Coronavirus-Ticker 20. April: Kanzlerin Merkel ruft zur Wachsamkeit auf

Kanzlerin Angela Merkel warnt in der Corona-Krise vor zu schnellen Lockerungen und ruft zur Wachsamkeit und Disziplin auf. In Thüringen gilt ab Freitag Maskenpflicht. Telefonische Krankschreibungen bei Erkältungen sind nun doch weiter möglich. Und erstmals seit einem Monat wurden in Deutschland weniger als 2.000 neue Coronavirus-Infektionen registriert. Alle Informationen zur Pandemie im Liveticker.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), spricht bei einer Pressekonferenz
Bundeskanzlerin Angela Merkel rief auf einer Pressekonferenz zu Wachsamkeit und Disziplin auf. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Montag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie im Ticker am Dienstag. Bleiben Sie gesund!

23:32 Uhr | Weitere Proteste gegen Corona-Einschränkungen in den USA

Im US-Bundesstaat Pennsylvania haben hunderte Menschen gegen die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie demonstriert. In Harrisburg, der Hauptstadt des Bundesstaates, schlossen sich auch zahlreiche republikanische Politiker den Protestierenden an. "Unsere neue Normalität bedeutet nicht, dass wir unsere Freiheit für die Sicherheit unseres Landes opfern", sagte der Regionalabgeordnete Aaron Bernstine. Es könne nicht sein, dass die Menschen auf staatliche Zuwendungen angewiesen seien, um ihre Rechnungen zu begleichen.

22:30 Uhr | Haseloff kündigt Entscheidung über Maskenpflicht an

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie müssen auch die Sachsen-Anhalter damit rechnen, künftig einen Mund-Nasen-Schutz tragen zu müssen. Ministerpräsident Reiner Haseloff kündigte an, die Landesregierung werde am Dienstag über eine entsprechende Vorschrift beraten. Sollte sich das Kabinett dafür entscheiden, müssten die Sachsen-Anhalter von Donnerstag an beim Einkaufen und beim Fahren mit Bus und Bahn einen Mundschutz tragen.

22:03 Uhr | Über eine Million Briten im Zwangsurlaub

Britische Unternehmen haben bislang mehr als eine Millionen Angestellte in den Zwangsurlaub geschickt. Das teilte Finanzminister Rishi Sunak mit. Nach einer Studie des Enterprise Research Centre ist die Zahl der Firmenauflösungen im März 2020 im Vorjahresvergleich um 70 Prozent auf mehr als 21.000 gestiegen.

21:10 Uhr | Altmaier sieht Länder-Unterschiede kritisch

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich kritisch über die unterschiedlichen Regeln verschiedener Bundesländer bei der Lockerung von Corona-Beschränkungen geäußert. Der gemeinsame Beschluss von Bund und Ländern werde von allen umgesetzt, "aber es gibt einzelne Bundesländer, die das in der einen oder anderen Richtung modifizieren», sagte Altmaier in der Sendung "ARD Extra". Der CDU-Politiker ergänzte, er halte das für nicht optimal.

20:03 Uhr | Mundschutzpflicht in Thüringen

In Thüringen soll ab Freitag in allen Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr eine Maskenpflicht gelten. Das sagte Regierungssprecher Günter Kolodziej am Montagabend der Deutschen Presse-Agentur.

19:00 Uhr | Ölpreis tief in den Keller gerauscht

Inmitten der Coronavirus-Pandemie ist der Erdölpreis an der New Yorker Börse erstmals in seiner Geschichte ins Negative gerutscht. Der Preis der US-Referenzsorte WTI zur Lieferung im Mai durchbrach am Montag einen Negativrekord nach dem anderen und sank schließlich unter Null und lag bei minus 37,63 Dollar pro Barrel. Das bedeutet, dass Händler bereit waren, Käufern Geld zu bieten. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 hatte der Ölpreis einen Höhepunkt von 114 Dollar pro Barrel erreicht.

18:36 Uhr | Experte: Herkunft von Corona-Virus ist kaum zu klären

Der Leiter des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit, Thomas Mettenleiter, hält es für sehr schwierig, jemals die Herkunft des neuartigen Corona-Virus exakt nachzuweisen. Mettenleiter sagte MDR AKTUELL, trotz vielerlei Spekulationen gingen aber alle Experten davon aus, dass es keine Labormanipulation gegeben habe. Stattdessen deute vieles darauf hin, dass der Erreger aus einem tierischen Reservoir stamme, das wahrscheinlich mit Fledermäusen zu tun habe. Ob er von dort direkt auf den Menschen übergegangen sei oder über einen Zwischenwirt, das könne man im Moment noch überhaupt nicht sagen.

