Coronavirus-Ticker 11. Mai: Merkel sieht "neue Phase der Pandemie"

Bundeskanzlerin Merkel hat angesichts der "neuen Phase der Pandemie" davor gewarnt, unvorsichtig zu werden. Die Gewerkschaft der Polizei in Sachsen sieht durch den Bundesliga-Neustart die Gesundheit von Polizeibeamten gefährdet. Der Bund will 750 Millionen Euro bereitstellen, um an einem Corona-Impfstoff zu forschen. Außerdem will er der Deutschen Bahn mit Milliarden unter die Arme greifen.

Angela Merkel
Merkel im Anschluss an ihre Videoschalte: "Jetzt kommt eine neue Phase der Pandemie." Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Montag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie im Ticker am Dienstag.

22:45 Uhr | Bundesinnenministerium beurlaubt Referatsleiter wegen Kritik an Corona-Maßnahmen

Das Bundesinnenministerium hat ein Arbeitsverbot gegen einen Referatsleiter verhängt, der in seiner offiziellen Funktion die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung hausintern und gegenüber Vertretern der Bundesländer massiv kritisiert hatte. Ein Ministeriumssprecher erklärte am Abend: "Es geht nicht darum, dass ein Mitarbeiter eine kritische Meinung äußert, sondern darum, dass er das unter dem Briefkopf des Bundesinnenministeriums tut und dadurch den Anschein erweckt, es handle sich um die Position des Hauses." Das Bundesinnenministerium hatte sich schon am Sonntag öffentlich von dem Vorgang distanziert. Zuvor hatte das Online-Portal "Tichys Einblick" Teile des Papiers öffentlich gemacht.

In einer E-Mail an führende Mitarbeiter des Ministeriums, darunter einem Staatssekretär, schrieb der Referatsleiter, eine interne Analyse seines Referats ergebe "gravierende Fehlleistungen des Krisenmanagements" sowie "Defizite im Regelungsrahmen für Pandemien". Außerdem schrieb er: "Coronakrise erweist sich wohl als Fehlalarm". Das gleiche Papier verschickte er eine Stunde später offenbar auch an Mitarbeiter der Landesinnenministerien mit der Anmerkung: "In  der Annahme Ihres Interesses gebe ich Ihnen unten stehende E-Mail als fachliche Information zur Kenntnis."

22:26 Uhr | Gericht setzt Quarantänepflicht für Einreisende außer Vollzug

Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat die grundsätzliche Quarantänepflicht für aus dem Ausland Einreisende außer Vollzug gesetzt. Das teilte die Justizbehörde mit. Das Gericht gab demnach dem Eilantrag des Eigentümers einer Ferienhausimmobilie in Schweden statt. Ein Argument der Richter: Das Infektionsschutzgesetz Gesetz sehe Quarantäne nur für bestimmte Personen vor - etwa Kranke oder Krankheitsverdächtige. Im Hinblick auf die weltweiten Fallzahlen, die in Relation zur Weltbevölkerung zu setzen seien, könne auch bei Berücksichtigung einer hohen Dunkelziffer ein aus dem Ausland Einreisender nicht pauschal als Krankheits- oder Ansteckungsverdächtiger angesehen werden.

22:20 Uhr | Hunderte Demonstranten gegen Corona-Maßnahmen in Sachsen

In Sachsen haben an verschiedenen Orten Hunderte Menschen gegen die Beschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie protestiert. In Dresden liefen nach Polizeiangaben rund 150 Menschen gemeinsam durch die Stadt. Im Landkreis Meißen kamen 180 Menschen in Großenhain und 150 Menschen in der Stadt Meißen zu Protestveranstaltungen zusammen. Insgesamt protestierten nach Angaben der Polizei in Sachsen mehr als 850 Menschen gegen die Corona-Regelungen. Die Demonstranten reagierten den Angaben zufolge in den meisten Fällen nicht auf eine Ansprache durch die Einsatzkräfte, weshalb die Polizei Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten eingeleitet habe. Versammlungsleiter gaben sich nicht zu erkennen. Die Protestaktionen blieben jedoch friedlich und lösten sich nach einiger Zeit wieder auf.

