Coronavirus-Ticker 11. März: Erster Bundestagsabgeordneter infiziert

Im Bundestag gibt es seit Mittwochabend einen ersten Coronavirus-Fall. Die Weltgesundheitsorganisation hat derweil in Genf den Status von "Sars-CoV-2" heraufgestuft und spricht nun von einer Pandemie. Zudem haben Sachsen und Sachsen-Anhalt entschieden, ab Donnerstag Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen zu verbieten. Auch Brandenburg denkt darüber nach. Italien lässt derweil fast alle Geschäfte schließen.

Die Mitglieder des Bundestages debattieren in der Plenarsitzung im Deutschen Bundestag über die Verschärfung der Mietpreisbremse.
Blick in den Deutschen Bundestag. Diese Woche ist aktuelle Sitzungswoche. Bildrechte: dpa

22:45 Uhr | Ticker am Mittwoch endet

Wir schließen für Mittwoch den Ticker zum Coronavirus und informieren Sie am Donnerstag wieder ab 7 Uhr zu den neuesten Entwicklungen rund um das Coronavirus. Wir danken für Ihr Interesse.

22:45 Uhr | Quarantäne für Kreuzfahrtschiff geplant

Das Kreuzfahrtschiff "Costa Magica" vor der französischen Karibikinsel Martinique soll unter Quarantäne gestellt werden. Das teilten die örtlichen Behörden mit. Zur Begründung hieß es, dass Schiff habe mehrere erkrankte Menschen an Bord, die möglicherweise das Coronavirus hätten. Es würden nun Proben genommen. Das Schiff hatte am vergangenen Freitag seine Fahrt auf der Karibikinsel Guadeloupe begonnen und war anschließend von mehreren Karibikhäfen abgewiesen worden. Seit Beginn der Coronavirus-Epidemie wurden bereits mehrere internationale Kreuzfahrtschiffe unter Quarantäne gestellt.

22:30 Uhr | Brandenburg will große Veranstaltungen verbieten

Brandenburg will wegen des Coronavirus wie die mitteldeutschen Länder ebenfalls Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besucher absagen. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher sagte, man sei derzeit "in der Endabstimmung". Auch plane man, dass Kreisen und Gemeinden Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern angezeigt werden müssten. Die sollten dann darüber entscheiden, ob sie stattfinden könnten. Man wolle am Donnerstag weitere Details bekanntgeben.

22:15 Uhr | Italien schließt fast alle Geschäfte

Italien ordnet weitere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus an und schließt Bars und Restaurants sowie fast alle Geschäfte. Premierminister Giuseppe Conte sagte am Mittwochabend, nur Supermärkte und Apotheken seien weiter geöffnet. Alle nicht notwendigen Geschäftsaktivitäten müssten eingestellt werden. Italien kämpft mit drastischen Mitteln gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Das ganze Land gilt als Sperrzone, frei bewegen dürfen sich die gut 60 Millionen Menschen nicht mehr. Insgesamt haben sich in Italien mehr als 12.400 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 820 sind gestorben. Am meisten betroffen ist die Region Lombardei.

21:55 Uhr | SPD - Mehrere Abgeordnete unter Quarantäne

In der SPD-Bundestagsfraktion sind mehrere Abgeordnete und Mitarbeiter wegen des Kontakts zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person vorsorglich in häuslicher Quarantäne. Wie ein Fraktionssprecher am Mittwoch in Berlin mitteilte, zählen dazu der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, die SPD-Fraktionsvizechefin Eva Högl und der rechtspolitische Sprecher Johannes Fechner. Lauterbach sagte der "Bild"-Zeitung, er gehe nicht davon aus, dass er sich selbst infiziert habe, gehe aber bis Sonntag in häusliche Quarantäne. Der Bundestag sei "ein Hochrisiko-Gebiet", weil viele Menschen zusammenkämen und zuvor mit vielen Menschen Kontakt gehabt hätten.

21:25 Uhr | Eiskunstlauf-WM in Montreal abgesagt

Die Eiskunstlauf-WM im kanadischen Montreal ist wegen des Coronavirus abgesagt worden. Das gab die Regierung der Provinz Quebec bekannt. Zur Begründung hieß es, es gebe ein "Übertragungsrisiko". Die WM sollte vom 16. bis 22. März stattfinden. Zuletzt war 1961 eine Eiskunstlauf-WM abgesagt worden. Damals war das Flugzeug mit dem US-Team auf dem Weg nach Prag abgestürzt. Insgesamt starben damals 73 Menschen. 2011 war nach der Tsunami- und Reaktorkatastrophe in Japan die WM von Tokio nach Moskau verlegt worden.

