Coronavirus-Pandemie Ticker: Biontech warnt vor Verzicht auf zweite Impfung

Die Impfstoffhersteller Biontech und Pfizer raten davon ab, auf die zweite Impfung mit ihrem Vakzin zunächst zu verzichten. Es gebe keine Daten, dass die Impfwirkung bei nur einer Dosis länger als drei Wochen anhalte. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA entscheidet am Mittwoch über die Zulassung des Impfstoffs des US-Konzerns Moderna in der EU. Die deutschen Kultusminister vereinbarten einen Stufenplan für sukzessive Schulöffnungen. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Drei Ampullen mit Impfstoff, davor eine Spritze
Der Impfstoff von Biontech und Pfizer muss zweimal verabreicht werden. Bildrechte: imago images/Laci Perenyi

Unser Ticker am Montag, 4. Januar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:40 Uhr | Johnson verkündet neuen Lockdown für England

Die britische Regierung hat einen neuen harten Lockdown für England verhängt. Premierminister Boris Johnson sagte am Abend in einer Fernsehansprache, der Schritt sei nötig, um die neue Corona-Variante in den Griff zu bekommen.

Boris Johnson
Johnson: "Wochen vor uns werden die schwierigsten sein." Bildrechte: dpa

Die Menschen sollen ihre Häuser demnach nur noch für notwendige Aktivitäten verlassen, auch die Schulen werden geschlossen. Die neuen Auflagen treten ab Mitternacht in Kraft und werden dann laut Johnson vermutlich bis Mitte Februar gelten. Auch die schottische Regierung beschloss strenge Ausgangsbeschränkungen, die bereits von Dienstag an gelten.

21:57 Uhr | Niederlande starten als letztes EU-Land mit Impfkampagne

Als letztes Land in der EU beginnen die Niederlande am Mittwoch mit Impfungen gegen das Coronavirus. Wie das Gesundheitsministerium in Den Haag mitteilte, wird der Start um zwei Tage vorgezogen. Die niederländische Regierung wollte ursprünglich erst am 8. Januar mit den Impfungen beginnen. Sie begründete dies mit logistischen Schwierigkeiten sowie der Notwendigkeit einer nationalen Zulassung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer. Den Plänen zufolge sollen zuerst Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeheimen geimpft werden.

21:26 Uhr | Biontech und Pfizer warnen vor Verzicht auf zweite Impfung

In der Debatte um einen vorläufigen Verzicht bzw. die Verschiebung der zweiten Impfung mit dem Vakzin von Biontech und Pfizer haben die beiden Impfstoffhersteller entsprechende Überlegungen ausgebremst. In einer Erklärung der beiden Unternehmen heißt es, es gebe keine Daten, dass die Impfwirkung nach 21 Tagen anhalte. Der Impfstoff soll ein zweites Mal verabreicht werden, um einen vollen Schutz zu erreichen.

Dosen des Covid-19 Impfstoffes von Biontech/Pfizer in einer Verpackung
Das Biontech-Pfizer-Vakzin muss nach allerspätestens 42 Tagen ein zweites Mal verabreicht werden. Bildrechte: dpa

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA pocht auf die Einhaltung der maximalen Frist von 42 Tagen zwischen den beiden Gaben beim Pfizer/Biontech-Impfstoff. Nur dann könne der volle Schutz garantiert werden. Sollten die Vorschriften nicht beachtet werden, schränke dies die Haftung des Impfstoffherstellers ein, teilte die Behörde mit.

Weil der Biontech/Pfizer-Impfstoff zunächst sehr knapp ist, hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Ständige Impfkommission um eine Einschätzung gebeten, ob zunächst auf eine zweite Impfung verzichtet werden kann, damit mehr Menschen geimpft werden könnten.

