Covid-19 Coronavirus-Ticker: New York hat mehr Infektionen als Deutschland

New Yorks Bürgermeister schlägt Alarm. In Italien gibt es leichte Anzeichen von Hoffnung. In Mitteldeutschland erleben die Aufbaubanken einen Ansturm auf die Soforthilfe. Gestritten wird um den Sinn einer Mundschutz-Pflicht. Die EU-Kommission fordert eine Regelung für Erntehelfer. Der Virologe Kekulé lehnt Handy-Ortungen ab. Die Regierung sieht keinen Anlass, die Beschränkungen des öffentlichen Lebens zu lockern. Zudem gibt es Forderungen nach einer Abriegelung von Pflegeheimen.

Eine Patientin mit Mundschutzmaske wird auf einer Liege zwischen einem Zelt und dem Krankenhausgebäude des Krankenhauses «Maimonides Medical Center» im New Yorker Stadtteil Brooklyn geschoben. Die Zahl der Toten hat sich innerhalb weniger Tage verdoppelt, allein im Bundesstaat New York starben mehr als 700 Menschen.
In New York steigen die Infektionszahlen weiter rasant. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Montag endet hiermit. Wir danken für Ihr Interesse. Aktuelle Informationen zur Pandemie finden Sie ab Dienstagnacht wieder auf der Seite von MDR AKTUELL.

22:22 Uhr | Helden des Alltags - Müllfahrer

Weil viele, die jetzt zu Hause bleiben müssen, die Zwangspause zum Frühjahrsputz nutzen, haben die Stadtreinigungen mehr zu tun als üblich. Ein Besuch bei Helden des Alltags.

22:13 Uhr | New York hat mehr Infektionen als Deutschland

Im US-Bundesstaat New York ist die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in den letzten 24 Stunden um etwa 7.000 auf 66.497 gestiegen. Damit sind dort mehr Menschen nachweislich infiziert als in Deutschland. Die Zahl der Toten stieg um 253 auf 1.218.

Gouverneur Andrew Cuomo bat Ärzte und Krankenpfleger in anderen Regionen der USA um Hilfe. New York brauche Entlastung. Im Gegenzug würde New Yorker Ärzte und Schwestern in anderen Regionen helfen, wenn diese vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt Unterstützung benötigten.

21:52 Uhr | Innenminister einig - Beschränkungen bleiben

Die Innenminister von Bund und Ländern haben sich für eine Beibehaltung der Beschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Ausbreitung ausgesprochen. Nach einer Telefonkonferenz erklärte Bundesinnenminister Horst Seehofer, Deutschland sei erst am Anfang der Pandemie. Man dürfe nicht frühzeitig die notwendigen Maßnahmen zur Unterbrechung der Infektionsketten aufheben. Er appelliere "eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, nicht nachzulassen".

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thüringens Ressortchef Georg Maier, sagte, es gebe  noch keine verlässlichen Zahlen, ob und in welcher Weise die eingeleiteten Schritte wirkten. Deshalb komme eine Lockerung nicht in Betracht. Die Polizei werde weiterhin konsequent gegen Verstöße vorgehen.

21:34 Uhr | Vermögensprüfung bei Grundsicherung ausgesetzt

Der Zugang zur staatlichen Grundsicherung wird wegen der Corona-Krise erleichtert. Wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte, wird bis Ende Juni auf eine Vermögensprüfung verzichtet. Die Antragsteller müssten lediglich erklären, dass sie über kein erhebliches Vermögen verfügten. Die Betroffenen dürften dann ihr Erspartes in den ersten sechs Monaten des Leistungsbezugs behalten. Die Regelung soll rückwirkend für alle ab dem 1. März gestellten Anträge gelten.

21:15 Uhr | Italien will Ausgangsverbote bis Ostern

Die italienische Regierung will die strengen Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise bis mindestens Ostern verlängern. In diese Richtung werde man sich bewegen, teilte das Gesundheitsministerium am Montagabend mit. Bisher galten die Ausgangsverbote bis zum kommenden Freitag. Sie waren am 10. März in Kraft getreten.

