Coronavirus-Pandemie Ticker: Fast ganz Tschechien ist jetzt Risikogebiet

Regionen in elf EU-Ländern sind zu Corona-Risikogebieten erklärt worden, darunter fast ganz Tschechien. Ab Oktober sind in Bussen und Bahnen mehr Maskenkontrollen vorgesehen. Außenminister Maas ist wegen des Kontaktes zu einem infizierten Personenschützer in Quarantäne. Im Erzgebirge und Vogtland gelten wieder striktere Einschränkungen. Mehr im Coronavirus-Ticker.

Ein Polizeibeamter mit dem Atemschutzmaske kontrolliert ein Fahrzeug am tschechisch-deutschen Grenzübergang Vojtanov
Fast ganz Tschechien wurde uum Corona-Risikogebiet erklärt. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, den 23. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:06 Uhr | Regionen in elf EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt

Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern der EU wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch Gebiete in den Nachbarländern Tschechien, Dänemark, Frankreich, Österreich und den Niederlanden. In Tschechien ist nun das gesamte Land mit Ausnahme der Aussiger Region (Ústecký) und der Mährisch-Schlesischen Region (Moravskloslezský) betroffen. In Österreich ist das Bundesland Vorarlberg als Risikogebiet dazugekommen.

20:51 Uhr | Marseille schließt alle Bars und Restaurants

In der südfranzösischen Hafenmetropole Marseille und dem Überseegebiet Guadeloupe bleiben ab Samstag alle Bars und Restaurants geschlossen. Das kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran an. Alle öffentlich zugänglichen Einrichtungen ohne ein strenges Gesundheitsprotokoll würden geschlossen. Theater und Kinos seien davon nicht betroffen. Véran zufolge soll die Schließzeit nicht länger als zwei Wochen dauern. In Paris und anderen Großstädten müssten Bars ab Montag um 22 Uhr schließen. In Frankreich waren zuletzt innerhalb von 24 Stunden mehr als 13.000 neue Corona-Fälle dazugekommen.

18:10 Uhr | Intensivere Maskenkontrollen in Bus und Bahn geplant

Bundesweit müssen sich Fahrgäste in Bus und Bahn auf häufigere Kontrollen der Maskenpflicht einstellen. Ab Oktober soll es an bestimmten Tagen regionale, überregionale und bundesweite Schwerpunktkontrollen geben. Darauf haben sich Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen sowie Bundespolizei, Verkehrsunternehmen und Gewerkschaften verständigt. Im vergangen Monat hatten sich alle Länder, bis auf Sachsen-Anhalt, auf ein Mindestbußgeld von 50 Euro für Maskenverweigerer geeinigt.

16:17 Uhr | Tschechien führt Sperrstunde ein

Zwei Männer stehen mit ihren Hunden auf der Karlsbrücke.
Die Karlsbrücke in Prag Bildrechte: dpa

Im Kampf gegen steigende Corona-Infektionszahlen führt Tschechien in Kneipen und Gaststätten eine Sperrstunde um 22 Uhr ein. Gesundheitsminister Roman Prymula sagte, unter dem Einfluss des Alkohols kommt es zu viel häufigeren Kontakten und zur Missachtung elementarer Regeln. Die Maßnahme sei zunächst auf zwei Wochen begrenzt. Einschränkungen gibt es auch bei sportlichen und kulturellen Großveranstaltungen. Im Freien werden sie auf 2.000 Sitzplätze begrenzt, in Innenräumen auf maximal 1.000. Am Dienstag wurden knapp 2.400 neue Corona-Fälle im Land verzeichnet.

16:02 Uhr | Wiener Opernball abgesagt

Wegen der Corona-Pandemie hat die österreichische Regierung den Wiener Opernball abgesagt. Bundeskanzler Sebastian Kurz sagte, es wäre verantwortungslos, den ursprünglich für den 11. Februar kommenden Jahres geplanten Ball in gewohnter Art und Weise abzuhalten. Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer erklärte, der Ball habe eine sehr lange Vorlaufzeit. Derzeit könne nicht davon ausgegangen werden, dass im Februar eine Veranstaltung mit 7.000 Menschen mit Musik, Tanz und ausgelassener Stimmung möglich sein werde.

