Coronavirus 10. August: Spahn gegen Rückkehr von Zuschauern in Fußball-Stadien

Die Bemühungen der Fußball-Bundesliga-Vereine für eine Rückkehr der Fans ins Stadion haben einen Dämpfer erhalten. Der Bundesgesundheitsminister hat sich gegen eine schnelle Rückkehr der Fans ausgesprochen. Bayern plant eine massive Ausweitung seiner Testkapazitäten. Der Bund stellt für Hygienemaßnahmen in den Kitas eine weitere Milliarde Euro bereit. Fachleute fordern bessere Strukturen für Familien. Die Entwicklungen im Ticker.

Red Bull-Arena in Leipzig ohne Fans
Vorerst werden Fußball-Fans wohl weiterhin nicht ins Stadion gehen können. Bildrechte: imago images / Poolfoto / Kevin Voigt, Jan Hübner

Unser Ticker am Montag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

20:37 Uhr | Corona-Fall beim 1. FC Magdeburg

Am Tag des Trainingsauftakt meldet Fußball-Drittligist 1. FC Magdeburg einen Corona-Fall. Das gaben der Verein am Montagabend bekannt. Das örtliche Gesundheitsamt schickte die gesamte Mannschaft, Trainerstab und einige Mitarbeiter vorsorglich bis auf Weiteres in häusliche Quarantäne. Die betroffene Person zeigt derzeit keine Symptome. Weitere Tests sollen zeitnah erfolgen. Über das weitere Vorgehen wird sich der 1. FCM mit dem Gesundheitsamt am Dienstag abstimmen.

20:09 Uhr | Gespäche über Corona-Test-Stelle am Flughafen Erfurt

Das Thüringer Gesundheitsministerium hat Gespräche über eine Corona-Teststelle am Flughafen Erfurt angekündigt. Eine Sprecherin sagte, man suche zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Flughafen nach einer Lösung. Dazu sei noch in dieser Woche ein Treffen geplant. Am Wochenende war auf dem Flughafen der Landeshauptstadt eine Maschine mit Passagieren aus einem Risikogebiet in Bulgarien gelandet. Für sie besteht eine Test-Pflicht. Nach Angaben des Ministeriums war das Gesundheitsamt vor Ort. Die Reisenden hätten sogenannte Aussteige-Karten ausgefüllt, damit Kontakte nachverfolgt werden könnten.

19:46 Uhr | Spahn gegen Rückkehr von Zuschauern in Fußball-Stadien

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen eine schnelle Rückkehr der Zuschauer bei den Spielen der Fußball-Bundesligen ausgesprochen. Spahn erklärte, tausende Zuschauer in den Stadien passten nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen. Man sollte keine vermeidbaren Risiken eingehen. Auch die Gesundheitsminister der Länder lehnten bei ihrer Konferenz die Pläne der Deutschen Fußball-Liga ab. Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilec Kalayci sagte, die Gesundheitsämter müssten sich derzeit um die Kontaktnachverfolgung von Urlaubern sowie um Ausbrüche an Schulen kümmern. Hier wolle man eine Überlastung vermeiden. Zudem sehe man die An- und Abreise bei den Spielen als problematisch an.

Die 36 deutschen Profi-Klubs hatten vorgeschlagen, bis Ende Oktober keine Stehplätze und keinen Alkohol bei Spielen zuzulassen. Bis Jahresende sollten sämtliche Kontakt-Daten gesammelt und auf Gäste-Fans verzichtet werden.

18:15 Uhr | Noch 2.000 Probanden für Tim-Bendzko-Konzert

Am 22. August sollen 4.000 Zuschauer in der Arena Leipzig ein Konzert des Musikers Tim Bendzko besuchen. Dabei geht es um eine Studie der Uni Halle, auch die Handballer des SC DHfK Leipzig sind involviert. Noch sind aber 2.000 Konzert-Tickets zu haben.