17:48 Uhr | Söder und Laschet für "Geisterspiele"

Markus Söder und Armin Laschet, die Ministerpräsidenten von Bayern und Nordrhein-Westfalen, halten Bundesliga-Geisterspiele ab 9. Mai für denkbar. Voraussetzung sei allerdings, dass es ein durchdachtes Konzept gebe, sagte Laschet im Live-Programm der "Bild".

Söder betonte, Spiele mit Zuschauerbeteiligung seien derzeit völlig undenkbar. "Auch Geisterspiele sind eine Gratwanderung", sagte Söder. Es sei aber denkbar, dass vielleicht ab dem 9. Mai frühestens eine solche Geisterrunde gespielt werden könne.

16:58 Uhr | Mundschutzpflicht in Erfurt

Mundschutz in der  Straßenbahn
In Jena gilt bereits eine Mundschutzpflicht. Bildrechte: dpa

Auch in Erfurt wird ein Mundschutz gegen die Corona-Pandemie Pflicht. Ein Stadtsprecher teilte mit, dies gelte ab Freitag in Geschäften, Bussen und Straßenbahnen, im Rathaus und in Bibliotheken. Die Stadt wappne sich damit für die Wiederöffnung der meisten Geschäfte ab Freitag. Eine weitreichende Mundschutz-Pflicht gilt in Thüringen schon in Jena und dem Landkreis Nordhausen. In Weimar gilt sie nur in der Stadtverwaltung.

16:30 Uhr | Medikamente und Impfstoffe im Test

Weltweit wird derzeit an 155 Medikamenten und 79 Impfstoffen zur Bekämpfung von Covid-19 gearbeitet. Das teilte das in Wien ansässige Austrian Institut for Health Technology Assessment mit. Das Institut erklärte, die meisten der in der Entwicklung befindlichen Medikamente hätten bereits eine Zulassung für andere virale Infektionen. Von den Impfstoff-Kandidaten sei bisher aber keiner über das Entwicklungsstadium hinausgelangt.

Als vielversprechend zur Behandlung von Covid-19 gelten unter anderem das Anti-Ebola-Mittel Remdesivir und das Anti-Malaria-Mittel Chloroquin.

16:17 Uhr | Mobile Teams sollen Gesundheitsämter unterstützen

Zur Unterstützung des öffentlichen Gesundheitsdienstes in der Corona-Krise will der Bund 105 mobile Teams aufstellen, schulen und einsetzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte an, sie würden vor Ort bei der Verfolgung von Kontaktpersonen helfen. Ab 22. April werde es eine Meldepflicht für Gesundheitsämter geben, die den Bundesländern mitteilen müssten, wenn sie diese Aufgabe noch nicht erfüllen könnten. Die Teams sollen dort einspringen, wo Bedarf besteht.

16:06 Uhr | Erster Tag der Maskenpflicht in Sachsen

Sachsen hat als erstes Bundesland eine Maskenpflicht beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln eingeführt. In Leipzig hielt sich ein Großteil der Bevölkerung an die neue Vorgabe. In Dresden bildete sich an der Ausgabestelle für Mund-Nasen-Schutz eine lange Schlage.

15:40 | Bundeskanzlerin Merkel ruft zur Wachsamkeit auf

Kanzlerin Angela Merkel warnt davor, mit voreiligen Öffnungen und Lockerungen "sehenden Auges" einen Rückfall in der Krise zu riskieren. Die Kanzlerin sagte in einer öffentlichen Ansprache, man müsse "wachsam und diszipliniert bleiben". Sie sage dies wissend um die Not vieler Menschen, etwa der Alleinerziehenden, der Gastronomie und der vielen Künstler, betonte Merkel. Man dürfe sich keine Sekunde in Sicherheit wiegen und stehe noch immer am Anfang. Sollten angesichts der Lockerungen die Infektionszahlen wieder stark steigen, wäre ein neuer "Shutdown" unvermeidlich.

