Coronavirus-Ticker 25. Mai: Südtirol hofft auf Urlauber

Bund und Lufthansa haben sich auf einen Rettungsplan für die Airline geeinigt, die durch die Pandemie ins Trudeln geraten war. Der Deutsche Fußball-Bund hat heute entschieden, dass ab Ende Mai die 3. Liga wieder spielen wird. Derweil diskutieren mehrere Bundesländer, was mit den Corona-Beschränkungen passieren soll. Auch Tschechien lockert seine Kontrollen an den Grenzen. Touristen profitieren aber noch nicht davon.

Nadelbaumwald mit Blick auf ein Hochgebirge
Bei Deutschen sehr beliebt - Südtirol Bildrechte: MDR

Unser Ticker am Montag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie im Ticker am Dienstag.

23:15 Uhr | Altmaier verteidigt Rettungspaket für Lufthansa

Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat Kritik am Rettungspaket für die Lufthansa zurückgewiesen. Altmaier sagte am Abend auf den Einwand, der Staat hätte sich mehr Mitsprache sichern müssen, darauf habe man bewusst verzichtet. Der Staat sei kein guter Unternehmer. Mit der Hilfe in Höhe von neun Milliarden Euro könne man aber weit mehr als 100.000 Arbeitsplätze sichern. Auch die Pilotenvereinigung Cockpit begrüßte die Vereinbarung. In einer Mitteilung heißt es, man erwarte nun von der EU-Kommission, dass sie der Rettung des Unternehmens keine Steine in den Weg lege.

22:35 Uhr | WHO setzt Tests zu Hydroxychloroquin aus

Die Weltgesundheitsorganisation hat klinische Tests des Malariamittels Hydroxychloroquin zur Behandlung von Covid-19 ausgesetzt. WHO-Chef Tedros erklärte, man wolle zunächst weitere Daten auswerten. Die Entscheidung sei nach der Veröffentlichung einer Studie gefallen, wonach eine Behandlung mit Hydroxychloroquin möglicherweise die Sterblichkeitsrate erhöht. Die WHO führt derzeit eine ganze Reihe von Medikamententests durch. Dabei soll herausgefunden werden, ob verschiedene Mittel gegen Malaria, HIV oder Ebola einen Effekt gegen Covid-19 haben.

22:27 Uhr | Oper Leipzig beendet vorfristig Spielzeit

Die Oper Leipzig hat ihre Spielzeit wegen der Coronakrise vorzeitig beendet. Zugleich teilte das Haus mit, dass der Vorverkauf für die nächste Saison auf Juli verschoben werde. Man brauche noch Zeit, um die Abstandsregeln umzusetzen. Die Oper nannte die Maßnahmen bedauerlich. Der Schutz von Mitarbeitern und Besuchern stehe aber im Vordergrund.

22:05 Uhr | Großbritannien kündigt Lockerungen an

In Großbritannien sollen ab dem 15. Juni alle Läden wieder öffnen dürfen. Das kündigte der britische Premier Boris Johnson an. Er schränkte aber zugleich ein, dass die Öffnung noch von der Entwicklung der Corona-Infektionszahlen abhänge. Friseure, Schönheitssalons und Hotels sollen hingegen vorerst geschlossen bleiben. Großbritannien ist mit offiziell 36.914 Corona-Todesfällen das am schwersten betroffene Land Europas.

21:46 Uhr | Südtirol hofft auf Touristen

Deutsche Urlauber können vermutlich schon ab Juni nach Südtirol reisen. Wie der "Münchner Merkur" berichtet, will Österreich Touristen zum Brenner durchlassen. Um zu belegen, dass sie nach Italien wollen, müssen Urlauber an der Grenze eine Hotelbuchung oder ähnliches vorweisen. Italien hatte unlängst angekündigt, seine Grenzen am 3. Juni wieder zu öffnen.

21:13 Uhr | Schweden verzeichnet über 4.000 Todesfälle nach Corona

Die Zahl der Corona-Todesfälle in Schweden ist auf 4.029 gestiegen. Das meldeten die schwedischen Gesundheitsbehörden am Montag. Damit verzeichnet das Land mittlerweile eine wesentlich höhere Sterberate als seine skandinavischen Nachbarländer. Das nordeuropäische Land hatte durch weniger strikte Maßnahmen gegen das neue Coronavirus auf sich aufmerksam gemacht. Der Website Worldometer zufolge zählt Schweden aktuell 399 Corona-Todesfälle pro eine Million Einwohner. Es liegt damit aber immer noch hinter anderen europäischen Ländern wie Frankreich mit 435 Todesfällen pro eine Million Einwohner, Großbritannien und Italien mit jeweils 542 oder Spanien mit 615 Toten pro eine Million Einwohner.