20:37 Uhr | Update - Tausende Anträge auf Soforthilfe am ersten Tag

In Mitteldeutschland sind am ersten Tag tausende Anträge auf Corona-Soforthilfen gestellt worden. Wie das Wirtschaftsministerium in Sachsen-Anhalt mitteilte, gingen seit dem Morgen pro Stunde etwa 1.000 Anträge ein. Man habe mit einer hohen Nachfrage gerechnet und sich darauf vorbereitet, die Hilfen schnell auszuzahlen. Anträge seien bis Ende Mai möglich. In Sachsen gab es am Morgen auf dem Portal der Aufbaubank technische Probleme. Dennoch wurden auch hier Tausende Anträge registriert. In Thüringen erklärte eine Sprecherin der Aufbaubank, man wolle jeden Antrag innerhalb von 15 Minuten prüfen und bewilligen. Allerdings fehlten häufig Unterlagen oder die Schrift sei unleserlich. Die Soforthilfe kann von Selbstständigen, Freiberuflern und Firmen mit bis zu 50 Angestellten beantragt werden. Je nach Betriebsgröße werden Zuschüsse zwischen 9.000 und 25.000 Euro gezahlt.

20:26 Uhr | Streit um Vorabi-Klausuren mitten in der Corona-Krise

Obwohl die Schulen geschlossen und die Abitur-Prüfungen verschoben sind, sollen Zwölftklässler in Sachsen-Anhalt noch diese Woche Klausuren unter Abiturbedingungen schreiben. So zumindest die Kritik einer Gymnasiallehrerin. Aus dem Bildungsministerium hingegen heißt es, die Klausuren seien nicht vorgeschrieben, sondern "gestattet".

20:08 Uhr | Zahl der Toten in Frankreich steigt auf über 3.000

Frankreich hat die Schwelle von 3.000 Corona-Toten überschritten. Die Gesundheitsbehörden meldeten einen Anstieg der Opferzahl um 418 auf 3.024. Die Zahl der Infektionen stieg um mehr als 4.000 auf 44.550. Auf den Intensivstationen der Kliniken würden 5.107 Menschen beatmet, fast 500 mehr als am Vortag.

19:46 Uhr | Sachsen will Beschränkungen verlängern

Sachsen will die derzeit geltenden Ausgangsbeschränkungen bis zum 20. April verlängern. Innenminister Roland Wöller kündigte an, das Kabinett wolle am Dienstag eine entsprechende Rechtsverordnung verabschieden. Bislang gilt die aktuelle Allgemeinverfügung, die unter anderem Außerhaus-Begegnungen auf maximal zwei Personen bzw. den eigenen Hausstand begrenzt, bis zum 5. April.

19:41 Uhr | Autor von Hit "I Love Rock 'n' Roll" gestorben

Der US-Musiker Alan Merrill ist im Alter von 69 Jahren nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Das teilte seine Tochter auf Facebook mit. Merrill gehörte in den 1970er-Jahren zur Band Arrows und schrieb 1975 das Lied "I Love Rock'n'Roll". Der Song wurde in der Coverversion von Joan Jett & the Blackhearts zu einem weltweiten Erfolg. Jett trauerte via Twitter um Merrill.

19:09 Uhr | Auch dritter Corona-Test bei Merkel negativ

Auch der dritte Test von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf das neuartige Coronavirus ist negativ. Das teilte ein Regierungssprecher mit. Die Bundeskanzlerin werde dennoch auch in den nächsten Tagen die Dienstgeschäfte aus ihrer häuslichen Quarantäne wahrnehmen. Merkel hatte sich in Isolation begeben, nachdem ein Arzt, zu dem sie Kontakt hatte, positiv getestet worden war.

19:02 Uhr | Ärztepräsident stößt mit Idee auf Kritik

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat sich dafür  ausgesprochen, für Menschen, die eine Corona-Ansteckung überwunden haben, die Kontaktsperre zu lockern. Der Chef der Bundesärztekammer sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", alle, die immun seien, weil sie die Infektion hinter sich hätten, könnten dann wieder zur Arbeit gehen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Dazu müsse man aber möglichst viele Bundesbürger auf Antikörper testen.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, nannte Reinhardt "gefährlich ahnungslos". Wenn jetzt geheilte Menschen in das Normalleben entlassen würden, bedeute das Chaos für die Ordnungshüter. Eine Kontrolle der Kontaktverbote wäre unmöglich. Es habe ja schließlich niemand vor, amtliche Armbinden für Corona-Geheilte auszugeben.

