Coronavirus-Pandemie Ticker: RKI erklärt Wien und Budapest zum Risikogebiet

Das RKI erklärt nun auch Wien und Budapest zu Corona-Risikogebieten. Zudem gelten Reisewarnungen. Im Weimarer Land gelten wegen des dortigen Infektionsgeschehens striktere Beschränkungen für Veranstaltungen. Magdeburg verdoppelt dieses Jahr die Fläche für den Weihnachtsmarkt. In Garmisch-Partenkirchen untersucht nun auch die US-Armee mehrere Infektionen der eigenen Streitkräfte. Die aktuellen Entwicklungen in unserem Coronavirus-Ticker.

Unser Ticker am Mittwoch, 16. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:19 Uhr | Opel schließt betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus

Der Autobauer Opel schließt betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Wie ein Unternehmenssprecher in Rüsselsheim sagte, sollen bis Ende kommenden Jahres 2.100 Arbeitsplätze gestrichen werden, unter anderem über freiwillige Alters- und Abfindungsprogramme. Bisher hätten sich aber nur 500 Beschäftigte dafür entschieden. Sollte man das Ziel nicht durch freiwillige Maßnahmen erreichen, werde man auch betriebsbedingte Kündigungen prüfen. Begründet wurde das Vorgehen auch mit der Corona-Krise. Betroffen ist vor allem der Stammsitz Rüsselsheim.

19:25 Uhr | Wien wird erstes Risikogebiet in Österreich

Wegen der stark gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat das Robert Koch-Institut nun auch Wien zum Risikogebiet erklärt. Es ist damit das erste Risikogebiet in Österreich.

Auch die ungarische Hauptstadt Budapest ist seit heute als Risikogebiet eingestuft. Für beide europäischen Hauptstädte sprach das Auswärtige Amt eine Warnung vor nicht notwendigen touristischen Reisen aus. Ungarn selbst verschärfte seine Schutzvorkehrungen. Ministerpräsident Viktor Orban kündigte unter anderem eine Ausweitung der Maskenpflicht auf Ämter, Gesundheitseinrichtungen, Kinos und Theater an.

Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, dass es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Neu hinzugekommen in der RKI-Liste zu Risikogebieten sind heute außerdem:

  • in Frankreich: Hauts-de-France und das Überseegebiet La Réunion
  • in Kroatien: Brod-Posavina und Virovitica-Podravina
  • in den Niederlanden: Nord- und Südholland
  • in Rumänien: Caras Severin und Neamt
  • in der Schweiz: Freiburg
  • in Tschechien: Středočeský 

19:05 Uhr | Mehrere Barbeschäftigte in Hamburg positiv getestet

In einer Bar im Hamburger Schanzenviertel sind mehrere Beschäftigte positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dem Senat zufolge muss angenommen werden, dass Gäste ohne ausreichenen Abstand sich angesteckt haben könnten. Das Gesundheitsamt habe begonnen, alle begroffenen Gäste zu kontaktieren. Da etliche Personen jedoch falsche Kontaktdetails angegeben hätten, seien noch nicht alle ermittelt worden. Die Bar ist vorerst geschlossen.

Für die Beschäftigten war das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung den Angaben zufolge nicht obligatorisch. Die Behörden prüfen aber auch, ob das Hygienekonzept nicht eingehalten wurde.

17:20 Uhr | Massentests in Garmisch-Partenkirchen negativ

Die Massentests in Garmisch-Partenkirchen nach der Kneipentour einer mit Corona infizierten 26-Jährigen haben keine weiteren positiven Ergebnisse erbracht. Zu den drei bekannten Fällen sei keiner hinzugekommen, teilte das Landratsamt mit. Getestet worden seien rund 300 weitere Menschen.

Vier neue Infektionen, die am Mittwoch im Landkreis registriert wurden, stünden in keinem Zusammenhang mit dem Geschehen im Nachtleben. Die US-Amerikanerin war vergangene Woche trotz Krankheitssymptomen und Quarantäneauflage durch Bars gezogen. Nach aktuellem Stand könnte sie rund 30 Menschen angesteckt haben.