20:12 Uhr | Söder für Kontaktbeschränkungen bis Juli

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hält die Verlängerung der Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie bis Juli für richtig. Distanzgebot und Maskenpflicht seien unverzichtbar, sagte der CSU-Chef im ZDF. Er unterstützte damit den vom Bundeskanzleramt vorgelegten Plan, die Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verbindlich in Kraft zu lassen. In einer neueren Version der Vorlage ist allerdings nur noch vom 29. Juni die Rede. Mit Blick auf die Debatte um Lockerungen in Thüringen betonte Söder, es sei ein "fatales Signal", wenn die Politik den Menschen eine "falsche Normalität" einrede  und "das ganze Regelwerk" außer Kraft setze. In der ARD sagte er, dass eine "überragende Mehrheit" der Bundesländer für eine Fortsetzung bei Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht sei.

18:50 Uhr | Corona-Pandemie wirbelt Reisepläne durcheinander

Eine Befragung von mdrFRAGT zeigt, dass jeder Zweite in Mitteldeutschland in der Corona-Pandemie seine Reisepläne verändert hat. Viele wollen ihren Urlaub in diesem Sommer in Deutschland verbringen oder aber ganz auf Ferien verzichten.

18:38 Uhr | Spanien will Quarantäne-Vorschriften kippen

Spanien will die derzeit noch gültigen Quarantäne-Vorschriften für ausländische Touristen zum 1. Juli abschaffen. Das teilte die Regierung in Madrid mit. Bereits am Samstag hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez verkündet, dass ab Juli wieder Touristen ins Land kommen dürften. Zu den Bedingungen hatte er noch nichts gesagt. Derzeit müssen Ausländer und Spanier, die in das Land einreisen, 14 Tage in Quarantäne. Neben Spanien haben mehrere EU-Urlaubsländer wie Österreich und Italien angekündigt, ihre Grenzen im Sommer wieder für Touristen zu öffnen. Das Auswärtige Amt will die weltweite Reisewarnung aufheben und durch länderspezifische Hinweise ersetzen.

18:11 Uhr | Tschechien lockert Grenzkontrollen

Tschechien öffnet ab Dienstag alle Grenzübergänge nach Deutschland und Österreich. Das kündigte der tschechische Innenminister Jan Hamacek in Prag an. Es werde nur noch Stichproben und keine umfassenden Kontrollen mehr geben. Das Einreiseverbot für Touristen nach Tschechien bleibe aber bestehen, sagte eine Sprecherin. Seit dem 14. April dürfen beispielsweise nur Grenzpendler einreisen oder EU-Staatsangehörige mit ständigem Aufenthalten in der Tschechischen Republik. Sie müssen bei der Einreise einen negativen Covid-19-Test vorlegen oder andernfalls in Quarantäne gehen. Bei Zuwiderhandlungen drohen Geldstrafen von umgerechnet bis zu 37.000 Euro. Über die Wiedereröffnung der Grenzen für ausländische Touristen laufen derzeit intensive Verhandlungen. Das tschechische Außenministerium peilt bislang Mitte Juni an.

17:05 Uhr | Rettungsplan für Lufthansa steht

Das Rettungspaket des Bundes für die Lufthansa steht. Wie das Wirtschaftsministerium auf seiner Website mitteilte, haben sich beide Seiten auf milliardenschwere Staatshilfen geeinigt. So soll die Fluggesellschaft Hilfen in Höhe von neun Milliarden Euro bekommen. Die Lufthansa hat derzeit massive Umsatzrückgänge. Nachdem der Konzern im vorigen Jahr noch einen Rekord bei den Passagierzahlen verbucht hatte, sind wegen der Einreiseverbote in vielen Ländern seit Wochen große Teile der Flotte am Boden.

