subventionsbetrug eingerichtet. Das Wirtschaftsministerium in Nordrhein-Westfallen erstattete Anzeige. Es warnt inzwischen auf seiner Homepage vor der Betrugsmasche.

20:20 Uhr | Flüchtlingsrettung im Mittelmeer ausgesetzt

Während der Corona-Krise sollen keine Schiffe unter deutscher Flagge mehr auslaufen, um im Mittelmeer Flüchtlinge zu retten. Darüber hat die Bundesregierung die in der Seenotrettung aktiven Organisationen informiert. Zuvor hatten Italien und Malta entschieden, ihre Häfen für Schiffe mit Flüchtlingen an Bord zu schließen.

Unklar ist, was mit dem Rettungsschiff "Alan Kurdi" geschieht. Es wird von der deutschen Organisation "Sea Eye" betrieben und war am Montag ausgelaufen. Bislang wurden 150 Menschen vor der libyschen Küste aufgenommen. Die Regensburger Helfer appellierten an die Bundesregierung, für die Geretteten Verantwortung zu übernehmen.

20:10 Uhr | 779 Tote im Bundesstaat New York an einem Tag

Der besonders heftig von der Corona-Pandemie getroffene US-Bundesstaat New York hat mit 779 Toten an einem Tag so viele Opfer zu verzeichnen wie noch nie in der Krise. Damit liege die Zahl der Toten in dem 20-Millionen-Staat bei insgesamt 6.268, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Mittwoch bei seiner täglichen Pressekonferenz. "Diese Zahl der Toten wird weiter ansteigen", sagte Cuomo.

19:45 Uhr | WHO weist Kritik von Trump zurück

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Vorwürfe und Drohungen von US-Präsident Donald Trump gekontert. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte am Mittwoch in Genf vor einer "Politisierung des Virus". Das Coronavirus für politische Zwecke zu missbrauchen, sei das Schädlichste, was jetzt passieren könne. Es gehe um nationale Einheit, das Arbeiten über ideologische und Parteigrenzen hinweg und schließlich um internationale Solidarität. Ein Vorgehen, das die Gesellschaft in diesem Moment spalte, sei wie ein Spiel mit dem Feuer, meinte Tedros. Nur Einigkeit helfe, "wenn man nicht noch viel mehr Leichensäcke" riskieren wolle.

Das Schlimmste steht uns noch bevor, wenn wir uns nicht beeilen, Einigkeit sicherzustellen.

Tedros Adhanom Ghebreyesus WHO-Chef

Auch UN-Generalsekretär António Guterres verteidigte die Arbeit der WHO. "Es ist meine Überzeugung, dass die WHO unterstützt werden muss, denn sie ist absolut notwendig für die Anstrengungen der Welt, den Kampf gegen Covid-19 zu gewinnen", sagte Guterres laut Mitteilung am Mittwoch in New York.

19:40 Uhr | MDR-Kinderchor singt "Zusammen sind wir stark"

Der MDR-Kinderchor möchte mit dem Lied "Zusammen sind wir stark" ein Zeichen für Mut und Zusammenhalt setzen:

Konzerte

MDR-Kinderchor Vorschaubild für das Video "Zusammen sind wir stark" 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

19:35 Uhr | Abgeordnete verzichten offenbar auf Diätenerhöhung

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags werden in diesem Jahr voraussichtlich auf ihre regelmäßige Diätenerhöhung verzichten. Das zeichnet sich nach Äußerungen aus den Fraktionen ab. Nachdem Linke, FDP und Grüne bereits für einen entsprechenden Schritt plädiert hatten, sagte am Mittwoch auch SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich: "Die SPD-Fraktion strebt einen Verzicht auf die Erhöhung der Diäten in diesem Jahr an." Es habe bereits in der vergangenen Woche Gespräche unter den Fraktionen gegeben. "Ich bin zuversichtlich, dass wir hier in Kürze eine gemeinsame Lösung finden werden."

Das wäre sicher auch ein Zeichen dafür, dass sich die aktuell großen Herausforderungen nur gemeinsam bewältigen lassen.

Michael Grosse-Brömer, CDU Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion

18:30 Uhr | Fragen und Antworten zu Gutscheinen

Die Bundesregierung hat sich darauf verständigt, dass Veranstalter künftig Gutscheine herausgeben dürfen, statt gezahltes Geld zu erstatten. Fragen und Antworten zu der geplanten Regelung lesen Sie hier:

18:15 Uhr | Hilfen für Afrika

Das Coronavirus breitet sich zunehmend in Afrika aus. Die Zahl der bestätigten Infektionen auf dem Kontinent sei auf mehr als 10.000 angestiegen, mehr als 500 Menschen seien gestorben, gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekannt.

Die EU will Afrika helfen. Wie die EU-Kommission erklärte, stellt sie afrikanischen Staaten und anderen Ländern der Welt 15,6 Milliarden Euro zur Verfügung. Es handele sich hauptsächlich um vorgemerkte Mittel, die für den Kampf gegen das Virus umgewidmet würden.

Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller kritisierte das als unzureichend und forderte "zusätzliches Geld". Er kündigte seinerseits ein Sofortprogramm für Entwicklungsländer aus Bundesmitteln in Höhe von einer Milliarde Euro an. Auch dieses Geld stamme aus Umstrukturierungen.

