Coronavirus-Pandemie Ticker: Mann stirbt nach zweiter Ansteckung

In Deutschland ist erstmals ein Mann nach einer erneuten Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Bundesländer arbeiten an der Umsetzung der Corona-Beschlüsse. Russland beantragt die Zulassung seines Impfstoffs Sputnik V in der EU. Alle Entwicklungen im Live-Ticker.

Unser Ticker am Mittwoch, 20. Januar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

20:54 Uhr | Viele Tote in Großbritannien

Großbritannien hat den zweiten Tag in Folge einen Höchstwert an Corona-Todesfällen registriert. Innerhalb von 24 Stunden wurden 1.820 Tote gemeldet. Wie die Regierung in London weiter mitteilte, lag die Zahl der Neuinfektionen bei rund 39.000. Auch die Einweisungen ins Krankenhaus blieben auf hohem Niveau. Premierminister Boris Johnson zeigte sich schockiert über den neuen Höchststand. Er fürchte, dass die Todeszahlen wegen der ansteckenderen Virus-Variante in den kommenden Wochen sogar noch weiter stiegen werden.

20:26 Uhr | Querdenken: Nähe zu Rechtsextremisten und Reichsbürgern

Wie gefährlich ist die Querdenken-Bewegung? Dieser Frage ist das MDR-Politmagazin exakt nachgegangen. Hier die Ergebnisse:

20:15 Uhr | Todesfall in Deutschland nach zweiter Ansteckung

In Deutschland ist offenbar erstmals ein Mann nach einer zweiten Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das Landesgesundheitsamt Stuttgart bestätigte den Fall auf Anfrage von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung".

Der 73-Jährige aus dem Landkreis Freudenstadt in Baden-Württemberg infizierte sich demnach im April 2020 erstmals mit dem Virus. Im Dezember sei er erneut erkrankt und am 11. Januar diesen Jahres "an einer Covid-19-Lungenentzündung und Sepsis mit Multiorganversagen" gestorben, wie das Regierungspräsidium Stuttgart mitteilte.

Fraglich ist dem Bericht zufolge, ob sich der Mann beim zweiten Mal mit dem gleichen Virus oder einer mutierten Form infiziert hat. Die Probe des Mannes von 2020 gibt es nicht mehr. Der Landkreis Freudenstadt, in dem der Mann lebte, ist der erste Landkreis in Deutschland, in dem die in Großbritannien entdeckte Virusmutation B.1.1.7 auftauchte. Eine Anaylse der zweiten Probe von diesem Jahr sei beauftragt worden.

Reinfektionen sind extrem selten. Bislang sind laut den Recherchen von WDR, NDR und SZ weltweit nur zwei andere Fälle bekannt, bei denen Patienten bei einer Zweitinfektion starben.

19:40 Uhr | Arztpraxis wegen Corona-Verstößen geschlossen

In Cottbus ist erstmals eine Arztpraxis wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln geschlossen worden. Wie die Stadt in Brandenburg mitteilte, wurden die Praxisräume amtlich versiegelt, gegen die praktizierende Ärztin wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Das Gesundheitsamt hatte sie wegen des Kontakts zu einer positiv getesteten Person unter Quarantäne gestellt. Die Medizinerin hatte jedoch weiter praktiziert und dabei Patienten ohne Mund-Nasen-Schutz behandelt.

18:53 Uhr | Antrag auf EU-Zulassung für Sputnik V

Russland hat eine Zulassung seines Impfstoffs Sputnik V in der EU beantragt. Ein Behördensprecher teilte mit, der Antrag sei gestern bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA eingereicht worden. Die EMA bestätigte ein Treffen mit den russischen Impfstoff-Entwicklern.

Russland hatte schon Anfang Dezember damit begonnen, Risikogruppen mit Sputnik V zu impfen. Zugelassen worden war das Vakzin schon im August – noch vor dem Abschluss der dritten und entscheidenden Phase der klinischen Tests. International sorgte dies für Kritik.

17:24 Uhr | Sachsen-Anhalt: Halbjahreszeugnisse für alle Schüler

Marco Tullner steht in einem Klassenzimmer
Marco Tullner Bildrechte: dpa

Alle Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt sollen trotz des verlängerten Lockdowns ihre Halbjahreszeugnisse bekommen. Bildungsminister Marco Tullner sagte in Magdeburg, wer Präsenzunterricht habe, bekomme sein Zeugnis am 5. Februar. Wer die Noten zeitnah brauche, könne sie abholen. Alle anderen bekämen ihr Zeugnis, wenn sie zum Unterricht in die Schulen zurückkehrten. Bei Schülern der 4. Klasse seien die Lehrkräfte gebeten, die Laufbahnempfehlung telefonisch oder per Videokonferenz mit den Eltern zu besprechen, erläuterte der CDU-Politiker.

