Coronavirus-Ticker 3. Juni: Familienbonus und Förderung von E-Autos

Kanzlerin Merkel hat am späten Abend erste Details des milliardenschweren Konjunkturpaketes vorgestellt. Wegen der Corona-Pandemie wird auch der EU-China-Gipfel verschoben. Er sollte im September in Leipzig stattfinden. Zugleich wird das Auswärtige Amt die Reisewarnung für zahlreiche europäische Länder aufheben. Mehr Informationen im Ticker.

Angela Merkel
Kanzlerin Merkel bei den Verhandlungen zum Konjunkturpaket. Sie dauerten zwei Tage lang. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie ab dem Morgen in unserem Ticker vom Donnerstag.

22:50 Uhr | Merkel nennt Details von Konjunkturpaket

Union und SPD haben in stundenlangen Gesprächen ein milliardenschweres Konjunkturprogramm ausgehandelt. Es soll sich nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf 130 Milliarden Euro belaufen und ist für dieses und nächstes Jahr vorgesehen. Den großen Teil – 120 Milliarden Euro – soll der Bund schultern. Zu den Eckpunkten der Vereinbarung gehört unter anderem ein Familienzuschuss: Pro Kind sollen 300 Euro gezahlt werden. Darauf hatte die SPD gedrängt. Auch soll die Mehrwertsteuer von Juli an für ein halbes Jahr lang von 19 auf 16 Prozent gesenkt werden, ebenso der reduzierte Steuersatz von 7 auf 5 Prozent. Damit solle der Konsum angekurbelt werden. Beim Thema Auto sind unter anderem eine Förderung von E-Autos und mehr Ladestationen vorgesehen. Kanzlerin Merkel sprach von einem guten "Grundstein" für den Weg aus der Corona-Wirtschaftskrise.

22:10 Uhr | EU-China-Gipfel wird verschoben

Der für September in Leipzig geplante EU-China-Gipfel wird wegen der Corona-Krise verschoben. Das teilte der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, am Mittwochabend nach Telefonaten von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping sowie dem Präsidenten des Europäischen Rates, Charles Michel, mit. Um das Sicherheitskonzept für den Gipfel hatte es zuletzt starke Diskussionen gegeben. Er sollte vom 13. bis 15. September stattfinden. Wesentlicher Austragungsort wäre die Kongresshalle am Leipziger Zoo gewesen.

Blick auf die sanierte Kongresshalle in Leipzig.
Der Gipfel sollte in der Kongresshalle am Leipziger Zoo ausgetragen werden. Bildrechte: dpa

21:30 Uhr | Hartes Ringen um Konjunkturpaket

Seit Mittwochvormittag beraten die Spitzen von Union und SPD über ein milliardenschweres Konjunkturpaket. Doch was sind die Knackpunkte, woran reiben sich die Koalitionäre? Hauptstadt-Korrespondent Tim Herden mit den Details:

19:45 Uhr | WHO lässt wieder zu Hydroxychloroquin forschen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO nimmt die klinischen Studien zur Wirksamkeit des Medikaments Hydroxychloroquin gegen das Coronavirus wieder auf. WHO-Chef Tedro Adhanom Ghebreyesus sagte am Mittwoch, Experten hätten sämtliche Daten erneut überprüft und seien zu dem Schluss gekommen, dass nichts gegen eine Fortsetzung der Tests spreche.  Das Mittel war Bestandteil einer von der WHO koordinierten Forschungsreihe mit mehr als 3.500 Patienten in 35 Ländern. Dabei wird untersucht, ob vorhandene Medikamente, etwa gegen Malaria, HIV, Ebola und Multiple Sklerose, einen Effekt gegen Covid-19 haben. Nach einem Bericht in der Fachzeitschrift "The Lancet", dass Hydroxychloroquin womöglich die Todesrate erhöhen könnte, waren die Versuche Ende Mai vorübergehend ausgesetzt worden. Die Fachzeitschrift hat sich nach massiver Kritik an der Methodik der Studie allerdings von der Veröffentlichung distanziert.  