18:10 Uhr | Florian Schroeder: Corona-Leugner nicht verurteilen

Der Kabarettist Florian Schroeder trat bei einer Anti-Corona-Demo auf und sprach sich dort unter Buh-Rufen für mehr Meinungsfreiheit aus. Im Interview erklärt er, wie man sinnvoll ins Gespräch kommen kann.

17:11 Uhr | 7.000 Corona-Tests an NRWs Flughäfen am Wochenende

An Nordrhein-Westfalens Flughäfen sind am Wochenende rund 7.000 Reisende auf das Coronavirus getestet worden. Ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein erklärte, die Ergebnisse sollen bis Mittwoch vorliegen. Am größten Flughafen in NRW, in Düsseldorf, nahmen fast 3.000 ankommende Passagiere das Angebot wahr, sich direkt bei der Ankunft testen zu lassen. Am Flughafen Köln/Bonn wurden 2.700 Rachenabstriche genommen. Dort wurden seit dem 18. Juli 18.000 Reisende auf das Coronavirus getestet, 200 fielen positiv aus. Am Flughafen Dortmund wurden seit Samstag 1.070 Passagiere getestet, in Münster/Osnabrück waren es 135 Reisende.

Am letzten Ferienwochenende in NRW erfolgten allein in Düsseldorf rund 60 Landungen aus Risikogebieten. Der Großteil der Rückkehrer sei aus der Türkei gekommen, sagte ein Flughafensprecher am Sonntag.

15:45 Uhr | Entwarnung bei Atlético vor CL-Spiel gegen RB Leipzig

Bei Atlético Madrid ist vor dem Champions-League-Spiel gegen RB Leipzig die zweite Corona-Testreihe komplett negativ ausgefallen. Wie der spanische Fußball-Club mitteilte, gilt das auch für die zwei Spieler Angel Correa und Sime Vrsaljko. Bei ihnen hatte es bei einem Test am Samstag ein positives Ergebnis gegeben. Beide stehen unter häuslicher Quarantäne und dürfen nicht mit nach Lissabon reisen. Dort trifft Atlético am Donnerstag im Viertelfinale auf Leipzig.

14:30 Uhr | Corona-Schließung auch bei Schulstart in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein muss eine Grundschule beim heutigen Start ins neue Schuljahr coronabedingt geschlossen bleiben. In der Schule in Rantum hat sich eine Lehrerin infiziert. Die SPD-Landeschefin Serpil Midyatli übte scharfe Kritik an Bildungsministerin Karin Prien. Die CDU-Politikerin gehe einen einsamen Sonderweg, indem sie nur eine dringende Empfehlung zum Maskentragen in Schulen gebe. Midyatli betonte, zumindest in den sensiblen ersten zwei Wochen sei eine Maskenpflicht notwendig.

14:13 Uhr | Bayern plant flächendeckend Corona-Testzentren

In Bayern soll es bald in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt Corona-Testzentren geben. Ministerpräsident Markus Söder erklärte nach einer Kabinetts-Videokonferenz, die Menschen sollten sich schnell und unbürokratisch testen lassen können und dafür nicht mehr zum Arzt gehen müssen. Insgesamt sollen demnach rund 100 solcher Zentren eingerichtet werden.

Reiserückkehrer sollen laut Söder künftig zweimal testen lassen: Einmal an der Grenze beziehungsweise am Flughafen und ein zweites Mal fünf bis sechs Tage später im heimatlichen Kreis. Die Testkapazitäten sollen von derzeit 55.000 auf dann "weit über 200.000 pro Tag" ausgeweitet werden.

13:56 Uhr | Eine Milliarde zusätzlich für Kitas

Wegen der Corona-Risiken an Kitas stellt der Bund eine Milliarde Euro zusätzlich bereit. Das Geld soll an die Länder fließen, um die nötigen Hygienemaßnahmen umzusetzen. Mit dem Investitionsprogramm könnten etwa mobile Desinfektionsspender oder weitere Waschbecken angeschafft werden.