21:55 Uhr | Europäische Arzneimittelbehörde empfiehlt Remdesivir-Einsatz

Zwei Ampullen des Medikamentes Remdesivir stehen auf einem Tisch.
Das Medikament Remdesivir gilt als Hoffnug zur Behandlung von Covid-19-Erkrankten. Bildrechte: dpa

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA empfiehlt den Einsatz des noch nicht als Medikament zugelassenen Mittels Remdesivir außerhalb klinischer Studien (compassionate use). Das Medikament des US-Unternehmens Gilead könne bei Patienten angewandt werden, die nicht auf Beatmungsgeräte angewiesen seien, teilt die EMA mit. Remdesivir war ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt worden. Erste Studien brachten ermutigende Ergebnisse, dass das Mittel erfolgreich bei der Behandlung der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 eingesetzt werden könnte. Bislang gibt es weder ein Heilmittel noch einen Impfstoff gegen das Virus.

21:07 Uhr | Militärhistorisches Museum Dresden öffnet wieder

Das Militärhistorische Museum in Dresden
Das Militärhistorische Museum in Dresden öffnet ab 14. Mai wieder seine Pforten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden öffnet ab Donnerstag (14. Mai 2020) wieder für den Besucherverkehr. Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, wurden eine Reihe von "Corona-Regelungen" eingeführt. So gilt für Besucher und Angestellte im Ausstellungsbetrieb eine Tragepflicht von einfachen Mund-Nase-Bedeckungen. Zudem werden keine Audio-Guides ausgegeben. Auch interaktive Ausstellungsinhalte stehen nicht zur Verfügung. Die Zahl der Besucher, die sich zeitgleich in der Ausstellung aufhalten dürfen, wird ebenfalls minimiert. Auch Gruppenführungen und öffentliche Veranstaltungen können bis auf Weiteres nicht stattfinden. Das Museum wird täglich außer mittwochs zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet sein. Die sonst verlängerte Öffnungszeit am Montagabend bis 21 Uhr entfällt vorerst.

20:15 Uhr | Keine erhöhte Corona-Ansteckung durch Schulöffnungen in Norwegen

Die Wiedereröffnung von Kindergärten und Grundschulen hat in Norwegen zu keiner beschleunigten Ausbreitung des Coronavirus geführt. Wie das norwegische Institut für öffentliche Gesundheit mitteilte, hat sich die Öffnung von Schulen und Kitas "nicht negativ auf die epidemiologische Situation ausgewirkt". Als eines der ersten Länder Europas hatte Norwegen am 20. April die Kindergärten wieder geöffnet, eine Woche später folgten die Grundschulen. Hätten sich die Öffnungen negativ ausgewirkt, wäre dies durch einen Anstieg bei der Zahl der Neuinfektionen sichtbar geworden, erklärte Institutschef Frode Forland. Gleiches gelte für Friseursalons, Physiotherapeuten und andere Gesundheitsdienste, die in Norwegen ebenfalls seit dem 27. April öffnen dürfen.

19:00 Uhr | Stahlknecht warnt vor "Dynamisierungspotenzial" von Anti-Corona-Demos

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht
Stahlknecht: "Viele fast schon wahnhaft." Bildrechte: IMAGO

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht zeigt sich besorgt über die Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen. Er gehe davon aus, dass die Proteste noch zunehmen werden, sagte der CDU-Politiker: "Wir sehen ein erhebliches Dynamisierungspotenzial." Mit besonderer Sorge würden die Sicherheitsbehörden auf jene Demonstranten blicken, die bisher nicht politisch vorgeprägt gewesen seien, jetzt aber glaubten, die Corona-Pandemie sei eine Lüge, damit der Staat die Freiheitsrechte eindämmen könne. "Aus meiner Sicht sind viele fast schon wahnhaft und schwer vom Gegenteil zu überzeugen", warnte Stahlknecht.

18:18 Uhr | Russland hebt Corona-Einschränkungen teilweise auf

Russlands Präsident Wladimir Putin hebt die landesweiten Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie von Dienstag an teilweise auf. Massenveranstaltungen bleiben verboten und Menschen über 64 Jahre müssen weiter zu Hause bleiben. Putin sagte dazu, in den russischen Regionen seien die Situationen unterschiedlich. Die örtliche Behörden könnten deswegen nach eigenem Ermessen Maßnahmen lockern oder verschärfen.