18:46 Uhr | Weniger Neuinfektionen in Italien

In Italien hat sich der Anstieg der bestätigten Coronavirus-Infektionen weiter verlangsamt. Wie der Zivilschutz des Landes mitteilte, wurden am Montag 4.050 Neuinfektionen registriert. Damit stieg die Gesamtzahl auf 101.739. Die Zahl der Verstorbenen ist allerdings nach wie vor so hoch wie in keinem anderen Land der Welt. In den vergangenen 24 Stunden kamen 812 Tote hinzu, insgesamt sind es nun 11.591.

18:13 Uhr | Wirtschaftsweise rechnen mit Minus von fünf Prozent

Durch die Corona-Krise rutscht Deutschland nach Ansicht der Wirtschaftsweisen in die Rezession. Der Expertenrat geht von einem Rückgang der Wirtschaft um fünf Prozent aus.

18:00 Uhr | WHO rät von allgemeinem Mundschutz-Tragen ab

Die Weltgesundheitsorganisation hat sich im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus gegen eine allgemeine Mundschutz-Pflicht ausgesprochen. WHO-Nothilfedirektor Michael Ryan sagte, es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass damit etwas gewonnen wäre. Vielmehr gebe es zusätzliche Risiken, wenn Menschen die Masken falsch abnehmen und sich dabei womöglich infizieren. Ryan sagte, die WHO rate davon ab, Mundschutz zu tragen, wenn man nicht selbst krank sei.

Paar mit Mundschutz
Die WHO hält nichts von Mundschutz für alle Bildrechte: imago images/ CTK Photo/Radek Petrasek

Österreich hatte am Montag angekündigt, Mundschutz beim Einkaufen zur Pflicht zu machen. In Bulgarien ist seit Montag das Tragen einer Schutzmaske in der Öffentlichkeit obligatorisch. Tschechien hatte bereits vor Tagen einen Mundschutz-Zwang in der Öffentlichkeit eingeführt.

17:45 Uhr | Verbraucherschützer gegen "Zwangsgutscheine"

Verbraucherschützer lehnen die Idee ab, in der Corona-Krise ausgefallene Reisen ausschließlich mit Gutscheinen zu kompensieren. Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Klaus Müller, sagte, die Kosten für Pauschalreisen müssten den Verbrauchern nach geltendem Recht erstattet werden. Gutscheine dürften nur freiwillig sein. Die Verbraucher bräuchten genauso Liquidität wie die Tourismusbranche. Um eine Lösung für Reiseanbieter zu finden, schlug Müller einen Runden Tisch vor. Daran sollten die Unternehmen, Verbraucherverbände und Politiker teilnehmen.

17:33 Uhr | Bericht - fast 200 Soldaten infiziert

In der Bundeswehr gibt es einem Medienbericht zufolge fast 200 bestätigte Corona-Infektionen. Die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten, der Sanitätsdienst gehe von 187 bestätigten Infizierungen aus. Hinzu kämen 767 begründete Verdachtsfälle. Seit Freitag habe es einen Anstieg von 36 Infektionen und 41 Verdachtsfällen gegeben.

17:21 | Corona-Soforthilfen des Bundes stehen bereit

Nach den Ländern stellt jetzt auch der Bund Gelder für kleine Unternehmen zur Verfügung, die aufgrund der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten. Insgesamt stellt der Bund 50 Milliarden Euro bereit. Beantragt werden kann die Soforthilfe über die Länder.

17:15 Uhr | 5.500 Anträge in Sachsen - Portal zeitweise offline

Bei der Sächsischen Aufbaubank sind bisher mehr als 5.500 Anträge auf zinslose Darlehen aus dem Förderprogramm "Sachsen hilft sofort" eingegangen. Das teilte Wirtschaftsminister Martin Dulig mit. In einigen Fällen sei auch schon Geld ausgezahlt worden.

Am Montagmorgen hatte es zunächst technische Probleme gegeben, sodass das Portal der SAB vorübergehend nicht erreichbar war. Auch später wurden Nutzer gebeten, sich aufgrund der hohen Auslastung der Internetseite zu gedulden. Das Förderprogramm für Unternehmen, Landwirtschaftsbetriebe, Solo-Selbstständige und Freiberufler war am Montag aufgelegt worden. Es hat ein Volumen von 120 Millionen Euro und ist mit Hilfen des Bundes kombinierbar.