15:09 Uhr | Telefon-Krankschreibung weiter möglich

Nach der massiven Kritik sind Telefon-Krankschreibungen wegen Erkältungen nun doch weiter möglich. Das teilte der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses im Gesundheitswesen, Josef Hecken, mit. Die Dauer einer telefonischen Krankschreibung soll demnach auf eine Woche begrenzt werden und könne "bei fortdauernder Erkrankung" einmal verlängert werden. Die entsprechende Sonderregelung sollte heute eigentlich auslaufen, wird nun aber doch noch einmal bis vorerst 4. Mai verlängert. Im Ausschuss sind Vertreter von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen vertreten.

14:45 Uhr | Bund übernimmt Kosten für Behandlung europäischer Corona-Patienten

Die Kosten für die Behandlung von Corona-Patienten aus anderen EU-Staaten in deutschen Kliniken übernimmt die Bundesrepublik. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, das habe das sogenannte Corona-Kabinett in seien Beratungen entschieden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sprach von "europäischer Solidarität". Nach Angaben des Auswärtigen Amts wurden bislang 229 Patienten aus anderen EU-Staaten zur Behandlung nach Deutschland gebracht, davon 130 aus Frankreich, 44 aus Italien und 55 aus den Niederlanden.

14:08 Uhr | Persönlich oder Telefonisch? Spahn will über Krankschreibungen nochmal reden

Jens Spahn
Gesundheitsminister Spahn. Bildrechte: dpa

Nach massiver Kritik am Auslaufen der telefonischen Krankschreibungen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Gespräche darüber angekündigt. Spahn verwies zwar darauf, dass die Entscheidung von der Selbstverwaltung von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen getroffen wurde. Dennoch werde man angesichts der Debatte das Gespräch mit der Selbstverwaltung suchen.

In der Corona-Krise war die Möglichkeit eingeführt worden, sich bei Erkältungssymptomen telefonisch krankschreiben zu lassen. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen hatte das am Freitag aber nicht mehr verlängert - gegen die Stimmen von Medizinern und Krankenhäusern. Arbeitnehmer, die sich wegen einer Erkältung krankschreiben lassen wollen, müssen seit heute wieder beim Arzt vorsprechen.

13:14 Uhr | Unicef bittet um Nothilfe für Nahost und Nordafrika

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef benötigt nach eigenen Angaben fast 85 Millionen Euro, um seine Nothilfeprogramme im Nahen Osten und in Nordafrika wegen der Coronavirus-Pandemie auszuweiten. In der Region, in der ohnehin so viele Kinder unter den Folgen von Konflikten und Krisen leiden wie nirgendwo sonst auf der Welt, könnten derzeit fast 110 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen, erklärte Unicef.

Die Organisation will nun unter anderem den Unterricht von zu Hause aus unterstützen. "Eine fehlende Grundversorgung, andauernde Konflikte, Armut, Entbehrungen und nun die Coronavirus-Pandemie treffen die am meisten benachteiligten Kinder am härtesten und machen ihr bereits schwieriges Leben unerträglich", erklärte der Unicef-Regionaldirektor Ted Chaiban.

13:10 Uhr | Mehr als 200.000 Infektionen in Spanien

In Spanien ist die Zahl der Coronavirus-Infektionen auf über 200.000 gestiegen. Das Gesundheitsministerium meldete einen Zuwachs um 4.266 auf 200.210 Infektionen. Das sind weltweit nach den USA die meisten Fälle. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 399 auf 20.852 und damit erneut etwas weniger als am Vortag zu.

12:24 Uhr | Bundesbank erwartet schwere Rezession

Silhouette eines Arbeiters neben Stahlstreben
Die Bundesbank erwartet, dass die deutsche Wirtschaft in eine schwere Rezession rutscht. Bildrechte: dpa

Die Virus-Krise stürzt die deutsche Wirtschaft aus Sicht der Bundesbank in eine schwere Rezession, von der sie sich nicht so schnell erholen wird. Bereits im ersten Quartal sei die Wirtschaftsleistung wahrscheinlich "breit angelegt und kräftig" geschrumpft, teilte die deutsche Notenbank in ihrem jüngsten Monatsbericht mit. Im zweiten Jahresviertel würden sich die wirtschaftlichen Einschränkungen noch erheblich stärker niederschlagen. Daher sei für das Frühjahrsquartal mit einem "weiteren massiven Rückgang der Wirtschaftsleistung" zu rechnen.