Ausschnitt einer Aufnahme der Ballgäste beim Wiener Opernball 2018 aus Vogelperpektive: Sehr viele Tänzer auf engem Raum, Gewimmel.
Der Wiener Opernball Bildrechte: imago images / SKATA

14:51 Uhr | Außenminister Maas in Quarantäne

Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich wegen der Corona-Infektion eines seiner Personenschützer in Quarantäne begeben. Das Auswärtige Amt teilte mit, ein erster Coronavirus-Test sei heute aber negativ ausgefallen. Es werde nun geklärt, ob weitere Personen betroffen und welche Maßnahmen gegebenenfalls zu ergreifen seien. Wie lange Maas nun in Quarantäne bleibt und inwieweit seine Arbeit beeinträchtigt wird, ist noch unklar.

11:06 Uhr | Update: Erste Klagen wegen Ischgl eingereicht

Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich im Corona-Hotspot Ischgl infiziert haben, haben Klage eingereicht. Das teilte der österreichische Verbraucherschutz-Verein mit. Die Klagen gegen die Republik Österreich beim Landesgericht Wien seien im Namen von Einzelpersonen erfolgt. Laut dem Verbraucherschutz-Verein haben sich bisher mehr als 6.000 Tirol-Urlauber als Geschädigte gemeldet, viele von ihnen aus Deutschland. Die Verbraucherschützer erklärten, die Verantwortlichen hätten nach dem Corona-Ausbruch im Ski-Ort Ischgl zu spät reagiert. Die Behörden haben alle Vorwürfe bisher zurückgewiesen.

10:50 Uhr | Leopoldina empfiehlt bundeseinheitliche Regeln

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat mit Blick auf die kältere Jahreszeit einheitlichere Regeln im Umgang mit Corona angemahnt. Mit Blick auf eine mögliche angespannte Situation im Herbst und Winter sollten bundesweit einheitliche Regeln und Eskalationsstufen für Schutzmaßnahmen definiert werden, heißt es in einer Stellungnahme. Die Maßnahmen sollen je nach regionalem Infektionsgeschehen greifen.

Kommende Woche will Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen beraten. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach sich unterdessen dafür aus, eine bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen einzuführen. Lauterbach sagte der "Rhein-Neckar-Zeitung", dies sei dort dringend notwendig, wo Menschen die Sicherheitsabstände nicht einhalten könnten. Lautes Sprechen in Gruppen erhöhe das Infektionsrisiko auch im Freien.

10:14 Uhr | Konsumklima stabilisiert sich

Trotz anhaltender Corona-Krise ist die Verbraucherstimmung in Deutschland stabil. Laut Marktforschungsunternehmen GfK erwarten die Experten für Oktober eine minimale Verbesserung im Vergleich zu diesem Monat. Die Kunden sähen die Konjunktur klar auf Erholungskurs.

10:07 Uhr | GEW fordert Maskenpflicht im Unterricht

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft befürwortet eine Maskenpflicht im Unterricht. GEW-Vorsitzende Marlis Tepe sagte der "Passauer Neuen Presse", die meisten Lehrkräfte fänden dies eher hilfreich. Pädagogisch sei dies zwar nicht sinnvoll, aber diesen Schutz müsse man ihnen bieten. Derzeit gibt es in den meisten Bundesländern eine Maskenpflicht in Schulgebäuden, nicht aber im Unterricht. Tepe forderte weiter ein bundesweit einheitliches Konzept für das Lüften der Unterrichtsräume. Sie verwies auf marode Schulen, in denen kein Fenster geöffnet werden könne.