17:03 Uhr | Sachsen lässt Wochenmärkte wieder zu

In Sachsen dürfen ab Mittwoch wieder mobile Verkaufsstände unter freiem Himmel und in Markthallen öffnen. Das teilte das Agrarministerium mit. Die Regierung reagiere damit auf mehrfache Kritik an der Schließung der Wochenmärkte. Verkauft werden dürfen allerdings nur Lebensmittel, selbst erzeugte Produkte aus Gärtnereien und Baumschulen sowie Tierbedarf. An den mobilen Verkaufsständen gelte, mindestens zwei Meter Abstand zu halten und genauestens auf Hygiene zu achten, sagte Landwirtschaftsminister Wolfram Günther.

16:43 Uhr | Sachsen-Anhalt verschiebt Abi-Prüfungen

Sachsen-Anhalt verschiebt die Abitur-Prüfungen um mindestens eine Woche. Wie das Bildungsministerium mitteilte. starten die schriftlichen Prüfungen am 4. Mai. Den 5.700 betroffenen Jugendlichen wird jedoch freigestellt, sich auch erst im Juni prüfen zu lassen. Dann werde es für alle Abiturfächer einen zweiten Durchgang geben, erklärte das Ministerium. Zuvor hatte Sachsen-Anhalt bereits entschieden, die Prüfungen zum Realschulabschluss zu verschieben.

16:32 Uhr | Prinz Charles wieder gesund

Der britische Thronfolger Prinz Charles hat seine Corona-Infektion überstanden und ist aus der Selbstisolation entlassen worden. Das teilte ein Sprecher seiner Residenz mit. Der 71-Jährige hatte den Angaben zufolge nur milde Symptome gezeigt und während der Quarantäne in Schottland weiter gearbeitet. Bei seiner Frau, Herzogin Camilla, wurde bislang keine Infektion festgestellt.

16:11 Uhr | Brüssel fordert offene Grenzen für Erntehelfer

Die EU-Kommission hat trotz der Corona-Pandemie offene Grenzen in der EU für Erntehelfer gefordert. Sie sollten wie Ärzte, Feuerwehrleute, Polizisten oder Lastwagenfahrer  als "systemrelevant" eingestuft werden. Für sie alle sollen an der Grenze spezielle Schnellverfahren eingeführt werden. Das schließe verhältnismäßige Gesundheitskontrollen ein.

Erntehelfer pflücken Erdbeeren auf einem Feld
Erntehelfer auf einem Erdbeerfeld (Archivbild) Bildrechte: imago/Thilo Schmülgen

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte: "Wir brauchen Menschen, die unsere Lebensmittel anbauen und ernten." Sie forderte die EU-Mitgliedsländer auf, sich über den Bedarf an Saisonarbeitskräften auszutauschen und "spezifische Verfahren" zu entwickeln, "um auf den krisenbedingten Arbeitskräftemangel zu reagieren". Viele EU-Länder haben seit Beginn der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Einreisebeschränkungen eingeführt, darunter auch Deutschland.

15:50 Uhr | Umstrittenes Corona-Notstandsgesetz in Ungarn verabschiedet

In Ungarn hat das Parlament ein Corona-Notstandsgesetz verabschiedet und sich damit auf unbestimmte Zeit quasi abgeschafft. Ministerpräsident Viktor Orbán kann künftig am Parlament und an bestehenden Gesetzen vorbei per Dekret regieren. Seine Regierung kann den Notstand zudem ohne Zustimmung unbegrenzt verlängern.

15:29 Uhr | Kekulés Corona-Kompass

Der Virologe Alexander Kekulé sieht den Einsatz einer Anti-Corona-App äußerst kritisch. Im MDR-AKTUELL-Podcast bezeichnete er den Vorschlag als Aktionismus, der nur eine Pseudosicherheit bringe.

Laut Kekulé gibt es mehrere Begründungen für das Handy-Tracking, die er alle nicht für sinnvoll halte. So könnte man zwar Kontaktsperren überwachen, das wäre aber eine Art Handy-Polizei, die er für nicht sinnvoll halte. Die zweite Begründung sei, Kontaktpersonen eines Infizierten zu finden. Wer aber plötzlich Corona-Symptome bekomme, der könne sich selbst erinnern, wen er die letzten zwei Tage getroffen habe. Auch seien zwei Leute, die laut Handy-Tracking nah beieinander gewesen seien, nicht unbedingt so nah beieinander gewesen, dass eine Ansteckungsgefahr bestanden habe.