18:05 Uhr | Krankenkassen droht 14-Milliarden-Euro-Minus

Den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland droht laut einem Bericht des "Tagesspiegel" unter anderem wegen der Corona-Krise in diesem Jahr ein Minus von 14,1 bis 14,6 Milliarden Euro. Wie die Zeitung unter Berufung auf interne Schätzungen der Kassen berichtete, sind vor allem die sinkenden Beitragseinnahmen aufgrund höherer Arbeitslosigkeit der Grund. Auch die Kosten würden deutlich steigen. Die Behandlung von Corona-Infizierten wird demnach mit 1,3 Milliarden Euro zusätzlich veranschlagt, weitere 3,3 Milliarden Euro entfielen auf höhere Pflegeentgelte, 1,6 Milliarden Euro auf Corona-Tests und bis zu 1,2 Milliarden Euro auf den Verzicht auf die Prüfung von Krankenhausrechnungen. Ein Teil des Minus gehe allerdings auf andere gesetzliche Neuregelungen zurück. Dem stünden allerdings Milliarden-Einsparungen durch das Herunterfahren des sonstigen Gesundheitsbetriebs wegen der Corona-Pandemie gegenüber.

17:35 Uhr | Merkel mahnt zur Rücksicht in neuer Pandemie-Phase

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angesichts der von ihr so bezeichneten "neuen Phase der Pandemie" davor gewarnt, unvorsichtig zu werden. Die CDU-Politikerin appellierte an die Bürger, es werde jetzt notwendig sein, "dass wir bei all den Lockerungen wirklich Sicherheit haben, dass sich die Menschen an die Grundgebote halten, also Abstand halten, Mund-Nasen-Schutz tragen, aufeinander Rücksicht nehmen." Das sei ganz wichtig. In einer Videoschalte hatte sich Merkel zuvor über die Arbeit des Gesundheitsamtes Wernigerode informiert. Sie dankte bei der Gelegenheit den Mitarbeitern aller Gesundheitsämter in ganz Deutschland für ihren Einsatz bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

17:12 Uhr | Neustart der 3. Fußball-Liga am 26./27. Mai

Die 3. Fußball-Liga soll frühestens am 26./27. Mai fortgesetzt werden. Das hat das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes beschlossen. Das Ganze stehe unter dem Vorbehalt der entsprechenden behördlichen Genehmigungen, teilte der DFB mit. Die Drittliga-Saison war wie die Spielzeiten der Bundesliga und 2. Bundesliga Mitte März aufgrund der Coronavirus-Pandemie unterbrochen worden.

16:30 Uhr | Corona-Tests am Schlachthof Weißenfels

Am Schlachthof Weißenfels soll es Corona-Tests geben. Das hat die Tönnies-Unternehmensgruppe auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT bestätigt. Demnach sind die Tests freiwillig. Sie sollen in den kommenden Tagen starten. Durch die Überprüfungen sollen mögliche Infektionsketten nachverfolgt werden. Darauf haben sich das Unternehmen und Gesundheitsamt geeinigt. Die Branche war nach dem Ausbruch des Coronavirus in einem Schlachtbetrieb in Nordrhein-Westfalen in den Fokus gerückt. Mit mehr als 2.000 Mitarbeitern ist der Tönnies-Produktionsstandort in Weißenfels der größte Schlachthof in Sachsen-Anhalt.

15:56 Uhr | Polizeigewerkschaft sieht Infektionsgefahr durch Bundesliga-Neustart

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Sachsen sieht durch den Neustart der Fußball-Bundesliga die Gesundheit von Polizeibeamten gefährdet. Der sächsische GdP-Landesvorsitzende Hagen Husgen warnte im MDR-Magazin "Umschau" vor Fan-Zusammenkünften vor Stadien: "Meine Kolleginnen und Kollegen werden daraufhin ihrem Auftrag nachkommen, einschreiten und sich dabei selbst in die erhöhte Gefahr einer Infektion begeben, da ein neuer Herd dafür geschaffen wurde." Husgen verwies in dem Zusammenhang auf das Geisterspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am 11. März. Trotz eines Stadionverbots für Fans sei es dabei zu Fan-Ansammlungen gekommen. Zwar zeigte der GdP-Landeschef Verständnis, dass die Politik mit dem Neustart der Fußball-Bundesliga möglicherweise Akzeptanz für noch bestehende Einschränkungen erzielen wolle, der Preis dafür sei jedoch seiner Einschätzung nach zu hoch.