21:20 Uhr | Dänemark schließt Schulen, Unis und Kitas

In Dänemark werden alle Schulen, Universitäten und Kindergärten mit sofortiger Wirkung geschlossen. Nach Angaben von Regierungschefin Mette Frederiksen sollen zudem alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes ab Freitag nicht mehr zur Arbeit kommen, sofern sie nicht in wichtigen Funktionen arbeiten.

21:15 Uhr | 800 Millionen Euro zusätzlich für Kampf gegen Corona

Die Bundesregierung kann rund 800 Millionen Euro zusätzlich im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgeben. Dem stimmte der Haushaltsausschuss des Bundestags am Mittwoch zu. Damit kann das Gesundheitsministerium mit weiteren 650 Millionen Euro für Schutzkleidung und Material für die Intensivpflege planen. Für die Entwicklung eines Impfstoffs bekommt das Forschungsministerium 145 Millionen Euro. Forschungsministerin Anja Karliczek sagte, sie hoffe, dass noch vor dem Sommer klinische Studien starten könnten. Es werde wohl ein bis eineinhalb Jahre, bis ein Impfstoff entwickelt ist.

21:00 Uhr | Frankreich schränkt Zugang zu Altenheimen ein

Um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus für Senioren zu verringern, verbietet Frankreich Besuche in staatlichen Altersheimen und Pflegeeinrichtungen. Auch von Besuchen in privaten Einrichtungen werde abgeraten, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Das Virus Sars-CoV-2 ist vor allem für Senioren und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen gefährlich. In Frankreich waren bis Dienstagabend rund 1.790 Infektionen mit dem Coronavirus offiziell bestätigt.

20:55 Uhr | Semperoper will weniger Tickets verkaufen

Die Semperoper spiegelt sich am Abend in einer Pfütze auf dem Theaterplatzin Dresden.
Abendstimmung vor der Semperoper in Dresden. Bildrechte: dpa

Die Semperoper Dresden schränkt wegen des Coronavirus den Zugang zu ihren Vorstellungen ein. Sprecher Oliver Bernau sagte, der Kartenverkauf werde angepasst. Hintergrund ist ein Erlass der sächsischen Regierung, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen im Freistaat abzusagen. Bernau sagte, wenn bereits 300 Personen auf der Opernbühne stünden, könnten entsprechend weniger Eintrittskarten verkauft werden. Grundsätzlich absagen will die Semperoper ihre Veranstaltungen aber nicht.

20:40 Uhr | Mit MDR AKTUELL informiert

MDR AKTUELL Radio informiert Sie über die neuesten Entwicklungen rund um das Coronavirus mit einem Podcast täglich um 9:45 Uhr und 16:45 Uhr. Hier hören Sie den ersten Podcast zum Thema:

20:20 Uhr | Weiterer Corona-Fall in Sachsen

Im Landkreis Sächsische Schweiz gibt es einen vierten Fall einer Corona-Infektion. Wie das Landratsamt mitteilte, handelt es sich um die Frau eines bereits positiv getesteten Mannes aus Wehlen. Beide befänden sich in häuslicher Quarantäne.

20:00 Uhr | FDP-Fraktion bestätigt Corona-Fall

Die FDP-Fraktion im Bundestag bestätigt die Infektion eines ihrer Mitglieder. FDP-Abgeordneter Hagen Reinhold aus Rostock sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland, er habe erste Symptome nach einem Skiurlaub in Österreich gehabt. Er selbst habe die Krankheit inzwischen überwunden, es gehe ihm gut. Die Mitarbeiter des Politikers haben sich laut FDP freiwillig in häusliche Quarantäne begeben. Derzeit würden weitere Kontaktpersonen identifiziert. Dies sei angesichts der vielen Treffen und Absprachen im Parlamentsbetrieb "nicht so leicht".

