Coronavirus-Ticker 1. April: UN-Klimakonferenz wegen Corona verschoben

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird die UN-Klimakonferenz verschoben. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus ist angesichts der Opferzahlen besorgt. Sachsen-Anhalt wird nun auch einen Bußgeldkatalog einführen. Das Tennisturnier von Wimbledon ist abgesagt worden. Die Ausgangsbeschränkungen werden bundesweit über Ostern hinaus verlängert. Brüssel will ein EU-weites Kurzarbeit-Modell einführen. Alle Entwicklungen lesen Sie im Ticker.

Eine Demonstrantin hält während einer Demonstration in der Innenstadt im hessischen Biblis, wenige Kilometer vom Standort des AKW entfernt, einen aufblasbaren Globus auf dem Kopf.
Der Klimaschutz muss warten. Die UN-Klimakonferenz wird verschoben Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch endet hiermit. Wir danken für Ihr Interesse. Aktuelle Informationen zur Pandemie finden Sie ab Donnerstagnacht wieder auf der Seite von MDR AKTUELL.

22:39 Uhr | UN-Klimakonferenz wegen Corona verschoben

Die UN-Klimakonferenz wird wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben. Das teilte die britische Regierung am Mittwochabend mit. Die Konferenz sollte eigentlich im November im schottischen Glasgow stattfinden. Die Entscheidung sei gemeinsam von den Vereinten Nationen und den beiden Veranstaltern, Großbritannien und Italien, getroffen worden, hieß es in der Mitteilung. Die Konferenz soll nun im kommenden Jahr abgehalten werden. Das genaue Datum stehe aber noch nicht fest. Der diesjährige UN-Klimagipfel galt als besonders wichtig: Die Staaten sollten dort ehrgeizigere Klimaschutz-Pläne vorlegen.

22:30 Uhr | Dresdner Forscher arbeitet an App gegen Corona-Ausbreitung

Mehr als 130 Wissenschaftler arbeiten gemeinsam an einer App, die die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen soll. Auch ein Forscher aus Dresden ist daran beteiligt und erklärt, wie das funktionieren soll.

21:49 Uhr | Studie - Infizierte drei Tage vor Symptomen ansteckend

Einer Studie der US-Zentren für Seuchenkontrolle (CDC) zufolge können Virus-Infizierte bis zu drei Tage vor dem Erscheinen erster Symptome ansteckend sein. Die im Fachblatt "Morbidity and Mortality Weekly Report" veröffentlichte Studie untersuchte 243 Fälle in Singapur vom 23. Januar bis zum 16. März.

21:16 Uhr | Deutschland deckt sich mit Medikamenten ein

Deutschland deckt sich mit Medikamenten ein, die hilfsweise bei der Lungenkrankheit Covid-19 zum Einsatz kommen könnten. Wie die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" unter Berufung auf das Bundesgesundheitsministerium berichtet, wurde die Beschaffung der antiviralen Grippetablette Avigan zum Einsatz bei schwerwiegenden Covid-19-Verläufen werde eingeleitet. Gleiches gelte für die Medikamente Kaletra, Foipan sowie chloroquin- und hydroxychloroquinhaltige Arzneimittel. 

Ein Ministeriumssprecher sagte der Zeitung, die beschafften Arzneimittel werden über Apotheken von Universitätskliniken und Behandlungszentren für die stationäre Versorgung von Patienten verteilt.

Die Mittel gelten als vielversprechend bei der Behandlung der Lungenkrankheit Covid-19. Ein medizinischer Beweis steht noch aus. Derzeit laufen noch klinische Prüfungen.

20:28 Uhr | WHO besorgt - Zahl der Toten in einer Woche verdoppelt

Tedros Adhanom Ghebreyesus
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus Bildrechte: dpa

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich besorgt über die "rasche Eskalation" der Coronavirus-Pandemie gezeigt. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, die Zahl der Todesopfer weltweit habe sich innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt. In den kommenden Tagen sei mit einem Anstieg der nachgewiesenen Infektionen auf eine Million und bei den Todesopfern auf 50.000 zu rechnen.

In den USA überschritt die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle am Mittwoch die Marke von 200.000. Das geht aus Angaben der Johns-Hopkins-Universität hervor. Damit verdoppelte sich die Zahl innerhalb von fünf Tagen. Frankreich ist am Mittwoch das fünfte Land, dass binnen 24 Stunden mehr als 500 Todesopfer zu beklagen hat. Die Gesamtzahl der Verstorbenen stieg in Frankreich nach Angaben eines Regierungsvertreters auf 4.032.

20:09 Uhr | Das Corona-Daten-Update vom Mittwoch

Täglich durchforsten die Datenjournalisten Manuel Mohr und Anja Datan-Grajewski Zahlen und Meldungen zur Corona-Pandemie. Ihre Ergebnisse fassen Sie in Grafiken und Text zusammen.

20:00 Uhr | Die Corona-Krise in Mitteldeutschland - um 21:45 Uhr im MDR FERNSEHEN

Über die Auswirkungen der Corona-Krise in Mitteldeutschland informieren wir Sie auch ausführlich im MDR Fernsehen um 21.45 Uhr sowie in unseren Podcasts.

19:53 Uhr | Warum Russland bislang nur wenige Corona-Fälle hat

Ein Blick auf die Corona-Karte der Johns Hopkins University zeigt, dass Russland bisher offenbar nur mäßig von der Pandemie betroffen ist. Während andere Länder Zehntausende Infizierte verzeichneten, waren es hier 2.500.