Wie stark die Rezession ausfallen wird, hängt aus Sicht der Bundesbank entscheidend davon ab, wann die wirtschaftlichen Einschränkungen weiter gelockert werden.

Substanzielle Restriktionen würden voraussichtlich bestehen bleiben müssen, bis eine medizinische Lösung verfügbar sei, zum Beispiel ein Impfstoff. "Eine rasche und starke wirtschaftliche Erholung erscheint aus diesem Grund aus gegenwärtiger Perspektive eher unwahrscheinlich", hieß es.

11:33 Uhr | Dresdner stehen Schlange für kostenlose Schutzmasken

Tausende Menschen haben am Montagmorgen vor dem Dresdner Rathaus für kostenlose Schutzmasken Schlange gestanden. Über mehrere hundert Meter standen die Bürger bis zum Rathaus, wo nach Angaben der Stadt rund 20.000 Mund-Nasenbedeckungen aus Stoff verteilt wurden. Pro Person wurde eine Maske ausgegeben – eine weitere durfte für Familienmitglieder mitgenommen werden. Insgesamt hat die Stadt rund 200.000 Masken geordert, die in den nächsten Tagen dezentral an Einwohner der Stadt verteilt werden sollen. Seit Montag gilt in Sachsen eine Pflicht des Mund-Nasen-Schutzes in Geschäften und dem öffentlichen Nahverkehr.

Mitarbeiter der Stadt Dresden verteilen vor dem Rathaus Mundschutzmasken
Die Schlange bei der kostenlosen Schutzmasken-Abgabe in Dresden. Bildrechte: dpa

11:26 Uhr | Forscher vermutet Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Corona-Todeszahlen

Ein Forscher vermutet einen Zusammenhang zwischen hohen Stickstoffdioxidwerten in der Luft und hohen Todeszahlen durch das Coronavirus. In einer am Montag veröffentlichten Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg heißt es, Regionen mit einer dauerhaft hohen Schadstoffbelastung hätten deutlich mehr Covid-19-Todesfälle als andere Regionen, was auf einen möglichen Zusammenhang hindeute. Stickstoffdioxid ist ein Schadstoff in der Luft, der die Atemwege des Menschen schädigt.

Für seine Arbeit kombinierte der Wissenschaftler Satellitendaten zur Luftverschmutzung und zu Luftströmen mit Daten zu bestätigten Todesfällen im Zusammenhang mit Covid-19. Ein Vergleich mit den Covid-19-Todesfällen in Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland zeigte demnach, dass vor allem jene Regionen hohe Todeszahlen aufweisen, in denen sowohl die Belastung mit Stickstoffdioxid besonders hoch als auch der vertikale Luftaustausch besonders gering ist.

10:53 Uhr | Bayern setzt Kita-Gebühren für drei Monate aus

Eltern in Bayern sollen zumindest für die kommenden drei Monate keine Kindergarten- oder Kita-Gebühren bezahlen müssen, solange diese wegen der Corona-Krise geschlossen sind. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder am Montag in einer Regierungserklärung an. Er finde, dass eine staatlich verordnete Schließung nicht zu einer finanziellen Belastung der Eltern führen dürfe, argumentierte er.

Wie lange die Betreuungseinrichtungen noch geschlossen sind, sagte Söder nicht. Mit der Regelung schafft das Bundesland allerdings die Voraussetzungen, um die Einrichtungen bis in den Sommer hinein geschlossen zu halten. Ab Montag will eine Arbeitsgruppe von Ländern, Bund und Experten Leitlinien erarbeiten, wie eine schrittweise Wiederöffnung der Kitas aussehen kann. Allerdings gehen die Meinungen dazu stark auseinander.

10:51 Uhr | Lehrerverband: Kommunen sollten Schulen Mundschutz bereitstellen

Der Präsident des deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hat die Kommunen aufgefordert, Mundschutz-Masken für Schüler und Lehrer bereitzustellen. Meidinger sagte, bislang sei die Zahl der Schüler und Lehrkräfte überschaubar, die in die Schulen zurückkehren dürften. Er wünsche sich, dass für diesen Personenkreis ein einfacher Mundschutz zur Verfügung gestellt werde. Außerdem brauche es Maßnahmen, um die Abstandsregeln auch in Bussen und an Haltestellen einzuhalten. Am Montag lief in einigen Bundesländern der Schulbetrieb wieder an, unter anderem in Sachsen.

