Coronavirus-Pandemie Ticker: Merkel kündigt längerfristiges Corona-Konzept an

Die Sachsen sollen zum Einkaufen und Tanken nicht mehr nach Tschechien und Polen fahren. Das Oberverwaltungsgericht in Thüringen hat entschieden, dass Fitnessstudios weiterhin nicht öffnen dürfen. Im Saarland hat ein Gericht hingegen die Verbote für Kosmetik- und Massage-Salons aufgehoben. Bund und Länder appellieren an die Bevölkerung. Ungarn und Polen blockieren den Beschluss für EU-Corona-Hilfen. Alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erläutert auf einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt gemeinsam mit Markus Söder (CSU, r)
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bei der Pressekonferenz am Montagabend. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Montag, 16. November 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie ebenfalls unter mdr.de/coronavirus.

22:39 Uhr | Laschet: "Härtestes Weihnachtsfest seit Jahrzehnten"

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet stimmt die Bürger auf Einschränkungen zu Weihnachten ein. "Es wird kein Weihnachten wie jedes andere", sagt Laschet nach den Beratungen von Bund und Ländern.

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, gibt ein Statement ab.
Bildrechte: dpa

Es wird das härteste Weihnachtsfest, das wir seit Jahrzehnten erlebt haben.

Armin Laschet, CDU Ministerpräsident Nordrhein-Westfalen

Die Politik wolle aber so viel Normalität und Begegnung ermöglichen, wie es "in irgendeiner Form verantwortbar ist". Beim nächsten Treffen von Bund und Ländern am 25. November solle ein Konzept beschlossen werden, "das bis zum Januar trägt".

21:34 Uhr | Fitnessstudios bleiben auch in Sachsen-Anhalt geschlossen

Die Fitnessstudios dürfen auch in Sachsen-Anhalt weiterhin nicht öffnen. Das Oberverwaltungsgericht in Magdeburg entschied in einem Eilverfahren, dass die angeordnete Schließung von Fitness- und Sportstudios zulässig sei, um das Coronavirus einzudämmen. Die Maßnahme sei Teil eines Gesamtkonzepts und füge sich schlüssig ein, begründete das Gericht. Der Eingriff werde zudem gemildert, da der Bund betroffene Branchen entschädigen wolle. Damit wies das Gericht zwei Klagen von Studiobetreibern ab, wie zuvor bereits Klagen zu Hotels und Spielhallen. In Thüringen fiel am Montag eine ähnliche Gerichtsentscheidung.

21:19 Uhr | Intensivstationen in Österreich nähern sich Kapazitätsgrenzen

In Österreich geraten die Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenzen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober sagte in Wien, erstmals müssten mehr als 600 Erkrankte auf Intensivstationen behandelt werden. Die Prognose für diese Woche sage im Schnitt 7.000 neue Corona-Fälle pro Tag voraus. Wenn das so eintrete, wäre das viel zu viel. Die Höchstbelastung in den Krankenhäusern erwartet der Minister zwischen dem 20. und 27. November. Wenn die Infektionen nicht reduziert würden, drohe eine Triage, also eine Auswahl der Patienten nach Dringlichkeit.

Für Covid-Erkrankte standen in dem Land mit rund 8,9 Millionen Einwohnern zuletzt noch weitere 565 Intensivbetten zur Verfügung, wie aus dem Covid-19-Dashboard des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Am Dienstag tritt in Österreich ein zweiter Lockdown mit sehr strengen Auflagen in Kraft.

21:03 Uhr | Demos in Halle beendet

Mit einem Großaufgebot hat die Polizei in Halle am Abend mehrere Kundgebungen zur Corona-Politik begleitet. Nach Angaben eines Polizeisprechers demonstrierte in der Innenstadt unter anderem die AfD mit etwa 300 Teilnehmern. Das Bündnis "Halle gegen Rechts" versammelte sich in Sichtweite zum Gegenprotest. Die Polizei sprach von etwa 500 Teilnehmern. In der Innenstadt waren noch weitere Kundgebungen angemeldet. Es kam zu Verkehrsbehinderungen. Am späten Abend twitterte die Polizei, alle Veranstaltungen seien beendet. Abstands- und Hygieneregeln wurden nach Einschätzung eines MDR-Reporters vor Ort weitgehend eingehalten.

