Coronavirus-Pandemie Ticker: Erhebliche Kontakt-Einschränkungen beschlossen

Bund und Länder haben erhebliche Kontakteinschränkungen beschlossen. In Gebieten mit stark steigenden Corona-Zahlen sollen Privatfeiern künftig auf zehn Teilnehmer beschränkt bleiben und Sperrstunden ab 23 Uhr gelten. In Paris gilt ab Samstag eine nächtliche Ausgangssperre. Die aktuellen Entwicklungen in unserem Ticker.

Angela Merkel
Merkel: "Haben uns auf erhebliche Einschränkungen bei Kontakten geeinigt." Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, den 14. Oktober 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zur Pandemie und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:45 Uhr | "Erhebliche Einschränkungen bei Kontakten" beschlossen

Bund und Länder haben sich nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf "erhebliche Einschränkungen bei Kontakten" geeinigt: In Städten und Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen sollen private Feiern künftig auf maximal zehn Teilnehmer und zwei Hausstände begrenzt werden. In der Gastronomie soll es eine Sperrstunde um 23 Uhr geben. Die Regelungen sollen ab 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen gelten. In Regionen mit 35 Neuinfektionen soll die Maskenpflicht auch da gelten, wo Menschen dichter beziehungsweise länger zusammenkommen. Im Streit um die umstrittenen Beherbergungsverbote kam bislang keine Einigung zustande.

22:30 Uhr | Merkel: Unkontrolliertes Ausbreiten der Pandemie verhindern

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach dem Treffen von Bund und Ländern das Ziel betont, eine unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Deutschland sei bereits in einer exponentiellen Phase. Die CDU-Politikerin betonte den Ernst der Lage. Man stehe an einem entscheidenden Punkt. Die Frage sei, ob die Maßnahmen ausreichten oder nicht. Sie appellierte an die Bürger, in dieser "entscheidenden und kritischen Phase", dass alle mitmachten und die Regeln befolgten. Laut Merkel kam im Streit um Beherbergungsverbote noch keine Einigung zustande.

22:03 Uhr | Merkel drängt auf schärfere Maßnahmen

Bundeskanzlerin Angela Merkel drängt die 16 Ministerpräsidenten offenbar auf schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur kritisierte sie die Beschlüsse von Bund und Ländern als nicht ausreichend. "Die Ansagen von uns sind nicht hart genug, um das Unheil von uns abzuwenden", sagte die CDU-Politikerin nach übereinstimmenden Angaben von Teilnehmern während der Sitzung mit den Länderchefs.

21:30 Uhr | Offenbar keine Einigung über Corona-Beherbergungsverbote

Bund und Länder haben bei ihren Corona-Beratungen im Kanzleramt offenbar keinen einheitlichen Kurs zu den Beherbergungsverboten für Urlauber aus innerdeutschen Risikogebieten gefunden. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr, soll die umstrittene Maßnahme bis zum 8. November auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

20:30 Uhr | Ausgangssperren für Paris und andere Städte Frankreichs

In Frankreich gilt ab Samstag für die Hauptstadt Paris und andere große Städte eine nächtliche Ausgangssperre. Das hat Staatspräsident Macron mitgeteilt. Bürger dürfen dann das Haus nur noch in Ausnahmefällen ab 21 Uhr verlassen. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von 135 Euro. Generell wird ab Samstag in Frankreich der sogenannte Gesundheitsnotstand wieder eingeführt. Durch die Maßnahme will die Regierung die steigenden Corona-Zahlen wieder in den Griff bekommen. Der Ausnahmezustand im Gesundheitsbereich bietet einen rechtlichen Rahmen für Beschränkungen, zu denen in letzter Konsequenz auch Ausgangssperren gehören.

19:30 Uhr | Noch keine Einigung zu Beherbergungsverbot

Bei den Beratungen von Bund und Ländern über schärfere Corona-Regeln hat die Diskussion um das hochumstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Risikogebieten im Inland erst am Abend um 19 Uhr begonnen. Eine Einigung sowie eine offizielle Pressekonferenz wird nach Angaben von Medienvertretern nicht vor 21 Uhr erwartet.

