Coronavirus-Pandemie Ticker: Sachsen plant Ampelsystem für Corona-Neuinfektionen

Sachsen plant ein Ampelsystem für Corona-Neuinfektionen. Die Bundesregierung will Gutscheine für coronabedingt abgesagte Pauschalreisen absichern. Preise für innerdeutsche Reisen steigen. Eltern erhalten bei Arbeitsausfall wegen Kinderbetreuung länger finanzielle Hilfe. Außerdem sollen die Regeln für die Fleischindustrie verschärft werden. Die aktuellen Entwicklungen im Ticker.

Eine Mitarbeiterin des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg hält einen Abstrich eines 2019-nCoV Verdachtsfalles aus Baden-Württemberg in der Hand.
Test auf das Coronavirus Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie im Ticker am Donnerstag.

21:55 Uhr | Spanien verlängert Corona-Notstand

Spanien hat den umstrittenen Corona-Notstand um gut zwei Wochen verlängert. Das Parlament in Madrid stimmte am Abend mit knapper Mehrheit einem Antrag der linken Regierung bei. Es ist bereits die fünfte Verlängerung. Der Notstand inklusive Ausgehsperre dauert nun mindestens bis zum 6. Juni an. Spanien hatte sich seit Mitte März zum Corona-Hotspot entwickelt, bislang starben 27.888 Erkrankte. Der Ausnahmezustand hat es der Regierung ermöglicht, eine der weltweit striktesten Ausgangssperren auszurufen und damit die Rechte der Bürger einzuschränken.

21:13 Uhr | Studie: Jeder fünfte Stockholmer hat Coronavirus-Antikörper

Mehr als jeder fünfte Bewohner der schwedischen Hauptstadt Stockholm hat Antikörper gegen das Coronavirus gebildet. Das ist das Zwischenergebnis einer noch laufenden Studie der staatlichen Gesundheitsbehörde, die jetzt erste Erkenntnisse veröffentlichte. Chef-Virologe Anders Tegnell sagte, er gehe davon aus, dass "ein bisschen über 20 Prozent" der Bewohner Stockholms sich mit dem neuartigen Erreger infiziert hätten. Bis Mittwoch hatten sich in Schweden nachgewiesen 31.523 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 3.831 Menschen starben.

19:57 Uhr | So viele Neuinfektionen wie noch nie

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind in den vergangenen 24 Stunden 106.000 Corona-Neuinfektionen registriert worden - so viele wie noch nie innerhalb eines Tages. WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, es sei noch ein langer Weg bei dieser Pandemie. Sorgen bereiteten ihm vor allem die steigenden Fallzahlen in ärmeren Ländern.

19:24 Uhr | Italien will Flugverkehr wieder zulassen

Italien öffnet am 3. Juni seine Flughäfen wieder für den Passagierverkehr. Das sagte Verkehrsministerin Paola De Micheli. Zuvor hatte Italien bereits angekündigt, dass ab diesem Zeitpunkt EU-Bürger wieder einreisen dürfen und es für sie keine pauschale Quarantäne mehr geben wird. Bereits seit Anfang der Woche gibt es wieder mehr Zugverbindungen innerhalb des Landes.

Italien verzeichnet im EU-Vergleich die meisten Toten infolge einer Corona-Infektion: Mehr als 32.000 Menschen starben. Die Regierung ordnete rigide Einschränkungen an, die nun schrittweise gelockert werden.

18:47 Uhr | Sachsen plant Ampelsystem für Corona-Neuinfektionen

Die sächsische Landesregierung hält zur Eindämmung des Coronavirus am Grenzwert von wöchentlich 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einem Landkreis fest. Gesundheitsministerin Petra Köpping sagte MDR AKTUELL, es sei allerdings ein Ampelsystem geplant. Bereits bei 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern würden Maßnahmen zur Eindämmung vorbereitet, die man dann ab 50 Neuinfektionen zur Anwendung bringen müsse. Die Schwelle von 50 Neuinfektionen hatten Bund und Länder bei ihrer letzten Videokonferenz festgelegt.

In den vergangenen Tagen hatten einzelne Bundesländer wie Niedersachsen und Bayern ihren Grenzwert bereits auf 35 neue Fälle pro 100.000 Einwohner gesenkt. Auch das Land Berlin hält 50 Neuinfektionen für zu viel und hat ein eigenes Warnsystem entwickelt, das bereits bei 30 auf Rot schaltet.