19:32 Uhr | Adidas will nun doch Miete zahlen

Der Sportartikelhersteller Adidas zahlt nun doch seine Mieten. Das Unternehmen räumte ein, einen Fehler gemacht zu haben. Damit habe man Vertrauen verspielt. Adidas hatte vor knapp einer Woche angekündigt, die Zahlungen auszusetzen. Grund seien die Schließungen wegen der Corona-Pandemie. Daraufhin war der Konzern heftig kritisiert worden. Schon am Wochenende war Adidas zum Teil zurückgerudert und hatte versprochen, zumindest kleine Vermieter zu bezahlen.

19:22 Uhr | Ärzte sollen Schutzmasken mehrfach verwenden

Angesichts des großen Bedarfs sollen auch Schutzmasken für das medizinische Personal wiederverwendet werden können. Dazu seien aber besondere Sicherheitsauflagen einzuhalten, teilten das Gesundheits- und das Arbeitsministerium nach einer Sitzung des Krisenstabs der Bundesregierung mit. So sollen Masken, die  jeweils einer konkreten Person zugeordnet sind, durch Erhitzen dekontaminiert werden. Mit dieser Methode könnten Atemschutzmasken mit Filterfunktion maximal drei Mal wieder aufbereitet werden.

Gesundheitsminister Jens Spahn und Arbeitsminister Hubertus Heil sprachen von einer sicheren  Lösung bei möglichen Lieferengpässen. Zugleich würden alle Anstrengungen unternommen, ausreichend neue Schutzmasken auf dem Weltmarkt zu ordern.

19:17 Uhr | Italien meldet leichten Rückgang bei Gestorbenen

In Italien ist die Zahl der Neuinfektionen wieder leicht angestiegen. Nach Angaben des Zivilschutzes  wurden in den letzten 24 Stunden 4.782 neue Fälle gemeldet. Damit wurden in dem Land bishder 110.574 Infektionen erkannt. Die Zahl der an Covid-19 Gestorbenen lag bei 727 und damit so niedrig wie zuletzt vor einer Woche. Auch der Druck auf die Kliniken scheint abzunehmen. Bei den Menschen auf der Intensivstation kamen nur 12 hinzu.

18:52 Uhr | Rufe nach Tracking-App werden lauter

Im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus werden die Forderungen nach einer App immer lauter. Derzeit arbeiten 130 Wissenschaftler aus acht Ländern an einer App, die automatisch Warnungen an alle Nutzer schickt, deren Telefon in der Nähe eines Infizierten war.

18:32 Uhr | Zahl der Infizierten nähert sich der 900.000-Marke

Nach Informationen der Johns-Hopkins-Universität sind bis Mittwochnachmittag nachweislich fast 900.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert gewesen. Für Deutschland hatte das Robert-Koch-Institut am Morgen mehr als 5.400 Neuinfektionen gemeldet.

18:27 Uhr | Sachsen-Anhalt plant nun auch Bußgeldkatalog

Nach Sachsen plant nun auch Sachsen-Anhalt einen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die Corona-Verordnung des Landes. Ein Sprecherin des Sozialministeriums erklärte, man habe einen entsprechenden Erlass vorbereitet. Dieser umfasse eine Liste von Bußgeldern für Ordnungswidrigkeiten und einen Paragrafen, der die Ahndung von Straftaten regle. Das Kabinett soll den Erlass am Donnerstag beschließen, gemeinsam mit der heute von Bund und Ländern beschlossenen Verlängerung des Kontaktverbots.

18:00 Uhr | 187.000 Touristen zurückgeholt

Von den weit mehr als 200.000 wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandeten Deutschen sind 187.000 wieder zu Hause. Das teilte Außenminister Heiko Maas mit. "Wir kämpfen weiter für jeden einzelnen Flug, den wir möglich machen können", schrieb der Minister auf Twitter. Weiterhin Probleme gibt es mit Neuseeland, wo unverändert 12.000 Deutsche festsitzen. Das Auswärtige Amt hatte am Sonnabend eine Rückholaktion mit einem ersten Flug gestartet. Alle weiteren geplanten Flüge wurden dann aber völlig überraschend und inzwischen unbefristet gestrichen. Weitere größere Gruppen an deutschen Touristen gibt es laut Ministerium noch in Südafrika mit 7.000, in Australien sind es 5.000, in Thailand 4.000, in Indien 2.700 und in Peru 2.000.

17:47 Uhr | Update: Ungarns Regierung rudert beim Entmachten zurück

Die ungarische Regierung von Ministerpräsident Viktor Orbán will nun doch nicht mit einem neuen Gesetz die Kompetenzen von Bürgermeistern beschneiden. Ein in der Nacht zum Mittwoch ins Parlament eingebrachter Gesetzentwurf hatte unter anderem vorgesehen, Entscheidungsbefugnisse der Rathauschefs auf sogenannte Schutzkommissionen zu übertragen, deren Mitglieder von der Regierung ernannt werden. Am Mittwochnachmittag kündigte Kanzleramtsminister Gergely Gulyás an, dass die umstrittene Passage gestrichen werde. Der Entwurf hatte unter den betroffenen Bürgermeistern heftige Entrüstung ausgelöst.

