Coronavirus-Ticker 22. Juni: Sorgen wegen steigender Infektionszahlen

In einer vierten Schule in Mittelsachsen ist ein Corona-Fall aufgetreten. Mit steigenden Infektionszahlen wächst die Sorge vor einer zweiten Pandemie-Welle. Weltweit gibt es nach WHO-Angaben so viele Infektionen wie noch nie. Auch in Deutschland hat die Virus-Reproduktion zugenommen. Beim Fleischproduzenten Tönnies sind weitere Mitarbeiter positiv getestet worden.

Fotomontage - Symbolbild zur Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland - Virus mit Menschenmenge.
Angesichts wieder steigender Infektionszahlen wächst die Sorge, dass eine zweite Welle der Pandemie bevorsteht. Bildrechte: imago images/Ralph Peters

Unser Ticker vom Montag endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse! Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie in unserem Ticker am Dienstag.

22:11 Uhr | Pandemie Schwerpunkt der EU-Präsidentschaft

Die große Koalition will sich in der am 1. Juli beginnenden deutschen EU-Ratspräsidentschaft ganz der Überwindung der Corona-Pandemie und ihrer Folgen widmen. Die Pandemie sei eine "schicksalshafte Herausforderung", heißt es in einem Beschluss der Spitzen von CDU, CSU und SPD, der nach den zweieinhalbstündigen Beratungen im Kanzleramt am Abend veröffentlicht wurde. "Leitgedanken" der deutschen Ratspräsidentschaft seien eine dauerhafte Überwindung der Covid-19-Pandemie und die wirtschaftliche Erholung. Europa müsse stärker, innovativer, gerechter und nachhaltiger werden.

20:50 Uhr | Pilgerzahl bei Hadsch-Wallfahrt wird begrenzt

Wegen des weiteren Anstiegs der Corona-Zahlen begrenzt Saudi-Arabien die Zahl der Pilger bei der diesjährigen muslimischen Wallfahrt Hadsch drastisch. Das saudische Hadsch-Ministerium teilte mit, teilnehmen dürfe in diesem Jahr nur eine "sehr begrenzte Zahl" von Gläubigen, die sich bereits im Land aufhalte. Die Hadsch beginnt in diesem Jahr Ende Juli. 2019 hatten mehr als zwei Millionen Gläubige an der Wallfahrt teilgenommen. Rund 1,8 Millionen Muslime reisten dafür aus dem Ausland an.

19:39 Uhr | Weitere Corona-Nachweise bei Tönnies

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies im Werk Rheda-Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der nachweislich Infizierten weiter gestiegen. Der Leiter des Krisenstabes im Kreis Gütersloh, Thomas Kuhlbusch, sagte, es gebe 1.553 positive Befunde von den Personen, die unmittelbar im Werk tätig seien. Insgesamt seien 6.650 Proben genommen worden. Gestern hatte die Zahl der bestätigten Infektionen noch bei 1.331 gelegen.

Ein Lockdown im Kreis Gütersloh wird damit immer wahrscheinlicher. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sagte am Abend dem Sender ntv, es werde noch darüber im Krisenstab beraten, es gehe aber in die Richtung eines Lockdowns. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte einen kurzen Lockdown mit massiven Tests in der Region. Er warnt vor einem freien Reiseverkehr der Menschen aus der Region Gütersloh.

18:37 Uhr | Lissabon führt wieder Beschränkungen ein

Die portugiesische Regierung führt wegen mehrerer neuer Corona-Infektionsherde wieder Beschränkungen in der Hauptstadt Lissabon ein. Wie Portugals Ministerpräsident Antonio Costa mitteilte, sind in Lissabon ab morgen wieder Versammlungen von mehr als zehn Personen verboten. Cafés und Geschäfte müssen um 20 Uhr schließen. In Portugal wurden örtlichen Medienberichten zufolge zwischen dem 21. Mai und dem 21. Juni mehr als 9.000 neue Coronavirus-Infektionen registriert, die meisten davon in Lissabon und angrenzenden Regionen.

17:30 Uhr | New York lockert weitere Beschränkungen

Nachdem die Corona-Fallzahlen in den vergangenen Wochen deutlich nach unten gegangen sind, hat in der Millionenmetropole New York am Montag die zweite Phase der Lockerungen begonnen. Damit dürfen unter Einhaltung von Masken-, Abstands- und Hygieneregeln unter anderem Büros, Friseure und Geschäfte wieder öffnen und Restaurants draußen Gäste bewirten. Außerdem dürfen beispielsweise Makler ihren Kunden Wohnungen und Häuser wieder vor Ort zeigen.