17:48 Uhr | Sachsen und Thüringen weiten Soforthilfen aus

Sachsen weitet seine Corona-Hilfen für mittelständische Unternehmen aus. Wie Wirtschaftsminister Martin Dulig mitteilte, wird das Programm "Sachsen hilft sofort" nun auch für Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern geöffnet. Damit könnten in Not geratene Unternehmen Kredite bis zu 100.000 Euro in Anspruch nehmen. Die Darlehen seien zinsfrei und in den ersten drei Jahren tilgungsfrei. Laut Dulig soll das erweiterte Programm am Mittwoch nach Ostern an den Start gehen. Anträge können über die Sächsische Aufbaubank SAB gestellt werden.

Auch Thüringen weitet seine Hilfen aus. Wie das Landwirtschaftsministerium erklärte, können ab morgen auch Landwirte, Gärtner und Fischer Soforthilfen beantragen. Je nach Zahl der Beschäftigten gebe es zwischen 9.000 und 30.000 Euro. Insgesamt stünden zwölf Millionen Euro zur Verfügung.

17:40 Uhr | RKI-App stößt auf reges Interesse

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) entwickelte App zur Erfassung der Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland stößt auf reges Interesse. Wie das RKI am Mittwoch mitteilte, haben sich bereits 50.000 Freiwillige registriert.

Die App Corona-Datenspende vom Robert Koch Institut ist auf einem Smartphone zu sehen
Das RKI bittet um eine "Corona-Datenspende" per App. Bildrechte: dpa

Das Institut hatte die App am Dienstag veröffentlicht. Sie soll Daten von Fitness-Armbändern und Smartwatches sammeln, etwa zu Veränderungen beim täglichen Schritt-Pensum. Anhand der Daten soll es möglich sein, in Echtzeit zu beobachten, wo in Deutschland verdächtige Krankheitszeichen auftreten.

Debattiert wird weiter auch über andere App-Lösungen. Dabei plädierte der Berliner Virologe Christian Drosten am Mittwoch für die baldige Einführung einer App zum Nachverfolgen von Kontaktpersonen. "Für mich ist das wirklich das bevorzugte Werkzeug", sagte der Wissenschaftler der Charité am Mittwoch in seinem NDR-Podcast.

17:20 Uhr | EU-Kommission für Verlängerung von Einreisestopp

Der weitgehende Einreisestopp in die Europäische Union soll nach Ansicht der EU-Kommission bis zum 15. Mai verlängert werden. Das schlug die Brüsseler Behörde am Mittwoch vor. Die Entscheidung über solche Einreisebeschränkungen könne jedes Land aber für sich treffen.

Zur Eindämmung der Pandemie hatten sich Mitte März alle EU-Staaten außer Irland sowie die Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, alle nicht zwingend notwendigen Reisen in die EU zunächst für 30 Tage einzuschränken.

17:00 Uhr | Kekulé: Genaue Zahlen zur Sterblichkeit erst nach Pandemie

Virologe und Seuchen-Experte Prof. Alexander Kekulé bezieht in der neuen Ausgabe von Kekulés Corona-Kompass Stellung zur Diskussion um die Frage: Sterben die Menschen tatsächlich an oder vielmehr "mit" dem Virus?

16:40 Uhr | 21 Milliarden Euro Hilfen für Firmen

Die Unternehmen in Deutschland haben bei der staatlichen Förderbank KfW bereits Hilfen in Höhe von knapp 21 Milliarden Euro beantragt. Wie die KfW mitteilte, wären das rund neun Milliarden Euro mehr als am Dienstag.

16:35 Uhr | Deutschland bekommt 40 Millionen Schutzmasken

Deutschland kann in dieser Woche mit der Lieferung von insgesamt 40 Millionen Schutzmasken rechnen. Wie das Gesundheitsamt mitteilte, wären das so viel wie in den beiden Vorwochen zusammen. Inzwischen gebe es eine ständige Verbindung der Lufthansa ins chinesische Shanghai. Die Masken würden dort vor dem Transport vom TÜV überprüft. Auch in Deutschland werden inzwischen mehr Schutzmasken hergestellt, weil mehrere Unternehmen ihre Produktion darauf umstellen. Auch der Autobauer BMW will zeitnah selbst hunderttausende Atemschutzmasken herstellen.

16:12 Uhr | Bundesverfassungsgericht bestätigt Einschränkungen

Das Bundesverfassungsgericht hat einen Eilantrag gegen die in Bayern geltenden Ausgangsbeschränkungen als unbegründet abgelehnt. Der einstimmige Beschluss der Karlsruher Richter wurde am Mittwoch veröffentlicht. Ein Antragsteller hielt die Verbote, Freunde zu treffen, seine Eltern zu besuchen oder auch zu demonstrieren, für zu weitgehend. Dem folgte die aus drei Verfassungsrichtern bestehende Kammer des Ersten Senats nicht. Die Gefahren für Leib und Leben durch die Corona-Pandemie wiegten schwerer als die Einschränkungen der persönlichen Freiheit, heißt es zur Begründung.

15:50 Uhr | Sommerurlaub fraglich

Wegen der Corona-Krise müssen die Menschen nach Einschätzung von Ärztepräsident Klaus Reinhardt in diesem Jahr wahrscheinlich auch ihren Sommerurlaub abschreiben. "Ich glaube nicht, dass die Deutschen in diesem Sommer schon wieder Urlaubsreisen machen können", sagte der Präsident der Bundesärztekammer den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Ein solches Szenario hätte nach Ansicht des Tourismusbeauftragten der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), massive Folgen für die Branche. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Sollte die Sommerreisezeit in Gefahr sein, so bedeutet das für die Tourismuswirtschaft, die Hotels und Restaurants, eine kaum vorstellbare Katastrophe."

