Coronavirus-Ticker 27. April: Ansteckungsrate steigt auf 1,0

Das RKI sorgte am Montag für Ernüchterung, die Ansteckungsrate ist weiter gestiegen. Das dämpft Hoffnungen auf rasche Lockerung der Schutzmaßnahmen. Im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen gilt jetzt nahezu bundesweit eine Maskenpfllicht. Der Tourismusbeauftragte des Bundes hält Inlandstourismus in diesem Sommer für möglich. Mehr dazu im Ticker.

beschriftete Glasscheiben am Robert Koch Institut
Das Robert Koch-Institut hat seinen Sitz in Berlin. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Montag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie im Ticker am Dienstag.

22:45 Uhr | Amazon in Frankreich weiter geschlossen

In Frankreich liefert der Versandriese Amazon zumindest für eine weitere Woche keine Waren aus. Das teilte der US-Konzern am Montagabend in Paris mit. Das Berufungsgericht in Versailles hatte zuvor bestätigt, dass der Versandhändler seine Logistikzentren auf Corona-Ansteckungsrisiken für die Mitarbeiter überprüfen muss. Die Amazon-Mitarbeiter sollen bis einschließlich 5. Mai zuhause bleiben, aber weiter ihren vollen Lohn erhalten. Die Amazon-Verteilzentren sind landesweit bereits seit dem 16. April geschlossen. Ein Gericht hatte Gewerkschaftern Recht gegeben, die wegen mangelnder Schutzausrüstung und fehlender Abstandsregeln geklagt hatten.

21:50 Uhr | Entschädigung für Familien von Corona-Toten im Gesundheitsdienst

Die britische Regierung zahlt den Angehörigen von Pflegepersonal oder Krankenhausmitarbeitern umgerechnet knapp 69.000 Euro, wenn die Beschäftigten im Gesundheitsdienst nach einer Coronavirus-Infektion gestorben sind. Das kündigte Gesundheitsminister Matt Hancock an.

21:10 Uhr | RKI: Ansteckungsrate wieder gestiegen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet eine leicht gestiegene Reproduktionsrate auf den Wert 1,0. Das bedeutet, dass statistisch ein Infizierter einen weiteren Menschen ansteckt. In den vergangenen Tagen hatte der Wert zwischen 0,7 und 0,9 gelegen. Das RKI und auch Kanzlerin Angela Merkel haben wiederholt betont, der Wert müsse dauerhaft unter eins liegen, damit die Epidemie eingedämmt werden kann und Kontaktbeschränkungen gelockert werden können.

20:45 Uhr | Weltweit mehr als drei Millionen Infektionen

Seit Beginn der Pandemie ist bei weltweit mehr als drei Millionen Menschen eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Das geht aus Daten der Johns Hopkins Universität in Baltimore hervor. Demnach starben bereits mehr als 207.000 Menschen nach einer Ansteckung. Etwa ein Drittel der Infektionen entfällt auf die USA. Die USA zählen auch die meisten Todesopfer mit bislang etwa 55.000. In Europa ist Italien mit 27.000 Toten am stärksten betroffen. In Deutschland stieg der Zahl der Todesesopfer der US-Universität zufolge am Montag auf über 6.000.

20:10 Uhr | Fußball-Drittligisten wollen Saison fortsetzen

Die Vereine der 3. Liga wollen mehrheitlich die wegen der Corona-Pandemie unterbrochene Saison zu Ende spielen. Der Nachrichtenagentur dpa zufolge stimmten am Montag bei einer Videokonferenz zehn Vereine dafür und acht dagegen, zwei Clubs enthielten sich. Zuvor hatte bereits die Deutsche Fußball Liga ein Konzept zur Fortsetzung der Spielzeiten in der Bundesliga und 2. Bundesliga vorgelegt. Demnach soll die Saison ohne Fans in den Stadien, mit wöchentlichen Coronavirus-Tests der Mannschaften und unter Einhaltung strenger Hygieneregeln fortgeführt werden. Entscheiden muss nun die Politik.

