Coronavirus-Pandemie Ticker: Thüringer Landrätin warnt vor lokalem Lockdown

Nach dem Anstieg der Zahlen wird im Weimarer Land härter kontrolliert und das Landratsamt warnt vor einem lokalen Lockdown. In Sachsen hat es den ersten Corona-Todesfall seit Juni gegeben. Bei der Bundesagentur für Arbeit zeigen sich Milliardenlöcher. In Italien sind nach sechs Monaten die Schulen überhaupt erst wieder geöffnet worden. Die WHO meldet neue Höchststände bei den Infektionen weltweit – und sie warnt vor mehr Todesfällen im Herbst auch in Europa.

Mädchen mit Mundschutz
Stärkere Kontrollen der Corona-Regeln im Weimarer Land Bildrechte: imago images/Hans Lucas

Unser Ticker am Montag, 14. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:03 Uhr | Emirate geben Corona-Impfstoff zum Notfallgebrauch frei

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben einen Corona-Impfstoff zur eingeschränkten Notfallverwendung freigegeben. Der Impfstoff werde vorerst für diejenigen zur Verfügung stehen, die am meisten mit Covid-19-Patienten zu tun haben, sagte Gesundheitsminister Abdul Rahman Mohammed Al-Owais. Sie seien durch ihre Arbeit am stärksten gefährdet. Das Mittel basiert nach Aussage des Gesundheitsunternehmens G42 auf abgetöteten Coronaviren. Rund 31.000 Menschen mit 125 Nationalitäten hatten nach Angaben der Leiterin der klinischen Studie an den Tests für den Impfstoff teilgenommen. Derzeit laufen Tests der dritten Phase. Diese ist die letzte, bevor die Herstellung des Impfstoffes genehmigt wird.

19:59 Uhr | Ab Dienstag Coronatests nicht mehr für alle kostenlos

Reiserückkehrer aus einem Nicht-Risikogebiet haben keinen Anspruch mehr, sich kostenlos auf das Coronavirus testen zu lassen. Gesundheitsminister Jens Spahn teilte mit, die Verordnung dazu trete am Dienstag in Kraft. Für Einreisende aus Risikogebieten gelte aber vorerst weiterhin die Testpflicht. Diese Tests seien weiterhin kostenlos. Spahn sagte, für die Urlaubszeit sei es wichtig gewesen, möglichst alle Reisenden zu testen. Mit Blick auf Herbst und Winter konzentriere man sich bei den Tests wieder stärker auf das Inland.

19:13 Uhr | Warnung vor lokalem Lockdown

Nach dem sprunghaften Anstieg der Corona-Neuinfektionen im Weimarer Land hat das Landratsamt vor einem lokalen Lockdown gewarnt. Landrätin Christiane Schmidt-Rose sagte MDR AKTUELL, sie wolle eine Situation wie im Frühjahr möglichst vermeiden, als man Schulen und Geschäfte habe schließen müssen. Sie bitte deshalb eindringlich die gesamte Bevölkerung, wieder auf Abstand zu gehen, die Hygieneregeln einzuhalten und Masken zu tragen. Schmidt-Rose schloss nicht aus, dass auch Veranstaltungen abgesagt werden müssen. Der Corona-Ausbruch im Weimarer Land ist auf eine Busreise nach Tschechien zurückzuführen. Die Teilnehmer hatten sich dort in einem Hotel angesteckt.

Ein Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe nimmt einen Abstrich von einer Reiserückkehrerin 4 min
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Wir sprechen mit der Landrätin Christiane Schmidt-Rose

MDR AKTUELL Mo 14.09.2020 18:36Uhr 03:50 min

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18:29 Uhr | Erster Corona-Todesfall in Sachsen seit Juli

In Sachsen ist erstmals seit Juli wieder ein Mensch nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die 53 Jahre alte Frau aus dem Landkreis Bautzen hatte sich vor vier Monaten mit dem Virus infiziert und wurde seitdem wegen eines schwierigen Verlaufs stationär behandelt. Zuletzt hatte am 9. Juli der Landkreis Görlitz einen Todesfall in Verbindung mit einer Corona-Infektion gemeldet.

16:15 Uhr | Mehr Kontrollen im Weimarer Land

Nach dem sprunghaften Anstieg der Corona-Fälle im Weimarer Land verstärkt der Kreis seine Kontrollen. Darauf hat sich am Montagvormittag der Pandemiestab im Landratsamt verständigt. Polizei und Ordnungsamt wollen künftig gemeinsam kontrollieren, ob die Corona-Vorschriften insbesondere in Supermärkten und Gaststätten eingehalten werden.

Reiserückkehrer aus Tschechien hatten eine regelrechte Infektionswelle ausgelöst. Der Landkreis spricht von 39 neuen Infektionen innerhalb der vergangenen Tage. Die Tendenz ist steigend, noch seien viele Tests nicht ausgewertet und immer wieder meldeten sich Kontaktpersonen beim Gesundheitsamt. Etwa 130 Kontaktpersonen wurden in Quarantäne geschickt.

