Coronavirus 3. August: Bahn will Einhalten der Maskenpflicht sicherstellen

Gemeinsam mit der Bundespolizei will die Deutsche Bahn durchsetzen, dass sich Reisende an die Maskenpflicht in Zügen und Bussen halten. Die Ansteckungsgefahr an sächsischen Schulen ist laut einer Studie der Universitätsklinik Leipzig offenbar sehr gering. Nach Hamburg will auch Nordrhein-Westfalen mit dem Schulbeginn eine Mundschutzpflicht an Schulen einführen.

Reisende stehen im Hauptbahnhof an einem Zug.
Die Deutsche Bahn will sichergehen, dass sich alle Reisenden an die Maskenpflicht in Zügen und Bussen halten. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Montag, 3. August 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:10 Uhr | Studie: Virus-Verbreitung in Italien weit höher als bekannt

In Italien könnten einer Studie zufolge sechs Mal so viele Menschen dem Coronavirus ausgesetzt worden sein als bislang bekannt. Demnach sind bei 1,5 Millionen Menschen – etwa 2,5 Prozent der Bevölkerung – Antikörper gegen das Virus vorhanden, heißt es in einer vom Gesundheitsministerium und dem Statistikamt Istat veröffentlichten Erhebung. Das Ergebnis basiere auf Tests bei 64.660 Menschen. Dabei hätten fast 30 Prozent der Menschen mit Antikörpern keine Symptome aufgewiesen.

22:00 Uhr | Neue Corona-Fälle nach privater Feier in Wiesbaden

In Wiesbaden hat ein privates Sommerfest mit mindestens 100 Teilnehmern für einen Anstieg der Corona-Infektionsfälle gesorgt. Wie die Stadt mitteilte, wurden bislang 18 positive Tests gemeldet. Weitere Ergebnisse stünden aus. Betroffene Gäste seien unter Quarantäne gestellt worden. Viele Kontaktpersonen der Betroffenen seien inzwischen verreist. Um alle Lücken zu schließen, wurden die Gesundheitsämter anderer Regionen informiert.

Inzwischen ist auch die Zahl der Corona-Infizierten in Schwäbisch-Gmünd auf rund 100 gestiegen. Dort hatten sich die Menschen auf einer Trauerfeier infiziert. Laut Landratsamt Ostalbkreis sind einige Betroffene inzwischen wieder genesen.

21:25 Uhr | Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten

Ab Ende der Woche werden Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten zur Pflicht. Das hat Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigt. Alle anderen Rückkehrer aus dem Urlaub können sich freiwillig testen lassen.

20:30 Uhr | Forschung zur Wirkung von Corona-Maßnahmen

Wissenschaftler aus Österreich haben die weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus auf ihre Wirksamkeit hin untersucht. Sie kommen zu dem Schluss, dass die extremsten Maßnahmen auch die wirksamsten waren.

20:15 Uhr | Weiteres brasilianisches Regierungsmitglied infiziert

In Brasilien hat sich nach Präsident Jair Bolsonaro und verschiedenen Ministern auch der Kanzleramtschef, General Walter Braga Netto, mit dem Coronavirus infiziert. Bis zu weiteren Tests soll er Medienberichten zufolge in Isolation bleiben und seine Termine aus der Quarantäne heraus wahrnehmen.

19:15 Uhr | WHO: Vielleicht nie "Allheilmittel" gegen Corona

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor zu viel Optimismus bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus gewarnt. "Im Moment gibt es kein Allheilmittel, und vielleicht wird es nie eines geben", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag. Deshalb sei weiterhin der beste Schutz, alle Standardregeln wie etwa das Tragen von Masken, häufiges Händewaschen und Abstandhalten zu befolgen.

Die WHO hatte bereits am Wochenende erklärt, sie rechne nicht mit einem baldigen Ende der Corona-Krise. Die Pandemie werde "sicher sehr lang" andauern, erklärte das WHO-Notstandkomitee.