12:42 Uhr | Notfallsystem für Familien in Krisensituationen gefordert

Der Sozialverband Deutschland hat neue Strukturen und Notfallsysteme speziell für Familien in Krisensituationen gefordert. Präsident Adolf Bauer sagte mit Blick auf die sozialpolitischen Auswirkungen der Corona-Pandemie, dazu zählten Anlaufstellen für Schutzausrüstung und ein personeller Notfallpool. In der jetzigen Phase seien wichtige externe Hilfen weggebrochen, Familien seien auf sich allein gestellt. Besonders Frauen litten unter der Mehrfachbelastung durch Beruf, Kinderbetreuung und oftmals Pflege von Angehörigen.

11:25 Uhr | 383 Neuinfektionen am Sonntag gemeldet

Bundesweit sind am Sonntag 383 neue Coronavirus-Infektionen bestätigt worden. Das geht aus der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts "Risklayer" hervor.

Am Wochenende liegen die Zahlen üblicherweise deutlich niedriger als unter der Woche, da nicht alle Landkreise und kreisfreien Städte ihre Fallzahlen melden. Auch gestern taten das lediglich 29 Prozent. Der 7-Tage-Schnitt blieb wie am Samstag bei 831 Neuinfektionen täglich. Vor einer Woche lag dieser Wert noch bei durchschnittlich 706 Neuinfektionen pro Tag in einer Woche.

In Mitteldeutschland sind die Infektionen dagegen weiter auf einem niedrigen Niveau. Für Sachsen wurden neun neue Fälle gemeldet, für Thüringen zwei und für Sachsen-Anhalt einer.

10:18 Uhr | Baubranche mit weiter hohem Umsatz

Die deutsche Baubranche kommt bislang vergleichsweise gut durch die Corona-Krise. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stieg der Umsatz im Bauhauptgewerbe von Januar bis Mai um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich um 1,7 Prozent.

Zuletzt zeigte sich dennoch ein negativer Trend: im Mai sanken die Erlöse um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Wegen des hohen Umsatzniveaus zeige sich aber weiterhin kein eindeutiger Einfluss der Pandemie auf Umsatz und Beschäftigung, hieß es.

09:48 Uhr | Corona-Fälle an Rostocker Schule - 67 Menschen in Quarantäne

An einer Rostocker Schule müssen nach vier Corona-Fällen 67 Menschen in Quarantäne. Nach Angaben des örtlichen Gesundheitsamts haben sich die vier schulpflichtigen Kinder einer Familie offenbar bei einem Auslandsaufenthalt mit dem Coronavirus angesteckt. Erste Tests bei der Rückkehr hätten zunächst negative Befunde geliefert. Bei Nachkontrollen seien dann doch Ansteckungen zutage getreten. Für die gesamte Familie sowie für die Mitschüler und Lehrer der Kinder sei eine 14-tägige Quarantäne angeordnet worden. Die Schule bleibe aber weiter geöffnet. Im Gegensatz zu zwei Schulen in Ludwigslust und Graal-Müritz, die vergangene Woche wenige Tage nach Schulstart wegen Corona-Fällen wieder geschlossen wurden.

Wer bei der Rückkehr aus dem Urlaub negativ auf das Coronavirus getestet wird, muss zunächst nicht in Quarantäne. Kritiker der Regelung verweisen darauf, dass ein negatives Testergebnis erst nach Ende der Inkubationszeit tatsächlich aussagekräftig ist.

09:19 Uhr | Landratsamt übergab illegal Daten an Polizei

Das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat Daten von Corona-Infizierten und Kontaktpersonen ohne rechtliche Grundlage an die Polizei weitergegeben. Das geht aus einer Antwort des sächsischen Innenministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor. Danach wurden zu Beginn der Corona-Pandemie im März Namen und Anschriften von mehr als 100 Personen an die Polizeidirektion und ihre Reviere übermittelt. Inzwischen wurden die Daten gelöscht und der Datenschutzbeauftragte eingeschaltet. Die Linken-Abgeordnete Kerstin Köditz forderte eine umfassende Aufklärung der Vorgänge. Zudem sollten die Betroffenen darüber informiert werden.