19:02 Uhr | Weniger Teilnehmer bei Privatfeiern und Sperrstunden

In Städten und Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen sollen private Feiern künftig auf maximal zehn Teilnehmer und zwei Hausstände begrenzt werden. Außerdem soll es dort künftig in der Gastronomie eine Sperrstunde um 23 Uhr geben. Das haben nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur und der "Bild"-Zeitung Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrem gemeinsamen Treffen in Berlin beschlossen. Die Regelungen sollen demnach ab 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen gelten. In Regionen mit 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen soll zudem die Maskenpflicht auch überall da gelten, wo Menschen dichter beziehungsweise länger zusammenkommen.

18:13 Uhr | FDP und Linke wollen Bundestag über Corona-Politik mitentscheiden lassen

Die FDP fordert, dass der Bundestag in die Entscheidungen zur Corona-Krise stärker eingebunden wird. Der rechtspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Jürgen Martens, sagte MDR AKTUELL, es seien Maßnahmen etwa im wirtschaftlichen Bereich getroffen worden, über die man unterschiedlicher Meinung sein könne. Solche Auseinandersetzungen gehörten ins Parlament. Ähnlich äußerte sich Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch. Die Grundlinien der Corona-Maßnahmen müssten im Bundestag diskutiert und entschieden werden, nicht nur in den Staatskanzleien, forderte er.

Die Bundesregierung hatte im März eine epidemische Lage von nationaler Tragweite ausgerufen. Bund und Länder können demnach auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes neue Verordnungen erlassen, ohne das Parlament einzubeziehen.

17:20 Uhr | Zwickau jetzt offiziell auch Corona-Risikogebiet

Nach dem Erzgebirge hat auch der Landkreis Zwickau einen kritischen Schwellenwert an positiven Coronatests überschritten. Dem Landratsamt zufolge gab es in den vergangenen sieben Tagen 50 Fälle pro 100.000 Einwohner. Allein heute seien 41 neue Fälle hinzugekommen. Damit ist der Landkreis Zwickau das zweite Risikogebiet in Sachsen. Eine Allgemeinverfügung sieht nun Einschränkungen vor - unter anderem die Kontaktnachverfolgung in Restaurants und Hotels sowie Teilnehmerbegrenzungen bei privaten Feiern. Zu Hause dürfen nicht mehr als 25 Menschen zusammenkommen, in gemieteten Räumen sind es 50.

17:14 Uhr | Kubicki kritisiert Online-Formular für Corona-Verstöße

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki hat ein Online-Formular der Stadt Essen, mit dem Bürger Verstöße gegen Corona-Regeln melden können, als "Denunziationsportal" bezeichnet. Der FDP-Politiker schrieb bei Facebook, es sei "mit Sicherheit rechtswidrig und sollte sofort gelöscht werden".

Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident
Kubicki: "Portal mit Sicherheit rechtswidrig." Bildrechte: dpa

Das Formular unter dem Titel "Melden eines Verstoßes gegen die Coronaschutz-Verordnung" existiert bereits seit Mai auf der Internetseite der nordrhein-westfälischen Stadt. Angegeben werden sollen Ort, Datum, Uhrzeit und Art des Verstoßes, zum Beispiel das Nichttragen einer Maske oder unzulässige Veranstaltungen. Es können auch Fotos zum Verstoß hochgeladen werden. Angaben zur eigenen Person müssen nicht gemacht werden.

Essens Stadtdirektor Peter Renzel forderte von Kubicki eine Entschuldigung. Das Online-Formular sei entwickelt worden, um die Mitarbeiter zu entlasten und diene keinem "Denunziantentum". Kubicki antwortete darauf: "Ich habe nichts zurückzunehmen."

16:34 Uhr | IWF erwartet schwerste Rezession seit 100 Jahren

Der Internationale Währungsfonds erwartet in diesem Jahr ein Minus der Weltwirtschaft von 4,4 Prozent. IWF-Chefin Kristalina Georgiewa sagte in Washington, das sei die schwerste Rezession seit der Großen Depression vor fast 100 Jahren.

