Coronavirus-Pandemie Ticker: Tschechien greift zu harten Maßnahmen

Aufgrund der hohen Zahlen verschärft Tschechien die Regeln. Der Erzgebirgskreis hat den kritischen Wert überschritten. Beim Corona-Management in Ischgl sind nach Ansicht von Experten schwere Fehler passiert. Der Deutsche Städtetag will, dass das von mehreren Bundesländern verhängte Beherbergungsverbot wieder abgeschafft wird. In China wird eine ganze Stadt mit mehr als neun Millionen Einwohnern auf das Virus getestet. Die aktuellen Entwicklungen finden Sie in unserem Ticker.

Ein Mann mit Gehstöcken trägt einen Mund-Nasen-Schutz und geht über die Karlsbrücke.
Die Karlsbrücke in Prag während der Corona-Pandemie Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Montag, den 12. Oktober 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zur Pandemie und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:50 Uhr | Tschechien macht Schulen und Kneipen dicht

Wegen der hohen Corona-Zahlen wird Tschechien das öffentliche Leben drastisch einschränken. Ministerpräsident Andrej Babis teilte am späten Abend mit, ab Mittwoch würden alle Schulen geschlossen. Auch Restaurants blieben bis voraussichtlich Anfang November zu. Kitas und Geschäfte bleiben weiter offen. Zugleich wird das Trinken von Alkohol an öffentlichen Orten verboten. Versammlungen in der Öffentlichkeit werden auf maximal sechs Personen begrenzt.

Wir haben nur einen Versuch, der erfolgreich sein muss, damit wir als Nation diese Pandemie beherrschen.

Andrej Babis Ministerpräsident Tschechiens

Im Schnitt stecken sich in Tschechien derzeit nach Angaben der EU-Agentur ECDC binnen 14 Tagen 493,1 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus an - das ist der höchste Wert innerhalb der EU.

20:56 Uhr | Söder fordert klare Regeln für alle

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder dringt angesichts der vielerorts steigenden Corona-Zahlen auf ein einheitlicheres Vorgehen bei den Anti-Corona-Maßnahmen. Söder sagte, er werde sich bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch und auch in Bayern für klarere Regeln für alle einsetzen. Dabei schloss er nicht aus, die Maßnahmen nicht nur regional, sondern flächendeckend etwas zu verschärfen.

Möglicherweise heißt das dann auch, bei denen, die noch niedrigere Werte haben, die gleichen Konzepte zur Geltung zu bringen, wie wir sie jetzt haben bei denen, die höheren Inzidenzen haben.

Markus Söder Ministerpräsident von Bayern

Söder sagte: "Wenn wir die Maßnahmen anwenden, um die Zahlen wieder runterzubringen, wo sie hoch sind, dann helfen sie auch, dass sie gar nicht erst so hoch gehen."

20:08 Uhr | Litauen lockert Corona-Einreisebeschränkungen

Litauen hat die coronabedingten Einreisebeschränkungen gelockert. Die Quarantänepflicht gilt nur noch für Einreisende aus Ländern, deren Infektionsrate pro 100.000 Einwohner in den vergangenen zwei Wochen um mehr als 10 Prozent über der Rate Litauens liegt. Bislang lag die Grenze bei 25. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Vilnius liegt der Wert für Litauen derzeit bei 55,7. Mit der neuen Regelung können nun Reisende aus 21 Staaten, darunter auch Deutschland, in das EU-Land einreisen, ohne sich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben zu müssen. Die Registrierungspflicht bei der Ankunft gilt aber weiterhin.

19:01 Uhr | Debatte um mögliche falsch-positive Testergebnisse

Mit dem Herbst beginnt auch die klassische Erkältungssaison. Neben Sars-CoV-2 sind damit auch andere Coronaviren verstärkt in Umlauf. Der Coronaskeptiker Sucharit Bhakdi warnte nun vor steigenden falsch positiven PCR-Testergebnissen. Mit Blick auf die Intensivstationen hält er die Corona-Epidemie für beendet. Im Faktencheck erklären Virologen, dass das nicht stimmt: Auch in der Erkältungssaison seien PCR-Tests zuverlässig. Zudem erklären Expertinnen, wie die Situation auf den Intensivstationen einzuordnen ist.

18:44 Uhr | Düsseldorf jetzt auch über kritischem Wert

Düsseldorf hat die Warnstufe von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Am Montag sei ein Wert von 54,8 erreicht worden, teilte die Stadt mit und kündigte zusätzliche Schutzmaßnahmen an. In der Stadt gelte nun auch auf Wochenmärkten eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Statt bisher zehn dürften sich nur noch fünf Menschen im öffentlichen Raum zusammen aufhalten. Es gelte eine Sperrstunde für die Gastronomie von 1 Uhr nachts bis zum nächsten Morgen um 6 Uhr. Im Einzelhandel darf nur noch ein Kunde pro zehn Quadratmeter zugelassen werden.