18:10 Uhr | Virologe Kekulé: Risiko bei kompletter Kita-Öffnung bleibt

In seinem aktuellen Podcast spricht der Hallenser Virologe Prof. Alexander Kukulé über die Öffnung von Kitas und Schulen und den damit verbundenen Gefahren. Hier können Sie den Podcast hören:

17:15 Uhr | Spritpreise ziehen wieder an

In Deutschland werden Benzin und Diesel wieder teurer. Nach Angaben des ADAC hängt das vor allem mit dem stabileren Rohölmarkt zusammen. Außerdem führten die Corona-Lockerungen zu mehr Straßenverkehr. Dadurch steige die Sprit-Nachfrage. Laut ADAC sind die Kraftstoffpreise die zweite Woche in Folge gestiegen. Zuvor waren sie elf Wochen lang zurückgegangen.

17:02 Uhr | Reisebranche schlägt Alarm

Mit Trillerpfeifen und einem Autokorso sind hunderte Vertreter der Reisebranche durch die Dresdner Innenstadt gezogen. Sie forderten staatliche Finanzhilfe zur Rettung ihrer Jobs. An der Demonstration in der Innenstadt beteiligten sich mehr als 200 Branchenvertreter aus dem Raum Dresden mit Plakaten und Trillerpfeifen. Etwa 30 Reisebusse bildeten einen Konvoi.

16:37 Uhr | Über 300 Corona-Tote im britischen Gesundheitsbereich

In Großbritannien sind bislang mehr als 300 Beschäftigte aus dem Gesundheits- und Sozialbereich an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das teilte Premierminister Boris Johnson im Parlament mit. Demnach gab es beim staatlichen Gesundheitsdienst 181 Tote. Zudem starben 131 infizierte Sozialarbeiter.

Ärzte und Pflegepersonal hatten immer wieder kritisiert, dass in den Kliniken und Heimen nicht ausreichend Schutzausrüstung zur Verfügung stehe. Großbritannien hat europaweit die meisten Corona-Toten. Die Statistiken schwanken je nach Erhebungsmethode zwischen 35.000 und mehr als 50.000.

20.03.2020, Groߟbritannien, London: Ein Mann mit Mundschutz steht vor einem U-Bahn-Schild.
In Großbritannien sind europaweit die meisten Menschen am Coronavirus gestorben. Bildrechte: dpa

15:47 Uhr | Deutsche Bank will keine Staatshilfen beanspruchen

Der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, will sein Institut ohne Staatshilfen durch die Corona-Krise steuern. Bei der virtuellen Hauptversammlung sagte Sewing, das größte deutsche Bankhaus sei deutlich besser mit Kapital und Liquidität ausgestattet als vor ein paar Jahren. Allerdings sei es wichtig, die Deutsche Bank noch wetterfester zu machen.

Sewing zufolge haben bis Anfang Mai weltweit mehr als 120.000 Kunden darum gebeten, Kredite zu stornieren. Dem Großteil habe die Bank zugestimmt. Wie viele Kreditausfälle das Institut am Ende verkraften müsse, lasse sich noch nicht seriös abschätzen.

15:30 Uhr | Urlaub in Deutschland wird teurer

Reiseveranstalter und Buchungsportale rechnen mit einem Preisanstieg für Inlandsurlaub in diesem Sommer. Das teilten sie dem ARD-Magazin "Plusminus" mit. Das Buchungsportal HomeToGo hat für "Plusminus" Suchanfragen für je einen Pfingst- und einen Sommerurlaub für 2019 und 2020 in bestimmten Regionen miteinander verglichen. Pfingstferien im Harz sind demnach in diesem Jahr rund 12 Prozent teurer als im Vorjahr, Sommerurlaub 34 Prozent. Im Thüringer Wald seien die Preise zu Pfingsten zwar um 30 Prozent gefallen, für den Sommer im Vergleich zu 2019 allerdings um 73 Prozent gestiegen. In Mecklenburg-Vorpommern liege der Preisanstieg für Pfingsten bei rund 6 Prozent und bei den Sommerferien bei 14 Prozent.