20:47 Uhr | Haseloff sieht Sachsen-Anhalt auf gutem Weg

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat sich nach der Online-Schalte mit seinen Amtskolleginnen und -kollegen sowie der Kanzlerin zufrieden mit der Entwicklung in seinem Land gezeigt: "Wir haben, anders als die Mehrheit der Bundesländer, eine Dämpfung hinbekommen", sagte der CDU-Politiker.

Haseloff betonte aber, dass das Ziel noch nicht erreicht worden sei. Man wolle bei den Infektionen auf einen Wert von unter 50 Infektionen pro sieben Tage auf 100.000 Einwohner kommen. Deswegen wolle er noch einmal an die Bevölkerung appellieren: "Jeder unnötige Kontakt im persönlichen, privaten und gesellschaftlichen Bereich ist ein unnötiges Risiko."

20:18 Uhr | Sachsen setzt "Kleinen Grenzverkehr" aus

Sachsen setzt den Grenzverkehr zum Tanken oder Einkaufen in den Nachbarländern Tschechien und Polen aus. Nur wer einen triftigen Grund habe, dürfe ohne Quarantänepflicht und nur noch für maximal zwölf Stunden aus einem ausländischen Risikogebiet nach Sachsen einreisen oder sich die gleiche Zeit im ausländischen Risikogebiet aufhalten, teilte das Sozialministerium am Montagabend mit. Erlaubt sei das aus beruflichen, sozialen oder medizinischen Gründen. Der Aufenthalt dürfe nicht dem Einkauf, der Teilnahme an einer kulturellen Veranstaltung oder einer sonstigen Freizeitveranstaltung dienen, hieß es.

Sozialministerin Petra Köpping erklärte: "Ich habe mehrfach deutlich gemacht, dass ich mit Blick auf die hohen Infektionszahlen regen, grenzüberschreitenden Einkaufstourismus sehr kritisch sehe. Angesichts der ernsten Lage haben wir entschieden, dass Einkaufs- oder Tankfahrten nicht mehr von der Quarantäne-Pflicht ausgenommen sind."

20:06 Uhr | Der Corona-Newsletter vom Montag

Heute im Newsletter: Der Termin mit der Bundeskanzlerin und den Chefs und Chefinnen der Länder. Eine Neurowissenschaftlerin sagt, wir sollten andere Fragen stellen. Und: eine Familie aus NRW und die Corona-Langzeitfolgen.

19:29 Uhr | Bund und Länder appellieren an Bevölkerung

Zum Eindämmen der Corona-Pandemie rufen Bund und Länder die Bürger auf, ihre privaten Kontakte noch einmal deutlich zu reduzieren. Kanzlerin Angela Merkel sagte am Montagabend bei einer Pressekonferenz:

Kontaktbeschränkungen sind unser Erfolgsrezept – und wir brauchen mehr davon.

Die Bürgerinnen und Bürger sollen demnach "alle nicht notwendigen Kontakte" vermeiden. Sie sollten gänzlich auf private Feiern verzichten und die privaten Zusammenkünfte mit Freunden und Bekannten auf einen festen weiteren Hausstand beschränken. Das schließe auch Kinder und Jugendliche in den Familien mit ein.

Merkel kündigte für kommende Woche ein längerfristiges Corona-Konzept an, das die Zeit bis zum Jahresende und die Wintermonate abdecken soll. Damit wolle man Berechenbarkeit schaffen.

18:57 Uhr | Sächsische Theater beschweren sich beim Ministerpräsidenten

Die Theater in Sachsen haben sich am Montag in einem offenen Brief an den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer gewandt. Darin kritisieren sie die zweite Schließung ihrer Häuser im Rahmen des für November geltenden Teil-Lockdowns. Im Gegensatz zum Beginn der Pandemie im März sei dieses Verfahren für die Kulturschaffenden nicht nachvollziehbar, heißt es in dem Brief. Man habe inzwischen kluge, kostenintensive und von den Gesundheitsämtern überprüfte Hygienekonzepte. Auch habe man bisher deutschlandweit keine einzige Ansteckung mit dem Coronavirus in einen Theatersaal zurückverfolgen können.