19:00 Uhr | Mediziner: Nachlässigkeit nimmt zu

Der Vorstand des Uniklinikums Dresden, Michael Albrecht, hat im "Sachsenspiegel" davor gewarnt, dass die Öffentlichkeit im Kampf gegen das Coronavirus nachlässiger wird. Man erlebe bereits jetzt mehrere kleine Ausbrüche. Aufgabe sei es, eine große zweite Welle zu verhindern.

18:10 Uhr | Norwegen begrenzt Landgang für Kreuzfahrt-Passagiere

Passagiere von Kreuzfahrtschiffen dürfen in Norwegen nur noch begrenzt von Bord gehen. Landgänge von Schiffen mit mehr als hundert Menschen würden in norwegischen Häfen wegen der Coronavirus-Pandemie nicht mehr zugelassen, hieß es. Die Auflage gelte zunächst für 14 Tage. Fähren seien davon ausgenommen. Zuvor hatte es einen Corona-Ausbruch auf einem Hurtigruten-Schiff gegeben, woraufhin die norwegische Reederei alle Seereisen vorerst wieder eingestellt hat.

18:00 Uhr | Maskenpflicht auf Helgoland

Auf der Insel Helgoland ist ab Mittwoch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht. Die Anordnung gelte von 11 Uhr bis 16.30 Uhr an bestimmten öffentlich zugänglichen Orten, teilte die Kreisverwaltung am Montag mit. Betroffen sind auch die Gaststätten auf der Insel. Der Kreis verwies auf die "dynamische Entwicklung" der Sars-CoV-2-Infektionen. Bürgermeister Jörg Singer sprach von einer Vorsichtsmaßnahme, um die Wirtschaft der Insel zu schützen. Die Maskenpflicht gilt zunächst bis 17. August.

17:40 Uhr | Gesundheitsministerin gegen strengere Versammlungsregeln

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Die Linke) hat sich gegen erneute Beschränkungen des Versammlungsrechts wegen der Corona-Pandemie ausgesprochen. Es handle sich um "ein wirklich wichtiges Grundrecht", sagte Werner am Montag. Sie habe sich sehr schwer damit getan, dass das Versammlungsrecht zu Beginn der Corona-Pandemie stark eingeschränkt wurde. Zwischenzeitlich waren Demonstrationen gar nicht mehr erlaubt, später nur mit sehr wenigen Teilnehmern.

16:25 Uhr | Bahn will Einhaltung der Maskenpflicht sicherstellen

Die Deutsche Bahn will sicherstellen, dass die Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus in ihren Zügen und Bussen durchgesetzt wird. Die große Mehrheit der Reisenden halte sich daran, teilte der Konzern am Montag mit. Doch sei es nicht hinnehmbar, wenn eine Minderheit geltende Regeln missachte. Bestehende Länder-Verordnungen erlaubten bei renitenten Maskenverweigerern einen Ausschluss von der Beförderung. Das solle gemeinsam mit der Bundespolizei umgesetzt werden.

Der Verkehrsexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Detlef Müller, forderte die Bundespolitik auf, eine Maskenpflicht in die Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn aufzunehmen. Es gebe für Zugbegleiter bisher keine rechtliche Handhabe, gegen Maskenverweigerer vorzugehen, sagte Müller MDR AKTUELL.

16:05 Uhr | Tschechien führt Corona-Ampel ein

Tschechien hat eine regionale "Corona-Ampel" eingeführt. Sie solle einen Überblick über die Corona-Lage in den Landesteilen geben und regional differenzierte Gegenmaßnahmen ermöglichen, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit. Die Alarmstufen Rot und Gelb gelten aktuell in keinem Verwaltungsbezirk. Der Großteil des Landes ist weiß markiert, was "kein oder ein vernachlässigbares Risiko" bedeutet. Neun Bezirke sind grün, darunter die Hauptstadt Prag. Das bedeutet: sporadische Neuinfektionen. Die Ampel soll wöchentlich aktualisiert werden.