17:02 Uhr | Weimarer Land schränkt Veranstaltungen ein

Im Kreis Weimarer Land werden wegen des neuen Corona-Ausbruchs Veranstaltungen eingeschränkt. Das Landratsamt in Apolda erließ eine entsprechende Allgemeinverfügung. Danach sind private Feiern und Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 30 Menschen untersagt. Im Freien liegt diese Grenze bei 50 Teilnehmern. Den Kommunen wird empfohlen, keine Privatfeiern in Dorfgemeinschaftshäusern und Jugendklubs zu erlauben. Vorläufig untersagt werden auch Volksfeste.

Die Einschränkungen gelten zunächst bis zum 4. Oktober. Im Weimarer Land waren die Infektionszahlen nach der Rückkehr einer Senioren-Reisegruppe aus Tschechien in die Höhe geschnellt. Die Suche nach Kontaktpersonen läuft weiter.

16:52 Uhr | Fläche für Magdeburger Weihnachtsmarkt verdoppelt

Angesichts der Coronavirus-Pandemie soll der Weihnachtsmarkt in Magdeburg dieses Jahr eine doppelt so große Fläche wie im Vorjahr bekommen. Nach Angaben der Stadt ist geplant, den Markt auf mehr als 35.000 Quadratmetern abzuhalten. 2019 waren es 17.000 Quadratmeter. An der Zahl der Stände soll sich nichts ändern. Verzichtete werden soll aber auf Programmpunkte wie Vorführungen für Kinder, Bands oder Puppentheater. Auch die täglichen Öffnungszeiten werden eingeschränkt.

15:35 Uhr | US-Armee untersucht Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen

Nach mehreren Corona-Infektionen im Bereich der US-Streitkräfte im Garmisch-Partenkirchen untersucht auch die US-Armee den Fall. Das sagte ein Sprecher der US-Streitkräfte in Bayern.

Seit Montag ermittelt die Staatsanwaltschaft München II gegen eine 26-Jährige wegen fahrlässiger Körperverletzung. Sie soll trotz Krankheitssymptomen und Quarantäneauflage durch Bars der Marktgemeinde am Fuß der Zugspitze gezogen sein. Auch im Hotel "Edelweiss Lodge" der US-Streitkräfte für Soldaten und deren Familien wurden dem Landratsamt zufolge 25 Infektionen bestätigt. Die 26-Jährige arbeitete dort, ob sie die erste Infizierte war, ist aber noch offen.

13:30 Uhr | Trump: Haben Impfstoff in wenigen Wochen

US-Präsident Donald Trump rechnet binnen drei bis vier Wochen mit einem Coronavirus-Impfstoff. Er sagte dem TV-Sender ABC News: "Wir stehen kurz davor." Nur wenige Stunden zuvor hatte Trump im Sender Fox gesagt, er rechne innerhalb von vier bis acht Wochen mit einem Impfstoff gegen Covid-19. Die USA sind mit fast 200.000 Toten das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit.

In den USA wird Anfang November der neue Präsident gewählt, in Umfragen liegt Trump hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden. Die Ankündigung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus kann daher auch Teil des Wahlkampfs sein. Viele US-Amerikaner können wegen der Pandemie schon in den kommenden Wochen per Briefwahl abstimmen.

12:50 Uhr | Regelungen für Kurzarbeit verlängert

Die Bundesregierung hat das Kurzarbeitergeld bis ins nächste Jahr verlängert. Die Minister billigten einen Gesetzentwurf und zwei Verordnungen von Arbeitsminister Hubertus Heil. Damit wird der Anspruch auf den Lohnersatz vorübergehend von zwölf auf 24 Monate erweitert. Arbeitgeber bekommen zudem bis Mitte 2021 die bei Kurzarbeit fälligen Sozialbeiträge komplett erstattet. Auch die Sonderregelungen in der Corona-Krise laufen weiter, so die erhöhten Sätze der Lohnersatzleistung von bis zu 80 Prozent (mit Kindern 87 Prozent) des Einkommens.

Im April waren rund 6 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit, seit diesem Rekordwert sinken die Zahlen. Die Ausgaben für Kurzarbeit betrugen bis August 8,1 Milliarden Euro, für Sozialversicherungsbeiträge wurden 6,2 Milliarden Euro erstattet. Arbeitsminister Heil sagte: "Kurzarbeit ist sehr, sehr teuer, aber Massenarbeitslosigkeit wäre sehr viel teurer für unser Land."