19:45 Uhr | Schule in Halle trotzt der Quarantäne

Nach einem Skikurs in Südtirol müssen 40 Schüler des Christian-Wolff-Gymnasiums Halle in Quarantäne. Lehrer und Schüler stellt das vor besondere Herausforderungen – und lässt sie zugleich zusammenrücken. Der MDR war vor Ort:

19:40 Uhr | Österreich will nächste Woche alle Schule schließen

In Österreich will wegen des sich ausbreitenden Coronavirus bis Ostern alle Schulen schließen. Bundeskanzler Sebastian Kurz sagte am Mittwoch, für die Oberstufe falle der Unterricht ab Montag aus. Zwei Tage später sollen auch alle anderen Klassen folgen. Der Unterricht solle digital fortgesetzt werden. Ziel der Maßnahme sei es, persönliche Kontakte zu reduzieren, sagte Kurz. Von der Regelung sind mehr als eine Million Schüler betroffen. Auch Kindergartenkinder sollen nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

19:30 Uhr | Was bedeutet die WHO-Einstufung als Pandemie?

Weltweit haben sich mehr als 110.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, betroffen sind mehr als 110 Länder. Wegen der steigenden Zahlen hat die Weltgesundheitsorganisation WHO am Mittwochabend den Ausbruch des Virus als Pandemie eingestuft. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte zugleich, es gebe keine geänderte Einschätzung der Bedrohungslage. Auch an den Maßnahmen der WHO und der betroffenen Staaten ändere sich nichts. Mehr Details zur Erklärung der WHO finden Sie hier:

18:28 Uhr | Erster Bundestagsabgeordneter infiziert

Im Bundestag gibt es einen ersten Coronavirus-Fall. Ein FDP-Abgeordneter wurde laut einem Fraktionssprecher am Mittwoch durch die Parlamentsärztin positiv auf das Virus getestet.

18:21 Uhr | Auch Sachsen-Anhalt untersagt größere Veranstaltungen

Als letztes der drei mitteldeutschen Länder verbietet nun auch Sachsen-Anhalt landesweit Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern. Die Sicherheit und Gesundheit der Menschen seien die obersten Ziele, sagte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne am Mittwochabend. Die Ausrufung der Pandemie durch die Weltgesundheitsorganisation am frühen Mittwochabend zeige, dass konsequentes Handeln unerlässlich sei. Ein entsprechender Erlass gehe Donnerstag an die Landkreise und kreisfreien Städte. "Wir kommen mit dieser Festlegung auch einer Bitte der kommunalen Spitzenverbände nach", sagte Grimm-Benne.

17:30 Uhr | WHO spricht bei Coronavirus von Pandemie

Die Weltgesundheitsorganisation stuft die Verbreitung des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 nun als Pandemie ein. Das sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.

Unter einer Pandemie versteht man die länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Krankheit beim Menschen, im engeren Sinn die Ausbreitung einer Infektionskrankheit. Im Unterschied zur Epidemie ist eine Pandemie örtlich nicht beschränkt.

Pandemie Die WHO unterscheidet zwischen sechs Pandemie-Phasen:

Phase 1 – geringes Risiko: Es wurde ein neuer Virus-Subtyp in Tieren entdeckt,
ohne dass Gefahr für Menschen besteht.

Phase 2 – höheres Risiko: Ein im Tierreich zirkulierender Subtyp birgt ein möglichweise höheres Krankheitsrisiko für den Menschen.

Phase 3 – Beginn der Alarmphase: Die Tierkrankheit breitet sich auf andere Länder und Kontinente aus. Menschen stecken sich zwar an, aber nur im Ursprungsland und nur bei sehr engem Kontakt.

Phase 4 – Im Ursprungsland und außerhalb werden kleinere Herde von Mensch-zu-Mensch-Übertragungen festgestellt. Noch ist das Virus nicht sehr gut an den Menschen angepasst.

Phase 5 – erhebliches Pandemie-Risiko: Es kommt zu Mensch-zu-Mensch-Übertragungen in größerer Zahl, auch außerhalb des Ursprungslands oder Ursprungskontinents. In dieser Phase ist das Virus bereits besser an den Menschen angepasst.

Phase 6 – Pandemie-Periode: Ein Virus wird weltweit in der gesamten Bevölkerung von Mensch zu Mensch übertragen.