17:25 Uhr | Gefahreninformation für Sachsen

Das Lagezentrum der Sächsischen Landesregierung hat eine Gefahreninformation herausgegeben. Darin informiert sie noch einmal über die seit heute geltende geänderte Allgemeinverfügung in der Corona-Pandemie. Ziel dieser Rechtsverordnung sei es, weiterhin die sozialen Kontakte auf ein absolutes Mindestmaß zu reduzieren, um weitere Ansteckungen zu verhindern.

17:22 Uhr | Tennisturnier von Wimbledon abgesagt  

Ein Logo der Tennismeisterschaften von Wimbledon ist auf der Schutzplane auf dem Centre Court abgebildet
Bislang konnten nur Weltkriege das altehrwürdige Tennis-Turnier stoppen. Bildrechte: dpa

Als vorletztes sportliches Großereignis des Sommers ist das Tennisturnier von Wimbledon abgesagt worden. Die Veranstalter erklärten, angesichts des Verlaufs der Corona-Pandemie sei es nicht möglich, das Grand-Slam-Turnier wie geplant vom 29. Juni bis 12. Juli auszutragen. Es ist das erste Mal in der 140-jährigen Geschichte der All England Tennis Championships, dass das Turnier in Friedenszeiten ausfällt. Als letztes Großereignis steht nun nur noch die Tour de France im Sportkalender. Am 15. Mai wollen die Organisatoren entscheiden, ob der Tourstart am 27. Juni gehalten werden kann.

17:14 Uhr | Galeria Karstadt Kaufhof beantragt Schutzschirm

Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof hat wegen der Umsatzausfälle infolge der Corona-Pandemie beim Amtsgericht Essen ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das teilte der Konzern am Mittwoch mit. Zum vorläufigen Sachverwalter ist nach eigenen Angaben die Insolvenzverwalterkanzlei Frank Kebekus ernannt worden. Eigner von Galeria Karstadt Kaufhof ist die österreichische Signa-Gruppe des Immobilien-Investors Rene Benko.

16:53 Uhr | Beschränkungen werden bundesweit bis 19. April verlängert

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben sich auf eine bundesweite Verlängerung der geltenden Kontaktbeschränkungen geeinigt. Darüber informierte Merkel nach einer Telefonkonferenz mit den Regierungschefs. Merkel sagte: "Wir sind von dem, was wir erreichen müssen, noch weit entfernt." Mit Blick auf Ostern sagte die Kanzlerin, sie wisse, dass Ostern ein Fest der Familie sei und ein Fest, an dem man rausgehe. "Das muss in diesem Jahr anders ablaufen." Am Dienstag nach Ostern würden Bund und Länder die Lage unter anderem auf Basis der Daten des Robert Koch-Instituts neu bewerten, schloss Merkel: "Bleiben Sie weiter stark und halten Sie die Regeln ein."

16:43 Uhr | Thüringen weitet Kreis der Antragsberechtigten aus

Thüringen hat den Zugang zu den Soforthilfen für Firmen in Not nochmals erweitert. Wie Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee mitteilte, können jetzt auch gemeinnützige Vereine, Unternehmen und Stiftungen aus den Bereichen Soziales, Jugend, Bildung, Sport, Kunst, Kultur und Medien die Einmalzahlungen beantragen. Profitieren könnten demnach Bildungsträger, Museen, Sportvereine, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, Theater und Orchester, Pflegedienste oder Behindertenwerkstätten. Ursprünglich war die Hilfe für Solo-Selbstständige sowie Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten gedacht.

16:34 | Diakonie fordert Corona-Zuschlag für Hartz-IV-Empfänger

Die Diakonie unterstützt die Forderung nach einem befristeten Corona-Zuschlag für Harz-IV-Bezieher. Vorstandsmitglied Maria Loheide sagte, Menschen in Grundsicherung benötigten einen Zuschlag von 100 Euro für Erwachsene und 80 Euro je Kind. So gebe es z.B. wegen geschlossener Kindergärten kein kostenloses Mittagessen mehr. Zudem seien Sonderangebote aufgrund von Hamsterkäufen nicht mehr zu bekommen. Zuvor hatten bereits kirchliche und gewerkschaftliche Gruppen eine "Petition 100 Euro" für einen Corona-Zuschlag gestartet.

16:03 Uhr | Sachsen will verstärkt in Pflegeheimen testen

Sachsen will in Pflegeheimen verstärkt Menschen auf das neuartige Coronavirus testen lassen. Sozialministerin Petra Köpping sagte, ein entsprechendes Konzept werde derzeit noch erarbeitet. Derzeit können laut Köpping in Sachsen 5.200 Corona-Tests am Tag durchgeführt werden. Die besonders gefährdete Gruppe der älteren Menschen werde bisher aber nicht erreicht, sagte sie. In Sachsen gibt es rund 1.000 Pflegeeinrichtungen.

Bis zum Mittwochmittag hatten sich in Sachsen 2.245 Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert. 18 Menschen sind bislang im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

15:41 Uhr | Kekulé über Freiheitsrechte, Statistikfehler und Blitzschach

Der Virologe Alexander Kekulé hält die staatlichen Eingriffe in die Freiheitsrechte für alternativlos. Kekulé weist im Podcast von MDR AKTUELL Äußerungen von anderen Medizinern zurück. Diese hatten gemeint, es gebe keine Rechtfertigung, weil die Zahlen zu den erwarteten Intensivpatienten deutlich zu hoch angesetzt seien. Kekulé erklärte, die Coronavirus-Statistiken seien zwar nicht ganz fehlerfrei. Man müsse aber jetzt mit einem vernünftigen Sezenario agieren, und zwar schnell und sofort.