19:40 Uhr | Steueranreiz soll Corona-App helfen

Der Vizechef der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei, schlägt einen Steuerbonus für Nutzer der Corona-App vor. Frei sagte der "Stuttgarter Zeitung", er wolle den Anreiz für den Gebrauch der App erhöhen. Experten zufolge müssen etwa zwei Drittel der Bevölkerung die App nutzen, um die Infektionswege unter Kontrolle zu halten. Benutzer werden gewarnt, wenn sie mit einem Infizierten Kontakt hatten. Um die Akzeptanz zu erhöhen, will die Bundesregierung die Daten dezentral speichern.

19:15 Uhr | Entscheidung über Schulöffnung am Dienstag

Die Bundesländer wollen am Dienstag ein Konzept zur schrittweisen Wiederaufnahme des Schulbetriebs beschließen. Das teilte eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums mit. Rheinland-Pfalz hat derzeit den Vorsitz in der Kultusministerkonferenz. Auf Basis des Konzepts sollen dann am Donnerstag die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel den Rahmen für Schulöffnungen abstecken. Die meisten Bundesländer planen eine weitere teilweise Schulöffnung ab 4. Mai. Dabei sollen zunächst die im kommenden Schuljahr vor Prüfungen stehenden Jahrgänge in die Klassenräume zurückkehren und wohl auch die vierten Klassen. Derzeit sind die meisten Schulen nur für Abschlussklassen geöffnet, für die Prüfungsvorbereitungen und Prüfungen.

18:55 Uhr | Virologe Kekulé verteidigt 800-Quadratmeter-Regelung

MDR AKTUELL spricht im täglichen Podcast mit dem Hallenser Virologen Alexander Kekulé über die Pandemie-Lage. Dabei können Sie den Experten fragen. So erklärt Kekulé, warum er die Schließung großer Geschäfte über 800 Quadratmeter für richtig hält, aber den exzessiven Einsatz von Desinfektionsmitteln für übertrieben.

18:41 Uhr | Große Geschäfte in Bayern dürfen beschränkt öffnen

In Bayern dürfen ab sofort auch Großgeschäfte öffnen, wenn sie ihre Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter begrenzen. Das bestätigte Gesundheitsministerin Melanie Huml. Der Verwaltungsgerichtshof in München hatte zuvor das Verkaufsverbot für Läden mit über 800 Quadratmetern gekippt. Auch andere Länder sowie einzelne Kommunen halten sich nicht an die von Bund und Ländern vereinbarte Obergrenze von 800 Quadratmetern Verkaufsfläche. So erlaubt Halle einem größeren Laden nach Prüfung seines Hygienekonzepts die Öffnung. Ausnahmen gelten ohnehin für Super, Bau- und Gartenmärkte.

18:20 Uhr | Profi-Basketballer wollen wieder spielen

Die Basketball-Bundesliga will ihre Saison anders als die deutschen Top-Ligen im Handball und Eishockey fortsetzen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa verständigten sich zehn Clubs in einer Videoschalte darauf, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, sofern die Politik das erlaube.

18:10 Uhr | Warnung: Viele Desinfektionsmittel gesundheitsschädlich

Das Hamburger Umweltinstitut warnt vor Gesundheitsgefahren durch Desinfektionsmittel. Viele jetzt massenhaft eingesetzte Mittel zur Handdesinfektion oder zur Desinfektion von Gegenständen und Böden enthielten Stoffe, die krebserregend, allergieauslösend sowie lungen-, leber- und nervenschädigend seien. Dies gelte beim Einatmen des Nebels aus Sprühflaschen und bei Anwendung auf der Haut. Als bedenkliche Chemikalien wurden Isopropanol, Aldehyde und Ketone angeführt.

17:50 Uhr | UN-Kommissarin  prangert Menschenrechtsverstöße an

UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet wirft der Polizei in mehr als einem Dutzend Ländern Menschenrechtsverletzungen während der Ausgangssperren wegen der Coronavirus-Pandemie vor. Demnach wurden Hunderttausende Menschen inhaftiert, einige auch getötet. Bachelet mahnte, Regierungen dürften den Ausnahmezustand nicht als Waffe gegen Kritiker und Oppositionelle oder zur Kontrolle der Bevölkerung missbrauchen. Besonders repressiv gingen etwa die Philippinen, Nigeria, Kenia, Südafrika, Sri Lanka, Honduras, Jordanien, Marokko, Usbekistan, der Iran und Ungarn vor.