17:10 Uhr | Rektoren wollen über mögliche Verschiebung von Semester beraten

Die Rektoren von Sachsens Hochschulen wollen am Montag über eine mögliche Verschiebung des Starts in das Sommersemester beraten. Eine Sprecherin der TU Bergakademie Freiberg sagte, die Vertreter der Hochschulen hätten sich angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu einer Telefonkonferenz verabredet. Mit einer Entscheidung sei frühestens am Dienstag zu rechnen. Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow hatte am heutigen Mittwoch Sachsens Hochschulen empfohlen, den Semesterbeginn zu verschieben. Der Sprecher der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS), Lasse Emcken, begrüßte den Vorschlag. Die letztendliche Entscheidung treffe aber die Landesrektorinnenkonferenz. Die Lehrveranstaltungen an den meisten Universitäten in Sachsen sollen am 6. April beginnen.

16:47 Uhr | "Der Spiegel": Condor-Übernahme wackelt

Einen Tag vor einer Gläubigerversammlung sind Zweifel an der Übernahme des Ferienfliegers Condor durch den polnischen Konzern PGL aufgekommen. In Verhandlungskreisen sei wegen der Coronakrise das Szenario einer Verschiebung oder gar einer Absage angesprochen worden, berichtet "Der Spiegel". PGL äußerte sich zunächst nicht. Condor selbst geht nach Angaben einer Sprecherin unverändert davon aus, dass am Donnerstag die finale Gläubigerversammlung dem Verkauf des Unternehmens an PGL mehrheitlich zustimmt. Anfang April soll die Übernahme abgeschlossen und der Überbrückungskredit von 380 Millionen Euro, der Condor gezahlt wurde, an die dem Bund gehörende KfW-Bank zurückfließen.

16:15 Uhr | Roland Kaiser verschiebt komplette Tour

Roland Kaiser
Kaiser verschiebt seine Tour auf Mai. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Schlagerstar Roland Kaiser verschiebt seine komplette März-Tour. Alle abgesagten Termine der Deutschland-Tournee sollen auf Mai verschoben werden. Auf seiner Website schrieb Kaiser, er bedauere die Absage sehr. Er akzeptiere jedoch die aktuellen Auflagen in vielen Bundesländern, die Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen abgesagt hätten. Er hoffe, dass seine Fans diese wichtige Entscheidung der Bundesländer akzeptieren und unterstützen würden. Kaisers Tour sollte vom 13. März bis 5. April stattfinden. So waren Auftritte in Magdeburg, Riesa, Leipzig und Zwickau geplant.

16:10 Uhr | Dritter verstorbener Patient hatte Vorerkrankungen

Der im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen wegen des Virus Verstorbene hatte laut Behörden schwere Vorerkrankungen. Der 73-jährige Patient war in der Nacht zum Mittwoch im Krankenhaus gestorben. Wo sich der Patient mit dem neuartigen Virus angesteckt haben könnte, sei nicht bekannt.

Es ist deutschlandweit der dritte Todesfall gewesen. Der Landkreis ist die am stärksten von der Epidemie betroffene Region in Deutschland. Dort hatte ein Infizierter bei einer Karnevalsveranstaltung viele andere Menschen angesteckt.

15:45 Uhr | DFB verlegt die nächsten beiden Drittliga-Spieltage

Die kommenden beiden Spieltage in der 3. Liga werden nicht ohne Zuschauer ausgetragen, sondern fallen ganz aus. Das entschied der DFB auf Empfehlung des Ausschusses 3. Liga. Die Spieltage von Freitag bis Sonntag und von Dienstag bis Mittwoch sollen laut DFB "frühestens Anfang Mai nachgeholt" werden. Das weitere Vorgehen soll am kommenden Montag geklärt werden. An diesem Tag wollen sich DFB, Ausschuss und alle Drittligisten zu einer außerordentlichen Versammlung treffen.

15:30 Uhr | Den Corona-Schnelltest für zu Hause?

Wer auf das neue Coronavirus getestet wird, entscheidet der Arzt. Dann übernehmen die Krankenkassen die Kosten. Ein Abstrich kann bereits zu Hause genommen werden. Der muss aber von einem Labor untersucht werden. Von käuflichen Schnelltests raten mehrere Verbände und Experten dringend ab.

15:22 Uhr | Gymnasium in Riesa bleibt geschlossen

Weil eine Schülerin in Riesa positiv auf das Coronavirus getestet wurde, bleibt ein Gymnasium bis einschließlich 23. März geschlossen. Das sagte eine Sprecherin des zuständigen Landkreises Meißen am Mittwoch. Wie alt das Mädchen ist, konnte sie nicht sagen. Kontaktpersonen würden ermittelt, hieß es. Laut Medienberichten besuchen 160 Schüler das Gymnasium.

