Coronavirus-Pandemie Ticker: Frankreich geht wieder in den Lockdown

Bund und Länder haben für die Zeit ab kommenden Montag massive Kontaktbeschränkungen beschlossen, um das Corona-Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. Frankreich geht bereits ab Freitag wieder in den Lockdown. Auch die Schweiz schränkt das öffentliche Leben rigoros ein. Für die Türkei gilt ab 9. November eine Reisewarnung. Alle aktuellen Entwicklungen im Ticker.

Unser Ticker am Mittwoch, 28. Oktober 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:32 Uhr | Portugal vermeldet nationalen Höchststand

Portugal hat einen Rekord an Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die nationalen Gesundheitsbehörden teilten mit, dass binnen 24 Stunden insgesamt 3.960 Ansteckungen erfasst worden seien. Wegen der rapide steigenden Zahlen berief Regierungschef António Costa für Sonnabend eine Sondersitzung seines Kabinetts ein, um über neue Maßnahmen zu beraten. Die Lage sei "kritisch", sagte der für Gesundheit zuständige Staatssekretär António Lacerda Sales. Portugal zählt 10,3 Millionen Einwohner.

22:00 Uhr | Neue Einschränkungen werden stark kommentiert

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga kritisierte am Mittwoch die neuen Einschränkungen als "unverhältnismäßig". Zugleich kündigte er an, dass Verbandsmitglieder dagegen vor Gericht ziehen wollen. Auch die Industrie und Handelskammer bezeichnete den Teil-Lockdown als "heftigen Schlag" für viele Firmen.

20:40 Uhr | Frankreich geht wieder in den Lockdown

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat einen zweiten Lockdown verkündet. In einer Rede an die Nation sagte er, die neuen Einschränkungen würden ab Freitag und bis Dezember gelten. Die Menschen müssten zu Hause bleiben, es sei denn, sie wollten zum Arzt oder Einkaufen gehen. Wenn möglich solle auch von zu Hause aus gearbeitet werden. Im Gegensatz zum ersten Lockdown im März sollen diesmal aber die meisten Schulen geöffnet bleiben.

Macron sagte, das Virus breite sich mit einer Geschwindigkeit aus, die nicht einmal die pessimistischsten Prognosen vorhergesagt hätten. Frankreich befinde sich dabei in derselben Situation wie die Nachbarländer: "Überrannt von einer zweiten Welle, von der wir wissen, dass sie härter, tödlicher sein wird als die erste."

19:57 Uhr | Corona-Newsletter vom 28. Oktober: Die Sache mit der Angst

Heute im Corona-Newsletter: Kurz und knapp die Beschlüsse der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten der Länder. Und was hat es mit der Angst auf sich?

19:25 Uhr | Update: Thüringen will Umsetzung schon am Wochenende

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow will die Beschlüsse der Bund-Länder-Videokonferenz vom Landtag bestätigen lassen. Der Linken-Politiker kündigte für Freitag eine Sondersitzung des Parlaments an. Dort will er auch eine Regierungserklärung abgeben. Die Beschlüsse der heutigen Schaltkonferenz sollten umgehend nach der Landtagssitzung für Thüringen in Kraft gesetzt werden, sagte Ramelow.

19:10 Uhr | Kretschmer wirbt um Verständnis

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat um Verständnis für die von Bund und Ländern beschlossenen Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie geworben. Derzeit sei das Ausbreitungsgeschehen nicht mehr klar zuzuordnen, sagte der CDU-Politiker. Für Freitag kündigte er eine Sondersitzung des Kabinetts an, auf der über die Situation beraten und die Corona-Schutzverordnung für den Freistaat angepasst werden soll.

19:06 Uhr | Magdeburg hält an Weihnachtsmarkt fest

Magdeburg will weiter am geplanten Weihnachtsmarkt festhalten. Das hat Oberbürgermeister Lutz Trümper mitgeteilt. Die Besucher müssen sich allerdings auf zusätzliche Einschränkungen einstellen. Im Gespräch ist unter anderem ein Alkoholverbot.