Nach Auskunft des sächsischen Innenministeriums wird die Polizei im Freistaat alle erforderlichen Maßnahmen treffen, um Verstöße gegen bestehende Verbote zu verhindern bzw. diese konsequent zu verfolgen. Im Bedarfsfall werde man auch Einheiten der Bereitschaftspolizei hinzuziehen. Bei Zuwiderhandlungen drohte Innenminister Roland Wöller auch mit Spielabbrüchen. Bund und Länder hatten am 6. Mai beschlossen, dass ab der Monatsmitte wieder Fußball-Bundesligaspiele unter Auflagen stattfinden dürfen. Dafür hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) ein Hygiene-Konzept erarbeitet, zu dem auch ein Stadionverbot für Fans gehört.

13:51 Uhr | Bund investiert kräftig in Corona-Forschung

Eine Frau in Schutzkleidung hält ein kleines Flächschen.
Um die Forschung an einem Corona-Impfstoff voran zu bringen, will der Bund 750 Millionen Euro bereitstellen. Bildrechte: MDR/MCS Grafik

Die Bundesregierung will bis zu 750 Millionen Euro in ein Sonderprogramm zur Erforschung und Entwicklung eines Corona-Impfstoffs investieren. Das kündigte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek in Berlin an. Nach ihren Angaben ergänzt die Summe die international bereits zugesagten Gelder aus Deutschland. Es gehe um eine Ausweitung der Studien und die spätere Sicherung der Produktion.

13:38 Uhr | Steuerbescheide können länger dauern

Viele Thüringer werden ihre Steuerbescheide für 2019 voraussichtlich später bekommen als sonst. Wie Finanzministerin Heike Taubert erklärte, haben derzeit Anträge auf Steuer-Erleichterungen wegen der Corona-Krise Vorrang. Bis Ende April seien landesweit rund 19.000 solcher Anträge bei den Finanzämtern eingegangen, der Großteil zur Herabsetzung von Steuervorauszahlungen. Taubert zufolge haben in den vergangenen Wochen auch in vielen Finanzämtern Mitarbeiter gefehlt, die zu Hause ihre Kinder wegen geschlossener Schulen und Kitas betreut hätten. Taubert warb um Verständnis für mögliche Verzögerungen. Kein Finanzamt lasse eine Steuererklärung absichtlich länger liegen.

13:18 Uhr | Knabenchöre sehen ihre Existenz bedroht

Dresdner Kreuzchor
Der Dresdner Kreuzchor hofft, bald wieder proben und auftreten zu können. Bildrechte: Berlin Classics

Der Dresdner Kreuzchor, die Regensburger Domspatzen und drei weitere deutsche Knabenchöre sehen sich durch die Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, es brauche "dringend klare Rahmenbedingungen und einen Zeitplan für die Wiederaufnahme des Probe- und Konzertbetriebes". Sollten die finanziellen Einbußen infolge der Corona-Einschränkungen noch länger anhalten, seien diese "existenzbedrohend" für den Fortbestand der Chöre. Proben seien seit Mitte März nicht mehr möglich, virtuelle Alternativen kein adäquater Ersatz. Unterzeichnet haben den Appell auch die Augsburger Domsingknaben, der Tölzer Knabenchor und der Windsbacher Knabenchor in Mittelfranken.

12:56 Uhr | Geschäfte und Restaurants in der Schweiz wieder offen

In der Schweiz haben alle Geschäfte und Restaurants wieder geöffnet. In den Lokalen dürfen nur vier Gäste an einem Tisch sitzen. Ausnahmen gelten für Familien mit Kindern. Zudem begann für viele Schüler wieder der Unterricht. Außerdem wurden Museen, Bibliotheken und Fitnesscenter wieder geöffnet. Überall gelten Schutzmaßnahmen wie ein Mindestabstand. Auch der öffentliche Verkehr fuhr am Montag wieder weitgehend nach Normalfahrplan. Vorerst geschlossen bleiben in der Schweiz aber Zoos, botanische Gärten und Schwimmbäder sowie Theater, Kinos, Kirchen und Bergbahnen.

12:04 Uhr | Eröffnung des Panorama-Museums verschoben

Die Eröffnung des Panorama-Museums im thüringischen Bad Frankenhausen ist verschoben worden. Als Grund nannte eine Sprecherin im MDR, dass für die Einhaltung der Hygienestandards bestellte Plexiglasscheiben noch nicht geliefert worden seien. Nun soll das Museum voraussichtlich am 21. Mai eröffnet werden. Es ist seit Ende Januar wegen Umbauarbeiten geschlossen.