16:54 Uhr | Sachsen: Fußball-Spielbetrieb bis Ende Februar ausgesetzt

Der Spielbetrieb in den sächsischen Fußball-Ligen bleibt bis Ende Februar gestoppt. Das hat das Präsidium des Sächsischen Fußball-Verbandes entschieden. In einer Mitteilung heißt es, damit schrumpfe das Fenster, die Saison in vollem Umfang zu beenden. Ziel müsse es sein, nur eine Hinrunde zu spielen und dabei Meister sowie Auf- und Absteiger zu ermitteln. Wegen der Pandemie ruht der Spielbetrieb in Sachsen seit Anfang November.

16:42 Uhr | Durchsuchung nach Drohungen gegen Merkel und Kretschmer

Nach Droh-Mails gegen Kanzlerin Angela Merkel und Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer ist im Erzgebirge die Wohnung eines Tatverdächtigen durchsucht worden. Das Landeskriminalamt teilte mit, der 38-Jährige aus Zwönitz stehe im Verdacht, Kretschmer auf dessen Facebook-Seite wegen der Corona-Politik bedroht zu haben. Der Mann soll auch Kanzlerin Merkel und das Landratsamt des Erzgebirgskreises in Mails angegriffen haben. Bei der Durchsuchung wurden demnach Computer und Mobiltelefon des Mannes sichergestellt.

16:33 Uhr | Amtsgericht Weimar: Kontaktverbot im Frühjahr nicht rechtmäßig

Das Weimarer Amtsgericht hält das allgemeine Kontaktverbot in der Thüringer Corona-Verordnung für nicht verfassungsgemäß – zumindest mit Rückblick auf das vergangene Frühjahr. Das Gericht hob den Bußgeldbescheid gegen einen Mann auf, der Ende April 2020 mit sieben weiteren Personen Geburtstag gefeiert hatte. Zu dem Zeitpunkt waren aber nur Treffen mit einer haushaltsfremden Person erlaubt.

Das Gericht entschied, dass es für die Verordnung des Landes keine ausreichende Ermächtigungsgrundlage gab. Außerdem sei ein solches Kontaktverbot nur mit der Menschenwürde vereinbar, wenn es einen akuten Notstand gebe – etwa dann, wenn das Gesundheitssystem zusammenzubrechen drohe. Das Urteil des Amtsgerichts ist noch nicht rechtskräftig. Die Stadt Weimar kann Rechtsmittel einlegen.

Das Gesetz wurde bereits in Reaktion auf derartige Kritik präzisiert. Zudem ist die Infektionslage in Thüringen aktuell deutlich dramatischer als im Frühjahr vor einem Jahr.

15:52 Uhr | Corona-Beschlüsse in Mitteldeutschland

In Mitteldeutschland sollen die verschärften Corona-Regeln erst in der kommenden Woche in Kraft treten. Sachsen-Anhalt kündigte an, dass die neue Verordnung ab Montag gelten wird. In Thüringen sollen die Regeln ab Dienstag gelten, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner der Deutschen Presse-Agentur. Sachsen will laut Regierungschef Michael Kretschmer die neue Verordnung am Dienstag beschließen. Hier die Übersicht über die Pläne der drei Länder:

13:57 Uhr | Sachsen bleibt bei Unterricht für Abschlussklassen

Sachsen hält an seiner Regelung fest, für Schüler von Abschlussklassen jetzt Präsenzunterricht anzubieten. Schüler sollten "die Chance haben, sich sorgfältig auf ihre Abschlussprüfungen vorzubereiten", sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) nach der Kabinettssitzung in Dresden. Weitere Entscheidungen für Schulen und Kitas sollten mit der neuen Schutzverordnung in der kommenden Woche folgen.

13:19 Uhr | Oberverwaltungsgericht kippt Kontaktbegrenzung

Das Oberverwaltungsgericht im Saarland hat Kontaktbegrenzungen der Coronavirus-Schutzverordnung des Landes teilweise ausgesetzt. Wie das Gericht erklärte, widersprechen zwei Regelungen einander. Während eine Vorschrift zwar Ausnahmen vom Kontaktverbot für den familiären Bezugskreis erlaubt, begrenze eine andere die Kontakte auf den eigenen Hausstand und eine weitere Person. Eine Vorschrift müsse eindeutig sein und das Land sich für eine von beiden entscheiden. Dabei verwies das Gericht zudem auf den besonderen Schutz der Familie. Den Antrag hatte ein Frau gestellt, die sich durch die aktuelle Verordnung daran gehindert sah, mit ihrem Mann ihre Enkel und deren Eltern zu treffen.