Der Bundesstaat New York mit rund 19 Millionen Einwohnern, in dem die gleichnamige Millionenmetropole liegt, ist von der Coronavirus-Pandemie schwer getroffen worden. Mehr als 390.000 Menschen haben sich bislang mit dem Virus infiziert, rund 30.000 Infizierte sind gestorben.

16:26 Uhr | Vierte Einrichtung in Mittelsachsen betroffen

Nach den festgestellten Corona-Fällen in Schulen in Augustusburg und Penig sowie einem Hort in Roßwein ist jetzt eine vierte Schule im Landkreis Mittelsachsen betroffen. Im Samuel-von-Pufendorf-Gymnasium Flöha trat ein Corona-Fall auf. Morgen sollen alle Lehrer und die Schüler des betroffenen Jahrgangs auf das Coronavirus getestet werden.

15:37 Uhr | Wieder Maskenpflicht in Bulgarien

Nach einem Anstieg der Neuinfektionen in der vergangenen Woche ordnet Bulgarien die Maskenpflicht für alle geschlossenen öffentlichen Räume wieder an. Erst zehn Tage zuvor hatte Gesundheitsminister Kiril Ananiew das Tragen von Mund- und Nasenschutz in Innenräumen als "sehr empfehlenswert", aber nicht obligatorisch eingestuft. Nun muss die Bevölkerung Masken auch wieder in Geschäften, Kinos, Theatern und bei Sportveranstaltungen tragen. Ein Abstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen ist ebenfalls Pflicht.

14:49 Uhr | Sorge vor zweiter Welle

Die steigenden Infektionszahlen weltweit und in Deutschland heizen die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle mit dem Coronavirus an. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte zuletzt die höchste Ansteckungsrate während der Pandemie weltweit gemeldet. In Deutschland stieg der Reproduktionswert deutlich an. Der 4-Tage-R-Wert lag laut RKI zuletzt bei 2,88. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel fast drei weitere Personen ansteckt. Angestrebt wird langfristig ein Wert unter 1.

Auch die Börsen reagierten heute auf die steigenden Werte. So investierten viele Anleger in die "Krisen-Währung" Gold. Der Preis für eine Feinunze stieg auf 1758,35 Dollar, er liegt damit noch etwa sechs Dollar unter seinem siebeneinhalb-Jahres-Hoch vom Mai. Bundesanleihen waren ebenfalls gefragt.

Gleichzeitig bereiten sich innerhalb der EU Kliniken auf eine zweite Infektionswelle vor, indem Reservekräfte ausgebildet und mobil gemacht werden. "Wir brauchen eine Gesundheitsarmee", sagte der neu gewählte Präsident der Europäischen Gesellschaft für Intensivmedizin (ESICM), Maurizio Cecconi. Von einer "sicheren zweiten Welle" spricht Südkorea. Man sei bereits mittendrin.

13:19 Uhr | Bundesregierung fordert Eindämmung

Die Bundesregierung ist wegen der Coronavirus-Infektionen beim Fleischverarbeiter Tönnies im Kreis Gütersloh besorgt. Es handele sich um einen massiven Ausbruch, der ernst genommen werde, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert: "Es ist jetzt alles zu tun, um den Ausbruch einzudämmen." SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte vor Reiseverkehr aus der Region. Er sagte der "Rheinischen Post" von morgen: "Ich bin sicher, dass deutlich mehr Menschen außerhalb der Mitarbeiterschaft inzwischen infiziert sind."

Bislang stehen nur Tönnies-Mitarbeiter und deren Angehörige unter Quarantäne. Im Werk in Rheda-Wiedenbrück wurden schon mehr als 1.330 Infektionen festgestellt. Das Robert Koch-Institut schickte drei Epidemiologen und Helfer, um das Gesundheitsamt des Kreises bei der Nachfolgerung von Kontakten unterstützen.