18:31 Uhr | Gericht im Saarland hebt Verbote für Kosmetikstudios und Massage-Praxen auf

Im Saarland hat das Oberverwaltungsgericht das Betriebsverbot für Kosmetikstudios und Massage-Praxen gekippt. Die Richter gaben den Eilanträgen von Betreibern statt. Sie begründeten ihre Entscheidung damit, dass Friseursalons und Tattoostudios auch öffnen dürften.

In Sachsen entschied das OVG vor einigen Tagen hingegen, dass Kosmetikstudios zu bleiben müssen.

18:13 Uhr | Weitere Fälle in ukrainischer Nationalmannschaft

Bei der ukrainischen Fußball-Nationalmannschaft sind drei weitere Spieler positiv auf Corona getestet worden. Wie der Verband mitteilte, wurden zwei der Profis am Samstag beim Spiel gegen Deutschland eingesetzt. Bereits zuvor waren in der ukranischen Mannschaft mehrere Corona-Fälle aufgetreten. Das Spiel in Leipzig durfte trotzdem stattfinden.

17:50 Uhr | Kanzlerin und Ministerpräsidenten gehen in Verlängerung

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beraten seit mehreren Stunden über weitere Maßnahmen gegen die Pandemie. Offenbar herrscht dabei Uneinigkeit. Eine ursprünglich für den Nachmittag geplante Pressekonferenz mit der Kanzlerin wurde auf den Abend verschoben. MDR AKTUELL-Hauptstadtkorrespondent Tim Herden erklärt die Knackpunkte der Verhandlungen:

17:40 Uhr | 14 Tote in Berliner Pflegeheim

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Alten- und Pflegeheim in Berlin hat sich die Zahl der Todesfälle nach Angaben des Betreibers erhöht. 14 positiv getestete Bewohner seien gestorben. Zuletzt waren zwölf Todesfälle bestätigt gewesen. "Nach wie vor sind 27 Bewohner sowie 17 Mitarbeiter positiv getestet", hieß es. In der Einrichtung leben derzeit etwa 100 Menschen.

Am Freitag waren 14 Bewohner in Krankenhäuser und andere Heime verlegt worden. Nach Angaben der Betreiberfirma hatten die allermeisten Gestorbenen schwerwiegende Vorerkrankungen oder befanden sich in der Palliativphase.

17:27 Uhr | Thüringer Fitnessstudios bleiben geschlossen

Die Betreiber von Fitnessstudios in Thüringen müssen sich der Corona-Verordnung des Landes beugen und ihre Einrichtungen geschlossen halten. Das Thüringer Oberverwaltungsgericht lehnte es in vier Eilverfahren ab, die Verordnung vorläufig außer Vollzug zu setzen. Die Beschlüsse seien unanfechtbar, hieß es. Geklagt hatten Fitnessstudios aus Jena, Gera, Saalfeld und Apolda. Allerdings äußerten die Richter Zweifel daran, dass der Gleichheitsgrundsatz in Bezug auf andere Sportarten gewahrt wurde. Sie verwiesen dabei auf Radsport, Reiten oder Golf, was unter bestimmten Bedingungen zugelassen ist. Die Richter forderten die Landesregierung auf, bei weiteren Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung die Differenzierung hinreichend zu begründen und sie gegebenenfalls anzupassen.

17:19 Uhr | Demo in Halle erlaubt

Die AfD darf am Abend in der Innenstadt von Halle mit bis zu 300 Menschen demonstrieren. Das Verwaltungsgericht gab einem Eilantrag gegen die Beschränkung der Teilnehmerzahl statt. Zur Begründung hieß es, auch bei 300 Menschen auf dem Hallmarkt könne der Mindestabstand eingehalten werden. Die Polizei hatte zuvor nur maximal 200 Personen zugelassen. Sie hat nun die Möglichkeit, Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht einzulegen.

In Halle sind am Abend mehrere Kundgebungen gegen die Corona-Auflagen geplant. Auch Gegenproteste wurden angemeldet.

16:42 Uhr | Dehoga droht mit Verfassungsklage

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hat mit einer Verfassungsklage gedroht. Er sieht durch die geplanten Änderungen im Infektionsschutzgesetz einen erheblichen Eingriff in die Grundrechte der Gastwirte und Hoteliers. Es sei verfassungswidrig, wenn keine Entschädigung der Betriebe vorgesehen sei.

