Coronavirus 12. August: Schwere Panne bei bayerischen Corona-Testzentren

In Bayern hat es bei der Übermittlung von Ergebnissen der Testzentren an Autobahnen massive Verzögerungen gegeben. In der spanischen Region Galizien ist künftig das Rauchen im Freien vielerorts untersagt. Das RKI zieht seine Meldung über einen möglichen Impfstoff ab Herbst zurück. Für das umstrittene Großkonzert in Düsseldorf sind bisher 3.000 Tickets verkauft worden. In Leipzig werden dagegen noch Probanden für die geplante Konzert-Studie gesucht. Alle Entwicklungen im Ticker.

Teströhrchen liegen an einem Corona-Testzentrum
Bayerns Ministerpräsident Söder verprach nach Bekanntwerden der Panne, alle Strukturen zu überprüfen. Die Opposition wirft ihm dagegen "eklatantes Regierungsversagen" vor. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 12. August 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:26 Uhr | London korrigiert Zahl der Corona-Toten deutlich nach unten

Die britische Regierung hat die Zahl der Corona-Toten für England um mehr als 5.000 nach unten korrigiert. Zur Begründung teilte das Gesundheitsministerium mit, dass Todesfälle bei positiv Getesteten bislang in England ohne zeitliche Beschränkung erfasst worden seien. In anderen Landesteilen wie beispielsweise Schottland gelte hingegen eine Frist von 28 Tagen zwischen einem positiven Corona-Test und dem Todeszeitpunkt. Danach werde von einer anderen Todesursache ausgegangen. Das solle nun einheitlich im ganzen Land so gehandhabt werden. Die Zahl der Todesfälle bei nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten in Großbritannien sank damit von 46.706 auf 41.329.

21:27 Uhr | Corona-Warngerät für Menschen ohne Smartphone

Sachsen will künftig auch Menschen ohne Smartphone die Möglichkeit geben, an der automatisierten Nachverfolgung von Corona-Kontaktpersonen teilzuhaben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wird dazu ein sogenannter Corona-Warn-Buzzer entwickelt. Das Gerät solle ähnlich der Corona-Warn-App funktionieren und via Bluetooth Kontakte zu Smartphones und anderen Warn-Buzzern aufzeichnen.

Da vor allem Kinder und Senioren häufig kein Smartphone besäßen, könnten diese Personengruppen durch den Buzzer an die automatisierte Kontakt-Nachverfolgung angebunden werden. Der sächsische Datenschutzbeauftragte habe bei einer Prüfung keine grundsätzlichen Bedenken erhoben und werde auch weiterhin in die gesamte Entwicklungsphase eingebunden.

20:25 Uhr | Schwere Test-Panne an bayerischen Autobahnen

In Bayern ist es zu massiven Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen von Urlaubsrückkehrern gekommen. Wie die bayerische Staatsregierung heute eingestanden hat, warten noch 44.000 Menschen nach ihrer Rückkehr aus dem Auslandsurlaub auf das Ergebnis ihres Tests an bayerischen Autobahnen. Darunter seien auch 900 positiv Getestete. Diese sollen laut Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml bis morgen Mittag informiert werden. Wieviele der Infizierten im Freistaat leben oder aus einem anderen Bundesland kommen, war zunächst nicht klar.

Grund für die Verzögerungen seien vor allem Probleme bei der händischen Übertragung von Daten und eine unerwartet hohe Nutzung des Angebots, hieß es. Manche Formulare von Getesteten seien unvollständig oder schwer leserlich ausgefüllt.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nannte den "Fehler" bei den Testzentren "sehr, sehr ärgerlich". Alle Strukturen seien nun umgehend zu überprüfen. Aus der Opposition kam scharfe Kritik. Grünen-Landtagsfraktionschef Ludwig Hartmann sprach von "eklatantem Regierungsversagen". FDP-Fraktionschef Martin Hagen schrieb auf Twitter, "Söders Inszenierung als Corona-Musterschüler" bekomme zunehmend Risse.