17:45 Uhr | Mehrere Infizierte nach Grillparty

Bei einer illegalen Grillparty im Kreis Nordfriesland haben sich mehrere Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Wie der Kreis Husum mitteilte, wurden drei der sieben Gäste positiv getestet. Die Ergebnisse der anderen stünden noch aus.

17:30 Uhr | Morddrohungen gegen Drosten

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin
Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité Bildrechte: dpa

Der Chef-Virologe der Berliner Charité, Christian Drosten, wird nach eigenen Angaben mit dem Tod bedroht. Der Wissenschaftler sagte in einem Interview, für viele Deutsche sei er der Böse, der in der Corona-Krise das Land lahmlege. Die Drohungen leite er an die Polizei weiter. Drosten wurde bundesweit bekannt durch gemeinsame Pressekonferenzen mit Vertretern des Robert Koch-Instituts zur Pandemie sowie durch seinen populären Podcast beim NDR.

17:10 Uhr | Magdeburger Kitas öffnen für Alleinerziehende

Magdeburger Kitas und Horte betreuen ab sofort auch die Kinder von Alleinerziehenden. Oberbürgermeister Lutz Trümper zufolge müssen Mütter und Väter dafür keine weiteren Nachweise erbringen. Im Land werde diese Regelung vermutlich nächste Woche kommen. Aktuell sind in Magdeburg gut 2.000 Kinder in Notbetreuung, die gilt bislang nur für Eltern in versorgungsrelevanten Berufen.

16:48 Uhr | Bundesbeauftragter hält Deutschland-Urlaub für möglich

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung hält Inlandsreisen im Sommer für möglich. Thomas Bareiß erwartet in einem ersten Schritt Lockerungen für Ferienwohnungen und Ferienhäuser, später dann auch für Hotels. Handtuch an Handtuch an den Stränden sehe er aber nicht. Standards für die Branche müssten jetzt definiert werden.

Bareiß zufolge wird es mit Europa- und Fernreisen aber noch dauern. Dazu liefen Beratungen der europäischen Minister und Staatssekretäre. Das deutsche Außenministerium rechnet mit unterschiedlichen Terminen für Lockerungen bei den Reisebeschränkungen. In Deutschland werde bis zum 3. Mai über Reisewarnungen entschieden.

16:35 Uhr | Asylbewerber nähen Schutzmasken

Die Kommunen Schneeberg und Zschorlau im Erzgebirge haben selbst genähte Corona-Schutzmasken aus der Schneeberger Erstaufnahme für Asylbewerber erhalten. Die sächsische Landesdirektion sprach von einer ersten größeren Spende. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung nähen demnach seit Anfang März unter fachkundiger Anleitung pro Tag bis zu 120 behelfsmäßige Mund- und Nasenmasken.

16:10  Uhr | Ansturm auf Corona-App in Australien

Wenige Stunden nach Veröffentlichung einer Corona-App in Australien haben schon mehr als zwei Millionen Bürger die App auf ihren Handys installiert. Das entspricht etwa acht Prozent der Bevölkerung, das Gesundheitsministerium peilt eine Quote von 40 Prozent an. Das Handy-Programm basiert auf der Software TraceTogether aus Singapur und soll vor Kontakten mit Infizierten  schützen. Australien hat etwa 6.700 bestätigte Infektionen und 83 Todesfälle.

16:05 Uhr | Bundeswehr entschuldigt sich für "Corona-Party“ in Leipzig      

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat bei ihrem Besuch am Flughafen Leipzig-Halle für Aufregung gesorgt. Beim Pressetermin kam es zu einem Menschenauflauf ohne Sicherheitsabstand und Schutzmasken. Anlass für den Besuch von AKK war der Transport von zehn Millionen medizinischer Schutzmasken durch die Bundeswehr aus China.

Der Vorfall sorgte im Internet für hämische Kommentare. Die Maskenpflicht gelte offensichtlich nicht für Politiker und Journalisten, "da sie stets steril husten". Vielleicht reiche es auch, "wenn man sich in räumlicher Nähe einer Maske befindet", twitterte eine Ärztin. Weitere Nutzer äußerten sich entsetzt über die Fotos von der "Corona-Party". Die Bundeswehr entschuldigte sich später.