16:41 Uhr | Umweltministerin: Neustart für Klimaschutz nutzen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze fordert massive Investitionen in den Klimaschutz. Die SPD-Ministerin will sie an das Konjunkturprogramm koppeln, das die Bundesregierung Anfang Juni zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie vorlegen will. Schulze sagte am Montag, der Neustart müsse dafür genutzt werden, um die Gesellschaft klimafreundlicher, gerechter und krisenfester zu machen. Verschiedene Forschungsinstitute hatten ein entsprechendes Konzept vorlegt. Sie plädieren u.a. für Zuschüsse in Elektro-Autos, Busse, Bahnen und Fahrradwege.

16:12 Uhr | Kekulé kritisiert Vorstoß von Ramelow

Der Virologe Alexander Kekulé hält den Corona-Vorstoß des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow für ein "gefährliches Experiment". Das sagte er im Podcast "Kekulés Corona-Kompass" von MDR AKTUELL. Kekulé zeigte sich skeptisch zum Vorschlag, in Landkreisen ohne Infizierte die Maßnahmen wegzunehmen: "Das könnte man nur machen, wenn die Landkreise auf Inseln ohne Fährverkehr wären." Herr Ramelow könne nicht garantieren, dass zum Beispiel Menschen aus Bayern die Krankheit einschleppten und es dann in Thüringen einen Riesenausbruch gebe.

15:31 Uhr | Fußball-Drittligisten sollen Spielbetrieb aufnehmen

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat bei einem virtuellen Treffen für eine Fortsetzung der 3. Liga gestimmt. Gut 95 Prozent der 253  Delegierten stimmten für einen entsprechenden Antrag. Laut DFB-Plan soll ab dem 30. Mai wieder der Ball in der 3. Liga rollen, eine eingerichtete Taskforce soll sich um die wirtschaftliche Stabilität der Liga kümmern. Die Landesverbände Sachsen und Sachsen-Anhalt hatten dagegen beantragt, die Saison wegen der Corona-Pandemie abzubrechen.

15:05 Uhr | Klinikum in Zeitz - Alle Mitarbeiter getestet

Nach mehreren Coronavirus-Infektionen hat das SRH-Klinikum in Zeitz (Sachsen-Anhalt) alle 240 Beschäftigten auf den Erreger getestet. Es habe keine weiteren Neuinfektionen gegeben, hieß es von der Klinik-Gruppe am Montag. Für die betroffene Station gelte jedoch noch bis nach Pfingsten ein Aufnahmestopp. Anlass für den Reihentest war, dass zuletzt bei fünf Patienten sowie sechs Beschäftigten der Abteilung für Geriatrie das neuartige Coronavirus entdeckt worden war. Das Klinikum verschärfte nach eigenen Angaben die Hygienemaßnahmen und stellte alle positiv getesteten Beschäftigten unter häuslicher Quarantäne.

14:52 Uhr | Mundschutz-Spende für Tafel in Sachsen

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat dem Landesverband der Lebensmitteltafeln 6.000 Schutzmasken übergeben. Sie seien eine Spende der vietnamesischen Community in Dresden, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit. Die Spende sei ein ausgezeichnetes Beispiel, wie man gemeinsam besser vorankomme, sagte Köpping. Mit den Masken könnten die sächsischen Tafeln ihre wichtige Arbeit fortführen. Der Tafel Sachsen e.V. versorgt nach eigenen Angaben in rund 200 Ausgabestellen bedürftige Menschen mit Lebensmitteln. Der Verein hat rund 1.400 – größtenteils ehrenamtliche – Mitarbeiter.

14:22 Uhr | Köpping kündigt "Paradigmenwechsel" an

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) hat einen "Paradigmenwechsel" für die nächste sächsische Coronavirus-Schutzverordnung angekündigt. Im Interview mit MDR AKTUELL sagte sie, das gehe nicht mit großen Änderungen einher, sondern nur mit einer anderen Herangehensweise. Man wolle weniger über Verbote reden, sondern mehr darüber, was erlaubt sei.

Thüringen will weg von flächendeckenden Beschränkungen und auch Sachsen plant einen "Paradigmenwechsel". Sachsen-Anhalt wiederum setzt auf Disziplin, will die Neuinfektionen nahe der Null halten. Das Land hatte bereits vorige Woche einen Plan vorgelegt, der umfassende Lockerungen vorsieht.