19:19 Uhr | Bundesarbeitsagentur muss an Rücklagen ran

Die Bundesagentur für Arbeit hat wegen der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr einen großen Teil ihrer Finanzrücklagen aufgebraucht. Laut Behörde wurden zehn Milliarden Euro verwendet. Damit seien Ende Juni noch 16 Milliarden Euro an Rücklagen übrig gewesen. Die Kosten seien in die Höhe geschossen durch Kurzarbeitergeld, mehr Arbeitslosengeld und die entsprechenden Sozialleistungen in der Pandemie. Vorstandschef Detlef Scheele rechnet weiterhin mit Mehrausgaben. Ende des Jahres seien die Rücklagen voraussichtlich komplett aufgebraucht. Dann müsse der Bund einspringen.

18:58 Uhr | Galicien verhängt Rauchverbot im Freien

In der spanischen Region Galicien wird das Rauchen im Freien künftig eingeschränkt. Wie die Zeitung "El País" berichtet, ist das Rauchen ab Donnerstag überall dort verboten, wo der Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Darunter fallen auch Straßencafés. Der regionale Regierungschef Alberto Núñez Feijóo berief sich auf Empfehlungen einer medizinischen Expertenkommission. Tabakrauch stelle demnach ein hohes Risiko für die Verbreitung des Coronavirus dar.

18:50 Uhr | Update: RKI zieht Meldung über Impfstoff zurück

Das Robert Koch-Institut hat nach eigenen Angaben versehentlich eine veraltete Version seines Strategiepapiers online gestellt. Darin hieß es, man halte einen Impfstoff gegen das Coronavirus bereits ab Herbst für einsetzbar. In einer aktualisierten Version rechnet das RKI aber nicht mehr damit. Eine aktualisierte Version des Papiers soll in Kürze veröffentlicht werden.

Gestern hatte Russland als erstes Land weltweit einen Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen. Kritiker verweisen jedoch darauf, dass die für die Patientensicherheit entscheidende dritte Testphase nicht abgeschlossen wurde.

18:33 Uhr | 3.000 Tickets für umstrittenes Großkonzert gekauft

Für das umstrittene Großkonzert in Düsseldorf am 4. September sind bislang mehr als 3.000 Tickets verkauft worden. Das gab der Veranstalter bekannt. Da die Abwicklung eines Tickets durch die Registrierung wesentlich mehr Zeit benötige, sei man zufrieden über die Zahlen.

Insgesamt sollen bis zu 13.000 Zuschauerinnen und Zuschauer das Konzert besuchen dürfen. Auftreten sollen unter anderem Bryan Adams und Sarah Connor.

Die Pläne für das Konzert stießen auf heftige Kritik. Das Gesundheitsministerium in Nordrhein-Westfalen prüft nach eigenen Angaben das von der Stadt abgesegnete Hygienekonzept.

17:08 Uhr | Corona-Testzentren an Sachsens Grenzen eingerichtet

Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen richtet an den Autobahn-Grenzübergängen zu Polen und Tschechien Corona-Testzentren ein. Wie der Vorstandsvorsitzede Klaus Heckemann sagte, können sich Urlaubsrückkehrer ab Freitag testen lassen. Für Lkw-Fahrer sei der Service noch nicht vorgesehen. Dafür reichten die Parkplätze nicht aus. Heckemann sieht die Testzentren an den Autobahnen als Ergänzung zu Stationen auf den Flughäfen Dresden und Leipzig/Halle.

In Dresden wurden bisher mehr als 3.000 Tests durchgeführt. Sieben Ergebnisse fielen positiv aus. In Leipzig/Halle wurden 19 von über 3.400 Passagiere positiv getestet.

16:21 Uhr | WHO rät von verschiebbaren Zahnarztbesuchen ab

Die Weltgesundheitsorganisation hat zum Verzicht auf Zahnarztbesuche aufgerufen, wenn sie nicht dringend notwendig sind. Als Grund wird in einer neuen WHO-Richtlinie die Corona-Pandemie genannt. Darin heißt es, Routine-Untersuchungen, professionelle Zahnreinigungen und Prophylaxe-Behandlungen sollten verschoben werden, bis die Übertragungsrate ausreichend gesunken sei. Das gelte auch für Behandlungen aus kosmetischen Gründen. Wegen der Übertragung des Virus durch winzige Spucktröpfchen seien Zahnärzte besonders gefährdet. Außerdem könnten sie auch leicht Patienten anstecken. Beibehalten werden sollten laut WHO weiterhin dringende Behandlungen etwa bei starken Schmerzen.