15:47 Uhr | Italien beantragt Geld aus Solidar-Fonds

Italien hat als erstes EU-Land Hilfen aus dem Solidaritätsfonds für den Kampf gegen die Pandemie beantragt. In diesem Jahr stehen bis zu 800 Millionen Euro für Sofortmaßnahmen bereit, wie die EU-Kommission am Montag mitteilte. Das Geld könne zum Beispiel für Schutzkleidung ausgegeben werden oder um Risikogruppen zu schützen.

15:15 Uhr | Tschechien und Schweiz lockern Auflagen

Tschechien, die Schweiz und andere europäische Länder haben am Montag ihre Auflagen in der Coronavirus-Krise gelockert. In Tschechien dürfen fast alle Geschäfte wieder öffnen, ausgenommen sind Riesenläden über 2.500 Quadratmeter. Auch Fitness-Studios, Bibliotheken, Zoos und Fahrschulen nahmen den Betrieb wieder auf. Erleichterungen gibt es auch für Berufspendler, die in Nachbarländern arbeiten. Bei der VW-Tochter Skoda lief die Produktion wieder an.

In der Schweiz durften neben Baumärkten und Gartencentern auch Friseure, Physiotherapeuten, Zahnärzte sowie Kosmetik- und Tattoo-Studios wieder öffnen. In Italien und Spanien wurden die strikten Kontaktsperren entschärft. In Norwegen begann wieder der Unterricht an den Grundschulen. In allen Ländern gelten aber weiterhin Abstands- und Hygieneauflagen.

 

14:30 Uhr | 500 Euro Konsum-Scheck für jeden Bürger?

Der Handel in Deutschland schlägt "Corona-Schecks" in Höhe von 500 Euro pro Einwohner vor, um den Konsum anzukurbeln. Der Präsident des Handelsverbandes (HDE), Josef Sanktjohanser, mahnte in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Verbraucherstimmung sei auf einem Tiefpunkt. Daher brauche es eine "Initialzündung für die private Konsumnachfrage".

Der HDE erwartet durch solche Corona-Schecks einen Nachfrageimpuls von bis zu 40 Milliarden Euro sowie Multiplikatoreffekte. Alle Branchen, die von privater Nachfrage abhingen, bekämen so einen Schub. Arbeitnehmer könnten das Geld demnach mit der Lohnabrechnung erhalten, für ihre Kinder über die Anzahl der Kinderfreibeträge. Für Rentner wäre eine Auszahlung über die Rentenkasse denkbar. Transferempfänger ließen sich über die Arbeitsämter erreichen, Freiberufler und Selbstständige könnten wie bei der Soforthilfe einen Antrag stellen.

Zuvor hatte bereits das Handwerk einen steuerlichen "Corona-Bonus" ins Spiel gebracht. (siehe Eintrag um 10:05 Uhr)

13:04 Uhr | Bayrisches Verwaltungsgericht: Verkaufsverbot für Warenhäuser verfassungswidrig

Bayerns höchstes Verwaltungsgericht hat das in der Corona-Krise verhängte Verkaufsverbot für Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmeter für verfassungswidrig erklärt. Die Richter erklärten, das sei eine Ungleichbehandlung mit kleinen Läden und verstoße damit gegen den Gleichheitsgrundsatz. Wegen der Pandemie-Notlage werde die Verbotsregelung aber ausnahmsweise nicht außer Kraft gesetzt. Den Eil-Antrag hatte ein Einzelhändler mit Warenhäusern in Bayern, Berlin und Hamburg gestellt. Ein umfassendes Urteil in der Sache steht noch aus.

11:28 Uhr | Zahl der Neuinfektionen am Wochenende gesunken

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 in Deutschland hat am Wochenende den tiefsten Stand seit Mitte März erreicht. Am Samstag meldeten die Kreise und Städte laut der Datenbank des "Risklayer"-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie knapp 1.500 neue Fälle, am Sonntag etwas mehr als 1.200. Damit fiel die Zahl der an einem Tag gemeldeten Fälle auf den niedrigsten Stand seit dem 14. März.

Allerdings haben laut Risklayer nicht alle Kreise am Wochenende gemeldet, ob es bei ihnen Neuinfektionen gab. Demnach meldeten am Samstag 64 Prozent der 401 Kreise und Städte einen aktualisierten Zahlenstand, am Sonntag etwa 58 Prozent. Üblicherweise werden von den Gesundheitsämtern weitere neue Fälle vom Wochenende zu Beginn der neuen Woche nachgemeldet.