Ob nach der Pandemie festgestellt werde, dass es auch Alternativszenarien gegeben hätte, sei nicht relevant. Es sei so wie beim Blitzschach: Man müsse schnell einen guten Zug machen, auch wenn einem Tage später vielleicht ein besserer einfalle.

15:30 Uhr | Mehr als 500 Tote in Großbritannien

Großbritannien hat erstmals mehr als 500 Todesfälle durch das Cornavirus innerhalb eines Tages verzeichnet. Wie das Gesundheitsministerium in London am Mittwoch mitteilte, starben innerhalb von 24 Stunden 563 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der Toten im Vereinigten Königreich stieg damit auf 2.352. Fast 30.000 Menschen sind nachweislich mit dem Virus infiziert. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Großbritannien hat bislang vergleichsweise wenig Tests durchgeführt und lange mit der Einführung drastischer Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gezögert.

15:25 Uhr | Größte Potsdamer Klinik stoppt Neuaufnahmen

Potsdams größtes Krankenhaus, das Ernst von Bergmann-Klinikum, wird wegen einer Häufung von positiven Corona-Tests für Neuaufnahmen geschlossen. Das teilte Oberbürgermeister Mike Schubert am Mittwoch mit. Am Freitag solle das Robert Koch-Institut die Lage neu bewerten.

15:21 Uhr | Covid-19-Patient aus Italien in Leipzig gestorben

Einer der in Sachsen behandelten Corona-Patienten aus Italien ist gestorben. Das teilte das Universitätsklinikum Leipzig mit. Demnach litt der Patient auch noch an einer anderen lebensbedrohlichen Erkrankung. Seine Leiche soll nun nach Italien überführt werden. Sachsen hatte insgesamt acht Covid-19-Patienten aus Italien zur Behandlung aufgenommen. Bei den anderen geht das Uniklinikum von einer leichten Besserung aus.

15:02 Uhr | Von der Leyen schlägt EU-weites Kurzarbeit-Modell vor

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission
Ursula von der Leyen Bildrechte: dpa

Die EU-Kommission plant ein europaweites Kurzarbeit-Modell für Firmen in der Corona-Krise. Kommissionspräsidentin von der Leyen sagte in einer Videobotschaft, die Initiative solle allen Staaten helfen, die von der Corona-Krise besonders betroffen seien. Konkret nannte sie Italien und Spanien. Die Kommission werde dazu noch in dieser Woche einen Vorschlag vorlegen, um europaweit Arbeitsplätze zu sichern. Dazu passe das Konzept der Kurzarbeit perfekt. Das sei eine Lehre aus der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008. Zur Finanzierung äußerte sich von der Leyen zunächst nicht.

14:59 Uhr | Ungarns Regierung will Bürgermeister entmachten

Die ungarische Regierung von Ministerpräsident Viktor Orbán will mit Verweis auf die Corona-Krise die Kompetenzen der Bürgermeister beschneiden. Vizepremier Zsolt Semjén brachte in der Nacht zum Mittwoch im Parlament den Entwurf eines Gesetzes ein, das in Zeiten des Notstands den gewählten Bürgermeistern Entscheidungsbefugnisse entzieht und auf sogenannte Schutzkommissionen überträgt. Deren Mitglieder ernennt die Regierung. Bei den Kommunalwahlen im vergangenen Oktober hatte die Opposition die Rathäuser von Budapest und den meisten Großstädten erobert.

14:10 Uhr | Große Hoffnung in Corona-Tracking-App

Die Bundesregierung setzt große Hoffnungen in eine App zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten, die aktuell in Berlin getestet wird. Die Regierung suche "mit Hochdruck" gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) nach einer Lösung, die für Deutschland funktionieren könne, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer. Kanzleramtsminister Helge Braun halte den Ansatz des RKI, das mit dem Fraunhofer-Institut und zahlreichen Wissenschaftlern dazu kooperiert, für "sehr vielversprechend", fügte sie hinzu. Sie betonte, diese App könnte grenzüberschreitend in Europa funktionieren.

14:03 Uhr | US-Bundesstaaten lassen Gefangene frei

Kalifornien will wegen der Coronavirus-Pandemie rund 3.500 Gefangene vorzeitig freilassen. Wie die Strafvollzugsbehörde des US-Bundesstaats mitteilte, sollen aber nur Häftlinge freikommen, die keine Gewalttäter sind. Zuvor hatten bereits der Bundesstaat New Jersey und mehrere Städte in den USA angekündigt, Gefangene freizulassen, um die Ausbreitung des Coronavirus in den Haftanstalten einzudämmen. US-Justizminister Bill Barr forderte vergangene Woche auch die Bundesgefängnisse auf, bis zu 2.000 Gefangene freizulassen.

13:54 Uhr | Große Spendenbereitschaft nach Tod von Zwillingsmutter

Nach dem Tod einer an Covid-19 erkrankten Israelin haben Bürger innerhalb eines Tages rund 460.000 Euro für ihre vierjährigen Zwillinge gespendet. Die Kinder sind Waisen, weil der Vater laut Medienberichten schon kurz nach ihrer Geburt an einem Herzinfarkt gestorben ist.