Kekulé sagte, in Südkorea und Singapur seien die Apps angewendet worden, es sei aber nicht bewiesen, dass der Erfolg in diesen Ländern wirklich auf diesen Apps beruhe.

15:22 Uhr | Ansturm auf Hilfszahlungen in Sachsen-Anhalt

Am ersten Tag des sachsen-anhaltischen Hilfsprogramms für Kleinbetriebe sind bis zum Mittag (13 Uhr) bereits 5.200 Anträge bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt eingegangen. Das teilte das Wirtschaftsministerium in Magdeburg mit.

Wirtschaftsminister Armin Willingmann erklärte, die riesige Nachfrage belege die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Man  habe aber Vorkehrungen getroffen, um schnellstmöglich die  Gelder auszuzahlen. Auch könnten Unternehmen noch bis Ende Mai Anträge auf Soforthilfe stellen. Das Land werde genügend Mittel bereitstellen, sodass kein berechtigter Antragssteller leer ausgehen werde.

Seit Montag können Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten Zuschüsse beantragen, um ihre Liquidität zu sichern.

15:06 Uhr | Niedersachsen verhängt Aufnahmestopp für Pflegeheime

Niedersachsen hat einen Aufnahmestopp für Pflegeheime angeordnet. Ausnahmen gebe es nur, wenn eine 14-tägige Quarantäne für neue Bewohner gewährleistet sei, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann. Sie appellierte zudem an Angehörige, auf Besuche zu verzichten. Es gebe viele Hinweise, dass die Besuchsverbote nicht beachtet worden seien. In einem Wolfsburger Pflegeheim sind bislang 17 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

14:52 Uhr | Ärzte ohne Grenzen gegen Patente auf Anti-Covid-Medikamente

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen hat die Pharmaunternehmen aufgefordert, bei Medikamenten, Impfstoffen und Tests gegen das neuartige Coronavirus auf Patente zu verzichten. Marco Alves von Ärzte ohne Grenzen Deutschland sagte, es wäre Wahnsinn, die Verfügbarkeit solcher Medikamente aus Profitgründen einzuschränken. Der Appell richtet sich vor allem an das US-Unternehmen Gilead Sciences, das nach Aussage von Ärzte ohne Grenzen in mehr als 70 Ländern ein Patent für das Mittel Remdisivir beantragt hat. Remdisivir gilt derzeit als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für ein Medikament gegen das Virus.

14:38 Uhr | IOC legt Termin für Olympische Spiele 2021 fest

Hinter einem Pflasterstein mit der Gravur 1964 Tokyo im Olympischen Museum sind die Olympischen Ringe zu sehen
2021 soll es wieder Olympia in Tokio geben. Bildrechte: dpa

Die auf das kommende Jahre verlegten Olympischen Spiele in Tokio sollen am 23. Juli 2021 eröffnet werden und am 8. August 2021 enden. Diesen neuen Termin fast genau ein Jahr nach den eigentlich geplanten Spielen gab das Internationale Olympische Komitee am Montag bekannt.

14:05 Uhr | Keine Lockerung in Sicht - bislang auch keine Mundschutzpflicht

Die Bundesregierung hat keinen Zeitplan für eine Lockerung der strikten Kontaktbeschränkungen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Sprecher Steffen Seibert sagte, eine Woche nach der Einführung sei klar, "wir brauchen alle Maßnahmen unvermindert". Bedingung für eine Lockerung seien deutlich sinkende Infektionszahlen. Bundeskanzlerin Angela Merkel wäre die Erste, die gerne eine Lockerung verkünden würde. Sie wolle aber keine falschen Hoffnungen wecken.

Ein Mann mit einem Mundschutz in einem Supermarkt
Vorerst noch keine Pflicht: Mundschutz im Supermarkt Bildrechte: imago images/ITAR-TASS

Indes stellte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder klar, dass derzeit keine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken in Supermärkten wie in Österreich geplant ist. Söder sagte, er schließe das für die Zukunft nicht aus, er sehe aber weniger in Supermärkten denn an den Arbeitsplätzen einen Bedarf, mehr Masken einzusetzen.

Zuletzt waren einige Wissenschaftler von der bislang vorherrschenden Auffassung abgerückt, ein Mund-Nase-Schutz sei nur bei Infizierten sinnvoll. Studien belegten einen positiven Effekt bei flächendeckendem Einsatz. Allerdings gibt es in Deutschland aktuell zu wenig Schutzkleidung und Masken.