19:00 Uhr | Haseloff: "Jeder Tag zählt"

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat angekündigt, am Donnerstag mit seiner Regierung in Magdeburg über die einzelnen Schritte für sein Land zu beraten. Der CDU-Regierungschef erklärte, der Sachsen-Anhalt-Weg werde für vier Wochen ausgesetzt. Haseloff betonte: "Jeder Tag zählt".

18:56 | Wohnheim in Jena unter Quarantäne

Ein gesamtes Wohnheim des Studierendenwerks in Jena ist nach mehreren nachgewiesenen Corona-Infektionen unter Quarantäne gestellt worden. Es handle sich um ein kleineres Wohnheim mit weniger als 50 Bewohnern, teilte die Stadt am Mittwochabend mit. Alle Bewohner seien bereits auf Sars-CoV-2 getestet worden. Die zweitgrößte Stadt Thüringens gehört zu den Corona-Risikogebieten.

17:43 Uhr | Bund und Länder verschärfen Corona-Schutzmaßnahmen

Bund und Länder wollen die deutlich steigenden Corona-Infektionszahlen mit neuen Kontaktbeschränkungen in den Griff bekommen. Sie sollen deutschlandweit ab 2. November gelten – befristet auf zunächst Ende des Monats. Das gab Kanzlerin Angela Merkel nach einer Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder in Berlin bekannt. So sollen sich von kommenden Montag an nur noch Angehörige zweier Haushalte treffen dürfen, es gilt eine Obergrenze von maximal zehn Personen.

Auch sollen weite Teile des öffentlichen Lebens wieder heruntergefahren werden. Gastronomiebetriebe, Hotels und sämtliche Kultureinrichtungen sollen geschlossen, Schulen und Kitas dagegen verlässlich offen gehalten werden. Mit den neuen Einschränkungen solle die Infektionsdynamik zügig unterbrochen werden, sagte die Kanzlerin. Man wolle eine akute Gesundheitsnotlage vermeiden. Merkel verwies darauf, dass man aktuell bei 75 Prozent der Infektionen nicht mehr wisse, woher sie kämen. Daher seien die "harten, belastenden Maßnahmen" notwendig.

Betriebe, wie zum Beispiel in der Gastronomie, die ab Montag bis Ende November schließen müssen, sollen entschädigt werden. Dafür wollen Bund und Länder bis zu zehn Milliarden Euro bereitstellen.

16:57 Uhr | Corona-Kontrollen: Seehofer setzt auf Schleierfahndung

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat eine intensivere Schleierfahndung angekündigt, um die Einhaltung der neuen Corona-Regeln zu überwachen. Die Bundespolizei werde in Absprache mit den Ländern Tausende Beamte in Großstädten und Hotspots einsetzen, sagt er in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung. Auch die Einreise aus Risikogebieten werde verstärkt kontrolliert: "Dazu wird die Schleierfahndung an allen deutschen Grenzen in einem Radius von 30 Kilometern intensiviert, um auch bei denjenigen, die per Auto aus Risikogebieten einreisen, die Einhaltung der Corona-Bestimmungen kontrollieren zu können."

16:38 Uhr | Neuer Rekordwert in Schweden

Die schwedischen Gesundheitsbehörden haben 1.980 neue Corona-Fälle gemeldet. Das ist der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie im Frühjahr. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit Covid-19 stieg um neun auf 5.927.