20:44 Uhr | DIW senkt wegen Pandemie Wachstumsprognose deutlich

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) senkt wegen der Corona-Pandemie seine Wachstumsprognose für das neue Jahr von 5,2 Prozent auf 3,5 Prozent. DIW-Präsident Marcel Fratzscher sagte dem "Handelsblatt", nach einem "schrumpfenden vierten Quartal" erwarte man einen wirtschaftlichen Einbruch von mehr als zwei Prozent im ersten Quartal 2021. Ein wirtschaftlichen Neustart im zweiten Quartal werde nur gelingen, wenn die Infektionswelle bis Februar abebbe und die Einschränkungen dann zum größten Teil aufgehoben werden könnten, warnte der DIW-Chef.

20:18 Uhr | EMA entscheidet erst am Mittwoch über Moderna-Impfstoff

Die in Amsterdam ansässige Europäische Arzneimittel-Agentur EMA wird entgegen den Erwartungen heute doch noch nicht über eine Zulassung des Impfstoffes des US-Konzerns Moderna entscheiden. Wie die Behörde mitteilte, wurde die Entscheidung über die Empfehlung eines zweiten Corona-Impfstoffes für die EU auf Mittwoch verschoben.

Kartons mit dem Corona-Impfstoff des US-Biotech-Unternehmens Moderna
Kartons mit dem Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna. Bildrechte: dpa

Der Expertenausschuss der EMA war bereits am heutigen Montag und damit zwei Tage früher als ursprünglich geplant zusammengetroffen, um über die Zulassung des Moderna-Impfstoffes in der EU zu beraten. Dabei seien einige Fragen offen geblieben, sagte der niederländische Vertreter in dem Ausschuss. Die EMA hatte bereits zuvor nicht ausgeschlossen, dass eine Entscheidung erst bei der planmäßigen Sitzung des Ausschusses am Mittwoch fallen könnte. Bei einer positiven Empfehlung der EMA muss noch die EU-Kommission zustimmen, was als Formsache gilt. Das Moderna-Vakzin wäre dann nach dem Präparat von Biontech und Pfizer der zweite in der EU zugelassene Corona-Impfstoff.

19:11 Uhr | EU genehmigt Milliarden-Staatshilfe für TUI

Die EU-Wettbewerbshüter haben deutsche Staatshilfen bis zu 1,25 Milliarden Euro für den schwer von der Corona-Krise getroffenen Reisekonzern TUI genehmigt. Das teilte die EU-Kommission am Montag in Brüssel mit. Die zuständige Vizepräsidentin der Brüsseler Behörde, Margrethe Vestager , sagte, TUI sei wie viele andere Tourismusunternehmen von der Coronakrise schwer getroffen. Die deutsche Hilfe sei deshalb erforderlich, geeignet und angemessen. Die Unterstützung sei auch mit Auflagen verbunden, um mögliche Wettbewerbsverzerrungen zu begrenzen.

Die TUI-Aktionäre sollen am Dienstag bei einer außerordentlichen Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung und finanzielle Hilfen für den angeschlagenen Reisekonzern genehmigen.

18:15 Uhr | Pädagogik-Experte rät von Präsenzunterricht ab

Das Kieler Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik empfiehlt, auf Präsenzunterricht in den Schulen vorerst zu verzichten. Institutsdirektor Olaf Köller sagte MDR AKTUELL, die Lerngruppen müssten verkleinert und der Unterricht auf die Kernfächer Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen reduziert werden. Bei älteren Jahrgängen sei das digitale Distanz-Lernen zu bevorzugen. Aus der Sicht Köllers kann es keine Rückkehr zum Präsenzunterricht geben, wenn das Infektionsgeschehen über der Inzidenz von 50 liegt.

17:55 Uhr | Asylbewerberheim im thüringischen Merkers unter Quarantäne

Im Wartburgkreis in Thüringen ist das Asylbewerberheim Merkers komplett unter Quarantäne gestellt worden. Wie das Gesundheitsamt des Landkreises mitteilte, hat sich dort mehr als die Hälfte der 117 Bewohner mit dem Coronovirus angesteckt. Auch bei drei Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes sei der Test postitiv ausgefallen. Ein älterer Bewohner sei in ein Krankenhaus gebracht worden. Den Angaben zufolge ist es in dem Heim derzeit nicht möglich, Infizierte und Nicht-Infizierte zu trennen. Die Beschäftigten arbeiteten nun unter Vollschutz.