08:24 Uhr | Lufthansa plant Schnelltests ab Oktober

Die Lufthansa will ihren Passagieren ab Oktober Corona-Schnelltests zur Verfügung stellen. Konzernmanager Björn Becker verwies auf Angebote von Pharmakonzernen. Die Fluggesellschaft erwäge, Testzentren auf Flughäfen in den USA und Kanada einzurichten.

08:09 Uhr | Entwicklungsminister warnt vor Kollateralschäden durch Lockdown

Entwicklungsminister Gerd Müller hat davor gewarnt, dass an den Folgen der Corona-Lockdowns weit mehr Menschen sterben als am Virus. Der CSU-Politiker sagte dem "Handelsblatt", allein in Afrika werde dieses Jahr mit zusätzlich 400.000 Malaria-Toten und HIV-Opfern gerechnet. Dazu komme eine halbe Million Menschen mehr, die an Tuberkulose stürben. Die Pandemie habe eine der größten Armuts- und Hungerkrisen ausgelöst. Müller kritisierte, die Industrieländer hätten sich zu sehr auf den Anti-Corona-Kampf zu Hause konzentriert. Für Afrika sei kein Euro zusätzlich an Unterstützung geplant. Allein 25 Staaten stünden vor dem Bankrott.

07:20 Uhr | Bisher 1,7 Millionen Euro Storno-Kosten für Sachsen-Anhalt

Das Bildungsministerium in Sachsen-Anhalt hat bisher rund 1,7 Millionen Euro Storno-Kosten für abgesagte Klassenfahrten gezahlt. Das teilte ein Ministeriumssprecher MDR AKTUELL mit. Ein Drittel der rund 2.000 Anträge auf Erstattung sei noch offen. Insgesamt werde mit Storno-Kosten in Höhe von drei Millionen Euro gerechnet.

Im Mai hatte Bildungsminister Marco Tullner wegen der Corona-Pandemie alle Schülerreisen untersagt. Damals war von 5.000 abgesagten Klassenfahrten die Rede und von sechs Millionen Euro Storno-Kosten.

07:15 Uhr | Erzgebirge und Vogtland verschärfen Corona-Auflagen

Im Erzgebirgs- und im Vogtlandkreis sind wegen steigender Corona-Zahlen ab sofort alle Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern untersagt. Das geht aus den neuen Allgemeinverfügungen hervor. Davon betroffen ist auch das Heimspiel von Fußball-Zweitligist Erzgebirge Aue am kommenden Freitag. Im Vogtland sind unter anderem in Adorf, Bad Elster und Markneukirchen private Feiern sowie Betriebs- und Vereinsfeiern auf 25, Familienfeiern auf 50 Personen beschränkt. Heute beraten die Bürgermeister des Erzgebirgskreises über die Bergparaden in der Region. Chemnitz und Aue haben die Aufzüge schon abgesagt.

07:07 Uhr | Verbraucherschützer loben Corona-Warn-App

Verbraucherschützer haben der Corona-Warn-App nach 100 Tagen ein gutes Zeugnis ausgestellt. Der für Digitales zuständige Referent beim Verbraucherzentrale Bundesverband, Florian Glatzner, sprach bei MDR AKTUELL von einem Vorzeigeprojekt in Sachen Datenschutz. Laut Robert-Koch-Institut wurde die App 18,4 Millionen Mal heruntergeladen. Der FDP-Digital-Experte Manuel Höferlin kritisierte, dass die App erst ab 17 Jahren freigegeben ist. Um die Situation an den Schulen im Blick zu haben, müssten auch Jugendliche die App installieren können. Die App soll Nutzer warnen, wenn sie sich in der Nähe einer Corona-positiven Person aufgehalten haben. Es gibt jedoch aus Datenschutzgründen keine Zahlen darüber, wie viele Menschen schon eine Warnung erhalten haben.

06:00 Uhr | Der Ticker vom Mittwoch

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. September 2020 | 06:00 Uhr