Das Medikament Hydroxychloroquin von verschiedenen Herstellern
Das Medikament Hydroxychloroquin kann zur Therapie und Prophylaxe des Tropenfiebers Malaria eingesetzt werden. Bildrechte: dpa

19:30 Uhr | Heil: "Koalition wird gutes Paket gelingen"

Die Spitzen von CDU, CSU und SPD beraten seit dem Vormittag über ein milliardenschweres Konjunkturprogramm. Ob am Mittwoch noch Ergebnisse präsentiert werden, ist unklar. Schon am Dienstag hatten die Koalitionäre über mehr als 60 Maßnahmen beraten. Mit dem Milliardenpaket soll die Wirtschaft in der Corona-Krise wieder angekurbelt werden. Zu den Streitthemen gehören eine Auto-Prämie für Neuwagen und die Entschuldung der Kommunen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil erwartet von dem geplanten Konjunkturpaket eine starke Volkswirtschaft und die Sicherung von Arbeitsplätzen.

19:00 Uhr | Ifo-Ökonom erwartet schwere Zeiten für Osten

Der Ifo-Ökonom Joachim Ragnitz rechnet damit, dass Ostdeutschland in der Corona-Krise größeren Schaden nimmt. So fehlten den kleineren ostdeutschen Firmen die finanziellen Reserven, sagte Ragnitz im Interview mit dem MDR. Einen Vergleich mit der wirtschaftlichen Situation der einstigen DDR in der Wendezeit hält Ragnitz aber für abwegig. Hier das Interview:

18:30 Uhr | USA sperren chinesische Airlines aus

Die Spannungen zwischen den USA und China haben nun auch Auswirkungen auf den Luftverkehr. Die US-Regierung kündigte am Mittwoch an, keine chinesischen Passagierflugzeuge mehr landen zu lassen. Die Regelung soll ab dem 16. Juni gelten. Die USA werfen zugleich China vor, amerikanische Airlines nicht ins asiatische Land zu lassen. Die Fluggesellschaften hatten im Februar wegen der Corona-Pandemie alle Passagierflüge nach China aus eigenem Antrieb ausgesetzt. Inzwischen dringen Unternehmen wie Delta Air Lines und United Airlines darauf, die Verbindungen wiederaufnehmen zu können. Doch Peking gestattet die US-Flüge derzeit nicht.  

Die Pandemie hat zu verstärkten Spannungen zwischen beiden Ländern geführt. US-Präsident Donald Trump wirft China eine Verschleierungstaktik beim Ausbruch des Coronavirus vor.

17:40 Uhr | Wohin kann die Reise gehen?

Die Bundesregierung hat die Aufhebung der weltweiten Reisewarnung für 29 europäische Länder ab dem 15. Juni beschlossen. Touristische Reisen sind aber nur möglich, wenn auch die Urlaubsländer ihre Grenzen öffnen. Ein Überblick über die geltenden Reisehinweise:

Der Reiserechtsexperte Michael Hummel von der Verbraucherzentrale Sachsen mahnt bei MDR um 4 an, dass es Reisen auf eigene Gefahr sei. Seine Ratschläge erfahren Sie hier:

Michael Hummel und René Kindermann im Gesprächi m MDR um Vier-Studio. 4 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Reiserechtsexperte Michael Hummel von der Verbraucherzentrale Sachsen informiert.

MDR um 4 Mi 03.06.2020 17:00Uhr 03:35 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

17:30 Uhr | Spanien will Ärzte und Pfleger auszeichnen

Spaniens Ärzte und Krankenpfleger werden für ihren Kampf gegen das Coronavirus in diesem Jahr ausgezeichnet. Sie sollen den mit 50.000 Euro dotierten Prinzessin-von-Asturien Preis erhalten, teilte die zuständige Stiftung mit. Das Personal habe trotz der hohen Ansteckungsgefahr mit "heldenhafter Aufopferung" an "vorderster Front" gegen die neuartige Lungenkrankheit gekämpft, hieß es zur Begründung. Mit fast 240.000 Infektionsfällen und mehr als 27.000 Toten ist Spanien eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder in Europa.