15:45 Uhr | Nizza führt Maskenpflicht im Freien ein

Im südfranzösischen Nizza gilt ab sofort auch im Freien eine Maskenpflicht. Besonders in den bei Touristen beliebten Straßen in Strandnähe müsse bis auf Weiteres zwischen 10 Uhr und 1 Uhr nachts ein Nasen-Mund-Schutz getragen werden, sagte Bürgermeister Christian Estrosi. Die Maßnahme werde solange in Kraft bleiben, bis eine Herdenimmunität von 50 Prozent erreicht sei oder ein Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus vorliege.

15:15 Uhr | Stadt Halle baut Corona-Teststation ab

Die Stadt Halle baut ihre Corona-Teststation am Flughafen Leipzig/Halle wieder ab. Das hat eine Flughafen-Mitarbeiterin MDR SACHSEN-ANHALT bestätigt. Grund sei das fehlende Interesse: Bis Freitagnachmittag hätten sich nur drei Hallenser testen lassen. Ein Test kostete – sofern man nicht aus einem Risikogebiet kam – 140 Euro.

Seit Samstag gibt es am Flughafen eine zweite Teststation vom Freistaat Sachsen, bei der sich jeder und kostenlos testen lassen kann. Bis zum Montagmorgen haben dem Betreiber zufolge knapp 600 Menschen das freiwillige Angebot genutzt. Hauptzielgruppe für die Tests sind Reisende aus Risikogebieten. Der Mitteldeutschen Flughafen AG zufolge gibt es aber am Flughafen Leipzig/Halle keine Flüge in oder aus Corona-Risikogebieten. Daher könnten sich auch Heimkehrer aus anderen Regionen testen lassen.

14:45 Uhr | Studie: Kaum Ansteckungsgefahr an Sachsens Schulen

Die akute Ansteckungsgefahr mit Sars-CoV-2 ist an sächsischen Schulen offenbar sehr gering. Das geht aus einer neuen Studie des Universitätsklinikums Leipzig an 18 sächsischen Schulen hervor. Es sei davon auszugehen, dass sich bisher nur wenige Schülerinnen und Schüler oder Lehrerinnen und Lehrer mit dem Coronavirus infiziert hätten, sagte der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig, Wieland Kiess am Montag. Untersucht wurden im Mai und Juni mehr als 2.600 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer. Bei keinem von ihnen sei eine akute Infektion festgestellt worden, sagte Kiess. Und nur bei 14 seien Antikörper gegen das Coronavirus nachgewiesen worden. An den Untersuchungen waren Grundschulen und weiterführenden Schulen in Leipzig, Dresden, Zwickau sowie Borna und Werdau beteiligt.

Eine Begleitstudie ergab zudem, dass mehr als drei Viertel der Kinder sich wünschen, dass sie wieder regulär in die Schule gehen können.

13:55 Uhr | Bundespräsident Steinmeier warnt vor Leichtsinn

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat vor Leichtsinn in der Corona-Pandemie gewarnt. In einer Videobotschaft mahnte Steinmeier, die Sommerlaune dürfe nicht dazu führen, dass man nachlässig werde. Die Lage sei unsicher und wackelig.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier während eines Statements zur Coronavirus-Pandemie.
Der Bundespräsident bei einer Videoansprache. Bildrechte: Guido Bergmann/Bundesregierung /dpa

Die Verantwortungslosigkeit einiger weniger ist ein Risiko für uns alle! Wenn wir jetzt nicht besonders vorsichtig sind, dann gefährden wir die Gesundheit vieler. [...] Ja, es ist Sommer, aber es ist ein Sommer zwischen Hoffen und Bangen. Lassen Sie uns gemeinsam alles dafür tun, dass wir gut durch den Herbst und den Winter kommen.

Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

Jeder stehe in der Verantwortung, einen zweiten Lockdown zu verhindern.

13:15 Uhr | NRW führt Maskenpflicht in Schulen ein

NRW führt an allen weiterführenden und berufsbildendenden Schulen eine Maskenpflicht ein, die auch im Unterricht gilt. An Grundschulen soll die Maskenpflicht nicht gelten, wenn die Schüler auf ihren festen Plätzen im Unterricht sitzen. Das kündigte das Schulministerium am Montag in Düsseldorf an.