Abiturienten am Gymnasium Dresden Klotzsche stehen vor Beginn der Konsultationen im Treppenhaus und tragen einen Mundschutz.
Abiturienten am Montag in Dresden. Bildrechte: dpa

10:34 Uhr | Auch Bayern führt Maskenpflicht in Läden und Nahverkehr ein

Nach Sachsen wird auch Bayern eine Maskenpflicht in Geschäften und dem öffentlichen Nahverkehr einführen. Von kommender Woche an sollen dort Mund-Nasen-Schutz oder auch Schals Pflicht sein, wie Ministerpräsident Markus Söder in einer Regierungserklärung im Landtag ankündigte.

10:29 Uhr | Merkel warnt vor "Öffnungdiskussionsorgie"

Kanzlerin Angela Merkel hat in der Konferenzschalte des CDU-Präsidiums vor einer "Öffnungsdiskussionsorgie" bei den Corona-Regelungen gewarnt. Das berichten mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Teilnehmer. Merkel wollte damit unterstreichen, dass sie sich große Sorgen mache, dass nur noch über Lockerungen gesprochen werde. Dabei sei die Gefahr der Corona-Infektionen weiter sehr hoch. "Der Abstand muss eingehalten werden", forderte sie den Teilnehmern zufolge. Alles weitere müsse am 30. April in dem nächsten Gespräch mit den Ministerpräsidenten entschieden werden.

09:50 Uhr | Weniger als 2.000 Neuinfektionen

In Deutschland sind am Sonntag erstmals seit mehr als einem Monat weniger als 2.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 gemeldet worden. Die Datenbank des "Risklayer"-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie registrierte 1.988 Meldungen der Gesundheitsämter über neue Corona-Fälle. Zuletzt lag diese Zahl am 16. März unter Grenze von 2.000. Damals waren es 1.780 neue Fälle.

So haben sich die Neuinfektionen pro Tag entwickelt:

Insgesamt stieg die Zahl der laborbestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland damit auf 145.798.

Institutionen wie "Risklayer" oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert veröffentlicht.

09:18 Uhr | Kipping warnt vor schneller Wiedereröffnung von Kitas

Vor einer Kita hängt in der Corona-Krise ein Schild mit der Aufschrift -Wir vermissen euch-.
Ein Schild an einer Kita in Barleben – derzeit ist völlig unklar, wann Kitas wieder komplett öffnen. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Vor dem Start der Bund-Länder-Beratungen zur Wiedereröffnung der Kitas hat Linken-Chefin Katja Kipping vor vorschnellen Lockerungen gewarnt. Kipping schlug im ZDF-"Morgenmagazin" vor, die Betreuung kleinerer Kinder "vielleicht erstmal im privaten Rahmen zu organisieren", anstatt rasch zu einer Normalbetreuung in den Kitas zurückzukehren. Zudem müsse über "materielle Hilfen" für betroffene Eltern und eine Erweiterung der Notbetreuung nachgedacht werden. Jeder müsse sich der "Gefahr bewusst sein", dass ein infiziertes Kind das Virus an alle anderen weitergeben könne.

Ab Montag soll eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe "Leitlinien und Empfehlungen zur schrittweisen Wiedereröffnung" erarbeiten. Dies hatten Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und ihre Länderkollegen vereinbart. Das Konzept soll sich auf die Zeit nach dem 4. Mai richten.

09:11 Uhr | Köpping: Mund-Nasen-Bedeckung ist Solidarität mit anderen Menschen

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping hat die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz im Freistaat verteidigt. Bei MDR AKTUELL sagte sie, dabei gehe es auch um Solidarität mit anderen Menschen. Sie erwarte zudem, dass sich ein solcher Schutz auch woanders durchsetzen werde. Gerade in der Anfangszeit sei es möglich, statt einer Maske auch einen Schal oder ein Tuch zu nehmen.

08:41 Uhr | Corona verändert Ramadan

Am 23. April beginnt der Ramadan. Doch im islamischen Fastenmonat wird dieses Mal vieles sehr anders sein.