Mann am Computer 7 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

15:55 Uhr | Schweden schränkt Veranstaltungen ein

Die schwedische Regierung beschränkt wegen steigender Infektionszahlen die Teilnehmerzahl von Veranstaltungen. Ab Dienstag kommender Woche dürften sich nur noch maximal acht Menschen öffentlich versammeln, gab Ministerpräsident Stefan Löfven heute auf einer Pressekonferenz bekannt. Das sei dringend notwendig, um die Corona-Ausbreitung einzudämmen, während die Bereitschaft zur Einhaltung der Maßgaben geringer geworden sei.

Bisher lag die maximale Teilnehmerzahl für Versammlungen und Veranstaltungen in Schweden bei 50. Für Kinos, Konzerte, Theater und Sportveranstaltungen mit gewissen Sitzplatzkapazitäten galten Ausnahmen bis zu 300 Teilnehmern.

Schweden setzt seit Beginn der Pandemie auf Aufklärung und Freiwilligkeit bei der Eindämmung des Virus.Schulen und Kindergärten blieben während der ersten Corona-Welle im Frühjahr offen. Im Ergebnis hat das Land jedoch mittlerweile wieder die mit Abstand höchsten Neuinfektionszahlen Skandinaviens. Auf die Bevölkerung heruntergerechnet lag das Land in den vergangenen 14 Tagen bei etwa 430 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, verglichen mit einem Wert von rund 309 für Deutschland. Das RKI führt ganz Schweden seit Freitag als Risikogebiet.

15:40 Uhr | Ungarn und Polen blockieren Beschluss für EU-Corona-Hilfen

Der notwendige Beschluss für die milliardenschweren Corona-Hilfen der EU ist blockiert. Ungarn und Polen legten am Montag wie angekündigt ihr Veto gegen die EU-Finanzplanung bis 2027 ein. Das teilte die deutsche EU-Ratspräsidentschaft mit. Beide Länder wehren sich dagegen, dass die Auszahlung von EU-Mitteln künftig an die Einhaltung rechtstaatlicher Prinzipien geknüpft werden soll. Die EU hatte zuletzt mehrfach den Umgang der polnischen und ungarischen Regierung mit der Justiz oder den Medien kritisiert. Für die Verabschiedung des EU-Haushalts ist ein einstimmiges Votum der 27 EU-Staaten erforderlich.

15:19 Uhr | Neues Infektionsschutzgesetz in der Kritik

Die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hält die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes für unzureichend. Die FDP-Politikerin sagte MDR AKTUELL, die neue Version sei zwar etwas besser, aber nach wie vor verfassungsrechtlich bedenklich.

Es gebe zwar einen Katalog mit Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Schließung von Betrieben. Es stehe aber nicht da, unter welchen Voraussetzungen das alles erfolgen solle. Auch werde nicht festgemacht, wann zu tiefgehenden und wann zu weniger tiefgehenden Einschränkungen gegriffen werden solle.

Mit dem geänderten Infektionsschutzgesetz will die Bundesregierung Rechtssicherheit herstellen. Die Neufassung soll noch am Dienstag vom Gesundheits- und vom Rechtsausschuss beschlossen werden.

14:03 Uhr | Studie bestätigt Wirksamkeit von Alltagsmasken

Alltags- und OP-Masken bieten laut einer Studie der Münchner Universität der Bundeswehr einen guten Schutz vor Corona-Infektionen. Der Leiter des Instituts für Aerodynamik, Christian Kähler, sagte MDR AKTUELL, die Ausbreitung der Aerosole nach vorn werde durch eine Mund-Nase-Bedeckung massiv begrenzt. Auf diese Weise könne man sich selbst in einem relativ kleinen Abstand vor einer Infektion schützen. Gefährlich werde es, wenn Kinder in einer Schule direkt nebeneinander säßen und Maske trügen. In diesem Fall strömten die Partikel seitlich aus und direkt zum Sitznachbarn. Kähler plädierte stattdessen für transparante Schutzwände. Das betreffe auch Großraumbüros und S-Bahnen.