16:30 Uhr | Schweiz schränkt öffentliches Leben ein

Die Schweizer Regierung verschärft die Corona-Schutzmaßnahmen: Discos und Tanzlokale werden ab Donnerstag geschlossen, Bars und Restaurants dürfen nur noch bis 23 Uhr öffnen. Alle Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sowie sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten mit mehr als 15 Personen sind verboten. An Familienfesten dürfen nur noch zehn Personen teilnehmen. Die Maßnahmen sind unbefristet. Die Regierung will so verhindern, dass das Gesundheitssystem kollabiert. Die Schweiz verzeichnet gemessen an der Bevölkerungszahl von rund 8,5 Millionen aktuell eine der europaweit höchsten Covid-Neuansteckungsraten.

15:42 Uhr | Corona-Reisewarnung für komplette Türkei ab 9. November

Die Bundesregierung setzt die Reisewarnung für die ganze Türkei wegen der Corona-Pandemie zum 9. November wieder in Kraft. Die bisher bestehende Ausnahmeregelung für die Touristenregionen Aydin, Izmir, Mugla und Antalya am Mittelmeer würden nur noch bis zum 8. November gelten, teilte das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen für die Türkei mit.

15:00 Uhr | Anne Frank Haus muss Stellen kürzen

Wegen Besuchereinschränkungen ist das Anne Frank Haus in Amsterdam in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Ein Fünftel der Stellen sei gestrichen worden, teilte das Museum mit. Das Anne Frank Haus werde nicht staatlich subventioniert und sei auf Einnahmen der Besucher angewiesen, hieß es zur Begründung. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen kann das Museum nach eigenen Angaben nur noch ein Viertel der Besucher empfangen. In dem Haus hatte sich die Familie des jüdischen Mädchens Anne Frank vor den Nationalsozialisten versteckt. Das Tagebuch des Mädchens, das in dieser Zeit entstanden ist, wurde weltberühmt.

Anne Frank schreibt in ihrem Zimmer in Amsterdam in ihr Tagebuch
Das Tagebuch, das Anne Frank im Versteck in Amsterdam schrieb, wurde weltberühmt. Bildrechte: Andreas Rentz

13:43 Uhr | EU-Sonderberater: Jeden Tag 1.000 Corona-Tote in Europa

Die Anzahl der Corona-Toten hat in Europa nach Aussage eines EU-Sonderberaters drastisch zugenommen. "Letzte Woche lag die Zahl um ein Drittel höher als in der Vorwoche, das bedeutet, dass rund 1.000 Menschen jeden Tag an Covid sterben", sagte Peter Piot, Sonderberater der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Bekämpfung des Coronavirus.

Piot warnte zudem, dass inzwischen auch viele Menschen unter langwierigen Covid-19-Erkrankungen und Langzeiteffekten litten. "Und ich weiß, wovon ich rede, ich hatte es selber, monatelang", sagte er.

13:21 Uhr | Demo von Veranstaltungsbranche in Berlin

Bei einer Großkundgebung in Berlin haben erneut Tausende Menschen aus der Veranstaltungsbranche für umfassendere staatliche Hilfen in der Corona-Krise demonstriert. Gleichzeitig gab es einen Fußmarsch vom Roten Rathaus zum Alexanderplatz.

Mehrere Schlager- und Popstars, darunter etwa Frank Zander und Roland Kaiser, beteiligten sich an dem Umzug und der anschließenden Abschlusskundgebung vor dem Brandenburger Tor. Organisiert wurde der Protestmarsch vom Aktionsbündnis #AlarmstufeRot.

Ein Teilnehmer der Großdemonstration trägt ein buntes Kostüm.
Rund 6.000 Menschen forderten am Mittwoch in Berlin Hilfen für die Veranstaltungsbranche. Bildrechte: dpa

12:43 Uhr | Staatsrechtler: Neuer Lockdown für Gastronomie problematisch

Der Staatsrechtler Christoph Degenhardt sieht einen erneuten Lockdown in der Gastronomie problematisch. Er sagte MDR AKTUELL, es sei fraglich, warum man Restaurants und Bars schließen wolle, obwohl sie kein klassischer Infektionsherd seien. Die Maßnahme müsse sehr plausibel begründet werden – zumal es in der Branche Hygienekonzepte gebe, die offenbar auch funktionierten.