Von generellen Schulschließungen ist derzeit nicht die Rede. Vielmehr sollen Schulen nur in Einzelfällen geschlossen werden.

14:35 Uhr | Sachsen untersagt Veranstaltungen

Sachsens Regierung untersagt wegen des Coronavirus Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen. Gesundheitsministerin Petra Köpping teilte am Mittwoch mit, der Erlass solle eine einheitliche Regelung für den Freistaat schaffen. Er gelte von Donnerstagmorgen an und bis auf unbestimmte Zeit. Derzeit gibt es im Freistaat 27 Infizierte. Betroffen ist auch das Heimspiel von Fußball-Bundesligist RB Leipzig gegen den SC Freiburg am Samstag, das vor leeren Rängen stattfinden muss. Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow empfahl den Hochschulen, den Semesterbeginn zu verschieben. Auch Thüringen hat bereits landesweit ein Veranstaltungsverbot für mehr als 1.000 Personen erlassen, Sachsen-Anhalt dagegen nicht. Dort gilt ein solches Verbot bislang nur für Magdeburg.

14:20 Uhr | 120 Menschen im Saale-Orla-Kreis in Quarantäne

Im Saale-Orla-Kreis müssen nach der Bestätigung von zwei neuen Infektionen 120 Kontaktpersonen in häusliche Quarantäne. Für 28 von ihnen ordnete das Landratsamt Coronavirus-Tests an. Sie haben leichte Erkältungssymptome. Nach weiteren möglichen Kontaktpersonen wird gesucht. Amtsarzt Torsten Bossert sagte, es sei nicht nötig, dass die Leute aus der Region jetzt beim Bürgertelefon des Landratsamts anriefen: "Unsere Mitarbeiter melden sich bei Ihnen."

14:05 Uhr | Spahn gegen Schließung von Schulen und Grenzen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich erneut gegen die bundesweite Schließung von Kitas und Schulen ausgesprochen. Man könne mit keiner Abriegelung verhindern, dass sich das Virus ausbreite, sagte er in Berlin. In einzelnen Regionen seien Schul- und Kitaschließungen phasenweise in Ordnung. Aber zunächst sei es sinnvoller, etwa auf Fußballspiele und Kulturveranstaltungen zu verzichten. Auch Grenzschließungen wie in Österreich sieht Spahn skeptisch, so lasse sich die Epidemie nicht stoppen.

13:29 Uhr | RKI nennt weitere Risikogebiete

Das Robert-Koch-Institut stuft die französische Region Grand Est als Risikogebiet ein. Dazu zählen die an Deutschland grenzenden Gebiete Elsass und Lothringen sowie die an Belgien grenzende Region Champagne-Ardenne.

13:20 Uhr | Erster Fußballprofi positiv getestet

Timo Hübers vom Zweitligisten Hannover 96 ist als erster Fußballprofi positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Verein mitteilte, befindet er sich in häuslicher Quarantäne. Er habe seit der mutmaßlichen Ansteckung keinen Kontakt mit Teamkollegen gehabt.

Timo Hübers - Hannover 96, 2019
Wahrscheinlich nur der erste infizierte Fußball-Profi: Timo Hübers von Hannover 96. Bildrechte: dpa

Präsident Helge Leonhardt vom Zweitligisten Erzgebirge Aue erwartet ein vorzeitiges Saison-Ende. Sobald eine Person mit engerem Kontakt zu einer Mannschaft infiziert sei, müsse das gesamte Team für zwei Wochen unter Quarantäne, sagte Leonhardt. Es sei sehr wahrscheinlich, dass sich Spieler ansteckten und dann kippe der komplette Spielplan.

12:45 Uhr | Kompletter "Geisterspieltag"

Alle Spiele am 26. Spieltag der Fußball-Bundesliga finden vor leeren Rängen statt. Als letztes wurden die Zuschauer für die Begegnung RB Leipzig gegen SC Freiburg ausgeschlossen. Das teilte die Stadt Leipzig mit.

12:37 Uhr | Merkel und Spahn mahnen zu Solidarität

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bundesbürger zur Solidarität in der Coronavirus-Krise aufgerufen. Merkel sagte in Berlin, die Ausbreitung des Virus müsse verlangsamt werden. Ziel sei es, Zeit zu gewinnen, damit die Gesundheitssysteme nicht überlastet würden.