11:51 Uhr | Bund plant milliardenschwere Finanzhilfe für Deutsche Bahn

Der Bund plant wegen der Corona-Krise eine milliardenschwere Eigenkapital-Erhöhung bei der Deutschen Bahn. Außerdem soll die Verschuldungsgrenze angehoben werden. Das geht aus einem Papier hervor, das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt. Die Bahn ist wegen der Belastungen durch die Corona-Krise wirtschaftlich unter Druck geraten. Die Fahrgastzahlen sind eingebrochen. In dem Papier von Verkehrs- und Finanzministerium ist von einem Schaden von bis zu 13 Milliarden Euro die Rede. Der Bund als Eigentümer wolle 80 Prozent davon durch eine Kapitalerhöhung ausgleichen. Der Bahn-Konzern sicherte zugleich Einsparungen zu. So soll der Vorstand für dieses Jahr keine Bonuszahlungen erhalten.

11:38 Uhr | Verbraucherschützer sehen Gutschein-Lösung kritisch

Wenn eine Kultur- oder Sportveranstaltung wegen der Corona-Krise abgesagt wird, will der Ticketservice Eventim Gutscheine vergeben. Geld gibt es nicht zurück. Die Politik hat eine solche Lösung aber noch nicht geregelt. Was raten Verbraucherschützer? MDR AKTUELL hat nachgefragt:

11:13 Uhr | Österreich schnürt Hilfspaket für Gastronomie

Die Gaststätten in Österreich sollen mit einem Hilfspaket von 500 Millionen Euro in der Corona-Krise unterstützt werden. Unter anderem soll die Umsatzsteuer auf alkoholfreie Getränke auf zehn Prozent halbiert werden. Nach Angaben von Finanzminister Gernot Blümel bringt allein dieser Schritt den Wirten eine Entlastung von 200 Millionen Euro. Zudem ist geplant, die seit 2014 geltende "Schaumweinsteuer" abzuschaffen. Bundeskanzler Sebastian Kurz sagte in Wien, die Gastronomie sei Teil der österreichischen Seele. In Österreich dürfen die Lokale und Restaurants am 15. Mai wieder öffnen. Die Hotels soll Ende des Monats folgen.

10:50 Uhr | Neuer Wahltermin in Serbien festgelegt

In Serbien wird die wegen der Corona-Pandemie verschobene Parlamentswahl am 21. Juni nachgeholt. Den Termin hat die Wahlkommission bestätigt. Ursprünglich sollte die Wahl am 26. April stattfinden. Wegen der Corona-Krise hatte Präsident Aleksandar Vucic aber Mitte März den Ausnahmezustand ausgerufen. Dieser wurde inzwischen wieder aufgehoben. In Serbien sind bislang rund 10.000 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Im Zusammenhang damit wurden 215 Todesfälle gemeldet.

10:42 Uhr | Disneyland in Shanghai wieder offen

Besucher mit Mundschutzmasken im Disneyland, Shanghai.
Die ersten Besucher strömen in den Disneyland-Freizeitpark in Shanghai. Bildrechte: dpa

Das Disneyland in der chinesischen Millionenstadt Shanghai hat nach mehr als drei Monaten wieder geöffnet. Zunächst wurde aber nur eine begrenzte Zahl von Besuchern mit vorgebuchten Tickets in den Freizeitpark gelassen. Sie mussten am Eingang ihre Körpertemperatur messen lassen und einen grünen Gesundheits-QR-Code auf ihrem Handy vorzeigen. Per Lautsprecher wurden die Besucher aufgefordert, Masken zu tragen und Abstand zu halten, auch in Warteschlangen und Fahrgeschäften. Trotz der Sicherheitsvorkehrungen waren die Eintrittskarten für Montag innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Der Freizeitpark war Ende Januar wegen der Corona-Krise geschlossen worden.

10:21 Uhr | Weniger Neuinfektionen am Wochenende

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 ist am Wochenende wieder zurückgegangen – auch im Vergleich zum Wochenende der Vorwoche. Laut der Datenbank des "Risklayer"-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie wurden von den Kreisen und Städten am Samstag (736) und Sonntag (555) insgesamt knapp 1.300 Fälle gemeldet. Am Wochenende der vorangegangenen Woche waren es noch mehr als 1.600 Fälle deutschlandweit.