13:30 | US-Firma Moderna: Impfstoff zu 94,5 Prozent wirksam

Der von der US-Firma Moderna entwickelte Corona-Impfstoff ist nach Angaben des Unternehmens zu 94,5 Prozent wirksam. Das hätten Tests an 30.000 Menschen in der sogenannten Phase 3 der klinischen Prüfung ergeben, teilte Moderna heute mit. Vor einer Woche hatten das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und dessen US-Partner Pfizer eine über 90-prozentige Wirksamkeit des von ihnen entwickelten Impfstoffs gegen Covid-19 bekannt gegeben. Der russische Impfstoff soll nach Angaben aus Moskau zu 92 Prozent wirksam sein.

12:58 Uhr | Entscheidung zu Schulen und Kitas vertagt

Die vom Bund geplanten neuen Corona-Regeln an Schulen sind offenbar vorerst vom Tisch. Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios sollen weitere Maßnahmen in Schulen und Kitas frühestens kommenden Montag beschlossen werden. Bis dahin sollen Vorschläge geprüft werden, wie die Corona-Ansteckungsrisiken in den Schulen verringert werden können.

12:31 Uhr | 484 weitere Patienten auf Intensivstationen

Auf den Intensivstationen werden nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaftaktuell aktuell 3.436 Covid-19-Patienten behandelt, 484 mehr als am Sonntag. 1.971 Menschen müssen demnach beatmet werden. Auf den normalen Klinikstationen befänden sich derzeit 15.000 Corona-Infizierte.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sicherte den Krankenhausbetreibern erneut Hilfen zu, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu mildern. Mit Blick auf Nachzuholendes nannte der CDU-Politiker die IT-Sicherheit im Zusammenhang mit wiederholten Hacker-Angriffen auf Kliniken.

12:20 Uhr | Krise macht Einzelhandel zu schaffen

Etwa 60 Prozent der Händler in Innenstädten sehen sich wegen der Corona-Krise in Existenznöten. Das geht aus einer Umfrage des Branchenverbandes HDE unter gut 500 Unternehmen hervor. Demnach liegt das Kundenaufkommen noch immer rund 40 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Umsatz lag in der vergangenen Woche im Schnitt mehr als ein Drittel unter dem vom Vorjahr. Der Handelsverband forderte erneut Nothilfen für den Einzelhandel. Ansonsten drohten Stadtzentren dauerhaft zu veröden.

11:54 Uhr | Vier Corona-Fälle in Sachsen-Anhalts Wirtschaftsministerium

In Sachsen-Anhalts Wirtschaftsministerium sind vier Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Unter ihnen ist Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Ude. Wie das Ministerium mitteilte, hat er sich bereits in Isolation begeben. Wirtschaftsminister Armin Willingmann und Staatsekretär Thomas Wünsch arbeiteten diese Woche vorsorglich von zu Hause aus. Erste Tests bei beiden seien negativ ausgefallen. Ende der Woche würden sie erneut getestet. Das Ministerium sei trotz der Corona-Infektionen voll arbeitsfähig.

11:19 Uhr | Unterschiedliche Reaktionen auf geplante Corona-Verschärfungen

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat den geplanten härteren Kurs bei den Corona-Schutzmaßnahmen begrüßt. Vor dem heutigen Bund-Länder-Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel sagte Söder im Bayerischen Rundfunk, Ziel bleibe ein Inzidenzwert von 50. Davon sei man weit entfernt. Der CSU-Vorsitzende sprach sich für alternative Unterrichtsformen aus, um die Infektionen auch an Schulen einzudämmen. Klassen sollten geteilt und abwechselnd zu Hause online unterrichtet werden. So ähnlich ist es auch in der Beschlussvorlage des Kanzleramts formuliert.

Kritik kommt unter anderem von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Sie twitterte, der Vorschlag des Kanzleramts sei nicht mit den Ländern abgestimmt. Mit Blick auf Kinder, Jugendliche und Schule sei er unverhältnismäßig. Auch Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp kritisierte, die Vorgaben seien nicht umsetzbar. Um die Klassen zu halbieren, fehle das Personal.