Wichtig sei es jetzt, gefährdete Gruppen wie ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen zu schützen. "Da sind unsere Solidarität, unsere Vernunft, unser Herz füreinander schon auf eine Probe gestellt." Es sei nicht das zentrale Problem, ob ein Fußballspiel mit oder ohne Publikum stattfinde, betonte die Kanzlerin.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rief dazu auf, dass "wir alle auf ein Stück Alltag verzichten, um Andere zu schützen". Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, erklärte, es handele sich um ein pandemisches Virus, das 60 bis 70 Prozent der Menschen infizieren werde.

12:20 Uhr | Berlin und Hamburg untersagen Großveranstaltungen

Als nächste Bundesländer haben Berlin und Hamburg Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern verboten. Nach Angaben der Berliner Gesundheitsverwaltung gilt das bis zum Ende der Osterferien am 17. April. Auch die Hamburger Gesundheitsbehörde untersagte Events ab 1.000 Teilnehmern.

12:00 Uhr | Dritter Todesfall in Deutschland

Im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen ist ein weiterer mit dem Coronavirus infizierter Patient gestorben. Es ist der dritte bekannte Todesfall in Deutschland. Nach Angaben des Kreises starb der Patient im Heinsberger Krankenhaus. Der Landkreis ist die am stärksten von der Epidemie betroffene Region in Deutschland. Dort hatte ein Infizierter bei einer Karnevalsveranstaltung viele andere Menschen angesteckt. Einen vierten deutschen Todesfall gab es in Ägypten, dort starb ein 59-jähriger Hamburger im Urlaub.

11:55 Uhr | Dynamo in Hannover ohne Fans

Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden spielt am Sonntag in Hannover vor leeren Rängen. Wegen der Coronavirus-Epidemie dürfen keine Zuschauer ins Stadion.

11:50 Uhr | Drei neue Fälle in Halle

Die Zahl der in Sachsen-Anhalt nachgewiesenen Sars-Cov-2-Infektionen ist auf elf gestiegen. Die Stadt Halle meldete drei neue positive Tests. Die Betroffenen seien in einer Reisegruppe aus Israel zurückgekehrt. Aus der Gruppe war zuvor schon eine Teilnehmerin erkrankt.

11:45 Uhr | Infektionen bei Haustieren?

11:35 Uhr | Italien schnürt 25-Milliarden-Euro-Hilfspaket

Die italienische Regierung hat im Kampf gegen die Coronavirus-Krise ein Hilfsprogramm in Höhe von bis zu 25 Milliarden Euro beschlossen. Premierminister Giuseppe Conte sagte, nicht alles davon sei als Sofortmaßnahme geplant, doch notfalls werde man diese Mittel bereitstellen.

11:20 Uhr | Polen weitet Schutzmaßnahmen aus

Polen schließt alle Schulen, Kindergärten und Universitäten. Nach Angaben von Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bleiben auch Museen, Theater und Kinos ab Montag für zunächst zwei Wochen geschlossen.

11:13 Uhr | Nato-Generäle unter Quarantäne

Der oberste General Polens, Jarosław Mika, hat sich in Deutschland mit dem Coronavirus angesteckt. Wie das polnische Außenministerium mitteilte, steht Mika unter häuslicher Quarantäne, es gehe ihm gut. Kontaktpersonen seien vorsorglich ebenso isoliert worden. Darunter auch der oberste deutsche Heeressoldat General Alfons Mais. General Mika hatte kürzlich in Wiesbaden am Treffen der Kommandeure der Nato-Bodentruppen teilgenommen.

11:00 Uhr | Landesdirektion Sachsen zu Verdienstausfall

Bei Verdienstausfall durch Quarantäne kann über die Landesdirektion Sachsen eine Entschädigung beantragt werden. Direktionschefin Regina Kraushaar erläuterte, bei Angestellten zahle in der Regel der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt zunächst weiter und kann sich das Geld im Nachhinein von der Landesdirektion erstatten lassen. Die Entschädigung richte sich in die ersten sechs Wochen einer Quarantäne nach dem Netto-Arbeitsentgelt, ab siebter Woche nach der Höhe des Krankengelds. Bei einer Krankschreibung sind Kraushaar zufolge jedoch die Leistungen des Arbeitgebers und der Krankenversicherung vorrangig.