17:44 Uhr | CDU-Europapolitiker verteidigt EU-Impfstoff-Politik

Der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese hat Vorwürfe zurückgewiesen, die EU habe zu wenig Impfdosen des Herstellers Biontech/Pfizer geordert. Liese sagte MDR AKTUELL, im Sommer sei noch nicht absehbar gewesen, dass der Impfstoff der erste sein werde, der funktioniere. Zudem sei er sehr teuer gewesen und schwierig zu lagern. Der CDU-Politiker betonte, derzeit verhandle man mit Biontech über eine Ausweitung der Bestellung. Zudem werde es bald die Erlaubnis der europäischen Arzneimittelbehörde geben, aus einer Ampulle nicht nur fünf, sondern sechs Dosen zu entnehmen. Damit stünden kurzfristig 20 Prozent mehr Impfstoff zur Verfügung.

17:33 Uhr | Giffey fordert schnellstmögliche Rückkehr zum Kita-Regelbetrieb

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat ein verlässliches und möglichst bundesweit einheitliches Stufenmodell für die Rückkehr in den Kita-Normalbetrieb gefordert. Die SPD-Politikerin sagte nach Beratungen mit dem sogenannten Corona-Kita-Rat, es sei wichtig, dass Eltern verlässliche Aussagen über die Kinderbetreuung bekommen.

Franziska Giffey gibt eine Pressekonferenz
Giffey: "Eltern brauchen verlässliche Aussagen über Kinderbetreuung." Bildrechte: dpa

Giffey verwies darauf, dass beim aktuellen Lockdown neun Bundesländer die Kitas offen gehalten hätten, während sieben Länder auf eine Notbetreuung umgestellt hätten. Zwar ließen die derzeitigen Corona-Infektionszahlen keine großen Lockerungen zu. Alerdings sei zu berücksichtigen, dass das Infektionsgeschehen bei kleinen Kindern geringer sei als bei Erwachsenen. Kitas müssten daher die ersten sein, die bei Lockerungen der Corona-Regeln wieder öffnen dürften.

15:52 Uhr | EU-Zulassungsbehörde berät schon heute über Moderna

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat die Beratungen über eine Zulassung des Corona-Impfstoffs von Moderna auf heute vorgezogen. Eine Einschätzung über das Vakzin des US-Konzerns könne noch im Tagesverlauf erfolgen, sagte ein Sprecher der Behörde. Eigentlich sollte erst am Mittwoch beraten werden. Es wäre der zweite Impfstoff, der in der EU zugelassen würde, nach jenem von BioNTech und Pfizer.

Moderna kündigte unterdessen an, dass es in diesem Jahr mindestens 600 Millionen Dosen herstellen wird. Das sind 100 Millionen mehr als bislang geplant. Im Maximalfall seien auch eine Milliarde möglich. Die EU hat sich bislang 160 Millionen Dosen des Moderna-Impfstoffs gesichert.

15:30 Uhr | Kultusminister für Stufenplan bei Schulen

Die Kultusminister wollen die Schulen schrittweise wieder öffnen, sobald das möglich ist. Die Kultusminister der Bundesländer beschlossen am Montag einen Stufenplan. Erst dürfen demnach die Klassenstufen 1 bis 6 in den Präsenzunterricht zurückkehren. In Stufe zwei soll es dann ergänzenden Wechselunterricht an den allgemeinbildenden und beruflichen weiterführenden Schulen ab Jahrgangsstufe 7 geben. Erst eine dritte Stufe sieht die vollständige Rückkehr in den Regelbetrieb an allen Schulen vor. Die schrittweise Öffnung soll abhängig vom jeweiligen Infektionsgeschehen erfolgen. Ausnahmen sind für die Abschlussklassen vorgesehen.