"Wir haben die moralische Pflicht, uns soweit wie möglich um sie zu kümmern", sagte der Initiator der Spendenaktion und Bürgermeister der Stadt Lod, Jair Revivo. Die Familie stammt aus der Stadt mit rund 82.000 Einwohnern, die im Zentrum des Landes liegt. Revivo hat nach eigenen Angaben die Spendenaktion im Internet ins Leben gerufen, nachdem die 49-jährige Tamar Perez-Levi am Dienstag nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben war. Das Spendenziel von rund 460.000 Euro war bereits innerhalb eines Tages erreicht.

13:35 Uhr | Hilferuf der Hausärzte

Die Hausärzte in Deutschland wünschen sich in der Corona-Krise mehr Schutz und Unterstützung. "Unterstützt die, die euch schützen!", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung des Deutschen Hausärzteverbands und der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. "Gerade die, die in diesen herausfordernden Zeiten an vorderster Front arbeiten und damit einen Schutzwall gegen die Überforderung der Krankenhäuser bilden, müssen unbedingt Politik und Selbstverwaltung hinter sich wissen."

So müsste etwa die telefonische medizinische Betreuung in gleicher Weise vergütet werden wie die persönliche, fordern die Verbände. Außerdem müssten Ärzte und Pflegende mit ausreichend Schutzausrüstung versorgt werden.

13:25 Uhr | Verteilung von Schutzmasken in Österreich angelaufen

In Österreich haben Supermärkte mit der Verteilung von Schutzmasken angefangen. Seit dem Morgen stehen Sicherheitsleute oder Mitarbeiter der Filialen vor Supermärkten und Discountern und geben die Masken an die Kunden weiter. Damit wollen sie sicherstellen, dass zum Inkrafttreten der Maskenpflicht in Supermärkten am kommenden Montag alle Kunden entsprechend ausgerüstet sind. Allerdings verfügten am Mittwoch nicht alle Ketten über ausreichend Schutzmasken. In einigen Läden in Wien waren sie zu haben, in anderen nicht, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Die österreichische Regierung hatte am Montag die Einführung einer Mundschutzpflicht beim Einkauf angekündigt, um die Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus einzudämmen. Auch Tschechien und Bulgarien haben einen Mundschutzzwang in der Öffentlichkeit eingeführt.

12:37 Uhr | 182.000 Schutzmasken für Sachsen

Zum Schutz vor dem Coronavirus sind in Sachsen 182.000 OP-Masken eingetroffen. Sie sollen an die Pflegeeinrichtungen verteilt werden, wie das Sozialministerium in Dresden mitteilte. Jeder und jede der insgesamt 13 Landkreise und kreisfreien Städte bekommt demnach 14.000 Masken, von wo aus sie weiterverteilt werden.

12:30 Uhr | Verfassungsschutz warnt vor rechtsextremen Verschwörungstheorien

Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt vor einer Instrumentalisierung der Corona-Krise durch Rechtsextreme. "Das Coronavirus findet in der rechtsextremistischen Szene große Beachtung", sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, der Wochenzeitung "Die Zeit". Er verwies auf Desinformationskampagnen und die Verbreitung von Verschwörungstheorien.

Die Pandemie werde zum Anlass genommen, "das Vertrauen in die Bundesregierung zu untergraben, Verschwörungstheorien zu verbreiten und Migranten als Überträger des Virus zu brandmarken", sagte Haldenwang. "Gleichzeitig werden Untergangsszenarien entworfen, um Zustimmung zu radikalen und extremistischen Positionen zu erzeugen."

11:58 Uhr | Weiter steigende Infektionszahlen in Spanien

In Spanien ist die Zahl der gestorbenen Corona-Patienten sprunghaft von 8.189 auf 9.053 angestiegen, das sind 864 Tote an einem Tag.

Binnen eines Tages seien auch deutlich mehr Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl sei von 94.417 am Dienstag auf jetzt 102.136 geklettert - ein Anstieg um 7.719.

11:46 Uhr | NRW: Erstmals Corona-Fall in Gefängnis

In Nordrhein-Westfalen ist erstmals ein Gefangener des Strafvollzugs positiv auf das neue Coronavirus getestet worden. Es handele sich um einen Häftling des Offenen Vollzugs, der in der JVA Euskirchen eine Haftstrafe von mehr als vier Jahren wegen Finanzdelikten verbüße, sagte ein Sprecher des NRW-Justizvollzugsamtes in Düsseldorf. Der Mann stehe nun in seiner Privatwohnung unter Quarantäne. Vier weitere Gefangene, zu denen er Kontakt hatte, seien im Gefängnis in einem Quarantäne-Bereich untergebracht worden.

11:28 Uhr | Seat stellt Beatmungsgeräte her

Die spanische VW-Tochter Seat hat mit der Herstellung von Beatmungsgeräten begonnen. Im Hauptwerk Martorell bei Barcelona sei die Produktion angelaufen, teilte das Unternehmen mit. 150 Beschäftigte nutzten eine Montagelinie für den Seat Leon zur Serienfertigung der Geräte. Man wolle einen "Beitrag zur Entlastung des von der Coronavirus-Krise schwer getroffenen spanischen Gesundheitssystems leisten", hieß es. Die Zulassung der Geräte stehe aber noch aus.

Der Bedarf an Medizintechnik ist weltweit groß. Auch in Deutschland wollen branchenfremde Firmen ihre Fertigung teilweise umstellen, um Krankenhäuser angesichts drohender Engpässe bei der Behandlung von Patienten mit schweren Covid-19-Verläufen zu unterstützen. Volkswagen selbst prüft ebenfalls, mit 3D-Druckern Teile und Kunststoffelemente für Beatmungsgeräte zu fertigen.