15:29 Uhr | Anmeldefrist für Konzert-Studie mit Tim Bendzko verlängert

Für das Test-Konzert mit Tim Bendzko in der Leipziger Arena ist die Anmeldefrist verlängert worden. Eine Sprecherin der Uni-Medizin Halle sagte, Interessierte könnten sich noch bis Sonntag registrieren lassen. Man wolle möglichst vielen Menschen ermöglichen, sich zu beteiligen. Der Sprecherin zufolge sind derzeit rund die Hälfte der 4.000 Plätze vergeben. Die Zahl der Teilnehmer reiche aus, um die Studie durchzuführen. Wissenschaftler wollen nach dem Konzert am 22. August ein Modell entwickeln, mit dem das Risiko eines Corona-Ausbruchs nach Großveranstaltungen berechnet werden kann.

15:21 Uhr | Erneuter Lockdown in Auckland

In der neuseeländischen Großstadt Auckland ist erneut ein Lockdown angeordnet worden. Als Grund gaben die Behörden an, dass bei vier Mitgliedern einer Familie das Coronavirus festgestellt wurde. Man könne sich die Infektionen nicht erklären. Die Familie habe keine Auslandsreise unternommen. Außerdem seien seit über 100 Tagen in Neuseeland keine Übertragungen festgestellt worden. In Auckland sollen alle Schulen und nicht notwendige Geschäfte geschlossen bleiben. Die 1,7 Millionen Einwohner wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Um die Stadt errichtete die Polizei Straßensperren. Im Rest des Landes wurden Zusammenkünfte von mehr als 100 Menschen verboten. Der Lockdown soll bis Freitag gelten. 

14:54 Uhr | Tui erhält zusätzliche staatliche Hilfe

Der Reisekonzern Tui erhält weitere staatliche Hilfe. Wie das Unternehmen mitteilte, wird ein schon bestehender Kredit der Förderbank KfW um mehr als eine Milliarde Euro aufgestockt. Damit würden die traditionell flaue Reisezeit im Winter und weitere längerfristige Reisebeschränkungen abgedeckt. Tui hatte bereits im Frühjahr ein Darlehen über 1,8 Milliarden Euro erhalten. Dem Konzern waren in der Corona-Krise wegen der weltweiten Reisebeschränkungen große Teile des Geschäfts weggebrochen.

14:42 Uhr | Urlauber brechen trotz Reisewarnung nach Spanien auf

Das Auswärtige Amt hat wegen steigender Infektionszahlen die Reisewarnung für Spanien auf die Hauptstadt Madrid und das Baskenland ausgeweitet. Deutsche Urlauber stiegen am Mittwochmorgen dennoch in den Ferienflieger.

13:33 Uhr | NRW: Jede vierte Neuinfektion bei Reisenden

In Nordrhein-Westfalen ist etwa jede vierte Corona-Neuinfektion auf Reiserückkehrer zurückzuführen. Das Gesundheitsministerium erklärte, dabei handele es sich sowohl um Rückkehrer aus dem Inland als auch aus dem Ausland.

In dem bevölkerungsreichsten Bundesland waren nach Angaben des Robert Koch-Instituts gestern 413 Neuinfektionen gemeldet worden.

13:21 Uhr | Britische Wirtschaft bricht um 20 Prozent ein

Die Wirtschaft von Großbritannien ist wegen der Corona-Krise massiv abgestürzt. Wie die nationale Statistikbehörde mitteilte, ging das Bruttoinlandsprodukt von April bis Juni um 20 Prozent zurück, verglichen mit dem Vorjahresquartal.

Mit dem Absturz seiner Wirtschaft stellt Großbritannien einen negativen Rekord auf. Kein anderes Industrieland meldete für das zweite Quartal ein so großes Minus. Die deutsche Wirtschaft schrumpfte um rund zehn Prozent.

11:48 Uhr | Kein Zutritt mit eigener Maske in Sonneberger Klinik

Patienten und Besucher dürfen die Regiomed-Kliniken in Südthüringen und Bayern nicht mehr mit eigenem Mund-Nasen-Schutz betreten. Am Eingang sollten stattdessen kostenlose Masken verteilt werden, sagte ein Sprecher des Klinikverbundes. Diese müssen alle Besucher und Patienten tragen.