15:29 Uhr | Sachsen-Anhalts Innenminister prüft Harz-Sperrung

Auch in Sachsen-Anhalt wird über einen eingeschränkten Zugang zu Wintersportorten nachgedacht. Innenminister Michael Richter  erwägt weitere Straßensperren in Richtung Harz und verstärkte Kontrollen der Zufahrten. Richter sagte MDR AKTUELL, er rate dringend von Ausflügen in die Wintersportgebiete ab. Nach seinen Worten war vor allem am Samstag um Wernigerode die Lage chaotisch. Das habe zu den Straßensperren am Sonntag geführt. Dabei sei die Reserve des Polizeireviers Harz im Einsatz gewesen und vom Ordnungsamt  Wernigerode unterstützt worden. 

15:17 Uhr | Thüringer Ministerinnen lehnen Ramelows 15-Kilometer-Vorschlag ab

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) stößt mit seinem Vorschlag, den Bewegungsradius der Thüringer auf 15 Kilometer zu beschränken, auf Widerstand im eigenen Kabinett. Umweltministerin Anja Siegesmund von den Grünen sagte, eine solche "pauschale Regel" schieße über das Ziel hinaus. Gerade Familien müssten auch weiterhin die Möglichkeit haben, sich in Thüringen an der frischen Luft zu bewegen. Auch Finanzministerin Heike Taubert von der SPD äußerte sich skeptisch zu dem Vorschlag des Linken-Politikers, die Bewegungsfreiheit - wie in Sachsen - auf 15 Kilometer im Umkreis der eigenen Wohnung einzugrenzen. Eine gute Steuerung bei Wintersportaktivitäten sei besser als eine Beschränkung, schrieb Taubert im Kurznachrichtendienst Twitter. Ramelow hatte mit seinem Vorschlag am Sonntag unter anderem auf den Ansturm auf die Thüringer Wintersportgebiete reagiert.

13:45 Uhr | Probleme mit telefonischer Terminvergabe und Corona-Hotline

Mit technischen Problemen hat am Morgen in Thüringen die telefonische Terminvergabe für Corona-Impfungen begonnen. Wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) in Weimar mitteilte, war ein Stromausfall wahrscheinlich der Grund für die Serverprobleme. Die KV habe 60 Telefonleitungen freigeschaltet.

Auch die bundesweite Corona-Hotline 116 117 ist heute teilweise ausgefallen. Eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung sagte MDR AKTUELL, die Nummer sei seit dem Vormittag in mehreren Bundesländern gar nicht mehr erreichbar. Grund seien technische Probleme. Die Hotline vermittelt normalerweise rund um die Uhr Kontakt zum ärztlichen Bereitschaftsdienst und wird auch für die Vergabe von Impfterminen genutzt. Bereits am Wochenende war es auf der Nummer zu Überlastungen und längeren Wartezeiten gekommen.

13:19 Uhr | Spahn prüft breiter angelegte Impfungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn lässt die Möglichkeit prüfen, die beim Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer vorgesehene zweite Impfung zeitlich zu strecken, um mit der Impfung von mehr Menschen starten zu können. Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts solle nach Sichtung entsprechender Daten dazu eine Empfehlung abgeben, heißt es in einem der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Schreiben des Gesundheitsministeriums. 

In dem Schreiben, über das zunächst der "Spiegel" berichtet hatte, wird auf die in Großbritannien geübte Praxis verwiesen, den zeitlichen Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfung weit über die in der Zulassung maximal vorgesehenen 42 Tage hinaus zu verlängern.

11:47 Uhr | Oberhof vor Abriegelung?