10:22 Uhr | RKI: "Abstand schaffen" - Virustest erst bei Symptomen

Das Robert-Koch-Institut geht von weiter steigenden und hohen Fallzahlen in Deutschland aus. Ziel müsse sein, die Entwicklung abzubremsen, sagt Vize-Präsident Lars Schaade. Besonders wichtig als Schutzmaßnahme sei Abstand halten zwischen Menschen, neben den bekannten Hygienemaßnahmen. Das RKI rate, sich auch bei privaten gesellschaftlichen Aktivitäten zurückzuhalten. Schaade sagte, Menschen sollten sich nach Kontakt zu Infizierten erst bei Symptomen testen lassen. In der Inkubationszeit könne ein Test auch negativ sein, obwohl der Betreffende infiziert sei. Ein negativer Test würde in falscher Sicherheit wiegen. Aktuell sind bundesweit etwa 1.300 Infektionen bekannt. Drei Betroffene starben.

10:15 Uhr | RKI-Daten zu Infektionen

Das Robert-Koch-Institut hat rund 650 Fälle von Infizierten genauer analysiert. Demnach sind 54 Prozent männlich und 46 Prozent weiblich. Darunter seien auch 25 Kinder im Alter bis 14 Jahren. 547 Infizierte seien zwischen 15 und 59 Jahre alt und 76 Personen älter als 60 Jahre.

09:51 Uhr | Ökonomen fordern schnelle staatliche Hilfen

Die Politik muss nach Einschätzung des Ifo-Chefs Clemens Fuest sofort gegen die drohende Rezession aktiv werden. Er sagte, schnelle Gegenmaßnahmen seien besser, als später mit den wirtschaftlichen Folgen der Epidemie leben zu müssen. Führende deutsche Ökonomen forderten in einem gemeinsamen Statement, Top-Priorität müsse jetzt die Stärkung des Gesundheitssystems haben, unabhängig von den damit verbundenen Kosten. Zudem müsse eine Schieflage von Unternehmen und Banken verhindert werden. Der Würzburger Ökonom Peter Bofinger betonte, der Staat sei finanzpolitisch voll handlungsfähig. Das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts dürfe keine Bremse sein.

09:30 Uhr | Erstes Todesopfer in Belgien

Auch in Belgien gibt es einen ersten Coronavirus-Toten. Wie die Agentur Belga unter Berufung auf das Gesundheitsministerium meldet, handelt es sich um einen 90-Jährigen. Indes ist in der Türkei die erste Infektion bekannt geworden. Laut Gesundheitsministerium war der positiv getestete  Mann kürzlich von einer Europareise zurückgekehrt.  Hier ein Überblick über Infektionen und Todesopfer weltweit.

09:17 Uhr | Wirtschaft in Wuhan läuft wieder an

In der schwer von der Coronavirus-Epidemie betroffenen chinesischen Millionenstadt Wuhan dürfen einige Unternehmen wieder ihren Betrieb aufnehmen. Nach Angaben der Provinzregierung gilt das für Betriebe, die wichtig für "globale Industrieketten" sind sowie für Hersteller von Gütern des täglichen Bedarfs. Dazu zählen auch Medikamente oder medizinische Ausrüstung sowie Agrarprodukte. Von Wuhan aus hatte sich seit Ende 2019 das neuartige Coronavirus weltweit ausgebreitet. Zuletzt hatte sich die Lage in China entspannt.

09:05 Uhr | Britischer Leitzins gesenkt

Immer mehr Notenbanken springen der Wirtschaft in der Covid-19-Krise zur Seite. Am Mittwoch senkte die Bank of England den britischen Leitzins um 0,5 Punkte auf 0,25 Prozent. Als nächste könnte die Europäische Zentralbank am Donnerstag Maßnahmen gegen die drohende Rezession beschließen.

08:45 Uhr | Notfallplan für Abi-Prüfungen

Die Kultusminister der Bundesländer wollen sich wegen des Coronavirus auf einen Notfallplan für die Abiturprüfungen verständigen. Konferenzchefin Stefanie Hubig sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die Minister wollten sich am Donnerstag und Freitag in Berlin treffen. Dabei gehe es um die schriftlichen Prüfungen mit den zentralen Elementen sowie die Termine für das mündliche Abi. In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits einen Notfallplan, der in dieser Woche verteilt werden soll. Demnach können Schüler, die wegen Quarantäne die Abiturprüfung nicht schreiben können, die Klausuren an einem zentralen Nachschreibetermin nachholen. In vielen Bundesländern beginnen die schriftlichen Prüfungen bereits in den nächsten Wochen.