Die Mitarbeiter des auf der Madrider Messe eingerichteten provisorischen Krankenhauses applaudieren einer Patientin, die Covid-19 überwunden hat
Die Mitarbeiter eines provisorischen Krankenhauses in Madrid applaudieren einer Patientin, die Covid-19 überwunden hat. Bildrechte: dpa

17:20 Uhr | Südkorea setzt auf Medikament Remdesivir

Nach den USA und Japan hat jetzt auch Südkorea das Medikament Remdesivir für Corona-Patienten zugelassen. Die Regierung in Seoul erteilte am Mittwoch eine Dringlichkeitsgenehmigung und will nun die Importe des Mittels beschleunigen. Mehrere Studien hatten zuvor ergeben, dass Remdesivir die Heilung von Corona-Patienten beschleunigt. Südkorea war zu Beginn der Pandemie eines der am stärksten von der Verbreitung des Coronavirus betroffenen Länder in Asien. Derzeit sind noch 800 Patienten in Behandlung oder unter Beobachtung. Die Behörden meldeten bisher 11.590 Infektions- und 273 Todesfälle

16:50 Uhr | Kekulé lobt überarbeitete Studie von Drosten

Der Virologe Alexander Kekulé hat die aktualisierte Corona-Studie seines Kollegen Christian Drosten gelobt. Kekulé sagte am Mittwoch im Podcast von MDR AKTUELL: "Ich finde die neue Arbeit sehr gut. Ich bin ganz sicher, dass sie nicht so viel Kritik von anderen bekommen wird wie die erste." Die Kritik der Statistiker sei aufgegriffen worden, deshalb sei die Studie jetzt handwerklich gut. Sie liefere auch neue interessante Ergebnisse, die jetzt von der Politik genutzt werden könnten. Das Team um den Berliner Virologen Christian Drosten bleibt auch in einer überarbeiteten Fassung der Studie bei seiner These, dass Kinder das Corona-Virus ähnlich verbreiten wie Erwachsene.

Nachrichten

Kekulés Corona-Kompass 65 min
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MDR AKTUELL Mi 03.06.2020 15:52Uhr 64:44 min

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16:30 Uhr | Thüringen: Kassen lehnen Zahlung vorsorglicher Tests ab

Die Kostenübernahme für vorsorgliche Corona-Tests in Thüringen bleibt unklar. Die Kosten dafür sollen die gesetzlichen Krankenkassen tragen, die aber wehren sich. Eine Sprecherin der AOK Plus sagte, öffentlicher Gesundheitsschutz sei keine Aufgabe der Krankenkassen. Die Thüringer Landesvertretungen der Barmer und der Techniker Krankenkasse fordern dagegen eine Finanzierung aus Steuermitteln. In Thüringen springt das Land übergangsweise für Testkosten ein – etwa von Mitarbeitern von Heimen, ambulanten Pflegediensten oder Kontaktpersonen von Infizierten – bis die endgültige Finanzierung auf Bundesebene geklärt ist. Die Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen derzeit die Kosten, wenn Arzt oder Ärztin den Test für medizinisch notwendig erachten.

16:20 Uhr | Sächsische Dampfschiffahrt ist insolvent

Die Sächsische Dampfschiffahrt Dresden hat Insolvenz angemeldet. Das bestätigte ein Sprecher des Amtsgerichtes Dresden. Das Unternehmen will sich erst am Freitag zur eigenen Zukunft äußern. Hintergrund sind finanzielle Schwierigkeiten. Das Unternehmen hatte vorige Woche erklärt, dass ein bereits im vorigen Jahr zugesagter Kredit der Sächsischen Aufbaubank von einer Million Euro kurzfristig abgesagt worden sei. Zugleich wurde erklärt, binnen einer Woche eine Lösung finden zu wollen. Die Sächsische Dampfschiffahrt fährt mit neun zwischen 1879 und 1929 gebauten Raddampfern sowie zwei modernen Fahrgastschiffen und gilt als älteste und größte Raddampferflotte der Welt.