14:53 Uhr | Tschechien lockert Regeln trotz steigender Zahlen

Trotz steigender Corona-Fallzahlen lockert Tschechien seine Quarantänebestimmungen. Gesundheitsminister Adam Vojtech teilte mit, wer mit einem Infizierten in Kontakt gekommen sei und keine Symptome zeige, müsse nicht mehr automatisch in häusliche Isolierung, wenn beide Seiten einen Mundschutz getragen hätten. Diese Kontaktpersonen müssten nur noch ihren Gesundheitszustand beobachten. Ausgenommen von der Quarantäne-Pflicht für Kontaktpersonen sind zudem Menschen, die in den letzten 90 Tagen eine Covid-19-Erkrankung überstanden haben. Sie hätten eine Immunität aufgebaut, hieß es zur Begründung. Die Bundesregierung hatte die Hauptstadtregion Prag in der vergangenen Woche aufgrund der steigenden Zahlen zum Risikogebiet erklärt und vor Reisen dorthin gewarnt.

14:13 Uhr | Lage in Garmisch-Partenkirchen

Nach dem starken Coronavirus-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen haben sich am Wochenende etwa 700 Menschen auf das Virus testen lassen. Wie viele sich infiziert haben, sei noch unklar, sagte ein Sprecher des Landratsamts am Montag. Das Landratsamt geht davon aus, dass der Ausbruch vor allem auf eine 26 Jahre alte Frau zurückgeht. Sie soll durch Kneipen gezogen sein und mehrere Menschen angesteckt haben. Nach Angaben der Behörde hatte sie schon Symptome und hätte die Ergebnisse ihres Tests zu Hause abwarten müssen.

Zwei Männer stoßen mit Weizenbiergläsern an. 4 min
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Die 26- jährige soll Dutzende Einwohner mit Covid- 19 angesteckt haben

MDR AKTUELL Mo 14.09.2020 13:22Uhr 03:34 min

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13:30 Uhr | Länder schalten neues Bildungsportal frei

Für Schüler, Eltern und die Lehrer gibt es ein neues digitales Bildungsangebot. Die Bundesländer haben das Portal "Mundo" heute freigeschaltet. Wie die Kultusministerkonferenz mitteilte, stellt es kostenlos Unterrichtsmaterial zur Verfügung. Die Internet-Adresse lautet mundo.schule . Es gibt Arbeitsblätter sowie Interaktion, Videos und Audio-Dateien. Das Audio- und Video-Material kommt von öffentlich-rechtlichen Sendern. Die Kultusminister erklärten, das Portal werde weiter ausgebaut und um neue Lerninhalte ergänzt.

13:09 Uhr | Sachsen-Anhalt: 29 neue Infektionen

Am Wochenende sind in Sachsen-Anhalt 29 neue Coronavirus-Fälle gemeldet worden. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden zwischen Freitag- und Montagvormittag zehn neue Fälle aus Halle, aus Magdeburg sieben und vier im Burgenlandkreis bekannt. Drei seien es in Dessau-Roßlau und zwei im Saalekreis gewesen sowie jeweils einer im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, im Bördekreis und im Jerichower Land.

12:00 Uhr | Bei der BA wird das Geld knapp

Die Corona-Krise reißt Milliardenlöcher in den Haushalt der Bundesagentur für Arbeit. Wie aus ihren Zahlen hervorgeht, gingen die Einnahmen von Januar bis August um mehr als 1,2 Milliarden Euro im Vergleich zur gleichen Zeit im Vorjahr zurück. Die Ausgaben stiegen dabei um knapp 17,4 Milliarden Euro, vor allem für Kurzarbeit und für die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge. In der gleichen Zeit im Vorjahr wurden für Kurzarbeitergeld gerade einmal 85,33 Millionen Euro ausgegeben. Es wird von der BA befristet gezahlt, wenn ein Betrieb zeitweise zu wenig Arbeit hat, seine Beschäftigten aber halten will.

Für Insolvenzgeld fielen bis August rund 736 Millionen Euro an – 31,5 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahr. Diese Leistung können gegen Arbeitslosgkeit versicherte Arbeitnehmer bekommen, wenn sich ihre Arbeitgeber in Zahlungsschwierigkeiten befinden. Da die Insolvenz-Anmeldefrist bis zum Herbst ausgesetzt ist, könnte hie bis Ende des Jahres noch einiges auf die Bundesarbeitsagentur zukommen.

11:23 Uhr | Russland meldet neue Infektionen

Russland hat 5.509 neue Infektionen in 24 Stunden gemeldet und insgesamt nun 1,06 Millionen Fälle seit Beginn der Pandemie, weltweit die vierthöchste Zahl. Die gemeldete Gesamtzahl von 18.635 Toten ist im Vergleich zur Infektionszahl geringer als in anderen Staaten.