15:33 Uhr | 220 EU-Bürger in deutschen Kliniken

Die Zahl der in deutschen Krankenhäusern behandelten schwerkranken Corona-Patienten aus EU-Staaten hat sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes auf 220 erhöht. Davon kämen 130 aus Frankreich, 44 aus Italien und 46 aus den Niederlanden. Zudem gebe es die Zusage deutscher Krankenhäuser, weitere 60 Patienten aus anderen Ländern aufzunehmen.

15:20 Uhr | Haseloff appelliert vor Osterfest

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sitzt während der Landtagssitzung mit einer Gesichtsmaske auf der Regierungsbank.
Reiner Haseloff Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat die Bevölkerung mit Blick auf das Osterfest erneut um die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen gebeten. In einer am Mittwoch in Magdeburg veröffentlichten Videobotschaft sagte der CDU-Politiker: "Nur so können wir das Virus besiegen und ein Zeichen der Hoffnung geben." Das sei schließlich auch der Kern der Osterbotschaft.

Am Ende steht das Leben und nicht Tod und Schrecken. Werden wir dieser Botschaft durch Mitmenschlichkeit gerecht.

Reiner Haseloff, CDU Ministerpräsident Sachsen-Anhalt

15:10 Uhr | Verbraucherschützer kritisieren Gutschein-Lösung

Verbraucherschützer haben die geplante Gutschein-Regelung der Bundesregierung für geplatzte Freizeitveranstaltungen scharf kritisiert. An den Folgen der Corona-Krise hätten alle schwer zu tragen, erklärte der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, am Mittwoch in Berlin: "Die geplanten Zwangsgutscheine verteilen die Lasten aber auf eine unzumutbare und unfaire Weise. Die Pläne drohen viele Verbraucher zu überfordern."

Viele Menschen solidarisierten sich bereits mit den Anbietern und entschieden sich freiwillig für einen Gutschein. "Solidarität aber zum Zwang zu machen und bewährtes Verbraucherrecht - nämlich den Anspruch auf Erstattung - auszuhebeln, ist der falsche Weg."

14:36 Uhr | Tschechien sieht Virus unter Kontrolle

Tschechien hat nach Angaben der Regierung in Prag den Höhepunkt der Corona-Krise überstanden.

Wir haben das Schlimmste sicherlich hinter uns.

Adam Vojtech Gesundheitsminister Tschechien

Gesundheitsminister Adam Vojtech sagte am Mittwoch in Prag: "Wir können nun mit einer kontrollierten und schrittweisen Wiederaufnahme des normalen Lebens beginnen." Die unkontrollierte Verbreitung des Coronavirus sei verhindert worden, Krankenhäuser und Intensivstationen hätten noch Kapazitäten.

Nach Angaben der tschechischen Gesundheitsbehörden wurden am Dienstag 195 Neuinfektionen gezählt. Vor knapp zwei Wochen, am 27. März, waren es 375 Fälle. "Die jüngsten Zahlen zeigen, dass sich der Trend umkehrt", sagte der Leiter des tschechischen Instituts für Gesundheit und Statistik, Ladislav Dusek.

Im Kampf gegen die Pandemie hatte Tschechien Mitte März die Grenzen, Kinos, Theater und Kneipen sowie die meisten Geschäfte geschlossen. Öffentliche Versammlungen von mehr als zwei Personen wurden untersagt und das Tragen von Masken angeordnet. Bereits am Montag lockerte die Regierung die Auflagen. So durften einige Geschäfte wieder öffnen, und beim Sport entfällt die Pflicht zum Tragen einer Maske.

Tschechische Polizisten stehen zur Einreisekontrolle auf einer Straße an der tschechischen Grenze. 3 min
Bildrechte: dpa

13:57 Uhr | Migranten in griechischen Flüchtlingslagern infiziert

In zwei Flüchtlingslagern im Norden Athens sind 28 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Lager wurden unter Quarantäne gestellt. Das teilte der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis im griechischen Parlament mit. "Wir treffen alle nötigen Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzuschränken", erklärte Mitarakis.

Die unter Quarantäne gestellten Lager von Malakasa und Ritsona befinden sich 45 und 75 Kilometer nördlich von Athen. Insgesamt leben dort rund 4.800 Menschen. In den Lagern auf den Inseln im Osten der Ägäis seien bislang keine Coronavirus-Fälle diagnostiziert worden, teilte Mitarakis weiter mit.

13:31 Uhr | Mehr als 10.000 Tote in Frankreich

Die Zahl der Coronavirus-Toten in Frankreich hat die Schwelle von 10.000 überschritten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden insgesamt 10.328 Todesfälle in Krankenhäusern und Altenheimen gezählt. Die Pandemie "schreitet weiter voran", sagte der französische Generaldirektor für Gesundheit, Jérôme Salomon. Nach seinen Angaben wurden 7.091 Todesfälle in Krankenhäusern und 3.237 weitere in Altenheimen registriert.

Im Kampf gegen das Virus verschärften Paris und andere Städte ab Mittwoch die Ausgangssperre. In Paris sind seit Mittwoch tagsüber alle sportlichen Aktivitäten im öffentlichen Raum untersagt, die Kommunen im Großraum Paris zogen ebenfalls nach. Zugleich schränkte Frankreich die Einreise von Ausländern ein: Bürger aus anderen EU-Ländern oder aus Drittstaaten dürfen nach Angaben des Innenministeriums nur noch dann einreisen, wenn sie ihren Hauptwohnsitz oder ihre Familie in Frankreich haben, im Grenzgebiet arbeiten oder das Land aus familiären Gründen durchqueren wollen.