Kristalina Georgiewa, Geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), spricht auf einer Pressekonferenz.
Georgiewa: "Schwerste Rezession seit der Großen Depression." Bildrechte: dpa

In den nächsten fünf Jahren könnten wegen der Spätfolgen der Coronavirus-Krise geschätzt 28 Billionen Dollar an globaler Wirtschaftsleistung verloren gehen. Davon seien vor allem ärmere Länder betroffen. Georgiewa appellierte an die internationale Staatengemeinschaft, einen Weg zu finden, um mit den immensen Schulden vieler Länder umzugehen. Vor allem ärmere Staaten bräuchten Schuldenerleichterungen und Zuschüsse. Die IWF-Chefin forderte, überall auf der Welt die Gesundheitssysteme zu stärken. Das sei die Voraussetzung für die konjunkturelle Erholung.

16:16 Uhr | Russland lässt zweiten Corona-Impfstoff zu

Russland hat nach den Worten von Präsident Wladimir Putin einen zweiten Corona-Impfstoff zugelassen. Der Kremlchef gratulierte Wissenschaftlern des sibirischen Vector Instituts zur Genehmigung des neuen Impfstoffs, mit dem im vergangenen Monat frühe klinische Studien am Menschen abgeschlossen wurden.

Zugleich kündigte Putin an, die Produktion beider Corona-Impfstoffe auszuweiten und diese auch im Ausland zu bewerben. Russland hatte Mitte August als weltweit erstes Land einen Corona-Impfstoff zugelassen. Die Zulassung nach nicht einmal zweimonatigen Tests war international kritisiert worden. Den umstrittenen Impfstoff "Sputnik V" haben nach Angaben des russischen Gesundheitsministeriums bisher rund 400 Hochrisikopatienten erhalten. Im allgemeinen Umlauf ist er noch nicht.

15:30 Uhr | FDP schließt Verfassungsklage nicht aus

FDP-Chef Christian Lindner hat Bund und Länder vor ihren Beratungen zur Verschärfung der Corona-Maßnahmen aufgefordert, die umstrittenen Beherbergungsverbote aus der Welt zu schaffen. Andernfalls lasse sich nicht ausschließen, dass sie rechtlich geprüft würden.

Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP begründet warum er einen Untersuchungsausschuß in der "BAMF-Affaire" für nötig hält
Lindner: "Halten Einschränkung der Freizügigkeit für verfassungswidrig." Bildrechte: Imago-Stock

Die Verbote seien "eine unzumutbare und unverhältnismäßige Einschränkung der Freiheit der Menschen in Deutschland". Die FDP halte die "Einschränkung der Freizügigkeit in Deutschland und ein pauschales Beherbergungsverbot für verfassungswidrig".

Lindner rief Bund und Länder dazu auf, sich stattdessen bei ihren Maßnahmen auf "wirkliche Infektionsrisiken" zu konzentrieren. "Was wir brauchen, ist eine Begrenzung der wirklichen Gesundheitsrisiken durch Partys und durch Massenveranstaltungen ohne Hygiene und Abstand", sagte der FDP-Chef.

14:00 Uhr | Sachsen-Anhalt-Wahl als reine Briefwahl möglich

In Sachsen-Anhalt könnte die Landtagswahl am 6. Juni 2021 als reine Briefwahl stattfinden. Der Landtag in Magdeburg beschloss eine von den Koalitionsfraktionen eingebrachte Änderung im Landeswahlgesetz sowie eine Anpassung des Kommunalverfassungsgesetzes. Demnach können Wahlen bei einer außergewöhnlichen Krisenlage in der Corona-Pandemie ausschließlich per Briefwahlen durchgeführt werden.

13:20 Uhr | Bundesregierung für schärfere Corona-Maßnahmen

Die Bundesregierung plant schärfere Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus. Das geht aus einer Beschlussvorlage des Kanzleramts hervor, aus der mehrere Nachrichtenagenturen zitieren. Demnach sind eine erweiterte Maskenpflicht geplant, Kontaktbegrenzungen sowie Sperrstunden in der Gastronomie. Die Beschränkungen sollen dort greifen, wo die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen die Schwelle von 35 pro 100.000 Einwohner überschreitet. Details will Kanzlerin Angela Merkel am Nachmittag bei einem Krisentreffen mit den Ministerpräsidenten der Länder klären.