13:46 Uhr | Giffey für lokale Kinder-Abstandsregeln

Eine komplette Öffnung von Schulen und Kitas wird nach Ansicht von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) erst möglich, wenn die 1,50-Meter-Abstandsregel nicht mehr gilt. "Das ist eine ganz klare Geschichte", sagte sie, da man ansonsten "einfach nicht 100 Prozent der Kinder in 100 Prozent der Zeit von Kita und Schule zurückholen" könne. Die Entscheidung, ob man sich von der Abstandsregel trenne, sei eine "sehr, sehr schwere". Das könne nicht für das Bundesgebiet an einem Tag X festgelegt werden, sondern je nach Lage vor Ort.

13:15 Uhr | Kanzlerin für verbindliche Verhaltensregeln

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besteht darauf, dass zentrale Verhaltensregeln gegen das Coronavirus bundesweit Pflicht bleiben. Für Abstand und Hygiene wolle sie auch nach dem 5. Juni verbindliche Anordnungen und nicht nur Gebote, sagte Sprecher Steffen Seibert am Mittag. Am 5. Juni laufen bisherige Vorschriften aus. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hatte zuvor mit der Überlegung, solche Regeln durch lokale zu ersetzen, eine neue und bundesweite Debatte über Lockerungen ausgelöst. Nach Medienberichten sah die Beschlussvorlage des Kanzleramts für Beratungen mit den Ländern eine Verlängerung der Kontaktbeschränkungen bis 5. Juli vor.

13:02 Uhr | Thüringen bleibt bei Maskenpflicht

In Thüringen soll es bei der Maskenpflicht im Nahverkehr und in Geschäften bleiben. Das sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow heute im MDR. In der Kabinettssitzung morgen solle aber beraten werden, die Kontaktverbote zu lockern. Derweil werden von dem Linke-Politiker angestellte Überlegungen über regionale statt landesweite Schutzvorschriften auch im Land kontrovers diskutiert. Der Gemeinde- und Städtebund kritisierte sie, der Eichsfelder Landrat Werner Henning (CDU) sprach von einem "kühnen, aber richtigen Weg". Gothas SPD-Oberbürgermeister Knut Kreuch war für einen einheitlichen Weg und dagegen, die Verantwortung an Landräte und Bürgermeister abzugeben (weitere Meldungen dazu weiter unten).

12:35 Uhr | Bahn bestätigt App-Pläne für Ticket-Buchungen

Die Deutsche Bahn AG hat die Einführung einer Auslastungsanzeige auf www.bahn.de und in der DB-Navigator-App angekündigt. Wie das bundeseigene Unternehmen mitteilte, sollen Kunden sehen, wenn ein Zug zu mehr als 50 Prozent besetzt ist. Die Zahl der Reservierungen und Ticketverkäufe könne dann begrenzt oder sogar ganz gestoppt werden. Offen blieb noch, ob man direkt am Bahnhof trotzdem weiter auch in vollere Züge einsteigen kann und auch, ob es etwa Familien möglich bleibt, Sitzplätze nebeneinander zu reservieren.

11:52 Uhr | Gericht kippt Auskunftspflicht bei Schülern

Das Verwaltungsgericht Leipzig hat die sächsische Bestimmung, wonach Eltern von Grundschülern täglich schriftlich Auskunft über den Gesundheitszustand ihrer Familie geben müssen, für unzulässig erklärt. Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie sei das "weder erforderlich noch angemessen und damit unverhältnismäßig", teilte das Gericht am Montag mit (Az.: 3 L 248/20). Mit dem Beschluss gab es dem Antrag eines Vaters auf vorläufigen Rechtsschutz statt. Eine Beschwerde beim sächsischen Oberverwaltungsgericht ist möglich.

11:35 Uhr | Einigung über Staatshilfe für die Lufthansa

Bundesregierung und Lufthansa-Management haben sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur grundsätzlich auf milliardenschwere Staatshilfen für die Fluggesellschaft geeinigt. Zustimmen müssen demnach aber noch der Lenkungsausschuss des staatlichen Wirtschafts-Stabilisierungsfonds, die Gremien der Lufthansa sowie die EU-Kommission. Details zu der offiziell noch unbestätigten dpa-Meldung waren noch nicht bekannt.

11:13 Uhr | Berliner R-Wert über 1,2 - seit drei Tagen

Die Entwicklung der Ansteckungsrate in Berlin muss nach Einschätzung von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci in den nächsten Tagen genau beobachtet werden. Dass die Reproduktionszahl nun bei 1,37 und damit zum dritten Mal in Folge über dem Wert von 1,2 liege, könne ein Indiz für einen Trendwechsel sein, sagte die SPD-Politikerin am Montag im Gesundheitsausschuss.

