Coronavirus-Pandemie Ticker: Ministerium - Homeoffice soll von der Steuer absetzbar sein

Die Arbeit im Homeoffice soll für Steuerzahler nach Angaben des Bundesfinanzministeriums absetzbar sein. Die Lufthansa hat weitere Einschränkungen bei Flugzeugen und Personal bekannt gegeben. München führt wieder Kontakt-Beschränkungen ein und eine Maskenpflicht für bestimmte öffentliche Plätze ein.

Eine Frau arbeitet mit Hörschutz im Homeoffice.
Homeoffice soll steuerlich absetzbar werden Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Montag, den 21. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:35 Uhr | Bund und Länder wollen neue Schulschließungen vermeiden

Bund und Länder wollen in der Corona-Krise vermeiden, dass erneut flächendeckend Schulen geschlossen werden. Ein Sprecher der Bundesregierung sagte am Abend, das sei eines der Ergebnisse des Treffens von Kanzlerin Angela Merkel, Bildungsministerin Anja Karliczek und SPD-Chefin Saskia Esken mit Kultusministern der Ländern gewesen. Zugleich hieß es, man sei sich einig, dass die Verantwortung für die Schulpolitik trotz der milliardenschweren Hilfe des Bundes bei den Ländern liege. Die Bundesregierung sagte dennoch weitere Hilfen etwa bei der Digitalisierung der Schulen sowie der Entwicklung digitalen Lernens zu.

Stühle stehen in einem leeren Klassenzimmer
Minister gegen neue Schulschließungen Bildrechte: dpa

21:33 Uhr | Impfstoff-Allianz benötigt noch Geld

Die weltweite Corona-Impfstoff-Allianz "Covax" benötigt noch mindestens 700 Millionen Dollar, um ärmere Staaten beim Kauf von Impfstoff zu unterstützen. Wie die Weltgesundheitsorganisation WHO mitteilte, gibt es Zusagen über 1,4 Milliarden Dollar aus 156 Ländern. Die USA und China seien bislang nicht dabei. Die Initiative unter Führung der WHO hat das Ziel, dass wohlhabendere Länder gemeinsam einen Impfstoff kaufen. Geplant ist der Erwerb von rund zwei Milliarden Einheiten von verschiedenen Herstellern. Damit soll verhindert werden, dass jedes Land nur an sich denkt und Impfstoff-Bestände an den Meistbietenden gehen.

21:00 Uhr | Spahn sieht Deutschland gut gerüstet

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, besucht mit Atemschutzmaske das Medizinische Zentrum er Radboud-Universität, Niederlande.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Bildrechte: dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält Deutschland im Kampf gegen das Coronavirus für besser gerüstet als noch im Frühjahr. Der CDU-Politiker sagte in einem ARD-"Extra": "Wir wissen zum Beispiel besser, wie wir die Intensivkapazitäten in den Kliniken genauer, zielgenauer steuern können." Die Medizin wisse besser, welche Behandlungsmethoden sinnvoll seien. Zudem habe man auch mehr Testkapazitäten und mehr Schutzausrüstung für betroffenes Personal.

18:16 Uhr | Homeoffice soll steuerlich absetzbar werden

Steuerzahler sollten ihre Arbeit im Homeoffice nach Angaben des Bundesfinanzministeriums von der Steuer absetzen können. Eine Ministeriumssprecherin sagte, man sehe die Rechtslage so, dass man das Homeoffice geltend machen könne. Bund und Länder müssten sich allerdings noch über die genauen Regelungen einigen. Hessen und Bayern hatten am Wochenende eine Initiative zur Absetzbarkeit der Arbeit im Homeoffice im Bundesrat angekündigt. Beide Länder schlagen vor, dass für jeden vollen Tag im Homeoffice ein Pauschalbetrag von fünf Euro als Werbungskosten abgezogen werden kann. Die Höchstgrenze soll bei 600 Euro im Jahr liegen.

17:10 Uhr | Stuttgart 21: 33 Infizierte in Arbeiterunterkunft

In einer Arbeiterunterkunft des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben sich 33 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Ein Sprecher der Stadt sagte, die Infizierten sowie enge Kontaktpersonen seien nun in Quarantäne. Man habe die Betroffenen zudem in zwei städtische Schutzeinrichtungen gebracht, wo sie vom Gesundheitsamt und dem DRK betreut würden. Dem Sprecher zufolge wurden bislang 66 Menschen getestet.