12:55 Uhr | Antikörper könnten kurzlebig sein

Die Zahl der Antikörper im Blut genesener Covid-19-Patienten kann einer chinesischen Studie zufolge in zwei bis drei Monaten erheblich sinken. Bei der im Fachmagazin "Nature Medicine" veröffentlichten Untersuchung wurde das bei symptomatischen Patienten wie auch bei Infizierten ohne Symptome festgestellt. Forscher unter anderem der Medizinischen Universität Chongqing hatten 37 symptomatische und 37 asymptomatische Patienten untersucht. Die Studie wirft neue Fragen über eine etwaigen Immunität gegen das Coronavirus auf.

12:48 Uhr | 11,7 Millionen Nutzer der Corona-Warn-App

Bislang haben sich nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert 11,7 Millionen Smartphone-Nutzer in Deutschland die Corona-Warn-App auf die Geräte geladen. Rund 85 Prozent der hierzulande genutzten Geräte könnten die App nutzen, bei älteren Versionen der Betriebssysteme sei dies nicht möglich. Es werde aber von den Entwicklern geprüft, ob sich dies ändern lasse. Die App soll Hinweise auf potenzielle Kontakte mit Coronavirus-Infizierten geben.

12:21 Uhr | BDI kritisiert Curevac-Einstieg des Bundes

Der Bundesverband der Deutschen Industrie kritisiert den Einstieg des Bundes bei der Curevac AG in Tübingen. Diese entwickelt einen Corona-Impfstoff und hat die Zulassung für eine klinische Studie.

Ein Mann pipettiert in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens CureVac eine blaue Flüssigkeit.
Auch die USA hatten Interesse an dem Unternehmen. Bildrechte: dpa

Es brauche transparente Verfahren, sagte BDI-Chef Joachim Lang. Nur so lasse sich der Anschein von Willkür vermeiden. Debatten um die Impfstoff-Verteilung seien gut, aber "kein Freifahrtschein".

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte mitgeteilt, die Förderbank KfW übernehme für 300 Millionen Euro rund 23 Prozent der Curevac-Anteile. Ziel sei es, dem Unternehmen, das mehrheitlich Dietmar Hopp gehört, finanzielle Sicherheit zu geben. Auf Geschäfte nehme der Staat keinen Einfluss. Im März hatte es Verstimmung zwischen den USA und der Bundesregierung über ein Exklusiv-Angebot der US-Regierung für Curevac gegeben.

12:07 Uhr | Stoff soll Virus neutralisieren können

Das israelische Startup-Unternehmen Sonovia hat positive Laborergebnisse mit einem das Virus neutralisierenden Stoff erzielt. Tests hätten gezeigt, dass das in den Masken verwendete waschbare Gewebe mehr als 90 Prozent des Coronavirus neutralisiert habe, teilte Sonovia mit. Die Firma geht davon aus, den Stoff noch so weit zu bringen, dass er fast 99 Prozent schaffe. Die wiederverwendbaren antiviralen Masken seien mit Nanopartikeln von Zinkoxid beschichtet, die Bakterien, Pilze und Viren zerstören. Nach Tests in China plant Sonovia weitere in einem zertifizierten Labor in Deutschland.

11:56 Uhr | WHO: Politisierung verschlimmert Pandemie

Die Weltgesundheitsorganisation sieht eine Politisierung der Coronavirus-Pandemie, die alles verschlimmert habe. Diese Kritik äußerte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einem virtuellen Forum des "Weltregierungsgipfels" in Dubai vor Vertretern von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Politische Interessen behinderten effektive Maßnahmen gegen das Virus.

11:00 Uhr | Südkorea spricht von zweiter Infektionswelle

Die Gesundheitsbehörden in Südkorea sprechen erstmals von einer zweiten Infektionswelle im Land. Man sei mitten drin, hieß es vom Zentrum für Krankheitskontrolle und Vorsorge. Es hatte zuvor stets erklärt, dass die erste Welle im Land nie wirklich aufgehört habe. Nun sei aber klar geworden, dass um die Feiertage Anfang Mai eine neue Welle begann. Infektionen gibt es nun vor allem im Großraum der Hauptstadt Seoul, die zuvor nur wenige Fälle hatte.