12:20 Uhr | Halle verstärkt Corona-Kontrollen

Die Stadt Halle will verstärkt kontrollieren, ob die Corona-Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Das kündigte Oberbürgermeister Bernd Wiegand an. Nach seinen Worten soll zum Beispiel in Supermärkten geprüft werden, ob ausreichend Desinfektionsmittel für die Einkaufswagen bereitstehen. Hier habe es zuvor Hinweise von Bürgern gegeben, dass das inzwischen nicht mehr der Fall sei. Die Stadt will außerdem wieder mit einer täglichen Pressekonferenz über das Infektionsgeschehen informieren. Wiegand zufolge kommen von den Bürgern wieder mehr Anfragen.

Die Zahl der Corona-Infizierten ist in Halle für Sachsen-Anhalt ungewöhnlich hoch. Am Montag lag die sogenannte 7-Tages-Inzidenz bei 27,44. Das bedeutet, dass es innerhalb der letzten sieben Tage in Halle 27,44 neue Corona-Infizierte je 100.000 Einwohner gegeben hat. Vor einer Woche war der Wert noch halb so hoch.

11:55 Uhr | Spahn ruft zu Grippeschutzimpfung auf

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angesichts der nahenden Grippesaison vor einer Doppelbelastung des Gesundheitssystems wegen der Corona-Pandemie gewarnt. Spahn rief die Bevölkerung zur Grippeschutzimpfung auf. Es stünden 26 Millionen Impfdosen bereit, so viele wie noch nie. Der Impfstoff werde in den kommenden Wochen nach und nach ausgeliefert. Bei kurzzeitiger starker Nachfrage seien Engpässe möglich, doch es gebe im Verlauf für alle genug Impfstoff.

In der vergangenen Grippesaison haben sich Spahn zufolge 14 Millionen Menschen gegen Influenza impfen lassen. Zugleich mahnte der Minister, die AHA-Regeln im Kampf gegen die Corona-Epidemie zu befolgen, sie seien auch gegen die Grippeviren hilfreich. Spahn appellierte zur Solidarität. Wenn jeder heute auf einige persönliche Freiheiten verzichte, könnten bald alle wieder mehr Freiheiten bekommen.

11:30 Uhr | Polen erstmals mit mehr als 6.000 Neuinfektionen

In Polen hat die Zahl der täglichen Neuansteckungen mit dem Coronavirus erstmals die Marke von 6.000 überschritten. Das Gesundheitsministerium meldete 6.526 neue Fälle, die meisten in der Hauptstadt Warschau (1.188). Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 stieg binnen eines Tages um 116 Menschen auf insgesamt mehr als 3.200. Polen ist das einzige Nachbarland Deutschlands, das bisher vom Auswärtigen Amt noch nicht ganz oder teilweise als Risikogebiet eingestuft wird.

11:05 Uhr | Historischer Rückgang der CO2-Emissionen

Klimaforscher haben für das erste Halbjahr 2020 weltweit einen beispiellosen Rückgang der CO2-Emissionen festgestellt. Ein internationales Forscherteam berechnete, dass im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 1,5 Milliarden Tonnen weniger Kohlenstoffdioxid ausgestoßen wurden. Einem Bericht im Magazin "Nature Communications" zufolge bewirkte die Corona-Krise einen stärkeren Rückgang als die globale Finanzkrise 2008/09 oder der Zweite Weltkrieg.

10:25 Uhr | Herbstgutachten: Deutsche Wirtschaft schrumpft stärker

Die Deutsche Wirtschaft bricht in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie stärker ein als im Frühjahr erwartet. In ihrem Herbstgutachten senkten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognose für das Bruttoinlandsprodukt um mehr als einen Punkt auf minus 5,4 Prozent. Auch für 2021 reduzierten die Forscher ihre Erwartung auf rasche Erholung auf 4,7 Prozent, zuvor waren sie von einem Plus um 5,8 Prozent ausgegangen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hält eine schnelle Wirtschaftserholung dennoch für möglich. Er sagte: "Wir sind auf Kurs, schon im nächsten Jahr wieder das Vorkrisenniveau zu erreichen."