17:04 Uhr | Behörden kündigen härteres Vorgehen an

Nach gehäuften Corona-Fällen im Landkreis Weimarer Land wollen die Behörden härter gegen Quarantäne-Verweigerer vorgehen. Der Kreis ist derzeit neben dem Ilm-Kreis Schwerpunkt der Pandemie in Thüringen. Das Landratsamt teilte mit, die Zahl der Verweigerer habe sich in den vergangenen Tagen gehäuft. Die Behörde kündigte Strafanzeigen und empfindliche Bußgelder an. Die Häufung der Fälle im Weimarer Land ist demnach hauptsächlich auf eine aus Tschechien infiziert zurückgekehrte Seniorenreisegruppe zurückzuführen. Bei der Suche nach deren Kontaktpersonen sollen nach Angaben der Kreisverwaltung von Mittwoch an Bundeswehr-Angehörige helfen.

16:37 Uhr | Italien verlangt Test bei Einreise

Italien verlangt künftig von Einreisenden aus Paris und mehreren anderen französischen Gebieten mit hohen Corona-Infektionsraten einen Virus-Test. Gesundheitsminister Roberto Speranza schrieb bei Facebook, die Situation in Europa dürfe nicht unterschätzt werden. Italien gehe es heute besser als anderen Ländern, aber es sei große Vorsicht geboten. Besucher aus Griechenland, Malta, Spanien und Kroatien müssen in Italien bereits seit Längerem einen negativen Covid-19-Test vorlegen oder sie lassen sich bei der Einreise testen.

Ein Schild das zur Corona Prävention informiert
Informationen zur Corona-Prävention in Italien. Bildrechte: imago images/Xinhua

15:21 Uhr | Lufthansa verschärft Sparprogramm

Die Lufthansa muss in der Corona-Krise noch stärker schrumpfen als bislang geplant. Das Unternehmen teilte mit, mindestens 150 Flugzeuge der einstmals 760 Jets umfassenden Konzernflotte würden dauerhaft am Boden bleiben. Dabei sollen alle Großraumflugzeuge vom Typ Airbus A380 ausgemustert werden. Auch die Zahl der wegfallenden Vollzeitstellen werde die bislang angekündigten 22.000 übersteigen. Die Lufthansa war vom Staat mit mehreren Milliarden Euro in der Corona-Krise unterstützt worden.

13:55 Uhr | Einschränkungen beim Chemnitzer Weihnachtsmarkt

In Chemnitz wird der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr mit Einschränkungen stattfinden. Die Stadt teilte mit, eine große, zusammenhängende Fläche werde es nicht geben. Stattdessen seien fünf verschiedene Areale in der Innenstadt vorgesehen. Zudem soll der Zugang wegen der Corona-Regeln beschränkt werden. Das Gelände wird eingezäunt, Besucher müssen sich an den Zugangsstellen registrieren. Glühwein darf nur ohne Schuss ausgeschenkt werden. Damit soll verhindert werden, dass wegen zu viel Alkohol Mindestabstände nicht eingehalten werden. Eine Maskenpflicht ist bisher nicht vorgesehen.

13:35 Uhr | Taj Mahal nach sechs Monaten wieder offen

Das weltberühmte Mausoleum Taj Mahal in Indien hat nach sechs Monaten wieder für Besucher geöffnet. Wegen der Corona-Pandemie war das Monument in der nordindischen Stadt Agra Mitte März für Besucher gesperrt worden. Nun dürfen nach Medienberichten maximal 5.000 Besucher am Tag das Grabmal besichtigen. Mit der Wiedereröffnung gelten neue Regeln für Besucher: Tickets können nur noch online gebucht werden. Besucher müssen am Eingang durch eine Fieber-Kontrolle. Außerdem darf das Bauwerk nicht berührt werden.

12:19 Uhr | München führt Beschränkungen wieder ein

Die bayerische Landeshauptstadt München führt wieder Kontakt-Beschränkungen im öffentlichen und privaten Leben ein. So dürften sich ab Donnerstag nur noch fünf Personen treffen oder zwei Haushalte. Oberbürgermeister Dieter Reiter sagte, das gelte im privaten und im öffentlichen Raum und in der Gastronomie. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag nach Angaben der Behörden zuletzt bei statistisch 55,59 neuen Coronavirus-Infektionen pro 100.000 Einwohnern.