13:24 Uhr | Hilfe für Studierende und Wissenschaftler

Die Bundesregierung will die Folgen der Corona-Pandemie für Wissenschaftler und Studierende abmildern. Hierzu beschloss das Kabinett ein Gesetzespaket von Forschungsministerin Anja Karliczek, das unter anderem Bafög-Beziehern helfen soll. Demnach soll bei Studierenden und jungen Menschen in schulischer Ausbildung, die sich in systemrelevanten Berufen engagieren wollen, der Hinzuverdienst komplett aus der Anrechnung herausgenommen werden. Sie behalten damit ihre volle Bafög-Unterstützung, wie Karliczek erläuterte.

Die Regierung wolle es "honorieren und erleichtern", dass viele junge Menschen in der Krise mit anpacken wollten, sagte Karliczek weiter. Sie nannte als Beispiel Medizinstudenten in Krankenhäusern, Pflege-Auszubildende in Alten- und Pflegeheimen, angehende Ingenieure beim Bau provisorischer Krankenhäuser, aber auch Erzieher in Ausbildung in Kindergärten, wenn diese wieder öffnen.

Für Wissenschaftler soll es in ihrer Qualifizierungsphase mehr Flexibilität und mehr Planungssicherheit geben. Hierfür will die Regierung das sogenannte Wissenschaftszeitvertragsgesetz um eine zeitlich befristete Übergangsregelung ergänzen: Damit soll die Frist für Qualifizierungen wie eine Promotion oder eine Habilitation um sechs Monate verlängert werden. Dies soll möglich sein, wenn sich zum Beispiel Forschungsprojekte wegen der Corona-Krise verzögern.

13:12 Uhr | Müller ruft zu Spenden auf

Entwicklungsminister Gerd Müller ruft angesichts der Corona-Pandemie zu Spenden an deutsche Hilfsorganisationen auf. Sie leisteten "einen unverzichtbaren Beitrag, den Corona-Ausbruch in den Flüchtlingsregionen einzudämmen; sie sind häufig die einzige Zufluchtsstätte", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Deshalb seien Unterstützung und Spenden jetzt so enorm wichtig.

In der Krise sollte man Solidarität mit den Ärmsten zeigen, betonte der Minister: "Die österliche Spendenaktion der kirchlichen Hilfswerke hilft, das Überleben von Millionen Flüchtlingen, besonders von Kindern, im Krisenbogen um Syrien zu sichern. Ich danke den vielen Deutschen, die sich trotz der schwierigen Situation bei uns zu Hause dafür engagieren."

12:33 Uhr | Spanien meldet erneuten Anstieg der Todeszahlen

In Spanien ist die Zahl der Corona-Todesfälle erneut angestiegen. Binnen 24 Stunden seien 757 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Es war bereits der zweite Tag in Folge, an dem das Land nach einem vorherigen Rückgang wieder mehr Tote verzeichnete.

Rückläufige Todeszahlen vier Tage in Folge hatten zuletzt hoffen lassen, dass Spanien das Schlimmste hinter sich hat. Die Zahl der bestätigten Infektionen erhöhte sich auf knapp 146.700, wie das Ministerium mitteilte. Die Zahl der Toten beträgt 14.555.

12:22 Uhr | Österreicher sollen zuhause Urlaub machen

Angesichts der dramatischen Ausfälle im Tourismus hat Österreich seinen Bürgern nahegelegt, im Sommer in der Heimat Urlaub zu machen. Da ausländische Touristen bisher für 75 Prozent der Übernachtungen sorgten, sollten sommerurlaubswillige Österreicher wenigstens etwas Abhilfe schaffen und einen Heimaturlaub andenken, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger in Wien. Köstinger betonte, dass sich Österreich, Europa und die Welt auf massive Einschränkungen der Reisefreiheit einstellen müssen. "Niemand kann sagen, wie sich die Situation in Europa und der Welt weiter entwickeln wird."

11:58 Uhr | Altmaier rechnet mit schnellem Wirtschaftswachstum nach Krise

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet nach einem Abklingen der Viruskrise mit einem schnellen Anziehen der Konjunktur. Zum Gutachten der führenden Wirtschaftforschungsinstitute sagte er: "Ich fühle mich ermutigt durch diese Diagnose, dass ein rascher Wiederaufstieg möglich ist, soweit und sobald die Voraussetzungen dafür gegeben sind."

Im Gutachten sagen die Institute für 2020 ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 4,2 Prozent voraus. 2021 soll es aber bereits wieder ein Plus von 5,8 Prozent geben.

11:47 Uhr | BMW stellt Atemschutzmasken her

Der Autobauer BMW will selbst Atemschutzmasken herstellen. Das kündigte Vorstandschef Oliver Zipse bei einem Treffen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder an. Zipse zufolge sind bereits Produktionsanlagen auf dem Weg zu BMW. Der Konzern könne bald mehrere hunderttausend Masken pro Tag produzieren. Damit wolle man aktiv helfen, die Mitarbeiter und die Allgemeinheit vor dem Coronavirus zu schützen

11:38 Uhr | Grüne fordern höheres Kurzarbeitergeld für kleine Einkommen

Die Grünen fordern eine gestaffelte Aufstockung des Kurzarbeitergeldes, so dass Menschen mit kleinerem Einkommen bis zu 90 Prozent ihres Nettolohns erhalten. In einem Konzept der Bundestagsfraktion heißt es: "Gerade in schlecht entlohnten Berufen und/oder bei hohen Wohnkosten kommen die Beschäftigten mit 60 oder 67 Prozent des Nettolohns nicht über die Runden." Viele müssten von heute auf morgen über die Grundsicherung aufstocken.