Das Meldeverhalten der Kreise unterliegt im Wochenverlauf regelmäßig Schwankungen: An den Wochenenden und zu Wochenbeginn sinken die gemeldeten Fälle in der Regel, da an den Wochenenden viele Kreise keine neuen Zahlen melden und auch weniger getestet wird. Am Samstag meldeten so laut Risklayer 58 Prozent der Kreise Infektionszahlen, am Sonntag 64 Prozent.

Mittwochs bis freitags hingegen werden im Wochenverlauf stets die meisten Fälle gemeldet. Durch diese Schwankungen lassen sich auch die Schwankungen bei der Reproduktionsrate erklären. Diese gab das Robert Koch-Institut, dessen Zahlen über Neuinfektionen im Vergleich zu Quellen wie Risklayer stets einen zeitlichen Verzug aufweisen, am Sonntagabend mit 1,13 an. Es könne aber noch nicht bewertet werden, ob sich der während der letzten Wochen sinkende Trend der Neuinfektionen weiter fortsetze oder es zu einem Wiederanstieg komme, teilte das RKI begleitend mit. Um die Verbreitung eines Virus einzudämmen, muss der Wert unter 1,0 gehalten werden.

Weitere Statistiken – etwa die Angabe der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen auf Kreisebene – finden Sie hier.

09:40 Uhr | Thüringer Ministerin: Können Beschränkungen anweisen

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner hat klargestellt, dass die Landesregierung die Rücknahme von Corona-Lockerungen auch anweisen kann. Hintergrund sind die hohen Infektionszahlen in den beiden Thüringer Landkreisen Greiz und Sonneberg. Werner sagte MDR AKTUELL, man schaue sich die Daten genau an. Morgen treffe sich eine Task Force und werde über das weitere Vorgehen entscheiden. Dazu gehörten Quarantäneanordnungen, eine Kontaktnachverfolgung oder auch Betretungsvebote. In den Landkreisen Greiz und Sonneberg liegen die Infektionszahlen über der Obergrenze von 50 Fällen je 100.000 Einwohner, die Bund und Länder vereinbart haben.

09:12 Uhr | Keine Zunahme von Insolvenzen in Mitteldeutschland

Trotz der Corona-Krise gibt es in Mitteldeutschland bislang nicht mehr Firmenpleiten. Der bekannte Insolvenzverwalter Lucas Flöther sagte MDR AKTUELL, seine Kanzlei sehe momentan noch keine Zunahme der Insolvenzzahlen. "Aber das soll nicht täuschen. Das ist aus unserer Sicht eher die Ruhe vor dem Sturm. Wir gehen davon aus: Die Insolvenzwelle wird kommen", sagte Flöther. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle hatte im März und April bundesweit 1.936 Firmenpleiten gezählt, exakt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dass es trotz Corona nicht mehr geworden sind, habe mehrere Gründe, erklärt der Leiter der Insolvenzforschungsstelle, Steffen Müller. So würden die staatlichen Hilfskredite und das Kurzarbeitergeld die Unternehmen entlasten.

08:55 Uhr | Frankreich und Spanien lockern Beschränkungen

Frankreich, Spanien und Belgien haben ihre Corona-Beschränkungen gelockert. In Frankreich durften die Bürger am Montag erstmals seit acht Wochen ihre Häuser ohne Auflagen verlassen. Auch Geschäfte und viele Schulen öffneten wieder. In der Hauptstadt Paris gab es bereits am frühen Morgen Andrang in der Metro und in Vorortzügen.

In Spanien darf die Hälfte der 47 Millionen Einwohner in einer ersten Phase der Lockerung unter Auflagen wieder auf die Straße. In der besonders betroffenen Hauptstadt Madrid sowie in Barcelona bleibt die Ausgangssperre dagegen bestehen. In Belgien öffnen am Montag die Geschäfte wieder. Restaurants, Bars und Cafés bleiben jedoch weiterhin geschlossen.

08:42 Uhr | Thüringen erlaubt ab Mittwoch Besuche in Pflegeheimen

Thüringen will ab Mittwoch wieder Besuche in Pflegeheimen erlauben. Wie das Ministerium für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie mitteilte, soll dann ein entsprechender Erlass in Kraft treten. Allerdings gelten für die Besuche strenge Voraussetzungen. So sind wiederkehrende Besuche nur für eine festgelegte Person zugelassen. Es dürfen nicht zu viele Besucher auf einmal in die Einrichtungen stationärer Pflege, und Besucher sollen möglichst während ihres gesamten Aufenthalts einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Auch Werkstätten für behinderte Menschen dürfen dem Ministerium zufolge ab Mittwoch wieder betreten werden.