08:12 Uhr | Paare ohne Trauschein können sich wieder besuchen

Deutschland hebt die Reisebeschränkungen für Paare ohne Trauschein ab heute wieder auf. Damit darf ein Partner aus einem Nicht-EU-Land in die Bundesrepublik einreisen. Voraussetzung ist laut Bundesinnenministerium eine auf Dauer angelegte Partnerschaft. Die könne beispielsweise durch einen vorherigen gemeinsamen Wohnsitz belegt werden.

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Mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner: München hat daher in der Innenstadt und auf stark besuchten Plätzen eine Maskenpflicht erlassen
Mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner: München hat daher in der Innenstadt und auf stark besuchten Plätzen eine Maskenpflicht erlassen Bildrechte: imago images / Ralph Peters

07:57 Uhr | Zwei Corona-Fälle bei Atlético Madrid

Bei Atlético Madrid, dem Leipziger Viertelfinalgegner in der Champions League, gibt es zwei positive Corona-Fälle. Das teilte der spanische Fußball-Erstligist gestern Abend mit. Die betroffenen Personen hätten sich sofort in häusliche Quarantäne begeben. Ob es sich um Fußballer oder Angestellte des Clubs handelt, ist nicht bekannt. Für das erste Team und die Delegationsmitglieder wurden neue Tests in die Wege geleitet. RB Leipzig soll am Donnerstag in Lissabon gegen Atlético um den Einzug ins Halbfinale kämpfen.

06:51 Uhr | Mehr als fünf Millionen Corona-Fälle in den USA

In den USA hat die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen die Marke von fünf Millionen überschritten. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität hervor. Damit sind die USA weiter das Land mit den höchsten Fallzahlen. Nach Ansicht vieler Experten dürfte die Dunkelziffer aber etwa zehn Mal höher liegen. Denn zum einen würden viele Erkrankungen wegen fehlender Symptome nicht erkannt. Zum anderen fehlten vielerorts Testmöglichkeiten.

06:35 Uhr | Konsequenz gegen Proteste auf B96

Kommunalpolitiker in der Oberlausitz fordern ein konsequenteres Vorgehen bei den Corona-Protesten entlang der Bundesstraße 96. Seit Wochen versammeln sich dort immer jeden Sonntag Hunderte Menschen, ohne diese Versammlungen vorher anzumelden. Der Linken-Landtagsabgeordnete Mirko Schultze sagte MDR AKTUELL, entweder müsse man gegen die Organisatoren vorgehen oder die Versammlung letztlich unterbinden. Die Bautzner SPD-Chefin Anja Hennersdorf erklärte, es handele sich nicht um spontane Versammlungen. So werde im Vorfeld mit Flyern und Zeitunganzeigen dafür geworben. Das Landratsamt Görlitz teilte MDR AKTUELL mit, konkrete Veranstalter seien bislang nicht zu ermitteln gewesen.

Auch gestern hatten sich im Bereich Zittau, Hoyerswerda und Bautzen laut Polizei bis zu 800 Menschen versammelt, um gegen die Corona-Politik der Bundesregierung zu protestieren. In den letzten Wochen waren dabei auch immer wieder Reichsflaggen und Nazi-Symbole zu sehen.

06:15 Uhr | Tourismusbranche trotz vieler Inlands-Urlauber verhalten

Sommerurlaub im eigenen Land steht bei den Deutschen aktuell hoch im Kurs. Nach Angaben des Deutschen Tourismusverbandes sind die Nord- und Ostsee sowie die Voralpen besonders gefragt. Dort seien die Preise für Übernachtungen um bis zu zehn Prozent gestiegen. Von einem Boom werde man in diesem Jahr unter dem Strich dennoch kaum sprechen können. Dazu waren dem Tourismusverband zufolge die Verluste während des Corona-Lockdowns zu groß.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. August 2020 | 06:00 Uhr