Selbst Menschen mit einem mittleren Nettoeinkommen von 2.100 Euro im Monat könnten knapp über der Grenze zur Aufstockung landen. Bislang entspricht das Kurzarbeitergeld 60 Prozent des mittleren Nettolohns, für Eltern sind es 67 Prozent. Die Grünen fordern nun ein "Kurzarbeitergeld Plus", wie es im Papier heißt.

11:10 Uhr | Bundesregierung beschließt Gutschein-Lösung

Kunden sollen bei einer Absage von Veranstaltungen vorübergehend kein Geld, sondern Gutscheine bekommen. Das hat die Bundesregierung entschieden. Danach sollen Kunden nur in Ausnahmefällen ihr Geld zurückerhalten. Die Gutscheine müssten bis Ende 2021 eingelöst werden - wenn nicht, bekommen die Kunden das Geld ebenfalls zurück.

In Deutschland sind wegen der Corona-Epidemie sämtliche Veranstaltungen abgesagt. Viele Event-Veranstalter würde es zusätzlich in finanzielle Nöte stürzen, müssten sie die Einnahmen für Tickets und Buchungen jetzt zurückzahlen.

11:02 Uhr | Scholz hofft auf Einigung noch diese Woche

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft noch vor Ostern auf eine Einigung der Euro-Länder auf Corona-Hilfen. "Wir waren uns fast einig, aber nicht ganz", sagt er nach der abgebrochenen und auf Donnerstag vertagten Konferenz der Euro-Finanzminister. Er rufe zusammen mit Frankreich alle Euro-Staaten auf, sich einer Lösung bei schwierigen Finanzfragen nicht zu verweigern. Es gebe drei Vorschläge, die ein Volumen von 500 Milliarden Euro hätten.

10:30 Uhr | Charité testet tausende Mitarbeiter

Das Berliner Universitätsklinikum Charité hat mit systematischen Untersuchungen des Personals auf das neue Coronavirus begonnen. "Ziel ist, auch unbemerkte, symptomarme Infektionen in der Mitarbeiterschaft zu identifizieren sowie zusätzlich das Personal zu erkennen, das bereits einen Immunschutz aufgebaut hat und deshalb für eine Infektion unempfindlich ist", teilte eine Kliniksprecherin mit. Schritt für Schritt würden alle Beschäftigten getestet, die unmittelbar mit der Versorgung der Patienten zu tun haben. Es dürfte um mehrere Tausend Ärzte und Pflegekräfte gehen.

10:10 Uhr | Wirtschaftsforscher rechnen mit "schwerwiegender Rezession"

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten wegen der Coronavirus-Pandemie eine "schwerwiegende" Rezession in Deutschland in diesem Jahr. Das Bruttoinlandsprodukt werde um 4,2 Prozent schrumpfen, die Arbeitslosenquote in der Spitze 5,9 Prozent erreichen, heißt es im Frühjahrsgutachten. Im kommenden Jahr werde die Wirtschaft sich aber erholen und um 5,8 Prozent wachsen.

Bereits im ersten Quartal 2020 dürfte das BIP um 1,9 Prozent geschrumpft sein, erklärten die Forscher. "Im zweiten Quartal bricht es dann als Folge des Shutdowns um 9,8 Prozent ein." Dies sei der stärkste je seit Beginn der Vierteljahresrechnung 1970 gemessene Rückgang und mehr als doppelt so groß wie jener während der Weltfinanzkrise im ersten Quartal 2009.

10:04 Uhr | Post führt Gespräche über Kurzarbeit in Teilbereichen

Die Deutsche Post will in der Corona-Krise möglichst kein Personal entlassen. "Unser Primat ist, dass wir eine maximale Zahl von Beschäftigten im Unternehmen halten", sagte Post-Chef Frank Appel in einer Telefonkonferenz. Er sei optimistisch, dass dies gelingen werde. In einzelnen Bereichen führe der Konzern Gespräche mit den Betriebsräten über Kurzarbeit, davon sei aber nur eine kleine Zahl von Mitarbeitern betroffen.

Zuvor hatte die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf Gewerkschaftskreise berichtet, dass der Logistikkonzern Kurzarbeit für 4.000 Mitarbeiter anmelden wolle. Betroffen seien insbesondere Tochterunternehmen aus der Kontraktlogistiksparte, unter anderem zwei Unternehmen, die Dienstleistungen und erste Produktionsschritte für die Autobauer Ford und Audi anbieten. Laut Konzernangaben arbeiten weltweit für die Deutsche Post DHL 550.000 Menschen.

10:00 Uhr | Steinmeier erkennt "belastende Zeiten für Familien"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht viele Familien in der Corona-Krise vor großen Herausforderungen und Problemen. In einer gemeinsamen Videobotschaft mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender sprach er von einer für Familien "belastenden Zeit". Die Familien müssten nicht nur den veränderten Alltag bewältigen, sondern dürften auch Angehörige in Pflegeheimen derzeit nicht besuchen. "Die, die uns besonders brauchen, dürfen wir nicht mehr sehen - die einsame Mutter, den gebrechlichen Vater, die Großeltern", sagte Steinmeier. "Das reißt uns das Herz entzwei." Aber auch hier gelte, Abstand zu halten, um die älteren und kranken Menschen zu schützen.

Büdenbender erinnerte daran, dass gerade in den Städten viele Menschen "allein zu Hause" säßen, getrennt von ihrer Familie. Andere wiederum "verbringen sehr viel mehr Zeit als sonst mit dem Partner, mit der Familie". Dieser neue Alltag "hat es ins sich", sagte Büdenbender und verwies unter anderem auf die schwierige Kinderbetreuung und das Zusammenbringen von Heimarbeit der Eltern und Schulaufgaben der Kinder.