16:52 Uhr | Corona-Infektionen im Vatikan

Schweizer Garde, 2016
Die Schweizergarde im Vatikan Bildrechte: dpa

Im Vatikan gibt es sieben Corona-Fälle, darunter vier in der Schweizergarde. Vatikansprecher Matteo Bruni sagte, die positiv getesteten Mitglieder der päpstlichen Leibwache hätten Symptome und befänden sich in Isolation. Bei sämtlichen Kontaktpersonen würden Corona-Tests durchgeführt. Ob dazu auch Papst Franziskus gehört, teilte er nicht mit.

Die Schweizergarde und die vatikanische Gendarmerie sind den Angaben zufolge seit vergangener Woche zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Freien und in geschlossenen Räumen verpflichtet.

15:45 Uhr | Fußball-Nationalmannschaft gegen Schweiz ohne Zuschauer

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird ihr Nations-League-Spiel gegen die Schweiz am Dienstag in Köln ohne Zuschauer austragen. Das gab der DFB bekannt. Angesichts der hohen Infektionszahlen habe das Kölner Gesundheitsamt in Absprache mit dem Land Nordrhein-Westfalen untersagen müssen, Zuschauer zuzulassen.

15:15 Uhr | Erzgebirgskreis über Schwellenwert

Der Erzgebirgskreis hat bei der sogenannten Inzidenzzahl die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten. Wie das Landratsamt am Montag mitteilte, wurde der Wert von 67 erreicht, nachdem am Wochenende 140 neue Infektionen gemeldet wurden.

Landrat Frank Vogel sagte, es gebe zur Zeit keinen lokalen Hotspot sondern eine breite Streuung der Fälle. Offiziell sei der Erzgebirgskreis noch kein "Risikogebiet". Der Erzgebirgskreis erließ aber mit sofortiger Wirkung eine neue Allgemeinverfügung mit schärferen Beschränkungen.

14:44 Uhr | "Schwere Fehler" in Ischgl

Eine Expertenkommission sieht "schwere Fehler" beim Corona-Krisenmanagement im österreichischen Ischgl. Der Kommissionsvorsitzende Ronald Rohrer sagte bei der Vorstellung des Berichts, der Betrieb der Skibusse und der Seilbahnen sei beispielsweise einen Tag später als erforderlich eingestellt worden.

Zudem hätte die Verkündung der Quarantäne über das Paznauntal durch Bundeskanzler Sebastian Kurz am 13. März aus Sicht der Experten besser vorbereitet werden müssen. Es habe panikartige Reaktionen bei den vielen ausländischen Gästen gegeben, die in Windeseile versucht hätten, die Region zu verlassen. Einen Evakuierungsplan habe es ebenfalls nicht gegeben.

Der 1.600-Einwohner-Ort in Tirol gilt nicht zuletzt wegen der dortigen Feiern beim Après-Ski als einer der Hotspots bei der Verbreitung des Coronavirus in Teilen Europas. Auch viele deutsche Gäste steckten sich hier an.

13:54 Uhr | Landkreis Eichsfeld verschärfte Corona-Regeln

Nach einem Anstieg der Corona-Neuinfektionen gelten im thüringischen Landkreis Eichsfeld jetzt schärfere Regeln. Demnach sind ab sofort alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 30 Personen untersagt. Bei Veranstaltungen unter freiem Himmel gilt eine Grenze von 50 Personen. Wie das Landratsamt am Montag weiter mitteilte, dürfen sich an Feiern in Wohnungen nicht mehr als 15 Menschen beteiligen. Die Regelungen sollen vorerst bis Ende Oktober gelten. Im Eichsfeld hatten sich zuletzt 36 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 300 Menschen sind derzeit in Quarantäne.

13:40 Uhr | Bundeswehr bietet Kommunen weitere Hilfe an

Die Bundeswehr hat den Kommunen weitere Hilfe im Kampf gegen die Corona-Pandemie angeboten. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, schon jetzt seien rund 1.300 Soldaten im Einsatz, etwa bei der Nachverfolgung von Infektionsketten in den Gesundheitsämtern. Insgesamt könne die Bundeswehr rund 15.000 Helfer bereitstellen. Mittlerweile lägen dem Ministerium rund 1.000 Unterstützungsanträge vor.

13:37 Uhr | Mehr Covid-19-Patienten in britischen Krankenhäusern als im März

In Großbritannien werden nach Angaben des Gesundheitsberaters der Regierung aktuell mehr Patienten mit Covid-19 im Krankenhaus behandelt als im Frühjahr. Gesundheitsberater Stephen Powis sagte, man habe jetzt mehr Covid-Patienten als kurz vor dem Beginn des kompletten Lockdowns am 23. März. Angesichts stark steigender Fallzahlen will Premierminister Boris Johnson heute schärfere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in England verkünden. Während sich im Spätsommer vor allem jüngere Menschen infizierten, nehmen die Erkrankungen nun auch in den älteren Gruppen wieder zu.