10:00 Uhr | Eltern sehen Schulen schlecht vorbereitet

Die deutschen Schulen sind nach Ansicht vieler Eltern schlecht auf mögliche neue Schließungen wegen der Pandemie vorbereitet. Wie eine repräsentative Umfrage des Digitalbranchenverbands Bitkom ergab, bekommen die Schulen von Eltern schulpflichtiger Kinder im Schnitt nur die Schulnote 4,6 – "mangelhaft" – auf die Frage, wie die Vorbereitungen für einen möglichen neuen Lockdown beurteilt werden. Der Stand der Digitalisierung, nach Geräten, nach Internet-Anbindungen und digitalen Lerninhalten wird mit 4,2 als gerade "ausreichend" bewertet.

09:00 Uhr | Uni in Halle plant ihr neues Semester

Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist optimistisch, das Wintersemester wieder "normaler" angehen zu können. Noch ist nicht genau klar, wie es ab 1. Oktober weitergeht. Trotzdem soll es Rektor Christian Tietje zufolge kein reines Digital-Semester werden. Er sagte MDR AKTUELL: "Wir wollen, so viel wie es eben verantwortbar ist, wieder in Präsenz unterrichten", in Abhängikeit von aktuellen Entwicklungen. Es gebe dabei "gute Erfahrungen mit digitaler Lehre", weshalb "sich die Studierenden auch auf die digitalen Lehrinhalte freuen können". Nicht alle 20.000 können demnach gleich wieder zurück in Seminarräume und Hörsäle. Priorität liege erstmal auf den neuen ersten Semestern.

08:30 Uhr | Gymnasium in Weimar macht weiter

Im Weimarer Schillergymnasium ist der Unterricht für die zwölften Klassen wieder normal gestartet. Eine Schülerin hatte sich mit dem Coronavirus infiziert. Ein Kindergarten ist aber noch geschlossen.

08:17 Uhr | WHO warnt vor mehr Todesfällen im Herbst

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnten im Herbst auch in Europa die Zahlen der Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen wieder steigen. "Es wird härter werden", sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge der Nachrichtenagentur AFP. Die Zahl der Infektionen in Europa steigt bereits jetzt deutlich, während die Zahl der Todesfälle zunächst relativ stabil geblieben ist.

08:00 Uhr | Italien: Nach sechs Monaten wieder Schule

Nach sechs Monaten gehen rund acht Millionen Millionen Kinder und Jugendliche in Italien seit heute wieder in die Schule. Allerdings ist das Land auch mit Beginn des neuen Schuljahrs von normalem Unterricht noch weit entfernt: Unter anderem besteht Maskenpflicht, wofür die Behörden jeden Tag landesweit elf Millionen Masken für Schüler und Lehrer bereitstellen wollen. Italien war als eines der ersten Länder in Europa von der Pandemie getroffen worden – noch dazu sehr schwer. Anfang März wurden alle Schulen geschlossen.

07:14 Uhr | Indien will Impfstoff so schnell es geht

Die Regierung in Indien erwägt angesichts der schnell steigenden und hohen Infektionszahlen eine Beschleunigung des Zulassungsverfahrens für einen möglichen Impfstoff. Gesundheitsminister Vardhan sprach von einer Notfallgenehmigung. Insbesondere Senioren und Menschen in Umgebungen mit hohem Risiko sollten den Impfstoff zuerst erhalten. Der Zeitplan für die letzte Studienphase (Phase-III-Studien) könne durch die Erteilung einer Notfallgenehmigung verkürzt werden. Binnen 24 Stunden verzeichnete Indien zuletzt 94.372 neue Infektionen.

06:10 Uhr | Regelunterricht an Sekundarschule in Halle

An einer Sekundarschule in Halle beginnt nach der Coronavirus-Infektion eines Lehrers heute wieder der Regelunterricht. Oberbürgermeister Bernd Wiegand zufolge muss jedoch eine sechste Klasse zu Hause bleiben, weil bei einem Schüler der Klasse Sars-CoV-2 nachgewiesen worden sei. Bis alle Ergebnisse bekannt seien, befinde sich die Klasse in Quarantäne. Die Schule war am Freitag geschlossen worden, nachdem ein Lehrer positiv getestet worden war. Bei seinen Kontaktpersonen fielen die Tests negativ aus. Der infizierte Sechstklässler wurde nicht von ihm unterrichtet. Wie Wiegand weiter mitteilte, dürfen neben der sechsten Klasse acht weitere Schülerinnen und Schüler sowie ein Lehrer vorerst noch nicht in die Schule. Sie seien nicht zu den Tests erschienen und müssten erst einen Negativtest vorlegen.

06:00 Uhr | WHO meldet neuen Rekord an neuen Fällen

Die Weltgesundheitsorganisation hat erneut einen Rekord an neu gemeldeten Coronavirus-Infektionen innerhalb eines Tages registriert. Weltweit wurden denmnach zuletzt rund 308.000 Neuinfektionen gemeldet, die meisten in Indien, den USA und Brasilien. Seit dem Beginn der Pandemie sind weltweit mehr als 28,6 Millionen Infektionen gemeldet worden. Mehr als 917.000 infizierte Menschen starben.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. September 2020 | 06:00 Uhr