10:59 Uhr | Behandlungskosten auch nach Covid-19 im Schnitt höher

Viele Corona-Patienten haben auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus noch lange gesundheitliche Probleme. Das geht aus einer Analyse der zweitgrößten deutschen Privat-Krankenkasse DKV hervor. Die Behandlungskosten der Betroffenen sind im Schnitt 50 Prozent höher als vor der Erkrankung. Die Krankenkasse hat die Daten von mehr als 5.700 positiv getesteten Privatpatienten ausgewertet. Mehr als jeder zehnte DKV-Versicherte musste demnach in einem Krankenhaus behandelt werden – auch Personen, die davor jahrelang keine einzige Arztrechnung eingereicht hatten.

10:40 Uhr | Göring-Eckardt: Corona-Hilfen langfristiger planen

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat die Bundesregierung aufgefordert, Corona-Hilfen für mehrere Monate vorzubereiten. Den Funke-Medien sagte sie, es sei eine Zumutung, dass die November-Hilfen teils sehr spät bei den Betroffenen ankämen. Es brauche bereits jetzt Regelungen, die über November hinausgingen.

10:03 Uhr | Mehr als 80 Prozent Umsatzausfälle in Reisebranche

Die Reisebranche rechnet für dieses Jahr mit Umsatzeinbußen von mehr als 80 Prozent. Reiseverbandspräsident Norbert Fiebig sagte dem "Handelsblatt", das seien rund 28 Milliarden Euro. 11.000 Reisebüros, 2.300 Reiseveranstalter und tausende Dienstleister seien de facto geschlossen. Die Bundesregierung müsse mehr tun, um die 2,9 Millionen Arbeitsplätze in der Branche zu sichern.

Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) Klaus Müller sieht die Probleme der Reisebranche unterdessen als teilweise selbstverschuldet an. Die Branche habe wie die Bundesregierung auf Zwangsgutscheine für stornierte Reisen gesetzt. Müller sprach von einem "strategischen Fehler", dass die Firmen die Kosten der Krise "eins zu eins an die Verbraucher durchdrücken" wollten. Stattdessen hätte man laut Müller schon im Frühjahr auf die Einrichtung eines Reisesicherungsfonds setzen sollen.

09:35 Uhr | Polizei löst Versammlung in Saalfeld auf

Die Thüringer Polizei hat in Saalfeld eine größere Versammlung aufgelöst. Den Angaben zufolge hatten sich gestern Nachmittag in einer Gaststätte 72 Personen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Litauen getroffen. Der Inhaber des Lokals bekenne sich zur Reichsbürgerszene. Er habe das Treffen als Schulungsveranstaltung deklariert. Die Besucher hätten weder Abstand eingehalten noch Maske getragen.

Im Einsatz waren rund 50 Polizisten sowie Mitarbeiter des Gesundheitsamtes. Sie stellten die Identität der Besucher fest. Geprüft wird nun, wie die Verstöße gegen die Corona-Regeln geahndet werden.

09:22 Uhr | Tschentscher: Großdemos während Corona-Krise verbieten

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher fordert ein Verbot von großen Protestkundgebungen in Innenstädten. Der SPD-Politiker sagte der "Rheinischen Post", während der Corona-Krise sollten Demonstrationen mit Tausenden Teilnehmern auf engen Straßen und Plätzen nicht genehmigt werden. Ferner müsse bei Versammlungen jeglicher Art auf ausreichenden Abstand und das Tragen von Gesichtsmasken geachtet werden.

09:07 Uhr | Linnemann für langfristige Corona-Strategie

Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann hat eine langfristige Corona-Strategie gefordert. Er sagte MDR AKTUELL, es müsse beispielsweise in Schulen sichergestellt werden, dass Abstand gehalten werden kann – etwa indem man auch Säle, Hallen und Pfarrheime nutze. Linnemann forderte auch, über die Corona-Warn-App zu reden. Da sei viel mehr rauszuholen, zum Beispiel mit freiwilligen Kontaktangaben.

08:59 Uhr | Quarantäne-Auflagen verschärfen Personalnot in Pflegeheimen

Durch die stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen hat sich in den Pflegeheimen der Oberlausitz der Personalmangel verschärft. Wie die Diakonie Bautzen mitteilte, machen vor allem zahlreiche Quarantäne-Bescheide die Versorgung in den Heimen immer schwieriger. Die Personalsituation sei sehr angespannt, momentan aber noch aus eigener Kraft beherrschbar – unter anderem durch Mehrstunden der Beschäftigten.

