Coronavirus-Ticker 29. Juni: Merkel und Macron für enge Zusammenarbeit bei Krisenbewältigung

Kanzlerin Merkel und Präsident Macron wollen beim Corona-Krisenfonds eng zusammenarbeiten. Der Flughafen Frankfurt verfügt ab sofort über ein Corona-Testzentrum – durch die dort ermöglichten Schnelltests sollen Fluggästen bei Flügen ins Ausland Quarantäne-Aufenthalte erspart werden. Alle aktuellen Informationen im Überblick.

Angela Merkel und Emmanuel Macron sitzen am Tisch im Garten von Schloss Meseberg.
Angela Merkel und Emmanuel Macron im Garten von Schloss Meseberg. Bildrechte: dpa

Unser Ticker vom Montag endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse! Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie in unserem Ticker am Dienstag.

03:33 Uhr | QR-Code für Griechenland-Urlauber

Für Griechenland-Urlauber gilt bis Ende August ein kompliziertes Einreiseverfahren. Wie die Regierung in Athen mitteilte, müssen alle Touristen 48 Stunden vor ihrer Einreise online ein Anmeldeformular mit einem Fragebogen ausfüllen. Im Gegenzug bekämen sie dann einen persönlichen QR-Code. Dieser entscheide darüber, ob sie bei der Ankunft auf das Corona-Virus getestet würden.

01:50 Uhr | Insolventer "Cirque du Soleil" entlässt 3.500 Mitarbeiter

Der kanadische Live-Unterhaltungs-Konzern "Cirque du Soleil" hat Insolvenzschutz beantragt. Zugleich kündigte er an, knapp 3.500 Mitarbeiter zu entlassen. Zur Begründung wurde auf die erzwungenen Einstellung der Shows in aller Welt wegen der Corona-Pandemie verwiesen. Das Unternehmen will sich nun mit Hilfe der kanadischen Regierung und der Anteilseigner sanieren. Sie sollen Geld bereitstellen und im Gegenzug Vermögenswerte erhalten. - Auch in Deutschland waren im März zwei Produktionen von "Cirque du Soleil" eingestellt worden.

22:10 Uhr | Warnung vor mehr Hungernden

Das Welternährungsprogramm (WFP) hat vor einem drastischen Anstieg des weltweiten Hungers infolge der Coronavirus-Pandemie gewarnt. In Lateinamerika als am stärksten betroffenen Kontinent habe sich die Zahl der Menschen, die auf Lebensmittelhilfe angewiesen seien, fast verdreifacht, teilte die UN-Organisation am Montag in Rom mit. Das WFP rechnet für die 83 Länder, in denen es aktiv ist, bis Jahresende mit einem Anstieg der Zahl der Hungernden um rund achtzig Prozent auf 270 Millionen.

20:44 Uhr | Bayern: Corona-Ausbruch in Cateringfirma

In einem am Samstag geschlossenen Cateringunternehmen im Landkreis Starnberg in Bayern haben sich mindestens 44 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das haben Tests bislang ergeben, teilte das Landratsamt am Montag mit. Unter den bislang nachweislich Infizierten seien zehn Asylbewerber aus der Gemeinschaftsunterkunft Hechendorf. Auf den Virus-Ausbruch bei dem Caterer war das Landratsamt durch Fälle in der Asylunterkunft aufmerksam geworden.

20:21 Uhr | Merkel und Macron für enge Zusammenarbeit

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die deutsch-französische Einigkeit beim EU-Wiederaufbau nach der Coronakrise hervorgehoben. Nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Schloss Meseberg sagte Merkel, das sei der Schlüssel für eine europäische Lösung. Berlin und Paris könnten einen positiven Impuls in die richtige Richtung für die Zukunft Europas geben. Macron drückte beim Wiederaufbauplan aufs Tempo. Er sagte, im kommenden Monat müsse man sich einig sein. Das habe oberste Priorität. Abwarten werde die Dinge nicht leichter machen.

Beide Länder hatten im Mai einen Hilfsfonds in Höhe von 500 Milliarden Euro vorgeschlagen, um die europäische Wirtschaft aus der Corona-Krise zu bringen.