Bund und Länder beraten am Nachmittag über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Der Bund plant laut einer Beschlussvorlage deutlich verschärfte Maßnahmen, um die stark steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen.

11:46 Uhr | RKI-Webseite angegriffen

Cyberkriminelle haben am vergangenen Donnerstag die Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) zeitweise lahmgelegt. Der Angriff sei morgens zwischen 8 und 10 Uhr erfolgt, sagte ein Sprecher des Informationstechnikzentrums Bund (ITZBund). Es habe sich um einen sogenannten DDOS-Angriff gehandelt. Bei DDoS-Attacken werden Server mit einer Flut sinnloser Anfragen in die Knie gezwungen. So können Angriffe im großen Stil ausgeführt werden.

Wer hinter der Attacke steckt, sei bisher nicht bekannt und werde noch untersucht, hieß es vom ITZBund. Der staatliche IT-Dienstleister betreibt die Webseite des RKI.

11:43 Uhr | Beschränkungen in Belgien werden ausgeweitet

In Belgien gelten ab Freitag wegen der Corona-Pandemie wieder landesweit weitgehende Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Angesichts rasant steigender Ansteckungszahlen im Norden des Landes beschloss auch die flämische Regionalregierung ähnlich strenge Regeln, wie sie in der Hauptstadt Brüssel und der französischsprachigen Wallonie bereits in Kraft sind. Kultur- und Sportveranstaltungen müssen demnach abgesagt werden, die Universitäten stellen auf Online-Kurse um, nachts gilt eine Ausgangssperre.

Nach aktuellen Angaben der EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC liegt Belgien inzwischen bei den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner EU-weit an erster Stelle. Demnach verzeichnete das Land in den vergangenen zwei Wochen 1.391 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner und damit knapp mehr als Tschechien, das bis Dienstag die Statistik anführte.

11:13 Uhr | Corona-Teststation am Flughafen Leipzig/Halle bleibt

Die Corona-Teststation am Flughafen Leipzig/Halle bleibt vorerst in Betrieb. Wie eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung dem MDR sagte, ist das der aktuellen Situation und der unklaren Entwicklung der Pandemie geschuldet. Ursprünglich war geplant, die Teststation Ende des Monats zu schließen. Die Station ist täglich von 16 bis 20 Uhr geöffnet.

Ein Rettungsassistent der Berufsfeuerwehr Halle wartet in einer Corona-Teststation für Urlaubsrückkehrer am Flughafen Leipzig-Halle.
Seit Anfang August wurden am Flughafen Leipzig/Halle knapp 28.000 Corona-Tests durchgeführt. Bildrechte: dpa

11:10 Uhr | Weimarer Land verschärft Maßnahmen

Im Landkreis Weimarer Land werden ab Samstag die Gästezahlen für private und öffentliche Feiern eingeschränkt. Nach Angaben des Landratsamts dürfen in geschlossenen Räumen nur noch 25 und im Freien 50 Teilnehmer dabei sein. Feste zum Vergnügen wie Kirmes oder Herbstfeuer werden untersagt. Wochenmärkte dürfen aber stattfinden, ebenso Museumsbesuche oder religiöse, politische oder betriebliche Veranstaltungen. Die neue Allgemeinverfügung gilt vorerst bis 22. November. Das Weimarer Land hatte am Dienstag den Sieben-Tage-Wert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten.

11:02 Uhr | Polen: Überlastung der Krankenhäuser droht

Die Regierung in Polen meldete am Mittwoch 18.820 Neuinfektionen und 236 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus – so viele wie noch nie binnen 24 Stunden. Die Krankenhäuser seien überlastet, teilte das Gesundheitsministerium zudem mit. 13.931 Krankenhausbetten seien mit Covid-19-Patienten belegt, 1.150 Patienten müssten beatmet werden. Am Tag zuvor waren es noch 13.291 Covid-19-Patienten, von denen 1.078 beatmet wurden.