08:41 Uhr | Deutschland will weitere Patienten aus EU aufnehmen

Die Bundesrepublik hat ihre Bereitschaft signalisiert, weitere Covid-19-Patienten aus anderen EU-Staaten aufzunehmen. "Europa steht auch in Krisenzeiten zusammen", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn. "Die Bereitschaft und die Kapazität, bei Bedarf weitere Patienten aufzunehmen, ist da." Die Behandlungskosten übernehme der Bund.

Nach Angaben des Ministeriums werden auf Intensivstationen in Deutschlands Krankenhäusern derzeit mehr als 200 schwerkranke Corona-Patienten aus europäischen Partnerländern wie Frankreich, Italien und den Niederlanden versorgt. Aktuell lägen Anfragen für etwa 40 weitere Personen vor.

Ein schwer kranker Covid-19-Patient wird am Mittwochnachmittag am Helios Klinikum in Leipzig aufgenommen
Ein aus Italien stammender Coronavirus-Patient am Leipziger Klinikum St. Georg. Bildrechte: dpa

08:20 Uhr | Kritik an Arztbesuch-Pflicht

Wer sich wegen einer Erkältung krankschreiben lassen will, muss ab heute wieder persönlich zum Arzt gehen. Eine vorübergehende Regelung für telefonische Krankschreibungen ist ausgelaufen – trotz Kritik von Medizinern und Krankenhäusern.

Kritisch äußerte sich auch Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD). Sie sagte, dieser Schritt erfolge zu früh. "Es ist nicht zu verantworten, wenn Covid-19-Erkrankte jetzt wieder in Wartezimmern sitzen", sagte die Ministerin, die in Sachsen-Anhalt den Pandemiestab zur Bewältigung der Corona-Krise leitet. Man dürfe die positive Entwicklung bei der Bewältigung der Corona-Pandemie nicht durch leichtfertige Entscheidungen wieder gefährden.

07:58 Uhr | Post will Sonntagszustellung

Die Deutsche Post will in der Corona-Krise Pakete auch sonntags zustellen dürfen. Der zuständige Betriebschef Thomas Schneider sagte der "WAZ", ein weiterer Tag wäre hilfreich, um der Flut der Pakete Herr werden zu können. Erste entsprechende Anträge etwa in Berlin seien aber abgelehnt worden. Die Post erwäge nun in weiteren Bundesländern Anträge zu stellen. Es gehe darum, "einen Kollaps des Paketsystems zu vermeiden".

DHL Paketlieferdienst
Wegen vieler Online-Bestellungen haben Paketboten derzeit viel zu tun. Die Post will deshalb auch sonntags zustellen dürfen. Bildrechte: imago/Geisser

07:41 Uhr | Alle Entwicklungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Unsere Kollegen aus den Landesfunkhäusern in Mitteldeutschland tickern auch heute wieder, was in ihren Ländern in der Corona-Krise passiert. Alle Informationen finden Sie hier:

07:26 Uhr | Konflikt um Eurobonds schwelt weiter

Am Donnerstag kommen die Staats- und Regierungschefs der EU wieder zu einem Krisengipfel zusammen. Dabei wird es auch um die umstrittenen Eurobonds, also gemeinsame Schuldenanleihen der EU-Staaten, gehen. Unter anderem Deutschland ist bisher dagegen – Italien, Frankreich und Spanien setzen sich aber vehement dafür ein. Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte forderte nun erneut mehr europäische Solidarität und gemeinsame Anleihen. "Wir erleben den größten Schock seit dem letzten Krieg", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Es brauche die "ganze Feuerkraft" der EU, und zwar über die Ausgabe gemeinsamer Anleihen. Dabei gehe es nicht darum, "vergangene oder zukünftige Schulden zu vergemeinschaften, sondern nur darum, dass wir alle zusammen diesen außerordentlichen Einsatz leisten".

07:17 Uhr | Tschechien will Grenze lange geschlossen halten

Tschechien will seine Grenzen ein ganzes Jahr lang geschlossen halten. Das kündigte Staatspräsident Milos Zeman in einem Radiointerview an. Man dürfe keine neue Infektionswelle dadurch hervorrufen, dass Bürger in andere Länder reisten, in denen die Corona-Pandemie noch nicht vorbei sei. Zeman empfahl den Tschechen stattdessen, in diesem Sommer die Schönheiten ihres eigenen Landes zu entdecken. Die Tourismusindustrie hatte dagegen gefordert, im Sommer zumindest wieder Reisen in die beliebten Urlaubsländer Slowakei und Kroatien zu erlauben.