09:41 Uhr | Jeder Dritte macht sich große Sorgen um finanzielle Situation

Die Coronakrise hat erste spürbare finanzielle Auswirkungen für die Bewohner in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. So macht sich jeder dritte Befragte große beziehungsweise sehr große Sorgen um seine finanzielle Situation. Das ergab eine Befragung des MDR-Meinungsbarometers "mdrFRAGT" von rund 13.500 Bewohnern in den drei mitteldeutschen Ländern.

Bereits etwa jeder fünfte Erwerbstätige hat aufgrund von Kurzarbeit, Freistellung oder Kündigung weniger Einkommen als bisher. Für weitere 22 Prozent der Beschäftigten hat sich der Arbeitsalltag seit Beginn der Coronavirus-Pandemie massiv verändert, durch Homeoffice oder Freistellung mit Lohnfortzahlung.

Alle Ergebnisse der Befragung hier:

09:35 Uhr | Regionale Corona-News

  • Sachsen: Chinesische Partnerstadt schickt Zwickau Schutzmasken

In Zwickau sind die ersten Pakete mit Schutzmasken aus der chinesischen Partnerstadt Yandu eingetroffen. Sie sind auch ein Dankeschön für die Zwickauer Unterstützung auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie in China. Nach einem Hilferuf im Februar aus Yandu schickte Zwickau 300 Schutzkittel in die chinesische Stadt. Der Oberbürgermeister von Yandu bot in seinem Dankesschreiben an, ebenfalls zu helfen. Mehr regionale Corona-Infos im Ticker des von MDR SACHSEN.

  • Sachsen-Anhalt: Bundeswehr verteilt 60.000 Schutzmasken

Mit Hilfe der Bundeswehr werden in Sachsen-Anhalt am Mittwoch Hunderttausende Masken und Schutzausrüstung im Kampf gegen die Corona-Krise verteilt. Wenn alles glatt geht, soll die dringend benötigte Ausrüstung laut Gesundheitsministerium im Laufe des heutigen Tages an die Gesundheitsämter geliefert werden. Mehr regionale Corona-Infos im Ticker von MDR SACHSEN-ANHALT.

  • Thüringen: Erste Fieberambulanz in Gera eingerichtet

Im Ärztehaus Gera-Bieblach gibt es ab sofort eine Fieberambulanz. Patienten mit typischen Symptomen eines Atemwegsinfekts können sich dort vorstellen und sich einer Untersuchung beziehungsweise einem Corona-Test unterziehen. Allerdings müsse vorher über den Hausarzt oder das Gesundheitsamt ein Termin vereinbart werden, so die Stadtverwaltung. Weitere regionale Informationen im Ticker von MDR THÜRINGEN.

09:02 Uhr | Staatlicher Milliardenkredit bei Tui kommt

Der Weg für ein staatliches Hilfspaket an den Tui-Konzern in der Corona-Krise ist frei. Mehrere Banken erklärten ihre Zustimmung zu einem vom Bund in Aussicht gestellten Kredit über 1,8 Milliarden Euro, teilte der weltgrößte Reiseanbieter am Mittwochmorgen mit. Das Geld kommt von der staatlichen Förderbank KfW – wegen gleichzeitiger Änderungen an einem anderen Darlehensprogramm mussten aber noch weitere Institute ihr Einverständnis geben. Laut Tui ist der Vertrag mit der KfW schon unterzeichnet worden. Tui ist wegen der Corona-Krise und den damit verbundenen Reiseeinschränkungen und -rücktritten in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

08:50 Uhr | Johnson "guten Mutes"

Der im Krankenhaus liegende britische Premierminister Boris Johnson ist nach Angaben der Regierung in einem stabilen Gesundheitszustand. Er sei guten Mutes, teilt Edward Argar, Staatssekretär im Gesundheitsministerium, mit. Er habe zusätzlichen Sauerstoff erhalten, werde aber nicht künstlich beatmet. Johnson ist an Covid-19 erkrankt und liegt in einem Londoner Krankenhaus auf der Intensivstation.

08:38 Uhr | Verzögerungen bei Behörden wegen Corona

Wegen der Corona-Pandemie müssen sich die Menschen in Mitteldeutschland bei Behördenangelegenheiten auf längere Bearbeitungszeiten einstellen. Grund dafür sind nach Recherchen von MDR AKTUELL interne Umstrukturierungen zum Schutz der Mitarbeitenden. So darf in Sachsens Finanzämtern in jedem Büro nur noch eine Person arbeiten, der Rest ist im Homeoffice. Außerdem helfen viele Finanzbeamte, Anträge auf Corona-Soforthilfe zu bearbeiten.

Nach Angaben des Landesamtes für Steuern und Finanzen sind Verzögerungen etwa bei Steuererklärungen nicht auszuschließen. Der Sprecher der Stadt Chemnitz, Matthias Nowak, sagte MDR AKTUELL, grundsätzlich würden alle Anfragen von Bürgern weiter bearbeitet. Oftmals müsse man aber improvisieren. So würden etwa Geburtsurkunden per Mail verschickt.

08:23 Uhr | Tourismusverband MV will spätere Sommerferien

Angesichts der massiven Probleme der Reisebranche durch die Corona-Krise hat der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern eine einmalige Verschiebung aller Sommerferientermine auf August und September vorgeschlagen. Dann seien vermutlich mehr Räume für Ferien- und Freizeitgestaltung wieder freigegeben als im Juni und Juli, sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf.