16:00 Uhr | Berlin: Flughafen Tegel bleibt vorerst offen

Der Berliner Flughafen Tegel bleibt weiter in Betrieb. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup begründete die Entscheidung mit den steigenden Passagierzahlen. Auch bräuchten die Fluggesellschaften wegen der Abstandsregeln in der Corona-Krise mehr Platz.

Lütke Daldrup betonte, es bleibe dabei, dass der neue Hauptstadt-Flughafen BER am 31. Oktober eröffnet werde. Tegel werde damit am 8. November geschlossen. Der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg hatten sich als Eigentümer ursprünglich am 20. Mai darauf geeinigt, Tegel ab Mitte Juni zunächst für zwei Monate zu schließen. Ausschlaggebend waren damals die stark gesunkenen Passagierzahlen. Doch durch die künftigen Reisemöglichkeiten wäre der Flughafen Schönefeld mit der Abwicklung der Fluggäste überfordert. Dort könnten nur 10.000 Passagiere pro Tag abgefertigt werden.

15:10 Uhr | Sachsen genehmigt wieder Busreisen

Sachsens Regierung erlaubt wieder Busreisen. Das sieht ein Kabinettsbeschluss vor. Dabei soll ähnlich wie im öffentlichen Nahverkehr eine Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht sein, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping. Abstandsregeln würden aber nicht eingefordert. Derzeit sei man auch mit anderen Bundesländern über einheitliche Regelungen im Gespräch. Auch sollen von Samstag an in Sachsen wieder Besuche in Pflegeheimen möglich sein – aber unter Auflagen. Zudem sind Feiern mit bis zu 50 Personen erlaubt. Laut Wirtschaftsministerium können künftig auch wieder Fachmessen und Regionalmessen stattfinden - mit bis zu 1.000 Personen. Große Publikumsmessen werden aber weiter nicht möglich sein. Die neue sächsische Corona-Schutzverordnung soll am Samstag in Kraft treten.

14:12 Uhr | Wieder Urlaubsflüge mit TUI ab 17. Juni

Nach der Aufhebung der Reisewarnung für 29 europäische Länder will der Reisekonzern TUI ab 17. Juni wieder Richtung Süden starten. Wie der Reisekonzern in Hannover auf Anfrage mitteilte, stehen dann die ersten Flüge nach Faro von Düsseldorf und Frankfurt im Flugplan - nach drei Monaten Zwangspause. Auch Mallorca könnte bald wieder angeflogen werden. TUI musste Mitte März nach Reisebeschränkungen und Reisewarnungen fast aller Länder seine Urlaubsangebote – einschließlich Pauschalreisen, Kreuzfahrten und Hotelbetrieb – aussetzen. Die Bundesregierung bewilligte einen Überbrückungskredit in Höhe von 1,8 Milliarden Euro.

14:05 Uhr | Reisebranche demonstriert in Dresden

Mitarbeiter der Reisebranche stehen mit Plakaten und Bannern vor dem Hauptbahnhof in Dresden.
Reisebranche demonstriert in Dresden frü mehr staatliche Hilfe. Bildrechte: Tino Plunert

Mit gelben Warnwesten und Trillerpfeifen haben Branchenvertreter von Reisebüros, Bus- und Reiseunternehmen in Dresden demonstriert. Unter dem Motto "Touristik kurz vor der Ohnmacht" forderten sie staatliche Hilfe in der Corona-Krise. Begleitet von hupenden Bussen zogen die Demonstranten durch die Innenstadt.