So verteilen sich die Fälle auf die Landkreise:

Laut Risklayer wurden in Deutschland damit seit Ausbrechen des Virus 157.781 laborbestätigte Fälle gemeldet. Fast 6.000 Menschen starben bisher daran. Die Wissenschaftler schätzen, dass mehr als 105.000 Menschen bereits wieder von dem Virus genesen sind.

Institutionen wie "Risklayer" oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert veröffentlicht.

11:25 Uhr | Weltgrößtes Frachtflugzeug bringt Schutzmasken aus China nach Leipzig

Auf dem Flughafen Leipzig-Halle ist eine Frachtmaschine mit zehn Millionen Schutzmasken aus China gelandet. Die Antonow 225 wurde von der Bundeswehr gechartet. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer informierte sich vor Ort über die Ankunft. Bereits gestern landete ein Transportflugzeug mit Masken aus China in Leipzig. Insgesamt sollen 25 Millionen Masken auf diesem Weg eingeflogen werden. Ein Teil der Ladung ist für das Saarland bestimmt. Dort erhält jeder Bürger fünf Gratis-Masken.

11:19 Uhr | Scheuer für Maskenpflicht auch im Fernverkehr

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer setzt sich für eine Schutzmasken-Pflicht auch im öffentlichen Fernverkehr ein. Scheuer sagte, das wolle er diese Woche vorschlagen, wenn sich die Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder abstimme. Er glaube, dass die Bürger dazu bereit seien. Scheuer brachte zudem eine Reservierungspflicht ins Gespräch, um Hygiene und Gesundheitsschutz besser einhalten zu können. Der Mund-Nasen-Schutz ist nur im öffentlichen Nahverkehr vorgeschrieben.

10:32 Uhr | Umweltministerin: Konjunktur und Klimaschutz voranbringen

Konjunkturprogramme infolge der Corona-Pandemie sollten aus Sicht von Bundesumweltministerin Svenja Schulze die Belange des Klimaschutzes berücksichtigen. Schulze sagte im ARD-Morgenmagazin, die kommenden Konjunkturprogramme müssten so gestaltet werden, dass sie Arbeitsplätze, Innovation und Klimaschutz zugleich voranbringen.

Der Klimawandel existiert weiter, auch in Corona-Zeiten. Deshalb muss auch der Einsatz für den Klimaschutz weitergehen.

Svenja Schulze, Bundesumweltministerin

Umwelt- und Klimaschutz würden nach der Krise umso mehr gebraucht: als Treiber für Wirtschaft, Innovation und Beschäftigung. Trotz der Corona-Krise hält Schulze am geplanten Verbot von Plastiktüten fest. "Wir müssen weniger Plastik verwenden. Und das, was wir verwenden, muss besser recycelt werden", sagte sie. Sie verstehe aber die Sorgen über das Coronavirus und auch, "dass Plastik erstmal auch für Hygiene steht". In den Krankenhäusern besteht Schutzkleidung oft aus Plastik. Der Gesetzentwurf zum Verbot von Plastiktüten ist bereits in den Bundestag eingebracht. Künftig sollen an Ladenkassen Einweg-Tragetaschen aus Kunststoff verboten sein.

10:20 Uhr | Brinkhaus: Debatten müssen wiederkommen

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus fordert, bei der Gesetzgebung wieder stärker das Parlament einzubeziehen. Der CDU-Politiker sagte MDR AKTUELL, es sei normal, dass in Krisenzeiten die Exekutive gestalte. Man müsse als Bundestag aber darauf achten, dass das nicht so bleibe. Die Zeit der Debatten müsse wieder kommen. So gehe es bei der Frage nach Lockerungen von Coronamaßnahmen auch um ethische Fragen. Hintergrund ist die Kritik, dass Entscheidungen im Zusammenhang mit der Pandemie nur von der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten getroffen würden - ohne ein parlamentarisches Verfahren.