Der Arbeiter-Samariter-Bund Dresden-Kamenz hat wegen Personalmangels in seinem Pflegeheim in Bernsdorf Besuche stark eingeschränkt. Das Caritas-Pflegeheim in Crostwitz hatte vergangene Woche sogar Fachkräfte im Ruhestand und andere Menschen mit Pflegeerfahrung aufgerufen, im Heim auszuhelfen.

08:10 Uhr | Rund 14.000 Neuinfektionen am Sonntag

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben für Sonntag 14.045 neue Infektionen mit Sars-CoV-2 gemeldet. Das geht aus Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie hervor. In Sachsen lag der Anstieg demnach bei 925 neuen Corona-Fällen, in Thüringen bei 204 und in Sachsen-Anhalt bei 151.

Der Sieben-Tage-Schnitt lag am Sonntag bei täglich 18.649 neuen Fällen. Am 7. November hatte der Wert erstmals die Marke von 18.000 überschritten und sich seitdem auf dem hohen Niveau eingependelt.

07:26 Uhr | "Querdenker"-Demo in Leipzig kostete fast fünf Millionen Euro

Die "Querdenker"-Demonstration und weitere Kundgebungen vor gut einer Woche in Leipzig haben bis zu fünf Millionen Euro Steuergelder gekostet. Das berichtet die "Leipziger Volkszeitung" und verweist auf Schätzungen der Polizeigewerkschaften. Ein Großteil der Summe wird für den Personalaufwand veranschlagt. Zeitweise waren 3.200 Polizistinnen und Polizisten aus neun Bundesländern im Einsatz. Den Schätzungen zufolge haben mindestens 1.000 von ihnen in Leipzig übernachtet. Weitere Kosten sei durch den Einsatz von Wasserwerfern und Hubschraubern entstanden. Hinzu kämen noch Ausgaben für Straßenreinigung und Schäden am Straßenpflaster.

07:04 Uhr | Bund will Kontakt- und Quarantäne-Regeln verschärfen

Der Bund schlägt vor dem heutigen Gipfel mit den Ländern eine Verschärfung der Corona-Auflagen vor. Das geht nach übereinstimmenden Berichten aus einer Beschlussvorlage des Kanzleramtes hervor. Darin heißt es, private Zusammenkünfte sollten sich generell auf einen festen weiteren Hausstand beschränken. Kinder und Jugendliche seien dazu anzuhalten, sich in der Freizeit nur noch mit einem Freund zu treffen. Bei jedem Erkältungssymptom solle man sich unmittelbar in Isolation begeben und bis zum Abklingen der Symptome fünf bis sieben Tage zu Hause bleiben. Auch in den Schulen sollen die Maßnahmen verschärft werden. Mehrere Ministerpräsidenten sprachen sich allerdings zuletzt dafür aus, den Verlauf noch eine Woche zu beobachten.

06:53 Uhr | Einreise-Beschränkungen in Tschechien

In Tschechien gelten ab heute Einreise-Beschränkungen für Deutsche. Sie müssen einen aktuellen Corona-Testnachweis vorlegen oder einen Test vornehmen. Zudem ist ein Online-Formular auszufüllen. Ausgenommen sind nur Berufspendler und Transitreisende.

06:45 Uhr | Halles OB Wiegand aktuell gegen Lockerungen und Verschärfungen

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand erwartet vom heutigen Bund-Länder-Gipfel keine Lockerungen der Corona-Auflagen. Wiegand sagte MDR AKTUELL, das Treffen sei eine erste Bestandsaufnahme. Es brauche einen längeren Zeitraum, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu beurteilen. Eine Verschärfung lehnte Wiegand ab. Aus Sicht der Stadt Halle sei es wichtig, dass Schulen geöffnet blieben und dass Bürgerinnen und Bürger weiterhin zur Arbeit gehen könnten.

06:31 Uhr | Johnson erneut in Selbstisolation

Der britische Premier Boris Johnson hat sich erneut in Selbstisolation begeben. Nach Regierungsangaben hatte Johnson Kontakt zu einer Person, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Er zeige keine Symptome. Johnson war im Frühjahr selbst an Covid-19 erkrankt.

06:00 Uhr | Der Ticker am Montag, 16. November 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. November 2020 | 06:00 Uhr