10:25 Uhr | Neuinfektionen in Deutschland am Wochenende

Am vergangenen Wochenende haben die Kreise und Städte in Deutschland insgesamt 915 Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet (Samstag: 556; Sonntag: 359). Das geht aus der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts "Risklayer" hervor. Allerdings haben am Samstag und Sonntag jeweils nur knapp 30 Prozent der Landkreise und Städte aktuelle Fallzahlen gemeldet. Im Vergleich zum vorigen Wochenende hat sich die Zahl der Neuinfektionen damit mehr als verdoppelt. Das hängt vor allem mit lokalen Ausbrüchen zusammen. Allein für den Kreis Gütersloh gingen mehr als 350 Fälle im Tönnies-Schlachtbetrieb in die Statistik ein. Insgesamt gint es dort schon mehr als 1.300 Fälle, was sich in den nächsten Tagen noch statistisch auswirken dürfte.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag laut Robert Koch-Institut zuletzt bei 2,88 (berücksichtigt der Datenstand vom 21. Juni, 00:00 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel fast drei weitere Personen ansteckt. Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf eine längere Zeit und unterliegt weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzung lag dieser Wert bei 2,03. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, muss er langfristig unter 1,00 gehalten werden. Der Anstieg kommt laut RKI ebenfalls durch die lokalen Ausbrüche zustande: Bei einer generell niedrigen Zahl an Neuinfektionen schwanke der R-Wert stärker.

Institutionen wie "Risklayer" oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind oftmals aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert veröffentlicht.

09:22 Uhr | Sachsen will Großveranstaltungen ermöglichen

Sachsen will große Veranstaltungen unter bestimmten Auflagen bereits ab September wieder möglich machen. Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) sagte der "Sächsischen Zeitung" von heute: "Wir wollen in Sachsen, dass Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern mit Hygienekonzepten und Nachverfolgbarkeit ab September wieder beginnen können." Bund und Länder hatten vereinbart, dass Großveranstaltungen noch bis mindestens Ende Oktober verboten bleiben, Ausnahmen aber möglich sein sollen.

09:07 Uhr | Vorbereitung auf zweite Infektionswelle

In der EU bereiten sich Kliniken auf eine zweite Infektionswelle vor, indem Reservekräfte ausgebildet und mobil gemacht werden. "Wir brauchen eine Gesundheitsarmee", sagte der neu gewählte Präsident der Europäischen Gesellschaft für Intensivmedizin (ESICM), Maurizio Cecconi. Der Chef der Intensivstation eines Krankenhauses in Mailand erklärte: "Wenn es eine weitere große Welle gibt, sollten wir bereit sein, Ärzte und Krankenschwestern aus nahe gelegenen Regionen Italiens einzusetzen." Der noch amtierende ESICM-Präsident Jozef Kesecioglu verwies darauf, dass viele Mediziner und Pflegekräfte in der ersten Welle einen Schnellkurs im Umgang mit Covid-19-Patienten bekamen und nun ausführlicher geschult werden sollten.

08:52 Uhr | Kein Festspielsommer in Wernigerorde

In Wernigerode im Harz gibt es in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie keinen Festspielsommer. Das teilte Philharmonische Kammerorchester der Stadt jetzt auf seiner Internetseite mit. Man habe nach einer Risikoabwägung alle Veranstaltungen der Wernigeröder Schlossfestspiele abgesagt. Die Rückgabe der Karten werde nun abgewickelt, hieß es. Das sei über ein Online-Formular möglich. Dabei gebe es auch die Möglichkeit, den Karten-Wert ganz oder in Teilen zu spenden. Geplant war die 25. Ausgabe der Schlossfestspiele vom 1. August bis 6. September.

Aussicht auf Schloss Wernigerode
Das Wernigeröder Schloss: Die 25. Ausgabe der Schlossfestspiele ist abgesagt. Bildrechte: imago images / imagebroker / Andreas Vitting

07:54 Uhr | Bayern hat die meisten Kurzarbeiter

In Bayern gibt es nach Angaben des Ifo-Instituts die meisten Kurzarbeiter. Wegen der Coronakrise waren dort laut einer Umfrage der Forscher im Mai 1,469 Millionen Menschen in Kurzarbeit, etwa 26 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. In Nordrhein-Westfalen waren es demnach 1,466 Millionen oder 21 Prozent, in Baden-Württemberg 1,09 Millionen oder 23 Prozent. "Gerade in den Ländern mit bedeutender Automobil- und Zuliefererindustrie wird besonders viel Kurzarbeit gefahren", sagte Ifo-Arbeitsmarkt-Experte Sebastian Link. Insgesamt schätzt das Institut die Kurzarbeiter-Zahl im Mai auf etwa 7,3 Millionen. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet für 2020 im Jahresdurchschnitt mit 2,2 Millionen Kurzarbeitern.