Die Forschungsinstitute bemängelten die Corona-Hilfen der Regierung als ungenau. So sei fraglich, ob das größte Konjunkturpaket seit Bestehen der Bundesrepublik notwendig und zweckmäßig sei. Sie kritisierten die Mehrwertsteuersenkung als zu pauschal. Besser wären zusätzliche Coronatests für die Bevölkerung, um mehr wirtschaftliche Aktivitäten mit Sozialkontakten zu ermöglichen.

10:00 Uhr | Weitere Regionen in NRW Risikogebiete

Die Kreise Mettmann und Olpe in Nordrhein-Westfalen sind nach Zahlen des Robert Koch-Instituts seit Mittwoch ebenfalls Corona-Risikogebiete. Beide Landkreise überschritten die Kennziffer von 50 gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Insgesamt weist das RKI demnach 14 kreisfreie Städte und Landkreise in NRW als Risikogebiete aus. Die höchste Kennzahl hat aktuell Herne mit 95,2.

09:15 Uhr | Eltern: Sachsen muss Maskenpflicht in Schulbussen durchsetzen

Der Landes-Elternrat Sachsen hat die Landesregierung aufgefordert, in den Schulbussen für die Einhaltung der Maskenpflicht zu sorgen. Vizechefin Nadine Eichhorn sagte MDR AKTUELL, in den Bussen könnten die Abstände in der Regel nicht eingehalten werden. Deshalb gelte ja Maskenpflicht. Wenn der Staat Regeln aufstelle, müsse er für die Durchsetzung sorgen. Man könne nicht vom Fahrer verlangen, dass er alle fünf Minuten kontrolliere. Ähnlich sieht das der Bundesverband der Omnibus-Unternehmen. Dieser schlug zudem vor, ungenutzte Busse zusätzlich für den Schüler-Transport einzusetzen.

08:45 Uhr | Zahl der Neuinfektionen im Oktober verdoppelt

Die Zahl der Sars-Cov-2-Neuinfektionen in Deutschland ist in den vergangenen sieben Tagen im Tagesschnitt auf mehr als 4.000 gestiegen und hat sich damit seit Anfang Oktober verdoppelt. Nach Daten des Risklayer-Projekts der Uni Karlsruhe wurden am Dienstag 4.586 neue Ansteckungen gemeldet.  Deutschlandweit sind damit mehr 41.000 Infektionen akut, bei insgesamt bislang knapp 336.000 erfassten Ansteckungen seit Beginn der Pandemie. 9.736 Infizierte starben.

In Sachsen wurden am Dienstag 196 neue Ansteckungen registriert, in Sachsen-Anhalt 57 und in Thüringen 31. In ganz Mitteldeutschland stieg die Zahl der aktiven Infektionen auf 2.435. Insgesamt sind seit März 16.450 Ansteckungen erfasst. Hotspots in Ostdeutschland mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche sind Berlin, der Erzgebirgskreis sowie das Eichsfeld in Thüringen.

07:55 Uhr | Lage in Tschechien weiter akut

In Tschechien meldet das Gesundheitsministerium 8.325 neue Corona-Infektionen. Das ist der bislang zweithöchste Tageswert in dem Land mit 10,7 Millionen Einwohnern. Die Gesamtzahl der Fälle liegt inzwischen bei knapp 130.000. Bislang starben 1.106 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19, allein seit Monatsbeginn gab es mehr als 400 neue Todesfälle. Inzwischen hat die Regierung die Corona-Auflagen wieder drastisch verschärft.

07:35 Uhr | Bautzen sagt Weihnachtsmarkt ab

Als erste größere Stadt in Sachsen hat Bautzen coronabedingt den Weihnachtsmarkt abgesagt. Oberbürgermeister Alexander Ahrens erklärte, die Stadtverwaltung habe sich intensiv mit dem Gesundheitsamt über das aktuelle Infektionsgeschehen ausgetauscht. Man habe sich eingestehen müssen, dass die verschärften Hygieneauflagen nicht zu erfüllen seien. Der traditionsreiche Wenzelsmarkt sollte am 27. November starten.