10:56 Uhr | Corona-Kabinett der Bundesregierung vertagt

Die für heute geplante Sitzung des Corona-Kabinetts der Bundesregierung ist Medienberichten zufolge kurzfristig abgesagt worden. Nach dem Vorstoß von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) bestehe dringender Gesprächsbedarf zwischen Bund und Ländern, heißt es unter Berufung auf das Kanzleramt. Die Teilnehmer seien von den Plänen aus Erfurt überrascht worden, die Beschlussvorlage daher überholt. Ramelow hatte angekündigt, in Thüringen ab 6. Juni auf allgemeine, landesweite Schutzvorschriften verzichten zu wolle (siehe dazu auch Ticker-Einträge weiter unten).

Ramelow verteidigte unterdessen weiter seinen Vorstoß gegen vielstimmige Kritik. Im MDR sagte er: "Ich habe nicht gesagt, dass die Menschen sich umarmen sollen oder den Mund-Nasen-Schutz abnehmen und sich küssen!" Es gebe jetzt auch keinen Grund, auf "bewährte Regelungen wie das Abstandhalten" zu verzichten.

10:26 Uhr | Mehrbedarf bei Schulunterricht zu Hause

Zur Teilnahme am digitalen Unterricht haben Schüler bei Sozialleistungen einen Anspruch auf Finanzierung des nötigen Tablets. Im Regelbedarf sei die Anschaffung eines internetfähigen Computers zur Teilnahme am Schulunterricht zu Hause nicht berücksichtigt, befand das Landessozialgericht in Essen in einem heute veröffentlichten Beschluss (Az.: L 7 AS 719/20 B ER). Die Kosten stellten deshalb einen "anzuerkennenden Mehrbedarf" dar. Im konkreten Fall veranschlagte das Gericht sie mit 150 Euro.

10:05 Uhr | Datenanalyse zu Todesfällen und Fußballspiel

Todesfälle durch das Coronavirus in Großbritannien könnten laut einer Studie auf das Champions-League-Spiel des FC Liverpool gegen Atlético Madrid am 11. März zurückgehen. Die Datenanalyse-Firma Edge Health schätzt, dass 41 Todesfälle damit "in Verbindung" stehen. Wie die Zeitung "Sunday Times" berichtete, starben die Menschen 25 bis 35 Tage nach dem Spiel in Krankenhäusern in Liverpool und der Umgebung. Das Achtelfinal-Rückspiel hatten rund 52.000 Leute im Stadion gesehen. Es war das letzte größere Spiel mit Stadionpublikum in Großbritannien vor Verhängung der allgemeinen Restriktionen. Ob sich die gestorbenen Patienten im Stadion selbst oder bei Zuschauern später infizierten, können die Daten konkret aber nicht zeigen.

09:32 Uhr | Bahn informiert über Auslastung

Die Deutsche Bahn will ihr Angebot im Fern- und im Regionalverkehr allmählich wieder hochfahren und sich dem Normalfahrplan nähern. Wie genau sie dabei vorgeht, erläutert der zuständige Bahnvorstand Berthold Huber heute Mittag. Erwartet werden auch Äußerungen zur Bahn-App. "Der Spiegel" berichtete, "DB Navigator" und Internetseite seien so programmiert, dass Nutzer nur noch Züge mit Auslastungen bis 50 Prozent sehen. Am Bahnhof soll demnach aber weiterhin auch ein vollerer Zug bestiegen werden können. Es soll wohl auch möglich bleiben, Sitzplätze nebeneinander zu reservieren.

09:00 Uhr | Wenige Neuinfektionen am Wochenende

Die Zahl der Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 ist am Wochenende niedrig geblieben. Laut der Datenbank des "Risklayer"-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie meldeten Kreise und Städte für Samstag (273) und Sonntag (342) insgesamt reichlich 600 Fälle. Ende der vorigen Woche waren es noch mehr als 950 deutschlandweit.

Laut Risklayer meldeten aber vergleichsweise wenige Landkreise aktuelle Zahlen. Am Samstag waren es 48 Prozent der Kreise, am Sonntag immerhin 55 Prozent.

Die Reproduktionszahl (R-Wert) lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Sonntag bei 0,94. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag der Wert bei 0,93. Um die Virusausbreitung einzudämmen, muss er unter 1,0 bleiben. Weitere Statistiken – etwa zu Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen auf Kreisebene – finden Sie hier.