11:20 Uhr | Rekord-Arbeitslosigkeit in Österreich

In Österreich sind die Arbeitslosenzahlen im März aufgrund der Corona-Pandemie auf einen historischen Höchststand geschnellt. Erstmals seit 1945 seien mehr als eine halbe Million Menschen ohne Arbeit gewesen, teilte das Sozialministerium mit. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition stieg um 4,7 Prozentpunkte auf 12,2 Prozent. Den größten Anstieg habe es im Bereich Tourismus gegeben.

10:45 Uhr | Italien verlängert Ausgangssperre bis Ostern

Blick auf das Kolosseum, davor Touristen mit Atemschutzmasken.
Rom ist wegen der Corona-Krise derzeit so menschenleer wie nie. Bildrechte: dpa

Die italienische Regierung verlängert die strikte Ausgangssperre bis zum 13. April. "Wir dürfen die ersten positiven Signale nicht mit einer 'Entwarnung' verwechseln. Die Daten zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die drastischen Entscheidungen Früchte tragen", sagt Gesundheitsminister Roberto Speranza im Senat. Der Kampf gegen das Virus sei aber noch sehr lang. In Italien deutete sich zuletzt eine Verlangsamung bei den Neuinfektionen an.

10:32 Uhr | Galeria Karstadt Kaufhof stoppt Mietzahlungen

Wie andere Handelsketten zuvor stoppt nun auch der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof wegen der Corona-Krise seine Mietzahlungen. In einem Brief an die Vermieter schrieb das Unternehmen, die wegen der Corona-Pandemie staatlich angeordnete Schließung der Geschäfte lasse dem Unternehmen "keine andere Wahl". Zuvor hatte der "Spiegel" über den Mietstopp berichtet.

Von April bis zunächst Juni werde die Miete nicht mehr gezahlt, kündigte Finanzchef Miguel Müllenbach in dem Schreiben an. Auch Miet- und Nebenkosten aus dem März würden womöglich mindestens zur Hälfte zurückgefordert. Die Kaufhauskette hat bereits Staatshilfen in der Krise beantragt.

10:23 Uhr | Studie: Ausgangssperren in China äußerst erfolgreich

Die Ausgangssperre in der chinesischen Stadt Wuhan hat einer Studie zufolge womöglich 700.000 Ansteckungen verhindert und die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus signifikant verzögert. Die drastischen Maßnahmen in der chinesischen Stadt Wuhan, in der das neuartige Coronavirus erstmals auftrat, hätten anderen Städten im Land wertvolle Zeit zur Vorbereitung eigener Beschränkungen verschafft, schreiben Forscher aus China, den USA und Großbritannien in einem am Dienstag in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlichten Beitrag.

Die Forscher verwendeten Fallberichte, Informationen der Gesundheitsbehörden und Handydaten, um die Verbreitung des Virus zu untersuchen. Die Ortung von Mobiltelefonen habe einen "faszinierenden" neuen Datensatz geliefert, sagte einer der Autoren, der Biologe Ottar Bjornstad von der US-Universität Penn State. "Die Analyse ergab einen außerordentlichen Rückgang der Bewegungen nach dem Reiseverbot vom 23. Januar 2020."

09:59 Uhr | Klöckner will nicht auf Saisonarbeiter verzichten

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner möchte, dass ausländische Saisonarbeiter trotz Corona-Krise nach Deutschland kommen. "Wir werden auf Saisonarbeiter nicht verzichten können", sagte sie im "ARD-Morgenmagazin". Die Landwirte seien in großer Not. Es ginge jetzt darum, den Zielkonflikt zwischen Infektionsschutz und Erntesicherung zu lösen. "Wir müssen eine Lösung finden, wir können die Bauern hier nicht hängenlassen", betonte die CDU-Politikerin. "Die Landwirte und ihre Mitarbeiter sind systemrelevant."

Der Deutsche Bauernverband warnt bereits vor Versorgungslücken wegen fehlender Saisonarbeiter. Zwar sei die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln nicht gefährdet, sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied. Allerdings könnten verschiedene Kulturen im Obst- und Gemüsebereich knapp werden. Zudem müssten die Verbraucher mit höheren Preisen etwa für Spargel und Beeren rechnen.

09:30 Uhr | Kurzarbeit bei Continental und Lufthansa

Der Autozulieferer Continental schickt wegen der Corona-Krise zehntausende Mitarbeiter in die Kurzarbeit. Zum heutigen ersten April sei für rund 30.000 Mitarbeiter in Deutschland Kurzarbeit angemeldet worden, teilte der Konzern in Hannover mit. Das seien etwa die Hälfte der Continental-Angestellten in Deutschland.

Auch die Lufthansa schickt einem Medienbericht zufolge weitere Mitarbeiter in Kurzarbeit. Das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" berichtet unter Berufung auf Konzernkreise, dass die Airline für insgesamt 87.000 Mitarbeiter aus dem eigenen Konzern und von Tochterfirmen Kurzarbeit anmelden will. Damit wären fast zwei Drittel aller Lufthansa-Mitarbeiter direkt von der Corona-Krise betroffen.