10:46 Uhr | Intensivmediziner appellieren an Bevölkerung

Porträt von Prof. Uwe Janssens: Mann mit kurzen, grauen Haaren, ohne Bart und Brille, mit weißem Kittel. Hintergrund gelblich, unscharf mit Muster und Dreiecken.
DIVI-Präsident Janssens appellierte an die Bevölkerung. Bildrechte: MDR/Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)

Die Intensivmediziner in Deutschland appellieren an die Bevölkerung, alles zu tun, um die Kurve der Corona-Infektionen wieder zu senken. Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, erklärte am Mittwoch in einem Youtube-Video, er beobachte mit großer Sorge die stark ansteigenden Infektionszahlen sowie die sich wieder füllenden Krankenhausbetten.

"Wir Intensivmediziner befürchten, bei weiter steigenden Infektionszahlen die intensivmedizinische Versorgung in Deutschland bald nicht mehr in vollem Umfang gewährleisten zu können", sagte der Sprecher der mehr als 3.000 Intensivmediziner und Pflegekräfte, die derzeit auf deutschen Intensivstationen arbeiten. Er wolle keine Angst machen, und noch seien genug Intensivbetten frei, betonte Janssens. Alle Bürger müssten sich jetzt aber strikt an die Regeln zur Minimierung des Infektionsrisikos halten, damit das System nicht überlastet werde.

10:24 Uhr | Kabinett beschließt Ausweitung von Corona-Testkapazitäten

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch nach Angaben aus Regierungskreisen den Weg für eine Ausweitung der Corona-Laborkapazitäten frei gemacht. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Das Gesundheitsministerium wolle mit der Änderung des "Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemiologischen Lage von nationaler Tragweite" unter anderem sicherstellen, dass Nicht-Versicherte ebenfalls getestet und geimpft werden können. Zudem sollten veterinärmedizinische Labore genutzt werden, um die Testkapazität zu vergrößern. Beschlossen wurde demnach auch, dass Personen, die wissentlich in Risikogebiete reisen, keine Entschädigung für Verdienstausfälle durch eine Corona-Quarantäne bekommen sollen.

10:01 Uhr | Fernverkehr im ersten Halbjahr eingebrochen

Die Corona-Pandemie hat die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen in Deutschland drastisch einbrechen lassen. Im gesamten ersten Halbjahr lag das Fahrgastaufkommen nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Fernverkehr 46 Prozent unter dem Vorjahresniveau, bei den Fernbussen um zwei Drittel niedriger. Von April bis Juni brach der Bahn-Fernverkehr sogar um 71 Prozent ein, der Linienverkehr mit Fernbussen kam mit einem Minus von 96 Prozent fast zum Erliegen.

Fernbusse verschiedener Anbieter
Der Fernbus-Verkehr ist während des Lockdowns im Frühjahr fast vollständig zum Erliegen gekommen. Bildrechte: IMAGO

Den Eisenbahn-Nahverkehr nutzten im ersten Halbjahr nach vorläufigen Ergebnissen 59 Prozent weniger Menschen, den Liniennahverkehr mit Bussen 36 Prozent und Straßenbahnen 41 Prozent. Es sei aber davon auszugehen, dass die Zahlen die tatsächliche Situation nicht vollständig abbildeten – unter anderem, weil viele Pendler Zeitkarten besitzen, deren tatsächliche Nutzung unklar sei, erklärte das Bundesamt in Wiesbaden.

09:35 Uhr | Dax rutscht ab

Die Börse in Deutschland reagiert auf mögliche Beschlüsse zu einem teilweisen Lockdown: Der Leitindex Dax mit den höchsten Firmenwerten rutschte im frühen Handel um 2,75 Prozent auf 11.731 Punkte ab – und damit erstmals seit Juni wieder unter die Marke von 12.000 Zählern.