13:58 Uhr | EU: Zweithöchste Risikostufe für Arbeiter

Die EU-Kommission ordnet das neuartige Coronavirus in die zweithöchsten Risikostufe für Arbeiter ein. Nach Beratungen mit den Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die dritte von insgesamt vier Stufen ausgewählt. Dabei beschreibt die vierte Stufe das höchste Risiko für biologische Gefahren, gegen die es keine vorbeugenden Maßnahmen oder Behandlungsmöglichkeiten gibt. Die Entscheidung hat Auswirkungen auf die Schutzmaßnahmen, die Arbeitgeber am Arbeitsplatz ergreifen müssen.

13:51 Uhr | Kein positiver Test an Schule in Worbis

Nach dem Corona-Fall an der Regelschule Worbis in Thüringen sind alle Testergebnisse von über 60 Schülern und Lehrern negativ ausgefallen. Wie das Landratsamt mitteilte, kann der Schulbetrieb normal weitergehen. Die Quarantäne von zwei Schulklassen werde aber nicht aufgehoben. Sie hatten innerhalb einer Woche mehr als eine Stunde Unterricht bei einer infizierten Lehrerin.

12:40 Uhr | 100 Euro pro Kind in Thüringen

Die rot-rot-grüne Landesregierung und die CDU in Thüringen haben sich auf ein Hilfspaket zur Bewältigung der Corona-Krise geeinigt. Demnach wollen die Fraktionen einen Familienbonus von einmalig 100 Euro für jedes Kind bis 18 Jahren auf den Weg bringen. Das teilten Vertreter mehrerer Fraktionen nach mehrstündigen Beratungen mit.

Die Einigung sieht unter anderem 185 Millionen Euro Hilfe für Kommunen sowie zusätzlich 15 Millionen Euro für die Thüringer Kurorte vor. Außerdem sollen die Kindergartenbeiträge aller Eltern für die Monate April, Mai und Juni erstattet werden. Davon sollen auch Eltern profitieren, die ihre Kinder in die Notbetreuung gegeben haben. Das Gesamtpaket soll am Freitag während einer Sondersitzung im Thüringer Landtag verabschiedet werden.

12:28 Uhr | Eltern fordern Ferienbetreuung für Schulkinder

Elternverbände fordern qualifizierte Betreuungsangebote für Schulkinder in den Sommerferien. Wegen der wochenlangen Schulschließungen in der Corona-Krise hätten Eltern häufig ihren Jahresurlaub aufgebraucht, gleichzeitig ende für zahlreiche Arbeitnehmer nun die Kurzarbeit. "Viele Familien sind in den Ferien auf Betreuungsangebote angewiesen, um ihren Job retten zu können", sagte die Vorsitzende der Landeselternkonferenz NRW, Anke Staar.

12:14 Uhr | Gespräche über Konjunkturhilfe gehen weiter

Die Spitzen der großen Koalition verhandeln seit dem Vormittag weiter über ein milliardenschweres Konjunkturpaket in der Corona-Krise. Aus Teilnehmerkreisen hieß es, die Kernstreitpunkte seien allesamt noch nicht gelöst. Dazu gehören Kaufanreize für Autos aus Steuergeldern, die Übernahme von Altschulden der Kommunen sowie steuerliche Entlastungen. Die Beratungen könnten sich erneut bis in die Nacht hinziehen.

10:55 Uhr | Reisewarnung für Europa soll fallen

Die Bundesregierung hat beschlossen, die weltweite Reisewarnung ab dem 15. Juni für 29 europäische Staaten aufzuheben. Das teilte Außenminister Heiko Maas in Berlin mit. Demnach soll die pauschal verhängte Warnung durch individuelle Reisehinweise ersetzt werden. Darin wird dann über die landesspezifischen Risiken informiert.

Für einzelne Staaten wird sich der Schritt noch verzögern. Das könnte nach jetzigem Stand Norwegen und Spanien betreffen. Noch nicht entschieden hat die Bundesregierung, wie sie mit den Ländern außerhalb der EU umgehen will. Maas erklärte, die Bundesregierung werde abwarten, ob die EU-Kommission in dieser Woche die Einreisebeschränkung nach Europa verlängere.