13:01 Uhr | Heil erlässt Verordnung für mehr Homeoffice

Die neue Verordnung zum Homeoffice soll kommenden Mittwoch in Kraft treten und ist zunächst bis 15. März befristet. Das teilte in Berlin heute Bundesarbeitsminister Hubertus Heil mit. Das Kabinett habe die Verordnung gebilligt, die Arbeitgeber verpflichtet, ihren Beschäftigten eine Heimarbeit zu ermöglichen, wenn keine zwingenden Gründe dagegensprechen. Zudem sollen in Betrieben strengere Hygieneauflagen gelten. Die Homeoffice-Pflicht ist nicht unumstritten (siehe unten).

Die Bundesregierung verständigte sich zudem auf höhere Hilfen für Solo-Selbstständige. Die sogenannte Neustarthilfe soll von 25 Prozent auf 50 Prozent des Vergleichsumsatzes erhöht werden. Zudem wird die Betriebskostenpauschale angehoben. Neu ist, dass auch nicht ständig Beschäftigte wie Schauspieler diese Hilfe beantragen können.

12:38 Uhr | Sportvereine verlieren nicht so viele Mitglieder

Die Coronavirus-Pandemie trifft Breitensportvereine in Mitteldeutschland nicht so stark wie befürchtet. Tobias Knoch, Vorstandschef des Landessportbunds Sachsen-Anhalt, sagte MDR AKTUELL, der Mitgliederschwund liege deutlich unter drei Prozent. Derzeit würden die rund 3.000 Vereine im Land dazu befragt. Ergebnisse sollten spätestens Ende Februar vorliegen. Ähnlich äußerte sich der Landessportbund Thüringen. Auch hier wird ein Mitgliederschwund im niedrigen einstelligen Bereich erwartet. In Sachsen geht der Sportbund von bis zu 30.000 Mitgliedern weniger aus - minus vier Prozent.

12:04 Uhr | Impfung kostet afrikanische Länder weniger

Die Länder in Afrika bekommen die Impfstoffe gegen Covid-19 schon zum Teil ab drei US-Dollar pro Dosis. Das geht laut Nachrichtenagentur Reuters aus einem Dokument der afrikanischen Import-Export-Bank hervor. Demnach wird AstraZeneca 100 Millionen Einheiten zu je drei Dollar liefern, was auch Indien zahle. Die deutsche Biontech und ihr Partner Pfizer liefern den Angaben zufolge 50 Millionen Einheiten zu je 6,75 Dollar. Europa zahle hier 19 und Israel 30 Dollar. Die afrikanischen Länder müssten zunächst auch nur einen Teil bezahlen und können den Rest über einen Zeitraum von bis zu sieben Jahren begleichen.

11:42 Uhr | NRW stoppt Impfungen in Kliniken und Pflegeheimen

Wegen Lieferengpässen stoppt Nordrhein-Westfalen die Corona-Impfungen in Kliniken und Pflegeheimen. Weil die Firma Biontech ihre Planung geändert habe und NRW etwa 100.000 Impfdosen weniger bekomme, müsse die Impfplanung angepasst werden, bestätigte ein Sprecher des Landesgesundheitsministeriums. Die am Montag gestarteten Erstimpfungen in Krankenhäusern wurden demnach bereits am Mittwoch wieder gestoppt. In Alten- und Pflegeheimen würden die Erstimpfungen am Freitag eingestellt. Mittwoch und Donnerstag würden noch vereinzelt zuvor bestellte Impfdosen ausgeliefert. Die Verimpfung der zweiten Dosis für bereits geimpfte Personen soll nach Angaben des Gesundheitsministeriums aber weiter laufen.

11:15 Uhr | Versicherer: Weniger Schäden in der Pandemie

Aufgrund der Corona-Pandemie haben die deutschen Versicherer im vergangenen Geschäftsjahr weniger Schäden und Unfälle regulieren müssen. Der Präsident des Gesamtverbands GDV, Wolfgang Weiler, sagte auf der Jahresmedienkonferenz, die Leistungen im Schaden- und Unfallbereich gingen um 2,5 Prozent auf voraussichtlich 52 Milliarden Euro zurück.