10:13 Uhr | Spahn: Corona-Warn-App wird noch dauern

Nach Ansicht von Gesundheitsminister Jens Spahn wird es noch dauern, bis eine Corona-Warn-App in Deutschland bereitsteht. Er sagte in der ARD, man wolle die App so schnell wie möglich, aber auch so sicher wie möglich. Ursprünglich war die App schon für Mitte April angekündigt. Dazu sagte Spahn, andere Digitalprojekte zeigten, dass es wegen Datensicherheit immer länger dauere. Die Bundesregierung hatte am Sonntag eine dezentrale Speicherung angekündigt. Grund ist laut Spahn die höhere Akzeptanz. Möglichst viele Menschen sollten die App nutzen, damit man das Virus unter Kontrolle bekomme.

10:05 Uhr | Handwerk fordert steuerlichen "Corona-Bonus"

Das Handwerk schlägt für einen Neustart in der Corona-Krise einen zeitlich begrenzten, steuerlichen "Corona-Bonus" vor. Maximal 12.000 Euro Bonus sollen den privaten Konsum stärken. Der Vorschlag des Zentralverbands des Deutschen Handwerks ist Teil eines umfassenden Positionspapiers. Darin werden Maßnahmen gefordert, mit denen das Handwerk wieder auf die Beine kommen und eine Pleitewelle in der Branche verhindert werden soll.

In dem Papier fordert das Handwerk, den stufenweisen Wiederhochlauf des wirtschaftlichen und sozialen Lebens zu beschleunigen. Firmen, die Hygiene- und Abstandsregelungen einhielten, müssten ungeachtet ihrer Größe die Möglichkeit haben, ihre Geschäftstätigkeit wieder aufzunehmen - und dies möglichst rasch. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer sagte der dpa, alle Betriebe bräuchten eine Perspektive und wollten wissen, wie das schrittweise Wiederanfahren der Wirtschaft ablaufe.

09:19 Uhr | EU-Kommission genehmigt Staatshilfen für Condor

Der angeschlagene Ferienflieger Condor bekommt neue Staatshilfen. Die EU-Kommission erteilte angesichts der Corona-Krise die Genehmigung für ein Kreditprogramm der Bundesregierung in Höhe von insgesamt 550 Millionen Euro.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will die Finanzhilfen für Konzerne in der Corona-Krise an Bedingungen knüpfen. Wenn große Unternehmen staatliche Unterstützung bekämen, müssten sie auf die Ausschüttung von Dividenden verzichten, sagte Altmaier im Deutschlandfunk. Auch das Management müsse einen Beitrag erbringen. Wie hoch der Verzicht auf Boni sei, müsse im Einzelfall geklärt werden. Andernfalls könne man dies den Steuerzahlern nicht zumuten. Der CDU-Politiker betonte, dass er sich bei den genannten Bedingungen mit Finanzminister Olaf Scholz einig sei. Große Unternehmen wie die Lufthansa sollten nach der Krise eine Chance haben, wieder auf die Beine zu kommen und Gewinne zu machen.

08:15 Uhr | Masken aus China am Flughafen Erfurt-Weimar angekommen

Am Flughafen Erfurt-Weimar ist am Morgen ein Flugzeug aus China mit rund 1,5 Millionen Schutzmasken gelandet. Nach Angaben eines Sprechers des Logistikunternehmens handelt sich dabei um FFP2-ähnliche Masken, die die Bundesregierung bestellt hatte. Die Masken sollen deutschlandweit verteilt werden. Auch am Flughafen Leipzig-Halle werden weitere zehn Millionen Schutzmasken aus China erwartet. Die Bundeswehr hat dafür das weltgrößte Frachtflugzeug gechartert, eine Antonov 225. Über die Luftbrücke sollen insgesamt 25 Millionen Schutzmasken aus China eingeflogen werden.

08:13 Uhr | Verbraucherschützer kritisiert Gutscheine

Der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes Klaus Müller kritisiert, dass die Bundesregierung weiter an Gutscheinen für stornierte Reisen festhält. Der Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband schreibt in einem Beitrag für das "Handelsblatt", wenn die Branche schnell wieder auf die Beine kommen solle, brauche sie vor allem Kunden. Einige zeigten sich kulant. Sie akzeptierten oder kauften aktiv Gutscheine, um Geschäfte und Kulturstätten zu unterstützen. Der springende Punkt dabei sei aber ihre Wahlfreiheit. Müller schlug statt der Gutscheinlösung einen staatlichen Reisesicherungsfonds vor, um Reiseunternehmen und Fluglinien zu retten.