Der Außenminister betonte, man dürfe sich nicht in falscher Sicherheit wiegen. Die Pandemie sei nicht vorbei. Es werde in diesem Sommer kein weiteres Rückholprogramm für deutsche Urlauber geben.

10:45 Uhr | Ansteckungsgefahr durch Kinder

In einer überarbeiteten Fassung seiner Studie zur Infektiosität von Kindern während der Corona-Krise hält das Forscherteam um den Berliner Virologen Christian Drosten an seiner grundlegenden Aussage fest. Demnach gibt es keine Hinweise darauf, dass Kinder im Bezug auf Sars-CoV-2 nicht genauso ansteckend sind wie Erwachsene. Die Forscherinnen und Forscher empfehlen, die Öffnung von Schulen und Kitas sorgfältig mit Hilfe von vorbeugenden diagnostischen Tests zu überwachen.

Ein erster Entwurf der Untersuchung war Ende April veröffentlicht worden und hatte Kritik und teils heftige Auseinandersetzungen nach sich gezogen. Kritik hatte es vor allem an der statistischen Auswertung der Daten gegeben. Die angewandten Methoden seien nicht geeignet.

Christoph Rothe, Statistiker von der Universität Mannheim, erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: "In der neuen Version der Studie werden die Kommentare, die es zur statistischen Analyse der ersten Fassung gab, aus meiner Sicht überzeugend eingearbeitet."

10:28 Uhr | Coronatest bei der Einreise

Urlauber auf Island können sich ab dem 15. Juni direkt bei der Einreise auf das Coronavirus testen lassen. Die isländische Regierung erklärte, damit biete man Touristen eine Alternative zur seit April vorgeschriebenen 14-tägigen Quarantäne nach der Ankunft auf der Nordatlantik-Insel.

Island-Reisende können auch mit der Vorlage von Gesundheitsunterlagen am Flughafen nachweisen, coronafrei zu sein. Kinder sind von den Tests ausgenommen. Derzeit gibt es nach offiziellen Angaben nur noch zwei aktive Corona-Fälle auf der Insel.

10:00 Uhr | Arbeitslosenzahlen steigen weiter

Die Coronavirus-Krise hat die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland auch im Monat Mai weiter steigen lassen. Im Vergleich zum Vormonat April waren 169.000 Menschen mehr ohne Job. Insgesamt waren es laut Bundesagentur für Arbeit 2,813 Millionen Arbeitslose. Im Vergleich zum Mai 2019 ging die Arbeitslosigkeit sogar um 577.000 Personen nach oben.

In Sachsen stieg die Zahl der Arbeitslosen um 6.100, in Sachsen-Anhalt um 3.700 und in Thüringen um 3.000. Der Regionalchef für Thüringen und Sachsen-Anhalt, Markus Behrens, sagte, man liege deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Es deute sich aber an, dass die negativen Effekte der Pandemie an Intensität verlören.

09:19 Uhr | Thüringen verschiebt neue Lockerungen

Die angekündigte Lockerung der Kontaktbeschränkungen in Thüringen kommt später. Die Landesregierung kündigte an, die neue Verordnung noch nicht an diesem Freitag zu verabschieden. Wie ein Sprecher MDR THÜRINGEN mitteilte, wird deshalb die derzeitige Verordnung um eine Woche verlängert.