07:36 Uhr | Schulstart für Tausende Schüler in Thüringen

In Thüringen startet heute für Schüler der 4., 9. und 11. Klassen wieder die Schule. Allerdings sind die Klassen wegen der Corona-Krise verkleinert worden und es gelten strenge Hygienekonzepte an den Schulen.

07:18 Uhr | Linke will weiter regelmäßige RKI-Briefings

Die Linken im Bundestag kritisiert, dass das Robert Koch-Institut seine regelmäßigen Pressekonferenzen zur Corona-Lage einstellt. Fraktionschef Dietmar Bartsch sprach in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" von einem falschen Signal. "Wir sind in einer gefährlichen Phase des Übergangs. Über die Auswirkungen der jetzt beschlossenen Lockerungen müssen Bevölkerung und Medien regelmäßig umfassend von der Bundesebene unterrichtet werden, auch per Pressekonferenz", sagte Bartsch. Wenn das RKI das nicht tue, müsse es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn selbst machen. Das RKI untersteht dem Bundesgesundheitsministerium. RKI-Vizepräsident Lars Schaade hatte am Donnerstag erklärt, dass es künftig nur noch anlassbezogene Briefings geben werde.

06:59 Uhr | Einkaufszentren in Neuseeland dürfen öffnen

Neuseeland lockert die meisten Corona-Beschränkungen. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern kündigte an, dass ab Donnerstag wieder Restaurants, Cafés, Kinos und Einkaufszentren öffnen dürfen. Auch Reisen innerhalb des Landes seien dann wieder erlaubt. Die Schulen sollen ab dem 18. Mai wieder öffnen, Bars am 21. Mai. Versammlungen werden auf maximal zehn Personen beschränkt.

06:35 Uhr | Sorge vor Radikalisierung der Corona-Proteste

Die Fraktionschefin der Grünen in Sachsen, Franziska Schubert, hat sich dafür ausgesprochen, die Proteste gegen die Corona-Einschränkungen ernst zu nehmen. Schubert sagte MDR AKTUELL, man solle Kritik nicht pauschal zurückweisen. Demokratie lebe von unterschiedlichen Perspektiven. Möglicherweise habe die Politik die Maßnahmen nicht ausreichend erklärt. Schubert hatte am Wochenende in Zittau mit Demonstranten diskutiert. Andere Politiker warnten vor einer Radikalisierung der Proteste. SPD-Chefin Saskia Esken sagte den "Funke-Medien", wer die Pandemie leugne und zum Verstoß gegen Schutzvorschriften aufrufe, nutze die Verunsicherung der Menschen schamlos dafür aus, die Gesellschaft zu destabilisieren. Am Wochenende hatte es in mehreren Städten Proteste gegen die Corona-Beschränkungen gegeben.

06:32 Uhr | Prüfungen für Realschüler beginnen

Für rund 8.000 Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt beginnen heute die Prüfungen für den Realschulabschluss. Nach Angaben des Bildungsministeriums, stehen zunächst die Tests im Fach Deutsch auf dem Programm. Am Mittwoch folgt Englisch und am Freitag Mathematik. Die Abschlussprüfungen für Realschüler starten wegen der Schulschließungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie drei Wochen später als ursprünglich geplant.

06:22 Uhr | Sachsen-Anhalt erlaubt wieder Besuche in Heimen

In Sachsen-Anhalt sind ab heute wieder Besuche in Alten- und Pflegeheimen erlaubt. Es gelten jedoch Einschränkungen. Wie die Landesregierung mitteilte, dürfen Heimbewohner nur einen Besucher pro Tag für eine Stunde empfangen. Dabei müssen die Besucher einen Mund-Nasen-Schutz tragen, der vom Heim gestellt wird. Die Heime dürfen zudem selbst entscheiden, ob und wann sie die Besuchserlaubnis aus gesundheitlichen Gründen wieder einschränken. Im Landkreis Mansfeld-Südharz ist ein Pflegeheim unter Quarantäne gestellt worden. Wie der Landkreis mitteilte, ist dort eine Person positiv auf das Coronavirus getestet worden. In den kommenden Tagen sollen alle Bewohnern und Mitarbeiter des Heims getestet werden.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Mai 2020 | 06:00 Uhr