11:42 Uhr | OECD sieht Erholung der Wirtschaft

Der coronabedingte Wirtschaftseinbruch fällt nach Einschätzung der Industriestaatenorganisation OECD weniger dramatisch aus als zunächst erwartet. Besonders für China sehen die OECD-Ökonomen wieder positiv, das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 1,8 Prozent wachsen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hatte wegen der Covid-19-Pandemie vor drei Monaten vor einer schweren und lang anhaltenden Rezession gewarnt. Inzwischen geht die OECD von einem Minus der Weltwirtschaft 2020 von etwa 4,5 Prozent aus, im nächsten Jahr dann wieder von einem Wachstum um fünf Prozent. Neben China schnitten in der neuen Konjunkturprognose auch Europa und die USA besser ab als befürchtet. Für Deutschland wird in diesem Jahr ein Minus beim BIP von 5,4 Prozent angenommen. Indien, Mexiko oder Südafrika blieben unter den bisherigen Erwartungen.

10:45 Uhr | Wien wird wohl Risikogebiet

Die Bundesregierung will Wien wegen der anhaltend hohen Zahl von Corona-Neuinfektionen zum Risikogebiet erklären. Das meldet die österreichische Zeitung "Standard" unter Berufung auf deutsche Regierungskreise. Österreichs Hauptstadt soll demnach am Nachmittag als Risikogebiet eingestuft werden, weil die Zahl der Neuansteckungen seit 5. September bei deutlich über 50 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt. Damit gelten dann für Wien-Besucher künftig verschärfte Quarantäne-Vorschriften bei der Rückkehr nach Deutschland.

10:05 Uhr | Erneut mehr als 1.600 Neuinfektionen in Deutschland

Das Risklayer-Datenprojekt der Uni Karlsruhe hat am Dienstag bundesweit 1.621 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 erfasst. In Deutschland erhöhte sich damit die Gesamtzahl der bestätigten Ansteckungen auf knapp 265.000, davon etwa 16.000 aktive Fälle. 9.445 Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19. In Mitteldeutschland wurden seit Beginn der Pandemie 12.712 Infektionen registriert, davon mehr als die Hälfte in Sachsen, sowie 485 Todesopfer. Im Schnitt der letzten sieben Tage liegt die Infektionsrate in den bayerischen Landreisen Kulmbach und Garmisch-Partenkirchen sowie in Würzburg und Kaufbeuren über der kritischen Marke von 50 Infektionen je 100.000 Einwohner. In Mitteldeutschland gibt es im Weimarer Land mit 41,5 die meisten Fälle.

09:20 Uhr | Jenaer Mediziner erwartet massive Spätfolgen

Das Uniklinikum in Jena geht davon aus, dass viele Corona-Patienten mit erheblichen Spätfolgen zu kämpfen haben. Direktor Andreas Stallmach sagte dem MDR, er schätze, dass etwa jeder zweite mit einem schweren Krankheitsverlauf betroffen sei. Aber auch Menschen mit leichten Symptomen könnten unter Spätfolgen leiden. Diese reichten von Atemnot über Konzentrationsstörungen und Depressionen bis hin zu Magen- und Darmbeschwerden. Stallmach koordiniert seit dem Sommer eine sogenannte Post-Covid-Ambulanz am Jenaer Uniklinikum.

08:50 Uhr | Umfrage: Kinder kommen zu kurz

Die Interessen von Kindern werden in der Coronakrise ungenügend berücksichtigt. Wie eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa für das Deutsche Kinderhilfswerk ergab, sind 72 Prozent der befragten Erwachsenen der Ansicht, dass die Anliegen der Kinder zu kurz kommen. Der Präsident des Kinderhilfswerks, Thoma Krüger, erklärte, an vielen Stellen bemühten sich Politik und Verwaltungen, den Kinderinteressen in der Pandemie gerecht zu werden, aber: "Zugleich erleben wir auch eine grundlegende Geringschätzung gegenüber den Bedürfnissen von Kindern." Oft seien sie nur "Regelungsgegenstand von Politik". Das Beteiligungsrecht Minderjähriger an politischen Entscheidungen werde vielfach übergangen. Etwa acht von zehn Befragten befürchten Bildungsnachteile für viele Kinder durch die Coronakrise.