Die neue Verordnung soll am kommenden Dienstag verabschiedet werden und am 13. Juni in Kraft treten. Dann soll die bisher geltende Kontaktbeschränkung nur noch empfohlen werden. Bisher dürfen sich nur die Angehörigen von zwei verschiedenen Haushalten treffen. Die Regelungen zu Mindestabstand und Mundschutzpflicht sollen weiterhin gelten. Mehr dazu im Ticker aus Thüringen:

Auch unsere Kolleginnen und Kollegen aus dem Landesfunkhaus Sachsen informieren Sie über die aktuelle Corona-Lage:

08:49 Uhr | Grüne: App nur für Freiwillige ohne Benachteiligungen

Die vier Landesjustizminister der Grünen haben einen eigenen Gesetzentwurf zur geplanten Corona-App erarbeitet. Darin fordern sie laut der "Süddeutschen Zeitung", dass die App lediglich auf freiwilliger Basis eingesetzt wird. Sachsens Justizministerin Katja Meier sagte dem Blatt, nur so könne die App überhaupt funktionieren. Niemand dürfe benachteiligt werden, weil er sie nicht installiert habe. Die Grünen fürchten, dass Geschäfte ihre Kunden drängen könnten, die App zu nutzen. Gleiches gelte für Arbeitgeber und ihre Angestellten. Der Entwurf der grünen Justizminister- und senatoren aus Sachsen, Thüringen, Berlin und Hamburg müsste vom Bundestag beschlossen werden.

07:52 Uhr | Lufthansa: Große Verluste und Einschnitte

Die Lufthansa bereitet ihre Mitarbeiter trotz der geplanten staatlichen Hilfe auf herbe Einschnitte vor. Vorstandschef Carsten Spohr sagte bei Vorlage der Quartalszahlen, die Nachfrage werde sich absehbar nur langsam erholen. Daher müsse man mit tiefgreifenden Restrukturierungen gegensteuern. Genauere Angaben zu einem Stellenabbau machte Spohr nicht.

Laut Reuters gehen Konzernkreise von einem Personalüberhang von bis zu 20.000 Mitarbeitern aus. Von den knapp 137.000 Beschäftigten seien 87.000 in Kurzarbeit.

Wegen der Corona-Pandemie hat die Lufthansa hohe Verluste gemacht. Das Minus summierte sich von Januar bis März auf mehr als zwei Milliarden Euro. Die Airline-Gruppe muss wegen des Schocks mit staatlichen Finanzhilfen von bis zu neun Milliarden Euro vor der Pleite gerettet werden. Das mit der Bundesregierung ausgehandelte Finanzpaket muss die EU-Kommission noch genehmigen.

06:42 Uhr | Konjunkturpaket: Koalition verhandelt noch

Die Gespräche im Koalitionsausschuss von Union und SPD über ein neues Konjunkturpaket gehen heute weiter. Übereinstimmenden Agenturmeldungen zufolge soll ab 10:00 Uhr weiter verhandelt werden. Die Beratungen waren am späten Abend nach rund neun Stunden vertagt worden. Zwischenergebnisse wurden nicht bekannt. Die Vorstellungen von CDU/CSU und SPD darüber, wie die Wirtschaft angekurbelt werden soll, liegen weit auseinander. Strittig sind unter anderem eine Autokaufprämie, ein Familienbonus sowie Hilfen für Kommunen. Auch über mögliche Steuersenkungen gehen die Meinungen auseinander.

05:48 Uhr | Italien wieder für Touristen geöffnet

Nach dreimonatiger Grenzschließung stellt Italien die Reisefreiheit wieder her. Ab heute dürfen Urlauber aus allen EU-Staaten wieder uneingeschränkt einreisen. Die bisherige Quarantänepflicht entfällt. Auch die Italiener selbst können in ihrem Land wieder ungehindert reisen.

05:40 Uhr | Rückfall in die Alkoholsucht durch Desinfektionsmittel?

Neben der Gesichtsmaske gehören Desinfektionsmittel in der Corona-Krise zum Alltag. Doch die meisten Mittel enthalten hochprozentigen Alkohol. Wirkt sich das auf das Rückfallrisiko trockener Alkoholiker aus?