Institutionen wie "Risklayer" oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert veröffentlicht.

08:43 Uhr | Drittliga-Vereine streiten mit dem DFB

Auch der 1. FC Magdeburg prüft juristische Schritte gegen den Deutschen Fußballbund (DFB). Der FCM will eine Spielverlegung erreichen, die der DFB ablehnt. Der FCM hatte die Verlegung damit begründet, dass die nötige Coronavirus-Testreihe für die Mannschaft nicht rechtzeitig gestartet werden konnte, weil die Kapazität im DFB-Testcenter nicht ausreiche. Das wiederum bestreitet der DFB.

Der Hallesche FC hat dem Verband unterdessen Post zukommen lassen. Laut der "Mitteldeutschen Zeitung" sagte HFC-Präsident Jens Rauschenbach: "Wir haben durch unseren Anwalt die bestehende Wettbewerbsverzerrung beim DFB angezeigt und diesen aufgefordert, gleiche Bedingungen mit mindestens 14 Tagen Mannschaftstraining für alle zu schaffen." Der DFB berät ab heute Mittag per Video-Schalte über die geplante Fortsetzung der Saison in der 3. Liga Ende Mai.

08:12 Uhr | Bartsch verteidigt Ramelow

Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow in der Debatte um eine Aufhebung der Coronavirus-Beschränkungen verteidigt. Er sei gegen einen Lockerungswettlauf und für ein möglichst koordiniertes Vorgehen, sagte Bartsch heute im Deutschlandfunk. Er sei aber wie sein Parteifreund dafür, die Restriktionen zu regionalisieren: "Wir können nicht dauerhaft Beschränkungen vornehmen, wo es keine Infektionen gibt." FDP-Chef Christian Lindner begrüßte das, während der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach die Bundesregierung aufforderte, ein Signal dagegen zu setzen. Der Chef der bayerischen Staatskanzlei, Florian Herrmann (CSU), sprach in der "Bild"-Zeitung von einem "hochgefährlichen Experiment".

07:45 Uhr | Sachsen plant weitere Lockerungen ab 6. Juni

Neben Thüringen scheint auch Sachsen weitere Lockerungen anzugehen. Sozialministerin Petra Köpping (SPD) sagte der "Leipziger Volkszeitung", mit der nächsten Schutzverordnung ab 6. Juni solle es keine generellen Beschränkungen mehr geben. Stattdessen wolle Sachsen alles freigeben und nur noch Ausnahmen für das benennen, was noch nicht möglich sei. Voraussetzung sei aber, dass die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen weiter gering bleibe und die Menschen die Abstandsgebote und die Maskenpflicht einhalten. Mehr dazu von unseren Kollegen im Ticker aus Sachsen:

07:13 Uhr | Ramelow antwortet auf Kritik

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat seinen Vorstoß zu einer Aufhebung der Beschränkungen in seinem Land gegen Kritik verteidigt. Der Linke-Politiker sagte MDR AKTUELL, er stelle die gelernten Strategien wie Abstandhalten und Mund-Nasen-Schutz tragen nicht in Frage. Es gebe keinen Grund, leichtsinnig zu werden. Es sei aber nicht mehr sinnvoll, dass Krisenstäbe an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr aktiv sein müssten. Ramelow verwies darauf, dass es in der Hälfte der Landkreise seit drei Wochen keine neuen Infektionen mehr gegeben habe.

06:56 Uhr | Keine Einigung über Pflegebonus-Erhöhung

Ob die mitteldeutschen Länder die Corona-Sonderzahlung für Pflegekräfte erhöhen, ist noch unklar. Der Bundestag hatte beschlossen, dass Pflegerinnen und Pfleger eine Prämie bekommen sollen. Der sogenannte Pflegebonus vom Bund beträgt 1.000 Euro. Bundesländer oder Arbeitgeber können die steuerfreie Extrazahlung um 500 auf insgesamt 1.500 Euro aufstocken.

06:20 Uhr | Hildburghausen: Klinik-Mitarbeiter infiziert

Sechs Mitarbeiter der Regiomed-Klinik in Hildburghausen in Thüringen sind mit dem Coronavirus infiziert. Wie Landrat Thomas Müller (CDU) dem MDR sagte, handelt es sich um Pfleger und Krankenschwestern. Die Testergebnisse seien am Sonntag im Gesundheitsamt eingetroffen. Müller geht davon aus, dass das Virus über eine Patientin aus einem Seniorenheim eingeschleppt wurde. Der Klinikbetreiber will ab Montag rund 500 Beschäftigte im Krankenhaus, im Medizinischen Versorgungszentrum und im Rettungsdienst sowie 70 Patienten testen. Mit Ergebnissen wird im Lauf der Woche gerechnet.