09:17 Uhr | Warnung vor Medikamenten-Engpässen

Die Arzneimittel-Importeure warnen vor größeren Medikamenten-Engpässen in Deutschland wegen der Corona-Krise. Die Knappheit einzelner Medikamente habe sich "deutlich verschärft", sagte der Vorstand der Arzneimittel-Importeure Deutschlands (VAD), Jörg Geller, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Als Gründe nannte er die teilweise geschlossenen Grenzen innerhalb Europa, Hamsterkäufe von Verbrauchern sowie zu großzügige Verschreibungen von Ärzten.

09:10 Uhr | Starkes Umsatzplus im Einzelhandel

Eine starke Nachfrage nach Waren des täglichen Bedarfs hat den deutschen Einzelhändlern zu Beginn der Corona-Krise einen Umsatzsprung beschert. Ihre Einnahmen wuchsen im Februar um 7,7 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Allerdings zählte der Februar wegen des Schaltjahres einen Verkaufstag mehr.

09:03 Uhr | Die ersten drei Monate seit dem Coronavirus-Ausbruch:

09:00 Uhr | Heil wirbt für verbindliche Tarifverträge

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat sich angesichts der Corona-Krise für allgemeinverbindliche Tarifverträge in der Pflege und im Einzelhandel ausgesprochen. Die Bundesregierung habe das Gesetz vereinfacht, um einen Tarifvertrag für die ganze Pflegebranche verbindlich erklären zu lassen, sagte Heil im ARD-"Morgenmagazin". "Aber er muss auch zustande kommen, und da sind Gewerkschaft und Arbeitgeber gefragt, diese Konsequenz zu ziehen." Dies gelte nicht nur für die Pflege, sondern auch für den Einzelhandel, wo die Tarifbindung "ganz lausig" sei. Dabei zeige die Corona-Krise, dass die Arbeitnehmer im Einzelhandel "systemrelevant" seien.

08:50 Uhr | Saudi-Arabien rät von Pilgerreisen nach Mekka ab

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus appelliert Saudi-Arabien an Muslime in aller Welt, vorerst keine Vorbereitungen für die Pilgerfahrt nach Mekka in diesem Jahr zu treffen. Zunächst müsse das Ausmaß der Folgen der Corona-Pandemie klarer werden, sagte der für die Wallfahrt Hadsch zuständige Minister Muhammad Saleh Benten nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur SPA. Er betonte die Verantwortung des Königreichs für die Gesundheit der Menschen. Die alljährliche Große Wallfahrt beginnt dieses Jahr planmäßig Ende Juli.

08:35 Uhr | 3.780 Corona-Infektionen in Mitteldeutschland

In Mitteldeutschland sind aktuell 3.780 Sars-CoV-2-Infektionen erfasst, das sind knapp 200 mehr als am Dienstagvormittag. Laut Zählung des Karlsruher Instituts für Technologie waren es in Sachsen 2.147 (Dienstag: 2.034), in Sachsen-Anhalt 779 (744) und in Thüringen 854 (804) Fälle. Deutschlandweit registrierte das Institut 71.784 Infizierte.

Die Kolleginnen und Kollegen in den Landesfunkhäusern des MDR berichten in eigenen Tickern über regionale Entwicklungen:

08:24 Uhr | Thüringer Handwerksbetriebe erleiden Umsatzrückgang

Etwa drei Viertel der Handwerksbetriebe in Thüringen hat durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bereits Umsatzausfälle erlitten. Das sagte der Geschäftsführer des Thüringer Handwerkstages, Thomas Malcherek, der Nachrichtenagentur dpa. Es gebe im Handwerk derzeit eine große Verunsicherung.

Nach Malchereks Schätzung wurden inzwischen von Handwerksbetrieben weit über 4.000 Anträge auf Soforthilfe von Land oder Bund gestellt. Etwa 60 Prozent der Betriebe hielten Kurzarbeit für ein Mittel, um die Krise zu überbrücken, sagte er. 

08:13 Uhr | VW verlängert Produktionsstopp

Volkswagen verlängert wegen der Corona-Krise seine Produktionspause. Nach Konzernangaben, soll die Kurzarbeit für die rund 80.000 Angestellte der Volkswagen AG mit der Nachtschicht vom 19. auf den 20. April enden. Grund für die Verlängerung der Produktionspause seien die anhaltend sinkende Nachfrage nach Fahrzeugen und weiterhin bestehende Probleme in der Lieferkette. VW hatte die Produktion am 20. März gestoppt.

07:38 Uhr | UN: Corona größter Test für Menschheit seit 1945

Die Corona-Pandemie ist laut UN-Generalsekretär António Guterres der größte Test für die Menschheit seit Gründung der Vereinten Nationen 1945. Die Welt werde die Krise jedoch überwinden, betonte Guterres in New York. Ein Erfolg könne nur durch koordinierte, gemeinsame Anstrengungen aller Länder und Regierungen gelingen. Guterres forderte von den führenden Wirtschaftsmächten, den ärmsten und schwächsten Ländern zu helfen.

06:53 Uhr | Hefe-Produzenten erwarten Mangel zu Ostern

Der Verband der Hefeindustrie in Deutschland rechnet noch mindestens bis Ostern mit einem Mangel an Hefe in Supermärkten. Der Geschäftsführer des Verbandes, Markus Weck, sagte MDR AKTUELL, Hefe habe sich in der Corona-Krise als sehr beliebtes Lebensmittel entpuppt. Die Nachfrage sei sehr stark gestiegen, das habe niemand kommen sehen. Die Hersteller produzierten derzeit an der Kapazitätsgrenze, aber der Mangel könne sich noch über Wochen hinziehen. Grund für den Mangel sei auch, dass es Engpässe beim Verpackungsmaterial gebe.