05:32 Uhr | Behindertenwerkstätten leiden besonders unter Coronakrise

Die deutschen Behindertenwerkstätten sehen sich durch die Coronakrise besonders hart getroffen. Der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft, Martin Berg, sagte MDR AKTUELL, vielerorts seien Produktion und Aufträge weggebrochen. Etliche Firmen hätten deshalb bereits Insolvenz angemeldet. Von den meisten Bundesländern erhielten sie bislang keine Unterstützung.

Einzige Ausnahme sei Sachsen. Der Freistaat habe sich zur Übernahme von Lohnersatzleistungen bereiterklärt, wenn Werkstätten in Schwierigkeiten kämen. Laut Gesetz haben Behinderte in solchen Einrichtungen keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosenhilfe.

05:00 Uhr | Zu viele Anträge: Bund muss Finanzierung von Unternehmensberatern einstellen

In der Corona-Krise wollte die Bundesregierung kleinen Unternehmen Berater finanzieren. Bis zu 4.000 Euro sollte es geben, wenn man sich professionell beraten lässt. Doch die zuständige Behörde hat das Programm nun gestoppt. Denn das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hatte mit 4.000 Anträgen gerechnet. Tatsächlich seien 33.000 Anträge eingegangen, sagt Amtspräsident Torsten Safarik. Die Nachfrage habe sie sehr überrascht. Insgesamt seien 15,34 Millionen Euro für das Projekt reserviert gewesen. Nun wären eigentlich 130 Millionen Euro nötig, um alle Anträge zu bewilligen. Doch das Geld ist nicht da.

Tausende Unternehmer haben ihre Anträge damit umsonst gestellt – und einige Berater bleiben womöglich auf ihren Kosten sitzen. Der Bundesverband der Mitteldeutschen Wirtschaft kritisiert die Planung als chaotisch. Verbandspräsident Mario Ohoven sagte MDR AKTUELL, wenn die Bundesregierung ein Programm für Mittelständler auflege, müsse sie wissen, dass es theoretisch knapp 3,5 Millionen Antragsteller gebe.

04:36 Uhr | Erhöhter Krankenstand verursacht Milliardenkosten

Der sprunghafte Anstieg der Krankmeldungen in der Coronazeit kostet die Arbeitgeber zusätzlich 1,6 Milliarden Euro an Lohnfortzahlungen. Das hat das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft errechnet, wie die "Rheinische Post" schreibt. Demnach ist der Krankenstand von März bis April von 4,5 Prozent der Krankenversicherten auf 6,5 Prozent gestiegen. Das Institut führt das auf die bis Ende Mai geltende Möglichkeit zurück, sich telefonisch krankschreiben zu lassen.

03:39 Uhr | Tausende Betrugsfälle bei Auszahlung von Soforthilfen

Beim Auszahlen der Corona-Soforthilfen sind Tausende Betrugsverdachtsfälle aufgetreten. Das geht aus einer Antwort der zuständigen Dienststelle beim Zoll auf eine Anfrage der "Bild"-Zeitung hervor. Demnach erhielt die Behörde in den vergangenen neun Monaten knapp 5.000 Meldungen. In etwa 4.100 Fällen gebe es Hinweise, dass Soforthilfen tatsächlich in den Händen von Betrügern gelandet seien. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums wurden bislang mehr als zwei Millionen Soforthilfe-Anträge eingereicht. Rund 13 Milliarden Euro seien bewilligt worden.

01:08 Uhr | Durch Homeoffice: Steiles Wachstum bei Zoom

Der Trend zum Homeoffice sorgt für rasantes Wachstum beim Videodienst-Anbieter Zoom. Wie der US-Konzern mitteilte, sprang der Umsatz im ersten Quartal um mehr als das Doppelte auf rund 330 Millionen Dollar. Seine Jahresprognose verdoppelte Zoom nahezu auf 1,8 Milliarden Dollar. Nach Unternehmensangaben werden über Zoom täglich weltweit 300 Millionen Video-Konferenzen organisiert. Im Dezember seien es noch 10 Millionen gewesen.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Juni 2020 | 22:00 Uhr