16:58 Uhr | Bundesrat billigt Konjunkturpaket

Nach dem Bundestag hat auch der Bundesrat dem ersten Teil des Konjunkturpakets zugestimmt. Damit sollen die Wirtschaft und der private Konsum nach der Corona-Krise wieder angekurbelt werden. Vorgesehen sind Hilfen in Milliardenhöhe. So erhalten Eltern einen einmaligen Bonus von 300 Euro pro Kind. Die Mehrwertsteuer sinkt ab Juli von 19 auf 16 Prozent.

Der SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider wies Kritik an dem Programm zurück. Schneider sagte MDR AKTUELL, von der Mehrwertsteuersenkung profitierten alle. Auch Waren des täglichen Bedarfs würden billiger. Kritiker bemängeln hingegen, dass arme Menschen von den Hilfen wenig hätten.

15:20 Uhr | Laschet: Einschränkungen im Kreis Gütersloh eine Woche verlängert

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies bleibt das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh für eine weitere Woche eingeschränkt. Für den Nachbarkreis Warendorf dagegen laufen Einschränkungen um 0 Uhr in der Nacht zu Mittwoch aus. Das gab der der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet bekannt.

14:10 Uhr | Griechenland öffnet ab Mittwoch Flughäfen und Häfen für Tourismus

Griechenland öffnet am 1. Juli seine Regionalflughäfen, Häfen und einige Grenzübergänge für den Tourismus. Wie das griechische Staatsfernsehen ERT unter Berufung auf den Zivilschutz berichtete, übernehmen ab Mittwoch Militär-Ärzte die Coronavirus-Kontrollen an den Flughäfen der Inseln. In fast allen Hotels wurden Isolierzimmer eingerichtet. Auch gibt es eigene Corona-Test- und Isolierstationen. Zudem müssen sich alle Reisenden mindestens 48 Stunden vor ihrer Ankunft in Griechenland elektronisch anmelden und ein Formular ausfüllen, in dem sie angeben müssen, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Ein Algorithmus werde errechnen, ob und welche Reisende nach ihrer Ankunft einen Corona-Test machen müssen, berichtete ERT weiter.

12:15 Uhr | Corona-Testzentrum am Flughafen Frankfurt

Ein Mitarbeiter der Firma Centogene arbeitet in einem Laborcontainer am Flughafen Frankfurt zu Demonstrationszwecken an Proben.
Mitarbeiter der Firma Centogene arbeiten in einem Laborcontainer am Flughafen Frankfurt an Corona-Proben. Bildrechte: dpa

Der größte deutsche Flughafen in Frankfurt hat als bundesweit erster Aiport ein Corona-Testzentrum. Das Rostocker Biotechnologie-Unternehmen Centogene startete das Projekt zusammen mit dem Flughafenbetreiber Fraport und Lufthansa. In dem Test-Zentrum können sich abfliegende und ankommende Passagiere im Schnelltest auf das Corona-Virus untersuchen lassen. Die Tests sollen entweder am Vortag des Abflugs oder am Tag der Abreise erfolgen. Die Ergebnisse werden den Passagieren digital zur Verfügung gestellt. Pro Stunde sind 300 Tests möglich. Die Lufthansa erklärte, mit der Eröffnung des Test-Zentrums biete man eine komfortable Möglichkeit, sich für Flüge ins Ausland oder einen Aufenthalt in Deutschland testen zu lassen, um eine Quarantäne zu vermeiden.