09:29 Uhr | Spahn warnt vor Engpässen in Krankenhäusern

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die geplanten Einschränkungen im öffentlichen Leben wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen verteidigt. "Wenn wir warten, bis die Intensivstationen voll sind, ist es zu spät", sagte er am Mittwochmorgen im Südwestrundfunk. Im europäischen Ausland seien die Krankenhäuser schon wieder am Limit, und es kämen auch wieder Hilfsanfragen.

Spahn äußerte sich zuversichtlich, dass es nach dem Bund-Länder-Treffen am Mittwochnachmittag eine klare Linie geben werde. Es sei besser jetzt "die Welle zu brechen" und dann Richtung Weihnachten die Situation wieder eher unter Kontrolle zu haben.

09:25 Uhr | Tageshöchstzahl an Toten in Russland

In Russland registrieren die Behörden mit 346 Todesfällen nach Ansteckungen mit dem Coronavirus eine neue Tageshöchstzahl. Insgesamt sind damit 26.935 Menschen der Infektion erlegen. 16.202 neue Coronavirus-Infektionen wurden erfasst.

09:13 Uhr | Corona-Nachrichten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Über die aktuellen Entwicklungen in der Coronavirus-Pandemie in Mitteldeutschland informieren Sie auch die Kollegen in den Landesfunkhäusern in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

08:13 Uhr | Über 13.000 neue Infektionen

Die Gesundheitsämter haben in den vergangenen 24 Stunden insgesamt 13.081 Coronavirus-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Daten des Risklayer-Projekts in Karlsruhe hervor. Der 7-Tage-Schnitt bei den Neuinfektionen kletterte auf 11.793 Fälle. In Sachsen wurden 473 weitere Fälle registriert, in Thüringen 200 und in Sachsen-Anhalt insgesamt 169.

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Mittwochmorgen insgesamt 14.964 neue Corona-Infektionen.

Aufgrund unterschiedlicher Vorgehensweisen bei der Datenerhebung und der Aktualisierung der Daten, unterscheiden sich die Zahlen des Robert Koch-Instituts und von Risklayer. Die Ausgangsquelle für alle Daten sind die örtlichen Gesundheitsämter beziehungsweise die für die Erfassung und Meldung verantwortlichen kommunalen Ämter oder Behörden. Die Zahlen sind in allen Fällen verifiziert und valide.

07:58 Uhr | Ifo: Kurzarbeit in Deutschland sinkt langsamer

Die Kurzarbeit ist dem Ifo-Institut zufolge im Oktober deutlich langsamer zurückgegangen als in den Monaten zuvor. Sie sank um rund 450.000 auf knapp 3,3 Millionen Beschäftigte, wie die Münchner Wirtschaftsforscher mitteilten. Zuvor habe der Rückgang noch bei rund einer Million pro Monat gelegen. Damit seien aktuell zehn Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kurzarbeit, nach elf Prozent im September.

07:41 Uhr | Gewerkschaft warnt vor Kahlschlag im Gastgewerbe

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat bei einem erneuten Lockdown vor einem Kahlschlag in der Gastronomie-Branche gewarnt. Der Gewerkschaftsvorsitzende Guido Zeitler sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, Hotels, Gaststätten und Bars seien mit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen. Sie dürften nicht geopfert werden. Andernfalls wären Arbeitsplätze unwiederbringlich verloren. Zeitler betonte, dass das Gastgewerbe nach bisherigen Erkenntnissen kein Infektionsherd sei. Risikoreicher seien beispielsweise private Feiern.

Bund und Länger beraten heute über neue Corona-Einschränkungen. Im Gespräch ist auch eine vorübergehende Schließung von Gastronomiebetrieben.