Wegen des Ansturms von Tagestouristen will sich die Stadt Oberhof im Thüringer Wald vorübergehend komplett abriegeln. Wie Bürgermeister Thomas Schulz dem MDR sagte, sollen bis zum Ende des Biathlon-Weltcups am 17. Januar nur Einheimische, Weltcup-Beteiligte sowie Arbeitnehmer mit Passierschein in die Stadt dürfen. Dafür müssten an den Zufahrtstraßen Kontrollstellen eingerichtet werden. Dazu sei er mit dem Innenministerium in Erfurt im Gespräch. Eine Entscheidung werde noch im Laufe des Tages erwartet. Schulz erklärte, die Stadt sei am Limit. Täglich kämen bis zu 15.000 Tagestouristen. Sämtliche Straßen und Rettungswege würden zugeparkt. Der Biathlon-Weltcup in Oberhof beginnt Ende der Woche, am 08. Januar.

11:23 Uhr | Österreich verlängert Lockdown

In Österreich wird nach Angaben aus Regierungskreisen der bis zum 18. Januar geplante Lockdown verlängert. Da das ursprünglich geplante "Freitesten" wegen Widerstands der Opposition nicht möglich scheine, werde die Schließung fast aller Geschäfte nun für alle bis zum 24. Januar dauern, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA erfuhr. Die Maßnahme betrifft auch die Gastronomie, viele Dienstleistungen und den Tourismus.

11:19 Uhr | Erstmals seit 14 Jahren weniger Erwerbstätige

Der mehr als ein Jahrzehnt dauernde Aufwärtstrend am deutschen Arbeitsmarkt ist durch die Corona-Pandemie abrupt beendet worden: Die Zahl der Erwerbstätigen ist 2020 zum ersten Mal seit 14 Jahren gesunken. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, waren im vergangenen Jahr 44,8 Millionen Menschen erwerbstätig. Das sei gut ein Prozent weniger gewesen als im Vorjahr. In der Corona-Krise seien vor allem schlecht gesicherte Jobs verlorengegangen, während sozialversicherungspflichtig Beschäftigte häufig in Kurzarbeit geschickt worden seien.

09:58 Uhr | Habeck drängt auf Digitalsteuer für Online-Händler

Angesichts der ungleichen Situation des Einzel- und Onlinehandels in der Corona-Krise verweist Grünen-Chef Robert Habeck auf die Dringlichkeit einer Digitalsteuer. "Die lokalen Geschäfte schließen zum Pandemieschutz, Innenstädte drohen auszusterben", sagte Habeck der Deutschen Presse-Agentur. "Die großen Online-Händler dagegen machen das Geschäft des Jahrhunderts." Aber sie zahlten im Vergleich zum "Buchladen um die Ecke" viel weniger Steuern. Sie nutzten Infrastruktur wie Breitband-Internet und Straßen, beteiligten sich aber kaum an der Finanzierung. Amazon, Google und Co. müssten sich deshalb an der Finanzierung der Infrastruktur der öffentlichen Strukturen beteiligen, forderte Habeck.

Aus der Unions-Bundestagsfraktion war zuletzt der Vorschlag gekommen, dass Onlinehändler eine "Paketabgabe" zahlen sollen, die für den Erhalt der Innenstädte eingesetzt werden soll.

09:39 Uhr | Erster Brite mit Astrazeneca geimpft

In Großbritannien hat die Immunisierung mit einem weiteren Impfstoff begonnen. Nach dem Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer kam heute auch das von dem britisch-schwedischen Konzern Astrazeneca und der Universität Oxford entwickelte Vakzin zum Einsatz. Als erster wurde ein 82-jähriger Dialyse-Patient aus Oxford in der dortigen Uniklinik geimpft.

09:25 Uhr | Bundestags-Diäten könnten sinken

Den 709 Bundestagsabgeordneten droht einem Bericht zufolge wegen der Corona-Krise erstmals eine Senkung ihrer Diäten. Die "Bild"-Zeitung verwies darauf, dass die Nominallöhne laut Statistischem Bundesamt im zweiten und dritten Quartal 2020 um vier beziehungsweise 1,3 Prozent gesunken seien. Da der Negativtrend auch im vierten Quartal anhalten dürfte, schlage sich das auch auf die Diäten nieder. Diese werden jeweils zum 1. Juli an die Entwicklung der Nominallöhne im Vorjahr angepasst.