Durch die bislang zwei Lockdowns gebe es zwar hohe Aufwände für ausgefallene Veranstaltungen und Betriebsschließungen. Zugleich seien aber weniger Unfälle im Straßenverkehr oder bei Freizeitaktivitäten verzeichnet worden. Auch seien weniger Einbrüche, Warentransporte und aufgrund der ausgesetzten Insolvenzantragspflicht auch weniger Firmenpleiten registriert worden, betonte Weiler.

10:55 Uhr | Corona-Fälle an Meininger Polizeischule

Am Bildungszentrum der Thüringer Polizei in Meiningen gibt es Coronavirus-Infektionen. Wie das Landratsamt mitteilte, sind drei Schüler und ein Lehrer infiziert. Zwei Klassen seien in Quarantäne. Die Gewerkschaft der Polizei hatte den fortgesetzten Präsenzunterricht an dem zentralen Polizei-Bildungszentrum zuvor bereits kritisiert.

09:30 Uhr | China: Lockdown für Teile von Peking

Nach der Entdeckung einiger neuer Coronavirus-Infektionen haben chinesische Behörden einen Lockdown über fünf Bezirke der Hauptstadt Peking verhängt. Allein im südlichen Bezirk Daxing müssen 1,6 Millionen Menschen zu Hause bleiben. In China war vor gut einem Jahr das neue Coronavirus erstmals festgestellt worden, mit strikten Maßnahmen das Infektionsgeschehen aber unter Kontrolle gebracht und bisher gehalten worden. In den vergangenen Wochen wurden einige hundert Infektionen in dem riesigen Land nachgewiesen. Vergangene Woche gab es erstmals seit Mai auch wieder ein Todesopfer im Zusammenhang damit.

09:00 Uhr | Homeoffice-"Pflicht" kommt mit Kontrollen

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil stellt Details der geplanten Homeoffice-Vorgaben heute vor. In der überarbeiteten Verordnung heißt es, Heimarbeit müsse angeboten werden, wenn das "nach den betrieblichen Gegebenheiten möglich ist". Eine Pflicht zur Annahme des Angebots besteht nicht. Für Arbeitgeber ist jedoch von einer "Pflicht" die Rede, für die der SPD-Politiker Heil auch Kontrollen ankündigte.

eine Karikatur zeigt einen Blick in eine Küche. Ein Kleinkind sitzt im Hochstuhl. Der Vater steht an der Kaffeemaschine, hält eine Tasse in der Hand und spricht laut: Wie war Dein Wochenende? Das Kind denkt leise: Smalltalk an der Kaffeemaschine. Ein neuer Tiefpunkt im Homeoffice.
Homeoffice – von Schilling & Blum Bildrechte: Deutscher Karikaturenpreis/SchillingBlum

Die sächsischen Industrie- und Handelskammern kritisierten eine Homeoffice-Pflicht als nicht verhältnismäßig. Sie verwiesen darauf, dass viele Firmen in den Hygieneschutz investiert hätten.

Auch Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart hält eine erweiterte Verordnung für unnötig. Das Ziel sei zwar richtig, der Weg über ein neues "Bürokratiemonster" aber falsch, sagte der FDP-Landespolitiker im WDR: "Wir brauchen jetzt keine neuen Regeln, sondern wir brauchen vor allem Überzeugungsarbeit."

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier dagegen verteidigte den Beschluss für verbindlichere Homeoffice-Regeln. Der CDU-Politiker sagte im ARD-Morgenmagazin, er gehe davon aus, dass sie "mit Augenmaß umgesetzt" wird. Er erwarte, dass Kontrollen "ganz selten" nötig seien, "weil alle Beteiligten sich ihrer Verantwortung bewusst sind".

08:17 Uhr | Thüringer CDU für "Corona-Pakt"

Die CDU-Landtagsfraktion in Thüringen will mit der rot-rot-grünen Minderheitskoalition einen "Corona-Pakt" für die kommenden Monate bis zur vorgezogenen Landtagswahl im September. Das kündigte Fraktionschef Mario Voigt an. Linke, SPD und Grüne sowie die CDU in der Opposition streben eine erneuerte Vereinbarung an, damit der Landtag bis zur Auflösung entscheidungsfähig bleibt. Darüber wollen die vier Parteien heute nach der Sondersitzung im Landtag weiter beraten. Rot-Rot-Grün fehlen vier Stimmen für eine eigene Mehrheit.

08:10 Uhr | Krematorien-Koordinierung in Sachsen

Viele Krematorien in Sachsen arbeiten an ihren Belastungsgrenzen. Um sie zu entlasten, gibt es nun eine Koordinierungstelle. Nach Angaben des Städte- und Gemeindebunds trifft sich diese Arbeitsgruppe einmal in der Woche und arbeitet dem Krisenstab der Landesregierung zu.