14:53 Uhr | Weiter Unklarheit über Ticket-Erstattung bei Wave-Gotik-Treffen

Die Organisatoren des Wave-Gotik-Treffens in Leipzig lassen Ticketkäufer weiter im Unklaren darüber, ob sie bereits gekaufte Karten zurückgeben können. Auf eine Anfrage von MDR KULTUR teilten die Veranstalter mit, dazu wolle man sich nicht äußern.

Das Festival sollte am Pfingstwochenende stattfinden und war am 8. Mai wegen der Corona-Beschränkungen abgesagt worden. Die Veranstalter hatten bei der Absage lediglich mitgeteilt, Tickets behielten ihre Gültigkeit für das Wave-Gotik-Treffen 2021. Über Möglichkeiten, sich die Ticketkosten erstatten zu lassen, wurden keine Angaben gemacht.

Auf dem Viktorianischen Picknick 2019
Im vergangenen Jahr hatte das WGT rund 21.000 Besucher. Bildrechte: MDR/Jeannine Völkel

13:55 Uhr | Sachsen-Anhalt: Fitnessstudios bleiben bis 28. Mai zu

In Sachsen-Anhalt müssen Fitnesstudios noch bis kommende Woche geschlossen bleiben. Das Oberverwaltungsgericht in Magdeburg wies die Klage eines Betreibers gegen die Schließungsanordnung ab. Zur Begründung hieß es, die Bedenken der Landesregierung wegen eines hohen Infektionsrisikos in Fitnessstudios seien plausibel. Eine Ansammlung trainierender Menschen bei erhöhter Atemfrequenz erhöhe die Ansteckungsgefahr. Die Landesregierung hatte gestern angekündigt, dass Fitnessstudios ab 28. Mai wieder öffnen dürfen, weil die Zahl der Neuinfektionen so gering sei.

13:10 Uhr | Staat will Reisegutscheine absichern

Die Bundesregierung will Gutscheine für coronabedingt abgesagte Pauschalreisen absichern, wenn der Urlaub vor dem 8. März gebucht wurde. Das sieht ein Kabinettsbeschluss vor. Justizministerin Christine Lambrecht erklärte, man wolle damit der Reisebranche und den Verbrauchern helfen. Kunden, die Gutscheine akzeptierten, gingen dann bei einer Insolvenz des Reiseunternehmens nicht leer aus. Der Bund sichere die Gutscheine bis zu 100 Prozent ab. Damit wolle man einen Anreiz schaffen, nicht auf sofortige Rückzahlung zu bestehen. Wird ein Gutschein nicht bis Ende 2021 eingelöst, soll das Geld dann ausgezahlt werden.

Lambrecht appellierte an die Verbraucher, sich auf die Gutscheinregelung einzulassen. Sie könnten so einen wichtigen Beitrag leisten, um die Vielfalt im Reisesektor zu erhalten. Die ursprünglich geplante verpflichtende Gutscheinregelung widerspricht dem EU-Recht.

12:55 Uhr | Russland meldet Rückgang der Neuinfektionen

In Russland hat sich nach Regierungsangaben die Pandemie-Lage leicht entspannt. Ministerpräsident Michail Mischustin stellte ein Lockerung der Infektionsschutzmaßnahmen in Aussicht, mahnte aber zu Vorsicht. Die nachgewiesenen Infektionen in Russland überschritten am Mittwoch die Marke von 300.000. Das ist nach den USA die zweithöchste Zahl. Jedoch meldeten die Behörden mit 8.764 Neuinfektionen den geringsten Anstieg seit dem 1. Mai. Die Zahl der Todesfälle stieg binnen 24 Stunden um 135 auf 2.972.