Nach Angaben des Klinikverbundes wurden in der Vergangenheit immer wieder unzureichende oder schlecht angepasste Masken getragen. Nur korrekt angelegte medizinische Masken würden einen Schutz vor Coronaviren bieten.

Alle aktuellen Corona-Entwicklungen aus Thüringen hier.

11:06 Uhr | Thüringen hängt bei Laptop-Kauf hinterher

In Thüringen stockt die Umsetzung eines Sofortprogramms zur Anschaffung von Schüler-Computern. Das Bildungsministerium teilte mit, die Schulträger hätten noch keine Anträge stellen können, weil die nötige Richtlinie fehle. Sie werde derzeit noch geprüft.

In Sachsen wurden laut Kultusministerium dagegen bereits mehr als 80 Prozent des verfügbaren Geldes ausgezahlt, in Sachsen-Anhalt sogar die gesamte Summe. Hier sollen kurz nach Schulstart die ersten Geräte in den Schulen sein. Neben Laptops können auch Tablets oder Software bezuschusst werden.

Das Geld kommt vom Bund. Insgesamt wurden 500 Millionen Euro bereitgestellt, damit Schulen während der Corona-Pandemie Laptops für bedürftige Kinder anschaffen können.

10:41 Uhr | Maskenpflicht im Freien im Großraum Brüssel

Die belgischen Behörden haben eine Maskenpflicht im Freien für den Großraum Brüssel angeordnet. Die Vorschrift gelte im öffentlichen Raum für alle ab zwölf Jahren, teilte die Regierung der Region Brüssel-Hauptstadt am Mittwoch mit. Für die Flämische und Wallonische Region gilt die Regelung nicht.

Die Behörden begründeten den Schritt damit, dass die Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen eines Tages überschritten wurde. Ausnahmen gelten demnach bei Sport, schwerer körperlicher Arbeit und für Menschen, die aus medizinischen Gründen keinen Gesichtsschutz tragen können.

Seit Juli gab es bereits eine Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen.

10:05 Uhr | Masken an Schulen: Grimm-Benne für Kompromiss

Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt
Petra Grimm-Benne, Gesundheitsministerin von Sachsen-Anhalt Bildrechte: Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt

In der Diskussion um eine Corona-Maskenpflicht an Schulen gibt es einen neuen Vorschlag aus Sachsen-Anhalt. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne sprach sich im MDR für eine Zwischenlösung aus. Man überlege, eine Maskenpflicht für die ersten zwei Wochen nach Schulbeginn einzuführen. Dabei gehe es um die Inkubationszeit von Reisenden, die erst kurz vor dem Ferienende zurückgekehrt seien. Eine Entscheidung darüber sei aber noch nicht gefallen, sagte die SPD-Politikern.

Sachsens Kultusministerium hatte am Dienstag erklärt, vorerst auf eine Maskenpflicht in Schulen zu verzichten.

09:57 Uhr | Prag: Mehr Kultur, weniger Bier

Angesichts der Corona-Krise überdenkt Prag die Tourismus-Strategie. Künftig will die tschechische Hauptstadt stärker kulturell interessierte Touristen ansprechen. "Der langfristige Trend ist es, das Stadtzentrum von den Massen zu befreien, den Tourismus außerhalb der Hauptsaison zu unterstützen und Touristen zu locken, die nicht nur ein schnelles Foto auf der Karlsbrücke oder eine wilde Party erleben wollen", sagt Hana Třeštíková, die für Tourismus verantwortliche Prager Stadtvertreterin.

Wegen ausbleibender Besucher verliert Prag nach Angaben der Agentur CzechTourism in diesem Jahr etwa 2,5 Milliarden Euro und zugleich 30.000 Arbeitsplätze.

08:55 Uhr | Gesundheitsminister Spahn in Sorge

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen als "besorgniserregend" bezeichnet. Mit den derzeitigen Ansteckungszahlen könne das Gesundheitswesen zwar noch gut umgehen, sagt der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Der Anstieg könne aber eine Dynamik entfalten. Denn es gebe inzwischen viele kleinere und größere Ausbrüche im ganzen Land, bei denen die Ansteckungen nicht mehr so einfach nachzuverfolgen seien. Deswegen wäre es gut, wenn es jetzt zumindest eine Stabilisierung in dieser Größenordnung gebe.