07:30 Uhr | Indien mit mehr als fünf Millionen Infektionen

Indien ist nach den USA das zweite Land, in dem mehr als fünf Millionen Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Das Gesundheitsministerium erfasste in den vergangenen 24 Stunden 90.123 neue Ansteckungen. Weitere 1.290 Infizierte starben, die Gesamtzahl erhöhte sich auf 82.066 Todesopfer. In den USA gibt es etwa 6,6 Millionen bestätigte Infektionen und 195.000 Covid-19-Tote.

07:15 Uhr | Keimfreie Rolltreppen in der "Elphi"

UV-Technik soll die Rolltreppen der Hamburger Elbphilharmonie keimfrei machen. Wie das Konzerthaus mitteilte, werden mit der Technik alle organischen Keime unschädlich gemacht und Schmierinfektionen an Handläufen der Rolltreppen auf ein absolutes Minimum reduziert. Mitte August seien UVC-Module auf allen vier Rolltreppen der "Elphi" verbaut worden.

07:00 Uhr | RKI erwartet verschiedene Corona-Impfstoffe

Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass es in Deutschland mehrere verschiedene Corona-Impfstoffe geben wird. Das sagte die stellvertretende Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Sabine Wicker, den Funke-Medien. Angesichts der großen Zahl an potenziellen Herstellern sei es wahrscheinlich, dass es am Ende mehrere Zulassungen gebe. Möglicherweise seien dann einzelne Impfstoffe für bestimmte Bevölkerungsgruppen besonders geeignet – zum Beispiel für Senioren.

Eine Versuchsperson erhält eine Spritze mit einem potenziellen Impfstoff der US-Biotech-Firma Moderna gegen Covid-19. 3 min
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Gemeinsame PK Gesundheits- und Wissenschaftsministerin

MDR AKTUELL Mi 16.09.2020 04:09Uhr 03:04 min

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06:40 Uhr | Zu wenig Handwaschbecken an Sachsens Schulen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft beklagt, dass es an den Schulen in Sachsen zu wenig Wasserhähne gibt. Die GEW-Landesvorsitzende Ursula-Marlen Kruse sagte MDR AKTUELL, die Anzahl sei für den Normalzustand ausgelegt. In Pandemiezeiten müssten aber alle Kinder regelmäßig Hände waschen, doch dafür reichten die Kapazitäten nicht aus. Aus Kostengründen kommt laut Kruse in vielen Schulen auch nur kaltes Wasser aus der Leitung. Dabei könne man Kinder gerade im Winter viel besser zum Händewaschen anhalten, wenn es warmes Wasser gäbe. Der Schutz gegen Coronaviren wird dem Virologen Alexander Kekulé zufolge durch kaltes Wasser nicht beeinträchtigt. Entscheidend sei der Einsatz von Seife.

06:25 Uhr | Entwarnung in Dublin

Die irische Regierung muss sich nicht mehr in Quarantäne begeben. Ein Coronavirus-Test bei Gesundheitsminister Stephen Donnelly fiel negativ aus. Einer Regierungssprecherin zufolge muss damit die Bewegungsfreiheit der übrigen Kabinettsminister nicht eingeschränkt werden. Donnelly hatte Covid-19-Symptome gezeigt und bei einer Kabinettssitzung viele Kollegen persönlich getroffen. Die gesamte Regierung wollte sich deshalb in Quarantäne begeben. Das Parlament wurde kurzzeitig geschlossen. 

06:10 Uhr | Griechenland: Masken für Schulen zu groß

In Griechenland gibt es ein Problem mit Corona-Masken für Schüler. Die Regierung hat hunderttausende Exemplare bestellt, sie sind allerdings viel zu groß. In den sozialen Netzwerken teilten Schüler Fotos, auf denen der Mund-Nasen-Schutz ihr ganzes Gesicht bedeckt. Einige sprachen von Fallschirmen. Die Regierung räumte Probleme ein, diese würden behoben. In Griechenland war am Montag Schulbeginn – mit Maskenpflicht.

06:00 Uhr | Der Ticker vom Mittwoch

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. September 2020 | 06:00 Uhr