10:56 Uhr | Spahn und Söder streiten um Bayerns "Tests für jedermann"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bayerns Ministerpräsident Marcus Söder liefern sich einen Schlagabtausch beim Thema Corona-Tests für jedermann. Bayern will als erstes Bundesland die Tests für alle Menschen unabhängig von Symptomen und Infektionsrisiko ermöglichen und dafür die Kosten übernehmen, die von der Krankenkasse nicht getragen werden.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, steht im Roche-Entwicklungslabor und hält eine Rackpack für den neuen serologischen Antikörpertest Elecsys Anti-SARS-CoV-2 Test in die Kamera. 2 min
Söder: "Keine Alternative zum Testen und Abstand halten." Bildrechte: dpa

Freistaat kündigt kostenlose Coronatests für alle an

MDR AKTUELL Mo 29.06.2020 12:10Uhr 01:55 min

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Spahn twitterte: "Einfach nur viel testen klingt gut, ist aber ohne systematisches Vorgehen nicht zielführend. Denn es wiegt in falscher Sicherheit, erhöht das Risiko falsch-positiver Ergebnisse und belastet die vorhandene Testkapazität." Söder hingegen verteidigte im ZDF-"Morgenmagazin" die Strategie des Freistaates. Es gebe im Kampf gegen das Coronavirus keine Alternative, als zum einen zu testen und zum anderen Abstand zu halten, sagte der CSU-Politiker. "Testen ist die Grundvoraussetzung für alles: um zu wissen, wer ist infiziert, um Infektionsketten zu ermitteln, diese dann auch letztlich zu verfolgen und brechen zu können."

Unterstützung für die bayerischen Pläne gibt es von der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Stiftungsvorstand Eugen Brysch sagte, die Tests für jedermann seien sinnvoll. Man habe kein anderes Instrument, um zügig und schnell eine Infektionskette zu erkennen. Mit vorbeugenden Tests gebe es die Möglichkeit, Gefahrenlagen festzustellen. Brysch forderte, auch mobile Test-Teams einzusetzen. Andernfalls könnten Hausärzte etwa mit massenhaften Tests in Pflege- und Behindertenheimen überfordert sein.

08:55 Uhr | Lindner: Europäisches Aufbauprogramm "nicht zustimmungsfähig"

FDP-Chef Christian Lindner hat massive Korrekturen am geplanten europäischen Wiederaufbauprogramm gefordert. "In seiner jetzigen Form ist der Wiederaufbaufonds von Angela Merkel und Emmanuel Macron für uns nicht zustimmungsfähig", sagte Lindner vor dem Deutschlandbesuch des französischen Präsidenten den Funke-Zeitungen.

Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP begründet warum er einen Untersuchungsausschuß in der "BAMF-Affaire" für nötig hält
Lindner: "Auszahlung von Hilfen sollte an Bedingungen geknüpft werden." Bildrechte: Imago-Stock

Es sei zwar richtig, Partnerländern in der Coronakrise zu helfen. Allerdings würden "Transfers mit der Gießkanne" Anreize setzen, um bereits vor Corona notwendige Reformen weiter zu verschleppen. Lindner forderte, Hilfsgelder einzusetzen, um Europas Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die Transformation der Wirtschaft voranzubringen. Die Auszahlung der Hilfen sollte deshalb an Bedingungen geknüpft werden. Außerdem müsse es einen klaren Tilgungsplan geben, damit nicht immer neue Schuldenberge aufgetürmt würden.

07:58 Uhr | Weitere Corona-Fälle ohne Tönnies-Bezug im Kreis Gütersloh

Im Kreis Gütersloh ist die Zahl nachgewiesener Corona-Infektionen ohne direkten Bezug zu den Beschäftigten der Fleischfirma Tönnies weiter angestiegen. Wie die Kreisverwaltung am Sonntagabend mitteilte, hat sich die Zahl dieser Fälle innerhalb von sieben Tagen einschließlich Samstag (21. bis 27. Juni) auf 107 erhöht. Das sind 32 mehr als für den Vergleichszeitraum am Vortag (20. bis 26. Juni).

Gütersloh steht auf einem Ortsschild
Im Kreis Gütersloh hat zwar die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen, nicht jedoch die Zahl der Covid-19-Erkrankungen zugenommen. Bildrechte: dpa

Wie der Kreis in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut (RKI) weiter mitteilte, zeigt die Mehrzahl der Betroffenen aber weiterhin keine Krankheitssymptome. Auch sei nach wie vor kein Anstieg der Zahl von Erkrankungen mit der Lungenkrankheit Covid-19 zu verzeichnen. Die Zunahme bestätigter Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 liege vermutlich an der starken Ausweitung der Tests von Menschen ohne Symptome. Viele Menschen lassen sich derzeit testen, weil sie hoffen, mit einem negativen Corona-Test in ihrem Urlaubsdomizil nicht abgewiesen zu werden, hieß es.