13:30 Uhr | Patientenschützer fordern engmaschige Kontrollen in Pflegeheimen

Nach zahlreichen Covid-19-Todesfällen in Alten- und Pflegeheimen fordern Patientenschützer engmaschige Tests in den Einrichtungen. Der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte, bei der Aufnahme eines Bewohners in ein Heim müsse dieser getestet und zunächst isoliert werden. Auch bei grippalen Infekten von Pflegepersonal oder Bewohnern müsse getestet werden. Der CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel sprach sich für eine weitgehende Abschottung der Pflegeheime aus, komplett ohne Besuch und Ausgang für Insassen. Bundesweit leben rund 800.000 Menschen in Alten- und Pflegeheimen, mehr als zwei Drittel von ihnen sind demenzkrank.

12:55 Uhr | Spanien hat mehr Infektionen als China

In Spanien gibt es inzwischen mehr bestätigte Ansteckungen als in China, wo das neuartige Coronavirus Ende 2019 ausgebrochen war. Das Gesundheitsministerium in Madrid meldet einen Zuwachs der Infektionen um knapp 6.400 auf mehr als 85.000. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich von Sonntag auf Montag um 812 auf 7.340. Spanien ist nach Italien in Europa am schwersten von der Pandemie betroffen. Die meisten Infektionen gibt es in den USA. Weltweit zählt die Johns Hopkins Universität in Baltimore inzwischen mehr als 700.000 Infizierte und mehr als 33.000 Todesfälle.

12:25 Uhr | Banken erhöhen Limit bei Kartenzahlung ohne PIN

Eine EC-Karte wird an den Bezahl-Terminal an der Kasse eines Supermarktes gehalten.
Kleine Summen kann man in vielen Geschäften mit der Geldkarte ohne PIN per Funkchip bezahlen. Bildrechte: dpa

Die Banken in Deutschland erhöhen das Limit für Kartenzahlungen an der Ladenkasse ohne PIN-Eingabe. Nach Angaben der Deutschen Kreditwirtschaft muss bei Nutzung der EC-Karte oder Kreditkarte mit Funkchip künftig erst ab 50 Euro die Geheimzahl eingetippt werden, bislang lag die Obergrenze bei 25 Euro. Bis es soweit ist, kann es aber noch dauern. Die Abstimmung aller Beteiligten läuft derzeit. Den Angaben zufolge bleibt es wegen gesetzlicher Vorgaben jedoch dabei, dass spätestens nach fünf Bezahlvorgängen oder nach einer Gesamtsumme von 150 Euro wieder die PIN eingegeben werden muss. Grund für die Erhöhung des Limits ist, bargeldlose Bezahlung möglichst ohne Kontakt auszuweiten, um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus zu minimieren.

11:50 Uhr | Österreich: Schutzmaskenpflicht beim Einkauf

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie müssen die Menschen in Österreich künftig eine Schutzmaske beim Einkaufen tragen. Das teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag mit.

11:15 Uhr | Wirtschaftsweise fürchten Einbruch um mehr als fünf Prozent

Der Sachverständigenrat der Bundesregierung zur wirtschaftlichen Entwicklung hält eine schwere Rezession wegen der Coronavirus-Pandemie für unvermeidbar. In einem Sondergutachten wird bei längerfristigen Einschränkungen ein Konjunktureinbruch von 5,4 Prozent befürchtet. Sollte sich die Lage über den Sommer normalisieren, rechnen die Wirtschaftsweisen beim Bruttoinlandsprodukt dieses Jahr mit einem Gesamtminus von 2,8 Prozent. Zum Vergleich: 2009 war die deutsche Volkswirtschaft wegen der globalen Finanzkrise um 5,7 Prozent eingebrochen. Das Gremium rechnet zudem mit etwa 125.000 neuen Arbeitslosen und einem Anstieg der Quote auf 5,3 Prozent.

10:55 Uhr | Datenschützer offen für Handy-Tracking

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber hält das Handy-Tracking als Schutzmaßnahme gegen die Pandemie für eine sinnvolle Sache, pocht aber auf Freiwilligkeit. Kelber signalisierte im Bayerischen Rundfunk grundsätzliches Einverständnis mit der Idee, über eine "Corona-App" Infektionsketten zu stoppen. Doch müsse die Entscheidung bei den Bürgern liegen, diese App zu nutzen. Mit dem Handy-Tracking könnten Personen über Kontakte zu Infizierten informiert werden. Wenn dabei der Datenschutz beachtet werde, erwartet Kelber auch eine "große Bereitschaft, (…) sich selbst und andere zu schützen."