05:00 Uhr | Sommerschulen auch in Mitteldeutschland

Auch in Mitteldeutschland gibt es Überlegungen für freiwillige Lernangebote in den Sommerferien, um die Ausfälle durch die Schulschließungen wegen des Coronavirus auszugleichen. Das haben Recherchen von MDR AKTUELL ergeben. Das Bildungsministerium von Sachsen-Anhalt teilte mit, in den Pfingstferien werde bereits ein Testlauf durchgeführt. Mehr als 90 Prozent der Schulen hätten Angebote auf die Beine gestellt. Nun komme es darauf an, wie sie angenommen würden. Zudem erhoffe man sich Aufschluss über organisatorische Details, etwa den Bedarf an Lehrkräften.

Auch in Sachsen arbeitet das Kultusministerium an Konzepten. Eine Sprecherin erklärte, man wolle die Schüler fördern, die Unterstützung bräuchten. Thüringen äußerte sich zunächst zurückhaltend. Aus dem Bildungsministerium in Erfurt hieß es, man berate darüber.

03:10 Uhr | Brasilien zentraler Krisenherd in Südamerika

Brasilien hat sich zum zentralen Krisenherd der Coronavirus-Pandemie in Südamerika entwickelt. Mit fast 350.000 bestätigten und mehr als 15.000 neuen Infektionen innerhalb eines Tages hat das Land nach den USA nun weltweit die zweitmeisten Infektionen. Die US-Regierung erließ weitgehende Einreisebeschränkungen für Menschen aus dem südamerikanischen Land, in dem Präsident Jair Bolsonaro bei öffentlichen Auftritten weiter demonstrativ gegen Abstands- und Hygienevorgaben verstößt. Am Sonntag suchte er die Nähe zu Anhängern, die sich vor dem Präsidentenpalast versammelt hatten, gab mehreren die Hand und umarmte einige. Die Atemmaske, die er anfangs trug, hatte er abgesetzt.

02:30 Uhr | Chiles Gesundheitssystem stößt an Grenzen

In Chile geraten die Krankenhäuser wegen der starken Zunahme von Coronavirus-Infektionen an ihre Grenzen. Einer chilenischen Zeitung zufolge sagte Präsident Sebastián Piñera, das Gesundheitssystem sei nah am Limit. Nach Angaben des örtlichen Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der Infektionen in den vergangenen Tagen auf knapp 70.000. Mehr als 700 Menschen seien gestorben.

01:15 Uhr | Kritik am Vorschlag Österreichs für Corona-Hilfen

Der Vorschlag von Österreich zur Hilfe für notleidende EU-Staaten in der Corona-Krise sorgt in Deutschland für Kritik. Österreich hatte sich zusammen mit den Niederlanden, Dänemark und Schweden für günstige Kredite ausgesprochen. Dazu sagte CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen der "Süddeutschen Zeitung", der Vorschlag der "geizigen Vier" sei eine einzige Provokation. Die zu hohe Verschuldung einzelner Länder sei nicht mit noch mehr Schulden zu lösen.

00:30 Uhr | Lockerungen in Niedersachsen

Seit Mitternacht gelten in Niedersachsen neue Infektionsschutzbestimmungen. Sie wurden trotz der Infektionen in einem Restaurant in Ostfriesland weiter gelockert. Im Gastgewerbe dürfen erstmals seit Beginn der Krise die Hotels wieder öffnen und bis zu 60 Prozent ihrer Plätze belegen. Für Restaurants entfällt die 50-Prozent-Grenze ganz. Allerdings müssen weiter Mindestabstände gewahrt werden. Darüber hinaus können Fitnesscenter und Freibäder wieder öffnen. Einige Beschränkungen bleiben aber bestehen, insbesondere die Vorgabe, dass sich in der Öffentlichkeit die Mitglieder von maximal zwei Haushalten treffen dürfen. Auch in Mecklenburg-Vorpommern, in Brandenburg und Berlin empfangen Ferienwohnungen und Hotels seit Montag wieder Gäste.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Mai 2020 | 22:30 Uhr