Der Durchschnittswert der Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen hat inzwischen die Schwelle von 900 überschritten. Das geht aus der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts "Risklayer" hervor. Demnach gab es am Dienstag bundesweit 1.030 Neuinfektionen. 84 Prozent der Landkreise übermittelten ihre Zahlen.

Laut den Daten gab es am Dienstag 16 neue Fälle in Sachsen-Anhalt und jeweils 11 Neuinfektionen in Sachsen und Thüringen.

07:50 Uhr | Keine Pflicht zur Maske beim Arztgespräch

Im Wartezimmer gilt die Maskenpflicht, zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt im Behandlungstimmer aber nicht. MDR-AKTUELL-Hörer T. Fischer hat uns gefragt, wieso hier eine Ausnahme gilt. Die Antwort in unserer Serie "Hörer machen Programm":

07:20 Uhr | Schwierige Personalsuche in Gesundheitsämtern

Die Gesundheitsämter sind in der Pandemie besonders gefordert. Doch vielerorts bleiben Stellen in den Ämtern lange unbesetzt – und das auch schon vor der Krise. Eine Ursache ist offenbar die schlechte Bezahlung, wie Raja Kraus recherchiert hat.

Spätestens, wenn die sich dann entschieden haben, doch den Weg ins Gesundheitsamt zu finden, und sehen, was die an Gehalt bekommen, gibt es welche, die erfahrungsgemäß dann sagen: Nee, vielen Dank.

Anonyme Fachärztin in einem Gesundheitsamt in Sachsen

06:40 Uhr | Ärztepräsident gegen Schulschließungen

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat sich gegen die Schließung kompletter Schulen bei Corona-Infektionen ausgesprochen. Der "Rheinischen Post" sagte er:

Wenn ein Corona-Fall in einer Schule auftaucht, muss nicht direkt die Schule für 14 Tage geschlossen werden.

Klaus Reinhardt Präsident der Bundesärztekammer

Es reiche, wenn einzelne Klassen oder Kurse zu Hause bleiben. Voraussetzung dafür sei, dass die Schülerinnen und Schüler auch nur in diesen Gruppen zusammenkommen. Leider seien viele Schulen mit Blick auf ihre Hygiene- und Abstandskonzepte auf den Start nach den Sommerferien nicht ausreichend vorbereitet.

Reinhardt stellte außerdem infrage, ob eine Quarantäne von zwei Wochen notwendig ist. "Grundsätzlich halte ich 14 Tage Quarantäne ohnehin für sehr lang bemessen. Es gibt inzwischen Studien, wonach auch sieben Tage ausreichen, bis das Ansteckungsrisiko vorbei ist."

06:33 Uhr | WHO sieht russischen Impfstoff skeptisch

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zurückhaltend auf die Zulassung des ersten Impfstoffs in Russland reagiert. Ein WHO-Sprecher sagte in Genf, man stehe in engem Kontakt mit den russischen Gesundheitsbehörden und diskutiere mit ihnen über die Kriterien des Impfstoffs. Alle Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit des Serums müssten rigoros überprüft werden.

Ähnlich äußerte sich das Paul-Ehrlich-Institut, das in Deutschland für die Freigabe von Impfstoffen zuständig ist. Präsident Klaus Cichutek sagte, bei dem russischen Serum fehlten noch wichtige Daten, etwa über Nebenwirkungen. Die Zulassung sei daher mit Vorsicht zu betrachten.

06:28 Uhr | Haseloff für Zuschauer beim Fußball

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff will möglichst bald wieder Zuschauer in die Fußballstadien lassen. Nach einer Telefonkonferenz der Länderchefs sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung", das Ziel sollte sein, damit schon mit dem Saisonstart im Profifußball im September zu beginnen. Man müsse den Wiedereinstieg in den Zuschauerverkehr finden. Haseloff bezog das nicht nur auf die 1. und 2. Bundesliga, sondern auch auf die 3. Liga. Der CDU-Politiker widersprach damit dem Konsens der Gesundheitsminister von Bund und Ländern. Die hatten sich für Geisterspiele noch bis Ende Oktober ausgesprochen.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. August 2020 | 06:00 Uhr