10:45 Uhr | Podcast zur Pandemie

10:23 Uhr | Ruf nach Isolation von Pflegeheimen

Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Erwin Rüddel, fordert angesichts vieler Covid-19-Todesfälle in Pflegeheimen eine komplette Abschottung. Der CDU-Politiker sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", nur Pflegepersonal sollte in Heime reinkommen, die Heimbewohner am besten nicht raus: "So hart das klingt, eine vollkommene Isolation der Einrichtungen wäre das Beste." Allein in den deutschlandweit 11.700 vollstationären Pflegeheimen werden über 800.000 Menschen betreut.

10:15 Uhr | Easyjet stellt Flugbetrieb ein

Der britische Billigflieger Easyjet hat wegen der Corona-Krise seinen regulären Betrieb vorerst eingestellt. Das Unternehmen begründete die Entscheidung mit den weltweiten Reisebeschränkungen. Die Airline hatte bereits vergangene Woche fast alle Flüge gestrichen. Easyjet stellte aber Maschinen zur Rückholung von Kunden aus dem Ausland bereit. Nach eigenen Angaben wurden mit 650 Flügen 45.000 Menschen zurückgeholt.

09:50 Uhr | Aufnahmestopp in Klinik wegen infizierter Mitarbeiter

Das Klinikum Wolfsburg nimmt wegen gehäufter Coronavirus-Infektionen unter Mitarbeitern vorerst keine Patienten mehr an. Nach Angaben der Stadt werden neue Patienten auf umliegende Krankenhäuser verteilt. Auch Besuche in der Klinik seien untersagt. Einzige Ausnahmen bei der Aufnahme sind demnach Notfälle in der Kinderklinik und Geburten. Am Montag sollen Mitarbeiter und Patienten des Klinikums weiter auf das Coronavirus getestet werden.

09:17 Uhr | Twitter löscht Präsidenten-Tweet

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat wegen Verstößen gegen die Regeln im Umgang mit Covid-19 zwei Einträge des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro gelöscht. Bolsonaro hatte darin erneut den Nutzen von Quarantänemaßnahmen in Zweifel gezogen. Schon vorher hatte er die Corona-Pandemie als Hysterie und eine Erfindung der Medien bezeichnet.

08:45 Uhr | Bund soll Intensiv-Patienten verteilen

Intensiv- und Notfallmediziner fordern eine zentrale Verteilung von Covid-19-Kranken in Deutschland. Der Präsident der Vereinigung, Uwe Janssens, sagte den Funke-Medien, sollte in zwei bis vier Wochen der Höhepunkt der Infektionszahlen erreicht werden, seien Kliniken in einigen Regionen überfordert. Die Bundesregierung müsse so schnell wie möglich eine zentrale Stelle einrichten, die Intensivpatienten auf weniger ausgelastete Kliniken verteile. Dafür müssten alle Krankenhäuser ihre Kapazitäten im bundesweiten Intensiv-Register melden. Bisher seien dort nur 700 von bundesweit gut 1.100 Kliniken vertreten.

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund sieht Deutschland noch weit entfernt von Zuständen wie in Italien oder Spanien. Vorsitzende Susanne Johna sagte dem Sender SWR2: "Wir haben zurzeit noch Intensivkapazitäten und auch reichlich Kapazitäten auf den Normalstationen."

08:26 Uhr | Jedem vierten Industriebetrieb droht Kurzarbeit

Das Münchner Ifo-Institut erwartet in den kommenden drei Monaten bei mehr als 25 Prozent aller Industrieunternehmen Kurzarbeit. Das ergab eine Umfrage und wäre der höchste Stand seit zehn Jahren. Besonders stark betroffen sind demnach die Schlüsselbranchen Automobile (41 Prozent), Maschinenbau und Elektro (je ein Drittel).