Ein Grund für einen positiven Corona-Test ohne eine Erkrankung kann sein, dass das Immunsystem der Betroffenen nach einer Corona-Infektion die Erreger bekämpft und somit eine Erkrankung abgewendet hat. Die gängigen Tests weisen danach aber immer noch Reste der Corona-Viren im Körper nach.

06:50 Uhr | Touristen-Boom nach Corona-Lockerungen in Mitteldeutschland

Die Hängeseilbrücke im Harz voller Leute. 3 min
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Gerade auf Campingplätzen wird es im Sommerurlaub eng

MDR AKTUELL Mo 29.06.2020 06:24Uhr 03:02 min

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Die Lockerung der Corona-Einschränkungen verschafft den mitteldeutschen Urlaubsgebieten wieder einen Besucher-Boom. Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz, Richter, sagte MDR AKTUELL, die Nachfrage von Gästen aus ganz Deutschland sei nach oben geschnellt. In einigen Orten stünden im Sommer schon gar keine Unterkünfte mehr zur Verfügung. Auch der Harzer Tourismusverband und die Thüringer Tourismus-Gesellschaft verzeichnen ein stark steigendes Interesse. Besonders beliebt sind Ferienwohnungen und Stellplätze für Wohnmobile. Dabei werde zunehmend spontan und kurzfristig gebucht.

06:30 Uhr | Österreich hebt generelle Reisewarnung für NRW auf

Österreich hat die generelle Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen aufgehoben. Wie die österreichische Tourismus-Ministerin Köstinger der "Bild" sagte, wird seit Mitternacht nur noch vor Reisen in den Kreis Gütersloh gewarnt. Wollten Urlauber aus diesem Kreis nach Österreich einreisen, müssten sie einen negativen Corona-Test vorlegen. Dazu sagte der österreichische Gesundheitsminister Anschober im ORF, der Test dürfe nicht älter als 48 Stunden sein. Man verhalte sich hier analog zu den deutschen Bestimmungen. Grund für die Maßnahmen ist der Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies.

Sebastian Kurz (ÖVP), Bundeskanzler von Österreich, nimmt mit Mundschutz bei einer Pressekonferenz zum Thema «Aktuelles» teil. 1 min
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Jetzt wird nur noch vor Reisen in den Corona-Kreis Gütersloh gewarnt

MDR AKTUELL Mo 29.06.2020 06:47Uhr 01:01 min

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06:15 Uhr | Merkel und Macron beraten über Wiederaufbau

Zwei Tage vor Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Schloss Meseberg in Brandenburg über den wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas nach der Corona-Krise. Es handelt sich um den ersten Besuch eines ausländischen Staatschefs bei der Kanzlerin seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Macron und Merkel hatten im Mai einen Hilfsfonds in Höhe von 500 Milliarden Euro vorgeschlagen, um die europäische Wirtschaft aus der Corona-Krise zu bringen.

Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), vor dem Elysee-Palast 3 min
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Über die Ziele eines Treffens heute im Gästehaus der Bundesregierung

MDR AKTUELL Mo 29.06.2020 09:12Uhr 02:46 min

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EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen präsentierte anschließend einen schuldenfinanzierten Wiederaufbauplan mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro. Davon sollen 500 Milliarden Euro als Zuschüsse und 250 Milliarden als Kredite an EU-Staaten vergeben werden. Die Schulden sollen bis 2058 gemeinsam aus dem EU-Haushalt abbezahlt werden. Merkel und Macron werben unter den anderen EU-Mitgliedsstaaten für diesen Plan. Österreich, die Niederlande, Schweden und Dänemark - die "Sparsamen Vier" - lehnen Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen, jedoch ab.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Juni 2020 | 06:00 Uhr