08:20 Uhr | Union – Bayern doch ohne Zuschauer

Die Bundesligapartie 1. FC Union gegen FC Bayern am Samstag wird nun doch zum Geisterspiel. Das zuständige Bezirksamt gab am Mittwoch eine entsprechende Anordnung bekannt, nachdem es tags zuvor widersprüchliche Aussagen vom Verein gegeben hatte. Dagegen will die Stadt Frankfurt für das Europa-League-Spiel Eintracht Frankfurt gegen FC Basel am Donnerstag Fans ins Stadion lassen. Die Bundesliga-Partie am Sonntag gegen Mönchengladbach wiederum findet ohne Zuschauer statt. Mehrere Bundesländer und viele regionale Behörden haben alle Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen abgesagt oder Besucher ausgeschlossen.

07:45 Uhr | Spahn sieht Grenzschließungen skeptisch

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bezweifelt die Wirksamkeit von Grenzschließungen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Alle Grenzen dicht machen, dann lasse sich die Epidemie stoppen, das funktioniere nicht, sagte Spahn im Deutschlandfunk. Er bekräftigte, man müsse die Ausbreitung so verlangsamen, dass das Gesundheitssystem damit umgehen könne. Österreich hatte am Dienstag seine Grenzen zu Italien geschlossen.

07:10 Uhr | Britische Gesundheitspolitikerin infiziert

Die britische Gesundheitsstaatssekretärin Nadine Dorries ist mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Politikerin teilte mit, sie habe sofort alle empfohlenen Schutzmaßnahmen ergriffen und sich in häusliche Isolation begeben. Die Gesundheitsbehörde ermittelt aktuell alle Personen im Ministerium und im Unterhaus, mit denen die 62-jährige Dorries zuletzt Kontakt hatte. In Großbritannien wurden bislang mehr als 370 Infektionen registriert, sechs Menschen starben.

06:30 Uhr | Autobranche beklagt Lieferengpässe

Die Coronavirus-Krise bereitet Autobauern und ihren Zulieferern in Mitteldeutschland Probleme. Bei einer Umfrage des Netzwerks der Zuliefererfirmen gaben nach Recherchen von MDR AKTUELL 14 von 61 Unternehmen an, sie spürten bereits Lieferengpässe. Weitere 18 erwarten Probleme. Der Geschäftsführer des Automobilclusters Ostdeutschland, Jens Katzek, sagte MDR AKTUELL, viele Teile kämen aus China. Wenn dort die Produktion stocke, spüre man das auch hierzulande. Probleme melden auch Hotels und Gaststätten. Nach einer Umfrage des Branchenverbands verzeichnen drei Viertel der Mitgliedsunternehmen in Sachsen bereits Umsatzeinbußen.

06:15 Uhr | Viele Neuinfektionen in Südkorea

In Südkorea gibt es einen Sprung bei den Neuinfektionen. Viele wurden bei Tests in einem großen Callcenter festgestellt. Dort war das Coronavirus Anfang der Woche nachgewiesen worden. Am Mittwoch wurden landesweit 242 neue Fälle gemeldet, am Vortag waren es nur 35 gewesen. Insgesamt haben sich in Südkorea 7.755 Menschen mit dem Virus angesteckt, das ist in Asien nach China die stärkste Ausbreitung.

06:05 Uhr | Was bedeutet häusliche Isolation?

05:45 Uhr | Krisentreffen in USA mit IT-Riesen

Die US-Regierung bestätigte Medienberichte, wonach sie mit Vertretern führender IT-Firmen wie Google, Apple, Facebook, Twitter oder Microsoft über Maßnahmen gegen die Epidemie beraten will. In Kalifornien verschieben die Veranstalter das Coachella Musik Festival von April auf Oktober. Zu dem mehrtägigen Festival kommen üblicherweise bis zu 500.000 Menschen.

05:00 Uhr | EU richtet Krisenfonds ein

Die EU-Staaten richten wegen des Coronavirus einen gemeinsamen Krisenfonds ein. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte am Dienstagabend nach Gesprächen mit den Staats- und Regierungschefs, das Hilfspaket mit einem Volumen von 25 Milliarden Euro solle aus dem Strukturfonds finanziert werden.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. März 2020 | 22:00 Uhr