09:10 Uhr | Deutlich weniger Emissionen - Klimaschutz-Ziel übertroffen

Als Folge der Corona-Krise hat Deutschland Experten zufolge das Klimaschutz-Ziel für das Jahr 2020 doch noch erreicht - und sogar übertroffen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur und beruft sich auf eine Analyse der Organisation "Agora Energiewende". Demnach wurden im vergangenen Jahr gut 42 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen als 1990. Ziel der Bundesregierung waren 40 Prozent.

08:45 Uhr | Kretschmer gegen Öffnung von Schulen und Kitas

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich gegen eine Öffnung von Schulen und Kindertagesstätten ausgesprochen. Im ARD-Morgenmagazin sagte er, die Einrichtungen müssten "für eine gewisse Zeit noch" geschlossen bleiben. Ziel sei es, das "Bewegungsgeschehen" zu reduzieren.

08:08 Uhr | Frühere Winterferien in Thüringen geplant

Thüringen will die Winterferien vorziehen. Das kündigte Bildungsminister Helmut Holter bei MDR AKTUELL an. Der Linken-Politiker sagte, man beabsichtige, die Ferien auf die letzte Woche im Januar zu legen. Bis dahin gebe es Unterricht zu Hause. Eine Ausnahme solle es nur für Abschlussklassen geben. Diese könnten wieder in den Schulen unterrichtet werden. Die Schüler müssten sich aber vorher einem Schnelltest unterziehen.

Holter betonte zugleich, dass die Notbetreuung an Grundschulen und Kitas bis Ende Januar weiter eingeschränkt werden soll. Ab 1. Februar sollen Schulen und Kitas aber wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb übergehen und zwar unabhängig vom Pandemiegeschehen.

06:45 Uhr | Spahn appelliert an Ärzte und Pfleger

Gesundheitsminister Jens Spahn ruft Ärzte und Pflegekräfte auf, sich impfen zu lassen. "Es sei ein Gebot der Vernunft und der Solidarität, dass diejenigen, die im Gesundheitswesen arbeiten, sich ebenfalls impfen lassen, zu ihrem eigenen Schutz und dem Schutz der ihnen anvertrauten Patienten", sagt Spahn der "Rheinischen Post". Auch Ärztekammer und Pflegerat in Sachsen appellieren an Mediziner und Pflegekräfte, sich impfen zu lassen.

Einer Umfrage der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin zufolge wollen sich rund die Hälfte der Pflegekräfte und ein Viertel der Ärzte nicht impfen lassen. Viele sorgten sich demnach um mögliche Langzeitfolgen.

06:30 Uhr | Karliczek: Kompletter Präsenzunterricht unvorstellbar

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sagt der Funke Mediengruppe, eine vollständige Rückkehr zum Präsenzunterricht in allen Jahrgängen sei "in diesen Tagen nicht vorstellbar". Die Infektionszahlen seien weiter "besorgniserregend hoch" und die Auswirkungen der Feiertage unklar.

Heute sind Beratungen der Kultusminister angesetzt. Morgen wollen Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen über das weitere Vorgehen beraten.

06:15 Uhr | Thüringen - Terminvergabe für Impfungen

In Thüringen startet heute die telefonische Terminvergabe für Impfungen. In der vergangenen Woche war es bereits möglich, sich über ein Online-Portal für eine Impfung anzumelden. Nach 20.000 Reservierungen wurde das Angebot jedoch zunächst wieder geschlossen. In Sachsen und Sachsen-Anhalt soll die telefonische Termin-Vergabe erst nächste Woche losgehen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Montag, 4. Januar 2021

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Januar 2021 | 06:00 Uhr