07:33 Uhr | Offenbar viele falsche Corona-Tests in bayerischem Labor

Ein großes bayerisches Labor hat einem Zeitungsbericht zufolge bei Corona-Tests reihenweise falsch-positive Ergebnisse hervorgebracht. Das sei bei Nachprüfungen in einem Krankenhaus im oberbayerischen Taufkirchen/Vils aufgefallen, berichtete der "Münchner Merkur". Dort hätten sich 58 von 60 positiven Tests als falsch herausgestellt.

Die Geschäftsführerin des Augsburger MVZ-Labors erklärte die Fehler mit der Knappheit an Reagenzien. Das Labor habe wegen des Lieferausfalls eines Herstellers auf ein anderes Nachweismittel zurückgreifen müssen, das offenbar nicht kompatibel gewesen sei. "Aufgrund des hohen Probenaufkommens und des fehlenden Zubehörs war eine Kontrolle positiver Ergebnisse nicht in allen Fällen zeitnah möglich", zitierte die Zeitung die Geschäftsführerin.

07:16 Uhr | Corona-Schnelltests für Pflege- und Altenheime

Das Bundesgesundheitsministerium setzt in der Corona-Pandemie offenbar auf einen stark steigenden Einsatz von Antigen-Schnelltests in Pflegeheimen und Krankenhäusern. Dafür habe das Ministerium mit Herstellern konkrete Vereinbarungen geschlossen, teilte ein Ministeriumssprecher der "Neuen Osnabrücker Zeitung" mit.

Vereinbart worden seien Auslieferungsmengen "von mindestens sechs Millionen Covid-19-Antigentests im Oktober, neun Millionen im November und 11,5 Millionen im Dezember." Für Pflegeheime übernehme der Bund die Kosten, nachdem die Gesundheitsämter die Berechtigung geprüft hätten, schreibt die Zeitung.

06:57 Uhr | Zahl der Corona-Toten in Spanien erreicht Stand von April

In Spanien sind so viele Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus erfasst worden wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Wie das Gesundheitsamt in Madrid am Abend mitteilte, wurden binnen eines Tages 267 Todesfälle gemeldet. Die höchsten Werte waren Ende März und Anfang April mit mehr als 900 registriert worden. In Spanien gilt seit dem Wochenende der Notstand.

Eine Flamme brennt während der Gedenkfeier für die Opfer der Corona-Pandemie auf dem Friedhof von Palma de Mallorca.
Gedenkfeier für Corona-Tote auf Mallorca. Bildrechte: dpa

Auch in Frankreich starben erneut hunderte Menschen an oder mit dem Coronavirus: Dort stieg die Zahl der Todesfälle bis zum Dienstagabend um 523. Das sind fast doppelt so viele wie am Montag. Heute Abend will Präsident Emmanuel Macron eine Fernsehansprache halten. Medienberichten zufolge erwägt die französische Regierung einen einmonatigen Lockdown.

06:36 Uhr | Beratungen über neuen Lockdown

Die Regierungschefs von Bund und Ländern wollen bei ihrer heutigen Video-Konferenz über weitere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus beraten. Nach dem Willen des Bundes sollen offenbar drastische Kontaktbeschränkungen verhängt werden. Nach übereinstimmenden Medienberichten geht das aus dem Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für den Gipfel hervor.

Demnach sollen sich in der Öffentlichkeit nur noch Menschen aus zwei Haushalten treffen dürfen. Übernachtungsangebote für Urlauber werden bundesweit untersagt. Wieder schließen müssen Theater, Konzerthäuser, Kinos, Sportanlagen, Diskotheken und Bars. Restaurants dürfen nur noch Speisen ausliefern oder zum Mitnehmen anbieten.

Die Einschränkungen sollen den Angaben zufolge in einer Woche in Kraft treten und bis Ende November gelten. Schulen und Kitas werden dem Entwurf zufolge dagegen offen gehalten, ebenso Friseursalons und Physiotherapie-Praxen.

06:00 Uhr | Der Ticker am 28. Oktober 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Oktober 2020 | 22:30 Uhr