Auch die Bundesländer, deren Ferienbeginn beispielsweise schon im Juni liegt, könnten sich dadurch von der Flaute der ersten Monate des Jahres 2020 erholen. Eine Verschiebung hätte auch den Vorteil für die Schüler in den Bundesländern mit einem frühen Sommerferientermin, dass mehr Zeit zum Erlernen des verbleibenden Schulstoffs bleibe.

08:10 Uhr | EU-Finanzminister ohne Einigung

Im Streit über das milliardenschwere Corona-Krisenpaket der Europäischen Union haben die Finanzminister auch in der Nacht zum Mittwoch keinen Durchbruch geschafft. Die Gespräche sollen nun laut dem Vorsitzenden der Euro-Gruppe, Mario Centeno, am Donnerstag fortgesetzt werden. "Nach 16 Stunden Gesprächen kamen wir nahe an eine Einigung, aber wir sind noch nicht am Ziel", erklärte Centeno. Die per Videokonferenz geführten Verhandlungen waren in der Nacht immer wieder unterbrochen worden, um neue Dokumente und Formulierungen zu besprechen, wie es aus Verhandlungskreisen hieß.

Eine eigentlich für den Dienstagabend vorgesehene Pressekonferenz war bereits in der Nacht auf 10:00 Uhr am Mittwoch verschoben worden. Nun wurde sie ganz abgesagt. Umstritten sind vor allem die sogenannten Corona-Bonds. Italien, Spanien und Frankreich wollen, dass die EU-Länder gemeinsam Schulden aufnehmen, für die sie gemeinsam haften müssen. Deutschland, Österreich und die Niederlande sind dagegen.

07:50 Uhr | Antikörper-Therapie bei Corona schwierig

Der Chef-Virologe am Leipziger Uniklinikum, Uwe Liebert, hält einen baldigen flächendeckenden Einsatz von Antikörpern gegen das Coronavirus hierzulande für unwahrscheinlich. Liebert sagte MDR AKTUELL, es gebe derzeit zu wenige Patienten, die die Infektion überstanden hätten. Zudem bildeten die Genesenen selten hohe Antikörperspiegel. Ein weiteres Problem sei die aufwendige Reinigung der Antikörper. Verunreinigtes Antikörperserum dürfe nicht eingesetzt werden.

Mehrere Kliniken in Deutschland suchen zurzeit genesene Corona-Patienten, die Blutplasma für eine Behandlung der Schwerkranken spenden. Erste erfolgreiche Versuche gab es bereits in China. In Deutschland wird unter anderem an der TU Braunschweig an einem Therapeutikum mit Antikörpern geforscht.

07:10 Uhr | Mehr als 2.000 Corona-Tote in Deutschland

In Deutschland sind seit Ausbruch des Coronavirus 2.017 Menschen nach einer Infektion gestorben. Das geht aus der Datenbank des "Risklayer"-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie hervor. Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 Infizierten wurde am Mittwochmorgen mit 107.659 beziffert. Die Angaben werden regelmäßig aktualisiert:

Für Mitteldeutschland wurden fast 5.600 Infizierte und 88 Tote gemeldet. So verteilen sich die Fälle auf die Landkreise:

Institutionen wie "Risklayer" oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert veröffentlicht.

06:50 Uhr | Ruhige Situation in Gefängnis in Untermaßfeld

Nach dem ersten Coronafall in einem Thüringer Gefängnis hat Justizminister Dirk Adams die Situation als ruhig beschrieben. Adams sagte MDR AKTUELL, man habe in der Haftanstalt in Untermaßfeld Quarantänemaßnahmen ergriffen und Schutzausrüstung für Insassen und Bedienstete geliefert. Man sei sich aber im Klaren darüber, dass es dort auch zu komplizierten Situationen kommen könne.

Der Anstaltsarzt war gestern positiv auf das Coronavirus getestet worden. In Sachsen-Anhalt wurde eine Mitarbeiterin der JVA Halle positiv getestet. Das hat Justizministerin Anne-Marie Keding MDR AKTUELL bestätigt. In sächsischen Gefängnissen gibt es laut Justizministerin Katja Meier bislang keine Coronafälle.

06:30 Uhr | Südkorea verschärft Einreisekontrollen

Aus Sorge vor einer Zunahme importierter Fälle von Corona-Infektionen will Südkorea die Einreisebestimmungen weiter verschärfen. Premierminister Chung Sye Kyun kündigte an, sogenannte Visa-Waiver-Programme mit Ländern für ein visumfreies Reisen würden vorläufig auf Eis gelegt. Auch sollen keine neuen Visa für Staatsbürger aus den Ländern ausgestellt werden, die wegen der Pandemie die Einreise von Besuchern aus Südkorea verbieten. Eine formale Entscheidung darüber sollte später bekanntgegeben werden. Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 in Südkorea ist in den vergangenen Wochen stark zurückgegangen. Zuletzt meldete das Land etwa 50 Neuinfektionen am Tag, die Gesamtzahl stieg auf 10.384.

05:30 Uhr | Innenminister und Verfassungsschutz warnen vor Propaganda und Hilfsangeboten Rechtsextremer

Der thüringische Innenminister und Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Georg Maier, hat vor rechtsextremer Propaganda zur Corona-Krise gewarnt. Manche in der Szene versuchten, die Krise für Verschwörungstheorien zu nutzen, sagte Maier dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Innenminister hätten dies "im Auge".