08:07 Uhr | Die Lage in Mitteldeutschland

08:00 Uhr | Ab heute gilt fast überall Mundschutzpflicht

In fast ganz Deutschland gilt ab heute eine Mundschutzpflicht in Bussen und Bahnen. Auch beim Einkaufen müssen Kunden in den meisten Bundesländern jetzt Mund und Nase bedecken. Eine medizinische Maske ist nicht nötig. Es reichen einfache, selbstgenähte Modelle aus. Auch Schals oder andere Tücher können benutzt werden. In einigen Bundesländern gilt die Pflicht schon, Vorreiter war Sachsen. Als letztes Land folgt am Mittwoch Schleswig-Holstein.

07:55 Uhr | US-Präsident stellt Corona-Briefings ein

Angesichts "feindseliger Journalistenfragen" hält US-Präsident Donald Trump die täglichen Corona-Briefings in Zeit und Aufwand für nicht mehr lohnenswert. Die Absage kommt in einer Zeit, in den USA beinahe eine Million Infektionsfälle nachgewiesen wurden und 55.000 Menschen bereits an Covid-19 gestorben sind.

Trumps Aussagen auf diesen Pressekonferenzen waren immer wieder scharf kritisiert worden. Zuletzt hatte er vorgeschlagen, Menschen zur Behandlung von Covid-19 Desinfektionsmittel zu spritzen - eine Maßnahme, die zum Tod führen kann. Mehr zum Thema hören Sie im Radiobeitrag von Sebastian Hesse.

06:10 Uhr | IHK Chemnitz kritisiert 800-Quadratmeter-Regel für Ladenöffnung

Die Industrie- und Handelskammer Chemnitz hat die 800-Quadratmeter-Regelung in der sächsischen Coronaschutz-Verordnung scharf kritisiert. Geschäftsführer Wunderlich sagte MDR AKTUELL, dass Läden über 800 Quadratmeter geschlossen bleiben müssten, sei absurd. Das führe zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen.Besonders störe ihn, dass Sachsen eine Verkleinerung der Verkaufsfläche nicht erlaube, anders als zum Beispiel das Land Thüringen.

Wunderlich schlug vor, lieber die Zahl der Kunden zu begrenzen, die sich gleizeitig in einem Laden aufhalten dürfe. Das Sozialministerium in Dresden erklärte dazu, es bestehe die Befürchtung, dass gerade bekannte und beliebte großflächige Geschäfte mit einem breiten Angebot per se viele Kunden anlockten. Das wäre wahrscheinlich selbst dann so, wenn die Verkaufsfläche reduziert werde.

05:45 Uhr | Krankenhausgesellschaft sieht Scheuer-Vorschlag positiv

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat den Vorschlag von Bundesverkehrsminister Scheuer begrüßt, medizinischem Personal in der Corona-Krise Mietwagen kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Sprecher Joachim Odenbach sagte MDR AKTUELL, dies sei für alle Mitarbeiter ohne eigenen Wagen eine große Erleichterung. Gerade in Großstädten gebe es ein erhöhtes Infektionsrisiko, beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr. Die Bundesregierung will medizinischem Personal in der Corona-Krise einen Mietwagen für den Arbeitsweg finanzieren.

05:00 Uhr | Wohl keine Ferienfreizeiten wegen Corona

Sachsens Gesundheitsministerium geht nicht davon aus, dass Ferienfreizeiten im Sommer stattfinden können. Eine Sprecherin sagte MDR AKTUELL, man empfehle, alle Veranstaltungen abzusagen. Es sei nicht davon auszugehen, dass Kinder- und Familienfreizeiten stattfinden könnten. Der Freistaat habe seine eigenen Veranstaltungen schließlich auch bis Anfang September abgesagt.

Laut sächsischem Jugendherbergswerk gibt es noch vereinzelte Anmeldungen für Freizeiten in diesem Sommer. Marketing-Chefin Susan Graf sagte, man habe noch einen Hoffnungsschimmer. Man warte die nächsten behördlichen Ansagen ab. Kleinere Anbieter versuchen gerade, ihr Programm den Gegebenheiten anzupassen. Sie planen statt Freizeiten mit Übernachtungen jetzt Tagesangebote für die Sommerferien.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 27. April 2020 | 00:00 Uhr