07:00 Uhr | Kretschmer stellt Grenzwert 50 infrage

Vor den Bund-Länder-Beratungen im Kanzleramt hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gefordert, den Corona-Grenzwert auf den Prüfstand zu stellen. Der CDU-Politiker sagte der "Bild"-Zeitung, man müsse darüber sprechen, ob die Zahl 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner richtig sei. Ab diesem Wert gelten Regionen als Risikogebiete und verhängen zusätzliche Schutzmaßnahmen.

Kretschmer sieht auch Gesprächsbedarf bei den Berherbergungsverboten. Gerade in der Urlaubszeit müsse jeder wissen, woran er sei. Es wäre aber falsch, die Beherbergungsverbote komplett über Bord zu werfen. Der Umgang mit Reisenden aus innerdeutschen Corona-Risikogebieten ist heute das zentrale Thema beim Treffen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Merkel.

06:45 Uhr | Thüringen verteidigt Nein zu Beherbergungsgeboten

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee verteidigt den Verzicht seines Landes auf ein Beherbergungsverbot. Der SPD-Politiker sagte MDR AKTUELL, es gehe dabei nicht nur um Touristen, sondern auch um Geschäftsreisende. Wenn im Hotel dafür gesorgt werde, dass die Abstände eingehalten würden, dann sollte die Gefährdung dramatisch gesenkt sein.

06:35 Uhr | Dehoga: Beherbergungsverbot überflüssig

Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Sachsen hofft, dass das sogenannte Beherbergungsverbot heute deutschlandweit gekippt wird. Hauptgeschäftsführer Axel Klein sagte MDR AKTUELL, das Verbot sei völlig überflüssig. Man habe gute Hygiene-Regeln. Das Beherbergungsverbot schaffe dagegen nur Mehraufwand und sei keine zielführende Lösung. Zudem müsse es bundeseinheitliche Regeln geben.

06:30 Uhr | Erprobung von Corona-Mittel ausgesetzt

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat die Erprobung seines Antikörper-Medikaments gegen das Coronavirus wegen Sicherheitsbedenken ausgesetzt. Nach Unternehmensangaben wurde der Stopp von der unabhängigen Expertengruppe DSMB empfohlen, die Regierungsbehörden berät. Zuvor hatte bereits der US-Arzneimittelhersteller Johnson & Johnson bekannt gegeben, seine Impfstoff-Studie wegen einer ungeklärten Erkrankung bei einem Probanden auszusetzen.

06:20 Uhr | Weltbank hilft armen Länder bei Corona-Impfung

Die Weltbank stellt ärmeren Ländern Geld für Impfungen gegen das Coronavirus umgerechnet mehr als zehn Milliarden Euro bereit. Dadurch soll die Impfung von bis zu einer Milliarde Menschen unterstützt werden. Weltweit werden derzeit Impfstoffe entwickelt. Viele Industriestaaten haben bereits vorab Lieferverträge geschlossen.

06:10 Uhr | Neue Corona-Hilfen für Wirtschaft geplant

Das Bundeswirtschaftsministerium bereitet neue Corona-Hilfen für Unternehmen vor. Die Zeitungen der Funke Mediengruppe melden, dass vor allem das Hotel- und Gaststättengewerbe unterstützt werden soll. Profitieren sollen aber auch die Veranstaltungsbranche sowie die Messewirtschaft. Dem Bericht zufolge sind etwa bessere Abschreibungsmöglichkeiten geplant, Hilfe bei Renovierungen in der auftragslosen Zeit sowie erleichterte Kredite durch die Förderbank KfW.

06:05 Uhr | Facebook löscht Anzeigen von Corona-Impfgegnern

Facebook will alle Anzeigen auf seinen Seiten verbieten, die sich gegen Impfungen aussprechen. Wie der US-Internetkonzern mitteilte, hat die Corona-Pandemie gezeigt, wie wichtig "vorbeugendes Verhalten" zum Schutz der Gesundheit sei. Facebook will nach eigenen Angaben aber weiterhin solche Anzeigen zulassen, die bestimmte Maßnahmen von Regierungen im Zusammenhang mit Impfungen kritisieren.

06:00 Uhr | Der Ticker am 14. Oktober 2020

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Oktober 2020 | 13:00 Uhr