12:41 Uhr | Forderung: Maskenpflicht muss in Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn

Der Verkehrsexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Detlef Müller, hat die Bundespolitik aufgefordert, eine Maskenpflicht in die Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn aufzunehmen. Müller sagte MDR AKTUELL, derzeit gebe für Zugbegleiter keine rechtliche Handhabe. Sie könnten Fahrgäste ohne Maske ermahnen. In der Regel reiche das aus. Wenn ein Fahrgast sich aber weigere, eine Maske zu tragen, könne nur die Polizei Maßnahmen ergreifen.

Eine Anpassung der Beförderungsbedingungen kann das Problem laut Müller lösen. Der bayerische Ministerpräsident Söder hatte gefordert, die Deutsche Bahn solle die Maskenpflicht in Zügen durchsetzen.

12:30 Uhr | Krankenkasse: Mehr psychische Erkrankungen wegen Corona

Die Zahl der psychischen Erkrankungen ist während der Coronakrise deutlich gestiegen. Das geht aus einer Studie der Kaufmännischen Krankenkasse KKH in Hannover hervor. Demnach gab es im ersten Halbjahr unter den eigenen Versicherten rund 26.700 Krankmeldungen wegen seelischer Leiden. Das waren rund 80 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Hintergrund seien Existenzängste, die Furcht vor dem neuen Virus und den damit einhergehenden Veränderungen.

12:25 Uhr | Wieder mehr Urlaubsbuchungen

In Deutschland ziehen die Urlaubsbuchungen wieder an. Das geht aus Zahlen des Deutschen Reiseverbandes hervor. Präsident Fiebig sagte, die Buchungen erreichten zwar nur ein Drittel der Umsätze des Vorjahres. Es zeige sich aber, dass Verreisen auch im Corona-Sommer ein Thema sei. Zuletzt hätten Kunden recht kurzfristig gebucht. Derzeit gebe es aber auch schon Buchungen für den Herbst oder für länger geplante Reisen. Bevorzugtes Ziel bei Veranstalterreisen ist dem Reiseverband zufolge das Mittelmeer.

11:12 Uhr | Freiwillige Corona-Tests in NRW: 2,5 Prozent positiv

Die Trefferquote bei den freiwilligen Corona-Tests von Reiserückkehrern aus Risikogebieten an den nordrhein-westfälischen Flughäfen ist relativ hoch. Derzeit liegt sie bei rund 2,5 Prozent, teilte das Gesundheitsministerium in NRW mit. Demnach machen 40 bis 50 Prozent der Urlauber von dem kostenlosen Angebot gebraucht. In NRW hatten kostenlose Testangebote für Reisende aus Risikoländern an den Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Münster/Osnabrück vor gut einer Woche begonnen. An den vier Flughäfen landeten vergangene Woche etwa 160 Flugzeuge mit um die 15.000 Passagieren aus Gebieten, die derzeit vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet ausgewiesen sind - etwa die Türkei, Ägypten, Marokko und Israel.

10:06 Uhr | Paul-Ehrlich-Institut rechnet bald mit Corona-Impfstoff

Das Paul-Ehrlich-Institut ist zuversichtlich, dass bald ein Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar sein wird. Präsident Klaus Cichutek sagte im ZDF, die Ergebnisse der ersten klinischen Prüfungen lägen vor. Sie zeigten, dass einige Impfstoffe tatsächlich eine spezifische Immunreaktion gegen Sars-CoV-2- bewirken könnten. Das seien sehr gute Neuigkeiten. Cichutek zufolge laufen derzeit 26 klinische Prüfungen. Sechs von ihnen befänden sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Das Paul-Ehrlich-Institut ist in Deutschland für die Zulassung von Arzneimitteln zuständig.