11:10 Uhr | Kita in Sömmerda vorsorglich geschlossen

Die Stadt Sömmerda hat eine Kita im Ortsteil Orlishausen vorsorglich geschlossen. Die Stadtverwaltung teilte mit, dass mehrere Erzieherinnen über Erkältungssymptome klagen. Bis mindestens Mittwoch werde der Kindergarten stillgelegt. Bis dahin würden die Mitarbeiterinnen auf das Coronavirus getestet. In der Stadt war zuvor bereits eine Kindertageseinrichtung geschlossen. Die betroffenen Kinder müssen bis zum 21. Oktober zu Hause betreut werden.

11:03 Uhr | Wieder Regelbetrieb an Schulen und Kitas in Weimar

In Weimar sind nun alle Schulen und Kindergärten wieder im Regelbetrieb. In der vergangenen Woche waren zwei Schulen und ein Kindergarten von Corona-Fällen betroffen. Mehrere Klassen und Lehrer mussten zu Hause bleiben. Die Kita wurde komplett geschlossen. Nach Angaben der Stadtverwaltung sind aber alle Tests von Kontaktpersonen negativ gewesen.

09:33 Uhr | Lehrerverband empfiehlt Schals und Decken in Klassenzimmern

Der Deutsche Philologenverband rät Lehrern und Schülern, sich in den kommenden Monaten im Unterricht warm anzuziehen. Verbandschefin Susanne Lin-Klitzing sagte der "Bild"-Zeitung, richtiges Lüften sei das "A und O", um das Risiko einer Corona-Infektion gering zu halten. Für die kalten Monate würden Pullover, Schals und Decken zur Grundausstattung der Schüler gehören. Lehrer und Schüler müssten auf das "Zwiebelprinzip" setzen, um nach und nach dickere Kleidungsstücke ausziehen zu können.

09:00 Uhr | Mecklenburg-Vorpommern erlaubt Privatbesuche aus Risikogebieten

Mecklenburg-Vorpommern hat die Reisebestimmungen nach Kritik deutlich abgemildert. Wie aus der neuen Allgemeinverfügung hervorgeht, dürfen Privatpersonen aus Risikogebieten zu Familienbesuchen nun doch einreisen. Ein negativer Corona-Test und anschließende Quarantäne sind nicht nötig. Die Regelung gilt auch für Anlässe wie Trauerfeiern.

07:13 Uhr | Vorschlag: Corona-Kontrollen durch private Sicherheitsfirmen

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund will die Einhaltung der Corona-Auflagen von privaten Sicherheitsfirmen kontrollieren lassen. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte der Bild-Zeitung, die Ordnungsämter hätten für massenhafte Kontrollen nicht genügend Kapazitäten. Die Aufgabe könne zertifizierten privaten Sicherheitsunternehmen übertragen werden. Landsberg zufolge ist das mit geringem juristischem Aufwand in den Ländern kurzfristig hinzubekommen. Dann könnten Mitarbeiter privater Dienste in die Uniformen der Ordnungsämter schlüpfen.

07:04 Uhr | Jung hält Beherbergungsverbot für nicht durchdacht

Der Präsident des Deutschen Städtetags, Burkhard Jung, ist dafür, das Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten zurückzunehmen. Der Leipziger Oberbürgermeister sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, die Regelung sei nicht durchdacht. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Hotels oder der Verkehr mit Bus und Bahn Hotspots seien. Diese Hotspots entstünden ganz woanders. Bund und Länder müssten am Mittwoch noch einmal über das Thema reden.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband erwartet eigenen Angaben zufolge noch in dieser Woche Klagen gegen das Beherbergungsverbot. Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges sagte der Bild-Zeitung, es gebe erhebliche rechtliche Bedenken. Die meisten Bundesländer hatten vergangene Woche vereinbart, dass Hotels Gäste aus Risikogebieten nur noch aufnehmen dürfen, wenn diese einen negativen Corona-Test vorlegen können. Thüringen lehnt ein solches Beherbergungsverbot allerdings ab.

07:00 Uhr | China: Stadt testet alle neun Millionen Einwohner

Die ostchinesische Stadt Qingdao will alle mehr als neun Millionen Einwohner auf das Coronavirus testen. Das teilte die lokale Gesundheitskommission mit, nachdem über das Wochenende mehr als zehn neue Infektionen aufgetreten waren. Nach Angaben der Kommission wurden bereits unmittelbar nach den ersten nachgewiesenen Infektionen mehr als 140.000 Menschen getestet, vor allem aus dem Gesundheitssektor. Die gesamte Stadt soll innerhalb von fünf Tagen getestet werden.

06:00 Uhr | Der Ticker vom 12. Oktober 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Oktober 2020 | 06:00 Uhr