08:00 Uhr | Giffey: Perspektive für Schulen und Kitas

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat die Verlängerung der Schließung von Schulen und Kindergärten bis Mitte Februar begrüßt. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte die CDU-Politikerin, der Beschluss zähle "sicherlich zu den härtesten politischen Entscheidungen zu Beginn dieses Jahres". Er sei wegen der Pandemie aber nötig. Auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey verteidigte die Entscheidung, forderte jedoch Perspektiven für Eltern und Kinder: "Sobald es das Infektionsgeschehen zulässt, müssen Kinderbetreuungsangebote mit als erstes wieder öffnen", sagte die Sozialdemokratin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sie habe auch großen Respekt vor Eltern.

07:30 Uhr | Tägliche Testpflicht in Heimen gefordert

Die Deutsche Stiftung für Patientenschutz fordert mehr Anstrengungen, um Alten- und Pflegeheime vor dem Coronavirus zu schützen. Vorstand Eugen Brysch sagte MDR AKTUELL, die Missstände in den Heimen seien nicht mehr zu ertragen. Brysch forderte eine tägliche Testpflicht für die Besucher und Mitarbeiter, Kontrollen der Gesundheitsämter und eine Trennung von infizierten und nicht infizierten Heimbewohnern. Brysch kritisierte die neuen Beschlüsse von Bund und Ländern: Homeoffice und Ausgangsperren brächten keine Sicherheit für Pflegeheimbewohner.

07:20 Uhr | DIVI will niedrigere Infektionszahlen

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat eine schnelle Senkung der Infektionszahlen verlangt, um die Kapazitäten der Intensivstationen zu entlasten. DIVI-Präsident Gernot Marx sagte der "Rheinischen Post", aktuell sei man bei knapp unter 5.000 Intensivpatienten in Deutschland: "Da müssen wir noch deutlich runter", um aufnahmebereit zu bleiben, falls die Virus-Mutation sich in Deutschland auch mehr Intensivpatienten führe.

6:30 Uhr | Länder beraten über Bund-Länder-Beschlüsse

In Sachsen-Anhalt soll die Neuregelung der Maskenpflicht bereits ab Freitag gelten. Das kündigte Ministerpräsident Reiner Haseloff nach den neuen Bund/Länder-Beschlüssen von gestern Abend an. Zudem sollten alle Landkreise mit einer Sieben-Tage-Inzidenzen von mehr als 200 schärfere Regeln erlassen. Weitere Beschlüsse will die Landesregierung heute Nachmittag bekannt geben. In Thüringen kündigte Regierungschef Ramelow an, die Beschlüsse in seinem Land umsetzen zu wollen. Zuvor berät heute Nachmittag aber noch der Landtag darüber. Die AfD hatte die Sondersitzung beantragt, Grüne, CDU und FDP forderten einige Korrekturen oder Präzisierungen. Die sächsische Regierung will am Mittag bekanntgeben, wie die Beschlüsse umgesetzt werden.

06:15 Uhr | Nur wenige Soldaten im Test-Einsatz

Kommunen nehmen nur zögerlich das Angebot wahr, Bundeswehr-Soldaten für die Corona-Schnelltests in den Alten- und Pflegeheimen anzufordern. Bislang seien nur 219 Soldatinnen und Soldaten in sechs Landkreisen im Einsatz, berichtet die Funke-Mediengruppe. Grund könnten offene Fragen nach der Haftung und der Qualifikation des Testpersonals sein. Laut dem Städtetag ist ungeklärt, wer bei fehlerhaft durchgeführten Tests haftet.

06:01 Uhr | DIW erwartet geringere Wirtschaftsleistung

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet, dass der Januar-Lockdown deutlichen Spuren im Bruttoinlandsprodukt 2021 hinterlassen wird. DIW-Chef Marcel Fratzscher sagte der "Bild"-Zeitung online, dass Berechnungen zufolge die Wirtschaftsleistung für das Jahr um 1,8 Prozent oder knapp 60 Milliarden Euro geringer ausfallen könnte. Noch nicht berechnet habe das DIW, wie sich die Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar auswirken könnte.

06:01 Uhr | Kommunen begrüßen Lockdown-Verlängerung

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat die Verlängerung des Lockdowns begrüßt. "Die beschlossenen Verschärfungen zeigen Augenmaß", resümiert Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg in der "Rheinischen Post". Die Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften könne ein wirksamer Beitrag zur Pandemie-Bekämpfung leisten.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 20. Januar 2021

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Januar 2021 | 06:00 Uhr