12:30 Uhr | Bundesregierung will Werkverträge in der Fleischindustrie verbieten

Die Bundesregierung hat Eckpunkte zur Verschärfung der Arbeitsschutzvorschriften in der Fleischindustrie beschlossen. Geplant ist ein Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit ab kommendem Jahr. Ziel ist nach Worten von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), das System in den Fleischfabriken mit Sub-Unternehmen zu stoppen. Unternehmen sollten bei der Schlachtung und Fleischverarbeitung nur noch Mitarbeiter des eigenen Betriebes einsetzen. Die Kontrollen von Beschäftigungsverhältnissen, Gesundheitsschutz, Arbeitszeiten und der Unterbringung von Beschäftigten sollen massiv ausgeweitet, die Bußgelder auf bis zu 30.000 Euro verdoppelt werden. Heil erwartet dazu juristischen Widerstand von der Fleischindustrie.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner unterstützte ein schärferes Vorgehen gegen Missstände in der Fleischwirtschaft. Sie sprach von einem "Anpassungsbedarf" und verlangte Ausnahmen für das mittelständische Fleischerhandwerk. Die CDU-Ministerin forderte Arbeitsminister Heil auf, dazu ein rechtssicheres Gesetz vorzulegen.

11:55 Uhr | NRW plant ab Juni wieder Kita-Normalbetrieb

Nordrhein-Westfalen hebt das Corona-bedingte Betretungsverbot in Kindertagesstätten und bei Tageseltern zum 8. Juni komplett auf. Gleichzeitig soll auch die bisherige Notbetreuung enden, die nur einem begrenzten Kreis von Kindern zur Verfügung steht. Das teilte das Familienministerium mit.

11:00 Uhr | Bundesregierung billigt längeren Lohnersatz bei Kinderbetreuung

Eltern, die wegen geschlossener Schulen und Kitas nicht zur Arbeit können, erhalten längeren Lohnersatz vom Staat. Die Bundesregierung brachte eine Ausweitung der bislang auf sechs Wochen begrenzten Regelung auf den Weg. Die Verdienstausfallentschädigung in Höhe von 67 Prozent des Nettolohns soll künftig pro Elternteil für maximal zehn Wochen gezahlt werden, an Alleinerziehende bis zu 20 Wochen. Familienministerin Franziska Giffey sagte im ZDF, das sei "ein ganz wichtiger Schritt, um finanzielle Sicherheit zu geben".

10:35 Uhr | Geflügelwirtschaft: Verbot von Werkverträgen in einer Branche verfassungswidrig

Die Geflügelwirtschaft in Deutschland hält ein mögliches Verbot von Werkverträgen nur in der Fleischindustrie für verfassungswidrig. Verbandschef Friedrich-Otto Ripke sagte dem RBB, das wäre eine Diskriminierung, weil es solche Verträge mit Subunternehmen ja auch in der Logistik – etwa bei Amazon, in der Baubranche und anderen Bereichen gebe. Gegen ein Verbot nur für die Fleischbranche ziehe man vor Gericht. Ripke will stattdessen über eine Verbesserung der Arbeits- und Unterkunftsbedingungen reden und schlug dafür einen Runden Tisch vor.

10:05 Uhr | Spanien verhängt umfassende Masken-Pflicht

In Spanien müssen ab Donnerstag in der Öffentlichkeit Atemmasken getragen werden. Nach Regierungsangaben gilt das für alle Menschen ab sechs Jahren. In geschlossenen öffentlichen Räumen müssen Mund und Nase demnach grundsätzlich bedeckt werden. Im Freien gilt die Pflicht dann, wenn ein Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann. Spanien ist mit mehr als 230.000 Infektionen und knapp 28.000 Todesopfern eines der am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Länder.

09:45 Uhr | Blutkonserven werden knapp

Die Corona-Krise führt zu einem Engpass an Blutkonserven in Kliniken und großen Arztpraxen. Der DRK-Blutspendedienst  Nordost informierte, dass wohl erst im Juni wieder ausreichend Spenden-Termine angeboten werden können, um die Regelversorgung sicherzustellen. Wegen der Abstandsregelung musste in Blutspendelokalen die Anzahl der Liegen für Blutspender reduziert werden, kleine Lokale mussten sogar schließen. Anderseits haben viele Kliniken derzeit einen erhöhten Bedarf an Blutkonserven.

09:11 Uhr | Flughafen Berlin-Tegel soll im Juni schließen

Der Flughafen Berlin-Tegel kann wegen der Corona-Krise am 15. Juni vorübergehend für zwei Monate außer Betrieb gehen. Das haben die Gesellschafter Bund und die Länder Berlin und Brandenburg beschlossen. Berlin-Tegel war mit 24 Millionen Fluggästen im vergangenen Jahr die Nummer vier in Deutschland, aktuell sind es nur noch 2.000 Passagiere täglich. Die wenigen Flüge sollen dann in Schönefeld abgefertigt werden. Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg schreibt infolge der Krise dreistellige Millionenverluste. Der neue Hauptstadt-Großflughafen BER soll im Herbst eröffnet werden.