Auch der Präsident des thüringischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Stephan Kramer, warnte vor Versuchen von Rechtsextremisten, "aus der Krise Kapital zu schlagen". Angehörige der Szene kritisierten ein angebliches "Staatsversagen" oder behaupteten, Flüchtlinge hätten das Virus verbreitet. Andere verbreiteten, die Corona-Krise diene "als Mittel, um einen Polizeistaat einzurichten", sagte Kramer. Manche in der Szene spielten auch mit dem Gedanken, die Krise durch Anschläge noch weiter zuzuspitzen. Es gebe andererseits Versuche, sich Bürgern als Kümmerer und Helfer anzubieten. Letzteres habe zum Beispiel in Südthüringen bereits teilweise funktioniert. Dies führe dazu, dass sich die Rechtsextremisten "weiter ausbreiten können", sagte Kramer.

05:05 Uhr | Sachsen rechnet mit Mehrbedarf an Frauenhäusern

Sachsen bereitet sich auf einen Anstieg häuslicher Gewalt vor. "Der Wegfall von Betreuungs- und Freizeitmöglichkeiten, die Ausgangsbeschränkungen und die Unsicherheit mit Blick auf die Arbeitsplätze und die persönliche wirtschaftliche Situation erhöhen auch das Risiko von innerfamilialen Konflikten und von Partnerschaftsgewalt", sagte Gleichstellungsministerin Katja Meier. Daher bereite sich der Freistaat auf eine Zunahme von Hilfegesuchen vor und baut Kapazitäten aus.

03:15 Uhr | USA melden Höchstwerte bei Opfer- und Infektionszahlen

In den USA sind innerhalb von 24 Stunden 1.970 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben, so viel wie in keinem anderen Land zuvor. Das geht aus der aktuellen Veröffentlichung der Johns-Hopkins-Universität hervor. Die Gesamtzahl der Corona-Toten in den USA beträgt damit 12.841. Die Zahl der Infektionsfälle stieg der Johns-Hopkins-Universität zufolge auf rund 400.335, ebenfalls ein weltweiter Spitzenwert und etwa 33.000 mehr als am Vortag.

Institutionen wie "Risklayer" oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert veröffentlicht.

02:10 Uhr | Amnesty: Kampf gegen Covid-19 gefährdet Menschenrechte in Afrika

Afrikanische Regierungen nutzen Menschenrechtlern zufolge die Corona-Bekämpfung, um mit unverhältnismäßiger Gewalt gegen die Bevölkerung vorzugehen. "Die Sicherheitskräfte drohen im Kampf gegen Covid-19 zum Menschenrechtsrisiko zu werden", erklärte Amnesty International. So seien in Südafrika Gummigeschosse gegen Obdachlose eingesetzt worden. In Uganda hätten die Behörden Covid-19 zum Vorwand genommen, um Homosexuelle zu verhaften. Im Niger sei ein Journalist festgenommen worden, weil er über einen Corona-Verdachtsfall berichtet habe. "Die Regierungen müssen mit aller Entschiedenheit die Achtung der Menschenrechte im Zuge der Bekämpfung von Covid-19 gewährleisten", forderte Amnesty-Afrika-Expertin Franziska Ulm-Düsterhöft. Dies sei wichtig, um eine Verunsicherung der Bevölkerung zu vermeiden und das Vertrauen in die Gesundheitsmaßnahmen zu stärken.

00:50 Uhr | Trump: Höhepunkt der Corona-Krise wohl bald erreicht

Die USA erreichen US-Präsident Donald Trump zufolge womöglich bald den Höhepunkt der Corona-Krise. Trotz einer sehr "schmerzhaften Woche" seien Hoffnungsschimmer zu erkennen. Er denke, dass die USA vielleicht dabei seien, am Punkt "ganz oben auf der Kurve" anzukommen. Trump bekräftigt, dass er die Beschränkungen für das Wirtschaftsleben bald wieder aufheben wolle.

00:20 Uhr | USA prüfen Zahlungen an WHO

Die USA drohen, ihre Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auszusetzen. "Wir werden es untersuchen und die Beendigung der Finanzierung prüfen", sagte Präsident Donald Trump während einer Pressekonferenz zur Coronavirus-Pandemie. Er revidierte damit eine nur wenige Minuten zuvor getroffene Aussage, wonach US-Gelder für die WHO auf Eis gelegt werden sollten - was nach einer bereits getroffenen Entscheidung klang.

Trump hatte zuvor der WHO schwere Fehler in ihrer Reaktion auf die Ausbreitung des Corona-Virus vorgeworfen. "Die WHO hat es wirklich vergeigt", schrieb Trump auf Twitter. Die Organisation sei "China-zentrisch". "Zum Glück habe ich frühzeitig ihre Empfehlung zurückgewiesen, unsere Grenze zu China offen zu lassen", erklärte Trump. Die USA sind der größte Beitragszahler der WHO.

00:10 Uhr | Erzbischof warnt Gemeinden vor Missachtung des Gottesdienst-Verbots

Der Kölner Erzbischof Rainer Woelki hat die Gemeinden vor Verstößen gegen das staatlich verordnete Gottesdienst-Verbot gewarnt. "Wir haben das juristische Ergebnis bekommen, dass die kommunalpolitisch Verantwortlichen solche Entscheidungen treffen können, dass das rechtsstaatlich ist und dass wir uns als Kirche dagegen nicht wehren können", sagte der Kardinal der Zeitung "Bild". Zuvor war bekanntgeworden, dass einzelne Gemeinden gegen das Verbot von öffentlichen Gottesdiensten mit Austeilung der Kommunion wegen der Corona-Pandemie geklagt hatten. Woelki äußerte die Sorge, dass "die kommunalen Verantwortlichen die jetzt noch offenen Kirchen schließen", wenn es zu Verstößen gegen die Auflagen komme.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 08. April 2020 | 19:30 Uhr