07:14 Uhr | VW fährt Produktion langsam wieder hoch

Der Autobauer VW will seine Werke langsam wieder hochfahren. Als erstes startet das Werk in Zwickau. Wie Volkswagen mitteilte, beginnen heute die Vorbereitungen. Wiederanlaufen werde das Band am Donnerstag. Die 8.000 Mitarbeiter würden dann schrittweise an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Bis Anfang Mai sei aber der Großteil weiterhin in Kurzarbeit.

Den europaweiten Auftakt macht das VW-Werk im slowakischen Bratislava. Dort laufen die Bänder bereits heute wieder an. In Sachsen nimmt ab Donnerstag auch das Motorenwerk in Chemnitz seine Arbeit wieder auf. In den Werken Wolfsburg, Emden, Dresden und Hannover soll es den Angaben zufolge am 27. April losgehen.

07:04 Uhr | Schwere Zeit für Azubis

Auszubildende sind stark betroffen von der Corona-Krise. Die Theorie-Ausbildung läuft auf Sparflamme – und die Praxis auch.

06:58 Uhr | Seit elf Tagen keine Neuinfektionen in Jena

In Jena sind den elften Tag in Folge keine neuen Corona-Infektionen bestätigt worden. Das teilte die Stadt am Abend mit. Die Zahl der Fälle stagniert damit weiterhin bei 155. Davon gelten 80 Prozent wieder als genesen. Jena hatte bereits zu Beginn der Pandemie strenge Corona-Schutz-Regeln angeordnet. Bereits seit Anfang des Monats gilt etwa eine Mundschutzpflicht beim Einkaufen, im Nahverkehr und in Gebäuden mit Publikumsverkehr.

06:50 Uhr | Frankreich erlaubt wieder Besuche in Pflege- und Altenheimen

In Frankreich sind ab heute wieder Besuche in Alten- und Pflegeheimen erlaubt. Das gab der französische Gesundheitsminister Olivier Véran bekannt. Er nannte zugleich Einschränkungen. So dürfen nicht mehr als zwei Angehörige gleichzeitig einen Bewohner besuchen. Außerdem sei körperlicher Kontakt weiterhin verboten. In Frankreich hatte sich das Coronavirus in Pflegeheimen besonders stark ausgebreitet. Zeitweise war etwa die Hälfte aller Einrichtungen betroffen.

06:37 Uhr | Polizei: Maskenkontrolle Sache der Einzelhändler

In Sachsen gilt ab heute eine Mundschutzpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Hagen Husgen, sagte MDR AKTUELL, die Polizei werde ein Augenmerk darauf legen, dass die Auflagen eingehalten würden. Es sei aber nicht ihre Aufgabe, vor jedem Supermarkt und jedem Baumarkt zu stehen und zu schauen, ob die Leute einen Mundnasenschutz aufhätten. Das sei Sache der Einzelhandelseinrichtungen.

Als Alltagsmaske akzeptiert wird jeder Schutz vor Mund und Nase. Das können auch eine selbstgemachte Maske, ein Schal oder ein Tuch sein.

06:34 Uhr | Erste Lockerungen bei Corona-Regelungen in Kraft

Mit dem Beginn der neuen Woche treten in Deutschland die ersten Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen in Kraft. Viele Bundesländer erlauben ab heute wieder das Einkaufen in Geschäften, deren Ladenfläche kleiner als 800 Quadratmeter ist. In Sachsen dürfen auch Bau- und Gartenmärke wieder öffnen, in Thüringen die Bibliotheken. In Sachsen beginnt zudem die schrittweise Wiederaufnahme des Schulbetriebs - zunächst nur für Abschlussklassen.

Kanzleramtschef Helge Braun appellierte an die Menschen, die Lockerungen mit Bedacht zu nutzen. Man müsse das Verhalten auch am Arbeitsplatz und im öffentlichen Raum so anpassen, dass Ansteckungen so weit wie möglich vermieden würden.

Barrierefreiheit

Mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner: München hat daher in der Innenstadt und auf stark besuchten Plätzen eine Maskenpflicht erlassen
Mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner: München hat daher in der Innenstadt und auf stark besuchten Plätzen eine Maskenpflicht erlassen Bildrechte: imago images / Ralph Peters

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 18. April 2020 | 00:00 Uhr