09:17 Uhr | Mundschutz-Pflicht an Hamburgs Schulen

Kinder an Hamburgs Schulen sollen künftig Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Pflicht soll für außerhalb des Unterrichts gelten, kündigte Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) im ARD-Morgenmagazin an. Die Pflicht sowie das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln sollen dazu beitragen, dass der Schulbetrieb zunächst wieder normal laufen kann. In Hamburg enden die Sommerferien an diesem Mittwoch.

Mehrere Bundesländer, etwa Berlin, Bayern und Baden-Württemberg haben bereits angekündigt, gegen das Coronavirus eine Maskenpflicht in Schulgebäuden einzuführen. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin sprach sich dafür aus. In Hessen und Sachsen soll eine Mundschutzpflicht im Ermessen der Schulen liegen.

09:00 Uhr | Flughafen Leipzig/Halle: 600 freiwillige Corona-Tests am Wochenende

Am Flughafen Leipzig/Halle haben sich am Wochenende knapp 600 Urlaubsrückkehrer freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Das sagte eine Mitarbeiterin der Kassenärztlichen Vereinigung MDR AKTUELL. Die Teststation ist für alle geöffnet, nicht nur für Reisende. Man kann dort einen Abstrich machen lassen und bekommt später das Testergebnis. Am Flughafen in Dresden nahmen gut 500 Menschen das Test-Angebot wahr.

Unterdessen hat Bundesgesundheitsminister Spahn bekräftigt, dass die Corona-Pflichttests für Reisende aus Risikogebieten noch in dieser Woche starten sollen. Spahn sagte dem ARD-Morgenmagazin, aktuell sei man dazu noch in der Abstimmung mit den Ländern.

08:50 Uhr | Mecklenburg-Vorpommern startet ins neue Schuljahr

Als erstes Bundesland ist Mecklenburg-Vorpommern unter Coronabedingungen ins neue Schuljahr gestartet. Für die mehr als 150.000 Schülerinnen und Schüler soll es erstmals seit Mitte März wieder täglichen Unterricht in der Schule geben. Allerdings wird dieser nicht im vollem Umfang stattfinden. Es wird auch Fernunterricht angeboten, da rund 400 Lehrer wegen eines erhöhten Gesundheitsrisikos im Homeoffice arbeiten werden. Die Schüler werden in feste Gruppen eingeteilt, die sich nicht begegnen sollen. Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin sagte, es sei absolut wichtig, das Recht der Kinder auf Bildung umzusetzen. Im RBB-Inforadio kündigte Martin an, sie wolle dem Kabinett am Dienstag einen Vorschlag für eine Maskenpflicht an Schulen vorlegen.

08:39 Uhr | Großbritannien: Schnelltests ohne medizinisches Personal

Großbritannien führt neue Corona-Schnelltests ein. Das erklärte Gesundheitsminister Matt Hancock. Damit könne das Virus innerhalb von 90 Minuten nachgewiesen werden. Insgesamt sollen rund 5,8 Millionen DNA- und 450.000 Abstrichtests zur Verfügung stehen. Beide Tests könnten Sars-Cov-2 und andere vor allem im Winter wütende Viren wie Grippeviren nachweisen, hieß es weiter. Dadurch werde die Testkapazität enorm erhöht. Für die Durchführung der Tests sei kein geschultes medizinisches Fachpersonal erforderlich, was bedeute, dass sie auch in eher nicht-klinischen Umgebungen durchgeführt werden könnten. Das britische Gesundheitssystem ist durch die Pandemie stark belastet. Mehr als 46.000 Menschen sind bislang an den Folgen des Virus gestorben.

08:06 Uhr | Hunde im Einsatz gegen Covid-19

Krankheiten, bei denen sich der Körpergeruch des Menschen signifikant verändert, können von Hunden erschnüffelt werden. Das gilt offenbar auch für Covid-19, wie Forschungen der Bundeswehr ergeben haben. In dem Versuch konnten die Hunde bereits nach einer Woche mit großer Sicherheit Covid-19-Infizierte identifizieren. In Zukunft könnte das beim Kampf gegen das Virus, etwa bei Großveranstaltungen, helfen.