08:10 Uhr | Kinderhilfswerk: Kitas und Schulen komplett öffnen

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat Politik und Behörden aufgerufen, Schulen und Kitas umgehend komplett zu öffnen. Präsident Thomas Krüger mahnte, trotz jüngster Lockerung der Pandemie-Auflagen gingen sehr viele Kinder weiterhin nicht in die Kitas und nur eingeschränkt in die Schule. Das sei ein schwerer Eingriff in die Grundrechte und psychosoziale Entwicklung der Kinder. Der Weg der Schulen mit geteilten Klassen und stundenweisem Unterricht vergrößere soziale Ungleichheiten. Zuvor hatten bereits Kinder- und Jugendärzte sowie weitere medizinische Fachgesellschaften eine schnellstmögliche vollständige Wiederöffnung der Einrichtungen gefordert.

07:26 Uhr | Kein Alkoholverbot zu Himmelfahrt

In Mitteldeutschland ist am Himmelfahrtstag kein Alkoholverbot geplant. Eine Sprecherin des sächsischen Sozialministeriums sagte MDR AKTUELL, die bestehenden Kontaktbeschränkungen und Hygienevorschriften reichten aus. Fahrradtouren oder Kremserfahrten seien nur in Familie oder mit einem anderen Hausstand erlaubt. Gleiches gilt in Thüringen. In Sachsen-Anhalt dürfen viele Gaststätten erst am Freitag wieder öffnen. Dagegen ist es in anderen Bundesländern den Gaststätten untersagt, zu Himmelfahrt Alkohol außer Haus zu verkaufen. Auch dürfen Männer keinen Alkohol auf Bollerwagen mitführen.

07:10 Uhr | Sachsen-Anhalt muss Gürtel enger schnallen

Sachsen-Anhalts Finanzminister Michael Richter erwartet angesichts der Steuerausfälle infolge der Corona-Krise erhebliche Einschnitte. Der CDU-Politiker sagte MDR AKTUELL, die Gesamtsituation sei dramatischer als befürchtet. Daher müsse die Politik die Diskussion eröffnen, wie das Land künftig mit weniger Geld auskommen könne. Richter wies einen Vorschlag des Landesrechnungshofes zurück, den Haushalt neu zu verhandeln. Mit dem Nachtragshaushalt habe man die Lage im Griff. Laut jüngster Steuerschätzung wird Sachsen-Anhalt in diesem Jahr 1,2 Milliarden Euro weniger Steuern einnehmen als geplant.

06:50 Uhr | Fleischindustrie pocht auf Werkverträge

Die deutsche Fleischindustrie hat erneut vor einem Ende der Werkverträge in der Branche gewarnt. Verbandschefin Heike Harstick sagte den Funke-Medien, sollte die Anheuerung von Subunternehmen verboten werden, drohten gravierende wirtschaftliche Schäden. Große Teile der Fleischproduktion würden dann ins Ausland abwandern. Das Corona-Kabinett berät heute über Missstände. Arbeitsminister Hubertus Heil will Werkverträge in der Branche verbieten. In den vergangenen Wochen hatten sich zahlreiche osteuropäische Vertragsarbeiter von Schlachthöfen mit dem Virus infiziert, sie wohnen meist in Sammelunterkünften.

06:15 Uhr | Bis zu 20 Wochen Lohnersatzzahlung für Alleinerziehende

Die Bundesregierung hat sich auf eine längere Lohnfortzahlung für Eltern geeinigt, die wegen geschlossener Schulen und Kitas nicht arbeiten können. Das bestätigte Familienministerin Franziska Giffey am Mittwoch im ZDF. Gesundheitsminister Jens Spahn zufolge wird die staatliche Unterstützung je Elternteil auf bis zu zehn Wochen verlängert. Bei Alleinerziehenden seien es bis zu 20 Wochen. Bislang ist der Lohnersatz auf sechs Wochen befristet. Dabei erhalten Eltern bis zu zwei Drittel ihres Lohns vom Staat, wenn sie Kinder unter zwölf Jahren wegen der Pandemie zu Hause betreuen müssen.