Zudem beschloss der Krisenstab in München jetzt auch eine Maskenpflicht auf bestimmten öffentlichen Plätzen und Straßen der Innenstadt. Die Regelung soll von Donnerstag an gelten.

11:45 Uhr | Neuer Gesundheitsminister in Prag

Tschechiens Regierungschef Andrej Babiš hat schnell einen Nachfolger für den zurückgetretenen Gesundheitsminister Adam Vojtěch benannt, den Epidemiologen und Regierungsberater Roman Prymula, der noch heute ernannt werden soll. Der 56 Jahre alte Prymula hatte sich zuletzt für die Ausrufung des Notstands im Land ausgesprochen. Die Zahl der neuen Coronavirus-Infektionen pro 100.000 Einwohner in Tschechien war zuletzt die EU-weit dritthöchste hinter Spanien und Frankreich.

11:23 Uhr | Fast 9.000 Schüler in Bayern in Quarantäne

Die steigenden Infektionszahlen beeinträchtigen auch in Bayern den Schulbetrieb. Wie das Kultusministerium heute in München berichtete, sind aktuell mehr als 8.800 Schüler und 771 Lehrer in Quarantäne, 343 Schüler und 48 Lehrer nachweislich infiziert. Das Ministerium bezog sich dabei auf Zahlen vom Sonntagabend. In Bayern gibt es 1,65 Millionen Schüler sowie 150.000 Lehrkräfte. Aktuelle Zahlen über Schließungen von Schulen lagen laut Ministerium zunächst nicht vor.

11:00 Uhr | Weiteres Todesopfer im Weimarer Land

Im Kreis Weimarer Land in Thüringen ist am Wochenende ein an Covid-19 erkrankter Bewohner eines Seniorenheims in Apolda gestorben. Nach Angaben des Landratsamts sind sechs Patienten weiter in stationärer Behandlung. Im Weimarer Land war die Zahl neuer Infektionen zuletzt schnell gestiegen. Als Auslöser gilt die Bustour einer Senioren-Gruppe nach Tschechien Anfang des Monats. Auch der Todesfall stehe damit im Zusammenhang, hieß es vom Landratsamt. Das Seniorenheim stehe unter Quarantäne. Weitere Tests dort seien aber negativ ausgefallen.

10:30 Uhr | Tschechiens Gesundheitsminister tritt zurück

Tschechiens Gesundheitsminister Adam Vojtěch hat seinen Rücktritt erklärt. Wie er sagte, will er Raum für Lösungen der Corona-Krise eröffnen. Zuletzt hatte es Kritik an seinem Krisen-Management gegeben. In den vergangenen Wochen waren die Infektionszahlen in Tschechien schnell gestiegen. Die Opposition sprach von einem Bauernopfer vor den Regional- und Senatswahlen in zwei Wochen und forderte schnellen Ersatz. Ministerpräsident Andrej Babiš dankte seinem Parteifreund: Er habe die erste Welle im Frühjahr "auf unglaubliche Weise" gemeistert. Im Frühjahr war Tschechien eher weniger von der Pandemie betroffen.

10:05 Uhr | Mehr als 1.100 neue Fälle an einem Sonntag

In Deutschland sind am gestrigen Sonntag 1.169 neue Coronavirus-Infektionen registriert worden. Wie aus Daten des Projekts Risklayer am Karlsuher Institut für Technologie hervorgeht, sind das deutlich mehr als die 751 neuen Fälle am Sonntag vor einer Woche. Der Sieben-Tage-Schnitt stieg damit auf nun durchschnittlich 1.740 Neuinfektionen pro Tag. Dabei hatten laut Risklayer am Sonntag lediglich 47 Prozent der Landkreise und Städte ihre neuen Daten gemeldet.

09:33 Uhr | Hohe Ansteckungsrate in Russland

In Russland haben die Behörden mit 6.196 Fällen die höchste Zahl an Neuinfektionen seit über zwei Monaten registriert. Damit haben sich insgesamt über 1,1 Millionen Menschen seit Beginn der Pandemie angesteckt. Russland liegt damit weltweit an vierter Stelle.