07:41 Uhr | Altmaier will Einzelhandel und Innenstädte unterstützen

Bundeswirtschaftsminister Altmaier will ein massives Ladensterben in den Innenstädten verhindern. Er setzt dabei vor allem auf eine Digitalisierung. Altmaier sagte der Deutschen Presse-Agentur, seit der Corona-Pandemie würden sehr viel mehr Geschäfte online getätigt. An diesem Trend müssten mehr Inhaber von kleineren Läden beteiligt werden, so der CDU-Politiker.

Jetzt kommt es weniger darauf an, immer neues Geld zu verteilen, sondern darauf, die Attraktivität der Innenstädte zu stärken.

Peter Altmaier (CDU), Bundeswirtschaftsminister

Nötig seien auch Konzepte, wonach die Stadt generell als "Erlebnisraum" wahrgenommen werde. Altmaier kündigte an, Anfang September die Beteiligten an einen Tisch zu laden, "um über die wirtschaftlichen Chancen von Digitalisierung für Innenstädte, für Einzelhändler, für die Gastronomie zu sprechen". Dafür müsse auch der Bund zu einer stärkeren Unterstützung bereit sein.

Der Handelsverband HDE befürchtet Einbußen von 40 Milliarden Euro durch die Coronakrise. Dies könne bundesweit 50.000 Geschäften die Existenz kosten.

06:50 Uhr | Thüringer Tourismus profitiert von Coronakrise

Die Tourismusbranche in Thüringen profitiert von der Coronakrise. Nach Verbandsangaben freuen sich vor allem Vermieter von Ferienwohnungen sowie Pensionen darüber, dass Urlauber länger bleiben als sonst. Der Trend gehe von Kurzreisen hin zu Urlaubsreisen von sieben bis zehn Tagen, hieß es von der Thüringer Tourismusgesellschaft. Auch der Wanderverband äußerte sich zufrieden. Bekannte Wege wie etwa der Rennsteig oder auch das Grüne Band entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze seien momentan stark frequentiert.

06:30 Uhr | Polizei Sachsen: Corona-Kontrollen durch Kommunen

Die Polizeigewerkschaft Sachsen sieht es als großes Problem, die Einhaltung der Coronaregeln zu kontrollieren und Verstöße zu ahnden. Gewerkschaftssprecher Reinhard Gärtner sagte MDR AKTUELL, generelle Corona-Kontrollen durch die Polizei seien personell nicht möglich. Es gebe das tägliche Dienstgeschäft. Man komme nur, wenn man gerufen werde – etwa um sogenannte Coronapartys aufzulösen.

Gärtner betonte, statt der Polizei seien Ordnungsämter und Kommunen in der Pflicht. Hier müsse das Personal aufgestockt werden. Auch Betreiber von Einkaufsmärkten und Gaststätten seien aufgefordert, selbst mehr auf die Einhaltung der Regeln zu achten.

06:15 Uhr | CDU-Innenexperte: Corona-Großdemo Gefahr für alle

Der Unions-Innenexperte Armin Schuster sieht in Corona-Großdemonstrationen wie in Berlin eine Gefahr für die Allgemeinheit. Er sagte der "Rheinischen Post", es wäre verhältnismäßig, die Versammlungen nur noch unter viel strengeren Auflagen oder gar nicht mehr zu genehmigen. Das Nichteinhalten von Corona-Regeln werde offen zur Schau getragen, Medienvertreter würden angegriffen und es gebe immer wieder Auseinandersetzungen mit der Polizei. All das rechtfertige schon im Vorfeld ein konsequenteres Vorgehen der Versammlungsbehörden. Ähnlich äußerte sich der Deutsche Städtetag. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, aus Demonstrationen heraus dürften sich nicht neue Corona-Hotspots entwickeln.

Samstagnachmittag hatten sich in Berlin nach Schätzungen der Polizei rund 20.000 Menschen versammelt, um gegen die Corona-Auflagen zu demonstrieren. Die Kundgebung wurde später von der Polizei aufgelöst.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. August 2020 | 06:00 Uhr