05:25 Uhr | Gysi begrüßt Merkel-Macron-Vorstoß zu EU-Hilfspaket

Die Linksfraktion hat das von Deutschland und Frankreich vorgeschlagene EU-Hilfspaket nach der Corona-Krise gelobt. Der außenpolitische Sprecher Gregor Gysi sagte MDR AKTUELL, er finde den Vorschlag gut, sei angesichts des Widerstandes mehrerer Länder aber skeptisch für die Realisierung. Spanien und Italien benötigten dringend Hilfe, jetzt müsse die EU Solidarität beweisen. Das Hilfspaket soll 500 Milliarden Euro umfassen, die EU soll dafür Kredite aufnehmen.

05:03 Uhr | Tanzschulen kritisieren unterschiedliche Corona-Regeln

Der Deutsche Tanzsportverband hat das unterschiedliche Vorgehen der Länder bei den Corona-Lockerungen kritisiert. Die Tänzer ärgert, dass in Nordrhein-Westfalen und Sachsen Tanzschulen öffnen dürfen, in anderen Bundesländern aber nicht. "Durch den jetzt entstandenen 'Lockerungswettbewerb der Länder' herrscht gerade flächendeckend das reinste Chaos auf dem Weg in den Wiedereinstieg des Tanzsports", hieß es in einer Mitteilung.

Der Deutsche Tanzlehrer-Verband teilte mit, über 3.000 Arbeitsplätze und mehr als 800 Betriebe seien in Gefahr. Online-Kurse seien nur Hilfsangebote. Diese würden die Kundschaft auf Dauer nicht halten.

03:06 Uhr | Brasilien: 1.100 Corona-Tote binnen 24 Stunden

In Brasilien sind erstmals innerhalb eines Tages mehr als 1.000 Todesopfer im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion registriert worden. Laut Gesundheitsministerium starben im Zusammenhang mit Covid-19 insgesamt 1.179 Menschen. Damit stieg die Gesamtzahl der offiziell gezählten Todesfälle auf 17.971. Landesweit sind nach Ministeriumsangaben mehr als 271.000 Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert. Damit liegt das Land weltweit auf dem dritten Rang, hinter den USA und Russland. Wegen unzureichender Testmöglichkeiten vermuten Experten eine hohe Dunkelziffer an Infizierten. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro wird vorgeworfen, die Corona-Krise in seinem Land herunterzuspielen.

01:18 Uhr | USA verlängern Reisebeschränkungen

Die USA verlängern die Reisebeschränkungen nach Kanada und Mexiko um 30 Tage. Das US-Heimatministerium teilte mit: "Nicht-wesentliche Reisen werden erst dann erlaubt, wenn die Regierung davon überzeugt ist, dass es sicher ist." Man stehe dazu mit den Kollegen in Mexiko und Kanada in Kontakt. Ursprünglich sollten die Reisebeschränkungen am Mittwoch enden.

00:49 Uhr | Weltbank warnt vor Zunahme extremer Armut

Die Weltbank hat vor einer deutlichen Zunahme extremer Armut als Folge der Corona-Pandemie gewarnt. Nach Schätzung des Instituts könnten durch die Pandemie bis zu 60 Millionen Menschen in bittere Not abrutschen, erklärte der Direktor für Entwicklungsmaßnahmen der Weltbank, David Malpass. Die in den vergangenen drei Jahren erzielten Fortschritte in der weltweiten Armutsbekämpfung würden durch die Corona-Krise zunichte gemacht.

00:01 Uhr | Spanische Regierung: Ausnahmezustand nur noch um zwei Wochen verlängern

Die spanische Regierung will den Ausnahmezustand nur noch um zwei Wochen verlängern. Ursprünglich war geplant, den Ausnahmezustand einen Monat länger bestehen zu lassen. Die Regierung will nun einem Sprecher zufolge im Parlament eine Verlängerung bis zum 7. Juni beantragen. Zuletzt war der Widerstand im Parlament gegen eine immer weitere Verlängerung des Ausnahmezustandes stark gewachsen. In Spanien gilt seit zwei Monaten die dritthöchste Notstandsstufe.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Mai 2020 | 06:00 Uhr