09:16 Uhr | Knapp 7.000 Schüler in NRW in Quarantäne

Nach Zahlen des nordrhein-westfälischen Schulministeriums sind Angang der Woche 6.987 Schüler und rund 576 Lehrer in Quarantäne gewesen. Bei 238 Schülern und 46 Lehrkräften sei eine Infektion mit dem Virus bestätigt, berichtete die "Rheinische Post" unter Berufung auf das Ministerium. Vier Schulen seien komplett geschlossen und 106 teilweise. Das Ministerium hat diese Zahlen laut dem Zeitungsbericht in einer Umfrage ermittelt, an der 4.510 von 4.862 Schulen teilnahmen.

08:45 Uhr | Corona-Krise erreicht die Tarifpolitik

Die Folgen der Pandemie sind zum Argument in aktuellen Tarifauseinandersetzungen geworden. So sagte etwa der Verdi-Gewerkschaftssekretär Normen Schulze bei MDR AKTUELL vor den Tarifverhandlungen mit der Deutschen Post, diese gehöre zu den Gewinnern der Coronakrise. Deshalb dürfe sie sich nicht weigern, Löhne zu erhöhen. Im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst argumentieren dagegen die Kommunen als Arbeitgeber, dass sie zu den Verlieren der Krise gehörten könnten und darum nichts zu verteilen hätten.

Daneben kritisierte etwa VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh in der "Braunschweiger Zeitung", dass viele Unternehmen die Pandemie als Chance nutzten, um Produktion in Länder mit geringeren Lohnkosten zu verlagern. Ähnlich äußerte sich dazu auch IG-Metall-Chef Jörg Hofmann in der "Süddeutschen Zeitung": Eine Reihe von Arbeitgebern nutze die Corona-Krise, um "Arbeit in Billiglohnländer zu verlagern".

08:06 Uhr | Söder für schärfere Maskenpflicht in München

Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) ist für eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in München. Söder sagte im Radiosender B5 aktuell, er habe gemischte Gefühle, wenn er die Bilder von wilden Wiesn-Ersatzfeiern am Wochenende sehe. Daher wolle er mit der Stadt über einen Mund-Nase-Schutz beraten. Am Sonntag hatte die Zahl der neuen Infektionen in der Landeshauptstadt den Wert von 55,6 pro 100.000 Einwohner in einer Woche erreicht: "München hat sehr hohe Zahlen, zu hohe Zahlen", sagte Söder. Sorgen bereiteten nicht die professionell organisierten Veranstaltungen: "Das Problem sind private Feiern." Wenn jedoch Vernunft hier nicht helfe, "dann muss gesteuert werden".

07:50 Uhr | Zukunftsangst bei Freischaffenden

Die von der Pandemie ausgelöste Krise trifft freie Künstlerinnen und Künstler besonders hart. Viele stehen vor dem Nichts. MDR-AKTUELL-Reporterin Sarah Bötscher hat mit drei von ihnen gesprochen:

06:30 Uhr | Spahn für "Fieberambulanzen" im Herbst

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will mit Blick auf einen befürchteten Anstieg der Coronavirus-Infektionen im Herbst sogenannte Fieberambulanzen einrichten lassen. Der "Rheinischen Post" sagte Spahn, für Patienten mit Symptomen einer Atemwegserkrankung solle es solche zentralen Anlaufstellen geben. Er setze darauf, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen solche Ambulanzen im Herbst überall anbieten. Um Gefahren für Risikogruppen zu minimieren, plant Spahn auch Reihentests in sensiblen Bereichen wie Pflegeheimen.

06:10 Uhr | Gipfel im Kanzleramt berät über Schulen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat an alle Bürger appelliert, Hygieneregeln einzuhalten und so zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebs in der Coronavirus-Pandemie beizutragen. Schule sei keine isolierte Veranstaltung, sagte Karliczek: "Die Gesellschaft hat es durch ihr Verhalten insg esamt stark in der Hand, wie der Schulbetrieb in den nächsten Monaten laufen wird." Karliczek, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Chefin Saskia Esken und die Kultusminister der Bundesländer beraten heute Abend über die Lage an den Schulen, über Infektionsschutz, Hygienemaßnahmen und Digitalisierung.

06:00 Uhr | Der Ticker vom Montag

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. September 2020 | 06:00 Uhr