06:48 Uhr | Heil macht Tönnies verantwortlich

Der Fleischkonzern Tönnies wird laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) für Schäden durch den Coronavirus-Ausbruch im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück haften müssen. "Es muss eine zivilrechtliche Haftung des Unternehmens geben", sagte Heil. Der Konzern habe mit Verstößen gegen den Infektionsschutz "eine ganze Region in Geiselhaft genommen" und neben den eigenen Beschäftigten die "öffentliche Gesundheit" gefährdet. Den "Unmut" im Kreis Gütersloh könne er "gut verstehen".

Nach Angaben des Kreises wurden die Reihentests im Tönnies-Werk am Wochenende abgeschlossen. Demnach lagen zunächst 5.899 Befunde vor. Davon waren 1.331 positiv, also mehr als ein Fünftel. Die komplette Tönnies-Belegschaft steht derzeit unter Quarantäne. Auch stehen allgemeine Ausgangsbeschränkungen für den Kreis Gütersloh im Raum. Weiter unterwegs sind mobile Teams, die in Städten und Gemeinden des Kreises die Haushaltsangehörigen von Tönnies-Mitarbeitern testen.

05:55 Uhr | Händler: Geben Mehrwertsteuersenkung weiter

Der Handelsverband Deutschland geht davon aus, dass Einzelhändler die geplante Mehrwertsteuersenkung an die Kunden weitergeben. Als Grund nannte Verbandssprecher Stefan Hertel bei MDR AKTUELL den harten Wettbewerb in der Branche. Kein Händler könne es sich leisten, hinterherzuhinken. Der Wirtschaftsexperte Erik Maier von der Handelshochschule in Leipzig geht nicht von einem stärkeren Wettbewerb im Einzelhandel aus. Er meinte, die als Konjunkturhilfe in der Corona-Krise gedachte Mehrwertsteuersenkung werde in der Masse der Preisveränderungen untergehen.

04:33 Uhr | Weniger neue Infektionen in China

Nach dem neuen Coronavirus-Ausbruch in Peking hat die chinesische Hauptstadt am Montag neun weitere Infektionen gemeldet - die geringste Zahl von täglichen neuen Infektionen, seit vor zwölf Tagen der Ausbruch auf einem Großmarkt der Stadt bekannt geworden war. Als Reaktion auf den neuen Ausbruch hatten die Behörden vergangenen Dienstag die zweithöchste Sicherheitsstufe ausgerufen, womit Peking teilweise abgeriegelt wurde. Landesweit meldete China am Montag insgesamt 18 neue Infektionen. Darunter seien sieben "importierte" Infektionen bei Menschen während der Einreise nach China nachgewiesen worden.

02:02 Uhr | Spahn will Reformen in den Krankenhäusern

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will mit einem umfassenden Umbau der Krankenhauslandschaft Lehren aus der Coronavirus-Pandemie ziehen. In einem Interview für die Zeitungen der "Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft" sagte Spahn, er wolle, dass der Gesundheitsausschuss des Bundestags zusammen mit Experten eine große Evaluation erarbeite, "aus der wir für die nächste vergleichbare Situation lernen können". Er sprach dabei von der Notwendigkeit, die Krankenhauslandschaft zu restrukturieren.

01:05 Uhr | WHO meldet Rekord bei neuen Fällen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den bisher stärksten Anstieg der Zahl von Coronavirus-Fällen an einem Tag weltweit gemeldet. Die Gesamtzahl der neuen Infektionen stieg demnach um 183.020 an. Laut dem täglichen WHO-Bericht meldeten Nord- und Südamerika mit mehr als 116.000 die meisten neuen Fälle. Weltweit sind laut WHO mehr als 8,7 Millionen Menschen erkrankt und mehr als 461.000 an den Folgen von Covid-19 gestorben.

00:38 Uhr | Mehr als eine Million Infizierte in Brasilien

Brasilien hat nach offiziellen Angaben mehr als eine Million Coronavirus-Infizierte und mehr als 50.000 Todesopfer registriert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums lag die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie bestätigten Fälle bei 1.085.038 insgesamt. Das Land hat nach den USA weltweit die meisten Covid-19-Infektionen und Todesfälle. Dabei wird in Brasilien viel weniger getestet als in den USA, weshalb Gesundheitsexperten davon ausgehen, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegen könnte.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Juni 2020 | 13:00 Uhr