06:32 Uhr | Kassenärztliche Vereinigung: Schutzkleidung fehlt

Die Kassenärztliche Vereinigung in Sachsen beklagt, dass die Kliniken und Arztpraxen im Freistaat derzeit nur mangelhaft mit Schutzausrüstung versorgt seien. Vorsitzender Klaus Heckemann sagte MDR AKTUELL, in der vergangenen Woche habe man pro Arzt oder Ärztin nur zwei Atemschutzmasken ausgeben können. Das Sozialministerium teilte auf Anfrage mit, der Gesundheitssektor habe bei der Belieferung mit Schutzausrüstung Vorrang.

05:36 Uhr | Städte- und Gemeindebund gegen generelle Maskenpflicht

Der Städte- und Gemeindebund ist im Kampf gegen das Coronavirus gegen eine generelle Maskenpflicht in Geschäften. Geschäftsführer Gerd Landsberg sagte MDR AKTUELL, er halte das für problematisch und nicht zielführend. Man habe derzeit in Deutschland ein Riesenproblem, genug Masken für Ärzte, Kliniken und Pflegeheime zu bekommen. Bei einer Maskenpflicht könne es zu Hamsterkäufen kommen. Landsberg betonte, man solle jetzt erst einmal abwarten, ob die bestehenden Maßnahmen wirkten.

05:01 Uhr | Steinmeier fordert globale Allianz gegen Corona

Bundespräsident Steinmeier hat mit weiteren Staatsoberhäuptern eine globale Allianz gegen die Coronavirus-Pandemie gefordert. Das schrieben Steinmeier und die Staatsoberhäupter von Jordanien, Äthiopien, Singapur und Ecuador in einem gemeinsamen Beitrag für die "Financial Times". Darin heißt es, die Pandemie werde kein Land verschonen, egal wie fortschrittlich seine Wirtschaft oder Technologie seien. Deshalb müssten alle Staaten zusammenarbeiten. Es gelte, Behandlungsmethoden sowie einen Impfstoff zu entwickeln und weltweit gerecht zu verteilen.

01:53 Uhr | Verbote von Aprilscherzen über Coronavirus

Mehrere Staaten stellen Aprilscherze zum Thema Corona unter Strafe. Thailand verwies auf Gesetze, die bis zu fünf Jahre Gefängnis vorsehen. Die Präsidentin von Taiwan sprach auf Facebook von bis zu drei Jahren. Der Internetkonzern Google sagte seine traditionellen Scherze für dieses Jahr bereits ab.

Auch das Bundesgesundheitsministerium schrieb bei Twitter, Corona sei kein Scherz. Man solle auf erfundene Geschichten verzichten, um der Gefahr von Falschinformationen zu begegnen.

01:00 Uhr | US-Regierung befürchtet nach Prognose bis zu 240.000 Tote

Das Weiße Haus befürchtet trotz Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie in den USA zwischen 100.000 und 240.000 Tote. Das geht aus einer Prognose der US-Regierung hervor. Die Koordinatorin der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses, die Ärztin Deborah Birx, sagte, man arbeite daran, die Zahl niedriger halten zu können. Die Bandbreite sei aber möglich.

Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, sagte, die Amerikaner müssten sich auf die Wahrscheinlichkeit von 100.000 Toten einstellen. Er hoffe weiterhin, dass diese Zahl nicht Wirklichkeit werde. US-Präsident Donald Trump sagte, ohne Maßnahmen zur Eindämmung wären nach Prognosen zwischen 1,5 und 2,2 Millionen Tote zu befürchten gewesen.

In den USA sind laut Johns-Hopkins-Universität insgesamt bisher gut 188.000 Menschen mit SARS-CoV2 infiziert (Stand: Mittwochnacht) - so viel wie in keinem anderen Land. 3.873 von ihnen starben, 7.024 sind wieder genesen. Die Zahl der Infizierten stieg im Vergleich zum Vortag um gut 26.400 an. 865 Menschen starben innerhalb eines Tages. Das ist die bisher höchste Zahl an einem einzigen Tag in den USA.

00:48 Uhr | 13-Jähriger in London an Covid-19 gestorben

In Großbritannien ist ein 13 Jahre alter Junge nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Das Krankenhaus und die Familie des Jungen teilten am Dienstagabend mit, über eine Vorerkrankung des Jungen sei nichts bekannt gewesen. Der Junge sei am Donnerstag mit den für eine Infektion typischen Symptomen und Atemnot in ein Krankenhaus in London eingeliefert und einen Tag später positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er sei künstlich beatmet und in ein künstliches Koma versetzt worden, hieß es von der Familie. Der Junge starb am Montag.

Der Fall des Jungen zeige, "wie wichtig es ist, dass wir alle nur möglichen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um die Verbreitung der Infektion zu verringern", sagte Nathalie MacDermott, Dozentin am Londoner King's College, zu dem das Krankenhaus gehört. Der 13-Jährige ist das mutmaßlich bislang jüngste Covid-19-Todesopfer in Großbritannien. Dort wurden bis Dienstag 1.789 Todesopfer der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gezählt.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 01. April 2020 | 19:30 Uhr