08:04 Uhr | In Mitteldeutschland etwa 3.300 Infektionen

In Mitteldeutschland waren zu Wochenbeginn 3.326 Sars-CoV-2-Infektionen erfasst. Laut Datenbank des Karlsruher Instituts für Technologie waren es in Sachsen 1.884, in Sachsen-Anhalt 682 und in Thüringen 760 Fälle.
Die Kolleginnen und Kollegen in den Landesfunkhäusern des MDR berichten in eigenen Tickern und Newsblogs über regionale Entwicklungen.

07:25 Uhr | Thüringen will Soforthilfe schnell auszahlen

Thüringen will die Soforthilfen des Bundes für Kleinunternehmen, Solo-Selbständige und Landwirte schnell weiterreichen. Finanzministerin Heike Taubert sagte MDR AKTUELL, es gebe bereits 20.000 Anträge. Die Hilfen würden nach der Prüfung sehr schnell ausgezahlt.

7:15 Uhr | Sachsen-Anhalt: Abi-Klausuren in den Schulen

Das Bildungsministerium in Sachsen-Anhalt will in dieser Woche alle Abiturienten per Erlass zu Klausuren einbestellen. Ministeriumssprecher Stefan Thurmann sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der Erlass solle die Möglichkeit schaffen, von Abiturienten Vorprüfungen oder besondere Lernleistungen abzufordern. Thurmann zufolge müssen die Schulen dabei gewährleisten, dass Mindestabstände zwischen den Schülern eingehalten werden. Weitere Einzelheiten zu dem Erlass sollen im Tagesverlauf mitgeteilt werden.

06:45 Uhr | Hilfe für kleine Unternehmen steht bereit

Die Soforthilfen des Bundes für Kleinunternehmen, Solo-Selbstständige und Landwirte sind seit Montag abrufbar. Wie Wirtschaftsminister Peter Altmaier am Abend in der ARD-Talkshow "Anne Will" sagte, können die Länder die Gelder direkt beim Bund anfordern. Unternehmen mit maximal fünf Beschäftigten können einmalig bis zu 9.000 Euro für drei Monate erhalten, Betriebe mit sechs bis zehn Beschäftigten bis zu 15.000 Euro. Insgesamt stehen zunächst bis zu 50 Milliarden Euro bereit. Altmaier versprach eine schnelle und unbürokratische Auszahlung. Die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden und sollen kleinen Firmen über Engpässe wegen die Corona-Krise hinweghelfen.

06:15 Uhr | Mehr als 60.000 Infektionen in Deutschland

Die Zahl der Corona-Toten in Deutschland ist deutlich gestiegen. Nach jüngsten Angaben der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität sind jetzt 541 Menschen an dem Virus gestorben. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen stieg auf 62.000, rund 9.200 Erkrankte sind wieder genesen.

Hier die Daten des Robert-Koch-Instituts, Stand Mitternacht:

06:05 Uhr | Forderung nach Arbeitserlaubnis für Asylbewerber

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, fordert, das Arbeitsverbot für Asylbewerber und geduldete Ausländer aufzuheben. Damit soll dem Pandemie-bedingtem Personalmangel in einigen Branchen entgegengewirkt werden. Widmann-Mauz sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, jede helfende Hand werde gebraucht. Deshalb sollten Asylbewerber und Geduldete befristet als Erntehelfer oder in der Lieferkette arbeiten können. Ohnehin seien Rückführungen derzeit schwer durchzuführen. Zuvor hatte sich schon Agrarministerin Julia Klöckner dafür ausgesprochen, Asylbewerbern das Arbeiten in der Landwirtschaft zu erlauben.

06:00 Uhr | Trump rechnet mit 100.000 Toten in USA

US-Präsident Donald Trump geht nicht mehr von einem Abflauen der Corona-Pandemie bis Ostern aus. Er sagte am Sonntag, er erwarte den Höhepunkt in den USA in zwei Wochen. Wenn es gelinge, die Zahl der Toten auf 100.000 zu begrenzen, dann hätten alle einen guten Job gemacht. Trump verfügte, die Richtlinien zur sozialen Distanzierung bis Ende April zu verlängern. Ansammlungen von mehr als zehn Personen sollen vermieden werden, Restaurants nur Speisen und Getränke außer Haus anbieten. Kürzlich hatte Trump noch erklärt, die USA könnten bis Ostern zum Normalbetrieb zurückkehren. Am Sonntag zählte die Johns Hopkins University landesweit 142.350 Infektionen und knapp 2.500 Todesfälle.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. März 2020 | 00:00 Uhr